von Julia-Friederike Morgenroth

 

Alle Subventionen für parasitäre Lebensstile streichen

Liebe Karrierefrau ohne Mann mit Kind,

ich schreibe Dir wegen eines Artikels in der „FAZ“, in dem die Autorin Judith Lembke die verblüffende Erkenntnis formuliert, dass Kinderbetreuung und Karriere nicht vereinbar sind. Das Märchen, dass eine Frau alles gleichzeitig haben könnte, wird nicht wahrer, nur weil es ständig wiederholt wird. Ich habe diese Erkenntnis schon vor ein paar Jahren machen müssen, zum Glück hatte ich die Entscheidung für Kinder und gegen Karriere gefällt. Ich war zwar enttäuscht, dass nicht beides zusammen ging, aber ich hatte zumindest die Prioritäten richtig gesetzt, auch dank eines Ehemannes, der mich bestärkt hat und bereit und fähig ist, sich allein um das Familieneinkommen zu kümmern.

Nun lese ich in den Facebook-Kommentaren zum Artikel all das wieder, was ich vor Jahren auch von Dir schon gehört habe: Die Frau, die für die Kinder zu Hause bleibt, ist zu dumm, zu faul oder zu bequem zu arbeiten. Abgesehen davon, dass Kinderbetreuung wirklich harte Arbeit ist, machen mir solche Äußerungen inzwischen nicht mehr zu schaffen. Sie haben mich aber jahrelang sehr getroffen. Du irrst, liebe Karrierefrau. Und ich erkläre Dir, warum. Ich gehe Deine Argumente der Reihe nach durch:

1. „Die Frau, die zu Hause bleibt, ist eine Schmarotzerin, weil sie auf Kosten ihres Mannes lebt.“

Ach? Hältst Du meinen Mann für so doof, dass er sich von mir auf diese Weise ausnutzen lässt? Er wollte Kinder, er wollte Familie, also ernährt er sie auch (da er ja nun mal nicht zu Hause bleiben und stillen kann). Aber da wir gerade beim Thema sind: Wie würdest Du jemanden bezeichnen, der den Vater des Kindes rausschmeißt und sich dann die Betreuung des gemeinsamen Kindes vom Steuerzahler, also von uns, finanzieren lässt, während sie „sich selbst verwirklicht“?

2. „Die Hausfrau und Mutter ist nur zu faul zum Arbeiten.“

Ah ja. Liebe Karrierefrau, Du kannst das nicht wissen, da Du vermutlich nie für längere Zeit 24 Stunden am Tag für ein oder mehrere Kinder verantwortlich warst, aber selbst ein zwölf- oder 14-Stunden-Job ist eine Lachnummer gegen den Job als Mutter und Hausfrau. Ich weiß es, denn ich hatte so einen Job, bevor ich Mutter wurde. Irgendwann ist Feierabend, irgendwann kann man sich an die Hotelbar setzen und in Ruhe ein Glas Wein trinken. Es gibt sogar freie Tage, an denen man sich um Frisur, Kosmetik, Kleidung, Sport und Kultur kümmern kann. Toll, wirklich! Mit Kleinkindern kannst Du das vergessen. Hätte auch wenig Sinn, weil die Klamotten und die Frisur in kürzester Zeit ruiniert sind.

3. „Die Hausfrau und Mutter ist dumm.“

Tja, da ist was dran. Ehefrauen sind Kummer gewohnt. Es war wohl auch bisher häufig so, dass der Herr Gemahl neben der Familie noch Geld für andere Frauen ausgegeben hat, aber was konnte man da schon tun? Man war ja abhängig von ihm.

Heute gibt der Herr Gemahl ebenfalls mehr als die Hälfte seines Geldes für andere aus, allerdings nicht freiwillig. Er finanziert mit seinen Steuern Deine Kinderbetreuung und, falls Du im Staatsdienst arbeitest, auch Dein Gehalt. Und in dein Bett lässt Du ihn trotzdem nicht, sondern lachst ihn und mich noch aus und beschimpfst uns als rückständig. Ja, man muss schon irgendwie bescheuert sein, wenn man sich das gefallen lässt. Eigentlich müsste man sämtliche Subventionen für deinen parasitären Lebensstil sofort streichen, und dann will ich mal sehen, wie Du lächelnd und gut aussehend Kind und Karriere ohne Unterstützung von außen unter einen Hut kriegst.

4. „Hausfrauen und Mütter erwirtschaften keine Rentenansprüche.“

Doch, liebe Karrierefrau, das tun sie. Oft sogar mehr als Du. Sie ziehen die Kinder groß, die auf Grund der genossenen Zuwendung und Geborgenheit gute Chancen haben, später mal wertvolle und produktive Mitglieder der Gesellschaft zu sein. Und dann erwirtschaften diese Kinder Deine Rente, während die eigene Mutter fast nichts bekommt in diesem unglaublich absurden Rentensystem. Ja, wir sind wirklich dumm, wenn wir Kinder bekommen und uns auch noch um sie kümmern. Das haben immer mehr Frauen kapiert und lieber auf Nachwuchs verzichtet. Und jetzt merkst auch Du, dass ohne die dummen Mütter und ihren Beitrag das ganze Rentensystem, in dem wir keinerlei Ansprüche auf ein einigermaßen abgesichertes Alter haben, nicht mehr funktioniert.

5. „Kinder erwerben zu Hause keine sozialen Kompetenzen.“

Wie kommst Du denn darauf? Wenn Kinder zu Hause mit Geschwistern spielen, sich mit Freunden treffen, Musik- oder Sportunterricht haben und Arbeit im Haushalt übernehmen, erwerben sie keine sozialen Kompetenzen? Wenn sie hingegen im Kindergarten mit 20 anderen Kindern um die Aufmerksamkeit der überforderten Erzieherin konkurrieren, schon? Wenn Du davon ausgehst, dass man das „Recht des Stärkeren“ nicht früh genug verinnerlichen kann, hast Du vielleicht recht, aber unter „sozialen Kompetenzen“ stelle ich mir eigentlich was anderes vor.

Dasselbe gilt für die immer wieder vorgebrachte Argumentation, dass Kinder zu Hause verzärtelt würden und nichts vom wahren Leben mitkriegen würden. Da Du Dir ja erfolgreich unser Geld angeeignet hast, bleibt uns nicht genug für eine Haushaltshilfe oder Ähnliches, also mach Dir mal keine Sorgen, dass es bei uns zu romantisch und kuschelig werden könnte und wir nichts anderes zu tun hätten, als im sauberen Wohnzimmer auf dem sauberen Sofa zu sitzen und uns Kekse servieren zu lassen. Weißt Du, von mir aus kannst Du machen, was Du willst. Wenn Du eine zweite Marissa Mayer bist und genug Geld verdienst, um von Deinem Geld eine gute Kinderbetreuung zu finanzieren, hast Du meinen vollen Respekt. Trotz Fleiß und Ehrgeiz habe ich es nicht geschafft, ein Vermögen zu erwirtschaften, welches es mir ermöglichen würde, unabhängig vom Gehalt des Vaters Kinder in die Welt zu setzen. Deshalb bin ich froh, einen Mann zu haben, der seinen Teil an den anfallenden Aufgaben übernimmt und das für eine Familie notwendige Geld verdient.

Wenn Du finanziell unabhängig bist, musst Du Dich natürlich an niemanden binden. Wenn Du aber auf unsere Kosten leben willst, würde ich an Deiner Stelle mit den Beschimpfungen aufhören und lieber mal etwas Dankbarkeit zeigen. Wir könnten sonst die Lust verlieren, Dich und Dein seltsames Lebensmodell weiterhin zu finanzieren.

Herzliche Grüße von einem Heimchen am Herd

Links

Der Artikel in der „FAZ“

Die Kommentare zum Artikel auf Facebook

 

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15 Responses to Karriere und Kind ohne Mann

  1. Vielen Dank für diesen Artikel! Du bringst es endlich einmal auf den Punkt!

  2. Nullte_Instanz sagt:

    Man kann wohl davon ausgehen das Frau Lembke die geschriebenen Zeilen niemals lesen wird… Schade eigentlich 🙂

    Ich habe mir ihren Artikel „Vereinbarkeit ist eine Lüge“ in der „FAZ“ durchgelesen. Der gesamte Artikel scheint wohl auf einer fiktiven Geschichte zu beruhen, es lohnt sich auch gar nicht weiter inhaltlich darauf einzugehen da sie nichts weiter zu sagen hat… Nach dem lesen kam mir lediglich die Frage auf -wie die Menschheit überhaupt solange überleben konnte…

    Leider ist die Liste mit Frauen wie Judith Lembke lang… Der erwähnte Geburtenrückgang wird schließlich auch diesen Frauen die Augen öffnen.

    Gruß Phil

  3. pat sagt:

    liebe fredericke morgenrot,

    zum teil stimme ich ihrem artikel zu. eher sogar zu einem kleinen teil. sie haben völlig recht, wenn sie sich darüber beschweren, wie schlecht wir vollzeitmütter von der gesellschaft bewertet werden. doch sie haben nur aus ihrer eigenen beschränkten sicht geschrieben. es gibt aber noch viele andere frauen, die ganz anderes erlebt haben und die nicht soviel glück bei der wahl ihrer ehemänner hatten, was verbindlichkeit angeht. ihr text ist mir zu populistisch und einseitig und ich muss mich für sie fremdschämen, da sie sich dazu haben verleiten lassen ,dieser genderwahn-meinungsmache zu erliegen. reicht es nicht, dass wir von sämtlichen patriachaten abgewertet werden ? muss denn da noch die stutenbissigkeit unter dem stöckelwild geschürt werden? an alle die es interessiert, empfehle ich das interview mit dagmar neubronner zum thema genderwahn bei querdenken tv.

  4. Ulli sagt:

    Schade, dieser Artikel ist doch aus einer sehr einseitigen Sicht geschrieben. Wie kann man nur Karrierefrauen ohne Mann und mit und ohne Kind als Parasiten beschreiben? Und was ist mit Männern, die so leben?
    Es hat schon immer Frauen gegeben, die sich gegen Kinder entschieden haben und heutzutage gibt es wenigstens Möglichkeiten, auch andere Lebenswege zu gehen. Diese Freiheit wurde hart erkämpft.
    Es gibt Beispiele für Frauen, die beides geschafft haben. Aber man muss Kompromisse eingehen. Selbstverständlich hat man in einer guten beruflichen Position auch den finanziellen Background, seinen Alltag so zu organisieren, dass die typischen „Frauentätigkeiten“ wie Haushalt, Kochen etc. bereits erledigt sind, wenn man nach Hause kommt. Und es muss auch nicht sein, dass ein Kind grundsätzlich von der Mutter betreut wird. Wichtig ist eine Bezugsperson, die sich dem Kind liebevoll widmet. Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass das Kind zu dieser Person eine enge Beziehung entwickeln wird. Das darf zum Wohlbefinden und zur Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit des Kindes auch nicht unterminiert werden. Man muss fähig sein, sich ganz auf diese Situation einzulassen und sie zu akzeptieren.
    Dennoch denke ich, dass es sich nur um einen kleinen Prozentsatz an Frauen handelt, die für sich diesen Lebensweg wählen. Viel wichtiger wäre es, die Arbeitswelt endlich flexibler zu gestalten, so dass die unterschiedliche biologische Natur der Frau in der Arbeitswelt berücksichtigt wird. Wir brauchen keine Fauenquote. Die Frauen, die Top-Positionen erreichen möchten, müssen das aus eigener Kraft und durch eigene Fähigkeiten schaffen. Warum tut man sich noch so schwer mit Mütterförderung und dem Schaffen familienfreundlicher Arbeitsplätze? Hier gilt es auch Nachhaltigkeit zu kreieren und zwar im Hinblick auf die nächste Generation. Was aber endlich umgesetzt werden muss, ist die finanzielle Anerkennung der Erziehungsarbeit und der Pflege eigener Angehöriger. Es muss eingesehen werden , dass die Umsetzung der Rentenreform von 1957 die unendgeldlich gelieferten Leistungen der Mütter und Hausfrauen durch die Intervention von Adenauer entstellt haben. Einer ursprünglichen finanziellen Anerkennung dieser Leistungen durch eine entsprechende Rente, so wie Schreiber dies ursprünglich vorgesehen hatte, wurde durch Adenauers Naivität verwirkt. Auch diese Leistungen benötigen eine finanzielle Gegenleistung , die eine Existenz ohne Geldsorgen ermöglicht. Sonst verkommen wichtige zwischenmenschliche Beziehungen und Handlungen nur noch zu marktwirschaftlich beurteilten und fremdentlohnten Tätigkeiten.
    Wenn berufliche Tätigkeit finanzielle Unabhängigkeit, Anerkennung und Status und die Entscheidung für Kinder finanzielle Abhängigkeit von Dritten bedeutet, solange wird es sich jede Frau in diesem Staat zweimal überlegen, ob sie Kinder will oder in wieweit sie bereit ist, mehr oder weniger „faule“ Kompromisse einzugehen.
    Die Freiheit des einen Geschlechts der Menschen darf nicht durch die Unfreiheit des anderen Geschlechts gewährleistet und hingenommen werden.

    • Hermann Messmer sagt:

      „Diese Freiheit wurde hart erkämpft.“
      Es ist keine Freiheit andere Menschen für sein Lebenskonzept bezahlen zu lassen. Es ist Ausbeutung. Man kann es auch Parasitentum nennen!

      Rente ist ein schlaues Konzept, die Kinder in ferner Zukunft für das eigene Unvermögen für seinen Lebensabend etwas zu sparen, bezahlen zu lassen. Mit oder ohne Lebenspartner sparen. Die Kinder werden nicht gefragt ob sie die mangelnde Sparsamkeit freiwillig ausgleichen wollen. Ausbeutung eben.
      Der Glaube an einen Generationenvertrag ist so absurd, dass man es kaum glauben mag. Wie konnte oder kann in Zukunft eine noch nicht geborene Generation einen Vertrag eingehen?
      Die Staatsgläubigen glauben trotzdem so einen Unsinn.
      Wer ein Kind in die Welt setzt, möge das tun. Er mag dem Kind bitte alle Liebe schenken. Aber er möge doch bitte das Kind nicht in einen Vertrag zwingen, den das Kind niemals unterschrieben hat. Auch keine fremden Kinder zwingen.
      Auch wenn man selbst in so einen Vertrag gezwungen wurde, sollte man doch zur Wahrnehmung dieses Unrechtes noch fähig sein.
      Ansonsten könnte mit derselben Logik argumentiert werden, Kinder wurden in der Vergangenheit geschlagen und sollen deshalb auch in Zukunft geschlagen werden.
      Rente, Anrechnung von was weiss ich, ist Ausbeutung der Kinder. Wer selbst für seine Rente spart braucht keine Zeiten anzurechnen. Er braucht nur zu sparen.
      Mir ist schon klar, das der Staat durch Steuern auf alles denkbare, einem soviel Geld stiehlt, das Sparen schwer ist. Trotzdem sollte die Wahrnehmung des Unrechts (Rente, Steuern) möglich sein.

      Die „Freiheit wurde hart erkämpft“. Das ist ein Irrtum. Ihr wurdet bestochen. Ihr zeigt mit Fingern auf jeden der bestechlich ist. Nur vor dem Spiegel wollt ihr das nicht wahrhaben.
      Der Staat ist Gehirnwäscher Nummer 1. Am Wahltag gebt ihr Staatsgläubigen Eure Stimme als Bestechungsgut ab. Ihr bestecht diejenigen die Euch bestechen. Die Zeche sollen andere bezahlen.
      Es geht nicht um Männer oder Frauen. Es geht um Unrecht. Egal an welchem Geschlecht.

  5. Nullte_Instanz sagt:

    Hallo Ulli,
    ich würde gerne auf ein paar Punkte von Deinem Kommentar eingehen.

    „Warum tut man sich noch so schwer mit Mütterförderung und dem Schaffen familienfreundlicher Arbeitsplätze?“

    Weil das zwar unglaublich leicht gesagt, -aber eben nicht so leicht umgesetzt werden kann. Was ist mit den Unternehmern die sich diese „spezial-“ Arbeitsplätze nicht leisten können (oder vielleicht auch nicht wollen)? Sollten sie gezwungen werden?
    Die Forderungen von Dritten an die Unternehmer ist ungerechtfertigt und unfair! Was ist denn mit denen die aus Wirtschaftlichen-, oder Persönlichen Gründen nicht können bzw. wollen?

    „Was aber endlich umgesetzt werden muss, ist die finanzielle Anerkennung der Erziehungsarbeit und der Pflege eigener Angehöriger.“

    Und auch hier stellt sich die Frage wer das Finanzieren soll? Und die Antwort sollte dabei nicht -der Staat- lauten… Denn der Staat kann nichts Finanzieren, er kann lediglich umverteilen. Das Geld muss er sich vorher von den Wertschöpfenden Menschen abzweigen, und wer nicht will wird gezwungen! Das sind leider immer die notwendigen Konsequenzen die hinter solchen Forderungen stehen, doch kein Zweck heiligt Zwang…

    „Es muss eingesehen werden , dass die Umsetzung der Rentenreform von 1957 die unendgeldlich gelieferten Leistungen der Mütter und Hausfrauen durch die Intervention von Adenauer entstellt haben.“

    Das Problem welches Du aufzählst ist „nur“ eines von unzähligen, egal welches man nun nimmt, sie haben fast immer dieselbe Ursache. Daher könnte der Satz auch anders Formuliert heißen, -„Es sollte eingesehen werden, dass die Umsetzung jeglicher Reformen und willkürlichen Gesetzte von Beginn an, die gesamte Menschheit durch die Androhungen von Herrschaftssystemen entstellt und unterdrückt hat.“

    „Auch diese Leistungen benötigen eine finanzielle Gegenleistung , die eine Existenz ohne Geldsorgen ermöglicht. Sonst verkommen wichtige zwischenmenschliche Beziehungen und Handlungen nur noch zu marktwirschaftlich beurteilten und fremdentlohnten Tätigkeiten.“

    Da diese beiden Sätze unmissverständlich sind möchte ich Dich an dieser Stelle fragen was nun mit den Menschen ist, die selber keine Kinder haben möchten oder eben erst gar keine bekommen können? Sollten diese Menschen ebenfalls zur Finanzierung ran gezogen werden? Und was ist wenn sie selber mal Alt und Pflege bedürftig sind, -sie haben ja keine Kinder die sie Pflegen könnten-, sollte man sie dann in ein Übererfülltes Heim stecken? Warum sollten diese Menschen Deiner Meinung nach nicht die Möglichkeit bekommen, für ihren Ruhestand selbst zu sorgen?

    Mir ist bewusst das es jetzt leicht gesagt ist, das diese Menschen halt Geld bei Seite schaffen sollen, aber das ist aufgrund der ganzen zusatzausgaben (wegen diesen Forderungen!), für viele schlicht unmöglich. Diese Arten von ungerechtfertigten Forderungen z.B. Geld für andere Familien aufzubringen, -ob für die Erziehung oder die Pflege- erscheint für einige zwar einen sozialen Zweck zu erfüllen, aber ist für die, die zur Finanzierung ran gezogen werden obwohl sie es sich eigentlich gar nicht leisten können, eine reine Katastrophe… Der Übergang vom Sozialismus in den Utilitarismus.

    „Die Freiheit des einen Geschlechts der Menschen darf nicht durch die Unfreiheit des anderen Geschlechts gewährleistet und hingenommen werden.“

    Was genau bedeutet das? Aus dem Kontext kann man auf eines der beiden Optionen schließen!

    „Die Freiheit des Mannes darf nicht durch die Unfreiheit der Frau gewährleistet und hingenommen werden.“ ?
    Oder
    „Die Freiheit der Frau darf nicht durch die Unfreiheit des Mannes gewährleistet und hingenommen werden.“ ?

    Gruß Phil

  6. Julia Morgenroth sagt:

    Hallo pat,

    „doch sie haben nur aus ihrer eigenen beschränkten sicht geschrieben. es gibt aber noch viele andere frauen, die ganz anderes erlebt haben und die nicht soviel glück bei der wahl ihrer ehemänner hatten, was verbindlichkeit angeht.“

    Es gibt öfter Menschen, die kein Glück hatten. Mit ihren Eltern nicht, mit ihrer Schule und den Lehrern nicht, mit der Berufswahl nicht, mit der Wohnortwahl nicht, mit dem Hauskauf nicht, mit der Partnerwahl nicht.
    Aber wen soll man dafür verantwortlich machen außer sich selbst?

    „reicht es nicht, dass wir von sämtlichen patriachaten abgewertet werden ?“

    Siehst Du, ich wurde eigentlich selten in meinem Leben von „Patriarchen“ abgewertet. Seit ich erwachsen bin gar nicht mehr. Aber von anderen Frauen werde ich dauernd abgewertet. Und das nervt mich.

    Wo ich dem Genderwahn erliege erschließt sich mir gar nicht, aber ich werde mir das Interview mit Dagmar Neubronner ansehen. Danke.
    Gruß von Julia

  7. Julia Morgenroth sagt:

    Hallo Ulli,

    „Wie kann man nur Karrierefrauen ohne Mann und mit und ohne Kind als Parasiten beschreiben?“

    Ich habe an keiner Stelle Karrierefrauen ohne Kind als Parasiten bezeichnet. Wenn eine Frau sich gegen Kinder entscheidet ist das allein ihre Angelegenheit und geht mich überhaupt nichts an. Ich habe nur dann ein Problem, wenn eine Frau sich FÜR Kinder entscheidet, den Vater aber außen vor läßt, dann UNS die Rechnung präsentiert und uns zusätzlich auch noch beschimpft.

    Zu Kindern gehören nun mal Vater und Mutter, weil sie eine kraft- und geldraubende Angelegenheit sind – bei aller Freude, die man natürlich auch mit ihnen hat. Sich ohne Unterstützung für das „Projekt Kind“ zu entscheiden ist verantwortungslos. Wir sind schon zu zweit häufig am Rand unserer Kräfte, ich wüßte nicht wie es allein funktionieren sollte.

    Selbstverständlich gibt es Unglücksfälle: Ein Elternteil hat einen Unfall oder stirbt oder ähnliches. Und ich bin auch grundsätzlich bereit Mütter oder Väter in einer solchen Notlage finanziell zu unterstützen. Ich will mich dafür aber nicht auch noch beschimpfen lassen, das ist der Punkt.

    Selbstverständlich kann auch eine andere Person als die Mutter die Betreuung eines Kindes übernehmen. Bei uns bin nun mal ich diejenige, die zu Hause bleibt, in anderen Familien ist es der Vater. Das ist eine Angelegenheit der jeweiligen Familie. Aber die Illusion: Eine Frau kann allein Karriere machen UND sich zusätzlich um ein Kind kümmern und braucht deshalb keinen Vater bleibt eine Illusion. Diese Frau läßt sich dann eben nicht vom Ehemann, sondern von anderen Menschen finanzieren, die ihr Geld eigentlich ganz gut selbst brauchen könnten. Letztlich lebt sie auf Kosten meiner Kinder, da sie unser Geld über das Instrument Staat beansprucht und das geht mir entschieden zu weit.

    Innerhalb des staatlichen Systems gebe ich Dir theoretisch recht, wer Kinder groß zieht sollte auch Rentenansprüche erwerben. Und das war von Wilfried Schreiber auch so vorgesehen. Allerdings lehne ich das Rentensystem komplett ab, denn meine Kinder haben nie eine Chance bekommen diesem sogenannten „Generationenvertrag“ zuzustimmen oder ihn abzulehnen.
    Wer Kinder hat wird eventuell später von ihnen versorgt, wenn es ihm nicht gelungen ist selbst genug zu sparen. Wer keine Kinder hat hat mehr Zeit vorzusorgen und kann sein Alter besser absichern. Ich sehe nicht was der Staat oder ein staatliches Rentensystem in dieser Angelegenheit verloren hat.

    Was die Arbeitsplätze angeht, die sich mit Kinderbetreuung vereinbaren lassen wurde eigentlich alles schon geschrieben. Ich würde als Unternehmer auch keine Mutter eines Kleinkindes einstellen. Selbstverständlich ist eine Mutter oder ein Vater, der für ein Kleinkind verantwortlich ist weniger belastbar und wird sich weniger für den Betrieb engagieren können als jemand ohne Kind, das ist vollkommen offensichtlich. Aus diesem Grund ist ja das Konzept Partnerschaft oder Ehe so sinnvoll: Da man mit Kleinkind nun mal nicht so flexibel und belastbar ist wie ohne hat man einen Partner und im besten Fall auch noch Großeltern, die einen unterstützen. Es ist nicht die Aufgabe des Arbeitgebers einen familienfreundlichen Arbeitsplatz zu schaffen (es sei denn er ist der Vater des Kindes).

    Wie man es auch dreht und wendet: Zu einem Kind gehören nun mal Vater UND Mutter. Beide haben ihre Aufgaben. Deshalb sollte man seinen Partner, mit dem man Kinder in die Welt setzt sehr sorgfältig auswählen, denn „den Staat“ oder „die Gesellschaft“ kann man für die Finanzierung seines Kinderwunsches nun mal nicht heranziehen.

    Grüße von Julia

  8. Nullte_Instanz sagt:

    Hallo Julia,
    eine kurze Anmerkung zu Deinem letzten Satz.

    „Deshalb sollte man seinen Partner, mit dem man Kinder in die Welt setzt sehr sorgfältig auswählen, denn “den Staat” oder “die Gesellschaft” kann man für die Finanzierung seines Kinderwunsches nun mal nicht heranziehen.“

    Leider KANN man die Gesellschaft für die Finanzierung schon heranziehen… Deshalb wäre das Wort -sollte- etwas treffender gewählt. Es ist aber nichtsdestotrotz verständlich, worauf Du hinaus wolltest, und damit hast Du vollkommen Recht!

    Einer der Gründe für die „unüberlegte“ Partnerwahl wird wohl im Zusammenhang mit der Staatlichen Absicherung stehen… Und somit wiederholt sich das Ganze dann, eine abwärtsspirale halt…

    Gruß Phil

    • Julia Morgenroth sagt:

      Ja stimmt. Kinder sind Privatvergnügen und die zwei, die welche in die Welt setzen sollten sich das auch leisten können.
      Danke und Gruß zurück. Julia

  9. Julia Morgenroth sagt:

    Ergänzung:
    Ich habe mir gerade das Gespräch zwischen Dagmar Neubronner und Michael Friedrich Vogt angeschaut. Vielen Dank für den Tip. Ich stimme Dagmar Neubronner in jedem Punkt zu und sehe keinerlei Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe. Selbst in die Falle „Bedingungsloses Grundeinkommen“ ganz am Schluß ist sie nicht getappt, Herr Vogt scheint sich da nicht eindeutig zu distanzieren. Ich halte nichts von den Lösungsansätzen, die Andreas Popp formuliert.
    Geld ist etwas Großartiges. Es ermöglicht Arbeitsleistung zu konservieren und für später aufzuheben, also zu sparen.
    Geld in der Hand des Staates – ein erzwungenes staatliches Papiergeldsystem – wird zum Fluch. Der Staat enteignet die erbrachte Arbeitsleistung und gibt mir im Austausch wertlose bunte Zettel. DA liegt der Hund begraben und nicht im Zinssystem selbst. Warum wird das so selten thematisiert?
    Und da der Staat immer gieriger wird und immer mehr Menschen versklaven will sind ihm logischerweise Familien, die für sich selbst wirtschaften ein Dorn im Auge. Der Staat will das Großziehen der Kinder selbst übernehmen und zwar so billig wie möglich, es sollen so viele Kinder wie möglich auf so wenig Platz wie möglich zusammen gepfercht werden. Und finanzieren sollen das sie Mütter und Väter dieser Kinder. Warum spielen die Eltern da mit? Warum ziehen sie die Kinder nicht einfach selbst groß? Das ist die Frage, die mich beschäftigt.
    Gruß von Julia

    • pat sagt:

      hallo julia,
      schön, dass du dir das interview angesehen hast. was mich eigentlich kratzbürstig gemacht hat , war, dass deine art und weise wie du das thema anhand, des in der faz erschienen artikels, aufgezogen hast:nämlich extrem aggressiv gegen deine weiblichen mitwesen ausformuliert. man kann das alles auch anders rüberbringen – siehe dagmar – sachlich, ursächlich und aus verschiedenen blickwinkeln und wirkungsebenen.

      deinen ärger kann ich verstehen – es ging mir ja auch lange so. ich hab mich wahnsinnig unter druck gefühlt, von allen seiten, dass ich mich dafür entschieden hatte zu hause zu bleiben bei den kindern. die ersten sieben jahre sah auch alles rosig aus, bis mir dann ungeheuerliche familiäre, sich über generationen wiederholende, wollen wir sagen von abstrusen bis hin zu krankhaften verhaltensmustern auffielen. und nicht nur bei mir, in meinem familiensystem, sondern in allen anderen familien um mich herum ebenso. ich will hier jetzt nicht unnötig ausholen, denn das drama spielt sich überall täglich ab. jedenfalls begriff ich irgendwann, nachdem ich viel zeit hatte, mich in die komplexe materie, von mentalitäts-, familien-, gesellschaftsentwicklung, traumaforschung, psychische erkrankungen aller art, politik und geschichte verschiedenster länder ( ich durfte als kind und jugendliche weit über den europäischen tellerrand hinausschauen, weil meine eltern gern verschiedene steuervieh-weiden ausprobiert hatten) reingefuchst hatte, dass die realität in wirklichkeit gaaaaaaaanz anders ist. meine kinder sind schon fast erwachsen und ich bin stolz auf mich, wenn ich sie ansehe, weil ich ihnen das allerwichtigste mitgeben konnte : das urvertrauen, was in den ersten 3 jahren entwickelt wird (und ich hatte das nicht. meine kindheit war eine aneinandereihung von katastrophen). doch der preis den ICH dafür bezahlen musste,für´s zu-hause-bleiben und mich wirtschaftlich in die totale abhängigkeit zu meinem exmann zu begeben, war definitiv zu hoch. so hoch, so hoch dass ich bereue kinder bekommen zu haben. ich kann auch keiner jungen frau empfehlen dies in den heutigen zeiten noch zu tun. es grenzt schon fast an wahnsinn, egoismuss, dekadenz und einer schier grenzenlosen ignorranz und verantwortungslosigkeit gegenüber diesen zarten wesen, die kinder sind (und die wir auch mal waren). unsere westliche sogenannte hochentwickelte und zivilisierte welt ist in wirklichkeit zutiefst narzistisch gestört. dennoch bin ich sehr optimistisch, dass unser kollektives bewusstsein durchaus in der lage ist, wieder eine andere richtung einzuschlagen. das geht durch das aufgeben des widerstandes, der in uns allen systematisch gesäht wird. wir sollten einfach aufhören gegeneinander zu reden ( polaritäten aufzubauen (verstandebene))sondern miteinander gemeinsamkeiten finden (herzebene), um synergien zu bilden. ich verurteile keine frauen, ganz gleich aus was für gründen sie sich für familie, familie und kind, mit oder ohne mann entscheidet. ein freund von mir pflegt immer zu sagen : jedem tierchen sein plaisirchen und gottes tiergarten ist groß. vor 15 jahren hätte dein aufsatz auch aus meiner feder stammen können. ich will damit sagen: die zeiten ändern sich und somit auch die sichtweisen, je nach dem, wie sich die einsicht in das große ganze entwickelt. wir sollten alle viel geduld und achtsamkeit miteinander aufbringen. niemand kann sich eigentlich ein urteil darüber erlauben wo ein anderer in seiner intellektuellen, spirituellen, oder weltlichen entwicklung gerade steht. oder? auch das ist voluntarismus, glaub ich zumindest.

      nun sieht man in dem, was ich geschrieben habe auch widersprüche. und genau darum gehts: die geschehnisse nicht schwarz/weiß zu betrachten und dann als gut oder schlecht zu beurteilen, sondern das sowohl-als-auch gelten zu lassen.

      herzlichst

      pat

      • Nullte_Instanz sagt:

        „…es grenzt schon fast an wahnsinn, egoismuss, dekadenz und einer schier grenzenlosen ignorranz und verantwortungslosigkeit gegenüber diesen zarten wesen, die kinder sind (und die wir auch mal waren). unsere westliche sogenannte hochentwickelte und zivilisierte welt ist in wirklichkeit zutiefst narzistisch gestört.“

        In dem Punkt gebe ich Dir vollkommen Recht, das ist leider eine traurige Tatsache. Und das Du diese „negativen“ Erfahrungen machen musstest (besagten hohen Preis bezahlen), ist natürlich bedauerlich. Es sollte aber nicht Anlass genug sein, um in Kollektivistische Denkschemen zu verfallen!

        „dennoch bin ich sehr optimistisch, dass unser kollektives bewusstsein durchaus in der lage ist, wieder eine andere richtung einzuschlagen. das geht durch das aufgeben des widerstandes, der in uns allen systematisch gesäht wird.“

        Durch das aufgeben des Widerstandes… Die Verleugnung des ICHS!
        Niemand ist niemandem gegenüber zu irgendetwas verpflichtet (Ausnahme, -Eltern gegenüber ihren Kindern)! Der Wiederstand gegen den von Herrschaftssystemen (bei uns momentan die Demokratie) auferlegten Kollektivismus, ist ein völlig rationales Verhalten und zeugt von gesundem Menschenverstand. Das einzige was daher „systematisch gesät“ wird, ist die daraus resultierende Unfreiheit -mangels Alternativen.
        Es geht sich um den Punkt der Freiwilligen Kooperationen, -eine Gesellschaft die auf Zwang aufgebaut ist, hat keinen Wert…

        „wir sollten einfach aufhören gegeneinander zu reden ( polaritäten aufzubauen (verstandebene))sondern miteinander gemeinsamkeiten finden (herzebene), um synergien zu bilden.“

        Wenn das ein Resultat aus Freiwilligen Kooperationen ist, dann ist das ein Punkt an dem man ansetzten kann. Wenn aber die momentan „beste Lösung“ durch den Demokratischen Kollektivismus (die Mehrheit), jedem einzelnen Individuum auf erzwungen wird, dann ist das mit „Moral“ unvereinbar. Daher sollten wir zuerst einmal damit aufhören, unser Unvermögen, unsere Unzulänglichkeit, unsere Probleme oder gar unsere Wünsche und Forderungen, -anderen aufzuerlegen. Und damit einhergehend das Wahlprozedere alle 4 Jahre zu unterstützen, fördert und schaffte eigentlich erst all diese Probleme, eine abwärtsspirale halt…
        Und wieder, -eine Gesellschaft die auf solche Denkmuster gestützt und aufgebaut ist, hat keinen Wert!

        Gruß Phil

  10. Julia Morgenroth sagt:

    Hallo pat,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich stimme Dir eigentlich in fast allen Punkten zu, nur in einem nicht:
    „ich verurteile keine frauen, ganz gleich aus was für gründen sie sich für familie, familie und kind, mit oder ohne mann entscheidet.“

    Ich will auch niemanden verurteilen, aber ich kritisiere Blauäugigkeit und Berechnung, wenn eine Frau sich ihren Kinderwunsch erfüllt ohne eine Vorstellung davon zu haben wie das finanziell funktionieren soll und dann dem Steuerzahler die Rechnung präsentiert.
    Wer schon in jungen Jahren ein Vermögen erwirtschaftet oder geerbt hat oder wer noch bei den Eltern wohnt und auf deren Unterstützung zählen kann kann natürlich Kinder bekommen ohne sich lang und breit mit dem Vater auseinander zu setzen. Vielleicht gibt es auch andere Ideen, vielleicht kann man den Traum vom Kind per Crowdfunding finanzieren, wer weiß. Es gibt sicher Menschen, die mit ihrem Geld Alleinerziehende unterstützen würden. Ich persönlich finde die Rolle des Vaters wichtig und wollte keine Kinder ohne Mann groß ziehen, aber das muß nicht jede/r so sehen.
    Es ist allerdings moralisch nicht zu rechtfertigen andere zu zwingen den eigenen Kinderwunsch zu finanzieren und sie so daran zu hindern den eigenen Lebenstraum zu verwirklichen. Vielleicht wollen andere mit ihrem Geld für´s Alter vorsorgen oder eine Weltreise machen oder ein schickes Auto kaufen oder wie in unserem Fall eigene Kinder groß ziehen. Und das geht dann nicht, weil man über Steuern zu viel Geld für die Kinder fremder Menschen ausgeben muß.

    Versteh mich bitte nicht falsch, es tut mir sehr leid, daß Deine Beziehung gescheitert ist. Das kann passieren, dieses Risiko besteht immer, auch bei uns. Gerade deshalb finde ich das Konzept „Ehe“ durchaus sinnvoll. Ein Ehevertrag ist für mich nicht primär das Versprechen den anderen zu lieben und zu ehren „bis das der Tod uns scheidet“ (ist natürlich eine hilfreiche Voraussetzung), sondern vor allem ein Vertrag, der die Versorgung der gemeinsamen Kinder regelt, auch im Fall des Scheiterns der Beziehung. Man kann für dieses Scheitern nicht die ganze Gesellschaft verantwortlich machen, es ist erst mal eine Angelegenheit zwischen den beiden Beziehungspartnern. Wenn ich mit jemandem eine Firma gründe und wir stellen plötzlich unüberbrückbare Differenzen fest kann ich auch nicht die Gesellschaft dafür haftbar machen, sondern muß die Firma zusamen mit meinem Kompagnon verantwortungsvoll abwickeln.

    Natürlich hast Du recht, im Moment kann man jungen Frauen und jungen Männern eigentlich nur vom Kinder kriegen abraten. Man muß das in einem kinderfeindlichen Land wie es Deutschland nun mal ist wirklich wollen und braucht dann einen sehr langen Atem, um das Projekt auch durchzustehen. Auch der staatliche Ehevertrag ist ein wertloser Wisch und hilft weder Frauen noch Männern noch Kindern. Deshalb bin ich unbedingt für Eigenverantwortung. Man muß die Regeln für die Beziehung und die Versorgung der Kinder mit seinem Partner ausmachen, kann sie eventuell von einem Notar beglaubigen lassen, von mir aus auch von einer Kirche absegnen lassen, aber der Staat hat darin nichts zu suchen.

    Zu meinem von Dir als aggressiv empfundenen Ton kann ich nur sagen: Ja, ich habe Klartext geschrieben. Und das ist nicht nur die Reaktion auf die Kommentare in der FAZ, sondern die Reaktion auf jahrelange Herabsetzungen und Beleidigungen, die ich mir als Vollzeit- Hausfrau anhören mußte. Da hat sich viel Wut und Frust angestaut und es hat bis jetzt gedauert das formulieren zu können ohne ausfällig zu werden. Ich bin gestern und heute noch auf zwei Artikel gestoßen zu denen teilweise in sehr viel rauherem Ton kommentiert wird. Ich hänge die Links an falls es Dich interessiert.

    Dir und Deinen Kindern wünsche ich alles Gute. Herzliche Grüße von Julia

    http://www.welt.de/wirtschaft/article125636512/Wenn-der-Vater-selbst-am-Existenzminimum-krebst.html

    http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2014-03/familienpolitik-alleinerziehende-benachteiligung

  11. Andreas Hinz sagt:

    Danke für diese ausführliche, anschauliche und sehr verständliche Auflistung der Fakten und Zusammenhänge. Besonders gefallen mir die Ausführungen zur sozialen Kompetenz der Kinder, die nicht in die Kita gehen. Die Argumente bestätigen das Gefühl, dass ich schon lange zu diesem Thema hatte.

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