Kommentar von Heiko Cochius

Min. 52:00 Prof. Welzer: „Wir haben ja ein solches hohes Niveau von Gewaltlosigkeit und -ferne in Gesellschaften unseres Typs, weil ne zivilisatorische Errungenschaft eingeführt worden ist, nämlich die Monopolisierung von Gewalt. Nicht jeder kann Gewalt ausüben, es ist genau festgelegt, wer das darf legitimerweise. Und wenn Sie sich anschauen, das ist ja genau dann die Thematik Kongo und andere gescheiterte Staaten, die eben diese Form von Staatlichkeit nicht haben, wo es legitime Ausübung von Gewalt gibt, da passieren genau solche unregulierten Dinger.“

Min. 53:00 Prof Welzer: „Mir kam es eben auf das Moment der Gewaltregulierung in der Zivilisationsgeschichte an, ja?. Also, wir müssen ja nicht so tun, als sei das irgendwie, als würden die Menschen immer mal nach Lust und Laune irgendwas machen, manchmal gehts gut manchmal gehts schlecht. Der Witz besteht genau darin, das wäre ja auch Pinkers These und die von Norbert Elias, dass man halt über solche Gewaltregulierungen Verhältnisse herstellt, die friedvoller sind als andere. Und das kann man sehr gut beschreiben, man kann das umgekehrt auch beschreiben an Zerfallsprozessen von Staaten, wo dann plötzlich gewaltoffene Situationen entstehen, und jeder versucht gewissermaßen, mit dem Ticket Gewalt das Beste für sich rauszuholen. Das passiert in unserem Typ von Gesellschaft nicht, und das ist glaube ich ein sehr wichtiger Aspekt- weshalb das eben auch absinkt und nicht ansteigt, um das Thema nochmal äh“

Scobel: „durch die Regulierung“

Welzer: „Ja.“

Also, mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: Wenn eine Bande den Krieg gewinnt, hört der Krieg auf und es sterben weniger Leute. Das ist gut, egal, wer es ist, der den Krieg gewonnen hat. Es ist dann also eine zivilisatorischen Errungenschaft,dass jemand die Kriege, die darum geführt wurden, meine Vorfahren auszubeuten, gewonnen hat? Und es ist ein Prozess gewesen, bei dem die Leute nicht nach Lust und Laune probiert haben, wie man so einen Staat baut, sondern? Ich schätze, er meint, dass Staaten und Verfassungen inzwischen mit wissenschaftlicher Präzision erstellt werden so wie Tarifverträge oder so.

Dass Hitler Europa befriedet hat, würde er wahrscheinlich nicht als Argument gelten lassen, weil es geht ihm ja um die Zivilisationsgeschichte insgesamt, nicht um so kleine Ausreißer, die die generelle Regel nur bestätigen, ähem. Also, nehmen wir ein älteres Beispiel, das weniger der politischen Korrektheit unterliegt: Dass die Römer die Germanen erobert haben und von ihren Männer einen zwanzigjährigen Militärdienst im Austausch für den Frieden, den sie gebracht haben, „erbeten“ haben, ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Es ist auch eine zivilisatorische Errungenschaft, dass die Europäer, die den nordamerikanischen Kontinent, und nicht nur den, besiedelt haben und aus dem Haufen sich bekriegender Indianer ein Friedensreich ungeahnter Größe in jeglicher Hinsicht geschaffen haben. Habe ich das so richtig verstanden? Habe ich jetzt Hunger, oder ist mir übel?

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3 Responses to Prof. Welzer, lobt das Gewaltmonopol als Errungenschaft

  1. Richter sagt:

    Weiß dieser Dummkopf eigentlich wovon er spricht?
    Er heißt also Folter und staatlichen Mord in deutschen Psychatrien für gut und richtig?
    Ok, dann soll er sich selber in die psychatrie einweisen, mal sehen, ob er in 5 Jahren noch lebt oder ob die Ärzte und Pfleger ihn im Auftrag der Bundesregierung ermordet haben?

  2. Zef sagt:

    Der Ausschluss von Aggressoren ist keine Frage des Gewaltmonopols, sondern eine Kostenfrage, d.h. letztlich eine Frage des Wohlstands. Entweder kann eine Gesellschaft die Eigentumsrechte sichern, das heißt die Ausschliessungskosten aufbringen, oder sie kann es nicht. Wenn sie es kann, dann braucht sie keinen Staat. Wenn sie es nicht kann, dann hat sie gar nicht die sozioökonomische Struktur, die notwendig wäre, um einen Staat zu etablieren und zu tragen. Der Staat ist also entweder überflüssig oder unmöglich (s. Radnitzky, Das verdammt 20. Jahrhundert, S. 83).

    Was den Wohlstand betrifft, so gilt immer, überall, und ausnahmslos: Je freier eine Gesellschaft ist, desto reicher ist sie auch, und je unfreier, desto ärmer.

    In einer freien Gesellschaft initiiert der Spar-Investor einen Prozeß der Zivilisation. Indem er eine Tendenz hin zu einer fallenden Zeitpräferenzrate generiert, reift er – und jeder, der mit ihm direkt oder indirekt über ein Tauschnetzwerk verbunden ist – vom Kind zum Erwachsenen und von der Barbarei zur Zivilisation. (s. Hoppe, Demokratie: Der Gott, der keiner ist, S. 55)

    Und jetzt hört das Leben auf, kurz, brutal und widerlich zu sein.

  3. Stalin nannte diesen besonderen Schlag von Menschen „nützliche Idioten“.

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