Friedlich dem Staat die Stirn bieten

Was glaubt ihr, wie die Öffentlichkeit reagieren würde, wenn die nationalen Regierungen oder die EU versuchen würden, allen die Kinder wegzunehmen und sie in die Obhut anderer Eltern zu geben? Oder wenn sie versuchen würden, den Leuten die Autos oder die Häuser wegzunehmen? Wichtiger noch, welche Art von Reaktion würde der Staat erwarten? Die Antwort ist natürlich massenhafter Widerstand, eingeschlossen, aber nicht beschränkt auf, zivilen Ungehorsam und Umgehung.

Warum bezeichne ich zivilen Ungehorsam und Umgehung als “Widerstand”? Ich definiere Widerstand als das Ausüben von Kontrolle über die eigene Person und das rechtmäßige Eigentum, den Anmaßungen des Staates trotzend, oder als Hilfe gegenüber anderen, dies zu tun. Nach dieser Definition ist der Begriff Widerstand nicht auf die Abwehr von Aggression mit defensiver Gewalt, oder der Androhung solcher, beschränkt. Ziviler Ungehorsam ist Widerstand, weil der Ungehorsame die Kontrolle über seine eigene Person und sein rechtmäßiges Eigentum behauptet, indem er sich deutlich weigert, den Diktaten des Staates Folge zu leisten, selbst wenn er sich nicht wehrt, wenn die Staatsschergen kommen, um ihn festzunehmen oder ihm sein Eigentum zu entreißen. Umgehung ist Widerstand, weil sie ganz einfach die heimliche (aber ehrenwerte!) Behauptung der Kontrolle über die eigene Person und das eigene rechtmäßige Eigentum dem Staat zum Trotz darstellt. Die Wichtigkeit von Umgehung für die effektive Verteidigung der Freiheit ist der Hauptgrund, warum Massenüberwachung solch eine tyrannische Bedrohung darstellt.

Es ist hauptsächlich der Erwartung von massenhaftem Widerstand geschuldet, dass der Staat solch empörendes Unrecht wie bei den oben genannten Beispielen nicht begeht, und auch so bald nicht begehen wird, zumindest so lange nicht, bis er es geschafft hat, durch ideologische Indoktrination, Propaganda und das Schüren von Ängsten einen massenhaften Wechsel der öffentlichen Meinung hin zu noch mehr Staatsgläubigkeit zu erzeugen. Wäre es ansonsten nicht im Interesse der Machthaber, durch solche dreisten Übergriffe rivalisierende Loyalitäten zu zerstören, die Staatsfinanzen zu sanieren und die Leute noch abhängiger vom Staat zu machen?

Es ist letztendlich diesem potentiellen Widerstand geschuldet, und nicht irgendwelchen Verfassungen, Gesetzen oder “Gewaltenteilungen” innerhalb des Staates, dass uns die, zugegebenermaßen schon extrem eingeschränkten, Rechte, die wir zur Zeit noch haben, nicht auch noch genommen werden. Diese Wahrheit hat eine entscheidende Bedeutung für Strategien hin zu mehr Freiheit.

Aufklärung wird weithin als essentiell für die Strategie hin zu mehr Freiheit betrachtet, zu Recht. Aber die Frage, die man sich ganz logisch stellt, lautet natürlich, wie in Folge von Aufklärung Nägel mit Köpfen gemacht werden: wie die Zustimmung der breiten Masse der Menschen zum Libertarismus zu einer libertären Realität wird?

Eine verbreitete Antwort auf diese Frage lautet “Politik”: eine libertäre Bevölkerung bewegt den Staat dazu, sich zu verkleinern, entweder durch demokratische Reformen oder durch Revolution der breiten Mehrheit: durch die Wahlurne oder das Gewehr. Diese Antwort ist mit einem entscheidenden Fehler behaftet, aus Gründen, die hier und hier dargelegt werden. Legalisierte Gewaltinitiierung wird niemals beendet werden, indem man sich (ganz oder teilweise) den Gewaltapparat aneignet, egal ob diese Aneignung mittels dem Stürmen von Wahlkabinen, öffentlichen Plätzen oder Schlachtfeldern bewerkstelligt wird.

Wie sonst können dann Nägel mit Köpfen gemacht werden? Die einzige Art, Freiheit auf eine prinzipientreue und sich nicht rächende Weise zu erlangen, ist durch potentiellen Widerstand.

Wie oben schon dargelegt wissen die Staatsschergen, dass sich die Leute nur so viel gefallen lassen, und nicht mehr. Sie wissen, dass die Menschen Schandtaten, die empörend genug sind, mit weitreichendem physischen Widerstand begegnen würden, wenn der Vollzug versucht würde. Und gemeinhin entscheiden sie, dass die Kosten, die sie für den Versuch des Vollzuges zu bezahlen hätten, den erwarteten Gewinn beim Vollzug nicht wert sind; also wagen sie nicht mal den Versuch. Und so wird die Staatsgewalt effektiv zunichte gemacht oder eingeschränkt, ohne dass auch nur ein Schuss fällt oder auch nur eine Stimme abgegeben wird.

Jetzt stellt euch vor, die Menschen würden in Zukunft über die staatliche Schulpflicht und sporadisches Kidnapping durch die Jugendämter so denken, wie sie heute über das massenhafte Austauschen der Kinder denken; sie würden über Massenüberwachung genau so denken, wie sie heute über massenhafte Bücherverbrennung denken; sie würden über alle staatlichen Enteignungen so denken, wie sie heute über das direkte Enteignen von Autos oder Häusern denken.

Je erfolgreicher Libertäre bei ihrer Auklärungsarbeit sind, desto weniger toleriert die Mehrheit die eigene Unterjochung durch den Staat, und desto mehr werden staatliche Übergriffe durch potentiellen Widerstand zunichte gemacht oder eingeschränkt. Je weiter die friedliche libertäre Aufklärungsarbeit voranschreitet, desto größer wird der Puffer des potentiellen öffentlichen Widerstandes, der den Staat wiederum dazu bewegt, sich zurückzuziehen.

Der Staat mag hier oder da sein Glück versuchen und in tyrannischer Weise versuchen, das, was er als “Bluff” seiner Opfer wahrnimmt, aufzudecken; und als Folge mag aus potentiellem Widerstand tatsächlicher Widerstand werden. Aber es ist lebenswichtig, dass jeder physische Widerstand sich absolut auf die Verteidigung der eigenen Person und des eigenen Eigentums beschränkt, dass er so passiv wie möglich ist (wie z.B. durch Umgehung und zivilen Ungehorsam), dass er nie die Rechte unbeteiligter Dritter oder auch der Aggressoren selbst verletzt (durch überzogene Abwehr), dass er vorher genauestens abgewägt wird (insbesondere Risiken und Nutzen für einen selbst und andere), und dass er auf eine Art und Weise ausgeführt wird, die weitgehende Sympathie für das sich wehrende Opfer und einen öffentlichen Aufschrei der Entrüstung gegenüber dem gewaltinitiierenden Staat verursacht. (Die kürzlich verübte Tat in Las Vegas war kein Widerstand, sondern kaltblütiger Mord. Solche Verbrechen verursachen nur weitere Verbrechen und nützen dem tyrannischen Staat.)

Denn, falls es die Mehrheit schafft, den Machthabern durch Proteste, Streiks, Onlinekampagnen etc ihren fundamentalen Sinneswandel und ihre neugefundene Entschlossenheit mitzuteilen, kann es sein, dass Akte des physischen Widerstandes spärlich gesät bleiben. In diesem Fall müssen selbst die dickschädligsten Staatsschergen einsehen, dass das alles kein Bluff ist, dass sie hoffnungslos in der Unterzahl sind, und dass sie gut daran täten, ihre Verluste zu begrenzen, indem sie entweder ins voluntaristische Lager wechseln oder das Weite suchen.

„Wahlurne oder Gewehr“ ist nicht die richtige Entscheidung. Außerstaatlicher potentieller Widerstand kann etwas bewegen, und ist letztendlich auch das einzige, das jemals etwas entscheidendes bewegt hat. Aufklärung, Sinneswandel und potentieller Widerstand – nicht Wählen gehen, Gesetzgebung oder Revolution – sind sowohl für die Freiheit, die uns noch bleibt, als auch für die Freiheit, die wir friedlich zurückerobern werden, verantwortlich.

Aus dem englischen Original von Dan Sanchez – übersetzt von rider650

 

16 Responses to Contra Staat – Ungehorsam und Umgehung als “Widerstand”

  1. Chris sagt:

    Der Beitrag gefällt mir von der Perspektive her gesehen sehr gut!

    Nur eine Anmerkung: Es wird eine Differenz aufgemacht zwischen Widerstand und potentiellem Widerstand. Diese Differenz ist zwar vorhanden, aber im Text verwischt sie mitunter:
    „Die einzige Art, Freiheit auf eine prinzipientreue und sich nicht rächende Weise zu erlangen, ist durch potentiellen Widerstand.“
    Später heißt es aber:
    „Denn, falls es die Mehrheit schafft, den Machthabern durch Proteste, Streiks, Onlinekampagnen etc ihren fundamentalen Sinneswandel und ihre neugefundene Entschlossenheit mitzuteilen, kann es sein, dass Akte des physischen Widerstandes spärlich gesät bleiben.“
    Potentieller Widerstand vs. realer Widerstand? Ich denke schon, dass Widerstand immer wieder auch mal real werden muss, zumindest um den Staat daran zu erinnern, dass es tatsächlich auch mal ernst werden kann. Schon Tartakower wusste: „Die Drohung ist stets stärker als die Ausführung.“ Aber man muss schon mit der Ausführung rechnen können…

    • Nullte_Instanz sagt:

      „Potentieller Widerstand vs. realer Widerstand?“

      Darum geht es ja nicht… Man könnte es ja auch einen „Performativen Wiederstand“ nennen!

      Potenzielles Handeln (das heißt die Bereitschaft dazu…) sollte vorhanden sein, -ab dem Moment wird es dann ja schon Real (wenn nötig). Und ich glaube darum ging es auch in dem Artikel, nicht um den Aktiven, -ausgeführten Wiederstand.

      Im Punkt der „Mitleidstour“ würde ich Julian Ancap zustimmen, -es braucht nichts durch die Blume beschönigt zu werden. Zumal Menschen die anderen Menschen gegen ihren ausdrücklich erklärten Willen, in was auch immer für ein Glaubenssystem zwingen, (in unserem Fall die Demokratie) dabei ja auch nicht zimperlich mit ihnen umgehen.

      Da z.B. selbst das Thema Steuerhinterziehung (Schutz des Eigentums) bei den meisten Menschen noch immer mit sehr negativen Gedanken assoziiert werden, in etwa so betrachtet wird wie, -die „Vergewaltigung am Gesellschaftlichem Allgemeinwohl“, -sollte die Wortwahl daher auch „schärfer“ gewählt werden. (Stichwort Stockholm-Syndrom, es bringt ja sonst nur wenig…).

      Gruß Phil

      • Chris sagt:

        Wenn das so gemeint gewesen sein sollte, wie du es ausführst, dann passt eben genau die von mir zitierte Stelle nicht hinein:

        „Denn, falls es die Mehrheit schafft, den Machthabern durch Proteste, Streiks, Onlinekampagnen etc ihren fundamentalen Sinneswandel und ihre neugefundene Entschlossenheit mitzuteilen…“

        Hier geht es nicht um potentielle Bereitschaft zum Widerstand, sondern um die Ausführung von Streiks, Kampagnen etc.

        • Nullte_Instanz sagt:

          „Hier geht es nicht um potentielle Bereitschaft zum Widerstand, sondern um die Ausführung von Streiks, Kampagnen etc….“

          Darum geht es Dir?!
          Aus dem Text geht das jedenfalls nicht hervor…

          Was genau möchtest Du denn Bestreiken? Wenn Du damit die allgemeinen Bedingungen meinst, zu denen die Menschen gezwungen werden, -ist es verständlich. Wobei ich es dann eher als „Informationskampagne“ bezeichnen würde, -nicht als Streik.

          Zitat aus dem Text:
          „Aber es ist lebenswichtig, dass jeder physische Widerstand sich absolut auf die Verteidigung der eigenen Person und des eigenen Eigentums beschränkt, dass er so passiv wie möglich ist (wie z.B. durch Umgehung und zivilen Ungehorsam), dass er nie die Rechte unbeteiligter Dritter…verletzt …dass er vorher genauestens abgewägt wird (insbesondere Risiken und Nutzen für einen selbst und andere), und dass er auf eine Art und Weise ausgeführt wird, die weitgehende Sympathie für das sich wehrende Opfer und einen öffentlichen Aufschrei der Entrüstung gegenüber dem gewaltinitiierenden Staat verursacht.“

          Aus dem Kontext (des Beitrags) schließe ich, -das es eben doch um die Potenzielle Bereitschaft geht.
          …Und irgendwann gehört dann auch das -NEIN sagen- zur „Gesellschaftlichen-„Norm.

          Gruß Phil

          • Chris sagt:

            >>“Hier geht es nicht um potentielle Bereitschaft zum Widerstand, sondern um die Ausführung von Streiks, Kampagnen etc….”

            Darum geht es Dir?!
            Aus dem Text geht das jedenfalls nicht hervor… <<

            doch, genau das steht da. Ich zitiere es auch gerne nochmals, falls du es überlesen hast:

            “Denn, falls es die Mehrheit schafft, den Machthabern durch Proteste, Streiks, Onlinekampagnen etc ihren fundamentalen Sinneswandel und ihre neugefundene Entschlossenheit mitzuteilen, kann es sein, dass Akte des physischen Widerstandes spärlich gesät bleiben."

            Darum geht es nicht mir, sondern das steht im Text: "durch Proteste, Streiks, Onlinekampagnen etc" Und dies "so passiv wie möglich", auf eine Art und Weise, "die weitgehende Sympathie für das sich wehrende Opfer und einen öffentlichen Aufschrei der Entrüstung gegenüber dem gewaltinitiierenden Staat verursacht."

            Und ich finde diese Aussage auch vollkommen in Ordnung.

            Unsere unterschiedliche Interpretation weist m.E. mithin sehr gut nach, dass die Eindeutigkeit des Textes in der genannten Frage tatsächlich nicht zu bestehen scheint.

  2. Julian Ancap sagt:

    Alles schön zu lesen. Doch der Artikel hat einen wie ich finde großen Fehler. Er versucht mit der dargestellten Argumentation den Täter zu schützen. Jemand der Gewalt initiiert hat überhaupt keine Milde zu erwarten. Wer jemanden davonkommen lassen will und die gewaltsame Verteidigung von egal welchem Eigentum als Unrecht bezeichnet, der betreibt Täterschutz. Vielleicht täten libertäre mal gut daran diesen albernen Pazifismus abzulegen und wenn es auch nur in Diskussionen ist. Aggress against me and your right to life is estoppeled. “Siehe Stephan Kinsella Estoppel Approach“…

    • Chris sagt:

      Ich finde es gerade gut, wenn versucht wird, aus der Gewaltspirale auszusteigen. Und es gibt auch sehr effektive Möglichkeiten gewaltfreien Widerstands.

  3. Kollektivismus sagt:

    Ich möchte euch ja nicht den Tag versauen, aber Ungehorsam und passiven Widerstand von Menschen zu fordern denen von klein auf das Gegenteil eingeprägt wurde ist unmöglich. Selbstverantwortung/Eigenverantwortung führt in diesem System unweigerlich zur Stigmatisierung bis hin zur Existenzvernichtung,

    Versucht es erst gar nicht 🙂

    • Nullte_Instanz sagt:

      „…aber Ungehorsam und passiven Widerstand von Menschen zu fordern denen von klein auf das Gegenteil eingeprägt wurde ist unmöglich.“

      Das ist empirisch nicht belegbar, -es obliegt immer in der eigenen Verantwortung das Ergebnis zu kontrollieren!

      Wir alle sind mit den gleichen Grundvoraussetzungen auf die Welt gekommen, -es unterscheidet uns erst einmal überhaupt nichts von einander. Der Graduelle indoktrinationszustand fängt dann bei jedem unterschiedlich stark an zu wachsen, -manche sind anfälliger, manche weniger…
      Aber pauschalisieren würde ich das mit Sicherheit nicht!

      Gruß Phil

    • Chris sagt:

      Gar nicht erst versuchen ist aber keine gute Alternative. Vor allem muss man sich überlegen, was man gar nicht erst versuchen will, denn es gibt im Bereich der Gewaltfreien Aktion und des Zivilen Ungehorsams eine Reihe sehr unterschiedlicher Aktivitäten, von denen möglicherweise einige geeignet sind, andere aber nicht.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Aktion

      http://de.wikipedia.org/wiki/Ziviler_Ungehorsam

      Eine Erfolgsgarantie gibt es für gar nichts. Aber in einer Welt, in der stets versucht wird, Probleme mit Gewalt zu lösen, indem anderen die eigene Überzeugung übergestülpt werden soll, wie man gerade wieder in den zahlreichen Krisenherden dieser Welt aber auch bei uns in Europa sieht, heben sich friedliche Formen des Widerstands wohltuend ab. Strukturen der Gewalt erzeugen nur immer wieder neue Strukturen der Gewalt. Und ich halte es nur für konsequent, wenn sich Menschen, denen das Prinzip der Freiwilligkeit am Herzen liegt, gegen Gewalt auch in ihrem eigenen Handeln entscheiden.

  4. Habnix sagt:

    Lohnabhängigkeit

    Kontoahängigkeit

    Internetabhängigkeit(E.L.S.T.E.R.)Elektronische Lohnsteuerbearbeitung im Internet und mittlerweile das Telefon über Router.

    Wasserversorgung

    Stromversorgung

    Gasversorgung

    Nahrungsmittel

    Umgehung, Do it your self, so gut es geht.

  5. Hildegard sagt:

    Viele Artikel und die darauf folgende Kommentare schüren in mir den Verdacht, das hier auf etwas reagiert wird, das von den sehr vielen am. Verfasser auch so gewollt ist! Das heißt konkret, das etwas zugelassen wird um eine gewisse Kontrolle zu behalten! Hier wird im Namen der Freiheit auf zumeist amerikanische Verfasser reagiert als gehe es um Leben und Tod! Merkt hier keiner, das in Zeiten von E. Snowden und der totalen Überwachung, die unsere Politiker auch noch rechtfertigen und damit zugeben ein Forum geschaffen wurde um genau das durchzusetzen, was SIE sich auf die Fahne geschrieben haben! Solche Kommentare wie z.B.: „Ich sitze in meinem Garten und bin frei!“ zeigen die Absurdität der Foristen, die versuchen das System mit ach so klugen wie absurden Phrasen zu bekämpfen und kommentieren! Diese System zu bekämpfen ist an sich richtig! Nur nicht in der Form und nicht in einer Diskussion, die zumeist von genau denen angestoßen wird, die von dem System am härtesten bekämpft werden und trotzdem werden ihre zu Teil harten Kritiken hier zugelassen??????? !!!!!! Da stimmt doch was nicht! Es werden heutzutage Personen, die in der Öffentlichkeit stehen sofort abgestraft, wenn sie mal ansatzweise versuchen die Wahrheit zu sagen! Und hier in diesem Forum lässt man Kommentare zu, die systemkonform schon fast direkt ins Gefängnis führen! Also Hallo was stimmt hier nicht? Es ist richtig, das wir in dieser neuen übers WWW geschaffene Freizügigkeit uns endlich über deren Missstände unterhalten können! Aber doch bitte nicht über ein gelenktes Forum, deren Verfasser meiner Meinung nach Propagandisten des Systems zu sein scheinen! In diesem Land wird der kritischen Post bei Spon schon bei den leisesten Ausrutscher ZENSIERT! Und ihr alle hier meint, das die Artikel hier nicht und oder bewußt lanciert werden! Gegen jede Konvention führt diese Forum dazu noch besser die Kontrolle zu behalten! Also schön weiter hier antworten und kommentieren! Ich sitze hier nicht in meinem Garten, zahle Miete und hätte ohne das System, das ich genauso wenig leiden kann wie IHR kein Dach überm Kopf und müsste hungern!

    • Zef sagt:

      >Ich sitze hier nicht in meinem Garten, zahle Miete und hätte ohne das System, das ich genauso wenig leiden kann wie IHR kein Dach überm Kopf und müsste hungern!

      Der entscheidende Punkt ist: Glaubst du, dass man friedliche Menschen gewaltsam enteignen sollte, um dir ein Dach über dem Kopf zu verschaffen?

      Auch ich bin der Meinung: das Gute muss durch kein „System“ und seine Funktionäre in die Welt hinuntergebracht werden, denn es ist schon da.

      „Ohne Zweifel, die Brüderlichkeit ist die göttliche Kette, die auf die Dauer Individuen, Familien, Nationen und Rassen zur Einigkeit führen wird – aber nur wenn sie bleibt, was sie ist, nämlich das freieste, spontanste, freiwilligste, verdienstvollste, religiöseste der Gefühle“

      „Brüderlichkeit ist spontan oder es gibt sie nicht.
      Sie verordnen heißt sie zerstören“ (Frederic Bastiat).

      Und genau das tut das „System“: es zerstört – und zwar genau genommen das Ethische in der Kategorie der Individualität.

      Dieses Ethische (und nicht die Nützlichkeit oder die intellektuelle Brillanz) wird auch von Murray N. Rothbard in den Mittelpunkt gestellt:

      „Unserer Meinung nach, kann eine erfolgreiche libertäre Bewegung – eine konsequente Hingabe zur individuellen Freiheit – nur in einer Leidenschaft für Gerechtigkeit wurzeln“ http://www.misesde.org/?p=6723

      Wo diese Leidenschaft im Einzelnen erwacht, verändern sich die Dinge.

      Für mich ist dabei aber ganz, ganz wichtig: es geht nicht um „Systeme“ und eben gerade auch nicht um das System des Volutarismus/ Anarchismus. Es geht ums Selbst! Die Hauptsache ist, sich selbst zu erkennen und zu erwerben als ethisch eigenständige Individualität.

      Ich stelle mir das Ethische vor als einen Raum in jedem einzelnen Menschen (genauer: als Vorraum des „Allerheiligsten“). Zuerst muss man wissen, dass ein solcher Raum überhaupt da ist, dann muss man ihn einrichten. Das System verhindert beides. Es tut so, als hätte es, mehr noch, als SEI es selbst dieser Raum – das Erste, das Oberste, das Einzige (=“Arch“) in Sachen Ethik.

      Hegel schwadronierte: Der Staat „ist die Wirklichkeit der sittlichen Idee, die zugleich zur vollkommenen Ausbildung ihrer Form gekommen ist“.

      Kierkegaard erwiderte: Der verzweifelte Versuch der verunglückten Hegelschen Ethik, den Staat zur letzten Instanz des Ethischen zu erheben, ist ein höchst unethischer Versuch, …, eine unethische Flucht aus der Kategorie der Individualität hinüber in die Generation“ (Kierkegaard).

      Das Ethische lebt im einzelnen Menschen und lebt es nicht dort, dann lebt es nirgendwo. Wo dies so ist, ist eine Gesellschaft zuerst ethisch und kurz darauf auch ökonomisch bankrott. Und alle „Wertegemeinschafts-Hohelieder“ dieser Welt können daran nichts ändern. Der Einzelne ist die Kategorie, durch die alles hindurch muss.

      PS: Im Zen gibt es Weg-Weisheit: Triffst du einen „Buddha“ auf deinem Weg, hau ihn um. Was ich damit meine: wenn dir der Voluntarismus wie ein Buddha erscheint, dann hau ihn wech. Auf die „Selbst-Wahl“ kommt es an, nicht auf irgendeine „…Ismus-Konformität“.

      Shakyamuni hielt eine Blume hoch und Mahakasyapa lächelte.
      Nichts Großes, sondern ein ganz alltäglich Ding.


      Ich erschaffe mich nicht,
      ich wähle mich.

  6. Hildegard sagt:

    Nachtrag: Es schreit doch zum Himmel, wenn man hier glaubt auch nur ansatzweise die Meinung zu vertreten, auch nur minimal etwas verändern zu können! Das Große und Ganze kann nur verändert werden, wenn ALLE aufstehen! Der Deutsche z. B.: lebt um zu arbeiten, der Franzose arbeitet um zu Leben! Schon allein die Beiden unter einen Hut zu bringen grenzt an das UNMÖGLICHE! Und ein gemeinsames Europa wird seit dem Ersten erfolgreich von dem System mit Hilfe der von uns oder auch nicht gewählten (Volks) Vertretern verhindert! So what, irgend wie das Beste daraus machen! Wir sind alle nur Gast auf diesem wunderschönen Planeten.

  7. Hermann Messmer sagt:

    Liebe Hildegard, ich kenne zwei von den FwF-Leuten persönlich. Es sind so wie ich keine Propagantisten des Systems. Der Ansatz über Logik und selbst Nachdenken ist unbestechlich. Die Grundlagenartikel führen zu logischen Grundlagen, über die der Durchschnittsmensch und Staatsgläubige nicht nachdenkt. Es genügt ein einziges Buch, ein einziger Artikel um jemanden zum nachdenken zu bringen, wenn gerade der Punkt getroffen wird, an dem diese Person bereit ist einzusteigen. Hier im Forum kann man seine Meinung posten, zur Diskussion stellen und sich dadurch auch selbst weiterentwickeln.
    Von meinen Kommentaren wurde bisher kein einziger zensiert.
    Ich finde es aber sehr positiv das völlig krumme und unverschämte Müll-Kommentare manchmal auch hier wieder verschwinden. Was vorher schon gleich nicht reingestellt wird weiss ich nicht. Von mir wurde bisher alles reingestellt. Das hängt sicherlich mit der Ernsthaftigkeit der Diskussion und den Worten auch gegenüber den FwF-Betreibern zusammen. Weshalb sollen die sich öffentlich für Ihre Arbeit beleidigen lassen? Ich sehe keinen Grund. Solche Kommentare wären hier Zeitverschwendung für die interessierten Leser.

    Zu Deinem letzten Satz: Ich habe nicht den Eindruck, dass Du Dich auf andere Menschen einlassen möchtest. Die meisten Menschen helfen nämlich sehr gerne freiwillig. Das System zerstört dass, es zwingt zum „helfen“. Damit macht das „helfen“ dann keine Freude mehr. Und diese freudlosen Mitmenschen werden als Ausrede für die Notwendigkeit für einen Staat vorgeschoben. Perfektes System.

  8. rider650 sagt:

    Hildegard – glaubst du der Staat ist allmächtig, dass er die Ressourcen besitzt, so kleine (wenn auch feine ;-)) Internetseiten wie die von ff zu zensieren (wenn der Spiegel Kommentare auf SPON löscht, ist das übrigends keine Zensur, sondern Hausrecht – Zensur ist, wenn z.B. ich, der ich nicht Eigentümer der SPON Seite bin, mich dort hereinhacken und etwas löschen würde)? Und glaubst du weiterhin, er sei so dumm, dies zu tun? In seinen Augen sind wir hier nur ein paar unbedeutende Spinner – die werden ignoriert, nicht zensiert. Der Staat wendet nur Gewalt an, wenn es nötig ist (z.B. bei Geldfälschern oder Steuerhinterziehern, da versteht er keinen Spaß!) – uns soll ja die Illusion von Freiheit gelassen werden, die besten Sklaven sind schließlich glückliche Sklaven.

    Und falls ff „unterwandert“ sein sollte, wie du das andeutest, dann wünschte ich, alle Institutionen wären dergestalt unterwandert, dann könnte der Staat nämlich in Kürze einpacken – ehrlich, man kann die Paranoia auch übertreiben.

    Und natürlich können wir etwas verändern – zunächst mal uns selbst, weil jeder von uns die volle Kontrolle über sich selbst besitzt. Und eventuell können wir auch die Meinungen anderer verändern, durch gute Argumente – was soll also dein Fatalismus? Wir verbreiten schließlich die Wahrheit, und die Wahrheit wird sich am Ende immer durchsetzen.

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