PEGIDA – eine Warnung

On 15. Januar 2015, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei

Peter Müller

In unserem Podcast über die PEGIDA haben wir uns ausschließlich mit den 19 Punkten des Positionspapiers auseinandergesetzt und diese einem Freiheitscheck unterzogen. Ergebnis: Die meisten dieser Punkte sind gegen die Freiheit gerichtet und teils in sich vollkommen widersprüchlich. Daraufhin wurden wir vollkommen zurecht darauf hingewiesen, dass sich die Teilnehmer nicht über einen Kamm scheren lassen. Betrachten wir heute also einmal das „Big Picture“ jenseits dieses Positionspapiers.

Die Pegidisten bestehen hauptsächlich aus Mittelschicht – das hat eine Umfrage unter ihnen ergeben. Die Oberschicht generiert ihr leistungsloses Einkommen i.d.R. unter Missbrauch des staatlichen Gewaltmonopols aus der Erpressung der Mittelschicht. Von der Unterschicht ist schließlich nichts zu holen. Die Unterschicht beauftragt ihre politischen Armutszuhälter damit, ihnen soziale Transferleistungen zuzuspielen, ebenfalls durch Erpressung der Mittelschicht. Über Brot und Spiele ist die Unterschicht wunderbar steuerbar. Wenn sie gerade nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll, kann sie problemlos ruhiggestellt werden.

Die Mittelschicht war und ist deshalb auf der Verliererseite. Anstatt sie einfach in Ruhe zu lassen und ihr den Raum dafür zu geben, immer größere Bevölkerungsteile aus ärmlichen Verhältnissen durch freiwillige Kooperation wirtschaftlich und menschlich auf die Beine zu helfen, zieht sich die Schlinge um ihren Hals immer weiter zu. Durch den Schraubstock des staatlichen Gewaltmonopols, der durch den Irrglauben angetrieben wird, Gewalt gegen friedliche Menschen sei als Mittel zum Zweck vollkommen unproblematisch. Die eisernen Backen dieses Schraubstocks schließen sich unaufhaltsam von oben und von unten. Von oben durch das Bestreben, möglichst alle ihre Lebensbereiche unter politische Kontrolle zu bringen. Und von unten durch die chronisch ansteigende und immer aggressiver werdende Anspruchshaltung. Aus eigener Hände Kraft erwirtschafteter Wohlstand wird nicht widerstandslos aufgegeben. Und das treibt die Mittelschicht als einzige Gruppe, die über solche Art Wohlstand verfügt, jetzt auf die Straße.

Gleichzeitig werden an verschiedenen Stellen politische Brandherde entfacht. Menschen, die bisher jahrzehntelang in friedlicher Koexistenz zusammengelebt haben, werden mit primitivsten Mitteln gegeneinander aufgewiegelt. Die Politik und ihre Medien gießen durch Übervorteilung bestimmter Gruppen, durch die politische Diskussion, die stellenweise zu Hetzkampagnen ausartet, durch billige Psychotricks und durch gezielte Provokationen Öl ins Feuer. Es scheint als seien die Ruhe und die öffentliche Ordnung ihr ausgemachtes Angriffsziel. Sachliche Diskussionen werden nur noch vorgespielt, in Wahrheit aber im Keim erstickt. Durch Zensur, Redeverbote, das Diktat der Political Correctness und andere Unterdrückungsinstrumente, die gegen die Meinungs- und Redefreiheit – und gegen die Freiheit an sich – gerichtet sind.

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Sucht man nach Parallelen in der Geschichte, fühlt man sich an den Vorabend des Aufstiegs der Nationalsozialisten erinnert. Diese kamen damals nicht zufällig an die Macht. Sie erhielten diese Macht durch ein politisches Vakuum, das sich in einer ökonomisch vollkommen ruinierten Mittelschicht ausbildete. Aus dem tiefsitzenden Bedürfnis der Menschen heraus, in Ruhe leben zu können. In einer Zeit, als politische Schlägertrupps durch die Straßen patrouliierten und Andersdenkenden und Andersmeinenden ihre Weltanschauung in den Leib prügelten. In einer Zeit, in der es kaum noch Ruhe und öffentliche Ordnung gab. In einer Zeit, in der sämtlichen bestehenden politischen Organisationen voller Hass und Abscheu begegnet wurde. Bis der politische Heiland die Bühne betrat und allen das Paradies auf Erden versprach. Das leere Versprechen von Ordnung aus dem zuvor inszenierten Chaos. Den katastrophalen Rest der Geschichte kennen wir.

Wie geht es weiter? Sitzt heute bereits ein neuer politischer Heiland schon in den Startlöchern? Ist das Feld bereits bereitet, genau die gleichen Fehler von damals zu wiederholen? Inwieweit ist ein Zusammenbruch des Finanzsystems und ein dadurch ausgelöster Zusammenbruch der Wirtschaft dazu geeignet, die Mittelschicht mittellos zu machen? Sorgt der niedrige Ölpreis nur für die Ruhe vor dem großen Sturm? Kann sich diese Situation erneut zur Brutstätte unfassbarer Gewalt gegen Menschen entwickeln, die niemandem etwas getan haben?

Die Mittelschicht, die momentan auf die Straße geht, wird als „intelligent“ betitelt. Aber reicht diese Intelligenz tatsächlich dazu aus, jede Art von politischem Scharlatan in Zukunft zu erkennen, bloßzustellen, auszugrenzen und zu ignorieren? Reicht sie dazu aus, sich auf sich selbst zu besinnen und selbst zu entscheiden, was richtig und was falsch ist? Reicht sie dazu aus, die Verantwortung für diese Entscheidung zu übernehmen und in ihre Richtigkeit zu vertrauen?

Wir wissen es nicht.

PEGIDA im Freiheitscheck

Freiheit oder Sklaverei – deine Entscheidung!


Coming soon: Der Untergang Deutschlands

 

23 Responses to PEGIDA – eine Warnung

  1. Wanderer sagt:

    Berichtest du vom anderen Ende der Welt? Fahre nach Dresden und sieh selbst, wer dort gegen wen hetzt. Ich kann echt nicht glauben, hier so einen Schwachsinn serviert zu bekommen. Hast du dir schon mal die Äußerungen von Medien und Politikern angetan? Das sind die Diktaroren der Neuzeit! Was du hier an die Wand malst, existiert schlichtweg nicht.

    • Alexander Biersack sagt:

      @Wanderer: Kann ich nur voll bepflichten. Genau dieser Nazi-Verleich ist was die staatstragenden Medien verbreiten, denen es darum geht die Angst zu schürren. Die Pegida sind das Gegenteil der Antifa-SA.

  2. AnKon sagt:

    @Wanderer

    Kann man nur zustimmen !

  3. […] Die Pegidisten bestehen hauptsächlich aus Mittelschicht – das hat eine Umfrage unter ihnen ergeben. Die Oberschicht generiert ihr leistungsloses Einkommen i.d.R. unter Missbrauch des staatlichen Gewaltmonopols aus der Erpressung der Mittelschicht. Von der Unterschicht ist schließlich nichts zu holen. Die Unterschicht beauftragt ihre politischen Armutszuhälter damit, ihnen soziale Transferleistungen zuzuspielen, ebenfalls durch Erpressung der Mittelschicht. Über Brot und Spiele ist die Unterschicht wunderbar steuerbar. Wenn sie gerade nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll, kann sie problemlos ruhiggestellt werden. Zum Rest des Beitrags […]

  4. Pegida- freund sagt:

    Hallo Ihr zwei,

    ihr solltet mal Montags nach Dresden kommen und euch mit den Leuten unterhalten.
    Was Ihr da erzählt ist einfach Murx.
    Schade das Ihr so Merklisch denkt.

    • MacPaul sagt:

      Aha, es ist also „Murx“…oder doch eher „Murks“?

      Ne, klar, der Deutsche hat voll den Durchblick, er regt sich auf über die selbst verschuldeten Zustände (wer findet Merkel und co. so gut, wer ist mit der Rente mit 67 zu zwei Dritteln einverstanden, etc. etc.?) auf und verkleidet das mehr schlecht als recht als Ausländerfeindlichkeit.

      Weißt du was? Die Leute, die dort protestieren, haben exakt null Komma null Ahnung, was vor sich geht. _Das_ zeigen sie bei jedem Protestmarsch, nämlich, dass sie komplett ahnungslos und primitiv sind.

      • Erdbewohnerin sagt:

        leider erkennen das viele nicht! das ist eine Selbstangerührte und Inszinierte Scheiße von Oben um von wichtigeren Ereignissen abzulenken und um dann andere Maßnahmen die sie dann Umsetzen zu Rechtfertigen. Wer Lesen kann ist klar im Vorteil! und wer sich erst mal bevor er auf die Straße geht die Vorderungen der Pegida durchlesen tut und noch selber Denken kann, merkt schnell das da was ganz anderes steht und sich nicht mit den forderungen der Demonstranten deckt!!!!! Die Menschen die dort auf der Straße gehen mögen aus ihrer Sicht das richtige tun und für ihre Vorderungen einstehen, aber Pegida ist was ganz anderes…sieht nur leider keiner! der Wolf im Schafspelz oder auch Trojanisches Pferd!

  5. Voluntarist sagt:

    Wow tolle Argumente die ihr hier vorlegt. Oh warte…sind ja garkeine vorhanden….Schade das ihr hier Kommentare ohne wirklichen Inhalt schreibt.

    WAS stimmt denn genau nicht?!

    Peace

  6. Florian Hohenwarter sagt:

    “ In einer Zeit, als politische Schlägertrupps durch die Straßen patrouliierten und Andersdenkenden und Andersmeinenden ihre Weltanschauung in den Leib prügelten. In einer Zeit, in der es kaum noch Ruhe und öffentliche Ordnung gab.“

    Das erinnert stark an die ANTIFA-SA!

  7. Hermann Messmer sagt:

    Du willst Flüchtlinge aufnehmen? Kein Problem wenn Du das willst. Mach doch einfach.
    Du willst keine Flüchtlinge aufnehmen? Kein Problem. Lass es einfach.
    Dieser einfache Gedanke ist den Demo-Gängern auf beiden Seiten nicht begreiflich zu machen. Sie gehen auf eine Demo um an die Mächtigen zu appellieren was Andere tun sollen.
    Lieber Demonstrant, Du hast gelernt, dass es gut ist dein Gesicht zu zeigen, für eine Sache zu kämpfen. Für eine gemeinsame Sache zu kämpfen. Die Gegendemonstranten tun exakt das Gleiche. Sie kämpfen auch für eine gemeinsame Sache. Der Trick dabei ist, das niemand für seine eigene Sache kämpft. Lieber Demonstrant, Du bist ein Soldat einer Partei und willst es nicht merken. Du appellierst an die Regierung, an die Medien, an eine EU. Aber nicht an Dich selbst. Menschen mit Argumenten hier erzählst Du irgendwas, aber nachdenken und auf die Argumente detailliert eingehen tust Du nicht.
    Das sollte Dich selbst verwundern und als Hinweis aufgenommen werden, das eine unbewußte Steuerung in Dir arbeitet. Gelernt von den Mitmenchen, den Eltern, der Schule….. Keiner will Dir was Böses. Die merken es nämlich selber nicht. Ihnen geht es wie Dir. So wie es mir früher ging.
    Hast Du dir jemals die Zeit genommen in dich reinzuhorchen, was du wirklich willst? Was Du selbst willst. Du selbst! Der Satz beginnt dann mit: ICH will…..
    Fernsehen, Fußball, Glückspiele, Pornos, Politik, Demonstrationen, Wahlen….. Du hast keine Zeit über Dich selbst nachzudenken. Du wirst gelebt. Mit Fernsehen, Fußball, Glückspiele, Pornos, Politik, Demonstrationen, Wahlen….
    Du könntest aber auch mal stattdessen abseits der Masse spazieren gehen und nachdenken. Dir würde vielleicht ein Licht aufgehen. Die Zauberwörter sind ICH und FREIER WILLE.
    Oder lies ein Buch. Zum Beispiel „Psychologie der Massen“ von Gustav LaBon. Gibt’s im Netz kostenlos. Schau dann Dich Massenteilchen mal so aus der Entfernung an. So wie die Mächtigen Dich ansehen. Adolf Hitler hat das Buch gelesen. Missbrauche dieses Wissen bitte nicht. Gebrauche es für Dein eigenes Leben. Halte Dich abseits von Massen auf. Warum steht in dem Buch.

    • Alexander Biersack sagt:

      Sie wissen was sie wollen, sie wollen die gegenwärtige Politik nicht. Viele kennen vielleicht die Lösung „Freiheit“ noch nicht.
      Und sie wollen zu den Demos gehen um ihre Unzufriedenheit zu zeigen und gleichgesinnte zu trefen.

    • Peter sagt:

      Die gehen auf die Straße um es zu verbieten Flüchtlinge aufzunehmen, weil die als Nachbarn davon betroffen sind. (zumindest deren Befürchtung) Die Befürchtung ist, dass die Zuwanderer ihren eigenen Machtapparat durchsetzen. Wenn die das nämlich tun, haben alle anderen, somit auch du ob du willst oder nicht, die Konsequenzen zu tragen. Eine unwahscheinliche aber durchaus mögliche Konstellation. Ist schließlich genau das, was gerade in der Ukraine passiert. Zuwanderer aus Russland wollen ihren eigenen Staat. Ob Sie es also wahr haben wollen oder nicht, die meisten Menschen finden eine Staatenlose existenz offenbar nicht gut. Aber es müssen natürlich immer irgendwelche Verschwörungen schuld daran sein(die es offenbar schon seit jahrtausenden und selbst in einem Bienenvolk existieren gibt).

  8. Hubi Stendahl sagt:

    Ich denke, dass der Verfasser die politischen Zusammenhänge schon ganz gut beschreibt. Hierfür reicht der Hinweis, dass Herr Bachmann von Pegida nun die Favorisierung der Vereinigten Staaten von Europa der Völker, Länder u.s.w. verlangt ohne explizit deutlich zu machen, was er darunter eigentlich versteht.

    Wie wäre es mit freien Staaten in einem Wirtschaftsverbund, was die Großmannssucht von Brüssel eindeutig untergraben würde.

    Nein. Dem Artikel mangelt es an der leicht verständlichen Beschreibung von Ursache und Wirkung.

    Im aktuellen kreditbasierten Geldsystem, das Herr Bachmann von der PEGIDA völlig außen vor läßt, ist ständige Expansion ( Verzinsung ) des stehenden nicht in der Wirtschaft direkt umlaufenden Kapitals erforderlich, damit es nicht zur Kreditkontraktion bzw. zur Liquiditätsfalle kommt und das System zusammenbricht.

    Dies geht am Anfang über Wachstum noch relativ einfach und es partizipieren fast alle Bevölkerungsanteile, weil das Wachstum hoch genug ist, um Wachstum und Zinserwartung des stehenden, nicht arbeitenden Kapitals zu bedienen. Mit zunehmender Sättigung der Märkte und aufgrund der Verzinsung des zunehmend mit zins-/ und Zinseszins angehäuften Kapitals ergibt sich zunehmend ein Ungleichgewicht, sodass am Ende auch der Mittelstand es nicht mehr schafft, die Zinsen für das stehende Kapital, das immer Weniger besitzen, zu erwirtschaften.

    Es kommt zu Verwerfungen wie wir derzeit sehen und am Ende zum Armaggedon.

    Insofern ist die Idee der Durchmischung autochtoner Menschen eine Idee das notwendige Wachstum für das System zu erhalten, denn eine sich reduzierende Bevölkerung hat zwangsläufig deflatorischen Charakter. Darüberhinaus will diese
    kleine Clique keinen Machverlust hinnehmen.

    Ist sicher unmenschlich, da man den sozioökonomischen Aspekt des Menschen der Macht einer kleinen Clique, den Leadern des Geldsystems opfert. Deshalb war auch Hitler nur die Wirkung, die Ursache ist vereinfacht oben beschrieben.

    Also Generation Smartphone erklärt diesen einfachen Zusammenhang und löst euch von euren verblödenden Apps. Bisher schlaft Ihr ja alle. Und Herr Bachmann solltle durch jemanden abgelöst werden, der genau dieses Problem auf seine Agenda schreibt, statt hohle Sprechblasen abzulassen. Der Islam ist nur hier, weil diese Clique ihn hierher gebombt habt. Die Gründe sind nun wirklich auch für jeden Idioten nachvollziehbar.

  9. MacPaul sagt:

    Think about that:

    „Jede verzweifelte Rebellion gegen einen Zwangs-Codex, gegen unterdrückende Ordnung und Ordentlichkeit („Je mehr Regeln, desto mehr Verstöße gegen Regeln.“) ist das Signum der Unterwerfung unter eben diese Ordnung! Laute Proteste gegen ein System sind Teil des Systems. Und wenn die Rebellen eines Terrorsystems in ihrem Verzweiflungskampf gegen dieses System sogar siegen sollten, werden sie dennoch von ihrer Unterwerfung unter dieses Systems eingeholt, in dem sie ein neues Terrorregime in einer anderen Farbe und mit einer anderen Sprachregelung und Wortwahl errichten. Was nur denen verborgen bleibt, die selber unter der Herrschaft einer kollektiven Zwangsneurose stehen.“

  10. Georg Schmidt sagt:

    Der Kommentar ist meines erachtens etwas dümmlich. Denn auch wenn die „Mittelschicht“ liberalere Zeiten will. Darf man die PEGIDA nicht schlechtreden. Denn egal was sie wollen, tun sie das Richtige, sie müssen im bestehenden System erst mal „was zu sagen haben“. Das müssen sie sich mit den Möglichkeiten erstreiten die ihnen das System bietet. Erst dann werden sie in der Lage sein auf das System einzuwirken, es zu verändern. Wie soll es anders gehen? Da bleibt nur wirklich „blanke Gewalt“.

  11. Gandalf sagt:

    Ich meine: Pegida in Dresden sind vorwiegend einfach Menschen, die ein unbestimmtes Gefühl ‚gegen‘ Willkür und Beliebigkeit haben und ein unbestimmtes Gefühl ‚für‘ Freiheitsthemen.

    Sie machen Fehler, formulieren ungeschickt, schiessen möglicherweise über ein Ziel hinaus, sind verschämt – und sind deshalb keine Ideologen. Das sollte jeden Freiheitsfreund hellhörig machen: Solche Menschen suchen Freiheit und Wissen – und brauchen Unterstützung darin.

    Wie viele Chancen hat die Freiheit noch?

    • funkeimdunkeln sagt:

      Meine Zustimmung!

      „Ich meine: Pegida in Dresden sind vorwiegend einfach Menschen, die ein unbestimmtes Gefühl ‘gegen’ Willkür und Beliebigkeit haben und ein unbestimmtes Gefühl ‘für’ Freiheitsthemen.“

      Es ist nicht nur ein „unbestimmtes Gefühl ‚gegen‘ Willkür und Beliebigkeit“, wir haben es hier schon mit einer klaren Staatsfeindlichkeit zu tun.

      „Zu fast 100 Prozent misstrauen die Antwortenden den Parteien, dem Bundestag, der Regierung und den Medien.“

      „Nicht einmal ein Viertel der Antwortenden findet, dass unser politisches System gut funktioniert.“

      https://www.tagesschau.de/inland/pegida-studie-103.html

      Das Problem besteht vor allem darin, dass den Menschen die Alternative zum allmächtigen Staat – nämlich die freie Gesellschaft nicht ausreichend bewusst ist. Das führt dazu, dass sie ihre Energie in die falschen Ziele stecken (Nationalismus, Kampf gegen Islamisierung).

      Und da ist es in unserer Verantwortung im Alltag, im persönlichen Gespräch mit unseren Mitmenschen das Bewusstsein für diese Alternativen zu schärfen und Gespräche über Freiheit führen. Mal mit Provokation, mal mit Einfühlsamkeit, jenachdem, wie es am Besten passt.

      Mirko

      • Acid sagt:

        Ich habe selbst etliche „stille“ Anhänger der PEGIDA im Familienkreis. Tatsächlich handelt es sich dabei um Menschen aus der Mittelschicht. Da ist aber wenig von Staatsfeindlichkeit zu spüren, es ist eher die schlichte Angst davor zu kurz zu kommen oder (aus persönlicher Sicht) Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. „Die wollen nur unser Geld“, „Die belästigen unsere Frauen und Mädchen“, „Die verkaufen doch alle Drogen“, „Irgendwann müssen wir alle Kopftücher tragen“, „Das sind doch zu 90% Verbrecher“. Argumentation beendet.

        Nach etwas mehr nachbohren kamen dann Sachen wie „Ich muss doch auch für meinen Lebensunterhalt arbeiten, wieso kriegen die alles geschenkt“, „Wir haben schon genug Probleme hier, warum holen wir uns noch zusätzlich welche ins Haus“ etc. etc.
        Verlustangst, die hier in Anfeindung und Agression umschlägt – gut anzuwenden auf wehrlose, besitzlose, entrechtete, namenlose Menschen. Da geht man keine Gefahr ein.
        In meinen Augen ein Armutszeugnis für die Bevölkerung eines der reichsten Länder der Erde – welches im übrigen auch noch stark von der Ausbeutung der Menschen in ärmeren, weniger gut gestellten Ländern profitiert (so gesehen ja schon ein kleiner Sieg der Herrenrasse…)

        Traurig vor allem, weil wir ja hier in der „freien westlichen Welt“ die Chance haben uns umfassend über jedes erdenkliche Thema zu informieren. Und dann so ein primitiver Kahlschlag.

        Aber es ist schon so: wer sich nicht ganz bewusst der indoktrination durch Medien/Werbung und Tagespolitik entzieht der wird kaum an einen Punkt kommen an dem er sich SELBSTÄNDIG informiert (und damit meine ich: nicht die Zeitung nehmen die am Kiosk ganz vorne liegt und die alle lesen, sondern auch mal ein ernsthaft kritisches, ruhig auch mal ein „extremes“ Blatt zur Hand nehmen. Eben über den Tellerrand schauen. Einmal nicht nur über die „alternativlosen“ Konzepte der etablierten Parteien zu plaudern die diese im 3-Minuten-Interview der Tagesthemen präsentieren, sondern auch über unkonventionelle Lösungsmöglichkeiten nachzudenken und deren Vor- und Nachteile abzuwägen. Vielleicht auch einmal über das Smalltalk-Level hinauszugehen und mit Freunden/Bekannten/Kollegen über politische, ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu reden statt über Werkstattkosten, das neue Smartphone oder die erfolgreiche Schnäppchenjägerei).

        Vielleicht sind wir schon ein bisschen ZU frei in dieser Hinsicht. Wenn nämlich die Menschen ihre Freiheit in der Art nutzen, einfach komplett auf die Gesellschaft zu scheißen zu der sie nun mal gehören, und sich nicht mehr (oder nur noch oberflächlich) dafür interessieren ob und wie diese funktioniert (außer natürlich sie selbst erleiden dadurch subjektiv empfundene Nachteile) dann kann man schon darüber nachdenken ob solche gesellschaftsrelevanten Themen nicht stärker und vor allem breiter gefächert in die Schulen einzug halten sollten (meiner Meinung nach absolut wichtig!), oder ob es vielleicht eine Art politischen Fachtest geben sollte um wählen/gewählt werden zu dürfen…
        (ja, ich sagte wählen – mit dem Konzept des Voluntarismus der in diesem Forum propagiert wird habe ich mich noch nicht umfassender auseinandergesetzt. Werde ich noch tun, da mir diese Option nach den Versatzstücken die ich gelesen habe jedenfalls schon interessant erscheint. Ich habe im ersten Moment zwar Zweifel an der Praxistauglichkeit, vielleicht liege ich damit aber auch falsch. Mal sehen.)

        PEGIDA jedenfalls schürt in meinen Augen schlicht Vorurteile, Angst und Hass, setzt sich damit für die Verdummung und Verrohung der Bevölkerung ein. Mit dem Gedanken die politische Richtung nach rechts hinten einzuschlagen. Keine Entwicklung. Nichts Neues. Nichts Besseres. Völlig uninteressant letztlich für jeden Menschen der mal unvoreingenommen darüber nachdenkt was das bedeutet, und der nicht dauerndes Mitglied der Herrenrasse ist (jaja, die Gnade der Geburt…).

        PS: mit dem Bildvergleich bin ich nicht einverstanden. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam durch die Fragestellung „Ist der Islam böse?“ wie bspw. Cicero getitelt hat oder auch schlicht eine verschleierte Frau auf dem Cover als Illustration irgendeines islambezogenen Themas und ein „Der ist Schuld am Krieg“ oder ein „Juden Komplott gegen Europa“ haben schon noch mal eine ganz andere Qualität, und man kann im ersteren Fall sicherlich nicht von (negativer) Propaganda reden, sondern allenfalls von kritischen Fragen. Und diesen sollte man sich stellen.

        Ein Weglaufen oder Schweigen sorgt doch in diesem Moment für nichts anderes als die Erkenntnis: die haben eigentlich keine Ahnung was sie wollen – oder können es selbst nicht nachvollziehbar erklären. Todesurteil für jede Bewegung, jede Sache, jede Überzeugung. Wer sich nicht verständlich machen kann wird auch nicht verstanden, und ist damit vor dem Pöbel zum Abschuss freigegeben. Und dann kam PEGIDA…
        (wobei ich bei den Moslems in diesem speziellen Fall keine Schuld sehe. Erklärungen, die Anschläge verurteilen usw. werden schlicht nicht beachtet, später dann mit provokativer Ignoranz gefragt: „wo war die Distanzierung von diesen Anschlägen?“. Viele Leute interessieren sich garnicht für die Hintergründe dieser Religion, oder die Meinung der ihr angehörenden Menschen, sie lesen nur „Terroranschlag“ und „Islamisten“ und haben sich ihr Weltbild damit schon zurechtgelegt. Wer braucht schon Hintergrundwissen wenn er die Bild hat…)

  12. Je sui moi sagt:

    Die Jungs sind doch viel angenehmer als Pegida, stimmts?

    Super Musik – Aufrufe zum Frieden …

  13. TommyCasagrande sagt:

    Die Behauptung, die Unterschicht sei kein Opfer des Staates sondern ausschließlich die Mittelschicht ist sowas von falsch. Die Behauptung, die Mittelschicht werde von beiden Seiten attackiert ist bodenlos falsch.

    Die Mittelschicht hat den Staat dazu benutzt, eine zunehmende Unterschicht zu produzieren. Die etablierte Arbeiterschaft (aus der Mittelschicht) ist an Gesetzen zur Steigerung oder Erhaltung der Löhne interessiert. Insofern nimmt die Unterschicht zu. Dass diese durch Transferleistungen nicht besser da steht, als wenn es einen freien Markt gäbe, der ihnen die Möglichkeit steigenden Wohlstandes böte, sollte eigentlich nicht mehr erklärt werden müssen.

    Ich finde es bedauerndwert, dass man hier einen solchen Quatsch lesen muss. Seit den 60ern wird eine Politik der Arbeitsmarktausgrenzung für Geringverdiener betrieben an denen die Mittelschicht maßgeblich beteiligt ist und natürlich dazu führt, dass die Mittelschicht zugleich auch weiter ausdünnt. Das ist ja eine Grundlage warum die Einkommen auch auseinander driften.

    Die Mittelschicht als heilige Gruppe darzustellen ist das falscheste was man tun kann. Die Mehrheit von ihnen setzt sich für staatliche Regulierungen ein, die eine Behinderung am Arbeitsmarkt darstellen.

    • Hermann Messmer sagt:

      Es gibt Menschen die an den Staat Nettozahler sind. Es gibt Menschen die Nettoempfänger sind.
      „Die Mittelschicht hat den Staat dazu benutzt….“. Schublade auf, Menschlein rein, Schublade zu. Der Mensch interessiert dabei nicht. Ich finde das schade.
      Wenn ich deinem Denkmuster aber folgen möchte: Egal in welche Schicht Du den einzelnen Menschen stecken möchtest, alle „Schichten“ setzen sich für staatliche Regulierungen ein.

  14. Rudolf Engemann sagt:

    Bewegungen wie Pegida sind nicht primär Bewegungen gegen eine andere Gruppe, den Islam, oder gegen Ausländer pauschal, oder gar gegen die Freiheit, sondern gegen Herrschaft. Und sicher ist das einigen innerhalb der Bewegung überhaupt nicht bewusst und es mag sein, dass einzelne Menschen tatsächlich erst einmal gegen den Islam oder gegen Ausländer sind. Aber tatsächlich stehen die Menschen auf gegen Herrschaft und es ist essentiell für den Staat, dass er es so aussehen lässt, als das es gegen Ausländer ginge oder gegen den Islam, denn wenn immer mehr Menschen mitkriegen, dass es letztlich gegen ihn, gegen Herrschaft als solches geht, dann ist es bald aus mit der Herrschaft. Wenn Kultur nicht mehr effektiv die Menschen auf Kurs halten kann, wird der Staat totalitär. Selbst wenn Menschen geschlossen aufstehen und auf die Straße gehen würden, würde ihr Widerstand in der Presse anders dargestellt, infiltriert und in der Folge gewaltsam niedergeschlagen. Die Politiker sind außer Rand und Band. Hin und her geworfen zwischen ihren Befehlen aus den höheren Führungsebenen und ihrer eigenen Angst, eines Tages ohne Personenschutz den durch sie betrogenen, belogenen, ausgeraubten und vergewaltigten Menschen in die Hände zu fallen, tun sie alles, um ihre Herrschaft zu bewahren. Sie werden eher alles in Schutt und Asche legen, als ihre Herrschaft aufzugeben. Die Menschen haben leider noch nicht erkannt, dass immer Gewalt nötig ist, um gewalttätige Herrscher loszuwerden. Eines der größten Schachzüge der Herrscher überhaupt war und ist, Gewalt als grundsätzlich böse darzustellen, mit der einzigen Ausnahme, dass die Herrscher selbst Gewalt anwenden dürften. Gewalt um Herrschaft zu beenden und Freiheit wieder herzustellen ist niemals böse. Vor einem Vergewaltiger darfst und musst du dich verteidigen, sonst wird dein Leiden endlos sein.

  15. LiberteToujour sagt:

    Man kann die Pegida Bewegung ignorieren, oder bekritteln, oder auch – wie die eingekauften Politik – Darsteller – diffamieren und kriminalisieren. Vergessen wird dabei aber, die Pegida Leute gehoeren zu den Edelsten des Volkes. Die Edelsten wehren sich, beugen sich nicht, begehren auf gegen Ungerechtigkeit und Sklaverei, und das gegen alle Gewalt und Diffamierung die ausgeht von angestachelten Links Demonstranten, den Journaille-Lakeien der Lizenz Medien, und unter der Gedanken-Krake der Zensur, d.h. Politische Korrektheit. Die wohlfeilen wortreichen Beitraege der vielen Akademisierten zu diesem Thema sind billig. Sobald die wirtschaftliche und nationale Situation untragbar wird werden auch die Zoegerer auf die Strasse gehen, und sich Pegida und anderen Bewegungen anschliessen. Beispielsweise wird die europaweite Umvolkungs-Strategie der internationalen Strippenzieher, ausgefuehrt von den beauftragten Politik-Darsteller, sich umkehren. Sobald die Verelendung breiter Massen unumkehrbar ist, die wirtschafltiche Situation unumkehrbar in das Desaster muendet, werden die Politik-Darsteller ihre Haut zu retten versuchen: Entweder indem diese einen Nationalismus das Wort reden und die Fremdlaendischen als Ziel gebrauchen um die aufgestaute Wut der Massen von sich abzulenken, oder aber um die Fremdlaendischen (Orientalen) aufzustacheln und damit die Einheimischen fortwaehrender Angst und Einschuechterung auszusetzen. Letzteres ist bereits die derzeite Strategie, aber das Pendel kann jederzeit wieder zurueckschwingen. Vor diesem Hintergrund finde ich die wohlfeilen Beitraege wider Pegida billig und kurzsichtig. Nocheinmal, die Pegida Leute gehoeren zu den Edelsten des Volkes, diese haben den Mut gegen alle Widerstaende fuer ihre Meinung zum Wohl der Heimat und der Landsleute einzustehen. Feiglinge, Mitlauefer und Opportunisten gibt es schon genug hierzulande!

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