Von Stefan Blankertz und Tommy Casagrande

Die Konsenstheoretiker der libertären Szene möchten ihr eigenes Welterklärungssüppchen Süppchen kochen. Zugestanden sei es ihnen. Es ist schließlich ihr Recht qua Selbsteigentum. Doch genau dieses wollen sie zeitlich hinter den Konsens nachlagern und verirren sich somit in einem dogmatischen Gestrüpp, durch dessen Dickicht der Zugang zum logischen Königsweg erschwert wird.

Es ist nachvollziehbar, dass in ihrem Wunsch nach einer konfliktfreien Welt, die Entdeckung einer philosophischen Betrachtung gemacht werden soll, die den Konflikt beseitigt. Doch Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung. Auch nicht an Weihnachten.

Jene Konsenstheoretiker, die das Eigentum dem Konsens zeitlich nachlagern, unterwerfen die individuelle Freiheit der Menschen der Willkür des Konsenses. Besser ist das Gegenteil von Gut, lautet ein Sprichwort. In der Gier nach einer noch besseren Formel für zwischenmenschliches Zusammenleben, in der Getriebenheit nach einer noch lückenloseren Weltformel kann der Fall ein ganz schön tiefer sein. Selig (?) jene, die ihn gar nicht bemerken oder bemerken wollen.

Ein Konsens beinhaltet immer zwischenmenschliche Phänomene, die durchaus Einfluss auf den Konsens haben können. Da Menschen de facto ungleich sind (aber mit gleichen Rechten geboren werden) begegnen sich Menschen auf ganz unterschiedlicher Basis. Der eine ist dominanter und durchsetzungsstärker, der andere ist unsicher und ein wenig labil. Wenn das Eigentumsrecht in einem sollchen Falle dem Konsens nachgelagert wird, sehe ich im Konzept einer derartigen Theorie die Willkür des individuell Stärkeren obsiegen auf Kosten der individuellen Freiheit der Schwächeren.

Durch die Hintertür will man bewusst oder unbewusst das Recht des Stärkeren implementieren anstatt von einem gleichen Recht aller Menschen zu sprechen. Natürlich ist durch das Selbsteigentum nicht aufgehoben, dass Menschen derart ungleich sind, sodass sich immer mal jemand durchsetzt und jemand anderes nicht. Doch eine Grundbasis, die unantastbar ist und bleibt, weil sie dem Konsens zeitlich VORGELAGERT ist, bliebe erhalten und wäre nicht der Willkür des Konsens ausgeliefert.
In anderen Worten, doch mit bestechendem Verstand, vermag es Stefan Blankertz die Unvollständigkeiten, die logischen Fehlschlüsse aufzuzeigen.

In der Tradition großer Denker wie Ludwig von Mises und Murray Newton Rothbard zeigt er auf, dass Hochmut bekanntlich vor dem Fall kommt und die Selbstüberschätzung dieser libertären Konsenstheoretiker nicht dazu geignet erscheint, Theorie und Erkenntnis voran zu bringen. Allerdings, es gilt ihnen dennoch unser Dank, weil gerade durch die Auseinandersetzung auch mit ihnen, unser kritisches Denken noch mehr geschult wird und uns aufzeigt, dass es auch innerhalb der libertären Szene Verirrungen und Verwirrungen gibt, die wohl all zu menschlich sind.

Stefan Blankertz:

1. Sich einigen zu wollen, setzt die Akzeptanz des Eigentums (im Sinne der Erstinbesitznahme) voraus. Wer es nicht akzeptiert, kann sich nehmen, was er will. 2. Diejenigen, die sich einigen, verfügen über sich selbst, d.h. sie üben ihr Selbsteigentum aus. 3. Diejenigen, die sich einigen, verfügen über den gemeinsamen Raum, d.h. sie eignen sich Raum (und ggf. die dort befindlichen Ressourcen) an. Sie können nicht entscheiden, dass es kein Eigentum gibt (sie können höchstens entscheiden, dass sie gemeinsam über es verfügen). Dies ist übrigens auch das Argument von Ludwig von Mises: Das Eigentum ist (unter der Bedingung von Knappheit) nicht aufhebbar, sondern ggf. nur das “Sondereigentum”. Ich frage mich an dieser Stelle, wofür diese Diskussion wichtig ist. Denn wenn praxeologisch gesehen es keinen anderen Konsens geben kann, als Eigentum anzuerkennen, ist die Frage, was die Konsenstheorie leistet, was die Eigentumstheorie nicht leistet. Oder anders gefragt: Was könnte denn die einen Konsens erreichende Gruppe anderes entscheiden, als das Eigentum anzuerkennen? Sofern die Gruppe sich bescheidet, nur über die freiwilligen Mitglieder zu verfügen, erkennt sie nolens volens das Eigentum der anderen an. Oder sie versucht, ihre Entscheidungen auf nicht-freiwillige Mitglieder auszudehnen, dann ist sie Räuber und Protostaat.

Wenn das Erstbesitzrecht gilt, weil alles andere zu einem performativen Widerspruch führt, dann impliziert dieses Argument die Geltung zweier Regeln, die dem Konsens logisch und zeitlich vorgelagert sind, nämlich a) dass Widerspruchsfreiheit sein solle (denn diese Forderung ist begriffslogisch nicht im Konsens enthalten) und b) dass das Erstbesitzrecht gilt, ohne dass darüber ein vorgängiger Konsens erzielt werden musste.

Mit den Beispielen Indianer und Ozean verlässt die Diskussion den apriorischen Charakter und geht auf die Ebene eines historischen und eines modellhaften Erfahrungszusammenhangs. Das Verhältnis von Sesshaften zu Nomaden war in der Tat ein Problem, allerdings ist es das für die Konsenstheorie nicht minder als für die Eigentumstheorie. Unter Nomaden gab es keine Eroberung, weil die unterlegene Gruppe sich zurückziehen konnte; Sklaven zu halten, ist für Nomaden schwierig und ökonomisch von wenig Sinn. Zunächst waren die Nomaden den Sesshaften überlegen, denn die Sesshaften konnten erpresst werden. Durch die Stabilisierung des Raubs ist der Staat entstanden; und die Nomaden sind zu Sesshaften geworden. Erst später kehrte sich das Kräfteverhältnis um. Das als kurzer Hintergrund. Nun nimmt das Indianer-Beispiel an, dass die Indianer eine Art natürlichen Anspruch auf alles Land hätten, wobei »alles« hier sehr unbestimmt ist, so unbestimmt wie die Behauptung, wenn ich etwas in den Ozean schütte, würde mir dieser »insgesamt« gehören. Staaten meinten auch, dass irgendwo eine Flagge zu errichten, ihnen die Hoheit über das Gebiet bis zum Horizont zu geben. Demgegenüber geht die Eigentumstheorie im Erstbesitzerrecht von einer konkreten Aneignung durch Tätigkeit und Gebrauch aus. Sicherlich ist diese Regel weder in allen Situationen eindeutig noch konfliktfrei; aber man kann sich der Probleme nicht entledigen, indem man die Entstehung des Eigentums dem Konsens nachlagert. Denn eine Einigung z.B. von Indianern und Siedlern setzt voraus, dass sie gegenseitig zunächst das prinzipielle Eigentumsrecht anerkennen, denn sonst nehmen sie sich einfach, was sie wollen; und das ist ja auch tatsächlich geschehen, sobald der Staat sich eingemischt hat.

Noch mal grundsätzlich mein Argument: Es ist klar, dass die anarchistische Position besagt, die Regeln des menschlichen Zusammenlebens müssten aus dem Konsens, oder, wie ich lieber sage: aus der freiwilligen Übereinkunft erwachsen. Dazu ist es jedoch notwendig zu präzisieren, dass 1. die Regel der Freiwilligkeit übergeordnet ist (sie erwächst nicht aus dem Konsens) und 2. die Übereinkommenden nur über sich (Selbsteigentum) und ihr (Sach-) Eigentum verfügen können. Zwar können wir bei 2. die Bedingung »nur über sich« als Tautologie bezeichnen, weil zwischen dem, der einer Regel nicht zustimmt, und den Übereinkommenden sicherlich kein Konsens besteht. Dennoch ist die Präzisierung sinnvoll, weil es durchaus möglich ist, dass eine Gruppe den Konsens erzielt, einer anderen Gruppe ihren Willen aufzuzwingen; dies wird in der Demokratie ja geradezu als Ideal dargestellt. Insofern ist das Selbsteigentum möglicherweise begrifflich in der (universalisierten) Konsensregel enthalten und dennoch als Präzisierung pragmatisch sinnvoll. Die Präzisierung, dass die Übereinkommenden nur über ihr Eigentum verfügen können, ist allerdings absolut notwendig und nicht im Begriff des Konsenses selbst schon enthalten. Vielmehr setzt der Konsens das Eigentum als eine gegebene Größe voraus: Nur wenn es Eigentum schon gibt und es anerkannt wird, bedarf es eines Konsenses. Wer das Eigentum nicht anerkennt, braucht keinen Konsens, keine Übereinstimmung. Oder bildlich: Wenn Menschen zusammenkommen (heute natürlich eher: zusammenchatten), die sich verbinden wollen, dann fragt sich: Für wen können sie sprechen? Nur für sich (Selbsteigentum). Was können sie einbringen und über was verfügen sie gemeinsam? Nur das, was ihnen gehört. Wenn sie im Konsens erst im Konsens festlegen, was ihnen gehört, könnten sie das ganze Erdenrund als ihrs definieren. Diese Argumentation kann, soweit ich sehe, nur umgangen werden durch die Forderung nach einem allgemeinen Konsens, der alle Menschen umfasst und der ist sicherlich eine Fiktion (die Fiktion, an der auch Rousseau gescheitert ist).

[ Erstveröffentlicht bei lieberlibertarismus.org ]

 

34 Responses to Libertäre Konsenstheoretiker – Die Fallen, die sie stellen und in die sie selbst hinein treten

  1. Hermann Messmer sagt:

    Interessanter Text. Aber was ist den nun Eigentum? Was ist Selbsteigentum? Die Autoren werfen mit diesem Begriff um sich ohne eine Definition zu wagen.

    Auch der Sozialismus steckt in dem Text.
    „….aber mit gleichen Rechten geboren…“.
    Was sind den „Rechte“?

    Wer legt die den fest, die mit Geburt schon da sind? Stefan Blankertz und Tommy Casagrande?

    Aus den weiteren Texten von Tommy Casagrande geht ja sonst auch hervor, das die Erstinbesitznahme der entscheidende Moment in der Geschichte war. Leider nicht mehr nachvollziehbar ob das mit „rechten“ Dingen damals zugegangen ist. Damit ist alles „Eigentum“ sinnlos, weil der geschichtliche Faden bis zur Erstinbesitznahme eben nicht mehr lösbar ist.
    Tja liebe Autoren, ohne Konsens kommst Ihr aus dieser philosophischen Falle nicht mehr heraus. „Eigentum“ kann deshalb nur dem Konsens nachgelagert sein, auch wenn Ihr das nicht wahrhaben wollt. Ansosnsten ist es ein schönes Wort, das mangels Geschichtswissen nicht mehr lösbar ist.

    • Peter sagt:

      Ist doch eigentlich ganz einfach. Eigentum ist das, was ein Mensch oder mehrere schaffen für sich zu beanspruchen und diesen Anspruch auch durchsetzen können. Ein Sonderfall ist, wenn das eigene Haus besetzt wurde und man nichts dagegen tun kann aber dank Staat (oder anderen mächtigeren dritten), das Eigentum bei einem selbst bleibt. Damit es dann aber tatsächlich das eigene Eigentum bleibt, muss der Staat (oder andere) Fakten schaffen. So einfach kann die Welt sein. Weiß wirklich nicht wo da das Problem ist. Ach halt, das passt ja nicht in die Ideologie…

      • Hermann Messmer sagt:

        Darf ich das so verstehen, dass der Stärkste, zur Not auch der stärkste Staat bestimmt was Eigentum in Deinem Sinne ist.
        Also wenn die USA morgen Deutschland mit Waffengewalt einnehmen, ist Deutschland das Eigentum der USA?
        Hab ich Dich richtig verstanden?

        • Peter sagt:

          Ich sage es nur so wie es ist. Ich finde man sollte immer erst die Dinge sehen wie sie sind und nicht wie sie sein sollten. Darauf kann man dann eine vernünftige Basis erarbeiten. Wenn man zum Beispiel will, dass jeder Mensch ein Recht auf Eigentum hat, muss man das mit der Waffe durchsetzen, nicht mit „Ich wünsch mir was“. Natürlich kann man es mit Reden versuche und überzeugen, aber niemals wird man alle überzeugen können, weil es nicht jeder will, punkt. Im Endeffekt geht zum Beispiel sowas also nur mit Gewalt. Vorher überzeugen etc. die Durchsetzung selbst kann aber nicht gewaltfrei sein.

          Egal welche Ideologie man anwendet und durchsetzen will, das bleibt nämlich immer die harte Wahrheit.
          Egal ob Anarchismus, Voluntarismus oder was auch immer für ein „ismus“. Die eigenen Interessen resultieren immer in Gewalt. Selbst wenn man nur isst und schläft, das sind halt Naturgesetze wenn man so will. Diese kann man versuchen durch Ideologien zu überwinden aber ganz verschwinden werden sie niemals.

          Man setze sich allein in den Dschungel, frei ist man trotzdem nicht und ohne Gewalt geht es immer noch nicht.

          • Nullte_Instanz sagt:

            „Die eigenen Interessen resultieren immer in Gewalt.
            Selbst wenn man nur isst und schläft, das sind halt Naturgesetze wenn man so will.“

            Sprich doch in Zukunft bitte für Dich selbst… Auch wenn Deine Interessen scheinbar ausschließlich auf Gewalt gerichtet sind, gilt das noch lange nicht für jeden!

            Du musst wirklich ein Trauriges Kerlchen sein und hattest vermutlich auch eine traumatisierende Kindheit wenn Du sogar beim essen und schlafen nur von Gewaltfantasien durchströmt bist, das Du das auf irgendwelche Mystischen-Gesetze abwälzt zeigt lediglich Deinen Indoktrinationsstand auf…

            Hermann hat den „Sinn“ deiner Wörter ja schon offengelegt.
            Hoffnungslos…!

          • Peter sagt:

            Ich habe geschrieben „wenn man so will“. Mit Gewalt meinte ich in dem zusammenhang, dass man um zu essen töten muss. So läuft das im Leben. Musst schon lesen und verstehen wollen. Aber wenn man keine Argumente hat, muss man halt etwas finden um den anderen zu diskreditieren. Verstehe schon. Ideologen halt.

          • Hermann Messmer sagt:

            „Die eigenen Interessen resultieren immer in Gewalt.“
            Wenn ich zum Bäcker gehe und meinem Interesse folge mir Brötchen zu kaufen und das auch tue, worin siehst Du dabei die Gewalt?

          • Peter sagt:

            Hallo Hermann, ich kann leider nicht direkt darunter schreiben. Hoffe du liest es. 🙂
            Weißt du, ich habe schon eine sehr umfassende Definition von Gewalt. Zugegeben. Wenn man jemanden diskreditiert, ist das eine soziale Herabschtufung und damit Gewalt. Wenn ich etwas esse, muss ich dafür meistens töten oder wegnehmen – Gewalt. Habe ich ein Grundstück nehme ich irgendetwas, was ohne mich dort leben würde, den Raum weg – Gewalt. Bäcker, sollte somit klar sein. Was das für abstufungen sind usw. ist eben Definitionssache. Wenn sich jemand für moralisch erhaben hält, wird er damit natürlich ein Problem haben. Aber im Prinzip geht es mir hier auch nur darum, dass man Interessen nicht umsetzt indem man eine reine Weste hat. Damit auch Eigentum! Mich stört in dem Artikel der moralische Zeigefinger, der überhaupt nicht so moralisch ist. Irgendeiner hat immer die Arschkarte (und wenn es ein „Verbrecher“(auch nur kulturel definiert) ist), egal was man macht, darum geht es. Nicht darum, wie man ein Wort definiert. Das eigentliche Wort entsteht eh immer im Kopf und ist so wie der Kopf unterschiedlich. Es geht um die Sache.

            Hier wurde die Frage gestellt was Eigentum ist. Nun, ich habe sie beantwortet: Das was irgendjemand schafft für sich zu beanspruchen.
            Natürlich wird das im Staat anders ausgedrückt. Und natürlich, wird zB ein Kommunist, das anders sehen.

            Trotzdem: Was ist daran jetzt falsch?

          • Timo Ollech sagt:

            Peter, das Problem, das ich bei deiner umfassendenden Definition von Gewalt sehe: Was ist denn dann keine Gewalt? Ein Begriff ergibt nur Sinn, wenn er auch von anderen Begriffen abgegrenzt ist. Also wo liegen für dich die Grenzen des Begriffs Gewalt?

          • Hermann Messmer sagt:

            @ Peter
            Überleben = Gewalt?
            Wozu ist der Begriff Gewalt überhaupt nützlich?
            Ich möchte jedem Menschen das Überleben zugestehen.

          • Peter sagt:

            Richtig, das ist ein Dilemma.
            Und genau darum geht es für mich.
            Das ist der Punkt.

            Damit man dem einen etwas zugesteht, gesteht man dem anderen weniger zu. 🙂
            So ist das halt immer irgendwo, wenn man nur genau genug hinschaut, egal wie man es angeht. Nicht nur beim Essen, sondern eben auch in der Politik oder in einer Gruppe, Das ist eben mein Punkt, bei der Frage ob Gruppe oder Staat. Es ist eben nicht für alle besser und es wollen auch nicht alle so, es ist auch nicht ethischer oder moralischer. Von diesen moralischen Flaggschiff, sollte man erstmal runter kommen. Als ob irgendeine Gruppe nicht andere ausstößt und etwas erwartet, wenn man mitmachen will… Mal angenommen ich bin darin geboren und bin mit den Konditionen nicht einverstanden, tja dann habe ich die Arschkarte. Mal angenommenn eine verunreinigt den Fluß und ich wohne weiter unten und sagen dass ich mich verpissen soll, tja…. und nu? Kein Staat da der was machen kann. Dann suche ich mir also ein paar Leute und geb denen Geld damit die das erledigen, wenn ichs habe, oder ich finde mich mit der A-Karte ab.
            Sehr moralisch…

            Ja, was wäre keine Gewalt, egal wie sehr man auch hinschaut? Gute Frage, sagt mir wenn ihr es wisst. Vielleicht Übereinkunft ohne einen Kompromiss zu machen. Das kann dann aber auch zwischen Staat und Mensch sein, wenn er alles gut findet was da ist. Ganze Gewaltlosigkeit ist selten unter Lebewesen und wenn nur in sehr engen Rahmen, man kann nur versuchen den Weg des geringsten Übels zu nehmen. Das hier ist er meiner Meinung nach nicht. Um moralische fragen zu lösen, muss jemand da sein der mächtig genug ist um sie in Angriff zu nehmen. Ist keiner da, der mächtig genug ist, kann man sie jedenfalls schon mal nicht lösen. Man verteilt sie damit praktisch nur um oder schweigt sie tot.

          • Nullte_Instanz sagt:

            Du hast Deinen “ Standpunkt “ ja jetzt klar gemacht, -einfach alles ist Gewalt………..

            Der Baum der wächst und somit die Erde verdrängt initiiert gegenüber dem Planeten Gewalt… Selbst der Schatten des Baumes wendet Gewalt gegenüber andern Pflanzen an da er ihnen nicht erlaubt, an das Lebensnotwendige Sonnenlicht zu kommen. So gesehen ist ein Wald ja ein regelrechtes Monster…
            Die Spermazelle die in die Eizelle eindringt um somit ein neues Individuum bildet, -ebenfalls ein Akt der Besitznahme und Gewalt. Auch der Fötus welcher im Uterus dann heranwächst wendet Gewalt gegenüber der Mutter an, weil es ihr Lebensenergie und wichtige Nähstoffe entzieht.

            Vermutlich zählen dann sogar alle Biochemischen Vorgänge auf dem Planeten auch dazu, -selbst wenn jemand singt und dabei einen „Ohrwurm“ bei einer anderen Person hinterlässt ist das Gewalt, -weil ein andere Gedanke oder ein anderes Lied welches vorher noch da war einfach verdrängt wurde (unfreiwillig=Gewalt….???).

            Das Ganze ist so Schwachsinnig das ich das jetzt hier einfach abbreche, das ist vermutlich zwecklos Dir das erklären zu wollen (-in jedem Fall aber zu aufwändig, Dir fehlt ganz einfach viel zu viel Kontext)…
            Meine Empfehlung wäre, -beschäftige doch erst einmal mit dem Kooperativen Handeln, Menschen müssen keine Kriege führen nur weil Du das GLAUBST! Auch wenn Du das jetzt -so- nicht erkennst, aber Dein momentaner Standpunkt ist völliger -Nonsens-!

  2. axel tausch sagt:

    Eigentum macht eigentümlich , aus einer liberalen Gesinnung enstand eine Beliebigkeitsbefreiung.

  3. Chris sagt:

    Was ist vorgelagert: der Konsens oder das Eigentum? Wieso eigentlich das Eigentum? „Nur wenn es Eigentum schon gibt und es anerkannt wird, bedarf es eines Konsenses. Wer das Eigentum nicht anerkennt, braucht keinen Konsens, keine Übereinstimmung.“ Gemeint ist hier das Eigentum an sich selbst, das Selbsteigentum. Aber wieso soll ich mich mit dem Eigentumsbegriff bezeichnen?

    Ein Konsens bedarf mMn schon einer vorgelagerten Instanz, nämlich der Menschen, die einen Konsens schließen. Und wenn dieser Konsens ein echter Konsens sein soll, dann müssen diese Menschen auch frei über sich selbst bestimmen können, d.h. es müssen autonome, selbstbestimmte Persönlichkeiten sein. Diese Selbstbestimmung wird nun mit dem Begriff „Selbsteigentum“ belegt. Warum? Weil so der Eigentumsbegriff von der Person auf die Gesellschaft (oder umgekehrt?) übertragen werden kann?

    Ich frage mich allerdings, wie zwangsläufig die Selbstbestimmung mit dem Begriff des Eigentums verknüpft werden muss. Eigentum ist ja ein Begriff, der der Rechtsordnung entlehnt ist. Ich bin Eigentümer von diesem und jenem, von diesem Auto und diesem Haus usw. Um mich als selbstbestimmten Menschen zu begreifen, benötige ich aber nicht die Übertragung des Eigentumskonzeptes auf meine Existenz.

    Aber egal. Wie immer man die Selbstbestimmung auch nennt oder legitimiert: die Selbstbestimmung ist etwas, das dem Konsens vorausgeht. Ohne Selbstbestimmung kein Konsens.

  4. Timo Ollech sagt:

    Sich einigen zu wollen, setzt die Akzeptanz des Eigentums (im Sinne der Erstinbesitznahme) voraus. Wer es nicht akzeptiert, kann sich nehmen, was er will.

    Diese Aussage besagt, dass Eigentum als absoluter Wert gesetzt wird. Nur dann folgt nämlich der zweite Satz aus dem ersten. Ich z.B. akzeptiere Eigentum als Kategorie nicht, daraus folgt für mich aber noch lange nicht, dass ich mir alles nehmen kann, was ich will. Sondern das hängt vom Einzelfall ab.

    Im Sinne von Ockhams Rasiermesser reduziere ich die Aussage mal auf das Wesentliche:
    Sich einigen zu wollen, setzt voraus, dass alle Beteiligten sich einigen wollen.
    Mehr braucht es nicht, und darüber hinaus: alle weiteren Voraussetzungen werden schon von Einzelnen gesetzt, ggf. ohne dass sich alle Beteiligten darüber einig sind. Eigentum ist eine solche Kategorie, über die man sich erst noch einigen müsste, und darf deshalb gerade nicht vorausgesetzt werden.

    Christoph Spehr hat sich in seinem Buch Gleicher als andere sehr ausführlich damit auseinander gesetzt. Weder setzt er das Eigentum absolut, noch verlangt er einen allgemeinen Konsens. Seine Schlussfolgerung ist vielmehr, dass die Regeln immer wieder neu zu verhandeln sind, was ja auch realistisch erscheint. Schließlich ändern sich sowohl die Bedingungen als auch die Menschen andauernd. Warum sollten da unveränderliche Regeln gelten? Wo bleibt da die Freiheit?

  5. Chris sagt:

    Das Wandel-Argument ist sehr gut. Es setzt allerdings doch Menschen/Individuen voraus, die im Wandel Arrangements treffen. Das ist eine Ebene der Betrachtung. Denn die Menschen müssen sich nicht zwangsläufig gegenseitig akzeptieren…

    Wenn die Akzeptanz der menschlichen Akteure untereinander fällt (egal ob auf Basis des Selbsteigentums oder der Menscherechte oder… postuliert), dann haben wir das gewohnte Bild, das sich uns auf der Welt darbietet, also quasi die Realität: Menschen organisieren sich und setzen ihre Interessen mit allen ihnen genehmen bzw. möglichen Mitteln durch und nutzen dabei zur Rechtfertigung allerlei Ideologien (Eigentum, Glauben, Sicherheit, Freiheit…).

    Nun ist das eine Welt, in der nicht alle Menschen auf diese Weise leben wollen, sondern es anstreben, in Frieden mit andren Menschen zu leben. Dafür gibt es allerhand verschiedene Ansätze, die im Kern dahin zielen, dass niemand mit Gewalt gezwungen werden sollte, ein Leben zu führen, wie es einem anderen gefällt, sondern in Selbstbestimmung.

  6. nlen sagt:

    Ein peinlicher Auftritt. So peinlich, dass es teilweise schon wieder gut ist.
    Der Schuss geht nach hinten los.

    Wer zuerst einen Prolog schreibt und dann mit „Welterklärungssüppchen“ dagegen argumentiert, der muss sich ja um 180 Grad gedreht haben. So hat sich das bisher nicht angehört. Wenn Stefan das freigegeben hat, dann demontiert er sich selber.

    Die erste Hälfte des Beitrages ist nur billige Polemik. Das fängt schon mit der Überschrift an. Die Ordnung der freiwilligen Kooperation („Konsenstheorie“) oder Praxeologie oder der „freien Mittelwahl des Handelns“ hat gar nicht den Anspruch „libertär“ zu sein, Menschenrechte zu verteilen oder Konflikte zu lösen. Ich wüsste auch nicht, dass ich Fallen stelle. Mit billigen Schlagworten wie dem „Recht des Stärkeren“ zu arbeiten, schlägt dem Fass den Boden aus.

    Der Rest von dem Beitrag, der von Stefan zu sein scheint (sicher bin ich mir da auch nicht), ist eine Verwirrung und Wortverdrehung und wurde eigentlich schon woanders beantwortet.
    http://praxorg.net/blogs/blog1/2014/erstbesitz-als-axiom/

    Nochmal:

    > „1. Sich einigen zu wollen, setzt die Akzeptanz des Eigentums (im Sinne der Erstinbesitznahme) voraus“

    Da wird das Wort „Eigentum“ sinnfrei eingesetzt. So kann man schon mal gar keine logische Aussage machen. Sonst dürfte ich auch was mit „Pumpernickel“ behaupten. Freiwillige Kooperation setzt voraus, dass sich die Partner als Person wahrnehmen. Wie die Person (an dieser Stelle) zu ihrem Körper gekommen ist, ist belanglos. Normalerweise kommt man qua Geburt zu einer Verfügungsgewalt des eigenen Körpers. Der Vorgang ist willkürlich und natürlich. Eine „Besitznahme“ findet gar nicht statt. Eine Schildkröte „besetzt“ auch ihren Panzer nicht. Der Besitz ist einfach Tatsache. Nun könnte man sagen: Wer die Person des anderen nicht akzeptiert, kann auch nicht Anerkennung für die eigene Person verlangen. Aber dann heißt es quasi: „Wer das Selbsteigentum des anderen nicht akzeptiert, kann sich nehmen, was er will.“ Also übersetzt, wer die Person des anderen nicht anerkennt, kann rauben usw. Ja und? Einverstanden. Man kann es ja versuchen. Eine Tatsache. Es geht nicht um Menschenrechte.
    In dem restlichen Absatz gibt es gar keinen großen Dissens. Es wird nur gefragt, was die Theorie leiste, was die Eigentumstheorie nicht leiste. Das ist alles schon in dem Buch erklärt worden. Eigentum wird seit je her verstanden als eine Institution des Rechts mit einem im Vorhinein geregeltem Vorgang der legitimen Inbesitznahme mit dem entscheidenden Problem, dass die Methodik nicht ausreichend bestimmt ist, so dass es zu zahlreichen sozialen Problem kommen muss. Die von mir aufgeführten Beispiele verdeutlichen das alle. Nehmen wir nur das Grundwasserproblem. Jeder meint, er dürfe pumpen, was das Zeug hält.

    Und das wir auch zugegeben, indem es heißt:

    > „Demgegenüber geht die Eigentumstheorie im Erstbesitzerrecht von einer konkreten Aneignung durch Tätigkeit und Gebrauch aus. Sicherlich ist diese Regel weder in allen Situationen eindeutig noch konfliktfrei;“

    In der Ordnung des freiwilligen Handelns und der freien Mittelwahl wird eben nicht gesagt, dass man Wasser pumpen oder den Ozean in Besitz nehmen darf bis der Arzt kommt. Das ist ein offener sozialer Prozess bis es zur Einigung kommt. Wollen sich die Eigentumsbefürworter einigen? Eben nicht! Gerade sie beschwören mit ihren falschen Regeln den Protostaat.

    > „Wenn [die Menschen, die nur für sich selber sprechen] im Konsens erst im Konsens festlegen, was ihnen gehört, könnten sie das ganze Erdenrund als ihrs definieren.“

    Warum sollten die das machen? Und wenn ja, was wäre dagegen zu sagen? Oder ist das mit dem Ozean gemeint? Die Menschen hätten die Möglichkeit etwas in den Ozean zu schütten, um Eigentum daran zu haben? Das ist doch nicht meine Forderung, sondern nur die Konsequenz der Arbeitstheorie des Eigentums.

    Und dann solche Rabulistik:

    > „Denn eine Einigung z.B. von Indianern und Siedlern setzt voraus, dass sie gegenseitig zunächst das prinzipielle Eigentumsrecht anerkennen, denn sonst nehmen sie sich einfach, was sie wollen; und das ist ja auch tatsächlich geschehen, sobald der Staat sich eingemischt hat.“

    Der Staat verursacht durch seine Rechtssetzung, dass Menschen, hier Indianer/Siedler, keinen Anreiz mehr haben, sich zu einigen. Das ist kein Beweis dafür, dass es in einer Ordnung der freien Mittelwahl keinen Anreiz gäbe, die Person anzuerkennen, um sich zu einigen.

    Eine bessere ungewollte Blog-Werbung kann man gar nicht machen. Vielen Dank.

  7. karlheinz sagt:

    Und das alles nur wegem diesem Video-Podcast hier:

    😉

  8. Gewaltprinzip sagt:

    „Ich liebe die Menschen auch, nicht bloss einzelne, sondern jeden. Aber Ich liebe sie mit dem Bewusstsein des Egoismus; Ich liebe sie, weil die Liebe Mich glücklich macht, Ich liebe, weil Mir das Lieben natürlich ist, weil Mir’s gefällt. Ich kenne kein »Gebot der Liebe«. Ich habe Mitgefühl mit jedem fühlenden Wesen, und ihre Qual quält, ihre Erquickung erquickt auch Mich: töten kann Ich sie, martern nicht.“ (Max Stirner)

    Wogegen sich Lennartz richtet ist eine falsche Argumentation für Eigentum oder Recht allgemein. Arbeit ist subjektiv wie ein ökonomischer Wert. Also kann man mit Arbeit Eigentum nicht objektiv begründen. Aus der Tatsache, dass jemand seinen Körper besitzt, folgt nicht, dass ich diesen Besitz als sein rechtliches Eigentum anerkennen muss. Non sequitur – es folgt einfach nicht logisch! Auch nicht argumentationslogisch oder -ethisch. Denn ob ich ihn als Diskussionspartner überhaupt ernst nehme oder nicht, liegt ebenfalls in meiner Freiheit. Bevor ich mich entscheide, ihn als Diskussionspartner ernst zu nehmen, verwickle ich mich in keine Widersprüche, wenn ich sein „Selbsteigentum“ nicht anerkenne.

    Lennartz hat Recht mit seiner logischen Kritik an Hoppe, Locke, Blankertz etc. Das heißt aber nicht, dass es kein allgemeines Menschenrecht gibt. Es heißt also nicht, dass wir nicht vielleicht doch alle die gleiche Menschenwürde haben. Es heißt nur, dass die Art wie Hoppe, Blankertz etc. das allgemeine Menschenrecht begründen wollen, nachgewiesenermaßen falsch ist. Wer das nach der Lektüre von Lennartz oder Stirner nicht erkennt, der tabuisiert hier etwas, ja, der traut sich nicht, der Schwäche seiner Argumentation ins Angesicht zu schauen, weil er meint, damit das Entscheidende zu verlieren, nämlich ein allgemeines Menschenrecht. Aber ihr habt es noch gar nicht gefunden! Ihr habt nur eine falsche Theorie! Die wahre Würde eines jeden einzelnen Menschen ist zunächst verborgen und offenbart sich nicht durch eure grobschlächtige Argumentationsethik. Wenn ihr nicht den Mut habt, eure Fehler einzugestehen, wie wollt ihr dann fortschreiten in der Erkenntnis der Wirklichkeit?

  9. nlen sagt:

    Sehr gut, Gewaltprinzip.

    Nur der Rechtsbegriff, wenn er tatsächlich gerecht sein soll, darf ja nicht positivistisch sein. Das ist auch schon klar. Und wenn er nicht positivistisch ist, ergibt er keinen Sinn mehr. Also gibt es auch kein Menschenrecht.

    Und Stirner hat das alles schon gewusst.

    • Gewaltprinzip sagt:

      Man muss zwischen einem Recht und seiner Wirksamkeit unterscheiden. Ein allgemeines Menschenrecht kann durchaus existieren, obschon es nur wirksam ist, wenn wir es erkennen und einander einräumen. Dieses Recht wäre nicht „positivistisch“, sondern ontologisch und ließe dennoch Raum für unsere Freiwilligkeit. Traditionell war dies das den Menschen von Gott gegebene Recht, gegen das wir verstoßen oder an das wir uns halten können – mit den entsprechenden durch Gott wirksamen Konsequenzen von Himmel und Hölle.

      Dass alles Recht positivistisch sei, hat Stirner nie gesagt und so muss es auch nicht sein. Stirner hat sich nur gegen ein Recht gewandt, das das Opfer des Eigenwillens verlangt. Anders formuliert: Stirner war kein Atheist.

      • nlen sagt:

        Was ist Recht?

        • Gewaltprinzip sagt:

          Das kommt drauf an. Für Sie ist Recht ja auch etwas Positives. Nur dass das Individuum der Setzende ist. Traditionell war eben Gott der Setzende. Aber das von anderen gesetzte befriedigt ein Wesen mit Eigenwillen nicht. Es will selbst setzen. Aber was?

          Stirner hat allen Menschen ein Recht auf seine Liebe eingeräumt, weil dies seinem erkannten Eigenwillen entsprach. Das Naturrecht aller auf seine Liebe hat er also in seinem Eigenwillen entdeckt. Die Frage ist, ob und wie dies theoretisch verallgemeinerbar ist für den wahren Eigenwillen aller Menschen.

          Rein formal und im Subjektivismus der Österreicher beginnt natürlich alles mit einer Setzung (Entscheidung) des Individuums. Das wirft das Individuum zurück auf die Frage, was es eigentlich setzen will. Denn der Eigenwille eines Wesens, das an sich zweifeln kann, ist nicht einfach so gegeben wie der Instinkt eines Tieres. Er muss fragend-antwortend entdeckt werden. Alle Rechtssetzungen, die Recht nicht aus der Quelle des Eigenwillens herleiten, lenken jedenfalls von jener Frage ab und sind unserer Natur als Wesen mit Eigenwillen nicht gemäß.

          Was also ist Recht? Das, was mir recht ist. Aber was ist mir recht, was will ich eigentlich? Stirner war es recht, alle zu lieben. Ist das bei den anderen auch so? Wie kann man das herausfinden?

          Seinen Eigenwillen bewusst auf partikulare ökonomische Motive im Diesseits einzuschränken und im entsprechenden Freund-Feind-Schema zu beharren, ist auch eine mögliche Setzung. Aber macht uns das glücklich? Insbesondere unter Rücksicht der „Sterblichkeit des Eigners seiner selbst“? Entspricht das unserem wahren Eigenwillen? Stirner meinte offenbar nein. Sonst hätte er sich nicht dafür entschieden, alle zu lieben. Das sollte Stirner-Fans zu denken geben.

          Dieses Stirner-Zitat aus „Das unwahre Princip unserer Erziehung“ geht in die Richtung, die ich meine: „Indes das Vergangene zu fassen, wie der Humanismus lehrt, und das Gegenwärtige zu ergreifen, worauf es der Realismus absieht, führt beides nur zur Macht über das Zeitliche. Ewig ist nur der Geist, welcher sich erfasst. Deshalb empfingen Gleichheit und Freiheit auch nur ein untergeordnetes Dasein. Man konnte wohl anderen gleich, und von ihrer Autorität emanzipiert werden; von der Gleichheit mit sich selbst, von der Ausgleichung und Versöhnung unseres zeitlichen und ewigen Menschen, von der Verklärung unserer Natürlichkeit zur Geistigkeit, kurz von der Einheit und der Allmacht unseres Ichs, das sich selbst genügt, weil es ausser ihm nichts Fremdes stehen lässt -: Davon liess sich in jenem Prinzip kaum eine Ahnung erkennen. (Contra Blankertz) Und die Freiheit erschien wohl als Unabhängigkeit von Autoritäten, war aber noch leer
          an Selbstbestimmung und lieferte noch keine Taten eines in sich freien Menschen, Selbstoffenbarungen eines rücksichtslosen, d.h. eines aus dem Fluktuieren der Reflexion erretteten Geistes. (Contra Lennartz)“

  10. sniko sagt:

    Sicher ist das Thema schon dutzendfach durchgekaut worden, und ich wiederhole Dinge, deren Quellen ich als Laie nur nicht kenne, denn Folgendes erscheint mir logisch schlüssig und notwendig:
    Will ich mich auf eine konsensfreie Definition von Eigentum einigen, dann komme ich sofort zu einem Widerspruch: Einigung ohne Konsens. Eigentum als Ergebnis von wie auch immer gearteter Arbeit ist mit Sicherheit nicht die einzige Möglichkeit, dieses Abstrakte Etwas „Eigentum“ zu definieren, oder? Ich könnte auch eine nordkoreanische Variante, eine aus einem Kibbuz oder eine aus Zentral-Papua vorschlagen. An den drei Varianten wird man jetzt bekritteln, dass sie entweder
    – etwas anerkennen, das kein „echtes Eigentum“ ist
    oder
    – sich nicht auf die Anerkennung „echten Eigentums“ einigen können
    Damit ist logisch zwingend das, was ihnen dazu fehlt, eine Einigung auf oder Anerkennung von „echtes Eigentum“. Da ist noch nicht definiert, was das denn sei, aber die Definition erfordert Konsens. Das war jetzt reine Logik, und die kann man gern widerlegen, bis zur Widerlegung gilt sie aber für mich. In ähnlicher Form ist das ja oben auch schon dargestellt worden.

    Umgekehrt ist es einfach die allgemeingültige Definition von Eigentum/Erstaneignung durch Arbeit zu widerlegen. Weder wurden alle Eigentümer durch Arbeit erworben, ein Großteil ist z.B. Eigentum auf Grund mehr oder weniger heftiger und mehr oder weniger weit zurückliegender Gewalt. Noch kann die Aneignung durch Arbeit definiert werden, reicht ein Zaun oder die Deklaration als „mein Angelsee“?

    Ich bin echt froh, nach Jahren des Suchens bei Lennartz endlich etwas wirklich Fundiertes gefunden zu haben. Irgendwie wurde und wird das Konstrukt von oben nach unten entwickelt, aber das ist wohl der übliche wissenschaftliche Weg, bei der Vertiefung in die Materie immer grundlegendere und weniger komplexe Gesetze zu finden.
    Und nein, Konsens ist überhaupt nicht mit Konfliktfreiheit gleichzusetzen. Im Gegenteil, Konsens ist für mich die Bezeichnung kooperativen oder zumindest möglichst gewaltfreien Verhaltens trotz Konflikten. Wenn der Artikel für mich Sinn machen soll, dann nur, wenn ich in den meisten Fällen „Anerkennung von Eigentum“ durch „Bereitschaft zum Konsens“ ersetze.

    Zum Schluss kommt wie immer in meinen Sermonen das Gejammer über die Scheingefechte des mehr oder weniger libertären mehr oder weniger anarchistischen Drittel-Promille der Bevölkerung… Für mich liegt nichts näher, als sich zunächst darauf zu einigen, dass die Definition von Eigentum durch Arbeit in 95% der Fälle sehr wohl für fast alle akzeptabel sein wird. Lasse ich nämlich mal jungfräuliche Ressourcen, Äcker und jagdbare Elche außen vor, wird niemand außer für unsere Ansichten irrelevanten linksgrünen Etatisten das Eigentum des Bäckers an seinen Brötchen in Frage stellen. So schlimm das auch für die Kampfhähne sein mag, da besteht Konsens, ups 😉 . Genau so schlimm mag ihnen erscheinen, dass sie schon dabei sind für die restlichen 5% über einen Konsens zu dabattieren…
    Ob sie wollen oder nicht, sie sind damit zwangsweise bereits in der Lennartzschen Spur. Leider ist aber wieder mal zu viel Tradition und Adrenalin im Spiel, um das auf beiden Seiten zu erkennen bzw. zuzugeben. ( Noch… 😉 ) Vielleicht ist das auch gut so, dabei wird die neue These ordentlich auf Gültigkeit geprüft.
    Was mich optimistischer als üblich stimmt ist der Respekt, den man sich dabei zollt 🙂

    • Hermann Messmer sagt:

      🙂 Like 🙂

    • nlen sagt:

      Die „5 %“ sind entscheidend. Es geht um den Zugang zu allen wichtigen Ressourcen. Zu Wasser, Land, Erze, Mineralien, Öl, Gas, Holz, Tiere, Pflanzen, Produktionsstätten für Lebensmittel und Güter, Wohnen, Strom, Dreck und Verkehr.

      Schneidet man die Menschen davon ab und macht sie abhängig, hat man sie unter Kontrolle.

      • sniko sagt:

        Die “5 %” sind entscheidend
        Stimmt, sie sind sind erkenntnistheoretisch entscheidend, weil sie die bisherigen Eigentumstheorien ad absurdum führen.
        Und abgesehen davon sind sie praktisch entscheidend, weil sie die Grundlage aller Produktion darstellen.
        Schätze es ist kein Zufall, dass die praktischen Grundlagen und die Grundlagen der Praxeologie so gut zusammenpassen.
        Genauso denke ich, dass es kein Zufall ist, dass Du an beiden „Enden“ der Praxeologie für mich neues bringst oder vertiefst, genau da, wo ich die Anarchisten bisher schwach auf der Brust fand:
        – logische Grundlagen, insbesondere beim Eigentum
        – Handlungsvorschläge jenseits von Erziehung/Erleuchtung und möglichst langen Geduldshorizonten
        Beides kriegst Du durch konsequente Konzentration auf Handeln zustande. Nicht, dass Sezession unter Anarchos kein Thema war/ist, wenn ich aber z.B. mal nach „Sezession“ auf freiwilligfrei.info google, krieg ich ca 100 Ergebnisse, schließe ich „Lennartz“ bei den Ergebnissen aus, schrumpfen die Ergebnisse auf 1/3, und da sind noch nicht mal „nlen“ oder Erwähnungen von z.B. Nobby berücksichtigt 😉
        Mehr Loblieder kriegste sicher, wenn ich mit Deinem Buch durch bin 😉

    • Nullte_Instanz sagt:

      „Damit ist logisch zwingend das, was ihnen dazu fehlt, eine Einigung auf oder Anerkennung von “echtes Eigentum”.“

      Warum „echtes Eigentum“? Ich bin der Meinung das es Sinnvoll wäre das Wort Eigentum in gewisse Kategorien zu Unterscheiden, es kann nicht von Körperlichem Eigentum und im nächsten Moment von Grundbesitz Eigentum die Rede sein. Eigentum ist ein zu umfangreiches Wort daher sollten doch eigentlich viel größere Differenzierungen angestrebt werden.

      Auch anhand des Grundwasserbeispiels erkennt man dass das Wort Besitz oder Eigentum nicht angewendet werden kann ohne eine gerechtfertigte Diskussion aufzuwerfen. In solchen Fällen würde ich schon von dem Wort Besitz komplett wegrücken und viel eher von Verwaltung sprechen. Macht er seinen Job irgendwann schlecht oder wird ungerecht könnte er einfach durch einen neuen Verwalter ersetzt werden… Es braucht auch nicht von millionen entschieden werden, sondern nur von denen, die im jeweiligen Gebiet von dem Trinkwasser abhängig sind.

      Das Rad braucht auch hier nicht neu erfunden zu werden, es gibt heute Wasserwerke und die wird es auch in einer Privatrechtsgesellschaft geben, nur mit dem unterschied das keiner ein Wasserwerk oder ähnliches Besitzen kann, sondern in dem Fall -nur Verwalten. Menschen die von etwas abhängig sind (z.B. eine Wasserquelle) sind auch am stärksten daran interessiert, diese zu schützen und zu erhalten (würde auch im Fall der Oase gelten ((CRASHTALK #3)). Auch „Natürliche Monopole“ könnten anstatt in Besitz genommen einfach in Verwaltungsgut übergehen.

      Selbstverständlich gibt es existenzielle Bedürfnisse die jeder Mensch präferiert wie zum Beispiel ein Dach über dem Kopf zu haben. Für ein Haus braucht man natürlich eine Nutzungsfläche, wenn nun argumentiert wird das einem das besetzte Grundstück plötzlich streitig gemacht werden könnte, sollte reaktionär direkt nach dem warum gefragt werden! Warum sollte das jemand tun? Warum sollte sich jemand daran gestört fühlen wenn jemand anderes ein existenzielles Bedürfnis befriedigt? Verliert er nicht selber schon mit der Infragestellung eines Grundbedürfnisses seine eigene Möglichkeit selbst Ansprüche zu stellen? An dem Punkt sind wir schon bei der Praxeologie nach der Definition von Norbert, -die friedliche Kooperation von Menschen (also das Handeln) bestimmt die Gesellschaftliche Ordnung und NICHT umgekehrt! Im normativem Sinne wäre eine solche Infragestellung in erster Linie ein performativer Widerspruch, selbstverständlich vorausgesetzt, dass Besetze gebiet (samt Grundstück) ist nicht „unverhältnismäßig“ groß.

      Wenn ich ein ungenutztes Gebiet besetze und sich niemand daran stört, kann ich es meinetwegen auch Eigentum nennen. Erst wenn ein anderer kommt der einen größeren nutzten mit der Fläche erzielen möchte und es daraufhin zum Streitfall kommt, kann anhand Objektiver Gesichtspunkte geklärt werden wer das Land als Nutzungsfläche beanspruchen darf. Wenn A einfach alles Wild Wuchern lassen möchte und nur ungestört seine ruhe haben will und B möchte an der Stelle Getreide Pflanzen dann wird die umliegende Gemeinde (die es bis zu dem Zeitpunkt nicht interessierte) plötzlich auch einen effektiven nutzen im Vorhaben von B erkennen, somit ist die Wahrscheinlichkeit das B Unterstützung der hiesigen Gemeinde erhält, deutlich größer.

      Es ist doch auch viel naheliegender zu behaupten das Menschen sofern sie z.B. größere Flächen Land beanspruchen wollen (Besitzen kann man es nur durch positivistische Rechtssetzung), dafür dann auch einen Grund nachweisen werden. Unterschiedliche Nutzungsweisen lassen sich ja Objektiv bewerten, wenn auch nicht immer ganz einfach. Der Nutzungsgrad ist in diesem Beispiel noch ziemlich eindeutig, es gibt auch Fälle in denen es dann vielleicht nicht mehr ganz so deutlich ist.

      Zusammenfassend:

      Allgemein sollte Eigentum schon etwas differenzierter betrachtet werden. Eigentum im Sinne von tausch kann es schon geben. Arbeit ist subjektiv, das ist korrekt, vereinbare ich aber für eine Gewisse Tätigkeit einen Gewissen Lohn wird es aber Objektiv (ob die Bedingungen -also das Verhältnis Arbeit zu Lohn- fair war spielt hierbei keine Rolle). Es geht um den tausch der in freiwilliger Übereinkunft (hier Arbeit gegen Lohn) zustande gekommen ist und somit einen reellen Besitz erzeugt hat. Diesen nun zu negieren bedeute in letzter Konsequenz selber keinen legetimen Besitz erwerben zu können! Da das aber kontradiktorisch wäre sollte Eigentum in mindestens zwei Kategorien aufgeteilt werden.

      -Das was ich mir mittels tausch aneignen kann gehört mir, ebenfalls alles was ich mir nehme gehört mir (sofern noch keine begründeten Besitzansprüche bestehen). Ich kann Äpfel von einem Herrenlosenbaum Pflücken die dann mir gehören aber ich habe keine Ansprüche auf dem Baum, ich kann Pilze und Früchte im Wald sammeln aber habe keinen Anspruch auf den Wald.

      -Land kann ich Besetzten, ist die beanspruchte Fläche nicht unverhältnismäßig groß sollten keine weitern Besitzansprüche dritter objektiv (also ohne im performativem Widerspruch zu Handeln) begründet werden können. Alles andere was für Menschen existenziell oder auch nur präferiert wird, kann nicht in Besitz genommen sondern lediglich Verwaltet werden. Sind die betreffenden Personen die auf die Ressourcen angewiesen sind nicht mehr mit den Bedingungen oder der Arbeit einverstanden, könnten sie im Konsens beschließen einen anderen Verwalter an die Stelle zu setzten, oder was noch besser wäre eine Einigung mit dem bisherigen finden damit er seine Aufgaben wieder entsprechender wahrnimmt.

      Vielleicht kann das Allokationsproblem etwas entschärft werden wenn man sich in Zukunft um eine klarere Differenzierung des Wortes bemüht.

      „Wenn der Artikel für mich Sinn machen soll, dann nur, wenn ich in den meisten Fällen “Anerkennung von Eigentum” durch “Bereitschaft zum Konsens” ersetze.“

      Auch hier ist die Frage zu Stellen in weit der Konsens gehen sollte, im Besten Fall nur zwischen den betreffenden Parteien. Bei Themen die schon die Größenordnung haben auch die Gemeinde zu betreffen, wird halt nach dem Nutzungsprinzip oder eben der Effektivität entschieden, alles was einen Objektiven Nutzen für die betreffende Gemeinde hat, wird mit Sicherheit größere Zustimmung und Akzeptanz finden als irgendeine Willkür.

      Gruß Phil

  11. isomorph sagt:

    Dieser Planet gehört uns allen (von Karl heinz)
    http://globalefreiheit.de/article/287

    Wohl so etwas wie die Königsdisziplin der Österreichischen Schule ist die Frage nach Eigentum an Grund und Boden, an der schon viele Denker gescheitert sind. Daher möchte ich auch gar nicht erst versuchen, das jetzt und hier aufzubröseln, sondern einfach nur mal ein paar Gedanken loswerden. Es scheint auch wahrlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, aufzuzeigen was Landeigentümer von einem Staat unterscheidet, welche es in Freiheit ja nicht mehr gibt, zumindest nicht mehr in der heutigen Form.

    Zunächst gibt es bei der Eigentumsfrage einen Unterschied zwischen nicht knappen und knappen Gütern. An nichtknappen Gütern, wie Luft, Gedanken oder eben Grund und Boden gibt es überhaupt kein Eigentum in Freiheit. Denn diese stehen auf einem freien Markt allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung. Eigentum gibt es, wenn überhaupt, nur an knappen Gütern, welche letztlich alle aus nichtknappen Gütern gewonnen werden. In diesem Prozess bildet sich heraus, was jemand besitzt und widerspruchsfrei sein eigen nennen kann. Darunter fallen sämtliche materielle Dinge, die man aus nichtknappen Gütern selbst gewonnen hat oder sich von Dritten erworben. Diese Dinge besitzt man nun, genau wie nebenbei bemerkt auch sich selbst, und man kann vollkommen frei darüber verfügen, natürlich nur solange man niemand Anderen damit schadet.

    Der geneigte Leser sollte spätestens jetzt eine passende Definition von Eigentum erwarten. Das ist mir aber viel zu müßig und eigentlich auch total überflüssig. Denn es geht auch locker ohne diesen lockschen Begriff und daher lasse ich ihn ganz bewusst im Folgenden einfach weg. Ich hoffe sie haben kein Problem damit und tun dies in Zukunft vielleicht eben so, wenn sie erkennen, dass es sich in Freiheit nur ohne solche gesetzten Begriffe leben lässt, oder sich in Verträgen erst darauf geeinigt werden müsste, welchen ich hier und jetzt aber nicht mit ihnen abschließen möchte.

    Widerspruchsfrei besitzen tut man also schlicht das, was einem gehört, jedoch nur knappe Güter, solange sich keiner daran stört, und man selbst. Land zählt aus ökonomischer Sicht jedoch zu den nichtknappen Gütern, wie die Ozeane oder Luft, auch wenn die Erde begrenzt ist. Jeder der zuerst irgendwo hinkommt, kann sich das Land zu eigen machen und sich als Herrscher der Ameisen oder sonstigen Insekten fühlen, wenn es sich nicht gerade um die Antarktis handelt. Und er kann das Land nutzen und insofern er im Zweifelsfall gute Gründe vorbringt, für sich beanspruchen. Was er jedoch nicht kann, ist einfach so gegen den Willen anderer Menschen Land für sich zu beanspruchen, lediglich aufgrund einer einseitigen Setzung von Eigentum. Denn damit würde offensichtlich die Freiheit anderer Menschen auf ihrem Planeten eingeschränkt.

    Land kann in Freiheit also von niemand besessen werden, dafür jedoch z.B. Häuser oder Körner die man in die umgegrabene Erde pflanzt. Dadurch wird ein nichtknappes Gut zu einem Knappen. Das Land wird zum Teil des knappen Gutes Haus oder Beet oder eines hübschen Gartens oder sonstewas. Es kann vermietet und weitervererbt werden und niemand kann einem da rein pfuschen, solange man niemand schadet.

    Gibt es jemand, der sich von fremdem Besitz geschädigt fühlt, erkennt er dies damit nicht mehr an. Damit ist der Besitz nicht mehr widerspruchsfrei. Für die Beilegung des Konflikts ist das Besessene an sich aber völlig unbedeutend, denn angeklagt wird ja nicht der Besitz, sondern der Täter. Eventuelle Probleme zwischen Besitzern und Menschen, die sich geschädigt fühlen, und so auch, wer sich im Zweifelsfall der nichtknappen Güter wie Grund und Boden oder Wasser bedienen darf, werden in Freiheit ohne Staaten und ohne Gesetze anders geklärt als heute. Und zwar 1. immer von den Menschen vor Ort und 2. immer mit dem Vorsatz keine Freiheit einzuschränken.

    Einfach so einen Wald oder einen See zu umzäunen und alle anderen Menschen verbieten, ihn zu betreten oder daraus Holz oder Wasser zu entnehmen, das wird nicht funktionieren. Wenn es sich allerdings um ein Forstprojekt handelt und sich auch nicht gerade um die einzige Wasserquelle in der Gegend, dann vielleicht jedoch schon. Sowas kann in Freiheit nur in jedem einzelnen Fall von den Menschen vor Ort individuell entschieden werden, wo es denn nötig ist. Das dies möglich ist, auch ohne den Fachbegriff Eigentum und ohne dass sich nun insbesondere über Grund und Boden endlos gestritten wird, und ohne dass die Natur schamlos ausgebeutet wird, sondern genau im Gegenteil sehr schonend von umweltbewussten Menschen genutzt wird, dafür gibt es in der Menschheitsgeschichte Beispiele zu Hauf. Was schon die meisten Urvölker wussten, dieser Planet gehört uns allen.

    http://globalefreiheit.de/

  12. Christian sagt:

    „Ein Konsens beinhaltet immer zwischenmenschliche Phänomene, die durchaus Einfluss auf den Konsens haben können. Da Menschen de facto ungleich sind (aber mit gleichen Rechten geboren werden) begegnen sich Menschen auf ganz unterschiedlicher Basis. Der eine ist dominanter und durchsetzungsstärker, der andere ist unsicher und ein wenig labil. Wenn das Eigentumsrecht in einem sollchen Falle dem Konsens nachgelagert wird, sehe ich im Konzept einer derartigen Theorie die Willkür des individuell Stärkeren obsiegen auf Kosten der individuellen Freiheit der Schwächeren.“

    Wieso soll Konsens eigentlich ein Mittel der Herrschaft der Stärkeren gegenüber den Schwächeren sein? Beim Konsens sind die Stärkeren doch ebenso auf die Zustimmung der Schwächeren angewiesen wie umgekehrt.

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