Demütigungen, Schläge, Ohrfeigen, Betrug, sexuelle Ausbeutung, Spott, Vernachlässigung etc. sind Formen der Misshandlung, weil sie die Integrität und die Würde des Kindes verletzen, auch wenn die Folgen nicht sofort sichtbar sind. Erst als Erwachsener wird das einst misshandelte Kind beginnen, darunter zu leiden und andere darunter leiden zu lassen.
Es handelt sich dabei nicht nur um ein Problem der Familie allein, sondern um ein Problem der ganzen Gesellschaft, denn die Opfer dieser Gewaltdynamik können sich – zu Henkern deformiert – an ganzen Nationen rächen, wie die schrecklichen Genozide zeigen.
Die geschlagenen Kinder lernen sehr früh jene Gewalt, die sie als Erwachsene anwenden werden, indem sie glauben, dass sie die Bestrafungen verdienen und aus Liebe geschlagen werden. Sie wissen nicht, dass der einzige Grund für die Strafen, die sie erdulden müssen, die Tatsache ist, dass ihre Eltern selbst sehr früh Gewalt erlitten und erlernten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Später leiden die einst misshandelten Kinder an Schuldgefühlen, schlagen ihre eigenen Kinder, und bleiben lebenslang an ihre Eltern, die sie misshandelt haben, gebunden.

Gerade deshalb bleibt die Ignoranz der Gesellschaft so massiv und Eltern produzieren mit bestem Gewissen weiterhin in jeder Generation das schwere Leiden, das mit mehr Bewusstsein vermeidbar wäre. Fast alle kleinen Kinder werden in den ersten drei Lebensjahren geschlagen, wenn sie zu gehen beginnen und Gegenstände berühren, die nicht berührt werden dürfen.
Das geschieht ausgerechnet in einer Zeit, in der das menschliche Gehirn seine Struktur aufbaut und daher von den Vorbildern Freundlichkeit und Liebe lernen sollte – jedoch niemals, niemals Grausamkeit und Lügen. Zum Glück bekommen manche misshandelte Kinder Liebe und Schutz bei den „helfenden Zeugen“.

Quelle: http://alice-miller.com/flugblatter_de.php?page=7

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2 Responses to Kindesmisshandlung macht Kinder zu Henkern – Alice Miller

  1. Zef sagt:

    >Kindesmisshandlung macht Kinder zu Henkern

    Gerade auch die empathisch begabten Kinder, denn ihre Empathie spiegelt leider auch die kalte Grausamkeit des nun Überhaupt-nicht-Empathischen.

    Ich bin der Sieg
    Mein Vater ist der Krieg
    Der Friede ist mein lieber Sohn
    Der gleicht meinem Vater schon (Erich Fried)

    Es ist so schwer, diese Kette zu brechen. Aber es geht.
    Alles Werden geschieht aus Freiheit, aus Liebe.

    Antia Eckstaedt, Nationalsozialismus in der ‚zweiten Generation‘,
    Psychoanalyse von Hörigkeitsverhältnissen:

    „Mögen meine Ausführungen dazu beitragen, besseren Widerstand gegen Entfremdung und Enteignung [des Selbst] leisten zu können und Individualität zu fördern, die nur dann weiterführen kann, wenn sie sich selbst vertritt und auf den anderen bezogen bleibt.“

  2. heikophilo sagt:

    Eine schier unerschöpfliche Quelle von Daten, Analysen und Beobachtungen zu diesem Thema findest du auch hier: http://kriegsursachen.blogspot.de/

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