Liegen Herrschaftsstrukturen in der Natur des Menschen? Werden sich Zwang und Herrschaft deshalb auch in einer freien Gesellschaft wieder automatisch herausbilden, so wie es bisher immer und überall auf der Welt wieder passiert ist? Ist der Mensch an sich überhaupt für Freiheit geeignet? Oder ist alles, wofür FreiwilligFrei steht, vollkommen unrealistisch und absurd? Ist eine freie Gesellschaft eine unerreichbare Utopie?

Roberto Solano spricht mit Peter und Michael von FreiwilligFrei über diese und weitere Fragen. In dem spannenden Gespräch geht es ans Eingemachte und an vielen Stellen wird deutlich, warum FreiwilligFrei die Themen häufig ganz anders anpackt als andere Projekte, die Aufklärung betreiben.

00:00 Begrüßung
00:31 Sind Herrschaftsstrukturen ein Ergebnis der Natur des Menschen?
01:26 Gesellschaftliche Strukturen sind Folgeerscheinungen individuellen Verhaltens
02:10 Durch Aufklärung wird es immer schwieriger, Zwang, Gewalt und Herrschaft zu rechtfertigen
05:30 Warum diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist – Beispiele
06:38 Beispiel geozentrisches vs. heliozentrisches Weltbild – der Paradigmenwechsel ist nicht aufzuhalten
09:08 Wahrheit und Selbstzensur
09:59 Die Bedeutung von Wissenschaft und Technologie
10:30 Der aktuelle Paradigmenwechsel
11:52 Warum FwF sehr optimistisch in die Zukunft blickt
12:26 Die Wahrheit ist immer einfach
13:12 Warum es trotz der Einfachheit der Wahrheit oft nicht möglich ist, einfache Antworten zu geben
14:25 Die Problematik von Begriffen
15:12 Begriffsbeispiel „Privatrechtsgesellschaft“
17:50 Begriffsbeispiel „freiwilliger Handel“
18:28 Weitere Begriffsbeispiele
19:07 Das Selbstverständnis von FreiwilligFrei und der Umgang mit problematischen Begriffen
21:55 Die Lebensrealität als Alternative zur Verwendung problematischer Begriffe
22:49 Begriffsbeispiel „Gesetz“
24:26 Wie kann Tyrannei in einer freien Gesellschaft, z.B. durch Privatarmeen, verhindert werden?
25:13 Selbstverteidigung
25:57 Verteidigung nach dem Prinzip der spontanen Ordnung
27:00 Gewalt als teuerste und deswegen unwahrscheinlichste Lösung
28:00 Beispiel: Die ukrainischen Mütter
29:56 Die Bedeutung des Bewusstsein
30:37 Braucht es einen „neuen Menschen“?
32:33 Die Mission von FreiwilligFrei
33:56 Freiheit setzt Selbstverantwortung und Lernbereitschaft voraus
34:30 Den Menschen einfach nur Mensch sein lassen
36:16 Die Problemlösungsfähigkeit von Menschen wird unterschätzt
38:47 Unternehmerische Fähigkeiten ungebildeter Schulschwänzer, Sonderschüler und Dummköpfe

 

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15 Responses to Freiheit ist eine Einbahnstraße – mit Tretminen

  1. Meine Meinung: Frueher oder spaeter schafft der Mensch den Weg der Freiheit. Sie ist dann keine Einbahnstrasse, und kollektiver Zwang kann sich dann nicht wieder herausbilden, wenn er es schafft, den taeglichen Verfuehrungen der Freiheits-Widrigkeiten zu widerstehen. Wir haetten ein disziplinierendes Instrument, das uns auf diesem Wege helfen wuerde. Den vielfaeltigen freien Wettbewerb unbeschraenkt freier Anbieter und freier Nachfrager. Der monopolistische Zwang mit seiner beschraenkten Leistungsfaehigkeit haette hier im Konkurrenzdruck keine Chance.

    Guten Gruss
    Markus Ehrler

  2. Ernst sagt:

    Danke für das sehr informative Gespräch, in dem die wesentlichen Aspekte einer freien Gesellschaft anhand von Beispielen aus dem täglichen Leben leicht verständlich und nachvollziehbar vorgetragen werden.

    Zum Begriffsbeispiel „Gesetz“ gibt es übrigens einen interessanten Artikel hier: http://www.misesde.org/?p=9068 Dort wird auch sehr klar eine Abgrenzung vom Begriff „Recht“ zu auf Zwang gründenden Gesetzen vorgenommen.

    • nlen sagt:

      Vorsicht vor dem Mises Institut!
      Wie ich bereits schrieb:

      Das kommt dann dabei raus, wenn ein Jurist erklärt, was Recht sei und das Mises Institut das einfach übernimmt, weil sie keine wirkliche Kompetenz haben!
      Wenngleich ich das Meiste auch schon so erklärt habe, sind doch einzelne grundsätzliche Probleme zu erkennen, die sehr wichtig sind.
      Es wird eine rechtspositivistische Fachliteratur herangezogen, um Recht
      zu definieren.

      >>
      Recht ist “ungesetzte”, also nicht von oben oktroyierte Rechtsquelle, sondern die auf dem Willen einer Gemeinschaft beruhende Ordnung des äußeren menschlichen Zusammenlebens durch Gebote und Gewährungen. Die Geltung einer solchen Rechtsordnung beruht darauf, dass sie als moralische Grundlage, lebendiger Ausdruck und Integration der Rechtsgemeinschaft anerkannt und von der Überzeugung der Angehörigen der Gemeinschaft getragen wird. Der Wille, dass ein bestimmtes Recht gelten soll, wird durch entsprechende Übung im alltäglichen Leben geäußert und betätigt (vgl. dazu: Staudinger-Brändl, a.a.O., Einl. Rdnr.34).
      <<

      Das nennt man Gewohnheitsrecht. Gewohnheitsrecht konnte man in jeder vorstaatlichen Gesellschaft vorfinden. Jedes Gewohnheitsrecht ist und war sogar nah am Privateigentum ausgerichtet. Trotzdem gibt es in Gewohnheitsrechten auch Regeln, die menschengemacht gesetzt sind. Das deutet schon die Formulierung an: „auf dem Willen einer Gemeinschaft beruhende Ordnung des äußeren menschlichen Zusammenlebens durch Gebote und Gewährungen“. Es konnte sich also schon um eine herrschende Meinung handeln. Tatsächlich enthält Gewohnheitsrecht dann auch einzelne lokale Gepflogenheiten, die mitunter moralisch-religiöse Wurzeln haben. So können auch mal Frauen wegen Ehebruch gesteinigt werden und ähnliches.
      Trotzdem sind Gewohnheitsrechte dem Recht moderner Rechtsstaaten
      zu bevorzugen. Aber es muss der Illusion widersprochen werden, dass
      die Formulierung: „Die ursprüngliche Erscheinungsform des Rechts ist also das Gewohnheitsrecht.“ wörtlich genommen werden kann. Die begriffliche rechtsphilosophische Auffassung der Römer von „ius“ – wie sie ja eingangs hervorgehoben wird – ist nicht moralisch, sondern in
      der Sache (rem) gegründet.

      Überhaupt handelt es sich um eine häufige Begriffsverwirrung, dass Moral und Ethik durcheinander geworfen wird. Eine Moral ist eine in sich begrenzte Anschauung über eine bestimmte Angelegenheit, die zwangsläufig mit einer Wertsetzung verbunden ist. So kann man aus einem bestimmten Grund für oder gegen Abtreibung oder für oder gegen Todesstrafe sein. Ob solche moralischen Positionen im gesamten Konzept des menschlichen Handelns als richtig betrachtet werden können, ist eine Frage der Ethik (der Lehre vom richtigen Handeln). Wer ethisch richtig handelt, kann nicht im Unrecht handeln. Dabei ist die Ethik natürlich als eine objektive Wissenschaft zu verstehen, die nicht mal so oder so ausgelegt werden darf. Ethik ist eine apriorische Kategorie, deren Regeln in der Sache des Handelns bereits praxeologisch feststehen, als „Naturgesetz“ wie der Satz des Pythagoras usw., also „Gesetze“, die nicht von Menschen „gesetzt“ sind. Schade, dass das Mises Institut keine Anstalten macht, das zu verstehen. Das ist der Grund, warum wir mit dem Praxorg Institut einen eigenen Weg gehen.

      In diesem Sinne ist dann so ein Satz im Artikel zu verstehen: „Und Gewohnheitsrecht ist typisch anarchisches Recht, von den Menschen selbst geschaffen, entstanden im freien Markt durch die beteiligten Verkehrskreise, durch freien Austausch aufgrund lang dauernder tatsächlicher Übung in der Überzeugung der beteiligten Verkehrskreise, durch die Einhaltung der Übung bestehendes Recht zu befolgen und nicht aufgezwungen durch einen wie auch immer gearteten Gesetzgeber.“

      Es wurde mehr oder weniger die Ethik eingeübt und es entstand ein Gewohnheitsrecht, dass sich nicht zu sehr von der Lehre des richtigen Handelns entfernte. Allerdings kannten die Menschen noch keine Praxeologie der freiwilligen Mittelwahl des kooperativen Handelns, um diese ungeschriebenen Regeln zu finden.

      Es könnte heute so einfach sein.

      http://www.holzinger-verlag.de/praxeologie.html

    • funkeimdunkeln sagt:

      @nlen:

      Danke für den aufschlussreichen Kommentar!

      Ich will mal eine Kritik versuchen, um den Unterschied zwischen „Gewohnheitsrecht“ und „Ethik“ noch besser zu verstehen. Das soll jetzt keine Abwertung deines Kommentars sein, weil ich das alles sehr richtig und überzeugend finde, aber eine Antwort darauf würde mir helfen diese Unterscheidung noch besser zu verstehen.

      Kann man nicht sagen, dass sich „Ethik“ zu „Gewohnheitsrecht“ nicht einfach so verhält wie „Einstein’sche Relativitätstheorie“ zu „Newton’sche Mechanik“? Das eine ist lediglich die Verfeinerung des anderen?

      Du versuchst die Unterscheidung zu treffen, indem du Moral durch willkürlich gesetzte „Setzungen“ bestimmst. Das Problem ist, dass unsere Sprache grob und ungenau ist und damit immer irgendwelche Setzungen enthält. Wenn du mal den Begriff der „Handlung“ nimmst, dann enthält er auch willkürliche Setzungen. Das sieht man daran, dass die Grenze zwischen unbewusster Handlung und bewusster Handlung fließend ist und nur willkürlich gesetzt werden kann. Man weiß zwar, dass es einen Unterschied gibt, aber man weiß nicht genau, wo.

      Wenn eine Herzmuskel Blut pumpt und meine Nase „hatschi“ macht, dann handelt es sich nicht um Handlungen, sondern um unbewusste Körperreaktionen. Wenn ich dir hingegen Sachen schreibe, dann handelt es sich um eine Handlung.

      Es gibt also Handlungen und unbewusste Körperreaktionen. Wo verläuft die Grenze?

      Um mal ein schwieriges Beispiel zu nehmen: Wenn ich träume und ich gehe im Traum von A nach B, ist das dann eine Handlung?

      Zeigt das nicht, dass die Grenze zwischen Handlung und Nicht-Handlung willkürlich – gesetzt ist?

      Und ist es damit nicht so, dass jede Theorie, die meint „ethisch richtiges Handeln“ darzustellen, derartige willkürliche Setzungen enthält, einfach aufgrund unserer sprachlichen Unzulänglichkeiten? Und dass jede solche Theorie damit ein Stück weit Moral ist?

      Mit freundlichem Gruß,
      Mirko

      • nlen sagt:

        „Das Problem ist, dass unsere Sprache grob und ungenau ist und damit immer irgendwelche Setzungen enthält.“

        Nicht alles ist ein Problem der Sprache. Wenn die Sprache problematisch ist, dann kann man seine eigene Sprache immer noch bereinigen.
        Unsere schlampige Sprache ist aber kein Grund zu behaupten, dass die Begriffe unscharf wären. Und auch die empirischen Schwierigkeiten sind kein Grund den Begriffen die Schuld zu geben.
        Genau genommen findet man auch keinen lupenreinen rechten Winkel an einem Gebäude wieder. Deswegen zu sagen, der Satz des Pythagoras wäre eine grobschlächtige Setzung oder der Begriff sei unscharf, ist eine häufige Selbsttäuschung.

  3. nlen sagt:

    „Du versuchst die Unterscheidung zu treffen, indem du Moral durch willkürlich gesetzte “Setzungen” bestimmst. “

    Eine Moraltheorie besteht aus wenigen Sätzen von in sich geschlossene Aussagen, die wenigstens in sich stimmig sein müssen und erfüllt damit in diesem begrenztem Bereich alle logischen Voraussetzungen, um nicht von vorn herein hohles Geschwätz zu sein. Aber die Einbettung einer Moraltheorie in die Lebenswelt, die von den Befürwortern natürlich nie in Frage gestellt wird, ist die Willkür der „pragmatischen“ Setzung.

    • funkeimdunkeln sagt:

      Hallo,

      erstmal vielen Dank für diese Erläuterung. Damit sehe ich deine Unterscheidung etwas klarer.

      Ich stimme dir zu, dass es klare logische Prinzipien gibt und dass diese auch durch die grundsätzliche Ungenauigkeit der Sprache nicht widerlegt werden. Und ich stimme dir auch zu, dass man diese in der Praxeologie finden und beweisen kann.

      Eine Unklarheit ist bei mir übrig geblieben: Du definierst die „Einbettung einer Moraltheorie in die Lebenswelt“ als „Willkür“. Das führt mich zu einer Frage, die ich an einem Beispiel aus der Mathematik verständlich machen möchte:

      Es gibt in der Mathematik neben der Theorie der rationalen Zahlen und der reellen Zahlen, mit denen man wunderbar rechnen und physikalische Phänomene beschreiben kann, auch die Theorie der p-adischen Zahlen. Mit denen kann man alles machen, was man mit den rationalen oder den reellen Zahlen auch machen kann: Man kann sie dividieren, multiplizieren, man kann Logarithmen bilden und Exponentialrechnung betreiben. Man kann Analysis betreiben, also Grenzwerte bilden und Differentialrechnung betreiben. Nur eines kann man nicht, was man mit den reellen Zahlen sehr wohl machen kann: Diese schöne Theorie irgendwo im realen Leben anwenden.

      Woher nimmst du eigentlich die Gewissheit, dass es sich mit einer logischen Theorie vom „ethisch richtigen Handeln“ nicht genauso verhält und dass man sie tatsächlich in die Lebenswelt einbetten und anwenden kann? Vielleicht geht das gar nicht und es handelt sich bloß um intellektuellen Mindfuck?

      Mit freundlichem Gruß,
      Mirko

      • nlen sagt:

        Die praxeologische Methodik ist ja gerade die Erkenntnisse aus der Lebenswelt zu gewinnen und nicht aus den Gesprächszirkeln irgendwelcher Intellektueller, die sich einen Spaß daraus machen aus der Quadratur des Kreises eine Geistesdisziplin zu etablieren. Die Bibliotheken sind voll von dem Dünnpfiff. Alle diese Paradoxien stellen sich als fehlerhaft oder irrelevant heraus, wenn man sich wirklich damit beschäftigt. Aber es ist offensichtlich teure Zeitverschwendung.

  4. Ernst sagt:

    @nlen
    >Überhaupt handelt es sich um eine häufige Begriffsverwirrung, dass Moral und Ethik durcheinander geworfen wird…<

    Gegenstand der Ethik ist die Moral. Mehr dazu siehe hier: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/ethik.html

    Nach Rupert Lay, Jesuit und Philosoph, ist Moral "ein evolutives Ereignis der historischen Erfahrungen der Menschheit mit sich selbst. Sie stellt über Anpassungsprozesse selektiv herausgefundene Normen bereit, die es Menschen ermöglichen (sollen), in einer feindlichen und gefährlichen Umwelt menschlich überleben zu können."

  5. Auch die Marktwirtschaft ist von Zwangsstrukturen geprägt, die meisten sind ja auch dort nur Untertanen ihrer Bosse und müssen am Arbeitsplatz gehorchen. Freiheit gibt es also immer nur für eine kleine Elite.

    Ob diese Elite nun Kapitalistische Konzernbosse, Nationalistische Staatsführer oder Kommunistische Tyrannen sind, es spielt keine Rolle. Die Mehrheit der Bevölkerung hat kein Recht mit zu entscheiden sondern muss gehorchen ob sie will oder nicht.

    Nein, Freiheit ist nicht möglich.

    • Michael sagt:

      du vergleichst äpfel mit birnen…freiwilligen sex mit vergewaltigung und spenden mit raub…finde deinen denkfehler.

  6. Julia sagt:

    Ich hab ja tatsächlich Fragen beim Zuhören: „Privatrechtsgesellschaft“, stellst du dir da vor, dass es noch Gewerkschaften geben soll? Also Assoziationen von Menschen, die dann aber als Organisationen auch schon fast den Charakter von Dritten haben?

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