von Roberto Solano

Was ist der freie Markt ?

Man nennt den freien Markt auch Marktwirtschaft, ganz akademisch wird der freie Markt als ökonomisches System bezeichnet. Planung und Koordination der Wirtschaftsprozesse erfolgen dezentral, heißt es auf Wikipedia. Marktwirtschaft wird in der ökonomischen Theorie als ein selbstregulierendes und selbst optimierendes System, unter der angenommenen Voraussetzung einer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Wirtschaftssubjekte, aufgefasst.

Hört sich gut an und weiter unten heißt es dann ernüchternd: Reale Märkte weichen allerdings teils erheblich von dieser idealisierten Modellvorstellung ab.

Eine idealisierte Welt, dieser freie Markt … unrealistisch also!!!

Doch freier Markt ist nichts anderes als freies Individuum. Also freier Markt bedeutet freies Individuum und regulierter Markt bedeutet reguliertes Individuum.

Die Marktwirtschaft meint also eine Gesellschaftsform freier Individuen ohne ein staatliches Gewaltmonopol. In einer Marktwirtschaft kann es natürlich verschiedenste Subkulturen und Organisationsstrukturen geben, die aber nur für die Individuen gelten, die bei diesen Strukturen freiwillig teilnehmen. Wie z.B. bei Vereinen oder anderen freiwilligen Gruppen mit Ihren Satzungen und Regeln. Ansonsten wäre es ja kein freier Markt, sondern ein gezwungener. Steuern stehen also im Widerspruch zum freien Markt. Doch kann es Institutionen und staatsähnliche Strukturen auch in einem freien Markt geben, jedoch müssen sich diese Institutionen über freiwillige Spenden ihrer freiwilligen Mitglieder finanzieren, d.h. sie müssen Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die so gut sind, dass sie freiwillige Abnehmer oder Spender finden. Eine völlig andere Art von staatlichen Institutionen also. Unvorstellbar und abwegig?

Fassen wir zusammen:

Freier Markt oder Marktwirtschaft ist gegeben,

1. – …. wenn freie individuelle Produktion und freier Wettbewerb besteht
2. – …. wenn keine staatlichen Kontrollen oder Marktregulierungen bestehen
3. – …. wenn alle bestehenden Institutionen sich ausschließlich aus freiwilligen Beiträgen finanzieren.
4. – …. wenn alle Individuen Wahlfreiheit hinsichtlich Konsum, Berufstätigkeit, Sparen und Investieren haben (wenn also völlig freie Preisbildung, Gewerbefreiheit, Vertragsfreiheit und Konsumfreiheit besteht).

Was???? Keine Steuern oder Zwangsabgaben???? Völlig unrealistisch und weltfremd!! Ja aber dann gäbe es ja überhaupt keinen Staat, denn wer würde freiwillig Steuern bezahlen? Das bedeutet, dass jeder nach seinen Vorstellungen wirtschaften kann? Oh mein Gott, ist das naiv!! Und außerdem ist es schrecklich!!! Das ist Sozialdarwinismus!!! Das bedeutet Chaos!!! Mord und Totschlag stehen uns bevor bei solchen Verhältnissen!!!

Diese Furcht vor dem freien Markt sitzt so tief, dass sich eine riesengroße Mehrheit lieber mit kollektivistischen Zwangsmodellen wie dem Sozialismus, Korporatismus oder Despotismus arrangieren, obwohl all diese Modelle bisher immer zu Tyrannei, Krisen, Armut und Kriegen geführt haben und führen. Neuerdings versucht man uns diese kollektivistischen Modelle in Form von parlamentarischer Demokratie und sozialer Marktwirtschaft aufzuschwatzen, oder uns mit staatlichen Wohlfahrtsprogrammen und Wahlen zu bestechen und zu kaufen. Aber genau betrachtet, sind auch diese schönen Floskeln nichts anderes als kollektivistische Zwangsmodelle, denn all diese schönen Modelle finanzieren sich aus Zwangsabgaben und Steuereinnahmen, also erpresstem Geld und das Individuum wird von einem staatlichen Gewaltmonopol zur Mitgliedschaft gezwungen.

Woher kommt diese Angst vor dem freien Markt oder besser gesagt vor dem freien Individuum?
Ist das Individuum von Geburt an so böse und gefährlich, dass man es nicht in Freiheit leben lassen kann, sondern es herumkommandieren und regulieren muss? Es heißt, man muss es dressieren, bilden und kontrollieren sonst … ja, was sonst eigentlich?

Eins sollten wir hier festhalten. Der freie Markt bzw. das freie Individuum hat noch nie zuvor existiert in der Geschichte, es gab immer nur mehr oder weniger Freiheit. Selbst in sehr archaischen Gesellschaften, bei primitivsten Völkern, in der Wiege der Menschheit sozusagen, waren das Leben und Handeln des Individuums immer reglementiert vom Kollektiv, Stammeshäuptling oder religiösen Führer. Der freie Markt ist also tatsächlich eine Utopie und hat in seiner reinen Form noch nie existiert. Der freie Markt oder das freie Individuum wären also ein neuer Evolutionsschritt unserer Spezies in Richtung Zivilisation. Aber Freiheit ist immer verbunden mit dem Risiko der Selbstverantwortung. Lohnt sich dieses Risiko? Was hätten wir zu verlieren?

Von Intellektuellen hören wir: Ohne einen regulierenden Staatsapparat hätten wir keine Straßen, keine Schulen, keine Kindergärten, keine Verteidigung, keine Sicherheit, keine Versorgung für Mittellose und Bedürftige und so vieles andere nicht. All diese wichtigen Dinge können sich nicht in freier Kommunikation auf einem freien Markt entwickeln. Solidarität und Nächstenliebe müssen uns von einem Gewaltmonopol eingeprügelt werden, sonst hätten wir überhaupt keine Kultur! Wir wären nur eine Ansammlung aus Kreaturen, die sich in erbitterter Konkurrenz einen erbarmungslosen Kampf um Leben und Tod liefern, bei dem nur der Stärkere und Rücksichtslosere gewinnt. Wir würden uns sehr schnell zu einem asozialen Pack entwickeln. Ein staatliches Gewaltmonopol ist nötig, um nicht vollständig in Barbarei zu versinken. Ein staatliches Gewaltmonopol ist nötig, um uns zu schützen vor Ungerechtigkeit und Gewalt. Außerdem müsste sich dann eine riesige Zahl von Funktionären, Bürokraten und Intellektuellen neue Arbeit suchen. Arbeitslosigkeit also!! Wollt Ihr das?

Selbst heute mit all den unglaublichen Informationsmöglichkeiten des dezentralen Internets wird immer noch von fast allen alternativen Medien gebetsmühlenartig für einen Staat mit Gewaltmonopol geworben, der sich über Zwangsabgaben, also Steuern, finanziert. Mal mehr Regulierung, mal weniger Regulierung. Es heißt dort, wir bräuchten lediglich andere Politiker und wir bräuchten einen besseren Bürger, der Bürger habe Pflichten, er müsse dabei sein, er müsse teilnehmen an der Politik, mal müsse er auf die Straße, mal müsse er runter von der Straße, dann würde alles besser werden. Neue Parteien kommen und gehen, neue Gesichter, neue Parolen und vor allen Dingen neue Steuern sollen uns beglücken. Und Steuern bleiben der wesentliche Zweck jeder Politik.

Obwohl die größten Verbrechen und Massaker in der Menschheitsgeschichte von Steuergeldern finanziert wurden und werden, werden Intellektuelle nicht müde, uns einen Staat, der durch Steuereinnahmen finanziert werden muss, als absolut erforderlich verkaufen zu wollen. Alle entwerfen neue staatliche Modelle, wie es besser funktionieren könnte. Tolle Namen werden kreiert : Soziale Marktwirtschaft, Demokratische Republik, soziale Gleichheit, Plan B, Plan XY etc. Basierend natürlich auf Steuern, die durch Androhung von nackter Gewalt eingetrieben werden von einem staatlichen Gewaltmonopol, verbunden mit einer Zwangsmitgliedschaft beim Staat. Davon redet man natürlich nicht. Man muss also unbedingt mitmachen bei all diesen Programmen, freiwillig funktionieren diese Programme alle nicht. Wir brauchen Zwang und Gewalt, da sind sich fast alle Intellektuellen einig.
Steuern und Gewaltmonopol stehen jedoch in krassem Widerspruch zu einer freien Gesellschaft und jeder, der für Steuern und ein Gewaltmonopol eintritt, handelt gegen eine freiheitliche Gesellschaft. Es ist ok, gegen eine freiheitliche Gesellschaft zu sein, nur sollten diese Leute wenigstens ehrlich sein und aufhören, Gewalt und Zwang als Freiheit zu verkaufen. Sie sollten so ehrlich sein und sich klar zu Gewalt und Zwang bekennen. Da aber immer noch jeder normale Mensch gegen Gewalt und Zwang ist, schweigen Politiker und Intellektuelle über das Maß an Zwang und Gewalt, das nötig ist, um ihre Pläne zu realisieren.

Wir können also 3 entscheidende Kennzeichen hervorheben und sollten bei der Beurteilung von gesellschaftlichen Modellen immer bei diesen 3 wichtigsten Fragen beginnen.

1. Finanzieren sich diese neuen politischen Modelle aus Zwangsabgaben, also Steuergeldern?

2. Gibt es ein legales Gewaltmonopol?

4. Gibt es eine Zwangsmitgliedschaft?

Untersuchen wir alle politischen Modelle auf diese 3 wichtigsten Merkmale, so werden uns Politiker niemals mehr täuschen können. Wenn es um Politik geht, sollten wir unsere Sinne und unser Bewusstsein auf diese Punkte richten. Wir können jedem politischen Modell einen Gewalt-Index zuteilen, indem wir abschätzen, wieviel Gewalt und Zwang nötig sind, um das jeweilige politische Modell durchzusetzen.

Es gibt nur ein Modell, das nicht auf Zwang und Gewalt basiert und jedem nach seiner Vorstellung leben lässt, und das ist der freie Markt.

Die Zukunft.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

 

Videoempfehlung:

 

 

50 Responses to Angst vor dem freien Markt? – Angst vor dem freien Mensch?

  1. Chris sagt:

    „freier Markt ist nichts anderes als freies Individuum“

    Das trifft nicht vollständig zu, denke ich. Der freie Markt ist in der Lage die Bedürfnisse der Menschen so umfassend wie nur möglich zu befriedigen. Dies kann so umfassend und so wirtschaftlich zugleich keine Planwirtschaft leisten. Aber ist ein freies Individuum das gleiche wie ein befriedigter Konsument?

    Die Konsumbedürfnisse der Menschen decken sich nicht mit ihren Fähigkeiten. Ein freies Individuum könnte seine eigenen Anlagen verwirklichen. Aber die Freiheit des Marktes entspricht nicht der Freiheit des Individuums, denn das, was nachgefragt wird, entspricht nicht per se den Fähigkeiten der Menschen. Die Menschen passen in einem Markt ihre Fähigkeiten den Erfordernissen des Marktes an, d.h. sie orientieren ihre Freiheit an den Bedürfnissen des Marktes, d.h. der Summe ihrer eigenen Konsumwünsche. Das Marktgleichgewicht, das hergestellt wird, wird durch den Markt hergestellt.

    Wer mit seinen Fähigkeiten nicht den Markterfordernissen entspricht, kann sich am Marktgeschehen damit nicht beteiligen. Er kann dann immer noch sehen, ob er über weitere Fähigkeiten verfügt, die am Markt benötigt werden. Der Vorteil ist immer noch, dass es in der eingeschränkten Freiheit des Individuums liegt, ob er etwas tun möchte, was ihm eigentlich nicht so liegt. Diese Freiheit hat er.

    So würde ich die Freiheit des Individuums in einem freien Markt realistisch beschreiben. Der Markt ist keine Wunscherfüllungsmaschine, sondern arbeitet nach seinen eigenen Gesetzen, die eben nicht identisch mit den Vorstellungen der Menschen von einem freien Leben sind. Das klingt jetzt zwar nicht so marktbegeistert, aber der Eindruck trügt. Ich weiß zumindest nicht, welches System besser funktionieren würde.

  2. Chris sagt:

    „freier Markt bedeutet freies Individuum“ Das eben leider nicht. Wenn der Markt bestimmt, was ich tue, dann bin ich nicht mehr frei. Dann tue ich auch nicht das, was ich am besten kann, sondern nur das, was den Anforderungen des Marktes entspricht. Dies ist allerdings immer noch besser, als wenn ich das tun muss, was der Staat mir gebietet. Auf dem Markt habe ich immer noch eine gewisse Entscheidungsfreiheit, auch wenn die Freiheit des Marktes eben leider nicht mit der Freiheit der Menschen, d.h. der Entfaltung ihrer besonderen Fähigkeiten identisch ist. Aber die Menschen können sich freiwillig zusammen schließen und die Unzulänglichkeiten des Marktes ausbügeln.

    Soziale Marktwirtschaft – so wie ich sie verstehe – ist aber keine echte Alternative, weil sie nicht auf Freiwilligkeit, sondern auf staatlichen Zwang setzt. Auch wenn soziale Marktwirtschaft sicher mehr Freiheit bietet als die Herrschaft einer sozialistischen Bürokratie.

    • zap sagt:

      Es kommt darauf an was das Individuum aus seiner Freiheit macht. Der Markt bestimmt gar nichts, denn er ist keine Person oder Gruppe, sondern der Markt ist nur die Summe der Handlungen der einzelnen Individuen und den daraus resultierenden Konsequenzen. Die Freiheit des Individuums bedeutet nicht, dass dadurch Bedürfnisse und Konsum befriedigt werden, das hat damit gar nichts zu tun. Freiheit bedeutet in erster Linie, dass jeder die Verantwortung für seine Handlungen selbst trägt und selbst bestimmt wie er leben möchte. Ob dann Erfolg und Glück daraus resultiert, liegt an jedem selbst und auch an den Umständen. Z.B lebst du auf einer einsamen Insel und es ist plötzlich furchtbar kalt. Du musst dir keine Kleidung besorgen wenn du nicht willst, aber wenn du es warm haben willst musst du dir Kleidung besorgen oder das Problem anders lösen, sonst wirst du frieren in mitten deiner Freiheit.
      Oder würdest du sagen, dass du dadurch nicht frei bist, weil es kalt ist und du dir deshalb warme Kleidung besorgen musst ?

  3. Chris sagt:

    Wenn mir kalt ist und ich dies nicht akzeptiere, muss ich für Wärme sorgen. Ich könnte es aber auch ignorieren und frieren. Im Beispiel einsame Insel entfällt die Alternative, dass ich in wärmere Regionen ziehe. So würde sich also meine Freiheit gestalten.

    „der Markt ist nur die Summe der Handlungen der einzelnen Individuen“ Welche Handlungen gehen in den Markt ein? Es ist einmal die Nachfrage der Menchen nach Gütern oder Dienstleistungen (im Beispiel wäre das Kleidung) und auf der anderen Seite das Angebot an Gütern (die Produktionsseite). Nun kann zwar durch Werbung eine Menge Einfluss am Markt gewonnen werden, aber die Menschen werden mMn nicht willenlos durch Werbung gesteuert.

    Der Markt bietet Dinge an, die sich an den Kaufinteressen der Menschen orientieren. Es ist die Nachfrage nach diesen Dingen, die dem Markt seine entscheidende Prägung gibt. Im Sommer verkauft sich bei uns Winterkleidung nicht so gut wie im Winter. Nun müssen aber die Güter und Dienstleistungen, die nachgefragt werden, auch bereit gestellt werden.

    Aus welchem Grund sollte eine Übereinstimmung zwischen den menschlichen Wünschen (Nachfrage) und den menschlichen Fähigkeiten (Angebot) bestehen? Sie besteht dann, wenn sie über den Markt nach dessen Maßgaben auch gegen den Willen der Menschen hergestellt wird. Wenn Nachfrage nach Winterschuhen besteht, dann wird es Leute geben, die diese Nachfrage befriedigen werden. Es werden auch Innovationen geschaffen, die am Markt getestet werden, um neue Nachfragepotentiale auszuloten. Deshalb ist der Markt ein so hervorragendes Instrument der Befriedigung von Wünschen und der Innovation. Nur die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten nach eigenen Vorstellungen, entspricht nicht notwendig den Anforderungen des Marktes, die durch unsere Konsumwünsche bestimmt werden.

    Wenn Nachfrage nach Winterkleidung besteht und ich ein unpraktischer Mensch bin, der auch keinen Sinn für’s Geschäft hat, sondern z.B. ein guter Fußballer, dann habe ich keine Qualifikation für das Geschäft Winterkleidung. Ich könnte dann natürlich trotzdem versuchen, irgendeinen Beitrag zur Schuhproduktion zu leisten. Aber dies würde meinen Veranlagungen nicht gerecht. Wenn ich trotzdem in der Schuhindustrie arbeite, dann hätte ich mich den Anforderungen des Marktes angepasst. Das ist per se nichts Schlimmes, aber es zeigt doch die Differenz zwischen der Freiheit des Marktes und meiner Freiheit als Mensch, das zu tun, was mir liegt.

    Wir kommen an einem freien Markt nicht vorbei. Aber die menschliche Freiheit ist etwas anderes als der freie Markt. Es besteht keine direkte Übereinstimmung zwischen beiden.

    • Volker sagt:

      Um bei Deinem Fussballer Beispiel zu bleiben.
      Wenn Du zb als Fussballer dies aus tiefstem Herzen bist und dies Deinem Talent wirklich entspricht, wirst Du höchstwahrscheinlich so gut darin sein, dass jemand freiwillig bereit ist Dich zb als Werbeinstrument für sein Produkt einzusetzen, welches Dich dann in die Lage versetzt durch Deine Leistung dem frieren Einhalt zu gebieten.

      Es gibt für alles einen Markt.
      Die Herausforderung besteht nur darin das sich Anbieter und Abnehmer möglichst effektiv finden können.

  4. Chris sagt:

    „Wenn Du zb als Fussballer dies aus tiefstem Herzen bist und dies Deinem Talent wirklich entspricht, wirst Du höchstwahrscheinlich so gut darin sein, dass jemand freiwillig bereit ist Dich zb als Werbeinstrument für sein Produkt einzusetzen, welches Dich dann in die Lage versetzt durch Deine Leistung dem frieren Einhalt zu gebieten.“
    Das ist eine schöne Idee. Sie steht und fällt allerdings mit der Popularität, die ich als Fußballer genieße. Es gibt eine Menge Leute, die guten Fußball spielen können. Aber die wenigsten unter ihnen schaffen es, daraus einen Lebensunterhalt zu generieren. So geht es auch vielen Leuten mit anderen Interessen, die sie gern frei entfalten würden, die aber nicht zum Zuge kommen, weil der Markt es einfach nicht hergibt. Heute kannst du z.B. als Dichter zwar deine Gedichtbändchen on demand anfertigen. Aber nur die wenigsten schaffen es, davon zu existieren. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits aber kaum änderbar, außer man findet einen Mäzen.

    Ich will hier gar keine Anklage gegen den „bösen Kapitalismus“ führen, sondern lediglich darlegen, dass die Freiheit des Marktes Einfluss nimmt auf die menschliche Freiheit, weil diese nicht deckungsgleich sind. Dies kommt mMn daher, dass es eine Differenz gibt zwischen den menschlichen Wünschen nach Gütern und Dienstleistungen und den menschlichen Anlagen und Fähigkeiten.

    • Nino sagt:

      Was ist denn deine Definition von “menschlicher Freiheit“?

      Die meisten hier, teilen die Einstellung, dass Freiheit einfach nur die Abwesenheit von Gewalt und Zwang von anderen Menschen (NAP) darstellt.

      Das bedeutet, dass man die Freiheit hat, alle Dinge tun zu DÜRFEN, die keinen anderen schädigen.

      Nicht aber, dass man auch alle Dinge tun KANN (aus praktischen Erwägungen).

      Bsp:
      Wenn ich es als meine Freiheit (und Erfüllung ansehe), den ganzen Tag auf der Couch rumzuliegen, DARF ich dass natürlich tun.
      Da mir aber dafür niemand etwas bezahlen würde (praktisches Problem), bin ich somit “gezwungen“, meine Leidenschaft aufzugeben, wenn ich weiter leben möchte(Geld verdienen um zu essen usw.).

      Dies Bsp ist vom Prinzip identisch zu dem Fußballer/Schuverkäufer Bsp.

      Hier findet keine Freiheitseinschränkung statt.

  5. Chris sagt:

    „Die meisten hier, teilen die Einstellung, dass Freiheit einfach nur die Abwesenheit von Gewalt und Zwang von anderen Menschen (NAP) darstellt.“

    Das ist auch richtig so. Die Abwesenheit von Gewalt ist eine wichtige Voraussetzung, damit menschliche Freiheit sich entfalten kann. Aber mit der Feststellung, dass Gewalt abwesend ist, ist noch nicht Freiheit bestimmt. Man muss auch gar nicht sagen, dass dies und jenes Freiheit ist, sondern man kann es beim Individuum belassen. Ich sehe Freiheit daher einfach als die freie Entfaltung der je individuellen Fähigkeiten. Eine Gesellschaft, in der sich die Menschen – ohne Gewalt – frei entfalten können, ist für mich eine freie Gesellschaft. In einer Marktwirtschaft komme ich dem schon ziemlich nahe, aber eben mit den genannten immanenten Einschränkungen.

    • Nino sagt:

      Hallo Chris,

      ich stimme dir zu, dass die Marktwirtschaft Einschränkungen der freien Entfaltung birgt.

      Würdest du ein System was diese Einschränkungen nicht hat bevorzugen?

      Sollte man deine Meinung nach ein Recht auf freie Entfaltung haben?

  6. Chris sagt:

    „Recht auf freie Entfaltung“ ist eine gefährliche Sache… Es ist zwar bedauerlich, aber eben vermutlich unvermeidlich, dass die freie Entfaltung des Menschen auch in einer Marktwirtschaft nicht in wünschenswerter Weise gegeben ist. Aber ich sehe auch keine bessere Alternative. Alles andere (Recht auf… usw.) würde auf eine gelenkte Wirtschaft hinauslaufen mit allen negativen Folgen. Ich schätze, wir müssen eingedenk der Unvollkommenheit des Marktes doch das Beste draus machen…

    • Nino sagt:

      Super, dann haben wir gar keine wesentlich Meinungsverschiedenheit 🙂

      Wobei ich deine eher pessimistische Einstellung zum Markt nicht wirklich teilen. mMn könnte man sich durch den Wohlstandsgewinn durch technischen Fortschritt so viel Freizeit erarbeiten, dass mehr als genug Raum für freie Entfaltung jedweder Art da sein sollte.

      • Chris sagt:

        mir erscheint meine Einstellung nicht pessimistisch, sondern realistisch. 🙂

        Gesamtgesellschaftlich betrachtet stimmt dein Einwurf mit dem technischen Fortschritt natürlich. Nur wollen wir ja keine staatliche Lenkung der Früchte des Fortschritts.

        Und streng genommen geht es auch nicht darum, dass die selbstbestimmte Freizeit der Ausgleich für die fremdbestimmte Arbeitszeit sein sollte. Gerade das nicht. Die Utopie wäre ja, dass alle Lebenszeit selbstbestimmt ist.

        • Nino sagt:

          Die Früchte des Fortschritts kommen durch sinkende Preise bei den Individuen der Gesellschaft an, hierzu bedarf es keiner Lenkung. Das ist keine nur Gesamtwirtschaftliche Theorie.

          Die Frage, ob man nun seinen Beruf nur als Mittelbeschaffung sieht und dann in der Freizeit seine Hobbies auslebt, oder versucht seine Leidenschaft zum Beruf macht ist sehr interessant. Sicher wäre letzteres meist zu bevorzugen, aber das sollte jeder für sich entscheiden.

        • Hermann Messmer sagt:

          „ Die Utopie wäre ja, dass alle Lebenszeit selbstbestimmt ist.“

          Nelson Mandela:
          »Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt, ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. […] Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt, war dies meine Mission: zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien.«

          In vielen Diskussionen hier wird „frei sein“ von „Freiheit“ abgegrenzt. Die Freiheit, das „frei sein“ wird im Äusseren gesucht. Dort ist das „frei sein“ nicht zu finden. Die Freiheit sein Leben selbstbestimmt zu leben, diese Freiheit ist nur in Dir drin. Nelson Mandela war frei. Der Unterdrücker nicht.
          In vielen Diskussionen werden Realitäten des Lebens als Entzug der Freiheit dargestellt. Wer diese Opferrolle einnimmt, kann sich nicht frei fühlen.
          Wer die Notwendigkeiten des Lebens und die Realitäten als Bereicherung für sein Leben annimmt, wird frei.
          Dann ist es keine Utopie, alle seine Lebenszeit selbstbestimmt zu leben.
          Die Lebenszeit wird augenblicklich selbstbestimmt für einen Menschen der die Realitäten als Bereicherung für sein Leben akzeptiert und mit dieser Erkenntnis jede Sekunde seines Lebens selbstbestimmt lebt. Im Zen ist dieser Mensch Erleuchtet. In der GFK ist dieser Mensch jenseits von „müssen“ und „sollen“.
          Die Notwendigkeit zu atmen ist keine Einschränkung meiner Freiheit. Der freie Mensch kann selbstbestimmt entscheiden ob er weiteratmet. Entscheidet er sich dagegen, entscheidet er sich zugleich für die eintretenden Folgen. Er ist frei. Er ist wirklich frei.
          Der Mensch, der sich für das eine Entscheiden möchte, aber die Folgen als Unfreiheit empfindet, ist der Sklave seiner Realitätsverweigerung. Er wird so niemals Freiheit empfinden.
          Wer sich den Realitäten verweigert, wird die „Utopie“, dass alle Lebenszeit selbstbestimmt sein kann, nie erfahren.
          Nelson Mandela hat seine Gitterstäbe als Realität wahrgenommen. Der Unterdrücker den eigenen Hass nicht. Nelson Mandela war frei! Der Unterdrücker nicht.

          Freie Menschen verstehen das. Sucht die Freiheit in Euch innen Drin. Werft das „müssen“ und „sollen“ aus Euren Köpfen und entscheidet euer Leben selbstbestimmt.

  7. Chris sagt:

    Ich weiß, dass in der Theorie die „Früchte des Fortschritts“ bei den Individuen ankommen. Im Fall einer Vollbeschäftigung könnte das auch mehr oder minder zutreffen.

    Der Verhältnis zur Erwerbsarbeit ist bei vielen Leuten gespalten: einerseits fluchen sie auf ihren Job, andererseits sind sie froh, dass sie ihn haben. Letzteres kommt aus der Furcht, aus dem Erwerbsleben herauszufallen. Idealerweise sollte eine Arbeit Freude bereiten, Identifikation bieten. Das wird aber nicht immer der Fall sein, weil es überall Routinen gibt, die einen langweilen oder Anforderungen, die einem Angst machen usw. Umso wichtiger wäre es, wenn der Beruf, den man ausübt auch den eigenen Fähigkeiten entspricht. Das muss aber jeder selbst wissen, wie du richtigerweise schreibst.

  8. Geheimverhandlungen sagt:

    Jaja das setzt allerdings den freien und unzensierten Zugang zu Informationen voraus. Und davon sind wir selbst im Zeitalter der Internets noch sehr, sehr weit entfernt. Wie soll ich den als Konsument entscheiden können ob dieses oder jenes Produkt meine Bedürfnisse befriedigt oder nicht? Eine freie Gesellschaft mit freien Unternehmern braucht keine Geheimniskrämerei…

  9. Chris sagt:

    „Wie soll ich den als Konsument entscheiden können ob dieses oder jenes Produkt meine Bedürfnisse befriedigt oder nicht?“

    Wie meinst du das denn? Wer soll denn entscheiden können, welches Produkt deine Bedürfnisse befriedigt?

  10. Uwe Timm sagt:

    Der Beitrag ist ausgezeichnet. Hinter uns liegen zwei
    Weltkriege und diese wären ohne Steuer – und Währungsmonopol unfinanzierbar
    gewesen.

  11. Elisabeth sagt:

    Ganz so blumig und freiwillig, wie ihr euch die Freiheit in der freien Marktwirtschaft vorstellt, ist es nicht.
    In der Marktwirtschaft wird es immer des Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis geben, was bedeutet, dass der eine von beiden zunächst einmal hierarchisch unter dem anderen steht und dann zusätzlich ein Plus an produzierten Gütern produziert, die ihm nicht gegeben werden, sondern dem Arbeitgeber.
    Das kann wohl nicht auf Freiwilligkeit basieren!
    Wer jetzt damit argumentiert, dass ja der Arbeitnehmer ein eigenes Unternehmen beginnen könnte, der sieht nicht ganz klar, dass man i.d.R. ein vorhandenes Vermögen benötigt, um ein neues Unternehmen zu beginnen. Vielleicht wünscht sich ja der Arbeitnehmer auch ein anderes Verhältnis in seiner Arbeitsumgebung und zwar ein gleichberechtigtes, d.h. er könnte versuchen etwas mit seinen Kollegen oder Freunden oder wem auch immer zu gründen, wobei es keinen Chef gibt und alle gleichberechtigt sind. Dabei wird dann zusammen entschieden: Was produziert wird. Wieviel produziert wird. Und vorallem was mit dem Gewinn geschieht.
    Ja, das ist wohl Sozialismus und hat rein gar nichts mit dem sog. Sozialismus unter Stalin -was hier gerne und oft verteufelt wird – zu tun. Versteht ihr das denn nicht?
    Sozialismus unter Stalin hieß nur so, das war keiner!!! Das war eine Diktatur.
    Und Sozialismus ist zu einem Schimpfwort geworden, weil die Medien es uns glauben machen wollen.
    Als Beispiel kann ich die Ereignisse in den USA der 30er nennen, die dazu führten, dass wir jetzt eine 40-Stunden-Woche haben und nur 5 Tage die Woche hinmüssen, außerdem einen Anspruch auf Urlaub. Es wäre neimals soweit gekommen, wenn sich die Arbeiter nicht zusammengetan hätten, um auf die Straßen zu gehen und sich Schlachten mit der Polizei (ja, staatliche Gewaltanwendung) zu liegern, um für ihre Rechte einzustehen.
    Das ist der wahre Sozialismus!
    Zusammen zu stehen und nicht jeder für sich individual versuchen das beste aus dieser Marktwirtschaft, aus diesem Kapitalismus herausschlagen zu wollen. Das macht es nur um so einfacher die einzelnen Menschen auszubeuten, wenn sie nicht zusammenstehen, denn einzeln ist jeder viel mehr verwundbar als gemeinsam!

    Es stimmt was hier gesagt wird zum Thema Steuern, aber bitte verteufelt nicht immer den Sozialismus!
    Am wichtigsten ist, dass die Menschen zusammenkommen und miteinander reden und auf die Straße gehen!
    Gemeinsamer, statt einsamer Kampf!

    • Hermann Messmer sagt:

      Wogegen kämpfen?
      Wenn miteinander eine erfolgreiche sozialistische Firma geführt wird, gibt es keinen Grund zu kämpfen.
      Dein Kampfaufruf richtet sich gegen Arbeitgeber, die Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz anbieten. Die Arbeitnehmer müssen den aber nicht annehmen. Sie können mit Dir die sozialistische Firma gründen und über die Produkte, die Arbeitszeiten frei entscheiden.
      Warum rufst Du zum Kampf auf?
      Ein Kampf, egal ob einzeln oder als Gruppe, ist nicht geeignet ein freiwilliges Zusammenleben zu unterstützen.
      Aus der Praxis kann ich Dir berichten, dass in den Jahren, in denen ein Unternehmen Verluste schreibt, die Arbeitnehmer mehr erhalten als Sie durch produktive Arbeit herstellen. Du stellst leider nur die schöne Seite des Unternehmertums des Unternehmers dar. Das Risiko des Unternehmers blendest Du leider vollständig aus.

      Jemand der einem Arbeitgeber freiwillig seine Arbeitskraft anbietet steht hierarchisch nicht unterhalb des Arbeitgebers. Es sind beide Unternehmer. Der eine mit seiner Arbeitskraft, der andere mit Kapitalgütern.
      Sozialismus sollte natürlich nicht verteufelt werden.
      Der Zwang mitmachen zu müssen aber sehr wohl.
      Hier wird nur der Zwang verteufelt.
      Und ich wende mich auch gegen den Aufruf gegeneinander zu kämpfen. Egal ob einzeln oder als Gruppe.

    • Zef sagt:

      >Kampf!

      Genau, Kampf!
      Und dieser Kampf wurde von den „Ikonen“ des Sozialismus eben nicht pervertiert, sondern perfektioniert.

      Kapitalismus ist aber nicht Kampf, sondern Wertschöpfung; nicht Zerstörung, sondern Aufbau. Zerstörender Kapitalismus ist gar keiner.

      Im übrigen soll ja niemand daran gehindert werden, sich in jeder nur erdenklichen Form genossenschaftlich zu organisieren, den „wahren“ Sozialismus zu verwirklichen usw. Nur sollte niemand in dieses Paradies hinein gezwungen werden.

      „Mit unserer eisernen Hand werden wir die Menschen zu ihrem Glück zwingen“. Das war der Leitsatz des sowjetischen Straflagers auf den Solowetzkij Inseln.

      Niemals heiligt aber der Zweck die Mittel.
      Aus Unrecht geht nie Recht hervor.

      „Wer sich selbst ewig zu eigen hat,
      der kommt weder zu früh noch zu spät auf die Welt“ (Kierkegaard)

      Und der kann auch als Arbeitnehmer, selbst als Bettler, „wahrhaft“ leben.

      >Am wichtigsten ist, dass die Menschen zusammenkommen

      Die Hauptsache im Leben ist, sich selbst zu erwerben:
      vom Individuum aus durch das ganze Menschen-Geschlecht hindurch das Individuum zu erreichen. „Der Einzelne“ ist die Kategorie, durch die die Zeit, die Geschichte, das Geschlecht hindurch muss.

      Vertiefend:
      „Es ist absolut unmöglich, dass die Idee der Gesellschaft, der Gemeinschaft, die Rettung der Zeit wird; im Gegenteil…

      Das Prinzip gesellschaftlicher Interessenverbände (das seine Gültigkeit zutiefst im Verhältnis zu den materiellen Interessen haben kann) in unserer Zeit ist nicht bejahend, sondern verneinend, es ist eine Ausflucht, eine Ablenkung, ein Trugschluss der Sinne, deren Dialektik ist: Indem es die Individuen stärkt, entkräftet es sie; es stärkt durch das Zahlenmäßige, durch den Zusammenhalt, ethisch gesehen ist dies aber eine Schwächung.

      Erst wenn das einzelne Individuum in sich selbst zu einer ethischen Haltung gefunden hat, der ganzen Welt zum Trotz, erst dann kann die Rede davon sein, sich _in Wahrheit zu vereinen_, andernfalls wird die Vereinigung derer, die in sich schwach sind, ebenso unschön und verderblich, als würden Kinder heiraten.“ (Kierkegaard, Entweder-Oder)

      „Als würden Kinder heiraten“ – nicht fruchtbar und wertschöpfend, sondern zerstörerisch. Das ist ein Bild für die hässliche Fratze des Sozialismus.

      >Gemeinsamer, statt einsamer Kampf!

      Statt Kampf, gemeinsames Wertschöpfen –
      ethisch erwachsener Individualitäten;

      die Welt zu gebrauchen, ohne sie zu missbrauchen.


      Ich erschaffe mich nicht,
      ich wähle mich.

      • Chris sagt:

        „Kapitalismus ist aber nicht Kampf, sondern Wertschöpfung; nicht Zerstörung, sondern Aufbau. Zerstörender Kapitalismus ist gar keiner.“

        naja, Kapitalismus sollte schon mit Wettbewerb funktionieren. Wettbewerb bedeutet nicht, dass alle Wettbewerber gewinnen, sondern kann auch bedeuten, dass einige auf der Strecke bleiben, weil sie nicht innovativ genug waren, die Bedürfnisse der Menschen nicht so gut befriedigt haben wie andere und daher vom Markt verschwinden. Kapitalismus ist Zerstörung und Aufbau in einem, in großer Dynamik mit dem Ergebnis der Produktion eines großen Reichtums und der Befriedigung der Wünsche der Konsumenten. Die genannte Gegenüberstellung verkennt den kreativ-dynamischen Charakter des Kapitalismus.

        „Im übrigen soll ja niemand daran gehindert werden, sich in jeder nur erdenklichen Form genossenschaftlich zu organisieren, den “wahren” Sozialismus zu verwirklichen usw. Nur sollte niemand in dieses Paradies hinein gezwungen werden.“

        Genau so ist es! Wer sich sozialistisch organisieren will, soll es doch tun. Aber zwingt diese Organisation niemandem auf.

        • Zef sagt:

          >dass einige auf der Strecke bleiben

          Aber nicht, weil sie im (Zerstörungs-)“Kampf“ gefallen sind, sondern weil andere den Bedürfnissen der Bevölkerungsmehrheit besser gerecht geworden sind.

          Wertschöpfung ist stets das Gegenteil von Zerstörung!


          PS: Die Massen der Konsumenten bestimmen über den Kapitaleinsatz. Nur wenn die Kapitaleigentümer in Produktionsanlagen oder Dienstleistungen investieren, mit welcher die Bedürfnisse der großen Bevölkerungsmehrheit befriedigt werden, kann sich das Kapital verzinsen und erhalten, alles andere Kapital erbringt Verluste und geht verloren.

          „Im Kapitalismus ist die ganze Bevölkerung der eigentliche Herr des Kapitals, der bestimmt, wo und wie es eingesetzt wird – ganz egal, wem es physisch oder juristisch gehört“ (Baader, Die belogene Generation, S. 134).

          • Chris sagt:

            „Nur wenn die Kapitaleigentümer in Produktionsanlagen oder Dienstleistungen investieren, mit welcher die Bedürfnisse der großen Bevölkerungsmehrheit befriedigt werden, kann sich das Kapital verzinsen und erhalten, alles andere Kapital erbringt Verluste und geht verloren.“

            genau! Und das ist das unternehmerische Risiko. Wenn du am Markt nicht mithalten kannst, geht dein Kapital verloren und deine Existenz wird u.U. zerstört. Dieses Risiko existiert ganz real. Ich kenne Menschen, die auch nach vielen Jahren noch hochverschuldet sind, weil sie unternehmerisch am Markt gescheitert sind. Die abhängig Beschäftigten sind da „fein raus“. Aber der Kapitalismus lebt davon, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich von dieser Gefahr nicht einschüchtern lassen.

          • Zef sagt:

            >und deine Existenz wird u.U. zerstört

            Aber nicht, weil der wertschöpfende Andere dich umnietet. Er bleibt Wertschöpfer und wird nicht zu deinem Zerstörer.

            Dass man kann selbst beim auf Weitergabe des Lebens und der Liebe gerichteten Beischlaf den plötzlichen Hirntod sterben kann (ohne dass diese Kooperation dadurch in sich zerstörerisch würde) möchte ich gar nicht bestreiten.

            Vielleicht können wir uns wieder so „halb“ einigen. Zweitbeste Einigung quasi. Hat doch was 🙂

          • Chris sagt:

            Wieso „halb“ einigen? Ich bin doch deiner Meinung. Ich habe deinem P.S. zugestimmt. Ich habe nur Formulierungen bemängelt. Inhaltlich stimme ich dir zu.

          • Chris sagt:

            moment, nicht ganz… ein Punkt bleibt:

            „Er bleibt Wertschöpfer und wird nicht zu deinem Zerstörer.“ Der Konkurrent ist Wertschöpfer und mein Zerstörer. Beides. Er will mich als Konkurrenten zerstören, damit er sich am Markt behaupten kann. Wenn der Markt groß genug ist, können wir beide (oder wer weiß wie viele) existieren. Wenn nicht, nicht.

          • michael sagt:

            „Der Konkurrent ist Wertschöpfer und mein Zerstörer. “
            erstmal ist diese theatralische ausdrucksweise garnicht angebracht.
            niemand wird „zerstört“… beim sportlichen wettbewerb zerstört der erstplazierte im 100m sprint nicht seine konkurrenten.

            es ist auch nicht mein konkurrent, der mir was tut, sondern entscheiden sich die kunden, welche bedürfnisse am ehesten befriedigt werden.
            außerdem vergißt du vielleicht auch, das in einer freien marktwirtschaft weit über 90% aus koopoeration besteht…selbst mit direkten konkurrenten wird oft kooperiert.

            das einzige mittel, was sich wirklich rechnet, gegen seine konkurrenten anzugehen, ist der staat…was ja nicht zum freien markt gehört.
            alles andere, was du realistisch vorschlägst, beinhaltet mehr gewalt und zerstörung.

            „Wenn der Markt groß genug ist, können wir beide“
            hier begreifst du anscheinend den markt, als eine unabhängige instanz/organisation/…? von menschen.
            der markt sind wir alle die friedlich miteinander handeln.

          • Hermann Messmer sagt:

            Lieber Chris,
            eine wichtige und sehr sinnvolle Managementregel lautet: „Versuche nicht deinen Wettbewerber zu zerstören.“ Das passt hier vorzüglich.
            Auch der Konkurrent sollte seinen Fokus auf der Wertschöpfung haben. Mein Zerstörer bin ich daher selbst.

          • Zef sagt:

            >Chris: Er will mich als Konkurrenten zerstören

            Und das wäre dann der Beginn seiner eigenen Zerstörung, denn nur die „Liebe“ ist fruchtbar, nicht der „Hass“.

            Ein zerstörender Wertschöpfer ist ein ähnliches Unding, wie ein enteignender Eigentumsschützer.

            Da gibts für mich auch kein „halb“, sondern nur „entweder-oder“.

            Keine Einigung ist manchmal auch ganz schön.

          • Chris sagt:

            michael, #hüstel# die theatralische Terminologie habe ich nicht aufgebracht, sondern nur darauf geantwortet. 🙂 Mir wäre ein sachlicherer Tonfall viel lieber!

            Also: Es geht einfach nur um den ganz normalen Wettbewerb und seine Folgen. Was ist so schlimm daran? Es ist tatsächlich der Markt, der entscheidet. Und da will natürlich jeder gewinnen. Und wenn der Markt es nicht hergibt, können nicht alle gewinnen. So what?

          • michael sagt:

            „Es ist tatsächlich der Markt, der entscheidet. “
            genau, es sind die menschen die entscheiden, weil sie der markt sind….

            „Und da will natürlich jeder gewinnen. “
            das klingt so, als ob nur einer gewinnen kann….das stimmt so nicht, da es viele menschen mit vielen verschiedenen zielen gibt.

            man kann im freien markt nunmal niemanden zwingen, schlechte ware zu kaufen oder eine schlechte dienstleistung anzunehmen…
            jemand der nicht fähig ist, ein gutes produkt zu liefern, welches bedürfnisse von uns menschen befriedigt, der geht pleite.

            was willste nun mit den menschen machen, die sich lieber für ein anderes produkt entschieden haben… sind sie, also der markt jetzt böse, weil sie sich für was anderes entschieden haben?
            wenn eine pizzaria sauschlechte pizzen macht, die niemand essen will, ist dann der böse markt dran schuld oder er selber?

            wie willst du sowas lösen, außer wie es im freien markt mit freiwillig kooperierenden menschen passiert???

          • Chris sagt:

            „was willste nun mit den menschen machen, die sich lieber für ein anderes produkt entschieden haben… sind sie, also der markt jetzt böse, weil sie sich für was anderes entschieden haben?
            wenn eine pizzaria sauschlechte pizzen macht, die niemand essen will, ist dann der böse markt dran schuld oder er selber?

            wie willst du sowas lösen, außer wie es im freien markt mit freiwillig kooperierenden menschen passiert???“

            verstehe ich nicht. Ich will gar nichts mit den Menschen machen. Du? Wieso sollte „sowas“ anders gelöst werden als durch den freien Markt? Und wieso sollte der Markt „böse“ sein, wenn er – also die handelnden Menschen im Markt in ihrer Wechselbeziehung – dafür sorgen, dass nachgefragte Produkte produziert werden? Ich kritisiere den Markt doch nicht und schon gar nicht als böse. Ich beschreibe nur seine Funktionalität. Probleme, die daraus entstehen können, müssen die Menschen selbst lösen.

          • Zef sagt:

            > Aber “das Böse” bestimmt doch nicht die Funktionalität des Marktes.

            Meine Rede.

            > Was ist daran schlimm?

            Im Gegenteil: Ich kann mir kaum einen besseren Lehrmeister denken.

            >Und im freien Wettbewerb können selbstverständlich Betriebe pleite gehen.

            Die „Unverbesserlichen“ gehen pleite. Und das ist auch gut so (s.u.) – aber nicht weil der Bessere sie umnietet, sondern weil er halt besser ist (nur mit Glück funktioniert das nicht ein Leben lang).


            PS: Wo immer man die Verbindung zwischen Beitrag und Belohnung, zwischen Leistung und Nutzen oder Kosten und Ertrag zerschneidet, hat man den Hauptantriebsriemen jenes Generators zerstört, der Moral erzeugt (Baader, Freiheitsfunken, S.28).

          • Chris sagt:

            Zef, dann sehe ich keine inhaltlichen Differenzen zwischen unseren Positionen.

            „Die “Unverbesserlichen” gehen pleite. Und das ist auch gut so (s.u.) – aber nicht weil der Bessere sie umnietet, sondern weil er halt besser ist“

            Bingo! 🙂

          • Zef sagt:

            Dann wollen wir uns doch noch mal sachlich den Anfang vergegenwärtigen. Es ging um den Satz:

            >Kapitalismus ist aber nicht Kampf, sondern Wertschöpfung; nicht Zerstörung, sondern Aufbau.

            Anders gesagt: das Wesen des Kapitalismus liegt in der fortschreitenden Kapital-Bildung, also darin dass Kapital stets neu gebildet – und eben nicht „auch“ vernichtet wird.

            Und das „Er will mich als Konkurrenten zerstören“ ist eben nicht der ganz normale Markt“.

            Markt-Wirtschaften definiert sich als arbeitsteilige Kooperation zur Überwindung oder Verringerung der Knappheiten.

          • Chris sagt:

            Das ist eine hübsche Definition, aber was ist mit dem Wettbewerb? Wie soll der Markt ohne Wettbewerb funktionieren? Oder habe ich da was in deiner Definition übersehen?

          • Zef sagt:

            >was ist mit dem Wettbewerb?

            Das hatten wir doch nun schon mehrfach: der ist darauf gerichtet, den Bedürfnissen der Konsumenten noch optimaler gerecht zu werden – und nicht darauf, den Mitbewerber zu killen.

            Wenn so etwas vorkommt, dann liegt das daran, dass in der Freiheit immer auch die Möglichkeit des Bösen liegt (ohne das dadurch das Böse nun das Wesen der Freiheit wäre).

            Der marktwirtschaftliche Wettbewerb ist kein destruktives Prinzip, sondern, zusammen mit der Kooperation, der Antrieb fortschreitender Kapital-Bildung – und nicht Vernichtung.

            Von einem Wettbewerb der Gauner war hier nie die Rede.

          • Chris sagt:

            Danke für die Klarstellung. Ich war schon in Sorge, dass du den Wettbewerb außer acht lässt, weil er in deiner Definition des Marktes nicht vorkam.

            Aber was soll schon wieder „das Böse“ in der Beschreibung des Marktes? Sicher können sich auch böse Menschen auf dem Markt tummeln. Aber „das Böse“ bestimmt doch nicht die Funktionalität des Marktes. Wettbewerb führt eben dazu, dass es auch Wettbewerber gibt, die nicht mithalten können. Was ist daran schlimm? Ist doch auch nichts Böses dabei, oder?

            Einen freien Markt ohne Wettbewerb gibt es nicht. Und im freien Wettbewerb können selbstverständlich Betriebe pleite gehen. Oder siehst du das anders?

      • Elisabeth sagt:

        Danke ersteinmal für die interessanten Antworten!
        Zum Kampf gezwungen werden soll natürlich niemand und das müssen auch an immer mehr Orten auf der Welt immer weniger, weil die Menschen selbst sehen wohin der Glaube an den Kapitalismus die Gesellschaften gebracht hat.

        „Wenn miteinander eine erfolgreiche sozialistische Firma geführt wird, gibt es keinen Grund zu kämpfen.
        Dein Kampfaufruf richtet sich gegen Arbeitgeber, die Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz anbieten. Die Arbeitnehmer müssen den aber nicht annehmen. Sie können mit Dir die sozialistische Firma gründen…“
        Aber dafür müssen die Menschen ersteinmal zusammen kommen und das nicht unter diesen Bedingungen:
        „“Mit unserer eisernen Hand werden wir die Menschen zu ihrem Glück zwingen”. Das war der Leitsatz des sowjetischen Straflagers auf den Solowetzkij Inseln.“
        Das ist wie gesagt, die Tyrannei der Diktatur unter Stalin.
        Denn der gelebte Sozialismus geht mit demokratischen Entscheidnungsprozessen Hand in Hand!
        Und optimalerweise gibt es KEINE Anführer.

        Wenn man mal darüber nachdenkt, dann ist doch Kapitalismus (freie Marktwirtschaft, wie es oft auch gerne genannt wird) nur ein weiteres Hierarchiesystem nach dem Feudalismus, nach der Sklaverei. Es hat nicht funktioniert und jetzt müssen die Menschen über eine Alternative nachdenken.

        „Warum rufst Du zum Kampf auf?
        Ein Kampf, egal ob einzeln oder als Gruppe, ist nicht geeignet ein freiwilliges Zusammenleben zu unterstützen.“
        Zugegeben Kampf ist zu extrem gesagt und jeder soll sich natürlich freiwillig entscheiden. Das wichtigste ist, dass die Menschen beginnen nachzudenken, woher dieser Lifestyle-Glaube in unserer Gesellschaft kommt, dass man sich individuell verwirklichen muss. Einzeln ist der Mensch leichter manipulierbar durch Medien, Politik, Popkultur…
        „Die Hauptsache im Leben ist, sich selbst zu erwerben:
        vom Individuum aus durch das ganze Menschen-Geschlecht hindurch das Individuum zu erreichen. “Der Einzelne” ist die Kategorie, durch die die Zeit, die Geschichte, das Geschlecht hindurch muss.“
        Dies stimmt einerseits aus dem philosophischen Gesichtspunkt, dass man versuchen sollte sich selbst körperlich und psychisch gesund zu halten, um das Beste aus dem eigenen Dasein herauszuholen. Ganz richtig!
        Aber andererseits muss man auch erkennen, dass man als Mensch in dieser Gesellschaft alleine nicht viel tun kann und dass im Zusammenhang mit Lohnarbeit der Austausch mit anderen Arbeitern wichtig ist. Das Zusammenkommen!

        „Aus der Praxis kann ich Dir berichten, dass in den Jahren, in denen ein Unternehmen Verluste schreibt, die Arbeitnehmer mehr erhalten als Sie durch produktive Arbeit herstellen. Du stellst leider nur die schöne Seite des Unternehmertums des Unternehmers dar. Das Risiko des Unternehmers blendest Du leider vollständig aus. “
        Das ist auch alles richtig. Aber hätte man ein Unternehmen in welchem alle gleich beteiligt sind, jeder eine Stimme hat zum entscheiden, dann fühlt sich auch jeder gleich verantwortlich und die Risiken sind auch gemeinsam zu tragen.

        „Jemand der einem Arbeitgeber freiwillig seine Arbeitskraft anbietet steht hierarchisch nicht unterhalb des Arbeitgebers. Es sind beide Unternehmer. Der eine mit seiner Arbeitskraft, der andere mit Kapitalgütern.“
        Theoretisch ja, aber praktisch sieht es leider nicht überall so rosig aus. Ich sehe wie es außerhalb Deutschlands zu diesen Bedingungen steht: Die Menschen müssen nehmen was kommt, egal wie niedrig das Gehalt, wie lang die Arbeitszeiten, wieviele Überstunden es gibt oder wie cholerisch der Boss ist. Mal ganz davon abgesehen ist es ein Fakt, dass der Arbeitgeber trotzdem immer im Vorteil sein wird, denn er würde den Arbeitnehmer niemals einstellen, wenn dieser nicht einen Gewinn erwirtschaften würde, den er selbst nicht mit nach Hause nehmen kann, den nämlich der Arbeitgeber abschöpft. Das ist einfach Logik!
        Wenn es Unternehmen gibt, wie Sie sie beschreiben, dann stehen diese vor einem Bankrott. Das ist i.d.R. nicht der Dauerzustand eines erfolgreichen Unternehmens.
        Ich verstehe jedoch worauf Sie hinauswollen: Der Arbeitgeber hat ein sehr hohes Risiko zu tragen, welches sich aber durch eine gemeinsame Teilhabe aller verringern ließe.

        • Zef sagt:

          >Es sind beide Unternehmer. Der eine mit seiner Arbeitskraft, der andere mit Kapitalgütern.”

          Schau mal rechts, das dritte Bild von oben:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Schaufelradbagger

          Mit Worten:
          „Kapital und das Bilden und Anhäufen (Akkumulation) von Kapital ist die Hauptquelle allen materiellen Wohlstands und Fortschritts der Menschheit.

          Unser heutiger Wohlstand beruht auf der Tatsache, dass in jedem westdeutschen Arbeitsplatz aktuell und im Durchschnitt mehr als 200.0000 Euro Sachkapital stecken, in einigen Arbeitsplätzen, wie z.B. in der Energiewirtschaft, sogar fast zwei Millionen Euro.

          Schon die alten Griechen hatten Gerätschaften, die mit Dampf betrieben wurden. Aber erst die Kapitalakkumulation im England des späten 18. und frühen 19. Jahrhundert machte es möglich, dass die von James Watt um 1760 erfundene Dampfmaschine im großen Stil in die produktive Praxis eingesetzt und weiterentwickelt werden konnte“ (Roland Baader).

          Und daran kann auch ein aufrichtiger Herzblut-Sozialismus (nicht abwertend gemeint!) überhaupt nichts ändern.

        • Zef sagt:

          > Das Zusammenkommen!

          Ja, aber eben nicht „als würden Kinder heiraten“.

          Vereinigung in jeder Form auf der Basis ethisch erwachsener Individualität.

          Das kann man nicht einfach voraussetzen. Und man wird auch nicht ethisch erwachsen, wenn einem in der Kinderkrippe schon „Sozen-Sprüche“ eintrichtert werden, etwa im Sinne von http://de.wikipedia.org/wiki/Lied_der_Partei

          Man muss zu seiner eigenen ethischen Haltung finden können, notfalls der ganzen Welt zum Trotz.

          Philosofisch nennt sich dieses Programm: Subjektive Entwicklung der Subjektivität.

          Es kommt im Leben auf meiner Sicht vor allem darauf an, dass man richtig gestellt ist, dass man die rechte Stellung einnimmt.

          Und wenn das der Fall ist, dann können auch Menschen mit stark unterschiedlichen Ansichten gut miteinander umgehen.

        • Hermann Messmer sagt:

          @Elisabeth

          „Wenn man mal darüber nachdenkt, dann ist doch Kapitalismus (freie Marktwirtschaft, wie es oft auch gerne genannt wird) nur ein weiteres Hierarchiesystem nach dem Feudalismus, nach der Sklaverei. Es hat nicht funktioniert und jetzt müssen die Menschen über eine Alternative nachdenken.“

          Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von Kapitalismus, deshalb reden wir vielleicht aneinander vorbei.
          Kapitalismus ist die freie Marktwirtschaft, ohne Staat, ohne Steuer, ohne Hierarchiesystem.
          Kapitalismus ist der freiwillige Austausch von Gütern und Dienstleistungen, der zur Bildung von Kapital, von viel Kapital bei erfolgreichen oder glückvolleren Menschen führen kann. Glücklose Menschen werden in diesem freiwilligen Austausch von Gütern eher wenig Kapital oder gar kein Kapital anhäufen können. Wenn ich von Kapitalismus schreibe, meine ich ein System ohne Zwang. Ein freiwilliges System. Der reine Kapitalismus ist ein System ohne einen zwingende (!) Staat. Ohne Zwang!
          Innerhalb des Kapitalismus kann sich eine Gruppe für ein sozialistisches System verabreden. Sie machen das freiwillig und zwingen niemanden dabei mitzumachen.
          Ist das so ok?
          Oder was verstehst Du unter Kapitalismus? Wo soll es da ein Hierarchiesystem geben?
          Liebe Grüße
          Hermann

          • Charles Büttner sagt:

            Hallo.
            Eine ganz naiv kindliche Frage: War der Mensch frei in seiner Entscheidung ob er geboren werden will oder nicht. Oder musste er sich übergeordneten Zwängen fügen? Wird meine eigene Freiheit nicht zwangsläufig dadurch begrenzt weil der Andere dieses Recht ebenfalls für sich beanspruchen kann. Ist der Begriff „frei“ nicht ein Ideal, dass zwar letztendlich nicht erreichbar ist aber trotzdem angestrebt werden sollte? Einen Markt ohne Marktteilnehmer gibt es nicht. Ein freier Markt heisst also die Marktteilnehmer vereinbaren keine Regeln wie sie am Markt teilnehmen wollen? Denn auch freiwilig vereinbarte Regeln sind ja Regeln und somit hätten wir ja wieder einen regulierten Markt. Sobald Menschen in einer Gemeinschaft leben müssen Regeln entstehen um die Freiheit jedes Einzelnen in der Gemeinschaft zu garantieren. Wir alle sind zu 90% immer noch Raubtiere die rücksichtslos auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Der Kerngedanke von freiwillig frei (ohne Regeln): Je grösser mein Besitz von Eigentum um so grösser meine Wahlfreiheit. Je kleiner mein Eigentum umso kleiner meine Wahlfreiheit. Somit können also Eigentumslose, vermögenslose niemals frei sein. Freiwilligfrei definiert hier „frei“ schon sehr einseitig.

          • Michael sagt:

            mit zwang ist zwang zwischen menschen gemeint.

            „Ein freier Markt heisst also die Marktteilnehmer vereinbaren keine Regeln wie sie am Markt teilnehmen wollen?“
            nein…wie kommst du auf sowas? regulierung und regeln sind was anderes.
            ein freier markt hat regeln, aber eben ohne regulierung.

            “ Der Kerngedanke von freiwillig frei (ohne Regeln)“
            ???
            ich empfehle dir den yt kanal von charles krüger, wenn du die basics zu ökonomie haben willst.

            https://www.youtube.com/user/CharlesKruegerKanal/videos

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