Ist George asozial ?! (Video)

On 13. Juli 2015, in Videos, Voluntarismus, by FreiwilligFrei
„George ought to help!“ ist ein besonderes Video. Tomasz Kaye, auf youtube auch als bitbutter bekannt, produzierte es, um einfach und anschaulich den Kerngedanken des Voluntarismus zu vermitteln.
Das gelang ihm so gut, dass sein Video innerhalb kürzester Zeit eine ungewöhnlich weite Verbreitung und hohe Zahl an positiven Bewertungen fand.
Wir halten seine Arbeit für so gut, dass wir sie unbedingt auch dem deutschen Publikum zugänglicher machen wollten. Wir haben es nun fertig übersetzt und synchronisiert und sind sehr stolz auf das Ergebnis.

 

Nun viel Spass mit „Ist George asozial ?!“

 
 
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35 Responses to Ist George asozial ?! (Video)

  1. Das Beispiel ist nicht nur zu stark vereinfachend, sondern definitiv falsch. Niemand wendet im Steuerverfahren Gewalt gegen eine Person an. Schon gar nicht mit Pistolen und Sturmgewehren (manipulative Steigerung wie beim Hollywood Film). Die starke Vereinfachung und die Ausblendung, warum Steuern für eine moderne Gesellschaft wichtig sind, ist unverantwortlich. Frei denken sollte nicht primitiv denken. Ich kenne keinen, der Steuern für eine Schulbildung nicht gut heißen würde. Auch Chancengleichheit ist objektiv für jeden sinnvoll. So schön und einfach die Idee ist, die hinter diesem Filmchen steht, funktioniert nicht, nämlich dass jeder nur freiwillig Steuern zahlen soll ist genauso unpraktikabel wie der Kommunismus. „Jeder gibt so viel, wie er freiwillig möchte“ ist genauso naiv wie „Jeder nach seinen Bedürfnissen“. „Frei denken“, sollte auch ein seriöses Auseinandersetzen mit dem Thema beinhalten und die Gedanken von anderen Menschen aufnehmen, die sich mit diesen Themen schon beschäftigt haben und nicht beim Nullpunkt anfangen. Eine kurze und übersichtliche Zusammenfassung zum Thema Staatsaufgaben und Staatsfinanzierung (sog. Finanzwissenschaft) findet man z.B. auf http://www.finanzwissenschaft.org

    • FwF-sandman sagt:

      Michael,

      wenn ich meine Steuern nicht zahlen will, weil ich Besteuerung für ungrechtfertigten Diebstahl halte, dann passiert genau was?

      Es gibt Zwangsmittel!!!!

      Wenn ich auch die nicht als rechtmäßig ansehe, bekomme ich Besuch. Wehre ich mich gegen diesen Hausfriedensbruch, kommen in letzter Konsequenz Pistolen zum Einsatz.

      “ Ich kenne keinen, der Steuern für eine Schulbildung nicht gut heißen würde.“

      Kaum einer hier würde Besteuerung für Schulbildung gut heißen, weil der Zweck eben nicht die Mittel heiligt.

      Beim Parlamentarismus als Legitimationsbasis der Besteuerung geht es nur um Macht.

      Zuerst ist es sinnvoll das „demokratische Prinzip“ vom „Mehrheitsdiktat“ abzugrenzen, will man das Wesen des Parlamentarismus verstehen.
      Ersteres gilt in jedem Kaninchenzüchterverein. Durch Beitritt unterwirft man sich FREIWILLIG der Vereinssatzung und der im Verein geltenden Regeln. Durch eine simple Kündigung kann man sich dieser Satzung wieder entziehen, wenn sie einem nicht mehr gefällt. Wieder ganz FREIWILLIG.

      Der Parlamentarismus ist eine Herrschaftsform, welche einzig und allein dem Machterhalt dient. Man zwingt durch den Prozess der parlamentarischen Wahl den Willen der Mehrheit der Minderheit auf, selbst wenn diese gar nicht mit abgestimmt hat. Dieses Mehrheitsdiktat ist moralisch überhaupt nicht zu rechtfertigen.

      Die Begründungen derer, die dieses Prozedere „gut“ heißen, basieren ausschließlich auf subjektiven Meinungen, wie Menschen miteinander zusammenzuleben hätten. Aus welchem objektiven Grund sollte die Meinung eines Menschen einen höheren Wert haben, als die Meinung eines anderen?

      Subjektive Begründungen für Herrschaft sind also indiskutabel, hat man ein Interesse an einer Gesellschaft, die keinen moralischen Unterschied zwischen Individuen macht.

      Können wir Rechte delegieren, die wir selbst gar nicht besitzen?

      Kann eine Mehrheitsmeinung eine Handlung „gut“ machen?

      Fragen über Fragen, denen unsere Politiker und auch der gemeine Gutmensch aus guten Gründen aus dem Weg gehen.

      Lieber Michael, die meisten hier sind Anarchisten und lehnen Herrschaft eben grundsätzlich ab.

      • Hallo Sandman,

        es bleibt festzuhalten, dass es Zwangsmittel in der dargestellten Form nicht gibt. Wenn jemand nicht zahlt werden sicherlich Pfändungen durchgeführt. Gewalt kommt aber nicht zum Einsatz – geschweige denn Waffengewalt.

        Uns Menschen zeichnet eine Gemeinschaft aus in der wir leben und durch die wir außerordentliches geschaffen haben. Ja, das grenzt uns ab von Tieren. Unsere zivilisierte Gesellschaft hat sicherlich viele Annehmlichkeiten hervor gebracht, ohne die wir nicht mehr leben könnten. Das ganze wäre ohne einen Rechtsstaat nicht möglich. Das sollten wir nie vergessen. Wir sehen leiser alles als selbstverständlich an, kritisieren gerne und stellen alles in Frage.

        Wer ernsthaft und verantwortlich etwas in Frage stellt, sollte sich mit dem Thema beschäftigen (Finanzwissenschaften). Fragen zu stellen auf denen es schon Antworten gibt, sind nicht sinnvoll. Wenn man aus ideologischen Gründen aber unliebsame Antworten nicht hören will oder unterdrückt, dann ist das nicht besser als das was man meint bekämpfen zu müssen.

        Die Demokratie kann es tatsächlich nicht jedem Recht machen. Insofern ist sie nicht perfekt. Aber es gibt wohl kein besseres System, weil so die meisten Menschen zumindest es Recht gemacht bekommen. Wobei natürlich die Rechte der anderen nur insoweit beschnitten werden dürfen als unbedingt notwendig und keine Menschenrechtsverletzungen vorliegen.

        Das Problem der unendlichen Freiheit gab es schon immer, denn niemand kann in einer Gesellschaft unendlich frei sein. Die Nachteile werden aber durch die Vorteile der Gesellschaft mehr als kompensiert. Und das wird wohl auch keiner ernsthaft bestreiten wollen. Gemeinsam sind wir stark. Wir sollten uns vielmehr um unsere Gemeinschaft bemühen und unser Ego nicht so wichtig nehmen. Denn das bringt uns voran!

        • FwF-sandman sagt:

          Hallo Michael,

          ich heiße Hauke. Es ist ja doof, wenn ich weiß, wie Du heißt, aber umgekehrt nicht. Hier reden wir uns in der Regel mit „Du“ an. Wenn es Dir nichts ausmacht, würde ich das hier gerne auch so handhaben, wenn nicht, ist das natürlich auch ok.

          „es bleibt festzuhalten, dass es Zwangsmittel in der dargestellten Form nicht gibt. Wenn jemand nicht zahlt werden sicherlich Pfändungen durchgeführt.“

          Können wir einen Augenblick bei diesem Punkt bleiben? Sagen wir mal, ich würde meine Steuern kürzen, weil ich den humanitären Auslandseinsatz deutscher Soldaten nicht finanzieren möchte. Nun bekomme ich einen Brief, dann weitere. Irgendwann werde ich irgendwohin vorgeladen. Gehe ich nicht hin, klingelt irgendwann jemand. Mache ich nicht aufm kommen die mit Verstärkung wieder. Wenn sie dann meine Tür aufbrechen und ich beginne mein Eigentum mit den nötigen Mitteln zu verteidigen, dann kommen in letzter Konsequenz Waffen zum Einsatz. Sind wir uns da einig?

          Der Staat bricht Widerstand mit Gewalt, wenn es nötig ist. Stimmt das?

          • Hallo Hauke,

            nein, es ist nicht so. Das ganze ist viel humanitärer. In der Regel wird Dein Konto gepfändet. Es kommt eher selten zu Sach-Pfändungen. Bei einer Pfändung muss man Dir alles Lebenswichtige belassen. Der Vollziehungsbeamte nimmt nur mit, was zum Leben entbehrlich ist und außerdem von Wert ist. Es gibt also keine Gewalt. Mir ist zumindest kein einziger Fall bekannt.

            Du darfst die Dinge auch nicht verdrehen. Es gibt Spielregeln wie bei „Mensch ärgere Dich nicht“. Du bekommst Steine zum Spielen. Und Du bekommst Sie nur, weil Du am Spiel teilnimmst, wie beim Eigentumsrecht, was Dir der Staat garantiert. Voraussetzung ist für jeden Teilnehmer sich an die Regeln halten, sonst funktioniert das Spiel nicht. Wenn es Dir z.B. nicht gefallen sollte, dass Dein Mitspieler Dich aus dem Spiel wirft, weil er z.B. ein Soldat ist und Du Deinen Stein mit Gewalt verteidigst, dann bist DU derjenige, der Gewalt anwendet. Du verletzt die Regeln. Das Spiel sieht nicht vor, dass ein Spieler seinen Stein, den er vorher erhalten hat, mit Gewalt verteidigen darf. Nur der Schiedsrichter hat das Recht das Spiel zu regulieren.

            Und mal ganz ehrlich, meinst Du ein Staat mit Millionen von Bürgern funktioniert, wenn jeder, der nur einen Punkt am Staatshaushalt für nicht richtig hält, keine Steuern mehr bezahlen braucht? Alleine schon der Gedanke keine Steuern mehr zu bezahlen müssen, würde mich und die meisten anderen Gründe genug finden lassen.

            Es steht jedem übrigens völlig frei keine Steuern zu bezahlen. Man muss nicht arbeiten gehen. Viel mehr noch, der Staat bezahlt Dir dann eine Wohnung und Dein Essen. Also wenn jemand aus Überzeugung keine Steuern zahlen möchte, es gibt einen Ausweg – auch ohne gleich Auszuwandern.

            Ein Staat wird es nie jedem Recht machen. Dennoch haben wir ein Staat, der in der Welt seines gleichen sucht. Schau Dich doch mal um. In welchem Land würdest Du gerne leben wollen? Die Staaten sind Deutschland wahrscheinlich sehr ähnlich. Es gibt keinen Hunger und keinen Krieg. Vielmehr gibt es die Möglichkeit sich politisch zu engagieren und den Staat durch Wahlen zu gestalten. Wann gab es schon einmal solche Zeiten in der Geschichte? Dafür haben unsere Vorfahren lange gekämpft. Man sollte das nicht vergessen! Es gibt sicherlich viel zu verbessern. Aber nicht in dem wir alles abschaffen und auch alles Positive dadurch verlieren. Leider sind die Antworten nicht so einfach.

          • FwF-sandman sagt:

            Michael,

            wir reden noch völlig aneinander vorbei. 🙂

            „nein, es ist nicht so. Das ganze ist viel humanitärer. In der Regel wird Dein Konto gepfändet. Es kommt eher selten zu Sach-Pfändungen. Bei einer Pfändung muss man Dir alles Lebenswichtige belassen. Der Vollziehungsbeamte nimmt nur mit, was zum Leben entbehrlich ist und außerdem von Wert ist. Es gibt also keine Gewalt. Mir ist zumindest kein einziger Fall bekannt.“

            Weil jeder das gesetzte Recht des Staates akzeptiert. Was ist, aber wenn auf meinem Konto nichts zu holen ist, weil ich mein Geld zu Hause habe und niemanden reinlasse? Wenn die mit dem Schlüsseldienst kommen und die Tür aufbrechen wollen, stoppe ich sie mit geeigneten Mitteln. Das kann auch eine 9mm sein. Ich schildere das jetzt sehr drastisch, also bitte nicht erschrecken, ich will nur spielen.

            Ein Gewaltmonopol, dass nicht bereit ist, sein „Recht“ (was immer das ist) letztendlich mit Gewalt durchzusetzen, ist geliefert. Wenn ich mich bis zur letzten Konsequenz widersetze, knallt es.

            Bevor wir das nicht zumindest theoretisch hier etablieren können, bringt ein weiterer Schritt nichts.

            „Du bekommst Steine zum Spielen. Und Du bekommst Sie nur, weil Du am Spiel teilnimmst, wie beim Eigentumsrecht, was Dir der Staat garantiert.“

            Estens nehme ich am Spiel nicht teil, weil ich den Staat nicht durch konkludentes Handeln (Stimmabgabe) legitimiert habe eine Regierung zu bilden. Trotzdem herrscht er über mich, indem er mir durch das Mehrheitsdiktat, für das es keine Rechtfertigung gibt, den Willen der Mehrheit auf.

            Zweitens garantiert der Staat mein Eigentum nicht, sonst könnte er ja nicht besteuern. Er tritt als letzter Entscheider in allen Konfliktfällen auf, leider auch dann, wenn er selbst Verursacher des Konflikts ist. Somit setzt er Recht und ändert es, wenn nötig.

            „Voraussetzung ist für jeden Teilnehmer sich an die Regeln halten, sonst funktioniert das Spiel nicht.“

            Anarcho-Kapitalisten wie ich, wollen dieses Spiel ja gar nicht mitspielen. Wir werden nur leider dazu gezwungen.

            „Du verletzt die Regeln. Das Spiel sieht nicht vor, dass ein Spieler seinen Stein, den er vorher erhalten hat, mit Gewalt verteidigen darf. Nur der Schiedsrichter hat das Recht das Spiel zu regulieren.“

            Wir bestreiten die Rechtmäßigkeit der Regeln und die Legitimität desjenigen, der sie aufstellt. Meinen Schiedsrichter suche ich mir lieber selbst.

            „Es steht jedem übrigens völlig frei keine Steuern zu bezahlen. Man muss nicht arbeiten gehen. Viel mehr noch, der Staat bezahlt Dir dann eine Wohnung und Dein Essen. Also wenn jemand aus Überzeugung keine Steuern zahlen möchte, es gibt einen Ausweg – auch ohne gleich Auszuwandern.“

            Das ist aber wieder nur das Recht, dass der Rechtsmonopolist für uns vorgesehen hat.

            Deine ganze Argumentation ist ja völlig richtig, wenn man sich auf der Grundlage des Parlamentarismus bewegt.

            Wenn wir das zusammen aufdröseln wollen, müssen wir zwischen „Recht“ und „gerechtfertigt“ differenzieren.

          • Peter sagt:

            Bei Recht und Gerechtigkeit kann ich helfen. 🙂
            Recht ist das, was in einer Gemeinde eine durchsetzbare Norm ist. Es ist also vollkommen egal ob vom Staat oder eine Gruppe. Es sind in jedem Fall Zwänge, die auf das Individuum wirken. Eure ganze Rechnung geht aslo nur auf, wenn plötzlich alle Menschen gleich geschaltet wären. 🙂 Ansonsten ist es neuer Wein in alten Schläuchen. So wie die Naturvölker auch schon Vernichtungskriege geführt haben usw. Gerechtigkeit ist sehr allgemein, ein Kommunist wird darunter die gleichmäßige Verteilung verstehen, die man natürlich nur mit Gewalt hin bekommt (weil nicht jeder Mensch gleich ist). Ein Liberaler wieder etwas ganz anderes… Ich würde Gerechtigkeit einfach als individuelle moralisch richtige Norm und Handlungsweise definieren. Zum einen weil man von Fall zu Fall betrachten muss und es da keine einfache Formel für gibt. Zum anderen weil nicht jeder Mensch gleich ist und das somit immer etwas anders sehen kann.

          • Peter sagt:

            *alter Wein in neuen Schläuchen natürlich. 😀

          • nlen sagt:

            „Eure ganze Rechnung geht aslo nur auf, wenn plötzlich alle Menschen gleich geschaltet wären.“

            Die Rechnung ist ja nur, dass es kein Gewaltmonopol gäbe und nun keiner mehr hingehen kann und einen Anwalt oder ein Gesetz abverlangen kann, um kostenlos irgendein Privileg einzuheimsen. Wenn jeder für seine Korruption selbst aufkommen muss, dann kommt keiner mehr auf die Idee, ein ganzes Gewerbe zu bestreiken oder das Klima zu beforschen oder in Afghanistan einzurücken.

          • Peter sagt:

            Als ob es plötzlich keine Menschen mehr gibt, die versuchen Gewaltmonopole aufzubauen. Daher wird das so eh nie kommen. Nur, dass man überhaupt nix mehr zu sagen hat, wenn es schlecht kommt. So wurden immerhin die AKWs abgeschaltet, weil die Mehrheit des Volkes es so wollte und der Rest liegt einfach daran, dass sich so wenige politisch dafür engagieren um Druck zu machen. Das ist ja gerade der Trick an der Sache, dass die Herrschenden hier in Abhängigkeit stehen, das war nicht immer so. Wir sind hier über 220 Einwohner pro km², die leben natürlich auf einmal alle in kleinen Grüppchen nebeneinander und wollen ihre Macht nicht ausbauen. Auch gibt es keine Konflikte wo die Mächtigen die weniger Mächtigen schlucken. Natürlich… Und warum soll man nicht forschen? Damals hatte man sich keine Gedanken gemacht und das Mammut ausgerottet, ist doch gut, dass die Staaten heute weitere Ausrottungen verhindern. So ist die Macht wenigstens zu was nütze.

          • PM sagt:

            Und ob hier Gewalt incl. Waffen zum EInsatz kommen, kenne persönliche Fälle (wohlgemerkt mehrere) in denen das passierte!
            Aber es ist schon eine einseitige Betrachtungsweise, ich wünsche George nur das er NIE in eine Notlage kommen möge in der er Auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Spätestens dann wird er sich wünschen das sein Gegenüber eine soziale EInstellung besitzt.
            Egoismus und Gier sind nun einmal keine positiven EIgenschaften!

          • michael sagt:

            moment.

            „ich wünsche George nur das er NIE in eine Notlage kommen möge in der er Auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Spätestens dann wird er sich wünschen das sein Gegenüber eine soziale EInstellung besitzt.“

            deine aussage impliziert, dass sozial zu sein, gewalt beinhalten kann.
            wenn du ausgeraubt wirst und das geld wird teilweise dazu benutzt, jemaden zu helfen…: ist der raub der passiert eine soziale handlung?

            du nennst es gier, wenn jemand sein geld behalten will und nicht ausgeraubt werden möchte, nennst es aber keine gier,sich das geld fremder menschen aneignen zu wollen???

            ich sehe da nur widersprüche.

            meine aussage ist: sozial sein, kann NUR auf freiwilliger basis sozial genannt werden.
            fremden menschen das erarbeitete geld rauben zu wollen, nennst du sozial und hilfe.

            erkläre mir bitte, wie das sinn machen soll.

    • Stefan sagt:

      Hallo Michael,

      Anarchie ist ja nicht beim Nullpunkt anfangen, sondern eine Weiterentwicklung. Zuerst gab es Monarchien, da hat einer geherrscht (oft ein psychopathischer Wahnsinniger), dann gab es auch Oligarchien, da haben ein paar Leute geherrscht, dann kam die Demokratie, da herrschen sehr viel oder eine Mehrheit über die Minderheit und dann kommt die Anarchie. Da herrschen alle über sich selbst und keiner mehr über andere.

      Bevor die Demokratie eingeführt wurde haben alle gesagt das funktioniert nicht. In der Tat setzt auch die Demokratie eine gewisse philosophische Basis voraus. In der Demokratie muss den Menschen schon klar geworden sein, dass sie selbst, also „normale“ Menschen, Gesetze machen können und die Menschenrechte sollten von der Mehrheit eingehalten werden. In Ländern, in denen die Menschen noch denken ein Gott hat ihre Gesetze gemacht, funktioniert noch nicht mal Demokratie (siehe arabischer Frühling).

      Damit Anarchie funktioniert muss nach meiner Meinung eine bedeutende Mehrheit jegliche Gewalt gegen andere ablehnen und man akzeptiert keinerlei Herrschaft über einen selbst und übt natürlich auch keine Herrschaft über andere aus.
      Das ist relativ einfach. Wenn eine bedeutende Mehrheit diese philosophische Grundlage verinnerlicht hat und auch darauf sensibilisiert ist, würde auch nicht so etwas wie ein Machtvakuum entstehen, wenn der Staat und jegliche andere Herrschaftsform erst mal weg sind. Leute die dann sofort wieder neue Machtstrukturen aufbauen wollen, würden schlicht keine Anhänger finden und die Menschen würden deren Machtanspruch von Anfang an nicht akzeptieren.

      Zu der jetzigen Staatsfinanzierung:
      All das was die Menschen wirklich wollen, was aktuell der Staat über Zwang macht, würden sie natürlich auch freiwillig machen ohne Staat. In dem was du bis jetzt hier geschrieben hast, bringst du zum Ausdruck, dass deiner Meinung nach gemeinschaftliche Projekte nur über Zwang möglich sind. In diesem Autoritätsglauben und dieser Obrigkeitshörigkeit wurden wir alle erzogen. In Wirklichkeit kann man aber alles machen, auch ohne Obrigkeit und Zwang. Wie wäre es denn mal damit, wenn man versuchen würde die Menschen zu begeistern oder zu überzeugen oder zu motivieren, wenn man größere gemeinschaftliche Projekte durchführen will. Begeistern, überzeugen und motivieren wären natürlich ganz neue Kulturtechniken die man dann erlernen müsste 😉

      Gruß Stefan

      • Peter sagt:

        „In dem was du bis jetzt hier geschrieben hast, bringst du zum Ausdruck, dass deiner Meinung nach gemeinschaftliche Projekte nur über Zwang möglich sind. “

        Mich würde mal interessieren was du denn schon alles so realisiert hast um das zu wissen? Meine Erfahrung ist, dass der Mensch oberhalb von 6 Menschen die auf einer „Wellenlänge“ sind schon überfordert ist. Selbst wenn alles gemeinschaftlich (was ja keine Selbstverständlichkeit ist) angestrebt wurde. Da muss ich ihn schon recht geben. Das fängt dann bei Kleinigkeiten wie Schuhe putzen an. Da beginnt schon der Krieg. 😀

        • Stefan sagt:

          Ich hatte schon mal ein Unternehmen mit mehr als 6 gleichberechtigten Partnern. Wegen Schuhe putzen hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie Krieg, ganz davon abgesehen dass ich überhaupt noch nie Krieg hatte.

          Aber was willst du eigentlich mit deinem Kommentar ausdrücken? Dass es vollkommen legitim ist andere Menschen zu irgendwas zu zwingen?

          Vielleicht ist ja auch dein Problem, dass du meinst ohne Herrschaft und Zwang ist keine Koordinierung von Gruppen mehr möglich. Das sehe ich nämlich anders. In der gesamten Privatwirtschaft funktioniert das ohne Zwang und Herrschaft. Da mache ich überall freiwillig mit. Ich ordne mich da auch freiwillig einem Projektleiter, Abteilungsleiter oder einem Chef unter, damit ein größeres Projekt funktioniert. Das ist für mich weder Zwang noch Herrschaft, weil ich da auch jederzeit wieder aussteigen kann wenn es mir nicht gefällt. Auf diese Weise kann z.B. hier in Deutschland ein Unternehmen wie VW 500.000 Mitarbeiter koordinieren. Und bis jetzt ist das noch nicht wegen Schuhe putzen zusammengebrochen 😉

  2. funkeimdunkeln sagt:

    Hallo,

    zunächst einmal möchte ich mich vorstellen, ich bin Mirko und komme im Laufe intellektuellen Weiterentwicklung zu einer immer größeren Wertschätzung libertärer und voluntaristischer Ideen. Ich hoffe, dass ich hier einige weitere Anregungen bekomme und bin gespannt auf eure Meinungen.

    Ein Kommentar zu der Meinung von Michael Schröder: Sie zeigt aus meiner Sicht sehr schön auf, wie raffiniert die Politik es manchmal versteht die Anwendung von physischer Gewalt zu verdecken. Michael erklärt zum Beispiel, dass die Steuerpfändung viel „humanitäter“ sei als hier beschrieben, weil demjenigen, dessen Güter gepfändet werden, die lebenswichtigen Dinge erhalten blieben. Diese Vorstellung beruht natürlich auf der Vorstellung eines „Existenzminimums“, welches jedem Bürger des Staates aufgrund der „Würde“ des Menschen zusteht. Und aufgrund der martialischen Gewalt des 2. Weltkrieges ist es unbedingt notwendig die „Würde“ des Menschen zu achten, woraus der Staat zumindest hier in Deutschland einen Großteil seiner Legitimation ableitet.

    Erschwerend kommt noch ein Faktor hinzu, den man leicht übersieht, wenn man sich nicht Klarheit und Disziplin im Denken angewöhnt hat. „Humanität“, „Existenzminimum“, „Würde“ usw. sind reine Wertbegriffe. So etwas wie ein „Existenzminimum“ gibt es einfach nicht. Das haben sich irgendwelche Leute ausgedacht, die finden die Idee ganz gut und jetzt wollen sie, dass diese Idee möglichst weite Verbreitung finden. Dies tun sie, indem sie bestimmte Regeln für Zwangsvollstreckungen aufstellen, bei denen sie jedoch „Humanität“ walten lassen. Darum finden sie auch diese Regeln ganz gut.
    „Gewalt“ hingegen ist etwas, was man auch ganz wertfrei feststellen kann. Die Zerstörung meines Türschlosses als Folge meiner Weigerung den Vollstreckungsbeamten ins Haus reinzulassen, ist etwas Reales. Man kann das gerechtfertigt finden oder auch nicht, das ist dann die nächste und vor allem eine andere Frage.

    Sich diesen Unterschied zwischen „Wertbegriffen“ und „Tatsachen“ klar zu machen, zwischen dem metaphysischen Konstrukt der Menschenwürde und dem Sachverhalt real stattfindender Gewalt ist extrem schwierig in einer Gesellschaft, die Moralisieren für einen adäquaten Ersatz für Argumentieren hält und „soziales Engagement“ oder „soziale Verantwortung“ für höherwertiger als Klarheit im Denken.

    Gruß,
    Mirko

  3. Peter sagt:

    „“Gewalt” hingegen ist etwas, was man auch ganz wertfrei feststellen kann. “
    Mein Reden. Deshalb ist ja auch der Voluntarismus moralisch kein Stück besser. Es ist einfach nur ein anderes Lebensmodell. Gut, dass man sich da jetzt mal einig ist. Voluntaristen sind auch einfach nur Leute, die ihr eigenes Wohl über den anderer Menschen stellen. Nur kommen die oft auf die abwegige Idee, dass das ohne Gewalt funktioniert, unter der Annahme, dass die anderen nix vom Kuchen ab haben wollen. Ich glaube, so ist es ganz gut zusammengefasst.

    • Stefan sagt:

      Versteh ich nicht. Wo siehst du denn die Gewalt im Voluntarismus?

      Voluntaristen sind auch einfach nur Leute, die ihr eigenes Wohl über den anderer Menschen stellen.
      Meinst du weil man sich nicht mehr beherrschen lassen will, stellt man sein eigenes Wohl über das anderer?
      Ich sehe das so: In der Anarchie stellt niemand sein Wohl über das anderer und man stellt aber auch sein eigenes Wohl nicht unter das anderer.

      Nur kommen die oft auf die abwegige Idee, dass das ohne Gewalt funktioniert, unter der Annahme, dass die anderen nix vom Kuchen ab haben wollen.
      Also wenn jemand anderes einen Kuchen gebacken hat und ich will was davon abhaben, dann frage ich höflich, wie das unter zivilisierten Menschen üblich ist. Wenn der dann Nein sagt, bekomme ich eben keinen Kuchen.
      Dann muss ich mir selber einen Kuchen backen. Wenn mir dann jemand etwas von meinen Kuchen wegnehmen will, dann wehre ich mich dagegen.
      Ist eigentlich ganz einfach.

    • funkeimdunkeln sagt:

      Mein Reden. Deshalb ist ja auch der Voluntarismus moralisch kein Stück besser. Es ist einfach nur ein anderes Lebensmodell. Gut, dass man sich da jetzt mal einig ist.

      Zunächst einmal freue ich mich, dass wir eine gemeinsame Diskussionsbasis haben.

      Prinzipiell ist es natürlich wahr, dass es viele verschiedene Lebensmodelle gibt. Und natürlich kann man diese auch moralisch bewerten, da spricht ja erst einmal nichts dagegen.

      Aber gucken wir mal andersrum: Wenn dich jemand auf der Straße überfällt und dir deine schöne Leder-Tasche wegnimmt, dann ist das ja für dich unschön. Nun ist die Pfändung bei Schulden ja etwas aufwändiger, läuft aber auf dasselbe hinaus. Dann klopft der Gerichtsvollzieher erst an deiner Haustür, ruft dann einen Handwerker, der dein Schloss aufbricht, und nimmt dir dann deine Leder-Tasche weg. Das findest du dann auch unschön.

      So, hältst du die Gewalt in der ersten Situation für moralisch gerechtfertigt? Ja oder Nein? Hältst du die Gewalt in der zweiten Situation für moralisch gerechtfertigt? Ja oder Nein?

      Gruß,
      Mirko

      • funkeimdunkeln sagt:

        Nachtrag: Ich sollte nicht sagen, dass die Pfändung wegen Schulden erfolgt, sondern wegen Steuern. Das ist nämlich ein Unterschied.

        (doppelten Kommentar unten bitte löschen)

  4. funkeimdunkeln sagt:

    Gerade habe ich eine sehr schöne Diskussion mit einem Bekannten gehabt. Diese fiel zu einer ähnlichen Thematik, also auch um zwangsweise Abgaben.

    Dabei fiel der Satz „Gemeinnutz steht über Eigennutz“. Diesen Satz ist deswegen bemerkenswert, weil er in seltener Klarheit gleich zwei typische Denkmuster zusammenfasst, die sehr häufig mit solchen Diskussionen einhergehen.

    1) Gemeinnutz ist eine moralisches Konzept. Moral und Gesetz sind aber grundsätzlich verschiedene Konzepte. Moral beruht nämlich immer auf Freiwilligkeit und Gesetz auf Zwang. Wohl mag ein Nicht-Voluntarist die Meinung vertreten, dass das Aufstellen eines Gesetzes ein moralischer Akt wäre (ein Voluntarist würde auch das bestreiten). Für die Klarheit der Diskussion ist es jedoch förderlich, wenn man als Voluntarist oder als Nicht-Voluntarist diesen Unterschied benennt.

    2) Ein Gemeinnutz ist nicht objektiv definierbar. Sehr oft denkt man, dass bestimmte Sachen objektiv wahr sind, weil alte Leute nunmal objektiv gesehen sehr Hilfe und Unterstützung brauchen, um z.B. ihr Essen zu bekommen und sich zu reinigen. Jeder Gang ins Altersheim wird einem dieses bestätigen. Daraus leitet man jedoch ab, dass ein Altersheim eine gemeinnützige Sache ist. Dieser Schluss ist jedoch unzulässig, weil ein bestimmtes Altersheim in Zupfelwipf an der Bürgermeister-Wutz-Straße eine miserable Qualität haben kann und seinen Bewohnern großes Unglück bedeutet, während ein anderes Altersheim in Markemark an der Igelstraße hervorragende Qualität bietet und für seine Bewohner ein vergnügliches Lebensabend bedeutet.

    Also läuft die Bestimmung eines „Gemeinnutzes“ letzten Endes auf die subjektive und eigennützige Entscheidung von Politikern heraus.

    Gruß,
    Mirko

  5. baxi sagt:

    Ich sehe viele Dinge aus recht unüblicher „spirituellen“ Perspektive.

    Zum einen sind nur Regelungen denen man zugestimmt hat legal. Also auchh so kuriose Regeln eines Kanninchenzückhtervereins sind legal, alle „offiziellen“ Gesetze, Verordnungen etc. illegal, weil ohne Zustimmung auferlegt. Insofern bin ich dann wohl eher „Anarchist“ (nicht wirklich…).

    Was George an geht, fehlt mir im Video aber eine wichtige Information: Ist George selbst „knapp“, oder könnte er helfen ohne selbst sich oder die Seinen in Nöte zu bringen?

    Diese Info finde ich schon recht wichtig, denn es beantwortet die Frage „Ist George asozial ?!“…..

    Die Überlegungen bezüglich anarchischen System sind ja ganz nett und auch wichtig, ABER ich glaube sie ignorieren einen wichtigen Punkt.

    Dazu möchte ich mal ein hypothetisches Gedankenmodell machen:
    Das „anarchische Modell“ (klar gibt es nicht, ist ein Wiederspruch in sich selbst, müsste plural sein…) geht davon aus, dass alle Menschen mehr oder weniger „good will“ sind. Nun gehe ich mal von einem hypothetischem spirituellem Ansatz aus, und postuliere in dem Modell, dass Menschen nicht alle gleich sind, und dass 10% der Menschen eine „Seele“ in sich haben, die nur hier sind, um anderen zu schaden und möglichst hohen Eigennutzen zu erzeugen. Und dazu jede sich bietende Möglichkeit nutzen (wer solche Leute noch nicht kennen gelernt hat, soll mir sagen wo er wohl, wir ziehen sofort um…).

    Wie wollt Ihr mit einem anarchischem Ansatz jemals gegen diese 10% bestehen?

    SG
    Frank

  6. funkeimdunkeln sagt:

    Hallo Frank,

    in deinem hypothetischen Modell stellst du „anderen Schaden zufügen“ und „größten Eigennutz erzeugen“ nebeneinander. Deine 10 % würden jede Gelegenheit nutzen dies zu tun.

    Hierbei müssen wir unterscheiden zwischen dem Konzept des Respektes und den Konzept des Eigennutz. Eigennutz schließt ja nicht aus, dass man dem anderen gegenüber Respekt zeigt. Sehr oft sind beides sogar kompatibel. Und das ist auch kein Wunder: Wenn ich einem anderen Menschen Respekt zeige, dann handle ich gleichzeitig eigennützig, weil es sich mit einem guten Gewissen einfach besser schlafen lässt.
    (Ich kenne einen Kommunisten, der hat große Schlafschwierigkeiten.)

    Was du also eigentlich meinst, ist die Tatsache, dass manche Menschen Eigennutz anstreben ohne dabei respektvoll vorzugehen. Meiner Erfahrung nach ist das nun eine Minderheit. Und wenn Menschen nun doch respektlos werden, dann tun sie dies meistens nicht mit Vorsatz („ich bin egoistisch, also respektiere ich dich nicht“), sondern haben irgendwelche abstrusen Rechtfertigungen im Kopf („das ist rechtspopulistisch, was du sagst, deswegen habe ich für dich keinen Respekt“).

    Dass unklares Denken viele Menschen dazu verleitet Respektlosigkeiten mit irgendwelchen Slogans zu rechtfertigen, das ist nun ein Problem, ja. Man kann es so sehen: Es ist ein Problem, das zu lösen ist, um Anarchie zu erreichen. Und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten, in der Kommunikation, im alltäglichen Miteinander. Jeder kann sich um Respekt im Miteinander bemühen, unabhängig davon, ob er lieber eine staatenlose Gesellschaft oder einen Minimalstaat haben möchte oder ob er sich für Politik gar nicht interessiert. Jeder kann seinen Beitrag zur Aufklärung leisten und daraufhin wirken, dass nicht „political correctness“ und Moralisieren die Diskussion bestimmen, sondern das Motto der Aufklärung „wage zu denken!“

    Mit freundlichem Gruß,
    Mirko

    • baxi sagt:

      Hallo Mirko,

      ich stimme Deiner Unterscheidung zwischen “anderen Schaden zufügen” und “größten Eigennutz erzeugen” soweit zu.

      Evtl. habe ich mich da dann zu unpräzise ausgedrückt. Leute, welche egoistisch aber mit Respekt handeln, würde ich schon als „good will“ bezeichnen.

      Ich drücke mich daher jetzt mal vollkommen „politisch unkorrekt“ aus, um das Problem klar zu definieren:

      Was macht man mit denjenigen, welche ohne jede Rücksicht nur individuelle „Erfüllung“ erfahren, indem sie andere beherschen, Macht ausüben, Quälen usw….

      Diese ist in meinen Augen nicht trivial. Es gibt weit mehr Menschen dieser „Sorte“ als man so denken mag. Im großen beherrschen sie diese Welt aktuell zu 100%. Und im kleinen tyranisieren sie ihre Mitmenschen mit allem was ihnen möglich ist. Viele dieser Menschen werden eher kämpfen und sterben wollen, als irgendwelchen Artgumenten jemals zu folgen. Und meiner Meinung nach scheitern alle Ansätze, die ich bisher gelesen habe genau an diesem Punkt. Deshalb meine Frage. Wie kann man das Lösen? Welche Modelle gibt es dafür, die realistische aussicht haben, ohne Gwalt anwendung?

      SG
      Frank

  7. funkeimdunkeln sagt:

    Hallo Frank,

    ob alle Politiker Sadisten sind, das würde ich erstmal bezweifeln. Ein gewisser Teil, ja. Aber alle? Das glaube ich nicht.

    Diese Einschätzung kann ich nur aus meiner persönlichen Erfahrung heraus treffen (aus welcher denn sonst?) und wenn ich diese auf interpoliere, dann würde ich einen anderen Charaktertyp bei Politikern vermuten. Es gibt einfach Menschen, die sind extrem ehrgeizig. Und solche Menschen wählen dann den Weg, der ihnen für den Machtgewinn am ehesten opportun erscheint.

    Was ist denn der geeignete Weg? Es gibt da verschiedene Faktoren – auch Empathielosigkeit und Grausamkeit kann eine Rolle spielen, aber ich behaupte: Der wichtigste Faktor ist die soziale Anpassung. Bei der Betrachtung erfolgreicher Menschen in meiner Umgebung habe ich den Eindruck, dass ihr Erfolg ausnahmslos in einer hervorragenden Adaption an eine geeignete soziale Umgebung besteht. Das kann eine politische Partei sein, dass kann ein Schulsystem sein, das kann ein wissenschaftliches Institut sein, das kann eine Kirche sein. Eigentlich ist soziale Adaption ein hervorragende Definition von Erfolg. In der Wissenschaft führt diese soziale Adaption dazu, dass man sich in einen Konkurrenzkampf mit anderen Wissenschaftlern begibt und um ihre Anerkennung ringt – da wirkt sie sich positiv aus. Als Student ackert man für die Noten und Punkte, als Doktorand für seine erste wissenschaftliche Arbeit und als Professor dann für den Durchbruch in einer Theorie. Alles macht aber nur Sinn, wenn man diese Leistungen von der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt bekommt. Bei Politikern hat man nun ganz andere Kriterien, nach denen Anerkennung vergeben wird. Diese Kriterien werden durch die herrschende Ideologie vorgegeben. Im Wesentlichen ist es dasselbe Spiel.

    Damit ist übrigens nicht gesagt, dass diese Kriterien rational sind. Es sind einfach zufällige Aspekte des jeweils vorherrschenden Systems. Wenn man sich in einer Wissenschaft darauf einigt als Kriterium größtmöglichste Komplexität in der Konstruktion von Modellen für die Wirklichkeit zu betrachten, dann entwickelt sich eben daraus ein Wettbewerb um die Lehrstühle der Ökonomie. Und wenn das Kriterium darin besteht das Formulieren von möglichst blumigen Umschreibungen für die Unmöglichkeit der Existenz Gottes zu finden, dann entwickelt sich daraus ein Konkurrenzkampf um die theologischen Lehrstühle.

    In einer voluntaristischen Gesellschaft ist das nicht anders. Der Unterschied zur jetzigen Gesellschaft ist einfach der, dass man weitestgehende Einigkeit darüber hat, dass Gewaltfreiheit ein wichtiges Kriterium für Anerkennung und Erfolg sein sollte. Das klingt zwar abwegig und utopisch, aber tatsächlich haben wir bereits heute eine ähnliche Situation erreicht: Wir sind uns weitestgehend darüber einig, dass wissenschaftliche Seriösität ein wichtiges Kriterium ist. Deswegen finanzieren die Politiker in den allermeisten Fällen Krankenhäuser mit wissenschaftlich fundierter Medizin (auch wenn da ein paar homöopathische Schmuddelkinder als Parasiten ihren Platz im System finden), bauen Kernkraftwerken nach wissenschaftlichen Prinzipien, beauftragen Wissenschaftler damit fachlich korrekte Lehrpläne zu erstellen, usw. Auch bestreitet kein Bischof und kein Papst mehr die grundlegende Richtigkeit der Evolutionstheorie oder grundlegender Erkenntnisse über das Sonnensystem. (Auch wenn man diese Theorien gerne im eigenen Sinn uminterpretiert – nach dem Motto „oh wie schön, dass die Unendlichkeit des Alls Gottes Größe und die Kleinheit des Menschen widerspiegelt“). Das zeigt ja den Erfolg der großen wissenschaftlichen Revolution – gegen die Widerstände der katholischen Kirche! Und was spricht dagegen, dass die voluntaristische Revolution nicht in einem ähnlich großen Erfolg münden könnte? 😉

    Mit freundlichem Gruß,
    Mirko

    • funkeimdunkeln sagt:

      Hmm… ein Nachtrag noch: Wahrscheinlich ist der kritische Punkt, der „point of no return“ für die voluntaristische Revolution der, dass die Befolgung von Prinzipien der Gewaltfreiheit dem individuellen Erfolg förderlich ist. Und von diesem Punkt sind wir u.U. gar nicht so weit entfernt. Man bedenke, dass Figuren wie der Dalai Lama oder Mahatma Gandhi, die Gewaltfreiheit als oberstes Ziel ihrer Lehrer predigen, eine unglaubliche Popularität erreicht haben. Eventuell kann man die Popularität voluntaristischer Ideen verstärken, indem man einfach möglichst viele Zitate von den beiden in seine Sprache einbaut. Man muss die beiden nicht sympathisch finden, kann aber deren Erfolg für seinen Erfolg nutzen.

      Mirko

    • baxi sagt:

      Hallo Mirko,

      einigen Aussagen kann ich nicht wirklich folgen. Z.B.:

      Wir sind uns weitestgehend darüber einig, dass wissenschaftliche Seriösität ein wichtiges Kriterium ist. Deswegen finanzieren die Politiker in den allermeisten Fällen Krankenhäuser mit wissenschaftlich fundierter Medizin (auch wenn da ein paar homöopathische Schmuddelkinder als Parasiten ihren Platz im System finden), bauen Kernkraftwerken nach wissenschaftlichen Prinzipien, beauftragen Wissenschaftler damit fachlich korrekte Lehrpläne zu erstellen,

      Also ich sehe das eher so: Die „wissenschaftliche Seriösität“ wird benutzt um die Gesundheit von Menschen möglichst umfangreich finanziell auszubeuten. Über die tollen Kernkraftwerke braucht man eigentlich heute nicht mehr viel zu sagen, vor allem, wenn man weis, dass wirkliche Alternativen (Wind & Sonne zähl ich nicht dazu, auch nur Lobby Kram…) von der Politik und Lobby wissenschaftlich systematisch unterdrückt und zerstört werden. Und wenn ich sehe, was regelmäßig in der Schule unseres Sohns so passiert, kann ich dem Beitrag „Schule ist Körperverletzung“ (oder so ähnlich hiess er…) nur voll umfänglich zustimmen.

      Der Erfolg von Ghandi läßt sich besonders gut im Atomwaffenarsenal von Indien und Pakistan nutzen…

      Also wenn alle „good will“ Menschen auf Gewalt pauschal verzichten, dann freuen sich die wenigen, die da absolut null Probleme mit haben, dass ihnen alles so billig von den naiven in den Schoß fällt. Das ist wohl eher die Realität.

      Um Gewalt auszuüben braucht man nicht 100.000 Gewalttäter. Es reichen einige Wenige, welche ab und zu ein Exempel statuieren, und schon werden alle „good will“ friedlichen Menschen aus Angst kuschen…

      Also bis jetzt kann ich noch nicht erkennen, wie Voluntarismus damit umgehen will. Und solange es daruf keine schlüssige Antwort gibt, wird die Masse der Menschen schon aus Angst den Voluntarismus meiden…

  8. funkeimdunkeln sagt:

    Hallo Frank,

    das bestreite ich gar nicht, dass die Wissenschaft missbraucht wird. Ich behaupte sogar noch mehr: Das ist gerade ein Indikator für ihren Erfolg. Natürlich werden Schüler unterdrückt, indem man ihnen irrelevantes Wissen über die Landwirtschaft in China erzählt (kein Scherz: heute war ich bei einem Vortrag in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium und dort stand „Landwirtschaft in China“ an der Tafel, bevor sie gewischt wurde. Die Schüler von heute hat es also zu interessieren, wenn in China ein Sack Reis umfällt.)

    Am allererfolgreichsten sind übrigens Waffen. Sie ersetzen die Notwendigkeit jeder sozialer Adaption. Sie zwingen den Unterlegenden sich an deine Regeln anzupassen. Deswegen werden die Waffen am meisten missbraucht. Waffen sind heutzutage dem Machtgewinn am meisten dienlich.

    Meine Behauptung ist nun die: Wenn voluntaristische Ideen genauso wie die Wissenschaft heute ehrgeizigen Menschen als Mittel zum Machtgewinn dient, dann ist die Reduzierung des Staates, vielleicht sogar eine vollständige Abschaffung, die Abschaffung von Steuern, die Abschaffung des Geldmonopol usw. die Folge.

    Vorsicht: Macht ist etwas anderes als Gewalt. Macht kann ich auch außerhalb des Staates ausüben durch Überzeugungskraft, Charisma, Authentizität, usw. In diesem Sinne haben manche Künstler eine große Macht.

    Mit freundlichem Gruß,
    Mirko

  9. baxi sagt:

    Hallo Mirko,

    ich finde gut, was Du da alles abschaffen willst. Nur hast Du eines schon ganz richtig erkannt: Als erstes muss man die Waffen abschaffen. Solange es Waffen gibt, wird es auch immer Menschen geben, die sie benutzen!

    Wie willste das machen?

    SG
    Frank

  10. funkeimdunkeln sagt:

    Hallo Frank,

    Waffen kann man nicht abschaffen! 🙂

    Du hast Recht, es wird immer Menschen geben, die der Verführung erliegen Waffen zum Machtwachstum zu verwenden. Die einzige Hoffnung besteht dem entgegen zu wirken besteht darin, dass die Menschen freiwillig darauf verzichten. Der alternative Weg ist absurd: Man kann die Menschen nicht mit Gewalt verbieten auf Gewalt zu verzichten. Ein derartiges Verhalten ist in sich widersprüchlich. Darum sind auch Steuern logisch gesehen sinnlos. Ein Teilzweck der Steuern ist es ja Gewalt zu verhindern mittels Polizei und Gericht. Um jedoch diese beiden Institutionen finanzieren zu können muss man Polizisten zu Verbrechern und Richter zu Zerstörer der Moral machen. Darum ist das jetzige System einfach sinnlos. Und der einzige sinnvolle Weg damit umzugehen ist es die Menschen über diese Sinnlosigkeit aufzuklären. Die Einsicht in diese logische Absurdität kann nur freiwillig geschehen. 🙂

    Was allerdings auch in einer voluntaristischen Gesellschaft möglich sein muss ist Selbstverteidigung. Und damit hast du auch eine Antwort auf den Umgang mit den renitenten Sadisten, Psychopathen, Karrieremördern, usw. In dem Moment, wo eine genügend große Anzahl von Menschen freiwillig der Anwendung von Gewalt abgeschworen hat, können sie sich in Gruppen zusammenschließen und Widerstand leisten. Die Voraussetzung für Widerstandsgruppen mit genügend großer Effektivität ist natürlich die, dass genügend Menschen von voluntaristischen Ideen überzeugt sind, damit diese eine ausreichend große Macht ohne Gewalt (aber mit der Fähigkeit zur Selbstverteidigung) haben und damit der Macht mit Gewalt widerstehen können.

    Geschichtlich gesehen ist das gar nicht so abwegig. Es gibt immer wieder Beispiele, wo Widerstandsgruppen mit extrem großer Entschlossenheit auch einer gewaltigen Übermacht widerstehen konnte. Leider haben diese dann meistens wieder nur eine neue Gewaltdiktatur eröffnet.

    Lieben Gruß,
    Mirko

  11. baxi sagt:

    Hallo Mirko,

    in der Konsequenz halte ich dann den Ansatz für zu naiv, auch wenn ich ihn für erstrebenswert halte. Aber mit den aktuellen Rahmenbedingungen, wird das sicher nicht machbar sein.

    Ein Konzept, welches das Waffenthema nicht schlüssig lösen kann, wird sicher nie von der großen Mehrheit Unterstützung bekommen. Und in einer globalisierten Welt, in der auch noch der entfernteste Affe zur Abschreckung und Einschüchterung dient, wird man sicher noch viele Generationen warten müssen, bis sowas freiwillig passiert. Wenn überhaupt.

    SG
    Frank

    • funkeimdunkeln sagt:

      Hallo Frank,

      ich behaupte, meine Lösung ist sowohl schlüssig als auch nicht naiv! 🙂

      Du meinst vermutlich, dass die Durchführung dieser Lösung hoffnungslos erscheint. Das hat was mit der Angst zu tun, die Waffen uns bereiten. Und diese Angst verführt uns dazu Waffen mit Waffen zu bekämpfen.

      Und genau das erhöht die Macht, die Waffen über uns haben! 🙂

      Ah, und was vielleicht auch noch betont werden sollte: Ich sehe Voluntarismus nicht nach dem Motto „Wenn dir jemand auf die Wange schlägt, dann halte ihm die andere hin.“ – Selbstverteidigung sehe ich als vereinbar mit voluntaristischen Prinzipien. Also bitte, verwechsle nicht Voluntarismus mit radikalem Pazifismus. Auch in einer voluntaristischen Gesellschaft gibt es Sicherheitsdienste, die eine Stadt vor Schlägern und Vagabunden schützen.

      Mit freundlichem Gruß,
      Mirko

    • baxi sagt:

      Hallo Mirko,

      Selbstverteidigung sehe ich als vereinbar mit voluntaristischen Prinzipien. Also bitte, verwechsle nicht Voluntarismus mit radikalem Pazifismus. Auch in einer voluntaristischen Gesellschaft gibt es Sicherheitsdienste, die eine Stadt vor Schlägern und Vagabunden schützen.

      Damit hab ich kein wirkliches Problem, ich bin nicht Pazifist im radikalen Sinne…

      NUR: Dieser „Sicherheitsdienst“ wird dann den Schutz auch nicht ohne Waffen gewährleisten können. Dann frag ich mal: Wer schützt vor dem Sicherheitsdienst?

      SG
      Frank

      p.s. Im Prinzip denke ich schon, dass ich von meinen inneren Überzeugungen her Voluntarist bin, und das obwohl ich es von „spiritueller“ (aber komplett unüblicher…) Seite sehe. Mir geht es mit meinen Fragen mehr ums Praktische. Quasi: Wie kann man das ohne WW3 einführen?

      • funkeimdunkeln sagt:

        Ja, das ist eine gute Frage. 🙂

        Ich sehe mich als Libertaristen, der sich noch nicht entschieden hat, ob ein Minimalstaat notwendig ist oder nicht. Und die Frage, wer den Sicherheitsdienst kontrollieren soll, die ist berechtigt. Denn die Vertreter vom Sicherheitsdienst haben ja nun mal eine gewisse Macht aufgrund ihres Waffenbesitzes.

        Diese Frage würde ich also den lieben Leuten von fwf überlassen. Ich selber bin sehr gespannt auf eine Antwort! 🙂

        Lieben Gruß,
        Mirko

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