Wie man die endlose Unmoral hierarchischer Gewalt in bloß eine weitere
gigantische Steinkuh verwandelt.

Der Staat ist institutionalisierte Gewalt.
Der Glaube an die Notwendigkeit und den moralischen Wert des Staates ist
eine Religion.
Religion wird Kindern durch Erziehung eingetrichtert.
Eine friedliche Gesellschaft ohne Staat erreichen wir durch friedliche
Kindererziehung.

Amazonenbrüste, alte Götter und das Ende des Bösen

Als ich klein war, bekamen wir jeden Monat das National Geographic Heft, und wie die meisten Jungen, blätterte ich es unverzüglich durch auf der Suche nach – Amanzonenbrüsten. Dadurch lernte ich, welch wesentlicher technischer Fortschritt ein Wonderbra tatsächlich ist. Neben diesen baumelnden Brüsten gab es seltsame Steinstatuen zu sehen, die ein bisschen wie Comicfiguren aussahen. Diese Statuen wurden manchmal von den Pygmäen angebetet, angerufen oder angesungen, was mich lächeln ließ. Für sie war eine Statue ein mächtiger und ewiger Gott. Für mich, tja, war es bloß eine riesige Steinkuh.

Es gibt über 10.000 Götter auf der Welt, die fast Jedem ziemlich lächerlich vorkommen. Wenn man nicht mit ihnen aufgewachsen ist, haben sie keine emotionale Resonanz, keine mythologische Kraft. Sie sehen einfach aus wie wildgewordene Müsli-karton-Comicfiguren.

Ungefähr 50 Mal am Tag werde ich gefragt, wie wir die hierarchische Gewalt beenden können, die unsere Welt, unsere Wirtschaft und uns selbst langsam zerstört, und wie wir anfangen, friedliche und freiwillige Beziehungen aufzubauen, um damit komplexe soziale Probleme zu lösen.

Die Antwort ist sehr einfach: Vor jedem moralischen Entwicklungsschritt herrschte Unverständnis genauso wie danach. Sklaverei, die Unterdrückung von Frauen und Kindern, das Verbot von Eigentum, alles erschien völlig normal, bis es abgeschafft wurde. Und im Nachhinein ist es schwer zu glauben, dass solche Übel überhaupt jemals herrschten.

Dasselbe gilt für eine Gesellschaft ohne Staat. Es kommt einem nur unmöglich vor, weil eine wirklich freie und friedliche Gesellschaft erst noch erreicht werden muss. Aber wenn wir sie einmal erreichen – und es wird so kommen – wird man auf Regierungen als lächerliche, blutige und böse Überbleibsel der primitiven und trunkenen Jugend unseres Menschengeschlechts zurückblicken.

Deine Regierung kann nicht dein Eigentum schützen, indem sie dir die Hälfte davon zunächst abnimmt. Sie kann nicht dein Leben schützen, indem sie dich mit endlosen gewalttätigen Erlassen bedroht. Sie kann nicht dein Geld schützen, indem sie dich dazu zwingt, ihre Währung zu benutzen, die sie nach Belieben nachdruckt. Sie kann nicht deine Kinder schützen, indem sie sie jahrelang in geistigen Gefängnissen aus dem 18. Jahrhundert einschließt, während sie ihre Zukunft dem Höchstbietenden verkauft.

Fremde Götter sehen immer albern aus. Und der Glaube an den Staat ist einfach eine weitere Religion. Der Glaube an den Staat hat seine Kirchen, seine Symbole, seine Götter, seine Belohnungen und Bestrafungen, und beruht auf der Kontrolle und dem Missbrauch von Kindern. Die Parallelen sind offensichtlich und endlos.

Wie also beenden wir den Glauben an den Staat? Nun, genauso, wie wir Religion beenden. Indem wir ihn als bloß eine weitere Steinkuh entlarven. Wenn du nicht während deines Aufwachsens vor dem grimmigen Schatten eines fremden Gottes niederknien musstest, sieht er lächerlich aus und hat daher keine Macht über dich. Wenn du während deines Aufwachsens nicht Esperanto gelernt hast, klingt es wie Kauderwelsch.
Um die Welt zu retten, um die Welt zu befreien, um Krieg abzuschaffen und Gefängnisse und Missbrauch und Folter und Indoktrinierung und Versklavung, und die Steuern und Schulden, die alle diese Übel ermöglichen, müssen wir aufhören, unseren Kindern die Sprache des Staates beizubringen.

Wenn wir unsere Kinder ohne Aggression erziehen, ohne unsere Stimme zu erheben, ohne unsere Hand zu erheben, ohne Drohungen, ohne Kontrolle, ohne Bestrafung und Manipulation, mit Sanftheit und Festigkeit, mit Liebe, werden sie niemals Angst vor Autoritäten haben. Sie werden sich niemals einer brutalen Hierarchie unterwerfen, und sie werden niemals die moralische Autorität derer anerkennen, die sich selbst „der Staat“ nennen. Unsere Kinder werden klar die schlimme Dummheit institutioneller Gewalt sehen, da sie für sie schockierend und völlig unerwartet sein wird. Statt – wie es so oft heute der Fall ist – sie als eine unvermeidliche Erweiterung ihrer Erziehung zu erleben.

Gewalt ist eine Sprache, die wir verlernen müssen. Der einzige Weg zu einer friedlichen Zukunft ist, unseren Kindern diese Sprache gar nicht erst beizubringen. Dann, und nur dann: All das häßliche Bedrohen, Gewalt, Kontrolle, Herumkommandieren, Entführen, Einsperren, Fälschen, Verschulden, Versklaven, Anbeten, Angst, Gehorsam, wird nicht mehr mit der Kraft des Mythos und der kleinlichen Religion des Nationalismus aufgeladen sein. Der Staat wird entlarvt werden als bloß ein dummer Aberglaube, ein Comicbuchgott, ein primitives Überbleibsel. Nichts, das angebetet oder dem gehorcht oder das verehrt oder gefürchtet werden muss. Bloß ein altes und gefährliches Spielzeug, das wir nicht mehr brauchen. Wenn dieses große Erwachen kommt, wenn Mythen und Wahn zerfallen, wird der Staat bloß zu einer weiteren Steinkuh, die wir alle hinter uns lassen können, im Dschungel der Vergangenheit, aus der sie kam und wo sie verdammt nochmal hingehört.

  
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9 Responses to Amazonenbrüste, alte Götter und das Ende des Bösen (Video+Text)

  1. Infoliner sagt:

    Warum denn mit den Kindern anfangen?
    Ich muß doch selbst erst mich frei machen vom Glauben an Obrigkeiten aller Art. Sonst schicke ich nachher meine Kinder noch in eine Schule und … das macht denn alles Bemühen wieder zunichte.
    Wie erkennt man aber, daß man keine Obrigkeit hat und dieser Glaube nur anerzogen ist?
    Indem man sich mit sich selbst, mit dem Menschenwesen befaßt und erkennt, was das eigentlich ist. Das muß vorausgehen, denn sonst ist auch der Glaube an keine Obrigkeit wiederum ein Glaube und man glaubt möglicherweise, man wäre ja frei, wenn einen die böse Obrigkeit nicht versklaven würde …
    Ein freier Mensch weiß, daß er nicht versklavt werden kann, das funktioniert einfach nicht. In Ketten halten kann man sich nur selbst.

    • Heiko Cochius sagt:

      Du hast schon recht, man muss natürlich bei sich selbst anfangen. Wer sich selbst nicht kennt, tappt im Nebel.

  2. Gockeline sagt:

    Es gibt keine zig Götter in der Welt.
    Alle diese Götter sind selbsterfunden.
    Wer seine Kultur seinen Kindern vorenthält,
    gibt ihnen nichts mit.
    Denn Werte und Kulturen verändern sich heute so schnell.
    Die Christliche Kultur hat unsere Kultur geschaffen.
    Sie auszuschalten ,gingen viele in diese Kirche ,um sie zu beschädigen.
    Damit heute alle Kirchenkritiker sagen können ,die Kirche ist schuld und gehört weg.
    Heute haben die Menschen ohne Religion mehr Probleme, als jemals zuvor.
    Übrigends man trichtert den Kindern nichts ein,
    sondern erzählt ihnen die Christliche Geschichte.
    Wie jede politische Geschichte ,oder andere Wissenschaften auch.
    Mit Hass verändert man die Welt nicht.
    Nur mit Liebe kann man die Welt verändern.

  3. Habnix sagt:

    Selbstversorgung auf kleinsten Raum ist Unabhängigkeit.

    http://www.ginsterburg.de/t72f4-Die-wahre-Revolution-ist-die-Selbstversorgung.html

    Warum Selbstversorgung? Weil sie die Regierung ein gutes Stück auf Distanz lässt,sie sogar überflüssig machen könnte.

    Wir brauchen keine Regierung nee,ne.Wir können uns über das Internet selbst regieren,,ja das können wir.Vielleicht auch über ein extra Netz wo jeder ab 18 Jahren dann mit bestimmen(Volksabstimmung o.ä.) darf.

  4. Heiko Cochius sagt:

    Wozu denn Volksabstimmungen für Leute über 18? Was ist das denn anderes als eine Regierung? Oder habe ich da was völlig missverstanden?

  5. Infokrieger,du hast folgendes geschrieben:

    „Wenn wir unsere Kinder ohne Aggression erziehen, ohne unsere Stimme zu erheben, ohne unsere Hand zu erheben, ohne Drohungen, ohne Kontrolle, ohne Bestrafung und Manipulation, mit Sanftheit und Festigkeit, mit Liebe, werden sie niemals Angst vor Autoritäten haben.“

    Wirklich eine schöne Vorstellung.Ich wünschte ich könnte das mit aller Konsequenz tun.

    Hast du Kinder? Ich glaube nicht, denn sonst würdest Du wissen ,dass das so ziehmlich das schwierigste ist was man als freiheitlich denkende Eltern zu bewältigen hat.Theoretisch nimmt man sich genau das immer wieder vor, man stößt aber regelmäßig auch an Grenzen, die durch vorhandene Gesetze oder Normen bestimmt werden.
    WIR müssen zuerst dafür sorgen dass die Gesllschaft zu einer Gesellschaft wird ,in der es möglich ist Kinder so erziehen zu können. Alles andere finde ich extrem feige. Wenn man ein Kaninchen in einen Löwenkäfig wirft, wäre das so ziemlich das gleiche. Wir müssen uns und unsere Gesellschaft zuerst ändern, erst dann können wir das unseren Kindern auch ohne Kompromisse vorleben. Ich habs hier schon mehrfach erwähnt, man sollte sein Ziel fest im Auge haben aber auch die Schritte gehen, die nötig sind um ans Ziel zu kommen. Es nützt uns garnichts von einer Gesellschaft ohne Staat zu träumen ,wenn wir alle Zwischenschritte als inkonsequent ablehnen. So wird jede Generation immer wieder nur auf ihre Kinder hoffen. Der philosophische Grund ist seit tausenden von Jahren gelegt. Der Anarchismus ,in welcher Form auch immer, existiert nicht erst seit gestern in den Köpfen der Menschen. Also Leute, nicht Labern sondern handeln, auch auf die Gefahr hin Fehler zu machen. Nur vom Träumen verändert sich nichts.

    Passend dazu der bekannte Spruch:“ Zahme Vögel träumen vom Fliegen, wilde fliegen“
    in diesem Sinne. http://www.parteidervernunft.de

    • infokriegerBerlin sagt:

      hallo jens

      nur zur info… ich habe den text nicht geschrieben…er ist der text des videos.
      jedoch stimme ich mit ihm überein.

      niemand hat behauptet, daß es einfach ist kinder zu erziehen.

      -„WIR müssen zuerst dafür sorgen dass die Gesllschaft zu einer Gesellschaft wird ,in der es möglich ist Kinder so erziehen zu können.“

      die gesellschaft besteht aus individuen… wenn man sich empirische und wissenschaftliche fakten anschaut, ist es allgemein bekannt, daß der schlüssel für die veränderung einer gesellschaft die erziehung der kinder ist.
      nicht umsonst, setzt die elite alle kraft genau an diese stelle !
      alte bäume pflanzt man nicht mehr um…..

      nicht umsonst hat auch der faschismus oder kommunismus(genau wie auch heute) die kinder von den eltern weggenommen , um sie zu indoktrinieren.
      natürlich haben sie gewußt, daß dort der schlüssel liegt.
      den menschen dann zu formen, wenn sein gehirn am formbarsten ist….im kindesalter.

      außerdem ist es eine multigenerationsaufgabe…so sehr wir es uns alle wünschen, wird es nicht von heute auf morgen passieren.

      natürlich muß man die eltern überzeugen, was du wahrscheinlich mit „erst gesellschaft verändern“ meinst.
      völlig richtig! beides geht nur hand in hand !

      -„wenn wir alle Zwischenschritte als inkonsequent ablehnen.“
      ich weiß nicht genau was du mit zwischenschritte meinst?
      wenn du damit meinst, daß zwischenschritte die akzeptanz von initiirter gewalt bedeuten, dann hast du recht…wir lehnen die initiation von gewalt konsequent ab (aus guten gründen!).
      wenn du damit meinst, das es ein prozeß bis hin zur voluntaristischen gesellschaft ist, dann gebe ich dir recht… dieser transformationsprozeß dauert mehr als eine generation.

      -„man sollte sein Ziel fest im Auge haben aber auch die Schritte gehen, die nötig sind um ans Ziel zu kommen.“
      solange die nötigen schritte nicht bedeuten, seinen prinzipien untreu zu sein und damit unglaubwürdig wird…völlig richtig…jede reise beginnt mit einem kleinen schritt!

      -„Also Leute, nicht Labern sondern handeln,“
      ich würde gerne wissen, was du unter handeln verstehst?
      aber wir sind uns schon einig, daß man um glaubwürdig zu bleiben, so wie man labert auch handeln sollte oder?
      meinst du mit handeln, gewalt gegen andere zu legitimieren? denn außer dieser sache, machen die politiker auch nichts anderes als reden.

      dann würde ich noch gerne wissen, ob es große gesellschaftliche bewegungen/revolutionen/veränderungen ohne eine philosophische grundlage gegeben hätte?!

      und um zu guter letzt mal noch aufs video hier einzugehen… durch die staats-religion werden kinder gebrainwashed , traumatisiert und ihr hirn wird geschädigt bzw in seiner normalen entwicklung gestört.
      es gibt keine entschuldigung , um sowas zuzulassen oder mitzumachen !

  6. Rudolf sagt:

    Vielen Dank für diese Ausführung. Leider wird der Staat immer noch als Unausweichlich gesehen. Als „von Gott gegeben“ oder irgendwie notwendig… Nichts davon ist wahr. In Ergänzung hier ein weiterer Blogeintrag zu diesem Thema: http://ipbblog.blogspot.com/2011/11/regierungen-herrschen-uber-menschen.html

  7. Zef sagt:

    „Archie“ heisst der alberne Gott der Staatsgläubigen.

    Das Wort Ana-Archie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Abwesenheit einer obersten Vorherrschaft.

    Anarchie ist Ordnung mit der Besonderheit, dass sie auf ein zentrales Herrschaftsmonopol verzichtet.

    Vergl. David Dürr
    http://ef-magazin.de/2014/03/31/5135-schweiz-der-achte-bundesrat

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