Was ist schlecht an Nazis?

On 19. April 2016, in Gesellschaft und Politik, Videos, Wählen, Wählen, by FreiwilligFrei

Was ist schlecht an Nazis?

Hey, hier ist Larken Rose,
ich wollte euch mal fragen, was ihr so schlecht an Nazis findet.
Und dies ist nicht etwa eine rhetorische Frage, sondern ich möchte tatsächlich eine Antwort. Was ist so schlecht an Nazis?
Die meisten Menschen werden unabhängig von ihrem tatsächlichen Geschichtswissen oder ihrer Philosophie antworten: „Na ja, die Nazis haben eine Menge Menschen umgebracht.“
Ja, und das ist tatsächlich schlecht. Das ist etwas, was sie getan haben. Doch als die Nationalsozialistische Partei sich in Deutschland zur Wahl stellte und auch gewählt wurde, lautete ihr Programm nicht: „Wählt uns und wir werden einen Haufen Menschen umbringen.“

Niemand hat so ein Wahlprogramm, weil damit niemand gewählt werden würde.
Nun, ich hätte dieses Video auch nennen können: Was ist schlecht an den Kommunisten oder am Kommunismus? Weil die Antwort auf beide Fragen gleich ist.
Der Grund, warum ich diese Fragen stelle, ist, weil die meisten Menschen diese Schubladen in ihren Köpfen haben. Nazis oder Kommunisten. Und sie haben eine ungefähre Idee, dass irgendetwas daran schlecht sein muss, aber sie wissen nicht genau, was. Und wenn du sie fragst, was das eigentliche Problem, der tatsächliche Fehler an den Nazis war, wissen sie es nicht genau. Wenn du sie fragst, ob sie die dahinterliegende Philosophie definieren oder auch nur beschreiben können, haben sie keine Ahnung. Es waren irgendwelche bösen Deutsche.

Nun, es hatte nichts damit zu tun, ein Deutscher zu sein und es hatte auch nichts damit zu tun, dass sie das Swastika benutzt haben, nach dem Motto: „Du bist böse, wenn du das Swastika-Zeichen benutzt.“
Es gibt tatsächlich etwas fundamental Böses in ihrer Philosophie und das ist der Grund, warum es so geendet hat. Und dasselbe fundamental Böse befindet sich auch im Kommunismus und auch im Sozialismus. Und wenn das in Politik umgesetzt wird und eine Regierung damit arbeitet, werden eine Menge Menschen sterben.
Nochmal: Als Mao an die Macht wollte, als Stalin an die Macht wollte – nimm, wen du willst – niemand von denen hat vor der Wahl gesagt: „Wenn ihr mir die Macht gebt, werde ich einen Haufen Menschen umbringen.“
Sie haben es gemacht. Das war das Endergebnis, doch als sie versuchten, an die Macht zu kommen, haben alle gesagt: „Ich kämpfe für die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Ich werde unser Land vor seinen Feinden beschützen, ich werde dafür sorgen, dass wir stark werden und für Gerechtigkeit kämpfen und bla, bla, bla…“ Und dann musste ein Haufen Menschen sterben und ein Haufen Menschen wurde unterdrückt und es gab Krieg usw.
Aber wenn die Menschen denken, dass man böse ist, wenn man den Namen „Nazi“ verwendet, oder wenn man den Begriff „Kommunist“ verwendet und sie nicht verstehen, warum es zu dem gekommen ist, wohin es sich entwickelt hat, dann müssen die Tyrannen nur einen anderen Namen benutzen. Kleb einfach ein anderes Schild auf dieselbe Sache, verpack dieselbe Sache neu mit einem anderen Etikett darauf und alle Leute werden wieder darauf abfahren.
Wenn du dir die Filmausschnitte anschaust, die begeisterte, anhimmelnde und jubelnde Menge, die für Mao Tse Tung gejubelt haben, für Josef Stalin oder Adolf Hitler, dann siehst du, dass sie alle begeistert waren und voller Erwartung, endlich jemanden gefunden zu haben, der das Land zu dem macht, was es immer schon sein sollte und bla, bla, bla. Und dann starben Millionen von Menschen.

Es war auch nicht so, dass sie sagten: „Okay, alle bösen Menschen sollten mir jetzt die Macht geben.“ Nein, sie haben die guten Menschen manipuliert, damit sie ihnen die Macht geben.
Also ist es wirklich wichtig, auf die Frage eine Antwort zu haben: Was ist so schlimm am Nazitum? Oder: Was ist so schlecht am Kommunismus?
Es ist sehr interessant, dass die Menschen diese beiden Möglichkeiten als weit rechts oder weit links definieren. Doch im Grunde ist es dasselbe. Zunächst ist ja der Begriff „Nazi“ die Abkürzung für National-Sozialistische Partei. Und wenn du mich nach dem Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus fragst, ist es einfach nur die Reihenfolge der Wörter, die du benutzt, um diese Richtungen zu definieren. Dahinter steckt aber dieselbe fundamentale Idee.
Ich werde dir jetzt sagen, was so schlimm am Nazitum ist. Ich werde dir sagen, was schlecht am Kommunismus ist. Und versuche zu verstehen, dass die meisten Menschen immer noch denselben grundlegenden Fehler begehen und immer noch für genau dieselbe schlechte Idee stimmen. Für die Hitler stand, für die Mao stand, für die Stalin stand.
Das wirklich Böse hinter dem Nazitum ist der Kollektivismus. Es ist die Idee, dass die Rechte des Individuums aufgegeben werden können und aufgegeben werden sollten, zugunsten „der Gemeinschaft“ oder „des Landes“ oder „des Volkes“ oder was auch immer für einen Schwachsinnsbegriff du verwenden willst, um die Unterdrückung eines Individuums im Namen einer Gemeinschaft zu rechtfertigen.

„Ein Sozialist zu sein bedeutet, das „Ich“ im „Wir“ aufzugeben. Im Sozialismus wird das Individuum dem Ganzen geopfert.“ – Joseph Goebbels (Hitlers Propagandaminister)

„Ein Kommunist sollte sich mehr um die Partei und die Menge kümmern, als um ein Individuum.“ – Mao Tse Tung

„Wir müssen aufhören, uns um die Rechte eines Individuums zu sorgen und anfangen, uns darum zu kümmern, was gut für die Gemeinschaft ist.“ – Hillary Clinton

Das ist das wirklich Böse im Nazitum. Und wenn du diese Prämisse akzeptierst, dann macht ein Großteil des Nazitums Sinn. Wenn du wirklich akzeptierst, dass es in Ordnung ist, dass ein einzelner Mensch leiden muss, wenn es „der Gemeinschaft“ dadurch besser geht, dann solltest du die Hakenkreuzfahne schwingen. Oder die mit Hammer und Sichel und du solltest „Hurra!“ rufen für die Unterdrückung, weil das das fundamentale Prinzip hinter jedem autoritärem Kollektivismus ist. Es ist egal, welchen Namen du draufklebst. Die Idee, dass die Rechte „der Gemeinschaft“ über den Rechten des Individuums stehen würden, ist das gesamte Problem. Und wenn du das akzeptieren kannst, macht es totalen Sinn, die Schwachen umzubringen. Wenn wir 100 Menschen haben und 5 davon schwach sind und krank und es Mühe macht, sich um sie zu kümmern, dann kannst du entweder ein individualistischer Anarchist sein und der Meinung sein, dass diese 5 Menschen sich selbst gehören und du sie nicht einfach töten kannst, weil sie unbequem sind, oder du benutzt die Sichtweise eines autoritären Kollektivisten und sagst, dass es für die Gemeinschaft besser wäre, sie zu töten. Oder du kannst etwas mehr Gewohntes machen, was die Sozialisten bevorzugen: „Der Typ hat soviel Geld, also nehmen wir ihm doch sein Geld, das wird der Gemeinschaft gut tun. Dann werden mehr von uns mehr Geld haben. Er wird zwar leiden, aber wen kümmert es? Es ist in Ordnung, seine Rechte für das Wohl der Gemeinschaft zu opfern und bla, bla, bla…“
So redet Obama, so redet Clinton, so reden alle Politiker, auch heute und genauso hat Stalin geredet und Lenin und Mao und Hitler. Sie alle haben gesagt, dass diese paar reichen, bösen Menschen geopfert werden sollten, für den Rest von uns. Um „unser Land“ stark zu machen, um uns vor diesen bösen und gemeinen Menschen zu schützen.

Zufälligerweise konnten alle diese Tyrannen und natürlich auch Hitler genau das Böse benennen, wogegen sie kämpfen wollten. Die Finanzleute, die Bank-Leute, die heute immer noch viele Probleme machen, haben auch schon damals in Deutschland Probleme gemacht, aber ihre Lösung war Kollektivismus. Dass es einen autoritären Staat braucht, der entscheidet, wer sein Geld behalten darf und wer Rechte hat und was gut für „die Gemeinschaft“ ist – sie nennen es immer „das Wir“ – sie sagen: „Wir repräsentieren das Volk und im Namen des Volkes – in eurem Namen – haben wir das Recht, Steuern zu erheben und Menschen zu kontrollieren und ihre Wahl einzuschränken und sie zu überwachen.“ Und genau das ist es, was zur Tyrannei führt. Und der Grund, warum es funktioniert, ist, weil es ein leichter Weg ist, um gute Menschen davon zu überzeugen, für das Schlechte zu stimmen.
Wenn jemand einfach sagen würde „Ich möchte etwas Böses machen, bitte gebt mir ein Amt“, würde niemand denjenigen wählen. Aber wenn du bei einem Auftritt sagst, du arbeitest für das „Wohl der Gemeinschaft“, für „das Wohl der Masse der Menschen“, dann haben die Leute kein Problem damit, Tyrannen zur Macht zu verhelfen – was immer und immer wieder geschehen ist.
Also das, was am Nazitum falsch ist, ist genauso falsch im Kommunismus und im Sozialismus und auch in der Verfassung, denn immer wird behauptet, dass es in Ordnung ist, für den Staat, das Individuum mit Gewalt zu unterdrücken, solange es für „das Wohl der Gemeinschaft“ geschieht, für „die Menschen als Ganzes“. Der Grad an erlaubter Gewalt gegen das Individuum, um von Einzelnen zu stehlen, für „das Wohl der Gemeinschaft“, ist in diesem Falle kleiner, als es in den anderen beschriebenen Tyranneien der Fall war. Also ist die heutige Form eine mildere Form des Kollektivismus.

Aber um nochmal auf die Nazis zurückzukommen: Ich möchte wissen, wie viele Menschen aufstehen und leider gibt es tatsächlich ein paar – ich finde es ziemlich traurig – aber von den kompletten Idioten mal abgesehen, wie viele würden sagen: „Naja, die Idee war ja gar nicht so schlecht, irgendwas ist falsch gelaufen. Irgendwelche Leute haben da was falsch gemacht, also wir sollten das nochmal versuchen. Man schmeißt ja nicht die Idee aus dem Fenster, nur weil beim ersten Mal Millionen von Menschen abgeschlachtet wurden. Wir können es doch nochmal versuchen. Wir können es verbessern. Man kippt doch nicht das Kind mit dem Badewasser aus. Lasst es uns nochmal versuchen!“

Also das werden nicht viele Menschen sagen. Aber ein Haufen von Menschen wird auf die Verfassung zeigen und sagen: „Okay, also beim ersten Mal wurde ja das größte je bekannte und am autoritärste Imperium erschaffen, mit der größten Kriegsmaschinerie in der Geschichte überhaupt, mit der schlimmsten Erpressermentalität, aber lasst es uns nochmal versuchen.“

Nein! Das sollten wir nicht tun! Weil in der Verfassung immer der Samen für autoritären Kollektivismus enthalten ist. Deshalb hat es sich so entwickelt. Und nein, es ist nicht das, was die Erschaffer der Verfassung wollten, es ist nicht das, was sie vorhersehen konnten, es war auch nicht im Wahlprogramm enthalten, als sie versuchten, uns die Verfassung zu verkaufen.
Genau wie das, was in Deutschland zur Zeit der Nazis in Deutschland passiert ist, nicht das ist, was im Wahlprogramm von Hitler drin stand. Was in Rot-China passiert ist, ist nicht das, was Mao zu tun versprochen hatte. Genau wie in der Sowjetunion Stalin und Lenin nie gesagt haben, dass sie einen Riesenhaufen Menschen unterdrücken werden. Sie alle haben gesagt, dass es für das größere Wohl ist, dass es sich darum dreht, den guten Menschen zu helfen und sie vor Feinden zu beschützen, dass sie das Land stark machen werden. Es ist dasselbe, was jeder größenwahnsinnige, machtbesessene Politiker immer gesagt hat. Es kann sich im Ausmaß unterscheiden, so dass zum Schluss „nur“ 1 Million Menschen ermordet werden und nicht 10 Millionen, es verbiegt sich etwas in die eine oder andere Richtung, aber es ist immer das gleiche Prinzip, dass die Rechte des Individuums im Namen des Kollektivismus geopfert werden, für „das Gemeinwohl“, für „die Gemeinschaft“. Das Problem ist immer dasselbe. Und es ist völlig egal, ob du es Nazitum nennst oder Kommunismus oder eine „verfassungsgemäße“ Gemeinschaft – es ist immer das gleiche Problem.

Und abschließend noch – die meisten Menschen wissen es nicht und ich muss gestehen, ich wusste es bis vor ein paar Jahren auch nicht -, Rot-China war eine Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren. Die Sowjetunion war eine Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren. Und die Weimarer Republik, die zum Nazitum in Deutschland führte, war eine demokratische Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren. Und Nordkorea ist immer noch eine demokratische Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben sind.

Also wenn du glaubst, dass, wenn auf einem Stück Papier draufsteht, dass du nett zu anderen Menschen sein sollst und dass es das zugrundeliegende Böse des Kollektivismus verhindern könnte, den tatsächlichen Grund, warum es so schlimm im Nationalsozialismus war, den Grund warum Kommunismus so schlimm war – wenn du wirklich bereit bist, das immer und immer wieder auszuprobieren und sagst „Kein Problem, das nächste Mal wird es schon klappen…“, dann bist du genau der, den ich frage und von dem ich dringend eine Antwort haben will, was so schlimm am Nazitum ist, weil – wenn du es wirklich verstehen würdest -, würdest du erkennen, dass es die Idee ist, eine Regierung zu benötigen.

Wenn du das herausbekommen hast, dann hörst du auf, autoritären Kollektivismus jeglicher Färbung zu befürworten und dann können wir auch mit den Kriegen aufhören und aufhören, Menschen zu unterdrücken.

25-Punkte-Programm der NSDAP
http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/nsdap25/

Produktion:
Peter Müller

Übersetzung:
Rudolf Engemann

Lektorat:
Philipp A. Mende

Original:
Larken Rose – What’s So Bad About Nazis?
youtube.com/watch?v=k1XxMuFfdRo

 

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41 Responses to Was ist schlecht an Nazis?

  1. Chris sagt:

    Einrahmen: „Das wirklich Böse hinter dem Nazitum ist der Kollektivismus. Es ist die Idee, dass die Rechte des Individuums aufgegeben werden können und aufgegeben werden sollten, zugunsten der Gemeinschaft… oder dem Land… oder der Nation oder was auch immer für einen Schwachsinnsbegriff du verwenden willst, um die Unterdrückung eines Individuums im Namen einer Gemeinschaft zu rechtfertigen.“

    Nur ein kleiner Fehler im Text: „Rot-China war eine Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren… Die Sowjetunion war eine Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren… und die Weimarer Republik, die zum Nazitum in Deutschland führte, war eine demokratische Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben waren… und Nordkorea ist immer noch eine demokratische Republik mit einer Verfassung, in der die Rechte der Menschen festgeschrieben sind…“ Das Problem sind nicht die Menschenrechte, sondern der Kollektivismus. Die Weimarer Republik gehört übrigens nicht exakt in diese Reihe. Das „Dritte Reich“ müsste dort stehen.

  2. Thomas sagt:

    Ich finde den Artikel wirklich gut, aber bitte bitte verinnerlicht doch langsam mal die Regeln zu „das“ und „dass“… ist das denn so schwer? Es nervt einfach beim Lesen.

    Danke für den Text!

  3. Individuum sagt:

    Hmmmmmmmm…..was bedeutet eigentlich die Abkürzung NAZI…….kann die mir mal jemand erklären…vielen Dank ….

    • pablo sagt:

      Nazi = Nationalsozialist. Jesus!

    • Zef sagt:

      Gerne: NAtionalsoZIalist.

      Das Kürzel sollte halt verschleiern, dass auch der braune Sozialismus:
      Sozialismus, Sozialismus, Sozialismus ist.

      Ich übersetzte das heute gerne mit: NAtionalZentrIst.
      Von dort aus ist es dann nur ein kleiner Schritt zu: EUroZentrIst

      Das ist doch auch ganz griffig: EUZI ist Steigerung von NAZI

      • Ehrengard Becken-Landwehrs sagt:

        Also ich finde die Erklärung pfififg. Auf die Idee muß man erst mal kommen!
        Wenn isch so überlege, ist die Idee folgerichtig, finde ich.

    • hogendorn sagt:

      Meinst Du ganz pfiffig zu sein und die Antwort NAtionalZIonist herauskitzeln zu wollen? Da hast Du sie. laaangweilig

  4. pablo sagt:

    Was für ein Quatsch. Die Nazis haben vorher nicht gesagt, was sie vorhaben? Schon mal in „Mein Kampf“ reingeschaut?

  5. Zef sagt:

    > gute Menschen davon zu überzeugen, für das Schlechte zu stimmen.

    vor allem gute, „intellektuelle“ Menschen,
    die Hegels Dreitaktdialektik verinnerlicht haben

    Position, Negation, Mediation –
    These, Antithese, Synthese

    und nun den Begriff mit der Wirklichkeit verwechseln.

    Dieser eine Mensch, wie er leibt und lebt, ist keine Abstraktion, die in die nächst höhe logische Ebene hinein aufgelöst werden könnte.

    Diese eine Mensch ist etwas völlig anderes als sein Begriff.

    Man kann nicht einen einzelnen Menschen denken, sondern nur den BEGRIFF Mensch. Deshalb geschieht es, dass die „Spekulation“ [Anm Z: damit ist hier der Hegelianismus gemeint] sofort auf die Lehre von der Übermacht der Generation über das Individuum kommt; denn [ironie on] dass die Spekulation die Ohnmacht des Begriffs im Verhältnis zur Wirklichkeit anerkennen sollte, ist nicht zu verlangen [ironie off]. Kierkegaard, Krankheit zum Tode

    Der Schluss von der logischen Idee zur faktischen Existenz ist ein Gedankenbetrug, ein Hirngespinst. Auch wenn man sich sein ganzes Leben hindurch nur mit Logik beschäftigt, so wird man darum doch nicht zur LOGIK, sondern EXISTIERT selbst in anderen Kategorien.

    Das Logische ist keine Existenz-Kategorie. Das muss auch dem Freiheitsfreund schon „vorher“ klar sein, also lange bevor ihn schliesslich und endlich das NAP bzw das anarchistische Prinzip der Freiwilligkeit an Fehltritten hindert.

    Neverever sollte Gedanken-/Ideen-Realität mit Existenz-Wirklichkeit verwechselt werden. In der Sprache der Logik, der Abstraktion tritt das, was die Schwierigkeit der Existenz und des Existierenden ausmacht, nie zutage.

    „Die Misslichkeit der Abstraktion zeigt sich gerade im Hinblick auf alle Existenz-Fragen, wo die Abstraktion die Schwierigkeit durch Auslassen wegnimmt und sich dann damit brüstet, alles zu erklären….

    Das abstrakte Denken verhilft mir daher zu meiner Unsterblichkeit, indem es mich _als einzelnes existierendes Individuum totschlägt_ und mich dann unsterblich macht, und hilft mir daher ungefähr wie der Doktor …, der mit seiner Medizin dem Patienten das Leben nahm – aber auch das Fieber vertrieb“ (Kierkegaard, Nachschrift).

    Nicht erst der Denk-Inhalt: „Du bist nichts, dein Kollektiv ist alles“ hat den Holocaust zur Folge, sondern bereits das Denk-Muster: die Verwechselung (und somit Vergewaltigung) „dieses einen Menschen“ mit Begriff, Abstraktion und Mediation.


    Ich erschaffe mich nicht,
    ich wähle mich.

  6. Andreas Hinz sagt:

    Sehr interessanter Text, der mir eine neue Sicht auf die Dinge öffnet. Ich musste dabei zuerst an eine Diskussion in Star Trek 2 denken. Spock sagte zu Kirk, als er sich für das Überleben der Mannschaft geopfert hat: „Das Wohl der Vielen wiegt mehr als das Wohl des Einzelnen.“ Worauf ihm Kirk antwortete: „Das Wohl des Einzelnen ist aber genau so wichtig, wie das Wohl der Vielen.“ Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie sich die Macher der Star Trek Filme mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt haben.

    Was ich aber nach dem Lesen des Textes über Diktaturen, Hoffnungen und Jubel der Völker, die Sehnsucht nach starken Menschen, Führern denke:
    Viele dieser Filme, in denen Helden ständig ihr Leben für viele Menschen oder gar für die Menschheit einsetzen, es kommt mir vor, als wenn mit diesen Filmen bei den Menschen die geistige Gedankengrundlage für die Sehnsucht nach einer starken Regierung gelegt wird. Bzw. Opfer für die Gesellschaft werden zu Helden gemacht und damit die Opfer legalisiert. Nicht umsonst wird Hollywood als Traumfabrik bezeichnet. Hier werden Träume produziert, mit denen die Menschheit gesteuert wird.

    Ich habe mich selbst schon bei dem Gedanken ertappt: Wenn es für die Sicherheit unseres Landes gut ist, verzichte ich gern auf etwas Privatsphäre.

    Auf der einen Seite finde ich ja Gemeinschaftssinn gut. Die Frage, die ich mir gerade stelle: Ab wann kippt eine Gemeinschaft in eine Diktatur um? Vielleicht ab dem Moment, wo Individuen zwangsweise der Gemeinschaft untergeordnet werden?
    Diesen Punkt zu erkennen, finde ich sehr wichtig, denn er kann uns auch in unserer gegenwärtigen Gesellschaft jederzeit wieder passieren.
    Und dieser wirklich inspirierende und wach rüttelnde Text zeigt mir – und das ist neu für mich: Die Gefahr einer Diktatur muss nicht ausschließlich von links oder rechts kommen, sie kann von Leuten und Parteien kommen, denen man das überhaupt nicht zutraut, weil sie bisher in kein radikales Spektrum passten.

    • Zef sagt:

      > Vielleicht ab dem Moment, wo Individuen zwangsweise der Gemeinschaft untergeordnet werden?

      Ja, dieser Moment, die Nichtbeachtung des anarchistischen Prinzips der Freiwilligkeit ist entscheidend.

      „Ist die Gemeinschaft, wie ich sie hier beschreibe, darum weniger Gemeinschaft, weil jeder frei ein- und austritt, seinen Platz wählt, aus seiner Verantwortung heraus urteilt und verhandelt und die Triebfeder und Garantie des persönlichen Interesses dort hinein trägt? “ (F. Bastiat, Was man sieht und was man nicht sieht)
      http://bastiat.de/bastiat/was_man_sieht_und.html

      Die durch Macht/Gewalt aufgedrängte Einheit hat die Verachtung des Menschengeschlechts zum Prinzip und den Despotismus zum Werkzeug.


      „Brüderlichkeit ist spontan oder es gibt sie nicht.
      Sie verordnen heißt sie zerstören“ (Bastiat)

  7. Individuum Ahimsa sagt:

    Moin,

    na diese Antworten haben mich nicht unbedingt weitergebracht.Ich gehe davon aus das Abkürzungen wie das Wort schon sagt etwas abkürzen sollen und zwar sinnvoll:
    zum Beispiel=z.B. oder zB….bei Nationalsozialist, würde ich eher ein „Naso“ erwarten.Versuche ich indes die Abkürzung Nazi zu deuten, könnte es sich mit einigem Hintergrundwissen eher um die Begrifflichkeit Nationalzionist drehen….wenn meine Annahme unrichtig erscheint wäre ich für ein konkretes Statement überaus dankbar…

    • Cervelat sagt:

      Netter Versuch, der immer wieder unternommen wird.
      Aber meines Wissens – zugegebenermaßen habe ich das auch „nur“ aus dem Gedächtnis eines Zeitzeugen, den ich das einst fragte – entstand die Bezeichnung einfach aus dem gängigen „Sozi“. In Abgrenzung dazu wurde daraus dann eben der „Nazi“ (das „zi“ des Sozialisten blieb, nur das „Na“ des „Nationalen“ trat als Differenzierung dazu).
      Ist natürlich blöderweise eine recht einfache und einleuchtende Erklärung, solche sind oft unbeliebt.
      Wikipedia bietet auch die eine oder andere, hab eben mal reingeschaut. In keiner davon kommt „Zionist“ vor.
      Schade.

  8. frank stephan sagt:

    am letzten dienstagabend besuchte ich nach vielen jahren die sandkastenfreundin meiner kindheit. sie hat zwei erwachsene kinder. der sohn hat eine logistikausbildung bei einem lebensmittelkonzern in der schweiz gemacht. nach der lehre gab er den job auf und seine mutter ging in das logistikzentrum, gegen anraten ihres sohnes arbeiten. die mutter verlor innerhalb von tagen 5 kilo und bei ihr sind die kilos wirklich wichtig 😉
    sie erzählte mir von den arbeitsbedingungen in diesem verteilzentrum. danach sprach sie von sklavenartigen zuständen, ich sagte, zustände wie in einem konzentrationslager. dass die sandkastenfreundin danach von den zuständen bei zalando sprach, die ja öffentlich wurden erstaunte mich nicht sonderlich. „die alten hätten uns besser beigebracht, wie zerbrechlich die würde des menschen ist!“ primo levi italienischer ausschwitzüberlebender, der ende der 60 jahre suizid beginn!

    • Hermann Meßmer sagt:

      „zustände wie in einem konzentrationslager…“.

      Was ist doch so ein Vergleich für ein unverschämter Hohn für die Opfer der Konzentrationslager. Eine Stelle, zu der die Mutter freiwillig hingeht, jeden Tag frei entscheiden kann, ob sie da wieder freiwillig hingeht, mit einem Konzentrationslager mit Stacheldraht und Schußwaffen zu vergleichen, empfinde ich als ungeheuerliche Frechheit. Wenn dann auch noch ein Ausschwitzüberlebender zitiert werden kann, soll dass vermutlich so etwas wie Bildung suggerieren. Das ich nicht lache!
      Ich empfehle mal ein Buch zu lesen statt so einen Stuß zu schreiben. Zum Beispiel: „Das Diktat der Menschenverachtung“ oder „Medizin ohne Menschlichkeit“ von Alexander Mitscherlich. Wer dann noch eine freiwillige Arbeitsstelle in der Schweiz oder bei Zalando mit einem Konzentrationslager auf eine Stufe stellt, zeigt nur noch wie sinnfrei eine Unterhaltung mit ihm ist.

  9. individuum ahimsa sagt:

    ZITAT: Zunächst ist ja der Begriff „Nazi“ die Abkürzung für National-Sozialistische Partei……versteh ich nicht….Naso wäre plausibler….aber was bedeutet dann NAZI tatsächlich….

  10. Ralph Kamp sagt:

    Sorry, aber das ist mir trotz aller Bemühungen viel zu dürftig und meiner Meinung nach auch faktisch falsch.
    Das Kollektiv ist das älteste Instrument um das Überleben des Individuums zu sichern. Die meisten Tierarten leben in Kollektiven. Und das hat einen guten Grund. Ein funktionierendes Kollektiv nutzt die unterschiedlichen Fähigkeiten jedes Individuums. Die Ursache aller autoriären Systeme ist der übersteigerte Machtwunsch und ein überhöhtes Geltungsbedürfnis einer einzelnen Person, die in der Regel von einer Gruppe ähnlich macht- oder geldorientierter Personen protegiert wird, um später am Erfolg teilzuhaben. Das in den Vordergrund gestellte Gemeinwohl spielt lediglich als Werkzeug zur Machtergreifung eine große Rolle. Siehe aktuelle Beispiele aus Polen oder Ungarn. Dabei werden populistische Stimmungen und Ängste augegriffen und bewusst zu einem Feindbild überhöht. Hierfür ist die Kontrolle der Medien hilfreich. Dazu ist wirtschaftlicher oder politischer Druck nötig (akuelles Beispiel Türkei). Damit das System zur Perfektion reifen kann, muss ein breites Kontrollsytem installiert werden. Hierzu wird in der Regel Macht an den „kleinen Mann“ vergeben. Der Hausmeister wird zum Blockwart, der gedemütigte Streifenpolizist zum Gruppenleiter. Die tragenden Säulen eines funktionierenden totalitären Machtsystems sind die von der Gesellschaft zurück gelassenen. Mit neuer Macht ausgestattet, sind sie bereit alles für ihren „Führer“ zu tun. Es ist also die große Aufgabe des Kollektivs, auch die Schwachen und Ungebildeten abzuholen und mitzutragen, damit genau diese Gruppe nicht in die Fänge von Extremisten egal welcher Couleur geraten. Dazu gehört auch, dass diejenigen, die besonders vom System profitiert haben, auch etwas zurück geben (ich ziehe meinen Hut vor Bill Gates und Marc Zuckerberg). Und dazu gehört, das diejenigen, die immer den Staat für ihr Schicksal in die Verantwortung nehmen, endlich Eigenverantwortung zeigen und die auf die Straße geworfene Zigarette wieder aufheben, anstatt sich über steigende Müllgebühren aufzuregen. Der Beitrag jedes Individuums ist also sehr wohl ein wichtiges Instrument um ein funktionierendes Kollektiv zu ermöglichen, von dem letztlich alle profitieren. Es sei denn man möchte seine Rente, seine Arztkosten, die Ausbildung seiner Kinder, die Müllentsorgung und eine unendlich fortführbare Liste von Kolletivleistungen alle selber übernehmen. In einem einzigen Punkt gebe ich dem Autor recht: Es ist völlig irrelevant unter welchem Namen die Machtergreifung erfolgt. Das können Gesellschaftsformen oder auch Religionen jeder Art sein. Entscheidend ist jedoch die anschließende perfide Deformation dieser Systeme einzig zum Nutzen einiger weniger Individuen. Daher empfinde ich an dieser Stelle die Diskussion über die Namensherkunft der Nazis als völlig deplatziert und sinnfrei.
    Ich bin gespannt, wieviele Leser (oder auch der Autor) sich die Mühe machen, diesen Post zu lesen.
    Mit herzlichem Gruß

    Ralph Kamp

    • rote_pille sagt:

      “ Es sei denn man möchte seine Rente, seine Arztkosten, die Ausbildung seiner Kinder, die Müllentsorgung und eine unendlich fortführbare Liste von Kolletivleistungen alle selber übernehmen.“
      -Was denken Sie eigentlich wer diese ganzen schönen Sachen momentan bezahlt? Die Heinzelmännchen von Köln? Der Orden der Jedi-Ritter, der seinen Tempel in Area 51 aufgebaut hat? Die Politiker aus den Schatztruhen, die Captain Jack Sparrow für sie aus Atlantis geborgen hat? Oder nein, ich weiß es: Jesus ist aus seinem Grab auferstanden und zaubert das Geld aus dem Nichts, damit uns die Politiker, barmherzig wie sie sind, weiter mit Gratissachen überschütten können. OMG kann ich da nur sagen. Das was sie bringen kann man nicht einmal mehr als das gewöhnliche ökonomische Unverständis abtun.
      Ich sehe übrigens nicht, wie mich Kollektive, zu denen ich nicht freiwillig gehören will, stärker machen. Ich würde eher sagen, dass sie mich schwächen und nur denen ungerechte Vorteile verschaffen, die mich zwingen möchten weiter Teil davon zu sein. Weg damit!

      • Ralph Kamp sagt:

        Na das nenne ich mal einen echt sachlichen Kommentar. Dass wir alle ins Kollektiv einzahlen, damit der Einzelne davon im Bedarfsfall profitiert, ist Teil der Idee unseres Systems – es nennt sich soziale Demokratie. Aber da Sie ja so sehr unterdrückt werden, kann ich Ihnen nur den guten Rat geben: Befreien Sie sich von Ihrer Unterjochung, verlassen Sie dieses furchtbare Land, und suchen Sie sich eine hübsche kleine Insel, auf der sie frei von politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Zwängen Ihren individuellen Bedürfnissen freien Lauf lassen können.
        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche.

        • rote_pille sagt:

          Mein Kommentar enthält eine schlüssige Argumentation, auch wenn ich ihn mit sprachlichen Mitteln ein bisschen aufpeppe, damit er nicht so ein langweiliges, hohles Gelaber ist wie ihrer.
          Ich möchte die Möglichkeit haben zu entscheiden in welches Kollektiv ich einzahle, weil es mir doch aufgefallen ist, dass ich aus gewissen Systemen nie irgendwas wieder zurückbekomme. Nehmen wir als Beispiel die GEZ-Sender – muss man bezahlen, aber ich sehe mir den Schrott nicht an. Warum? Weil die damit drohen mich zu beklauen oder wegzusperren und bei Widerstand gegen die Zwangsmaßnahmen auch umzubringen. Woher nehmen die sich das Recht, für mich Entscheidungen zu treffen und mir so etwas anzudrohen? Warum kann ich nicht mit meiner Webcam eine Show drehen und dafür von jedem monatlich sagen wir mal 10 Euro einsammeln, egal ob jemand zusieht oder nicht? Warum halten die sich für Götter?
          Oder was anders, nehmen wir den aktuellen Syrienkrieg. Will ich nicht haben. Aber meinen Anteil kann ich trotzdem nicht zurückhaben.
          Oder die Bankenrettungen. Warum muss ich für Unternehmen von Fremden bezahlen?

          Natürlich profitiere ich nicht von all dem. Sonst müssten die mich doch nicht zwingen zu bezahlen, oder? Wieso sollten andere besser Bescheid wissen über das was gut für mich ist, oder ein Interesse daran haben dass ich profitiere? Selbstverständlich interessiert es sie nicht. Die lügen und verfolgen ihre eigenen Interessen. Und ich bin nicht so gehringewaschen dass ich das nicht erkennen oder gar noch als „fairen Beitrag“ bezeichen würde. Die klauen einfach mein Geld, mehr nicht.

          Das mit dem „ja gehen Sie doch woanders hin“ ist übrigens kein Argument. Jeder Fleckchen wird von irgendeinem Staat beansprucht, ich kann also von einer Sklavenplantage zu einer anderen. Ich garantiere Ihnen, gäbe es auch nur eine freie Stadt auf der Welt wäre das die reichste und lebenswerteste von allen und auch Sie würden dort leben wollen.

          • Ralph Kamp sagt:

            Sie sind ein echt armer Mensch. Eigentlich könnten Sie einem leid tun. Aber das erledigen Sie ja schon selbst. Schade.

          • rote_pille sagt:

            Sie sind vor allem arm an Argumenten, deshalb greifen Sie mich auch persönlich an. Eigentlich könnten Sie mir leid tun. Aber das erledigen Sie ja schon selbst. Schade.

          • Konrad sagt:

            Mein Gott, was für ein Kindergarten.

            Das Problem was rote_pille wohl hat sind die über lange Jahre gewachsenen, nicht mehr hinterfragten Systeme wie die GEZ als Beispiel.

            Gucken Sie nicht an? Nichtmal jetzt, bei der EM? Dann sollten Sie nicht zahlen aber das ist ein Nebenthema.

            Interessant wird es hier und da hat Ralph Kemp absolut recht, greift der Text meiner Meinung nach zu kurz:

            Nehmen wir mal die absolut individualistische Gesellschaft an. Was ist dann mit den Schwachen?
            Wie vielen Bettlern geben Sie mal ’ne Mark? Sie wollen eine freie Stadt, weil Sie der Meinung sind: das bekomme ich alles alleine gewuppt, mit meine Arbeit usw.
            Sicher? Ganz ohne Arbeitsteilung? Ich sage nicht das es wünschenswert wäre. Aber was wäre, wenn Sie blind oder ohne Beine geboren wären? Und die Eltern tot?

            Darauf sehe ich nur eine von mir aus kollektivistische solidare Gemeinschaft als Lösung.
            Diese dürfte meinetwegen sehr gerne autonom und ohne Staat auskommen.

            Problem: Warum sollte meine Gemeinschaft einen Behinderten mehr aufnehmen, als Ihre? Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?

          • rote_pille sagt:

            Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ich die Arbeitsteilung abschaffen möchte? Das Problem ist nicht Kooperation, sondern Zwang..
            Was ist wohl mit denen die ohne Beine geboren werden und deren Eltern tot sind? Nun, jeder hat immer noch die Option diesen Leuten auf eigene Faust zu helfen. Dafür brauchen Sie aber nicht andere Leute dazu zu zwingen.

    • Niklas sagt:

      Es gibt sehr viele Tierarten die nicht im Kollektiv, sondern als Einzelgänger leben.
      Der Mensch braucht das Kollektiv um zu überleben, da haben sie sehr recht. Denn der Mensch ist für ein Einzelgängerleben nicht geschaffen. Wir können nicht sonderlich gut klettern oder schwimmen, haben keine scharfen Zähne und Krallen, sind nicht sonderlich schnell und ausdauernd und haben auch kein wärmendes Fell. Unsere einzige Fähigkeit ist unser Verstand – von dem haben manche mehr, manche weniger. Diesen müssen wir, um zu überleben, teilen. Da fängt schon das Kollektiv an. Vor tausenden von Jahren kam mal einer auf die Idee, dass man spitze, scharfkantige Steine an einen Stock machen kann, erfunden war das erste Schneidwerkzeug. Statt diese Idee für sich zu behalten gab er sie weiter. Später erkannte einer, dass Steine+Lehm=Wand, erfunden war das Haus. Statt die Idee zu behalten gab er sie weiter. Wir wohnen noch heute in Häusern. Ich will damit sagen: Die moderne Zivilisation wäre ohne eine funktionierendes Kollektiv nicht möglich.
      Man muss jedoch immer aufpassen, dass das Kollektiv nicht von irgendwelchen kranken Psychopathen missbraucht wird. Es ist äußerst wichtig, das Kollektiv und die Menschen die darauf Einfluss nehmen wollen und es sich zu Eigen machen wollen genauestens zu beobachten und bei Fehlentwicklungen sofort so laut wie möglich Alarm zu schlagen.

      Die Ursache aller autoritären/totalitären Systeme sind die Dummheit und der Egoismus der Breiten Masse. Das nutzen die charismatischen Führertypen für sich.
      Ich habs neulich selbst erlebt: Bei uns im Ort hat Jürgen Elsässer gesprochen und ich bin mal hingegangen um das Spektakel zu verfolgen. Während seiner Rede ein Stichwort, kurze rhetorische Pause und sofort schallte es aus mehreren Kehlen wie auf Knopfdruck „Lügenpresse, Lügenpresse“. Diejenigen die dort gebrüllt haben waren nicht nur sozial schwache, bildungsferne Mitbürger. Darunter waren u.a. ein stadtbekannter pensionierter Gymnasialdirektor, ein erfolgreicher und angesehener Firmeninhaber, eine gut situierte und sehr gebildete Arbeitskollegin von mir uvm. Die Gefahr geht nicht von den Dummen aus, die den Führertypen hinterherrennen, sondern von den Gebildeten und Einflussreichen.
      Das ist die Strategie aller politisch radikalen: Erst muss man die Mittelschicht und einige der Einflussreichen auf seine Seite und die vernünftigen Kritiker zum Schweigen bringen.
      Wenn das geschafft ist, ist es ein Leichtes auch die Ungebildeten und Schwachen für sich zu gewinnen und wenn auch das geschafft ist sind die folgenden Wahlen ein Selbstläufer.

      Wenn die Kritiker schweigen hat man gewonnen. Ich merke, dass in der heutigen Zeit immer mehr Kritiker schweigen, weil man gegen die schiere Masse der Diktaturempfänglichen (Diktaturbefürworter?) einfach nicht mehr ankommt. Ruft man die Galgenbastler und Volksverräter-Plärrer zu Sachlichkeit in der aktuellen politischen Diskussion auf bekommt man von Tausenden „Gutmensch“, „Systemling“, „Merkel-Arschkriecher“, „Bahnhofsklatscher“ uvm. entgegen geworfen. Man resigniert und kann nur hoffen, dass es nicht wieder ausartet wie damals im Dutzendjahrtausend.

  11. Hans Kolpak sagt:

    Sie sind Sozialisten! Reicht das? http://www.TGSNT.de

    Jeglichen Sozialismus lehne ich ab, den nationalen genauso wie den internationalen. Auch kann ich dem Kommunismus nichts abgewinnen. Ferner lehne ich jede Lüge ab, die über Sozialisten oder Kommunisten verbreitet wird – warum auch immer. Wer deutsche Geschichte verstehen will, muss sich den Wahrheiten nähern und den Interpretationen verweigern, die in 2016 immer noch gang und gäbe sind, obwohl es seit 1945 keine NSDAP mehr gibt. Weder die NPD noch die AfD sind Nachfolgeparteien.

    Was passiert eigentlich, wenn der reale Sozialismus in der Wüste Einzug hält? Erst einmal jahrelang gar nichts, und dann gibt es keinen Sand mehr …

    So, ich hau noch Mal in die gleiche Kerbe!

    Adolf Hitler, 1889 – 1945, Deutscher Reichskanzler und Führer der NSDAP:
    „Das meiste habe ich vom Jesuitenorden gelernt. […] Bis jetzt hat nichts auf der Welt existiert, was imposanter gewesen wäre, als die hierarchische Organisation der katholischen Kirche. Einen guten Teil dieser Organisation habe ich direkt für meine eigene Partei übernommen. […] Die katholische Kirche muss als Vorbild dienen. […] Ich sage euch ein Geheimnis: Ich gründe einen Orden. […] In Himmler sehe ich unseren ‚Ignatius von Loyola‘!“ (53) Paris, Edmond; Robson, A.: The Vatican Against Europe. London 1961, S. 252. 256, eigene Übersetzung.

    Walter Friedrich Schellenberg, 1910 – 1952, deutscher SS-Brigadeführer, Chef der Auslandsabwehr:
    „Die SS ist von Himmler nach den Grundsätzen des Jesuiten-Ordens aufgebaut worden. Die Dienstanweisungen und die geistlichen Übungen, die Ignatius von Loyola vorschrieb, bildeten ein Modell, welches Himmler sich sorgfältig bemühte zu kopieren. Der oberste Grundsatz war absoluter Gehorsam; jeder Befehl musste fraglos ausgeführt werden.“ (54) Paris, Edmond; Robson, A.: The Vatican Against Europe. London 1961, S. 253, eigene Übersetzung.

    Edmond Paris, 1894 – 1970, Autor des Buches ‚The Secret History of the Jesuits‘:
    „Die Öffentlichkeit hat praktisch keine Ahnung, dass der Vatikan und die Jesuiten Verantwortung für den Ausbruch der zwei Weltkriege tragen. Teilweise lässt sich diese Situation mit den gigantischen Finanzmitteln erklären, die dem Vatikan und seinen Jesuiten besonders seit dem letzten Konflikt zur Verfügung stehen und die ihre Macht in so vielen Bereichen begründen.“ (59)

    „Die Jesuiten […] sind eine Geheimgesellschaft, eine Art Freimaurerorden, allerdings besitzen sie einige zusätzliche abscheuliche Eigenschaften und sind tausendmal gefährlicher.“ (60)

    „Dank den Stimmen, die der katholischen Zentrumspartei gehört hatten [Die Zentrumspartei stand unter der Aufsicht des Jesuiten Ludwig Kaas.], kam der Führer [d. h. Adolf Hitler] nur fünf Jahre vor [1933] an die Macht. Die meisten der Ziele, die zynischerweise im Buch Mein Kampf angekündigt wurden, waren jedoch zu diesem Zeitpunkt schon umgesetzt worden. Dieses Buch […] wurde vom [durch die] Jesuiten [kontrollierten] „Pater“ [Bernhard] Stempfle verfasst lektoriert [geändert von DZiG.de] und von Hitler unterzeichnet. […] Die Gesellschaft Jesu hatte das berühmte gesamtdeutsche Konzept vervollkommnet und der Führer stimmte diesem zu.“ (61) Paris, Edmond: The Secret History of the Jesuits. Chino 1975, S. 138, eigene Übersetzung.

    • rote_pille sagt:

      Vor ein paar Tagen waren es noch die Superlogen der Freimaurer und jetzt sind es Jesuiten. Sehr merkwürdig.
      Sie sollten verstehen, dass die Geschichte eigentlich bedeutungslos ist. Es ist vollkommen irrelevant wer die SS aufgebaut hat, wichtig ist das: „Der oberste Grundsatz war absoluter Gehorsam; jeder Befehl musste fraglos ausgeführt werden.“
      Das ist das Böse daran, und das Problem sind nicht die Logen oder wer auch immer das steuert, sondern die herrschenden Ideen, die dafür sorgen, dass sich Leute finden die glauben sie hätten ein moralisches Recht den Inhalt dieser Befehle auszuführen. Darum ist auch der Islam schlecht – völlig egal wer die Terroristen und religiösen Fanatiker steuert.
      Und solange nur versucht wird irgendwelche Drahtzieher verantwortlich zu machen, die vielleicht auch gar nicht existieren, wird sich gar nichts bessern. Also fangen Sie bei sich an diese schlechten Ideen auszuräuchern. Wenn Sie z.B. sagen: „ich bin für eine Monarchie“ dann bedeutet das: „wenn Sie sich weigern dieser Monarchie Steuern zu entrichten, würde ich es befürworten, dass Gewalt gegen Sie ausgeübt wird.“ Genau das MÜSSEN Sie implizieren, denn Sie wissen, dass die Monarchie ohne dieses Arrangement nicht funktionieren würde. Und da es sich dabei klar um Unrecht handelt, sollten Sie diese Idee fallen lassen.

  12. A.K. sagt:

    Das Schlimmste ist dass das zi in Nazi für Sozialismus steht
    Ich hasse Sozialismus
    Ich fände Nakas (Kapitalisten), oder Nalafakas (Laisse Faire Kapitalismus) besser.

    Das ganze ist sowieso nicht mehr wirklich relevant. Vergangene Ideologien werden von neuen abgelöst. Die Welt ändert sich. Heute sind die Alternativen die Richtigen.

  13. Germania911 sagt:

    „Kollektivismus“ ist mitnichten das Problem.

    Das eigentliche Problem ist, daß der Autor dieses Artikels die politisch korrekte Geschichtsschreibung zur Grundlage seiner Betrachtungen macht, historische Fakten aber völlig außer acht läßt und vor allem vom Nationalsozialismus überhaupt keine Ahnung hat.

    Darauf aufbauend spinnt er sich einen Haufen irrationaler Utopien zusammen, so daß er am Ende nur zu falschen Schlüssen kommen kann — die er sich insofern selber „beweist“, als daß er einfach Begriffe wie Kommunismus und Sozialismus – „Nazitum*“ als Staatform gibt es überhaupt nicht – so willkürlich interpretiert, daß sie für seine Theorien „passen“. (Wie das mit dem Umdefinieren und Überkleben geht, hat er ja selber beschrieben…) Und nur so kann er am Ende alles unter dem Begriff „Kollektivismus“ zusammenfassen — eine Pauschalisierung ohne gleichen! Und da redet er von Individualität…?

    Völker und Nationen sind nun mal natürlich gewachsene Gemeinschaften, die für ihr Zusammenleben – angefangen von der Familie bis hin zum Staat – bestimmte Regeln brauchen, die sie sich bestenfalls selber setzen und alle achten. Je mehr – im Sinne der jeweiligen Gemeinschaft – selbstverständliche Einigkeit besteht, desto weniger Regeln braucht es…

    Das ganze nennt sich „Volksgemeinschaft“ — für die man seine Verachtung zeigt, indem man sie mit dem abwertenden Begriff „Kollektivismus“ belegt.

    Wie stellt sich der Autor denn so ein Zusammenleben vor? Jeder macht, was er will – scheiß auf die Gemeinschaft, schließlich sind wir alle „Individuen“? Das läuft auf Bolschewismus hinaus, auf den wir heute sowieso zusteuern. Dann wird er das erleben, womit er heute das „Nazitum“ dämonisiert.

    Oder, um seine eigenen Worte zu verwenden:
    Es gibt tatsächlich etwas fundamental Böses in ihrer seiner Philosophie und das ist der Grund, warum es so geendet hat enden wird.

    Zusammengefaßt von Dommergue:

    „Diejenigen, die bezüglich Hitler lügen und sich dabei auf die geistige Unvollkommenheit der meisten Menschen (diese teuflische Tastatur, auf der die “Juden” mit erstaunlicher Virtuosität zu spielen verste­hen) stützen, entehren sich. Sie sind die Ursache von Millionen Toten und Tausenden von Zusammenbrüchen.“

    + + + + + + + +

    *P.S.

    Der Begriff „Nazi“ wurde schon in den 1920er Jahren abwertend gegen den Nationalsozialismus kreiert auch gern von antideutschen Hetzern der Lügenpresse im Ausland benutzt. Leider bringt der Autor hier kein einziges mal korrekte Bezeichnung über die Lippen Tastatur…

    …oder weiß er es gar nicht besser? Darauf schließen lassen könnten so saloppe Behauptungen, wie: „Zunächst ist ja der Begriff „Nazi“ die Abkürzung für National-Sozialistische Partei“ — was ja vollkommener Bullshit ist. Die Partei nannte sich „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ und ihre Abkürzung lautete NSDAP.

     

    Was ist schlecht an Nazis ?? — Daß man seitenlang „philosophieren“, ohne etwas über den Nationalsozialismus zu wissen. Die real existierenden Probleme bleiben davon unbeeindruckt.

    Es ist nämlich nichts schlecht am Nationalsozialismus.

    Drastischer drückte es Dommergue aus, den ich abschließend nochmal zitieren möchte:

    „Wenn also Heidegger schwieg, dann nur, weil er nichts weiter zu sagen wußte. Was er wußte, war, daß der Nationalsozialismus die letzte Chance des Menschen, der letzte Versuch des Wiederauflebens einer traditionsreichen Gesellschaft entsprechend den Gesetzen der Natur war. Er wußte aber auch, daß die durch den jüdischen Cartesianis­mus verhärteten Gehirne trotz unwiderlegbarer Beweise nichts begreifen würden.“

    In diesem Sinne…

     

  14. Persective sagt:

    Und wie komt es dann zu zoviele kriege, demociden, toten in die geschichte unter nazismus, communismus democratien, nach deine meinung?

    Lander sind nicht gewachsen. Lander sind linien von inkt auf papier gezeichnet durch megalomanen die damit alles was sich innerhalb von der linien befand zum eigentum erklart haben.

    Ein volks gemeinschaft die sich ohne zwang zusammen tut (wo man auch nein sagen kan) is etwas anders wie kollektivismus, was jede zwingt zu gehorchen an alle regeln und gezetse und anders der tot.

    Du kanst die author angreifen das er nichts weiss vom nazisus communismus oder kollectivismus um sagen zu konnen das es slecht/ das boze ist. Aber ich weiss auch nichts von mord und anderen angreifen um zu wissen dat dass slecht/das bose is. Das kan ich sehen and die resultate von den taten die geschehen sind.

    Das probleem ist autoritarismus, das mensen glauben das jemand sie sagen kan; wenn du gehorcht bist du gut und wenn du nicht gehorcht bis du slecht, (hore nich auf dein gewissen) und nun gehe denn und denn ermorden anvallen bestelen, dan bist du gut. und die menschen glauben dass….wahnsinn.

    Mein deutsch is nicht so gut ich weiss, eigentlich ist es sehr slecht.

    https://www.youtube.com/watch?v=0k4pXwmis7A

  15. Fux sagt:

    Ich sehe hier den fundamentalen Fehler die Menschen in „gut“ und „böse“ einzuteilen. Es gibt nichts objektiv „Böses“ in einem Menschen oder einer Idee. Und letztendlich ist allein die Nutzung dieser Kategorien genau das, was Regime seit jeher so stark macht. Was wurde den Menschen im Dritten Reich bezüglich der Juden gesagt? Sie seien „böse“. Gleiches gab es in der Sowjetunion, in den USA, gibt es bei Terroristen usw. Das Etikett „Böse“ legitimiert die vermeintlich „Guten“ zu allen möglichen grausamen Handlungen, um „das Böse auszumerzen“. So benötigt man keine konkreten Gründe für Feindlichkeit, Ausgrenzung oder sogar Krieg.
    Denn wenn ein Mensch „böse“ wäre, dann hieße es, dass er unweigerlich dem Wohl und dem Frieden im Weg steht, solange er lebt. Es impliziert, dass er ein „Insekt“ ist, das zertreten gehört. Ein Fehler, der ausradiert gehört. Sein Tod ist also nicht tragisch, sondern gewissermaßen nötig und „gut“.
    Andersrum ist „der gute Mensch“ höherwertig als „der böse Mensch“ und muss vor diesem beschützt werden bzw. sich selbst vor ihm schützen. Der Glaube an gut und böse heißt: An lebenswerte Übermenschen und lebensunwerte Untermenschen glauben.

    Wie schaffen es denn die Kriegstreiber und Gewaltsäer der Erde Gruppen um sich zu scharen, die bereit sind andere zu bekämpfen? Indem das eigene Lager als „gut“ und alle, die einem im Weg stehen, als „böse“ definiert werden. Letztendlich wurden doch die schlimmsten Massaker der Menschheit für das angeblich Gute gegen die angeblich Bösen begangen. Die USA hat ja bis heute noch so eine Haltung bei ihren Bürgern eingetrichtert. „Der aufrechte, christliche und patriotische Demokrat“ ist seit jeher das Musterbeispiel des US-Bürgers. Alles reine Propaganda.

    Und ja, die Nazis haben sich bisweilen selbst als Sozialisten bezeichnet, aber nur deswegen waren sie es nicht. Arbeiterbewegungen waren zu der Zeit sehr verbreitet und diese waren nun mal so ziemlich alle sozialistisch geprägt. Nun wollten die Nazis ja möglichst rasch an die Macht, also haben sie einfach allen das versprochen, was sie hören wollten. Für die einen waren sie Sozialisten, für die anderen Nationalisten. (Der antisemitische Nationalismus blühte ebenfalls) Für die einen stellten sie sich revolutionär, antikapitalistisch und geradezu „pazifistisch“ da, (Es gab ja immer wieder Beteuerungen, dass der Krieg von den anderen ausging) , für die anderen hart und wirtschaftlich. Letztendlich waren sie Kettenhunde der deutschen Finanz- und Schwerindustrie, die in der Finanzkrise alles richten sollten – für die Bonzen, nicht für das Volk. Sie verführten die Arbeiterbewegungen und trieben sie in den Krieg gegen ihre einstigen Genossen und ihre Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Der Nationalsozialismus war – wie der Antisemitismus – ein Werkzeug der Kapitalisten um die sozialistischen Brandherde zu löschen – indem Feuer gegen Feuer gesetzt wurde.

    Bei der Gelegenheit distanziere ich mich übrigens von Stalin, Mao usw. . Das waren meiner Meinung nach keine Sozialisten oder Kommunisten. Es waren opportunistische Machtmenschen, die die Hoffnung der Bevölkerung und die Kraft der Bewegung ausnutzen um sich selbst an die Spitze zu bringen. Leute wie Stalin wären in jedem System nach oben gekommen, weil sie sich zu fügen wissen.
    Und bitte quakt mich nicht mit Vorträgen über das Böse darin zu. Was beim Sozialismus zählt ist die Idee, die Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Die Begriffe mögen missbraucht worden sein, aber das ändert nichts am Ideal. Es geht auch nicht darum Marx oder Trotzki alles nachzuplappern, die Idee des Sozialismus ist kein fertiges Konstrukt, das so und so ist und so gefälligst angewandt gehört, sondern ist einem stetigen Prozess unterworfen. Überall auf der Welt gibt es Leute, die sich über eine konkrete Umsetzung Gedanken machen, wie sich die Welt revolutionieren lässt – zum Wohle aller und ohne Ausbeuter und Unterdrücker.

    „Eine Welt muß umgestürzt werden, aber jede Träne, die geflossen ist, obwohl sie abgewischt werden könnte, ist eine Anklage, und ein zu einem wichtigen Tun eilender Mensch, der aus roher Unachtsamkeit einen Wurm zertritt ist ein Verbrecher.“
    ~Rosa Luxemburg

    • rote_pille sagt:

      Der Tod eines Terroristen, der gerade mit dem automatischen Gewehr in die Menge feuert, ist nicht tragisch, sondern zu begrüßen. Natürlich kann man die Menschen abhängig von ihren Handlungen in bessere und schlechtere aufteilen und sollte es auch. Es ist kein fundamentaler Fehler moralische Urteile zu fällen.
      Was beim Sozialismus zählt ist, dass initiierende Gewalt gegen andere zur Erreichung von Zielen gut geheißen wird. Das IST ein fertiges Konstrukt, es gibt keine Möglichkeit Sozialismus auf andere Weise zu erreichen. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass alle Menschen ihre Produktionsmittel freiwillig hergeben. Selbstverständlich waren Stalin und Mao Sozialisten, sogar sehr konsequente Sozialisten, denn sie waren in der Gewaltanwendung besonders effizient.

      • Fux sagt:

        Nun, ich hab soweit meine Meinung dazu gesagt. 😉
        Und da ich „Doch, kann man. Doch, sind sie.“ nicht als Argumente zählen kann, kann ich auf deinen Kommentar ohnehin nichts erwidern. Sonst artet das wieder in so eine „Du bist doof!“-„Nein, du bist doof!“-„Du bist unendlich doofer als ich!“-Sache aus.

        • rote_pille sagt:

          Ihre „Meinung“ ist größtenteils so abwegig, dass ich die Gegendarstellung nur zu nennen brauche um das was Sie sagen als Bullshit zu entlarven. Und zu dem Teil zum Sozialismus habe ich Ihnen eine Begründung gegeben, die Sie auch in anderen Posts dieser Seite finden.

          • Fux sagt:

            Alles was einem selbst als abwegig erscheint als unwahr hinzustellen ist dann natürlich total legitim. Ich halte Ihre Meinung als ebenso abwegig betrachte ist das wohl ein Patt, von daher erübrigt sich eine Diskussion wohl so oder so.
            Und nein, Sie stellen eine Behauptung auf, nämlich dass Sozialismus ein fertiges Konstrukt wäre. Dem ist nicht so, auch wenn Sie das nicht anerkennen möchten, was Ihnen selbstverständlich freisteht.
            Es folgte eine weitere Behauptung, dass Mao und Stalin Sozialisten gewesen wären. Ich dagegen bezeichnete es ganz eindeutig als meine persönliche Meinung, also nicht als allgemeingültig. Ein fundamentaler Teil des Sozialismus ist die Verbrüderung aller Unterdrückten, unabhängig von Herkunft, Nationalität oder so ein Schnickschnack. Stalin war jedoch beispielsweise Antisemit, was also der Verbrüderung in keinster Weise entspricht. Selbst Lenin kritisierte Antisemitismus aufs Schärfste als Waffe der Kapitalisten um ungebildete Proletarier aufeinanderzuhetzen.
            Stalin ging sogar noch weiter und schaltete selbst Sozialisten aus, die nicht seiner Meinung waren.
            Aber ich erwarte nicht, dass Sie den populistischen Missbrauch der sozialistischen Idee anerkennen. Das tun wenige, die meisten glauben lieber das Offensichtliche. Ich sag mal so… Brot hat den Zweck Leben zu erhalten. Wenn aber nun ein Angler das Brot nutzt um Fische anzulocken und damit dem Tod auszusetzen, dann würdest du auch nicht behaupten, dass Brot den eindeutigen Zweck als Vernichtungswerk hat.
            Ich empfehle dahingehend „Farm der Tiere“ von Orwell, das Werk illustriert das ganz hervorragend.

          • Michael sagt:

            marx war auch antisemit und rassist.

          • rote_pille sagt:

            Sehen Sie, diese Seite hat eine Suchfunktion.
            „Der Kommunismus wurde nur noch nie richtig umgesetzt“:
            http://www.freiwilligfrei.info/archives/4576
            „Was ist schlecht an Nazis“:
            http://www.freiwilligfrei.info/archives/5807

          • rote_pille sagt:

            Sehen Sie, diese Seite hat eine Suchfunktion.
            „Der Kommunismus wurde nur noch nie richtig umgesetzt“:
            http://www.freiwilligfrei.info/archives/4576
            „Was ist schlecht an Na*is“ (das Sternchen wird hoffentlich den Wortfilter umgehen, damit ich nicht auf die Freischaltung warten muss):
            http://www.freiwilligfrei.info/archives/5807

          • Fux sagt:

            Diese Seite ist kein Quell der absoluten Wahrheit. Denke mal drüber nach 😉

          • rote_pille sagt:

            Sie liefert die Argumente, die ich zu faul bin aufzuschreiben. Nicht dass Sie denken, ich höre Ihre Fehler zum ersten Mal.

    • Fux sagt:

      @Michael: Ich habe für dich leider keinen Antworten-Button, daher mache ich es so.
      Der angebliche Antisemitismus von Marx wird vor allem von Antisemiten behauptet um sich selbst zu entlasten bzw. ihre These an prominenten Beispielen zu stärken, ist aber unzutreffend und Ergebnis von unzureichnender Kenntnis und mangelndem Verständnisses für Marx Schriften.
      Erstmal hatte Marx grundsätzlich Kritik an jeder Religion. Bei der Antisemitismus-Sache beziehen sich Kritiker auf „Zur Judenfrage“. Das ist eine Antwort auf Bauers Schrift „Die Judenfrage“ , in der dieser den Juden vorwirft, dass sie das Judentum zu emanzipieren haben, bevor sie eine politische Emanzipation im Staat verlangen dürften.
      Marx entgegnete daraufhin: „Wenn Bauer die Juden fragt: Habt ihr von eurem Standpunkt aus das Recht, die politische Emanzipation zu begehren? so fragen wir umgekehrt: Hat der Standpunkt der politischen Emanzipation das Recht, vom Juden die Aufhebung des Judentums, vom Menschen überhaupt die Aufhebung der Religion zu verlangen?“

      Es ging Marx nicht darum das Judentum zu bekämpfen, sondern die Religion zur Privatsache zu erklären, also die Bindung des Staates an eine Religion aufzuheben.
      „Die politische Emanzipation des Juden, des Christen, überhaupt des religiösen Menschen, ist die Emanzipation des Staats vom Judentum, vom Christentum, überhaupt von der Religion.“

      Das wäre aber soweit nur die politische Emanzipation. Marx forderte auch eine menschliche.
      Da kommt der zweite Teil ins Spiel und das ist wesentlich komplexer.

      „Welches ist der weltliche Kultus des Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.“
      Damit meint Marx aber nicht den Juden an sich, stattdessen erschafft er einen „Typus Juden“. Marx nutzt dies um den christlich-konservativen Antisemitismus auf ihre eigenen Verfechter zurückzuschleudern. „Der Jude“ ist hier ein Typus, der nicht nur auf Juden zutrifft, sondern auch auf die kapitalistischen und bürgerlichen Antisemiten. Das Geheimnis lautet hier: Erkenne dich im Feind.

      Übrigens hatte sich Marx sogar ohne zu zögern einer Petition zur Gleichstellung der jüdischen Gemeinden angeschlossen. 😉

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