Was ist FreiwilligFrei?
Was ist Voluntarismus?Welche Rolle spielen Politik und Massenmedien für Voluntaristen?
Was zeichnet freie Menschen aus?
Wie stellen sie sich eine zivilisierte Gesellschaft vor?
Wie gelingt es, mit Freunden, Verwandten und Bekannten über Freiheit zu sprechen, ohne dass sie ihre Beziehung zu ihnen aufs Spiel setzen?
Was kann der Einzelne tun?
Wie lassen sich freiheitliche Lösungen von gewaltsamen Lösungen einfach und schnell unterscheiden?
Peter gibt in diesem Vortrag einfach verständliche Antworten auf diese Fragen. Das Video eignet sich als Einstieg in die Philosophie der Freiheit.

 

Die Aufzeichnung des Vortrags stammt vom Top Info Forum 8, das im Juni 2014 in Wiener Neustadt in Niederösterreich stattfand. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Franz Furtner, dem Veranstalter und an Roban, dem Organisator.

Top Info Forum:
http://www.top-info-forum.com/

Vorträge des Top Info Forum:
www.youtube.com/user/NaBoR2punkt0
http://www.youtube.com/user/aktionsalzburg

 

52 Responses to Das Geheimnis freier Menschen – Vortrag

  1. Hermann Messmer sagt:

    Die Ruhe, ein grundsätzliches Thema, so gelassen vorzutragen, gefällt mir ausserordentlich gut. Die Kraft der einfachen Worte, die sofort verständliche Darstellung wird, hoffe ich, viele Freunde finden. Peter, vielen Dank an Dich. Liebe Grüße. Hermann

    • nlen sagt:

      Und trotzdem halte ich die Prinzipien schon für kritikwürdig.
      Das Eigentumsprinzip verstanden als „mein/dein“ ist nur die Tatsache, dass man allein bestimmte Dinge kontrolliert, was den Begriff der Person ausmacht. Ein normativer Anspruch entsteht daraus allein überhaupt nicht. Also normativ auf das Eigentum an Dingen zu schließen, weil man etwas damit gemacht hat, ist problematisch, weil x andere Personen etwas „damit“ „gemacht“ haben. Und schon hat man den schönsten Streit um das Ding und das Machen und den Firieden, was jeder für sich definitionsoffen und anders sieht. Die Macht über andere ist dann nur die logische Folge dessen, dass Meinungsunterschiede über subjektive Wahrnehmungen über genannte Dinge bestehen, was wiederum Konflikte zur Folge hat, auch dauerhaft, solange nicht bestimmte Macht-Mechanismen greifen. Und dann kann man nicht kommen und sagen, es gelte das NAP, wenn sich Personen eh nicht vertragen können. Die Gewalt-entmonopolisierte Gesellschaft ist eben keine Friede-Freude-Eierkuchen-Veranstaltung, wo sich jedes Problem von selber löst, und dann muss man auch die diesbezüglichen Konflikte austragen dürfen, auch unverhältnismäßig. MaW: Läuse und Wanzen gehören zum Ganzen.

      • Hermann Messmer sagt:

        Es geht mir bei der Kommentierung nicht um die Exaktkeit. Es geht mir darum, das Peter die Zuhörer zuerst mit einfachen Worten sehr schnell zu einem Erkenntnisgewin führt. Die Bedeutung der Freiwilligkeit. Das die Begrifflichkeiten wie Eigentum nicht für eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema taugen, ist Dir und mir und wahrscheinlich auch Peter klar. Wie interessiert man Zuhörer für die Freiwilligkeit? Gerne so wie Peter. Wer tiefer in die Philosophie einsteigen will, wird Dich finden. Liebe Grüße an Dich, Norbert Lennartz (zur Googlesuche). Hermann Meßmer

      • funkeimdunkeln sagt:

        Interessante Gedanken!

        Nach längerem Nachdenken möchte ich mal mein Ergebnis vorstellen und würdem ich über Kommentare freuen.

        Handeln, auch „gewaltfreies Handeln“ setzt immer ein gegebenes Normsystem voraus, anhand dessen man die Handlungen bewertet. Dieses Normsystem ist stets unvollkommen und mängelbehaftet. Dennoch handelt es sich bei diesem System von Richtlinien und praktischen Leitfäden stets um einen Versuch praktisch unvermeidbare Probleme zu lösen. Diese Probleme sind unserer menschlichen Existenz inhärent.

        Eines der Probleme besteht in der Vermeidung von Konflikten. Wir alle haben ein sehr starkes Interesse an körperlicher Unversehrtheit. Wir wünschen uns also von einem Regelsystem, dass es dieses unser Interesse schützt. Das führt dann zu dem Prinzip der gewaltfreien Handlung.

        Ein anderes Interesse besteht in dem Bedürfnis nach Klarheit und Transparenz. Wir wollen einfach eine gewisse Handlungssicherheit. Wir wollen wissen, „was uns gehört“ und „was nicht“, damit wir zwischen erlaubten und unerlaubten Handlungen unterscheiden können. Das führt dann zu einer Entwicklung des Eigentums.

        Das führt mich dann aber auch zu folgender Frage: Wir erwarten von einem Regelsystem ja auch die Klärung der Frage nach der Rolle des Mitgefühls. Als soziale Wesen sind wir doch auch empfindsam und wollen Menschen, die es schwer haben, helfen. Wäre es dann nicht falsch diesen Aspekt über das Bedürfnis nach Klarheit und Transparenz zu stellen und ein Regelsystem einseitig nach dem Prinzip des Eigentums, nicht aber nach dem Prinzip der Solidarität zu gestalten?

        Und kann man dann nicht sogar soweit gehen und – wie es die Sozialisten tun – das Mitgefühlsprinzip in bestimmten oder in vielen Fällen über das Recht auf körperliche Unversehrheit stellen? Sind die Abwägungen, welches Interesse man höher bewertet, nicht völlig subjektiv?

        Nur mal so provokant gefragt.

        Mit freundlichem Gruß,
        Mirko

        • Hermann Messmer sagt:

          „Wäre es dann nicht falsch diesen Aspekt über das Bedürfnis nach Klarheit und Transparenz zu stellen und ein Regelsystem einseitig nach dem Prinzip des Eigentums, nicht aber nach dem Prinzip der Solidarität zu gestalten?“
          Die Frage nach mehr Exaktheit in der Darstellung von Peter?
          Mit dem Urteil „falsch“ nimmst Du ein höheres Bewertungssystem (Regelsystem) an, welches das neue Regelsystem bewertet. Sprechen wir doch über dieses höhere Bewertungssystem. Den Rest können wir dann schnell abchecken.
          Was ist den „Eiegntum“? Was ist den „Solidarität“? Was soll das für ein Prinzip sein? Oder sind Eigentum und Solidarität nur Folgen eines „Prinzips“ und gar nicht selbst ein „Prinzip“?
          Liebe Grüße
          Hermann

          • funkeimdunkeln sagt:

            „Eigentum“ und „Solidarität“ sind Folge unserer Bedürfnisse. Zum einem haben wir das Bedürfnis nach Klarheit, nach Struktur, nach Sicherheit und das Prinzip des Eigentums ist eine Strategie, um dieses Bedürfnis zu befriedigen.

            Ein anderes Bedürfnis ist ja dasjenige nach Beitrag zur Vermeidung von menschlichem Leid. Strategien hierfür wären Steuern, Hilfsaktionen, Bedingungsloses Grundeinkommen, etc.

            Die Frage ist ja, ob diese beiden Bedürfnisse nicht in grundlegender Weise miteinander kollidieren. Das ist ja die Befürchtung vieler Menschen. Wenn man ein Regelsystem nach Bedürfnissen wie Sicherheit und Struktur ausrichtet, sodass immer klar ist, wer was besitzt und wie man sich verhalten kann ohne die Sicherheit des anderen zu bedrohen, dann können theoretisch dadurch Ordnungen entstehen, bei denen das Bedürfnis nach Beitrag für die Armen und Schwachen nicht erfüllt wird.

            Ich möchte dazu sagen, dass ich persönlich nicht daran glaube, aber es gibt ja diese ganzen Theorien, nach denen es zu Macht-Akkumulation und Klassenbildung kommt und die behaupten ja im Kern nichts anderes als dass diese Entwicklung unvermeidlich sei. Aber wie kann man Klarheit darüber gewinnen, dass diese Theorien unglaubwürdig sind und wie kann man diese Erkenntnis anderen aufgeschlossenen Menschen vermitteln? Das ist doch eine wichtige Fragestellung, für die eine gute Antwort hilfreich ist, um den Menschen die Angst vor Diskriminierung, Ausbeutung, etc. auf dem „freien Markt“ zu nehmen.

            Mit freundlichem Gruß,
            Miro

          • „Aber wie kann man Klarheit darüber gewinnen, dass diese Theorien unglaubwürdig sind und wie kann man diese Erkenntnis anderen aufgeschlossenen Menschen vermitteln?“
            Indem man bei sich mit dem Selbstbetrug im Rechtsschein (hier ist kein vom Souverän legitimiertes Recht mehr vorhanden) aufgehört und seine eigene Souveränität inkl. der Macht über sich selbst hergestellt gehabt hatte – die Zeit war jetzt reif dafür, natürlich nur wenn Du wirst wissen wollen, was ich gemeint gehabt hatte („Sei Du SELBST die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst.“ Mahatma Gandhi). Auch das Denken, Sprechen und Schreiben in wahrheitsgetreuen Zeitformen wäre ein guter Anfang für die Lösung all der Probleme auf Erden – und damit auch derer jedes einzelnen Individuums – gewesen. (zurück in die Einheit)

        • nlen sagt:

          >> Handeln, auch “gewaltfreies Handeln” setzt immer ein gegebenes Normsystem voraus, anhand dessen man die Handlungen bewertet. Dieses Normsystem ist stets unvollkommen und mängelbehaftet.

          Das ist falsch. Die Ordnung ist schon im Begriff und in den Zutaten des Handelns enthalten. Da gibt es nichts zu bewerten oder zu bemängeln. Das ist so als würdest Du den Satz des Pythagoras bewerten und bemängeln.

          • funkeimdunkeln sagt:

            Naja, Moment mal:

            Als Handelnder hat man sehr wohl ein Normsystem. Handeln beinhaltet immer auch bewerten. Man wählt mit seinem Handeln einen „erstrebenswerten“ Zustand aus und benötigt somit ein Bewertungsmuster, nach dem man Zustände als „erstrebenswert“ klassifizieren könnte.

            Whenever we act, we employ some physical means (things valued as goods) – at a minimum our body and its standing room, but in most cases also various other, “external” things – so as to divert the “natural” course of events (the course of events we expect to happen if we were to act differently) in order to reach some more highly valued anticipated future state of affairs instead. With every action we aim at substituting a more favorable future state of affairs for a less favorable one that would result if we were to act differently.

            Aus Hans-Hermann Hoppe „The Ethics of Entrepreneurship and Profit“
            http://www.lewrockwell.com/2014/06/hans-hermann-hoppe/entrepreneurs-are-moral-heroes/

            Es stimmt sehr wohl, dass es nicht möglich ist dieses Bewertungssystem des Handelnden durch ein objektives Bewertungssystem zu bewerten – das wäre in der Tat genauso unsinnig wie den Satz des Pythagoras zu bewerten. Es stimmt aber m.E. sehr wohl, dass ein Handelnder über ein Bewertungssystem welcher Art auch immer verfügt – welches freilich bei jedem Menschen verschieden ist.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • funkeimdunkeln sagt:

            Ach ja: Und selbstverständlich kann ich mich als ein Handelnder die Fragen stellen, welche Zustände ich als besonders günstig bewerten soll, um meine Probleme zu lösen. Darüber hinaus kann ich die Feststellung machen, dass viele Probleme, die ich habe, auch andere Menschen haben, weil sie eben zur menschlichen Natur dazugehören. Damit sind wir bei dem Punkt, dass wir mit unseren Handlungen versuchen Bedürfnisse zu befriedigen und dass diese Bedürfnisse bei allen Menschen mehr oder weniger gleich sind.

        • Chris sagt:

          Eigentum kann man durchaus als problematisch empfinden, denn es gibt sehr unterschiedliche Quellen des Erwerbs von Eigentum: Produktion, Handel, Raub, Enteignung, Krieg… Diese Erwerbsarten sind sehr unterschiedlich zu werten. Nur irgendwann sieht man es dem Eigentum nicht mehr an, wie es erworben worden ist. Was nun? Man kann pragmatisch ansetzen und Normen jetzt sofort ansetzen und dabei einfach vom Status Quo der Gegenwart ausgehen. Damit ist das Eigentum, das jetzt existiert gerechtfertigt, sofern es nach den Prinzipien der akzeptierten Erwerbsarten angeeignet worden ist. Damit wird allerdings auch in Kauf genommen, dass geschehenes Unrecht (=Verstöße gegen die aufgestellten Normen), das nicht nachgewiesen werden kann oder das schon zu lange her ist, als dass es noch geheilt werden könnte, akzeptiert wird. Damit werden auch gesellschaftliche Ungleichheiten hingenommen, die entstanden sind. Aber was ist die Alternative?

          • funkeimdunkeln sagt:

            „Man kann pragmatisch ansetzen und Normen jetzt sofort ansetzen und dabei einfach vom Status Quo der Gegenwart ausgehen.“

            Nun, das Wörtchen „pragmatisch“ erachte ich in diesem Falle als absolut unpassend! 🙂

            Tatsächlich käme es einer Revolution gleich, wenn man unsere Gesellschaft von heute auf morgen in eine Gesellschaft der Privatnormen umwandeln würde. „Pragmatisch“ hingegen ist die Vorgehensweise Schritt für Schritt ein Umdenken der Menschen zu bewirken.

            Was ist „Eigentum“ eigentlich? Ein Prinzip, welches in der Rechtsprechung Anwendung findet. Damit aber eine solche überhaupt erst einmal stattfindet, müssen sich Menschen zusammentun, die diese betreiben. Das heißt, die Organisation des gemeinschaftlichen Zusammenlebens nach dem Prinzip des Eigentums erfordert als Voraussetzung die bewusste Auseinandersetzung und Reflektion der beteiligten Personen. Im Verlaufe dieser Reflektion tauchen dann die ganzen Fragen nach der Berücksichtigung der Herkunftsgeschichte des Eigentums auf und werden geklärt. Das müssen wir also gar nicht hier in diesem Kommentarbereich lösen. Wir können uns bequem zurücklehnen und es zukünftigen Generationen überlassen sich mit diesen ganzem Zeug herumzuschlagen. Praktikabler geht es nicht. 🙂

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • Chris sagt:

            Pragmatisch wäre einfach die Vorgehensweise, die gegebenen Eigentumsverhältnisse zu akzeptieren, sofern sie den angelegten Prinzipien entsprechen. Und da käme es eben auf die Prinzipien an, die man zugrunde legt. Wenn Eigentum nur akzeptabel ist, das durch eigene Arbeit oder den Einsatz von Kapital oder durch freien Tauschhandel entstanden ist, dann sieht es für alles mit Gewalt beschaffte Eigentum schlecht aus. Wenn man jedoch auch mit Gewalt beschafftes Eigentum, sofern die Beschaffung staatlich organisiert ist, hinzu nimmt, dann haben wir die gegenwärtige Ordnung. All diese Überlegungen beruhen freilich auf einem gegenseitig akzeptierten Konsens bzw. auf der Durchsetzung mit Gewalt (im Falle der staatlichen Ordnung).

          • funkeimdunkeln sagt:

            Hallo Erik,

            sehr schön, du kannst dir sicherlich sinnvoll und logisch klingende Prinzipien überlegen, aber wie setzt du sie auch durch? Egal, wie du sie definierst, irgendwer wird sich dagegen sträuben, irgendwer wird dadurch Verluste erleiden und heftigsten Widerstand leisten und dadurch endet die Pragmatik.

            Man denke nur an die ganzen Gefangenen, die im Gefängnis sitzen und die man ihres Eigentums am eigenen Körper beraubt hat. Was soll man mit denen machen? Sie alle freilassen? Sie alle eingesperrt lassen? Eine willkürliche Auswahl von Vergehen definieren?

            Man denke an die ganzen Straßen und Autobahnen. Wem wurden sie geraubt? Mir? Dir? Wie soll das Verfahren aussehen, nach dem man sie privatisiert wird? Wer soll das Verfahren durchführen?

            Dafür gibt es keine „pragmatischen“ Lösungen. Genauer gesagt gibt es dafür noch überhaupt keine Lösung. Wir stecken sozusagen in einem Haufen Riesenscheiße drinnen und müssen uns erst da Stück für Stück rauswühlen. Anders geht es leider nicht.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • @Mirko … dies hatte mich sehr angesprochen gehabt, denn jetzt waren wir folgerichtig an der Grenze zwischen Schein und Sein angelangt gewesen. Es war machbar gewesen, diese Grenze ohne Blessuren zu überschreiten – ich hatte es in mehreren Richtungen persönlich ausgetestet gehabt – sozusagen am eigenen Leibe.

          • Chris sagt:

            Hallo Mirko,

            ich antworte mal für Erik.

            Prinzipien wirst du nicht durchsetzen können, ohne auf Gewalt zu bauen, d.h. sie anderen aufzuzwingen. Ich glaube nicht, dass du auf diese Weise eine freie Gesellschaft erreichen wirst, wie sie dir vielleicht vorschwebt.

            Die pragmatische Vorgehensweise gegenüber Eigentum bedeutet zunächst nur, dass wir das Eigentum, das existiert akzeptieren können. Wenn wir aber in bestimmten Bereichen einen Konsens darüber erzielen, dass nur das freie Eigentum akzeptiert wird, dann können wir in diesen Bereichen auch einen anderen Eigentumsbegriff anwenden. Du denkst an Straßen. Das kann man sich sehr gut vorstellen, dass in bestimmten Gegenden, in denen ein Konsens über die Privatisierung von Straßen erzielt wird, diese auch privat geführt werden. Die Frage ist dann, wie breit muss der Konsens sein. Eigentlich sollte der Konsens alle Beteiligten umfassen, aber in unserer Demokratie reicht eine Mehrheit, um Eigentum zu privatisieren, wenn man dies wünscht.

            Alles sollte frei entschieden werden. Und zwar jeweils nach den Prinzipien, die sich die Menschen, die es betrifft, selbst geben. Ich wüsste nicht, was da vorgegeben werden könnte. Man kann natürlich – wie es hier gelegentlich geschieht – versuchen, alles logisch und zwingend abzuleiten. Aber wer sagt, dass man dem folgen muss, was da so zwingend abgeleitet wird?

          • funkeimdunkeln sagt:

            Hallo Chris!

            (Ich hatte dich in meiner letzten Antwort mit Erik angesprochen – ich hoffe, du warst nicht zu verwirrt deswegen! 😉 )

            Zunächst einmal stimme ich dir zu, dass es sehr problematisch ist Prinzipien mit Gewalt durchzusetzen. Die Wertschätzung der Prinzipien des Eigentums und der Gewaltfreiheit muss ein Resultat einer Renaissance des Bewusstseins sein.

            „Die pragmatische Vorgehensweise gegenüber Eigentum bedeutet zunächst nur, dass wir das Eigentum, das existiert akzeptieren können.“

            Das Problem ist hier nur, dass du wieder ein allgemeines Prinzip aufstellst und durchsetzen willst. Man könnte es vielleicht folgendermaßen umformulieren:
            „Wenn ein Beamter durch seine Tätigkeit für den Staat in den Besitz von Eigentum geraten ist, dann darf man ihm dieses nicht wegnehmen.“

            Und die Erfüllung dieses Prinzips zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Mit Gewalt oder mit der Vernunft.

            Wenn du versuchst diese Norm mit Gewalt durchzusetzen, dann machst du genau das, was der Staat macht.

            Wenn du versuchst dieses Ziel mit der Vernunft zu erreichen, dann scheiterst du.

            Nimm mal an, der Beamte war ein früherer Diktator und jetzt plündert der Mob seine schöne Villa. Was machst du? Bezahlst du eine Armee und schickst sie los, damit sie die Villa vor dem Mob beschützen? Wohl kaum.

            Okay, jetzt denken wir die Problematik noch einen Schritt weiter. Die FreiwilligFrei-Propaganda hatte Erfolg. Die Leute gehen nicht mehr wählen. Bei der letzten Wahl hatten wir nur eine Wahlbeteiligung von 10 %, wovon 5 % auf Martin Sonneborn entfällt. Es herrscht im Parlament das Chaos und die ganzen Sicherheitskräfte quittieren den Dienst.

            Du als Unternehmer nutzt die Gunst der Stunde und errichtest eine neue private Sicherheitsinstitution, um die Leute zu schützen. Was machst du? Schickst du erst einmal deine Wachleute los, um die schutzlos gewordenen Beamten des Staates zu schützen? Ist dir das die Mühe wert? Nein, das wirst du nicht tun. Dir werden diejenigen, die bisher vom Staat profitiert haben, egal sein. Du wirst sie ignorieren. Du wirst lediglich deine Kunden beschützen.

            Das heißt, mit deiner allgemeinen Überlegung „den Beamten und Staatsprofiteuren das Eigentum zu belassen“, scheiterst du. Weil du dieses Prinzip nicht mit Mitteln der Argumentation und der Vernunft zur allgemeinen Norm machen kannst, sondern nur mit Gewalt.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • Chris sagt:

            Hallo Mirko,

            <>
            nein, ich will kein Prinzip durchsetzen, sondern lediglich in dieser ersten Variante das schon Bestehende akzeptieren. Das allgemeine Prinzip, das du hier vermutest, besteht allein in dem vielleicht etwas konservativ anmutenden Akzeptieren des Bestehenden, egal wie es aussieht. Und wenn ich dieses Bestehende ändern will, dann muss ich es mit Menschen tun, die gleicher Meinung sind wie ich und dann können wir dies für uns in unserem Umfeld umsetzen. Dies bedeutet vorläufig allerdings nicht, dass wir dem Einfluss der bestehenden Ordnung entfliehen können (außer wir emigrieren, aber wohin?). Erst wenn die bestehende Ordnung qualitativ in Frage gestellt wird, dann kann sie verändert werden. Ein Beispiel für einen solchen Wandel des Systems wäre der Zusammenbruch der Parteiherrschaft in der DDR, wie immer man dazu stehen mag.

            „Und die Erfüllung dieses Prinzips zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Mit Gewalt oder mit der Vernunft.“
            Welches Prinzip? Wenn ich ein neues Prinzip wirksam werden lassen möchte, dann sollte ich es auf mein Leben anwenden und Leute finden, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin. Gewalt scheidet da aus. Und Vernunft? Kann eine Möglichkeit sein, auch wenn du denkst, dass sie scheitert. Aber sie scheitert nur da, wo du sie zum allgemeinen Prinzip erheben möchtest. Für mich oder einen anderen kann Vernunft durchaus der Hebel sein, um mein und sein Leben zu verändern. Es kann aber auch etwas anderes sein als Vernunft (oder Gewalt). Es bedarf nur rein praktisch gedacht des Entschlusses, etwas zu tun, aus welchen Gründen auch immer man zu diesem Schluss gelangt. Vernunft wird vermutlich immer mit dabei gewesen sein.

            Schließlich: Warum sollte ich ein System, das wie von dir geschildert zusammenbricht, schützen wollen? Wenn die alte Ordnung sich auflöst, dann tritt eine neue an ihre Stelle. Und ich kann hoffen, dass es die Ordnung ist, für die ich mich eingesetzt habe. Und diese Ordnung ist keine von staatlicher Willkürherrschaft, aber auch keine von Unternehmern, die glauben im Sinne eines wie auch immer verstandenen Ganzen, mit ihren „Sicherheitskräften“ eine eigene Ordnung herstellen zu müssen. Das ist letztlich gehupft wie gesprungen.

            Die von dir so bezeichnete „allgemeine Überlegung“, den „Beamten und Staatsprofiteuren das Eigentum zu belassen“ entspricht in etwa dem ersten Satz in meinem vorangegangenen Text: „Die pragmatische Vorgehensweise gegenüber Eigentum bedeutet zunächst nur, dass wir das Eigentum, das existiert akzeptieren können. Wenn wir aber in bestimmten Bereichen einen Konsens darüber erzielen, dass nur das freie Eigentum akzeptiert wird, dann können wir in diesen Bereichen auch einen anderen Eigentumsbegriff anwenden.“ Wenn wir das bestehende Eigentum nicht akzeptieren, geraten wir in Konflikt mit der bestehenden staatlichen Ordnung. Diese aber ist keine Willkürherrschaft, sondern von der Bevölkerung durch Wahlen und durch die Abwesenheit von Alternativen legitimiert. Wenn ich nun mit Gewalt gegen diese Ordnung vorgehe, widerspreche ich dem Prinzip der Gewaltfreiheit. Das ist allerdings nur dann ein Problem, wenn eine gewaltfreie Gesellschaft mein Ziel sein sollte. Solange ich unter der bestehenden Ordnung lebe, muss ich die Gesetze dieser Ordnung akzeptieren. Vielleicht könnte ich mich darauf berufen, dass die Vorstellungen des Staates nicht meine Vorstellungen sind und damit meine Gewalt als „Gegengewalt“ legitimieren. Diese Argumentation kennt man aus verschiedensten Zusammenhängen, seien es gewalttätige Anarchisten und Terroristen oder auch einfach Gegner staatlicher Großprojekte (AKWs, Flughäfen, Bahnhöfe etc.). Je nachdem wie der Protest gestaltet ist, lässt er sich in Einklang mit Gewaltfreiheit bringen. Aber die Enteignung meiner Mitbürger, die aufgrund ihrer Berufswahl für den Staat als Professoren, Lehrer oder Sachbearbeiter tätig waren, würde aus meiner gerade begründeten Sicht mit Sicherheit nicht darunter fallen. Wenn ich an das Eigentum meiner Mitbürger will, sollte ich darauf warten bis sie es mir freiwillig überlassen…

            Deinen letzten Satz verstehe ich überhaupt nicht: „Weil du dieses Prinzip nicht mit Mitteln der Argumentation und der Vernunft zur allgemeinen Norm machen kannst, sondern nur mit Gewalt.“
            Immer noch die Frage: welches Prinzip? Ich versuche, den von mir als praktisch oder pragmatisch bezeichneten Handlungsansatz, den ich etwas weiter oben noch einmal vollständig (!) zitiert habe, argumentativ mit Vernunft zu begründen. An welcher Stelle befürworte ich die Gewalt? Es scheint mir doch eher so, dass du mit Gewalt deine Mitbürger, die für den Staat tätig waren, enteignen möchtest. Oder verstehe ich dich da falsch?

            Viele Grüße,
            Chris

          • … und wenn sie nicht gestorben sind, dann diskutieren die Treunehmer zum fremden NAMEN (LINK: wp.me/p2sNSL-4u) noch heute über ungelegte Eier – die unmerklich geöffnete Tür in die Freiheit wollten sie dann doch lieber geschlossen wissen. Wie bereits gesagt, eine ehrliche Selbstinventur war hier für jeden eindeutig von Vorteil gewesen. Wer bin ICH, was will ICH, was suche ICH, was biete ICH – und schon hatte es mit dem Nachbarn bestens geklappt. 😉

          • funkeimdunkeln sagt:

            „Ich versuche, den von mir als praktisch oder pragmatisch bezeichneten Handlungsansatz, den ich etwas weiter oben noch einmal vollständig (!) zitiert habe, argumentativ mit Vernunft zu begründen.“

            Okay, jetzt verstehe ich dich besser. 🙂

            Du möchtest also sozusagen keine ethischen Bewertungen aufstellen, sondern dein persönliches Handlungskonzept vorstellen. Da war ich in der falschen Kategorie.

            So, wie du das jetzt beschreibst, klingt das sehr plausibel und wurde auch von Jesus schon so gesehen:
            So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
            (Matth. 22:21)

            Was den Widerstand gegen den Staat angeht, so ist m.E. vor allem das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Jemanden zu bedrohen, nur weil er Politiker ist, das würde deutlich zu weitgehen.

            Allerdings kann man daraus auch nicht die Schlussfolgerung ableiten, dass jeder Widerstand gegen den Staat ethisch verwerflich wäre. Das Grundprinzip, das hier zur Anwendung kommen muss, ist das der Verhältnismäßigkeit, nicht das des Respekts vor dem Eigentum.

            Ein schönes Beispiel hierfür ist Edward Snowden. An sich ist sein Handeln ein klarer Verstoß gegen Eigentumsrechte. Er hat mit seinem Eintritt in die Behörde einen Vertrag unterschrieben, in welchem er sich zur Geheimhaltung gewisser Dokumente verpflichtet, und gegen diesen Vertrag hat er in krasser Weise verstoßen. Dennoch schätzen und ehren wir sein Handeln sehr, weil es als ein gerechtfertiger Widerstand gegen massive initiierende Gewalt des Staates zu werten ist.

            Und genauso wäre es nur vom Sinne der Verhältnismäßigkeit, nicht aber von dem Sinne des Respekts am Eigentum unrechtfertigbar das Haus des Professors niederzubrennen. Denn der Professor bediente sich zum Erwerb seiner Güter in massivster Weise der Mittel einer Unrechtsorganisation, des Staates bzw. seiner Unterabteilung, der Universität. Dieser Besitz ist also von einem ganz prinzipiellen Standpunkt aus genauso wenig schützenswert wie das Eigentum eines Mafia-Bosses. Lediglich die „mildernden Umstände“ wie z.B. die Tatsache, dass der Professor aufgrund mangelhafter Reflektion über die Gewalttätigkeit des Staates oder einfach aus Mangeln an Alternativen (wo sonst sind Japanologen und Sinologen gefragt?) seine Entscheidungen getroffen hat, ist letzlich entscheidend dafür, dass die Gewalt gegen sein Eigentum nicht dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit entspricht.

            An dem Beispiel mit Edmund Snowden sieht man auch, dass Widerstand gegen den Staat bzw. dessen Repräsentanten nicht dadurch seinen heldenhaften Charakter verliert, dass der Staat demokratisch legitimiert ist. Auch hier gilt wieder, dass die Organisation des Staates, ihre Strukturierung, die Art und Weise ihrer tatsächlichen Machtausübung bestenfalls in der Bewertung der Verhältnismäßigkeit des Widerstandes miteinfließen kann, aber nichts an ihrer grundsätzlichen Einordnung als gerechtfertigt ändern kann.

            Vielleicht könnte man also das, was du als „pragmatisch Vorgehensweise“ bezeichnest, auch als „Prinzip der Verhältnismäßigkeit“ bezeichnen.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • Chris sagt:

            Vielleicht könnte man also das, was du als “pragmatisch Vorgehensweise” bezeichnest, auch als “Prinzip der Verhältnismäßigkeit” bezeichnen.

            Ja, warum nicht. Verhältnismäßigkeit ist das Wesen eines pragmatischen Vorgehens. Kritik an Verhältnissen, die nicht gefallen soll doch nicht ausgeschlossen werden. Aber was bringt es, wenn du dem Lehrer sein Hab und Gut abnimmst, weil er nach deiner Auffassung auf deine Kosten lebt? Wir erreichen nichts als chaotische Verhältnisse. Es ist unbedingt sinnvoller mit seinem Leben selbst etwas Neues zu versuchen und an die Stelle des Alten etwas Neues zu setzen. Da hat auch Wassermann vollkommen recht. 🙂

          • funkeimdunkeln sagt:

            „Aber was bringt es, wenn du dem Lehrer sein Hab und Gut abnimmst, weil er nach deiner Auffassung auf deine Kosten lebt?“

            Och… ein bisschen Spaß muss sein! 😉
            Nach dem Motto „Hurra, hurra, die Schule brennt!“

            Aber im Ernst, derartige Fragen sind nicht nur theoretische Elfenbeinturmdebatten, sondern auch gewinnen immer wieder an praktische Relevanz. Man denke etwa an den Fall Gurlitt. Seine Kunstsammlung bestand ja aus Bildern, die Künstlern während der NS-Zeit gestohlen worden ist. Deswegen ist die Beschlagnahmung dieser Kunstwerke und die Rückgabe an die Nachkommen der Urheber sicherlich ethisch gerechtfertigt. Gleichwohl kann man sich hier fragen, ob das Grundprinzip der Verhältnismäßigkeit bei einem so alten und herzkranken Mann hier beachtet wurde.

            Mit freundlichen Gruß,
            Mirko

          • Chris sagt:

            Mirko: Deswegen ist die Beschlagnahmung dieser Kunstwerke und die Rückgabe an die Nachkommen der Urheber sicherlich ethisch gerechtfertigt.

            Das denke ich auch. Und man kann sich auch leicht vorstellen, dass genau dieses Prinzip auch in einer Gesellschaft ohne Staat wirken würde: Rückgabe an die privaten Eigentümer. Wenn allerdings keine privaten Eigentümer mehr zu ermitteln sind, müsste man sich andere gesellschaftliche Lösungen überlegen (oder anteilig privatisieren?). Aber das ist – wie so vieles – vorläufig Gedankenspiel.

  2. funkeimdunkeln sagt:

    Meine Zustimmung! Freiheit ist ein so umfangreiches und so wichtiges Thema, dass es wichtig ist immer wieder zu den klaren und grundlegenden Prinzipien zu kommen.

    In der Schule und an den Universitäten bekommt man eine unglaubliche Menge an intellektuellem Ballast aufgebürdet. Die Momente, in denen man merkt, was für ein großer Mist das alles doch ist, weil es grundlegende Dinge gibt, die dem widersprechen, können richtig hart werden – aber wenn man erst mal gelernt hat selbstständig zu denken (und zu handeln), dann ist man ein gutes Stück freier.

    Dann hält man es mit Nietzsche:
    „Ich empfinde nicht mehr mit euch: diese Wolke, die ich unter mir sehe, diese Schwärze und Schwere, über die ich lache – gerade das ist eure Gewitterwolke.“
    (Also sprach Zarathustra, „Vom Lesen und Schreiben“)

    Mit liebem Gruß,
    Mirko

  3. Roberto Solano sagt:

    Sehr guter Vortrag von Peter. Anschaulich und gut vorgetragen. Ich bin mir sicher, dass es Peter gelungen ist, viele Menschen aus dieser Veranstaltung zu inspirieren sich dem thema Freiheit und Voluntarismus zu öffnen. Und es wartet jede Menge Material hier auf Freiwilligfrei für interessierte, um den Gedanken der Freiheit zu konkretisieren und plastisch zum Leben zu erwecken. Eine tolle Arbeit ,Peter !!

  4. Erik sagt:

    als vernünftiger Mensch bin ich einverstanden. Freiwilligkeit ja oder nein = gut oder schlecht. Aber wie gehen wir vernünftigen Menschen mit den unvernünftigen um? Oder gar mit Wahnsinnigen? Was macht ein Verein von freiwilligen mit einem unvernünftigen und/oder wahnsinnigen Vereinsmitglied? Ausschliessen. Aber wenn er sich weigert? Wenn nötig mit Gewalt ausschliessen? Ist das dann Selbstverteidigung? Wenn nein welches sonstigen Alternativen bestehen in so eine Fall? Wenn ja wer bestimmt anhand welcher Kriterien wann jeamand als unvernünftig und/oder wahnsinnig einzustufen ist und deshalb zur Selbstverteidigung mit Gewalt ausgeschlossen werden kann?

    • Roberto Solano sagt:

      Hallo Erik, was meinst du mit Unvernüftigen oder gar mit Wahnsinnigen ? Solange Menschen nicht das Eigentumsrecht anderer Menschen verletzten, solange können sie unvernünftig oder auch wahnsinnig sein. mach doch mal ein Beispiel, denn dann kann man verstehen was du meinst.

      • Erik sagt:

        hallo Roberto. Gerne mache ich ein Beispiel. Nehmen wir einen Verein. Der hat einen Zweck und 100 Menschen finden diesen Zweck gut und treten freiwillig bei. Dann hast du 100 verschiedene Ansichten wie der definierte Zweck am besten erreicht wird. Vernünftige Menschen würden sich auf ein Vorgehen einigen können um den Zweck zu erreichen. Aber wenn 100 Menschen zusammenkommen sind auch immer unvernünftige oder sogar wahnsinnige dabei. Die haben dann völlig unvernünftige oder wahnsinnige Vorschläge um den definierten Zweck zu erreichen und sind eben weil sie unvernünftig oder wahnsinnig sind auch nicht kompromissbereit und treten auch nicht freiwillig aus dem Verein aus. Sie blockieren alles verletzen aber kein Eigentumsrecht anderer Menschen. Was können die vernünftigen nun machen um die unvernünftigen oder wahnsinnigen ohne Gewalt zur Vernunft zu bringen?

        • Roberto Solano sagt:

          Hallo Erik,

          um ein konkretes Beispiel zu durchdenken, fehlen uns die wichtigsten Informationen zum Verein. Regeln, Moral, Statuten etc des Vereins und wie die Willensbildung des Vereins funktioniert. Wer entscheidet und wie ? Wenn es keine Regeln gibt, nachdem der Verein entscheidet, wie vorzugehen ist, dann ist das eigentlich kein Verein, sondern nur ein looser Zusammenschluss von Leuten. Aber gut nehmen wir an, es ist nur ein Zusammenschluss von Leuten, ohne Regeln und ohne Entscheider.

          Nehmen wir an, der Konsenz besteht darin hungernden Menschen in Afrika zu helfen. Nennen wir den Verein Brot für Afrika.

          Nehmen wir an, der Verein hat keine Hierarchie, keine Prinzipien oder Statuten, die festlegen, welche Massnahmen mit dem Verein konform gehen und welche nicht, dann können sozusagen alle Mitglieder Vorschläge und Umsetzungspläne einbringen und Geld sammeln. Also, alle Mitglieder bieten ihre Vorschläge an, um den Zweck umzusetzen.

          Einige Mitglieder sind der Meinung, dass Alkohol bereitgestellt werden soll
          Andere Mitglieder sind nicht bereit irgendetwas zu investieren, sondern wollen den Afrikanern nur gut zureden.
          Andere Mitglieder wollen in Plantagen investieren um Lebensmittel zu produzieren
          Andere Mitglieder wollen Waffen kaufen und nach Afrika senden, damit die Leute dort ihre Nachbarn überfallen können.
          Andere Mitglieder wollen eine Partei in Afrika gründen, um Lebensmittel zu versprechen.

          Es ist klar zu sehen, das nur die Initiativen eine Chance auf Umsetzung haben, die genug Mittel aufbringen können, d.h genug Leute zum Einzahlen überzeugen können, um das Programm umzusetzen. Und sollte es Mitglieder geben, die völlig wahnsinnige Vorschläge einbringen, die niemanden interessieren, dann werden sie auch niemanden finden, der diese Vorschläge freiwillig unterstützt und es ist unbedeutend, ob diese Leute im Verein sind oder nicht, denn sie werden aussenstehende sein, weil niemand mit ihnen Aktionen macht und sie auch bei keinen Aktionen, mitmachen, dann sind sie nicht relevant.
          Also wo ist das Problem ?

        • Kernsucher sagt:

          Hallo, Erik!

          Man kann natürlich, und wird es sicherlich auch, eine Zeit lang versuchen, diesen Menschen um zu stimmen.
          Sollte das nicht möglich sein, muß man ihn ignorieren, also den Kontakt zu im abbrechen.
          Notfalls muß er aus der Gruppe gewaltsam (mit angemessener Gewalt) ausgeschlossen werden.
          Wenn jemand krankhaft wahnsinnig ist und dauerhaft in der Gruppe verbleibt (weil er z.B. nicht körperlich aggresiv ist, sondern „nur“ ständig stört und das Zusammenleben der anderen beeinträchtigt), dann sollte derjenige trotzdem ausgeschlossen werden.

          • Erik sagt:

            hallo Kernsucher. Danke für deine vernünftige Antwort. So wie du sagst läuft es in der Praxis. Das Problem ist dann halt jeweils folgendes: Wer bestimmt anhand von welchen Kriterien ob eine Person ein notfalls mit Gewalt auszuschliessender Querulant ist oder nicht. Oder anders gesagt. Wer bestimmt bei einer Gruppe anhand von welchen Kriterien wann gewaltsame Notwehr angebracht ist. Ein Praxisproblem, das Theoretiker leider oft einfach ignorieren

          • funkeimdunkeln sagt:

            Hallo Erik,

            <<Wer bestimmt anhand von welchen <<Kriterien ob eine Person ein notfalls mit <<Gewalt auszuschliessender Querulant ist <<oder nicht.

            wir müssen unterscheiden zwischen einer "Gruppe" und einer "Gesellschaft".

            In einer Gruppe wie Herrn Müllers Kaninchenzüchterverein herrscht Binnenrecht. Wenn Herr Müller dort wie ein Diktator herrscht und keine Leute mit Pickeln auf der Stirn haben möchte, dann ist das seine Sache. Die Kriterien sind dann völlig willkürlich gesetzt und durch die Vereinssatzung bestimmt.

            In einer Gesellschaft gilt hingegen das "Gewaltausschlussprinzip". Dann ist es völlig irrelevant, ob jemand ein "Querulant" ist.

            Mit anderen Worten: Wenn eine christliche Sekte eine Frau ausschließen sollte, weil sie außerehelichen Sex hatte, dann ist das deren Problem und nicht unseres.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • Erik sagt:

            „In einer Gesellschaft gilt hingegen das „Gewaltausschlussprinzip“. Dann ist es völlig irrelevant, ob jemand ein „Querulant“ ist.“
            Aber wenn der Querulant das „Gewaltausschlussprinzip“ verletzt kommt das Selbstverteidungsrecht ins Spiel. Dann stellt sich die Frage, wie definiert sich Gewalt respektive wer bestimmt anhand welcher Kriterien wie in einer Gesellschaft Gewalt definiert wird. Also wer bestimmt anhand welcher Kriterien wann Selbstverteidigung angebracht ist. Denn wer Tot ist kann sich nicht mehr selber verteidigen…

          • Kernsucher sagt:

            Hallo, Erik!

            „Ein Praxisproblem, das Theoretiker leider oft einfach ignorieren“

            Ja, scheint mir auch so.
            Überhaupt scheint es mir so, als würde hier vieles ausgeblendet, ignoriert oder umgangen werden.
            Z.B. der Wissensstand der letzten 2-300 Jahre auf verschiedenen Gebieten.

            „Wer bestimmt bei einer Gruppe anhand von welchen Kriterien wann gewaltsame Notwehr angebracht ist.“

            Ich denke, wenn sich alle Gruppenmitglieder darin einig sind, diese Notwehr durchzusetzen.
            Das erscheint mir ein eher kleines Problem zu sein.
            Größer wird das Problem, wenn einige nicht mit den anderen überinstimmen. Gibt es dann eine Autorität, die entscheidet?
            Wäre eine übergeordnete Autorität, die entscheidet, nicht der Beginn eines neuen Machtsystems?

            MfG

  5. […] Was ist FreiwilligFrei? Was ist Voluntarismus?Welche Rolle spielen Politik und Massenmedien für Voluntaristen? Was zeichnet freie Menschen aus? Wie stellen sie sich eine zivilisierte Gesellschaft vor? Wie gelingt es, mit Freunden, Verwandten und Bekannten über Freiheit zu sprechen, ohne dass sie ihre Beziehung zu ihnen aufs Spiel setzen? Was kann der Einzelne tun? Wie lassen sich freiheitliche Lösungen von gewaltsamen Lösungen einfach und schnell unterscheiden? Peter gibt in diesem Vortrag einfach verständliche Antworten auf diese Fragen. Das Video eignet sich als Einstieg in die Philosophie der Freiheit. Quelle: http://www.freiwilligfrei.info/archives/6712 […]

  6. […] Das Geheimnis freier Menschen – Vortrag (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({}); […]

  7. Infoliner sagt:

    Wie kommt Ihr denn auf den Zusammenhang von „libertärem“ Handeln und Freiheit?
    Freiheit, das ist einzig eine Bewußtseinsfrage, man denke dabei an Erfahrungen wie die von Solschenizyn, der beschrieb, nie freier gewesen zu sein, als im Gulag.

    Womit Ihr Euch hier eigentlich befaßt, ist nicht Freiheit, sondern ist der Versuch einer Lösung der sozialen Fragen der Gegenwart. Dabei steht für Euch die Entwirrung der sozialen Verhältnisse im Vordergrund. Klarheit ist wichtig und die Verwechslung Eures Anliegens mit einem Streben nach Freiheit wird Eurer Sache auf die Dauer nicht hilfreich sein.

  8. funkeimdunkeln sagt:

    Guten Tag Infoliner,

    rein logisch gesehen kann Freiheit nicht nur ein Bewusstseinszustand sein. Rein logisch gesehen muss Freiheit auch ein sozialer Zustand sein.

    Denn wenn du zwei verschiedene Bewusstseinszustände voneinander abgrenzt, einen der Freiheit und einen der Unfreiheit, dann erkennst du somit einen Dualismus im Erkennen und Handeln an. Wenn du jedoch diesen Dualismus anerkennst, dann muss er auch für Handlungen im sozialen Kontext gelten.

    Freiheit ist ja kein Gefühl. Freiheit drückt sich immer in dem aus, was wir aktiv entscheiden. Und unsere Entscheidungen berühren auch unsere Mitmenschen im Guten wie im Schlechten.

    Mit freundlichem Gruß,
    Mirko

  9. Mit folgenden Gedanken und Grundsätzen hatte ich in letzter Zeit einigen Erfolg erreichen gekonnt:
    Nichts war geregelt gewesen, was nicht auch gerecht und in beiderseitiger / partnerschaftlicher / gesamtgesellschaftlicher Übereinstimmung (Konsens mit Vertrag, Konvent mit Gesellschaftsvertrag) geregelt worden war – egal ob in Politik, Wirtschaft, Handel, Recht, Kultur, Wissenschaft, Medien, Bankwesen, Erziehung, Familie oder durch friedenserhaltende Maßnahmen. (Grundsatz frei nach Abraham Lincoln)

    „Nichts ist geregelt, was nicht auch gerecht geregelt wurde.“
    – Abraham Lincoln – (1809-1865; 16. Präsident der USA)

    „Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede. Man muß sie hören alle beede.“ (alter deutscher Rechtsgrundsatz sowie eine Begründung zum Beispiel für das rechtliche Gehör in jeder Güteverhandlung)

    Geist des Friedens
    – Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füge auch keinem Anderen zu
    – Was Du möchtest, das man Gutes Dir tue, das tue auch einem Anderen
    – Jeder hat sich so zu verhalten, daß Niemand mehr als unvermeidlich belästigt oder behindert wird
    – Kann das Echo nicht mehr gehalten werden, dann wird es zu Dir zurückkommen, also säe jederzeit Gerechtigkeit – Wahrheit – Ausgewogenheit + Liebe – Respekt – Anerkennung = Menschlichkeit, denn was wir säen, das werden wir ernten.

    Es war bewußten, ehrbaren und gerechten Menschen niemals darum gegangen, das System/den Staat umgehen oder es/ihn unterwandern zu wollen, vielleicht gar zum System ein eigenes Sub-System oder zum großen Spielcasino ein eigenes Spielcasino aufbauen, also in der Scheinwelt mitspielen zu wollen, um sich Besserstellungen bei der Nutzung der Systemlizenzen ergaunern zu können, nein, diese Menschen hatten nur die Scheinwelt und den Rechtsschein verlassen wollen. Sie hatten sich in der Wirklichkeit auf Basis Geburts-, Natur- und Namenrecht als Souverän mit Gleichgestellten und Gleichgesinnten ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst/FreiwilligFrei und dafür mit Gemeinsinn, ihren eigenen Erfindungen, in eigenen freien Gemeinden und im Einklang mit der Natur und allen Wesen auf Erden aufbauen wollen.

    Jeden Tag bewußt etwas Selbstliebe, Nächstenliebe und über nichts und niemanden zu urteilen üben (durch die eigene neutrale Position) wird dich allmählich unangreifbar machen wollen.

    Wir werden uns alle gemeinsam durch ein Schichtwerk von Irrtümern, Verfälschungen, Verklärungen, Lügen, Halbwahrheiten, Gruppenzwangtheorien und Wahnvorstellungen bis zur Wahrheit durcharbeiten wollen – ein langer Weg der Loslösung des Menschen von seiner heutigen kleinen, kurzsichtigen, blinden Gier und seiner Bewußtwerdung auf allen Ebenen. Nicht von ungefähr hatte es geheißen: “Befreie Deinen Geist.”

  10. Privateigentum = geraubtes Eigentum (lat. privare = berauben)

    „Der Einzige, der kritisch über Platon schrieb, war Friedrich Nietzsche. Er erkannte das, was der riesige Fehler der Griechen war und welcher auch deren heutigen Anhängern und Interpreten immer noch unterläuft. Platon hatte ein Weltbild, das aus Sklaven bestand. Auf dieser Tatsache baute all seine Logik und seine Sicht auf die Welt auf. Heute wird dieses Weltbild immer noch im Geheimen gehütet, aber man sieht die Sklaven trotzdem. Im Allgemeinen hält man das für einen Fortschritt, doch es hat nicht dazu geführt, Freiheit, Weltbild oder gar das Menschsein, neu zu definieren. Ein grundlegender Denkfehler, der dringendes aufzulösen ist.
    Natürlich neigt jetzt der konditionierte, trainierte und vernunftagierende Mensch sofort zu logischen Schlußfolgerungen, zu vermuten, daß hinterrücks die Sklaverei wieder eingeführt wird. Ihm fällt nicht auf, daß sie niemals abgeschafft wurde. Ein Sklave ist nicht frei, indem man ihm die Freiheit schenkt und ihn weiterhin, nach den Regeln des Eigentumsdenken, hält wie ein Tier. Verzeihen Sie mir die harte Umgangsart mit ihren Gefühlen, aber die Wahrheit war noch nie angenehm.“ (ein wenig redaktionell bearbeitet)

    Die Wahrheit verfolgt einen, bis man sie in ihrer Tiefe und Vollkommenheit entsprechend dem eigenen geistigen Vermögen (was unbegrenzt trainierbar ist) erkennt. Da schützen einen auch die täglichen Entschuldigungen nicht, was man alles Wichtiges noch zu erledigen hätte, auch der vielfach demonstrierte Willensmangel nicht, die Welt zu erkennen, wie sie wirklich ist und die Scheinwelt endlich zu verlassen, den Kindern und Enkeln und deren Zukunft zu Liebe. Wisse: Die Freiheit nach dem Naturrecht ist eine wahrlich große Macht. Sprich: „Ich BIN die MACHT. Ich BIN ALLES. ALLES ist EINS. ALLES ist die MACHT. Es gibt nichts zu verlieren. Ich BIN immer zu HAUSE.“
    Die Lösung ist die Loslösung (die Loslösung vom Eigentum in der Fiktion; vom Eigentum an Natur und Erde, vom nicht im Eigentum befindlichen NAMEN, von der Verwaltung des Menschen als Sache, vom Eigentum an Menschen und den Handel mit Menschen und damit von der niemals abgeschafften Sklaverei). Dieser Gedanke begleitet uns ab nun, bis wir ihn zu Ende gedacht haben, im Hier und Jetzt. Wie sagte doch Einstein: „Man muß so einfach denken wie ein Kind. Man kann die Probleme nicht mit den Denkweisen lösen, die zu ihnen geführt haben.“ – Hierzu sei noch eine Anregung zum Nachdenken angefügt: Wir müssen wieder so “w e r d e n” (nicht denken) wie die Kinder. Kinder denken nämlich nicht, sondern sie “sind” – einfach. Es ist genau unser Denkfehler, der unser Leben oft unerträglich macht. Es soll damit mehr Achtung auf das gesprochene Wort gelegt werden, denn wie leicht wird die Bedeutung durch unbewußtes Sprechen verwässert oder verfälscht. – Eine Selbstinventur ist für die Loslösung eine gute Ausgangsposition. [mehr dazu siehe 07-02-2013 + 25-05-2013 – rsv.daten-web(.de/)aktuell(.html)]

    • Chris sagt:

      oder befreien, private = befreien, der befreite Mensch… vielleicht noch besser der sich selbst befreiende Mensch 🙂

      • Ja unbedingt, die Selbst-Befreiung sowohl vom Geraubten als auch vom Beraubt-Sein und vom Fremdbestimmten sowie die damit verbundene Bewußtwerdung als beseeltes göttliches Wesen. 😉
        „Sei Dir bewußt, daß Du jederzeit neu beginnen kannst. Manifestiere das, was Deiner inneren Wahrheit und Deinen ursprünglichen Absichten entspricht.“ (Göttin Isis)

  11. Ein „Ehrenkodex“
    Wahre Freiheit findet sich nur in der Gemeinschaft ehrenhafter, rechtsfähiger und für sich selbst zuständiger Menschen, die, auch wenn sie keine Zuneigung zueinander haben, sich dennoch in den Handlungen des täglichen Lebens vertrauen. Nur Menschen niederster Gesinnung verstoßen gegen diesen ungeschriebenen Ehrenkodex.

    • Erik sagt:

      schön und gut. Aber was machen die Menschen mit „höchster Gesinnung“ mit den Menschen „niederster Gesinnung“? Und wer entscheidet was eine „hohe Gesinnung“ und was eine „niedere Gesinnung“ ist?

      • … wenn alles im Fluß des selbstbestimmten Lebens gewesen war, hatte sich dies alles wie auf wundersame Weise von selbst gefügt. Wir hatten uns nun an der Schwelle des Übergangs vom Fischezeitalter zum Wassermannzeitalter befunden gehabt, da gab es noch viele ‚aber‘ und somit auch Aberglauben und Zweifel.

        Alle Prophezeiungen für die vor uns liegende Zeitenwende zeichnen ein Bild drastischer Verschlechterungen der Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Verhältnisse wegen des Mangels der Menschen an Einsicht und Mitgefühl, kurz einem *Nicht-Wahrhaben-Wollen*. Die Naturgesetze, die sich nicht betrügen lassen, werden ein *Wahrhaben-Müssen* und damit eine *Sichtweisen-Korrektur* erzwingen.

        So heißt es dann auch:
        „Das Alte fällt, es ändert sich die Zeit
        und Neues Leben blüht aus den Ruinen.“

        Aber es muß nicht soweit kommen, denn:
        Vorbeugen ist besser als heilen.

        „Das ist die klarste Kritik von der Welt,
        wenn neben das, was ihm mißfällt,
        einer was Eigenes, Besseres stellt!“ – Emanuel Geibel –

      • funkeimdunkeln sagt:

        Hallo Erik,

        wenn Menschen sich friedlich zusammentun und eine Gruppe gründen, können sie selbstverständlich auch Ausschlusskriterien für die Mitgliedschaft in dieser Gruppe definieren. Ob die Teilnehmer dieser Gruppe sich dann „edle & humane Menschen mit höchster Gesinnung“ oder „lustiger Karnevalsverein für fröhliche Leut'“ nennen, ist demgegenüber zweitrangig.

        Mit freundlichem Gruß,
        Mirko

        • Erik sagt:

          schön und gut, Mirko. Aber dann braucht es auch innerhalb dieser Gruppe eine „richterliche Instanz“ die entscheidet, ob jemand ein Ausschlusskriterium erfüllt oder nicht. Wer soll diese „richterliche Instanz“ warum sein?
          Und wenn es um die ganze Gesellschaft und nicht „nur“ um eine Gruppe innerhalb der Gesellschaft geht stellt sich zusätzlich noch die Fragen, was mit den auszuschliessenden passieren soll. Unter dem Aspekt „Notwehr“ könnte diese „richterliche Instanz“ dann einsperren oder auf eine Insel verbannen oder umbringen oder so was. Aber wo ist denn dann der Unterschied zu allen jetztigen unfreiheitlichen Systemen?
          Hier scheint mir leider das Konzept von „freiwilligfrei“ an seine Grenzen zu stossen. Ausser man hofft, dass es einmal keine auszuschliessenden mehr geben wird weil alle Menschen „gut“ sind (siehe Kommentar „Loslösung -Wassermann“). Aber würde denn das nicht heissen, wir Menschen wären so eine Art auf „gut“ programmierte Roboter?

          • funkeimdunkeln sagt:

            Hallo,

            innerhalb der Gruppe gilt dann „Binnenrecht“, das heißt, die Gruppenmitglieder erkennen mit dem Eintritt in die Gruppe eine „richterliche Instanz“ per Vertrag an.
            Was nun die Interaktion zwischen den einzelnen Gruppen anbelangt, so ist festzustellen, dass es weiterhin Institutionen geben wird, die sich um Verteidigung und Rechtsanwendung kümmern. Der aus unserer Sicht erstrebenswerte Idealfall ist nun der, dass diese Institutionen das „Gewaltausschlussprinzip“ befolgen.

            Wer legt nun dieses Prinzip fest? Die Antwort ist richtig, richtig banal: Wir sind es und niemand anderer. Diese ganzen Diskussionen nach der Einrichtung einer „richterlichen Instanz“ und der Notwendigkeit eines „Gewaltmonopols“ erübrigen sich somit. Wir fangen schon heute damit an, jetzt, während wir in den Kommentarspalten herumtheoretisieren. Und daraus wachsen dann, hunderte Jahre später, gewaltfrei handelnde Privatrechts-Institutionen, als deren Gründerväter wir uns dann sehen können. Unsere Nachkommen nehmen dann den Keim auf, den wir heute setzen und befolgen dann das Gewaltausschlussprinzip von selbst.

            Ein naiver, romantisierender Gedanke, der unbeirrbar an „das Gute im Menschen“ glaubt?

            Ich habe mal Leute kennengelernt, die eine Unternehmensberatung betreiben mit der Absicht nicht die Umsatzzahlen zu optimieren, sondern die Kommunikationskultur in den Unternehmen zu verbessern. Sie belegen mit Statistiken, dass ihre Methode tatsächlich zu Umsatzsteigerung führt, um sozusagen einen Köder auszulegen, nach der die Firma schnappt und dann tatsächlich eine ordentliche Portion Weltverbesserung zu schlucken bekommt.

            Du siehst, es gibt Möglichkeiten…

            Mit freundlichen Grüßen,
            Mirko

          • Erik sagt:

            so ein hoffen auf einen paradiesischen „Gewaltausschluss-Zustand“ der Menschheit ist das Gegenteil von Freiheit. Denn es ist nichts anderes als ein Glaube, der wie in vielen Religionen, ein Paradies in ferner Zukunft verweist.
            Zu dem werden wir „freiwilligfreien“ Menschen immer wieder von anderen mit meinen oben gestellten Fragen konfrontiert. Gerne würde ich mal jemanden finden, der mir zufriedenstellende Antworten gibt. Ich habe sie für mich selbst nicht und leider auch noch von niemandem erhalten. Aber es muss zufriedenstellende Antworten geben. Wir suchen nur zu wenig danach. Wir geben uns damit zufriden, jetzt schon „bessere“ Menschen zu sein als alle die nicht an unser Konzept „glauben“

          • Hallo Erik,
            in den letzten 10 Jahren hatte ich die verschiedensten Varianten von ‚FreiwilligFrei‘ kennenlernen und ausprobieren dürfen (siehe mein ‚about‘) – es war keine Selbsterkenntnis ohne Praxis und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten möglich gewesen. Das Zauberwort hatte immer noch TUN geheißen. Gern werde ich bei Abruf einen Kooperationsvertrag für eine eigene Jurisdiktion/ Rechtsebene zusenden wollen.

          • funkeimdunkeln sagt:

            „so ein hoffen auf einen paradiesischen “Gewaltausschluss-Zustand” der Menschheit ist das Gegenteil von Freiheit.“

            Da würde ich dir nicht zustimmen. Im Gegenteil, das „Hoffen auf einen paradiesischen ‚Gewaltausschluss-Zustand‘ “ IST eine Form von Freiheit.

            Es gibt einen brillanten Denker, Friedrich Nietzsche, der diese Hoffnung wunderbar ausgedrückt ist:

            „Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, um ihn zu überwinden?
            Alle Wesen bisher schufen Etwas über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser grossen Fluth sein und lieber noch zum Thiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?
            Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliiche Scham.“

            (Nietzsche, Also sprach Zarathustra)

            Der Unterschied zum Paradies ist folgender: Das Paradies wird niemals erreicht werden und ist auch niemals erreicht worden. Er ist eine reine Illusion. Der Übermensch IST jedoch bereits erreicht worden. Und gerade darum KANN er auch wieder erreicht werden.

            Mit freundlichen Grüßen,
            Mirko

          • Der Mensch war aus der Einheit herausgefallen gewesen. Sobald das römische ‚Teile und Herrsche‘-System durch alle Menschen überwunden sein wird, waren im gleichen Augenblick auch die Auszuschließenden wie von selbst verschwunden gewesen (Ursache – Wirkung).
            Verlernen wir das Träumen nicht ins Morgen! Es kann uns Ziele weisen, Weg und Sinn. (Jochen Gläser, Güstrow 1991; s.a. Spr 29,18; Hiob 33,15-18; Ps 1,1.2; offener Brief)
            DER WILLE DES EINEN (des Ganzen, Ps 1,1.2),
            NATUR UND VERNUNFT stehen über jedem Bruderzwist.

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