König Abdullah von Saudi Arabien ist tot. Lasst uns seiner Hochwürden gedenken. Was war er eigentlich für ein Mensch? Abdullah verstarb letzten Freitag an den Folgen einer Lungenentzündung. Möglicherweise hatte sich ein winziges Stück Empathie oder Ethik in seiner Luftröhre verirrt und seine Lunge reagierte darauf mit einem allergischen Schock.

Wer zum Unterwürfigsten und Niederträchtigsten aller Heuchler aufsteigen möchte, der beobachte ganz genau, wie die sogenannten Staatsmänner und Staatsfrauen auf seinen Tod reagieren.

In seinem offiziellen Statement lobte der US-Präsident Barack Obama Abdullahs „kontinuierlichen Beitrag zur Suche nach Frieden“ im mittleren Osten. Bundeskanzlerin Merkel rühmte in einem Telegramm dessen „ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten“. Und ja, richtig! Dort sind heute schließlich alle Probleme, die es mal gab, gelöst, nicht wahr?

Auch Bundespräsident Joachim Gauck bekundete dem Bruder des verstorbenen Königs sein Beileid und sagte: „Die weitreichenden Bemühungen Ihres Bruders um die Stabilität im arabischen Raum werden unvergessenen bleiben.“

Die Flaggen in der gesamten westlichen Welt waren auf Halbmast.

Das Ausmaß an Heuchelei ist wirklich abscheulich. Die Bilanz der Menschenrechtsverletzungen dieses Typen könnte nicht abstoßender sein. Welchen Beitrag hat er bitteschön zur regionalen Stabilität geleistet?

König Abdullahs Nachfolger wird sein Halbbruder Salomon. Dieser hat geschworen, die richtige Politik des alten Königs fortzuführen. Wenn ihr zum Beispiel zu den Frauen in Saudi-Arabien zählt, oder zu einer religiösen Minderheit, oder Regimekritiker seid, also Menschen, die nach westlichen Standard einfach nur selbst denkt, – dann sind das gar keine guten Neuigkeiten für euch.

Selbstverständlich weiß niemand, dass Saudi-Arabien eine absolutistische, totalitäre, diktatorische Monarchie ist, in der sich nichts und niemand gegen die regierende Familie stellen darf.

Wer verrückt genug ist, eine Einschränkung der Staatsmacht zu fordern, oder – um Himmels Willen –religiösen Pluralismus, erntet ewige Gefängnisstrafen und rohe staatliche Gewalt.

Diese Erfahrung musste zuletzt der saudi-arabische Blogger und Vater dreier Kinder Raif Badawi machen. Er wagte es Muslime, Christen, Juden und Atheisten als gleichwertig zu bezeichnen. Seine Strafe wegen „Beleidigung des Islam“: 1.000 Peitschenhiebe, knapp 200.000 Euro Geldstrafe und 10 Jahre Gefängnis. Sein Anwalt kassierte eine 15jährige Gefängnisstrafe, weil er es wagte, ihn zu verteidigen. Saudi-arabische Gefängnisse sind nicht gerade bekannt für ihre Gastlichkeit bekannt.

Nach den ersten 50 Schlägen war Raif Badawi so schwer verletzt, dass sie warten mussten, bis seine Wunden einigermaßen verheilt waren, bevor sie zu den nächsten 50 Schlägen ansetzten.

Und wie fühlt es sich eigentlich an, eine Frau in Saudi-Arabien zu sein, so als Daueropfer geschlechtlicher Diskriminierung?

Im dort vorherrschenden Vormundschaftssystem müssen die Frauen für alles die Erlaubnis eines Mannes erhalten. Um zu reisen, das Haus zu verlassen, zu arbeiten und – die meisten wissen das inzwischen sicher – sie dürfen auch nicht Auto fahren.

Es ist nicht so, dass das nur die unterprivilegierten Frauen oder die Unterschicht betrifft. König Abdullah hinterlässt 13 Frauen und 15 Töchter. 4 seiner 15 Töchter stehen seit 13 Jahren unter Hausarrest, weil sie sich öffentlich gegen die Frauenpolitik des Königs gestellt haben. 2 seiner Töchter haben ausgesagt, dass sie hungern müssen.

Es ist so abscheulich wie in einer vormittelalterlichen Diktatur. Das sind die ekelhaften schleimigen Kröten, vor denen sich eure Politiker verneigen, den Saum ihrer Gewänder küssen und die Ringe an ihren Fingern – es ist einfach nur furchtbar.

Der neue König Salomon ist 79 Jahre alt und es wird behauptet, dass er an Demenz leidet. Naja, wenn der stirbt, wird ihm bestimmt nachgesagt, dass er die Menschen vom Krebs geheilt hätte, über Wasser gelaufen sei, die Erdumlaufbahn geändert hat, um die globale Erwärmung zu stoppen und die Toten wieder auferweckt hat.

Die moralische Natur der politischen Führer widerspiegelt sich in denen, die sie verehren. Den wahren Kern von Menschen lernt man durch diejenigen kennen, mit denen sie sich umgeben.

Es geht nicht nur um Obama, Merkel und Gauck. Es gibt sehr viele dieser „ehrenvollen“ Persönlichkeiten, die auf dem Schoß dieser widerlichen Kreaturen gesessen sind.

15 der 19 Täter des 11. September 2001 waren aus Saudi-Arabien und ihr König, der Führer dieses Landes, soll ein weiser Staatsmann sein.

Wie diesem Tyrannen posthum die Stiefel geleckt werden, ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Seitdem Roosevelt und Churchill die Stiefel von Stalin geleckt haben, hat man so etwas nicht mehr gesehen. Damals gab es wenigstens den Anreiz, dass Stalin gegen Hitler an der Ostfront in den Krieg zog.

Diese Heuchler, die sich von ihren Opfern wählen lassen, mit ihren Teleprompter-Reden, mit ihren humorlosen Scherzen und ihrem gespieltem Lachen. Leute wie der verstorbene Abdullah sind die Teufel, deren Stiefel sie lecken. Und von solchen Heuchlern regiert zu werden, ist eine der größten Erniedrigungen die es geben kann.

 

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