Alle ernstzunehmenden Ökonomen kennen die Broken-Window-Fallacy – den „Irrtum über das zerbrochene Fenster“: Jemand, der ein Fenster kaputtschlägt, steigert zwar die Nachfrage, leistet aber keinen Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Vielmehr muss das Geld für das neue Fenster, vom Wirtschaftswachstum abgezogen werden, weil es nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung steht.

Das erklärt sich von selbst. Niemand versucht schließlich, dadurch mehr Geld zu verdienen, indem er sein Auto gegen einen Baum fährt oder sein Haus anzündet. Obwohl das gut für Autohändler und Immobilienmakler sein könnte, käme keiner auf diese absurde Idee. Etwas zu zerstören kostet immer Ressourcen und führt letztendlich zu Preissteigerungen. Natürlich kommt es immer wieder zu unbeabsichtigten Schäden und so sind Reparaturleistungen in einem freien Markt etwas vollkommen Normales.

Kriege sind aber niemals zufällige oder unbeabsichtigte negative Ereignisse, wie sie in einem freien Markt vorkommen. Und trotzdem glauben viele, dass Kriege gut für die Wirtschaft seien. Zumindest denken das wohl diejenigen, die Kriege befürworten.

Vielleicht gibt es ein paar unmoralische Glaser, die Fensterscheiben zerstören lassen, um ihr Geschäft voranzutreiben. Auf einem freien Markt kommt das allerdings extrem selten vor. Warum eigentlich?

Vielleicht aus Angst vor einer Gefängnisstrafe. Das ist sicher ein Risiko, aber ein nicht besonders großes. Brandstifter sind zum Beispiel sehr schwer zu ermitteln und es gibt viele andere Sabotagemöglichkeiten, die kaum aufzuklären sind: Wenn jemand das Trinkwasser vergiften würde, hätte der Wasserversorger monatelang damit zu tun, die Schäden zu beseitigen und wer der Täter ist, wäre kaum aufzuklären. Hacker könnten im Ausland beauftragt werden, die Computernetzwerke der Konkurrenz lahmzulegen oder Denial-of-Service-Attacken gegen ihre Internetseiten zu fahren. Für Online-Händler wäre das das sichere Ende.

Immer noch nicht überzeugt? Wie wäre es mit eBay? Warum nicht hundert Freunde dazu bringen, einen Konkurrenten negativ zu bewerten und anschließend genüsslich dabei zusehen, wie sein guter Ruf verlorengeht, seine Umsätze einbrechen und er schließlich pleite geht?

Es gibt drei Gründe, warum solche Strategien extrem selten auf dem freien Markt vorkommen. Erstens: Sie sind zu teuer. Zweitens: Sie sind zu riskant. Und drittens: Es besteht die Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen.

1. Zu teuer

Wer einen Brandstifter anheuern will, der die Konkurrenzfabrik in Schutt und Asche legen soll, muss gute Kontakte und Vertrauen zu Kriminellen haben. Der Brandstifter könnte mit dem Geld nach Hawaii verschwinden, anstatt seinen Auftrag zu erledigen. Er könnte zur Konkurrenz gehen und mehr Geld herausschlagen, wenn er auf die Brandstiftung verzichtet. Oder noch schlimmer: Er bietet dem Konkurrenten an, umgekehrt die Fabrik seines Auftraggebers abzufackeln. Sich für den Weg der Sabotage und Zerstörung zu entscheiden, wird garantiert sehr teuer und es gibt keine Garantie, dass sich das überhaupt lohnen wird.

Es drohen weitere Folgekosten. Meistens gibt es mehrere Konkurrenten – die einen vor Ort, die anderen weit weg und außer Reichweite. Man kann nicht alle auf einmal angreifen, sondern man müsste sie nacheinander ausschalten. Und auch wenn es gelingt, einen von ihnen auszuschalten, sehen andere Konkurrenten darin eine Chance, auf den Markt zu drängen. In einem Wettbewerb ist es in den meisten Fällen besser, sich mit „dem Feind, den man bereits gut kennt“ zu arrangieren. Es wäre zum Beispiel nicht besonders sinnvoll, einen Software-Konkurrenten zu beseitigen, da ein Unternehmen wie Microsoft darin eine Chance sehen könnte, in den Markt einzutreten.

Unternehmen profitieren vom Wettbewerb. Unternehmen, die keine Konkurrenz haben, werden faul, nachlässig und ineffizient und laden andere Unternehmen dazu ein, mit ihnen zu konkurrieren. Eine Fußballmannschaft, die nie gegen einen ernstzunehmenden Gegner spielt, wird faul und nachlässig und es wird nicht lange dauern, bis sie von engagierteren Mannschaften besiegt und verdrängt wird. Erfolgreiche Unternehmen benötigen den Wettbewerb, um fit zu bleiben. Starke Gegner machen sie robust und widerstandsfähig.

Was passiert aber, wenn es tatsächlich gelingt, die Gegner erfolgreich zu sabotieren? Wenn es geschickt genug angestellt wird, kann niemand herausfinden, wer hinter den vielen Brandstiftungen steckt. Was passiert mit der Brandschutzversicherung? Die Prämie schießt durch die Decke – wenn es dann überhaupt noch jemanden gibt, der eine Brandschutzversicherung anbietet. Wenn die Fabriken in der Gegend ständig abbrennen, werden sich die eigenen kompetentesten Mitarbeiter möglicherweise nach anderen Jobs umsehen, in denen nicht die Gefahr besteht, bei einem Brand ums Leben zu kommen. Oder auch nur, um mögliche Arbeits- und Verdienstausfälle zu vermeiden. Die Kosten des Auftraggebers steigen und das gute Verhältnis zu den besten Mitarbeitern wird beschädigt. Eine gefährliche Situation, denn die Wettbewerber warten nur darauf, in einer Schwächephase die Marktanteile des Unternehmens zu übernehmen. Insgesamt keine gute Idee!

2. Zu riskant

Nehmen wir an, ein Unternehmer bezahlt Stan dafür, die Fabriken der Konkurrenten in Brand zu stecken. Voraussetzung ist natürlich, dass Stan ein professioneller Brandstifter ist und entsprechend erfahren ist. Allein deswegen weiß er schon sehr viel besser als der Unternehmer, wie die ganze Situation zu seinem eigenen Vorteil am besten auszunutzen ist. Stan weiß, dass der Unternehmer in der Rolle als Auftraggeber und Mittäter nicht zur Polizei gehen kann, um sich zu schützen. Er könnte seine Gespräche mit dem Unternehmer aufzeichnen und ihn anschließend erpressen. Der Preis für den Ausflug in die Welt der Gewalt wäre dann ein lebenslanger Alptraum aus Kosten, Schuld, Angst und Ärger! Ganz schlecht!

Stan könnte zur Konkurrenz gehen und die boshaften Pläne seines Auftraggebers offenlegen. Die Konkurrenz würde sicher gutes Geld für diese Informationen bezahlen. Sie könnte damit zur Polizei gehen und den Auftraggeber auf rechtmäßigem Weg vollständig ruinieren. Unmoralische Handlungen führen normalerweise zu unvorhersehbaren Ergebnissen.

Stan könnte zur Konkurrenz gehen und sagen: „Ich wurde für 25.000 $ beauftragt, dieses Gebäude anzuzünden. Für 30.000 $ würde ich den Spieß herumdrehen und die Fabrik meines Auftraggebers und deines Konkurrenten abfackeln.“ Dieser Bieterwettstreit kann für alle Beteiligten zu einer kostspieligen Angelegenheit werden – außer für Stan natürlich.

Und niemand könnte sicherstellen, dass Stan tatsächlich beauftragt wurde, einen Brand zu legen. Was ist, wenn er irgendein Undercover-Agent ist? Wenn er von jemand anderem geschickt wurde, um den angeblichen Auftraggeber in den Dreck zu ziehen? Was, wenn es sich um Erpressung oder eine Inszenierung des Konkurrenten handelt? Wie könnte das der Auftraggeber wissen? So etwas ist sehr gefährlich!

3. Gefahr der Vergeltung

Angenommen, alles funktioniert genau so, wie es sich der Auftraggeber vorgestellt hat und Stan fackelt die Fabrik des Konkurrenten ab. Was passiert dann? Es gibt nun einen Feind, der nichts mehr zu verlieren hat und den Auftraggeber verdächtigt. Er weiß, dass der Auftraggeber ein starkes Motiv für die Tat hätte. Er wird Privatdetektive engagieren und eine Belohnung in Höhe von 1 Million $ für Hinweise aussetzen, die zur Ermittlung des Täters führen. Gelingt es ihm, dem Auftraggeber die Tat nachzuweisen, wird er ihn verklagen und sich mehr als 1 Million $ von ihm zurückzuholen.

Der neue Feind wird entweder verwertbare Informationen finden und dann zur Polizei gehen oder er wird Indizien finden, also Hinweise und keine Beweise. In diesem Fall wird er sich überlegen, wie er sich rächen kann. Da alle Indizien klar auf den Auftraggeber hinweisen, dieser aber mangels Beweisen nicht belangt werden kann, hat der wütende Konkurrent gelernt, wie man eine Fabrik abfackelt und ungestraft davonkommt. Wird der Auftraggeber nachts noch ruhig schlafen können? Kann er sich sicher sein, dass er nur die Fabrik des Auftraggebers beseitigen will und nicht einfach ihn selbst?

Was bedeutet das, wenn man es einmal durchrechnet? Diese Tabelle zeigt beispielhaft, in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen stehen, wenn der Konkurrent durch Brandstiftung ausgeschaltet werden soll.

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Angenommen, Stan verlangt 50.000 $ und seine Erfolgswahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent. Angenommen, der zu erwartende wirtschaftliche Nutzen beträgt 1 Million $. Das würde einen Nettogewinn von 450.000 $ ergeben. Also 50 Prozent von 1 Million $ minus die Kosten von 50.000 $. So weit, so gut. Nehmen wir aber zusätzlich ein 10-prozentiges Erpressungsrisiko an, ein 20-prozentiges Vergeltungrisiko, ein 25-prozentiges Risiko für steigenden Wettbewerb – das sind alles sehr niedrige Zahlen – und schließlich zusätzliche Versicherungs- und Sicherheitskosten in Höhe von 100.000 $. Der wirtschaftliche Nutzen ist sehr schnell bei Null.

Diese Tabelle zeigt nur die Berechnung der Wirtschaftlichkeit. Emotionale Faktoren wie Schuld, Angst und Sorge, die zwar wichtig, aber schwer zu messen sind, sind nicht enthalten. Das ist wichtig, denn selbst wenn die oben genannten Zahlen in Frage gestellt werden, bleiben die zu überwindenden emotionalen Barrieren nach wie vor bestehen.

Diese konservative Beispielrechnung zeigt, dass der Preis dafür zu hoch ist, wirtschaftlichen Gewinn durch gewaltsame Zerstörung von Eigentum erzielen zu wollen. Und das ist genau so, wie es sein sollte. Wir wollen natürlich, dass die Menschen gut sind. Wir wollen aber auch starke wirtschaftliche Anreize für gutes Verhalten, auch zur Stützung der Integrität des freien Willens.

In einer Gesellschaft ohne staatlichem Gewaltmonopol, in denen die Menschen die Wahl haben, ob sie den Weg der Gewalt gehen oder den Weg friedlicher Kooperation, besteht also weder ein wirtschaftlicher noch ein emotionaler Anreiz dazu, das Leben oder das Eigentum anderer zu zerstören.

In einer Gesellschaft mit staatlichem Gewaltmonopol wirken dagegen die Anreize genau entgegengesetzt. Dazu aber mehr im nächsten Video.
Originalvideo:
Stefan Molyneux – War. What They Won’t Tell You!
youtube.com/watch?v=W0q71ypkU6c

Text:
Stefan Molyneux – War, Profit, and the State. The State is the Health of War.
antiwar.com/orig/molyneux.php?articleid=8468

Übersetzung, Bearbeitung, Sprecher:
Peter Müller

Schnitt:
Marvin Jäckel

 

 

Videoempfehlungen:


 

 

 

 

11 Responses to Die Wahrheit über Krieg und Kapitalismus

  1. […] Quelle: Die Wahrheit über Krieg und Kapitalismus […]

  2. Habnix sagt:

    Nicht die Regierung muss das Volk regieren, sondern das Volk die Regierung regieren.

    Wenn die Demokratie führt, brauchen wir keine Führer.

    • rote_pille sagt:

      Was sollen diese überflüssigen Phrasen? Eine Regierung REGIERT das Volk wie es der Name schon sagt. Völlig egal wie sie zustande kommt. Wenn Sie nicht regiert werden wollen, dann müssen Sie jede Regierung ablehnen. Es gibt keinen anderen Weg.
      Wenn Sie Klarheit in Ihren Gedanken schaffen wollen, dann konkretisieren Sie das eben gesagte, und Sie werden feststellen, dass es reiner Blödsinn ist. Tut mir Leid, wenn das als unhöflich aufgenommen wurde, aber ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf ist die effektivste Methode aufzuwachen.
      Wer gehört zu dem nicht näher definierten Kollektiv namens „Volk“? Die Mehrheit der Menschen? Sämtliche Menschen? Wie genau können die gleichzeitig regieren und regiert werden, und wozu müssen sie überhaupt regiert werden?

    • Kawaphil sagt:

      Friedrich Wilhelm Nietzsche:
      Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“

  3. Elfenbeinturmbewohner sagt:

    Ich habe mir einige eurer Videos angeschaut und bin vor allem in dem Punkt, dass der Glaube an den Staat die meisten Menschenopfer zu verzeichnen hat, voll dabei. Allerdings verstehe ich immer noch nicht, was eine sinnvolle Alternative zum jetzigen Zustand sein soll? Angenommen es gibt keine Regierungen und jeder verfügt völlig frei über seine Besitztümer und hat beliebig viele Waffen im Küchenschrank – es wird doch zwangsläufig immer noch große Unterschiede zwischen den Menschen geben (z.B. Geld und Ressourcen). Ist es da nicht wahrscheinlich, dass eine Gruppe von Menschen ihre Freiheit dazu nutzen wird, sich zusammenzuschließen und die Schwächeren auszubeuten und zu unterdrücken? Wenn keine „neutrale“ Instanz mehr bestimmt, was Recht und Unrecht ist, kann sich das doch jeder zu seinen eigenen Gunsten selbst definieren. Wie soll verhindert werden, dass sich ohne eine wie auch immer geartete Regierung einfach das Recht des Stärkeren durchsetzt? Oder soll das garnicht verhindert werden?

    • Stefan sagt:

      Hallo Elfenbeinturmbewohner,

      du hast schon recht, der Stärkere setzt sich durch. Aber der Stärkste ist momentan der Staat. Also der Knackpunkt in deinem Gedankengang ist, zu glauben der Staat wäre eine neutrale Instanz. Das ist er nicht, war es nie und wird es auch nie sein. Und so eine neutrale Instanz wird es auch nie geben.
      Also deine Befürchtung ist, wenn es keine Regierung mehr gibt, also die stärkste der gewalttätigen Organisationen, könnten sich andere kleinere gewalttätige Organisationen bilden. Wenn das passiert, dann muss man sich gegen diese eben wehren. Daran führt niemals ein Weg dran vorbei.

      Persönlich gehe ich aber davon aus, wenn die Menschen in der Mehrzahl ein freiheitliches philosophisches Weltbild verinnerlicht haben und dadurch selbstbewusst, unabhängig und auch wehrhaft sind, dann werden es gewalttätige Organisationen sehr schwer haben groß und gefährlich zu werden.
      Diese Herrschertypen erschaffen große Organisationen immer durch Gehirnwäsche, Suggestion, Betrug und Lüge. Also die philosophische Aufklärung soll die Menschen von der Gehirnwäsche befreien und sie auch gegen Lug und Betrug besser immunisieren. Wenn das gelingt, haben wir eine freie Gesellschaft.

      Bezüglich der Schwächeren würde ich mir in einer freien Gesellschaft keine so großen sorgen machen. Die Menschen sind zu 99% empathisch und schaffen ganz freiwillig soziale Strukturen um sich gegenseitig zu helfen. Das 1% Psychopathen ohne Empathie strebt unter anderem Machtpositionen in der Politik an um darüber die Menschen zu beherrschen. Ohne Staat ist die größte Gefahr, die von solchen Psychopathen ausgehen kann, gebannt. In kleinerem Rahmen sind diese Typen natürlich auch in einer freien Gesellschaft gefährlich. Aber dann kann man sich gegen diese auch in kleinerem Rahmen wehren.

      Also Antwort zu deiner Frage zusammengefasst:
      1. Eine Regierung macht deine Befürchtung nicht besser, sondern schlimmer.
      2. Das philosophische Weltbild der Mehrzahl der Menschen ist ausschlaggebend, ob die Menschen friedlich miteinander umgehen und nicht ob eine größere gewalttätige Organisation anwesend ist.

      • Elfenbeinturmbewohner sagt:

        Hallo Stefan,

        vielen dank für die sehr ausführliche und konstruktive Antwort.
        Für mich klingt vieles leider immer noch so, als ob diese Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn alle (oder wie du sagtest die Mehrzahl) das gleiche philosophische Weltbild haben, sozusagen gleich sind. Ich denke eben nur, dass das nicht der Fall ist und auch nicht der Fall sein kann. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte deine Ansichten keinesfalls mit Sozialismus irgendeiner Art vergleichen – aber ist dessen Grundgedanke nicht auch, dass er wunderbar funktionieren würde, wenn alle genau das gleiche philosophische Weltbild hätten? Geht deine Utopie nicht davon aus, dass es ein allgemeingültiges und richtiges Weltbild gibt, das definitiv für alle am besten ist?

        Ich habe leider nur Fragen und keine Antworten …

        • Stefan sagt:

          Also ich kann dir da nicht bei allem widersprechen.

          Zum „alle das gleiche Weltbild“:
          Die voluntaristische Philosophie stellt für mich den kleinsten gemeinsamen Nenner dar, auf den sich eine Mehrzahl leicht einigen kann. Es werden keine kruden Rituale, unsinnige Gesellschaftsnormen und Vorschriften gemacht. Man einigt sich nur darauf, initiierende Gewalt ist nicht erlaubt und klau niemandem sein Zeug.
          Das ist sozusagen einfach, praktisch, gut und das kann auch der Dümmste verstehen. Man muss nicht erst 10 Jahre Philosophie und Jura studieren, um das zu kapieren.

          Aber natürlich ist es so, wenn eine Mehrzahl der Menschen sich an diese einfachen Regeln nicht hält, dann gibt es keinen Frieden und keine Freiheit. Dem kann ich nicht widersprechen. Bei uns hält sich vor allem der Staat nicht daran. Diese Institution beansprucht für sich ein Gewaltmonopol und sie raubt den Menschen unter Androhung von Gewalt ihr Erwirtschaftetes. Sie nennen das Steuern, Gebühren und Abgaben.

          Zu „Ist das Utopie“:
          Aus meiner Sicht gibt es Anzeichen die mich positiv stimmen, dass es funktionieren kann. Erst mal ist es ja so, dass die meisten Menschen sich in 99% ihrer Lebenszeit voluntaristisch verhalten. Im privaten Bereich ist das vollkommen normal. Ein Beispiel: 5 Freunde sind unterwegs und 3 von denen wollen ins Kino gehen. Sagen dann die 3 zu den 2, die nicht wollen, wir sind in der Mehrzahl, also gehen wir alle ins Kino und wenn ihr 2 euch weigert, bedrohen wir euch mit Gewalt, bis ihr mit ins Kino geht.
          Hast du so was im privaten Leben schon mal erlebt?
          Unter Freunden und Verwandten ist so ein Verhalten wohl eher selten. Und wenn, dann wird die Freundschaft wahrscheinlich vorbei sein.
          Das normale soziale Verhalten wird lediglich durch absurde und widersprüchliche Weltanschauungen auf „höherer“ Ebene außer Kraft gesetzt. Was im Privaten ein absolutes No-Go wäre, ist plötzlich legitim, wenn es der Staat, ein hoher Priester, ein König etc. macht.
          Es wird also ein enormer Aufwand betrieben den Menschen von Kindheit an, ein krankes und widersprüchliches Weltbild einzutrichtern. Man müsste vermutlich nur damit aufhören.

          Und daraus ergibt sich für mich auch gleich der nächste Aspekt, der mich positiv stimmt. Wenn es gelingt, Millionen Menschen weiß zu machen, es wäre legitim von einer Institution Namens Staat beraubt und bevormundet zu werden, dann kann es doch genauso gelingen, diese Millionen davon zu überzeugen, dass niemand das Recht hat sie zu beherrschen und dass es für alle gut ist, gewaltfrei zu leben und das Eigentum anderer zu respektieren.

          Was ist der Unterschied zu Sozialismus oder anderen Utopien?
          Bei den meisten solcher Utopien sollen die Menschen immer zu irgendwas gezwungen werden und das geht einher mit Gewaltandrohung. Aus diesem Grund funktionieren die auch nicht.
          Du kannst in Freiheit auch eine sozialistische Gesellschaft aufbauen, so lange alle Beteiligten freiwillig daran teilnehmen. Der Voluntarismus macht hier eben keine genauen Vorgaben, wie genau die Menschen zu leben haben. Es wird nur Freiwilligkeit und Gewaltfreiheit verlangt.

        • Stefan sagt:

          Noch ein Nachtrag zu Utopie und die Mehrzahl müsste das gleiche glauben.

          Eine andere Herangehensweise:
          In unserer jetzigen Gesellschaft glauben 99,99% der Menschen, der Staat hätte das moralische Recht dazu die Menschen auszurauben und Gewalt anzudrohen und auszuüben. Außerdem glauben sie, dass jede „private“ Person dieses Recht nicht hat, aber sobald sich so eine „private“ Person eine bestimmte Mütze aufsetzt und Jacke anzieht (Uniform), dann hätte sie das Recht dazu.
          Also unsere Gesellschaft ist jetzt aktuell gleich geschaltet. Und 99,99% der Menschen glauben das, obwohl das ein ziemlich widersprüchlicher Unsinn ist.

          Ich denke die voluntaristische Philosophie ist sehr viel natürlicher und auch für jeden Einzelnen nützlicher. Menschen die nicht gehirngewaschen sind, wären vermutlich sehr leicht davon zu überzeugen. Unter Umständen müsste man sie gar nicht überzeugen, weil sie evtl. schon von Natur aus so denken würden.

          Also für die Umsetzung einer freien freiwilligen Gesellschaft ist es eigentlich gar nicht die Schwierigkeit, die Menschen vom Voluntarismus zu überzeugen, sondern die aktuelle Gehirnwäsche wegzubekommen.
          Man sieht das ja auch an den vielen Videos, die die Macher von FreiwilligFrei produziert haben. In den meisten Videos soll den Leuten einfach nur bewusst gemacht werden, dass der Staat raubt und gewalttätig ist. Aufgrund der Gehirnwäsche sehen die meisten Menschen das nicht. Sie glauben das wäre vollkommen richtig so.

          • Stephan sagt:

            PPS: jetzt erst zuende gelesen. Wir haben eine HOCHAGRESSIVE Gesellschaft, grade die deutschen. Und ihr wollt den weg der gewalt zu gehen jedem selbst überlassen… Ey, voll falsch hier auf der seite.. was isn das hier.. OH, die Antwort fehlt: Jeder haut jedem auf die Matte… Wäre neandertal…. warum möchte denn keiner (möglichst) allen ein adäquates Dasein ermöglichen, das geht nur ohne zinsen, irgendwas zwischen Solidarismus und Sozialismus (aber nicht, was der Westen unter Sozialismus versteht) – und einen neuen Namen, warum nicht selber etwas dazwischen entwickeln…. Ne Kontrollinstanz braucht man immer – weil immer irgendwer (NICHT ICH – ICH WILL nur leben) reicher werden will, und es werden immer primitive sein…. die kommen nie zur Vernunft – großer Reichtum ist schon immer an immense Dummheit gebuden…..

  4. Stephan sagt:

    Wenn ihr mal nicht so viel wert darauf legen würdet, euch für allzu schlau zu halten und tatsächlich nachzudenken. wäret ihr drauf gekommen, dass das Wirtschaftswachstim, (die reine „existenz“) der Konstruktionsfehler im Kapitalismus ist.. So simpel wie banal: WW kann man auch als Zinsen bezeichnen, Investoren, banker wollen zinsen – geld entsteht zwar aus dem nichts, Zinsen jedoch nich.. Im Kap. muss es immer jemanden geben, der sich verschuldet (dieses geld entsteht in banken aus dem nichts!!) – Problem dabei: Das geld wird NUR AUF DER SCHULDENSEITE wieder erarbeitet, warum ist das schlimm?? Wie entsteht WW?? Durch echte Hände Arbeit.. dabei verdient wird: nichts // Die Investoren verdienen (aus aus anderen gründen) dadurch expotentiell (auch Unternehmer)…. Das Fatale ende eines jeden Kapitalismus… Masse Bettelarm, wenige reiche… Ich empfehle als Bildungsreise die ARMENviertel der USA.. das ende vom Kap!!! Aber lasst das smartphone in der tasche, die armen können nicht dafür…
    PS: Ich wette ihr habt auch iwo stehen „mindestohn muss weg“ ^^

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