Raubtierkapitalismus mitten in Deutschland

On 24. November 2014, in Ökonomie, Videos, by FreiwilligFrei

Was ist Marktwirtschaft? Wie funktioniert sie eigentlich? Ist unser Wirtschaftssystem noch als Marktwirtschaft zu bezeichnen? Oder besteht sie eher nur noch aus geringen Überbleibsel davon? Kann es eine „soziale Marktwirtschaft“ überhaupt geben? Oder ist Marktwirtschaft an sich böse und muss sie als Raubtierkapitalismus gebrandmarkt und abgelehnt werden? Was hat das alles mit Freiheit und Menschlichkeit zu tun?

Charles Krüger erklärt anhand eines sehr einfachen Beispiels, was Marktwirtschaft ist und geht auch allen diesen Fragen auf den Grund. Das Ergebnis ist für viele sicher überraschend. Aber seht selbst.

https://www.youtube.com/user/CharlesKruegerKanal/videos
https://www.facebook.com/CharlesKruegerOffiziell

 

 

 

13 Responses to Raubtierkapitalismus mitten in Deutschland

  1. Chris sagt:

    Ich war etwas am Zweifeln, ob man den Flohmarkt wirklich als Modell einer Gesamtgesellschaft nehmen kann, weil ja der Bereich der Produktion vollständig ausgeklammert bleibt und es beim Verkauf auf dem Flohmarkt eher um Nebenbeschäftigungen dreht, aber ich denke doch, dass man diese Analogie schon bilden kann. Sehr gut verständlich erklärt!

  2. Roberto Solano sagt:

    Hallo Charles,

    das Flohmarkt Beispiel ist gut um den freien Ausstausch zu erklären, aber Kritiker der Freiheit werden sagen, dass eine Behörde die Sicherheit vor Diebstahl und Gewalt fur die Flohmarkt Teilnehmer garantieren muss, sonst gäbe es Mord und Totschlag. Ich hatte einen Video zur Utopie des völlig freien Marktes gemacht :

    http://www.youtube.com/watch?v=RQE5R754fKI

    Danach musste ich mir jede Menge Gegenargumente anhören. Die Sicherheit vor Kriminalität war ein Argument, das immer wieder kam und kommt.
    Innere und äussere Sicherheit sind für fast alle Menschen das Hauptargument für ein staatliches Gewaltmonopol und Marktregulierung.

    Ich finde deine Initiative Super und es freut mich, dass junge Menschen von heute, nicht so verbohrt und vernagelt sind wie die älteren Semester 😉

  3. Chris sagt:

    Was ich gerade überlege… Es ist gewiss einer der Vorteile des Marktes, dass er dafür sorgt, dass nur die Dinge erhältlich sind, für die auch eine ausreichende Nachfrage besteht. Was ist aber mit den Menschen, die Talente haben, aber diese nicht auf dem Arbeitsmarkt verkaufen können, weil ihre Talente nicht nachgefragt werden? Was sollen sie machen? In Bereichen arbeiten, für die sie kein Talent haben? Kann das funktionieren?

    Und was ist mit den Menschen, deren Familie seit Generationen auf dem Land lebt und die auch gerne dort wohnen bleiben möchten, aber darunter leiden, dass es keine Verkehrsanbindungen mehr gibt und keine Handelsmärkte vor Ort, wo sie einkaufen können? Welche Lösungen würde hier der freie Markt bieten? In die Stadt ziehen? Ich würde gerne bessere Antworten auf diese Fragen hören als die, die mir grade dazu eingefallen sind.

  4. Freiheit sagt:

    Versandhandel?
    Die auf dem Land leben können selber Produzieren und ihre Waren über das Internet z.b. Vertreiben oder einfach nur als Händler tätig werden.
    Ihre Waren können sie auch über das Internet beziehen wenn sich ein örtliches Geschäfft nicht lohnen sollte.

    • Chris sagt:

      Versandhandel… klar, ist eine gute Sache. Find ich für viele Artikel auch sehr gut. Aber im flachen Land ist das noch nicht die echte Alternative zum Tante Emma-Laden, der in der 2.000-Seelen-Gemeinde dicht machen musste. Zumal nicht alle fit im Netz sind.

      • Freiheit sagt:

        Dann besteht doch gerade wieder Bedarf nach Lokalen Geschäfften?
        Der Tante Emma Laden musste ja vermutlich nicht ohne Grund dicht machen.
        Vermutlich konnte er mit den Supermärkten der Region nicht Konkurrieren und so ist der Bedarf nach diesen Tante Emma Laden verschwunden?
        Sehe gerade die Logik nicht da drin, in Skandinavien/Canada usw. Fahren die Menschen teilweise einige Stunden um Einkaufen zu können, sie Kaufen halt große vorräte, dort sind 2000 Seelen Dörfer allerdings auch seltener.
        Bei 2000 Menschen sollte sich ein Laden schon Lohnen, der Preis und das Angebot muss natürlich stimmen, sonst Fahren die Menschen halt doch lieber 5,10 KM oder wieviel auch immer zum Einkaufen.

        Irgendwie erkenne ich das Problem offenbar nicht welches du siehst?

        • Chris sagt:

          Das Problem mit dem Bedarf ist doch Folgendes: Wie du richtig skizziert hast, ist die Lage für viele Läden auf den Dörfern schlechter geworden. Was sich bislang noch einigermaßen rentiert hat, lohnt sich nicht mehr, wenn die Mobilität eines Teils der Bevölkerung zunimmt und der verbliebene Teil nicht ausreicht, um den Laden mit Gewinn zu betreiben. Das beobachtest du seit Jahren schon auf vielen Dörfern. Der Bedarf der Menschen, die im Dorfladen einkaufen wollen, deckt nicht mehr die Kosten ab, die dem Händler entstehen. Also muss er den Laden schließen. Logisch, oder? Dadurch haben die Leute, die eben nicht so mobil sind, um anderswo einzukaufen, ein Problem. Ich hoffe, das ist jetzt soweit verständlich.

          Ich habe mir aber selbst Gedanken über eine marktwirtschafliche Lösung gemacht. Vielleicht wäre da ein fahrender Händler eine Lösung bevor die Leute in die Stadt ziehen müssen, was sie eigentlich nicht wollen. Das gibt es mancherorts, aber anscheinend funktioniert auch das nicht immer. Und es gibt Lösungen, die zwar nicht marktwirtschaftlich sind, wohl aber dem freiwillig-frei-Gedanken entsprechen: Familienhilfe und Nachbarschaftshilfe und Hilfe unter Freunden. Der Nachbar, der in die Stadt fährt, kauft mit ein. Das ist nun zwar keine Markt-, wohl aber eine freiwillige Lösung. Wir haben hier also eine Differenz zwischen Markt und Freiwilligkeit, was aber kein Problem ist, weil sich beide gut ergänzen können.

          Das dahinter liegende Problem ist aber eben auch, dass der Markt Schwierigkeiten, die er selbst schafft (durch die Wahlentscheidungen eines Teils der Konsumenten, die zum Problem für andere Konsumenten werden), nicht selbst lösen kann, sondern u.U. auf andere Möglichkeiten der Organisation angewiesen ist (hier: Familien, Nachbarn, Freunde…). Eine reine Marktgesellschaft kann an die Grenzen ihrer Tragfähigkeit stoßen. Dass die Wahlentscheidungen der einen zu Problemen der anderen führen, ist ein Thema, das mir bei der Marktdiskussion noch nicht ausreichend diskutiert worden ist. Falls doch, bitte einen Link! Würde mich sehr interessieren.

          • funkeimdunkeln sagt:

            Wir haben es auf dem „Markt“ und in der „Familie“ bzw. „Freundschaft“ mit unterschiedlichen Strukturen zu tun. Der Markt kann man als „globale Vernetzung“ zu tun und die gegenseitige Unterstützung und die gemeinsamen Aktivitäten im Bekanntenkreis als „lokale Vernetzung“.

            Eigentlich steckt nicht viel mehr hinter diesen begrifflichen Unterscheidungen.

            Wir sind viel zu sehr von unserer Kultur her gewöhnt, dass wir den „freien Markt“ oder den „Kapitalismus“ mit Kaufhäusern, Shopping-Malls, Mega-Konzerne, Banken usw. verbinden. Eigentlich geht es bei dem freien Markt nur darum, dass die Infrastruktur für freiwillige Kooperation in größerem Maßstab geschaffen wird. Diese Zusammenarbeit erfolgt, um Probleme zu lösen, die man im Dorf nicht lösen kann, z.B. die Produktion von Medizin. Dann ist es aber natürlich klar, dass im Zuge dieser Problemlösung neue Probleme auftauchen können.

            Oft hat man also eine Art Tauschgeschäft, bei dem man eine alte Not durch eine neue Not eintauscht. Das Schöne ist allerdings, dass dadurch, dass dieses Tauschgeschäft freiwillig geschieht, die Menschen von ihrem Nutzen überzeugt sind und somit langfristig gesehen ein Fortschritt geschieht.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

          • Chris sagt:

            Hallo Mirko, das ist eine interessante Betrachtung, Markt und Familien/Nachbarschaften für gleichartige Phänomene nur in anderen räumlichen Bezügen zu sehen.

            Auch nach meinem Eindruck löst der Markt Probleme, schafft zugleich aber auch andere, die er selbst nicht in der Lage zu lösen ist. Unter der Idee von Freiwillig Frei sollte man auch nicht-marktorientierte Prinzipien, die aber gleichwohl auf Freiwilligkeit beruhen nicht aus dem Auge verlieren.

            Ich denke jedoch, dass Markt und andere gesellschaftliche Organisationsformen wie Familie oder Freundeskreise nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren. Beim Markt geht es um den Tauschhandel, bei der Familie nicht. Die räumliche Ausdehnung ist kein entscheidender Unterschied zwischen Markt und Familie. Auch der Markt findet seinen Platz im lokalen Geschehen, während eine Familie ihren Bezugsrahmen auch räumlich weit ausdehnen kann und dies auch tut.

            Ich halte es nicht für sinnvoll, die Unterschiede zwischen den Organisationsformen zu verwischen. Wir sollten die Unterschiede sehen, die unterschiedlichen Organisationsformen als potentiell einander ergänzend betrachten. Wobei natürlich auch Markt und Familie usw. in Widerspruch zueinander geraten können, wenn etwa die Anforderungen des Marktes die familiären Strukturen gefährden (Zwang zu räumlicher Veränderung, Zeitmangel für familiäre Belange usw.).

            Ich habe hier manchmal den Eindruck, dass der Blick zu sehr auf den Markt gerichtet wird, der als Lösung zu allem herhalten muss. Aber ich denke, dass Freiwilligkeit mehr ist als der Markt, über den Markt hinausgeht.

          • Chris sagt:

            Ein Wort noch zur Familie: Die Familie ist im Unterschied zum Markt als Organisationsform nicht unbedingt durch Freiwilligkeit gekennzeichnet, weil ihre Strukur gerade auch viel Zwang zulässt. Sie kann aber durchaus im Sinne der Freiwilligkeit als ergänzendes Moment im Rahmen einer Marktwirtschaft wirken. Das Zusammenspiel von Markt und Familie ist nicht einfach.

          • funkeimdunkeln sagt:

            Deinen Ausführungen stimme ich zu. Ich gehe auch davon aus, dass der Voluntarismus in erster Linie von Nicht-Aggressionsprinzip ausgeht und dass die Wertschätzung des Marktes als Form freiwilliger Zusammenarbeit nur ein Teilaspekt davon ist.

            Dass man seinen Fokus auf diesn Aspekt freiwilligen Zusammenlebens legt, ist in der heutigen Zeit jedoch von besonders enormer Bedeutung, weil viele Denkirrtümer bezüglich der Rolle des Kapitalismus weit verbreitet sind. Es ist wahr, dass der Kapitalismus auch nicht der ultimative Problemlöser ist, das behauptet auch niemand. Wahr ist aber auch, dass der Sozialismus ein noch viel schlechterer Problemlöser ist.

            Mit freundlichem Gruß,
            Mirko

  5. Flow sagt:

    Charles, zu erst vielen Dank für deine Mühe und Engagement für die Sache und Botschaft der Freiheit.

    Leider ist das Beispiel „Flohmarkt“ etwas unglücklich gewählt und deine Argumentationsketten würden einem Kreuzfeuer eines Kapitalismus-Gegners nicht Stand halten. Es reicht nicht aus Tatsachen als absurd darzustellen.. Das wäre zu einfach und ist mich (respektive für deine Zuschauern) ziemlich unbefriedigend.

    Zu den Flohmarktfakten:

    1. Jeder Flohmarkt hat ein „Zwangsgeld“, konkret die Standgebühr welche vom Veranstalter erhoben wird, also eine Markteintrittsbarriere.
    2. Es dürfen nicht alle Waren gehandelt werden, jeder – wirklich jeder – Flohmarkt ist reguliert. Z.b. sind Waffen, Erotik-Zeugs, Pyrotechnik und oftmals keine Neuwaren erlaubt.

    • michael sagt:

      zu 1. das nennt sich miete… miete ist völlig normal im freien markt.
      zu 2. es ist völlig ok, das der platzbesitzer regeln aufstellt, was verkauft werden darf, auf seinem platz.

      regeln sind was völlig normales im freien markt,… freier markt heisst nicht, das alles umsonst ist(standgebühren) und jeder das machen kann, was er will:)

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