Vortrag gehalten auf dem 1. Ancap Happening 26.04.2014 Storkow von Heiko Cochius.

Titel: Der moderne Staat und die traumatisierte Persönlichkeit
-eine gute Passung

Q&A Fragerunde zum Vortrag:

Heiko auf Youtube: https://www.youtube.com/heikophilo

Heiko Cochius nähert sich diesem gesellschaftlichen Stockholm-Syndrom aus psychologischer Sicht und beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Kindheitstraumatisierungen und dem Umstand, als Erwachsener staatliche Bevormundung nicht nur zu akzeptieren, sondern es als Bedrohung zu empfinden, sich gegen sie aufzulehnen.

Der Vortrag nimmt Bezug sowohl auf die Entwicklung in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der absolutistische Staat dramatisch an Unterstützung verlor, als auch auf die These Hoppes, dass durch staatliche Maßnahmen ökonomische Anreize geschaffen wurden, die diese schwindende Identifikation wieder hergestellt haben.

Nach einer kurzen Skizze der Bindungstheorie erklärt Heiko Cochius den Vorgang der Traumatisierung einer Person anhand des Beispiels eines kleinen Kindes, das von seiner Mutter gewalttätig angegriffen wird. Er stellt dann die nach der Traumatisierung bestehende Persönlichkeit mit ihren verschiedenen Anteilen vor und beschreibt ihre psychische Interessenlage. Es zeigt sich, dass die staatlichen Maßnahmen den ständigen Bedarf der posttraumatischen Persönlichkeit decken, sich auf verschiedenen Wegen emotional zu stabilisieren.
Der moderne Staat weist eine gute Passung zum Bedarf einer traumatisierten Bevölkerung auf und findet daher ihre emotionale Zustimmung. Um eine erfolgversprechende Strategie zur Überwindung des Staates zu entwerfen, ist es notwendig, diese Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Als Diplompsychologe und Psychologischer Psychotherapeut verfügt Heiko Cochius über viel Erfahrung in der Traumatherapie von Gewaltopfern. Sein Vortrag ist ein weiterer Baustein der Erkenntnis, warum es den Menschen so schwer fällt zu verstehen, dass Kooperation nützlicher ist als Zwang.

 

5 Responses to Heiko Cochius – Der moderne Staat und die traumatisierte Persönlichkeit – eine gute Passung

  1. Hermann Meßmer sagt:

    Lieber Heiko, Dein Vortrag war eine grandiose Erweiterung meines Verstehens. All die kalte Argumentation gegen den Staat ist zu einseitig, wenn die Beziehung des Gegenübers zu seinem Staat, seiner Bezugsperson nicht verstanden ist. Vielen Dank für den angenehmen Vortrag. Ich freue mich Dich kennengelernt zu haben.

  2. Zef sagt:

    BTW: „Wer sich erlaubt, die Legitimation staatlicher Obrigkeit in Frage zu stellen, stösst nicht so sehr auf Widerspruch von dieser selbst, sondern vor allem von Untertanen. Untertanen sind die eifrigsten Verteidiger der Herrschaft, viel eifriger als die Herrschaft selbst. Das merke ich bisweilen bei Reaktionen auf meine anarchistischen Kolumnen.

    Was ist ein Untertan? …“ (David Dürr)
    http://etwasanderekritik.wordpress.com/2013/06/14/des-staates-untertanen/

    Untertanen – Teil 2
    http://etwasanderekritik.wordpress.com/2013/06/21/untertanen-teil-2/

    So, und jetzt freue ich mich auf Heikos Vortrag
    (und ein bisschen Storkow-Flair aus der Tube)

  3. Christina Debusmann sagt:

    Lieber Heiko,
    Mein Mann und ich versuchen sehr engagiert, die Menschen über die Hintergründe von 9/11 aufzuklären. Das zweite Thema ist: Was die (katholische) Kirche für ein verbrecherischer Verein ist und schon immer war. Wir sind immer wieder erstaunt und ein bisschen verzweifelt, dass die Menschen sich den Informationen überhaupt nicht öffnen. Dass sie die Informationen noch nicht haben – da kann man ja abhelfen. Aber nein, sie wollen sie nicht haben! Und dann müssen wir uns Antworten anhören, die mit der Bedeutung der Information nichts zu tun haben, wie: Na und? So sind die Menschen eben. Ach du mit deinen Verschwörungstheorien! Lass uns von was Interessanterem reden… Mein Mann sagt schon seit langem: Es geht gar nicht um Aufklärung. Es geht darum, in den Köpfen der Menschen die Hemmnisse abzubauen, die verhindern, dass wir der Wahrheit ins Gesicht sehen können. Die Wahrheit anzunehmen, hieße zu erkennen, dass Mama und Papa böse sind. Er schreibt zurzeit ein Buch über dieses Thema. Ich freue mich, dass ich hier bei Ihnen diese These so ausführlich begründet und bestätigt finde.

    • Hermann Messmer sagt:

      „Die Wahrheit anzunehmen, hieße zu erkennen, dass Mama und Papa böse sind.“
      Das ist nicht der Schlüssel zum Erwachen, es geht nicht um „gut“ oder „böse“. Wenn die Eltern „gut“ sind, was dann? Das Kind soll dann Kind bleiben? Sicherlich nicht. Der Schlüssel ist erwachsen zu werden. Völlig egal, ob die Eltern „gut“ oder „böse“ sind.
      Von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung wechseln.

      • Zef sagt:

        >Der Schlüssel ist erwachsen zu werden. Völlig egal, ob die Eltern „gut“ oder „böse“ sind.

        Ja. Die (Er)Lösung liegt vorn.

        Kann man sich gut als „Bild“ merken: Loths Frau wurde zu Stein, als sie zurückblickte.

        Ergo: das gegebene (wie auch immer) Selbst anziehen
        und losziehen.

        Mein diesbezügliches Leitbild (aus der Zeit der „Wüstenväter“) sieht so aus:

        „… Schaut ihre nackten Leiber, bedeckt nur mit eigenem Haar… Wie Hirsche schweifend von Weide zu Weide…“ (Ephräm der Syrer, 306-373)

        Ich habe das mal sehr wörtlich genommen.

        PS: 😉


        „Wähle dich/dein Selbst und geh!“

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