Larken Rose

Jeden Tag gibt es eine neue Welle von Videos auf Facebook, die Polizisten oder Soldaten (aus den USA oder ausländische) zeigen, während sie schlimme Sachen machen. Wenn es noch irgendjemanden gibt, der diese autoritäre Ungerechtigkeit entschuldigt, verdient derjenige vielleicht, dass man ihm mit dieser ganzen Hässlichkeit ins Gesicht schlägt – vor allem, wenn er auch noch stolz darauf ist, dafür zu bezahlen und er dafür gewählt hat. Aber ich persönlich glaube, dass ich nicht noch weitere Videos brauche, in dem ein Polizist jemanden brutal misshandelt oder dass ich ein weiteres Bild toter Kinder in einem Kriegsgebiet sehen will.

Doch glaube ich auch, dass es von Zeit zu Zeit wichtig ist, das „Schachbrett“ von der anderen Seite zu betrachten, um eine Idee davon zu bekommen, wie die Welt aus den Augen der „Tyrannen“ aussieht. Und ich weiß ganz genau, warum es die Tyrannen sehr gerne haben, wenn sich Menschen erschreckende und böse Sachen ansehen: Denn wenn die Leute emotional gefangen sind und ihr rationaler Verstand von Wut und Hass erstickt ist, sind sie viel leichter zu kontrollieren, zu manipulieren und zu unterwerfen. Selbst völlig gerechtfertigter und gerechter Zorn führt oft zu MEHR Ungerechtigkeit, wenn Menschen unkonzentriert sind und von unkontrollierter Wut getrieben werden.

Du kannst dies auf beiden Seiten der Konfliktparteien sehen wie zum Beispiel heutzutagee im Nahen Osten. Du kannst ganz leicht ein Video finden, in dem ein Jude seine Freude über die Tötung der Muslime zeigt, ebenso wie ein Video über den muslimischen Jubel, wenn ein Mord an Juden verübt wird. Ratet mal, wer davon profitiert? Die menschenverachtenden und größenwahnsinnigen Politiker auf beiden Seiten, die den Krieg und ewigen Streit und Konflikt WOLLEN. Und der beste Weg, um ihr Ziel zu erreichen, ist, dass die Menschen so blind in ihrer Wut sind, dass sie diese Gewalt unterstützen oder sie sogar selbst begehen – völlig blinde und unkontrollierte Gewalt – nur weil sie von irgendeiner anderen blinden, unkontrollierten Gewalt so geschockt sind und einfach jemanden dafür bestrafen wollen.

Ein Paradebeispiel – welches eigentlich lustig wäre, wenn es nicht mit Massenmord zu tun hätte – sind all die amerikanischen Staatsjünger, die sich über den militärischen Angriff auf den IRAK gefreut haben, als Reaktion auf die Behauptung, dass jemand in AFGHANISTAN einen Plan hätte, Amerikaner zu ermorden (à la 9/11). Heilige Scheiße, Leute! Ihr habt nicht nur versehentlich ein paar Zivilisten getötet, die zufällig in der Nähe standen; ihr habt das ganze verdammte Land platt gemacht. Und es gibt immer noch ein Haufen amerikanischer Idioten, die darüber jubeln, wenn unschuldige Menschen im Irak leiden und sterben, weil irgendetwas unvorstellbar Schreckliches passiert war, dass einfach „etwas getan werden musste“! Ob dieses „Etwas“ nun moralisch oder rational war, interessierte die vielen dummen Fahnenschwinger nicht. Und genau das ist es, was Tyrannen auf allen Seiten sehen wollen.

Also lautet mein Rat: Ja, lass zu, dass dein gerechter Zorn dich mit aller Entschlossenheit in Handlungen führt, Dinge zu verbessern, selbst wenn dafür Waffen notwendig sind. Aber sei dir zur gleichen Zeit sicher, dass dein Gehirn noch arbeitet und sicherstellt, dass deine Emotionen dich nicht dahingehend manipulieren, dass du zum Schluss unschuldige Menschen verletzt und die Sache danach noch schlimmer ist als zuvor. Kenne deinen Feind und stelle sicher, dass du weißt, wie er funktioniert. Wenn du ein vernünftiger, moralischer Mensch bist, ist dein Feind niemals eine ganze Rasse, oder eine ganze Religion oder ein ganzes Land; dein Feind ist das Individuum (egal welche Farbe, Religion oder Staatsangehörigkeit), welches Aggression gegen Unschuldige begeht. Ziele auf diesen Feind – egal ob mit Worten, Fäusten oder Kugeln – und auf sonst niemanden. Lass dich nicht von den Psychopathen erschrecken und in die Angst führen, so dass sie deine Tugend und Entrüstung nicht für ihre bösartige und sadistische Agenda nutzen können. Sonst wirst du zu einem Aggressor – und somit zu einem Feind der Menschheit.

(Übersetzt von Rudolf Engemann)

 


 

 

3 Responses to Polizeibrutalität und tote Kinder – Wer sind die wahren Feinde?

  1. Claudius sagt:

    Ein sehr guter Beitrag.
    Allerdings sollten wir vorsichtig sein mit dem Ausmachen des Schuldigen. Politiker sind in meinen Augen nicht die Quelle der Tyrannei. Sie unterstehen genau wie die Soldaten im Militär wiederum anderen Menschen. Sie sind ebenso wie das breite Volk nur ein Instrument, ein Werkzeug zur Machtausübung. Das lässt sich ganz einfach belegen. Massenmedien und deren Eigner stehen 100% über allen Politikern in der Machtpyramide. Wenn ein Politiker nicht das macht, was er zu tun hat, wird er zuerst diffarmiert und aus seinem Amt geekelt und das nicht von seinen Kollegen, sondern von Medien. Wenn das aber nicht hilft um ihn auszuschalten, wird breiter Hass gegen ihn geschürt. Er soll Verbrechen begangen haben und dafür bestraft werden. Die Menschen hassen ihn dafür! Er wird entweder schnell aufgeben (C.Wulff) oder nicht sehr lange überleben (Gadhaffi).
    Im Gegensatz dazu erhält ein Politiker, der immer treu alles macht was ihm befohlen wird, eine hohe Bezahlung. Für welchen Weg wird man sich wohl eher entscheiden? Die meisten Politiker funkeln nur deshalb so lange am „Himmel der Macht“, weil sie echte Profis im Nachplappern sind und für ein hohes Gehalt alles tun würden und nicht deshalb weil sie vom Volk gewählt werden!

    Bevor man also das Urteil fällt, wer nun der Schuldige an der ewigen Misere ist, sollte man zuerst den klaren Verstand anwenden und überlegen, wo wirklich die Quelle der Macht sprudelt. Wenn das den Menschen klar wird, benötigen wir gar keine Waffen mehr, um diese Macht zu „zerschlagen“.

    Ich denke, aktuell liegt die Macht immer bei dem, der die meisten Mittel besitzt, um die Menschen zu beeinflussen. Dort wo sich das meiste Kapital sammelt.
    Der Staat ist nicht die Ursache des Problems, so wie es hier auf freiwilligfrei und im Anarchokapitalismus allgemein immer irrtümlich angenommen wird. Der Staat ist nur ein weiteres Symptom, ein Mittel zum Zweck. Beim Kapitalismus kommen wir dieser Ursache schon etwas näher. Doch auch er ist nur ein Auswuchs und eine natürliche Wucherung des tatsächlichen Problems.
    Wo die Ursache wirklich liegt, ist ganz simpel festzustellen, wenn man nur ein wenig nachdenkt. Sie liegt in der Natur! Der Mensch hat von Natur aus bestimmte Bedürfnisse, die zu stillen er gezwungen ist.
    Am Anfang der Menschheit hat Anarchie existiert. Alle haben um ihre Rechte gestritten und um die bestehenden Ressourcen gekämpft. Schnell haben sich aber die stärksten Menschen durchgesetzt. Die meisten Menschen brauchen einen Anführer, der sie durch ihr Leben führt. Diese Aufgabe haben dann die Menschen übernommen, die gerne Massen führen. Manche hatten echtes Verantwortungsbewusstsein und haben ihre Sache gut gemacht.
    Andere aber haben nach Macht und Einfluss gestrebt und die anderen im „freien Wettbewerb“ bezwungen. Sie haben Überhand genommen und ihre Machtbereiche immer weiter ausgedehnt. Schlussendlich ist dann nach etlichen verschiedenen Unterdrückungsformen irgendwann der heutige Staat entstanden, der sich als das bisher effizienteste Ausbeutungsmodell etabliert hat, über den freien Wettbewerb.

    Die Menschheit hat bisher immer „Libertär“ gelebt. Das ist nicht irgendeine neue Idee. Auch Tiere sind Anarchisten und das seit Urzeiten. Um das zu beweisen, brauche ich nicht irgendwelche Studien oder Statistiken. Den Beweis finden wir in jedem Geschichtsbuch und in unserem Alltag.

    Würden wir nun eine Privatrechtsgesellschaft nach Hoppe umsetzen, wäre das kein Fortschritt. Nichts würde sich elementar ändern. Zuerst wären wir für eine kurze Zeit wieder in der Steinzeit, danach würden bestimmte Menschengruppen wieder die Macht ergreifen und über kurz oder lang sind wir dann wieder in der Ausgangssituation 🙂

    • So schwer es mir auch fällt zuzustimmen, kommt man an der Tatsache nicht vorbei, dass der Staat ein Symptom ist. Larken Rose hat dies im Grundsatz auch erkannt, wie sich aus dem Zusammenhang seiner diversen Beiträge erschließt. Hoppe schreibt grundsätzlich unter dem Vorbehalt bestimmter Bedingungen (Selbstverpflichtungen).
      Ich selbst erkannte dies auf Grund meiner derzeitigen Arbeit an einem Zukunftsroman. Um die Gesellschaft zu „befreien“, muss ich mich genau dieser faschistoiden Mittel bedienen, welche ich ablehne. Folglich habe ich entweder die Gesellschaft nicht befreit, weil ich die Mittel ablehne oder sie gewaltsam in eine andere Konfiguration gepresst – folglich wieder nicht befreit.

      Wenn ich heute von Staat schreibe, meine ich grundsätzlich auch meinen Nachbarn. Wäre er soweit, dass er im Gegenzug auch mich meint, wären wir kulturell ein großes Stück weiter. 🙂

      • Claudius sagt:

        „Wenn ich heute von Staat schreibe, meine ich grundsätzlich auch meinen Nachbarn. Wäre er soweit, dass er im Gegenzug auch mich meint, wären wir kulturell ein großes Stück weiter“

        Eine geniale Aussage, die auch nach meinem Empfinden den Nagel genau auf den Kopf trifft!
        Ich habe mir Ihren Artikel „Volksschädling Raucher und die Maßstäbe der Glückseligkeit“ durchgelesen und bin begeistert, da Sie damit auch bei mir viele verschlossene Augen geöffnet haben.

        Die Idee mit dem Zukunftsroman ist mir auch schon einmal durch den Kopf gegangen. Wer sich die richtigen Fragen stellt, oder sie gestellt bekommt, der kann sich rasch den nötigen Verstand aneignen. An politischem oder philosophischem „Geschwafel“ sind aber die meisten der heutigen Menschen nicht interessiert, da dies oft viel zu faktisch, komplex und unverständlich geschieht.
        Ein spannender Roman, ohne viele Fachworte und komplizierte Redewendungen, der einfach nur eine fesselnde Geschichte erzählt und ganz nebenbei auch noch von einer humanen „Befreiungsaktion“ der Gesellschaft handelt, könnte ein unglaubliches Erfolgspozenzial mit sich bringen. Man stelle sich einmal vor, dass alle Harry Potter – Fans sich mit ebensolcher Intension und Begeisterung an diesen Roman heranmachen würden!
        Selbstverständlich sollte die handelnde Gesellschaft möglichst realistisch konzipiert sein und der Heutigen nahe kommen.

        Damit dieser Roman aber nicht gleich nach seiner Veröffentlichung von allen Mainstream-Medien auf das Grausamste diffamiert und vergewaltigt wird, sollte es vielleicht nicht zu offensichtlich sein, dass dieser Roman ein Aufruf an die Menschheit sein soll, sich ein Beispiel an der Handlung zu nehmen und selbst auf diese oder ähnliche Weise aktiv zu werden.

        Wie die Angesprochene Befreiung vor sich gehen muss, um wirklich zu einer „freien“ Gesellschaft zu führen, muss dem Autor selbst überlassen werden. Meine Befreiung wäre z.B. keine Befreiung vom Staat allgemein, sondern eine Befreiung vom Gewalt – und Herrscherstaat, die Ebnung zu einem Weg der Entscheidungsfreiheit und die Entwicklung hin zur regionalen Gesellschaft.

        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben und hoffe darauf, Ihren Roman schon in naher Zukunft als Bestseller-Roman in den eigenen Händen halten zu können 🙂

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