Angeregt und bearbeitet von Philipp A. Mende

Immer wieder höre ich, die freie Marktwirtschaft (=„Kapitalismus“) sei eine Wirtschaftsordnung, aber doch keine Gesellschaftsordnung. Dieser Einwand verkennt, dass die Marktwirtschaft eine sozioökonomische Gesamtordnung sein muss, also eine Wirtschaftsordnung UND eine Gesellschaftsordnung UND eine Rechtsordnung. Und zwar, weil es bei der Marktwirtschaft um die Frage FREIWILLIGKEIT ODER ZWANG bei ALLEN (!) menschlichen Interaktionen geht. Die persönliche Freiheit (es gibt keine andere Freiheit!), die Grundlage der Marktwirtschaft ist, kann nicht überleben, wenn die drei Ordnungsgefüge Wirtschaft, Gesellschaft und Recht nicht deckungsgleich sind und in der Marktwirtschaft nicht ihren einheitlichen Ordnungsrahmen finden. Der gelegentlich zu hörende Begriff „wirtschaftsliberal“ ist eine Fehlinterpretation. Es gibt nur EINE Freiheit – und die ist unteilbar; sonst ist es keine (persönliche) Freiheit. (Es gibt zwar Gebiete mit fast vollständiger Wirtschaftsfreiheit und zugleich autokratischen Regierungen wie z.B. Hongkong und Singapur, aber die Regierungen dieser Stadtstaaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Bürger ganz generell weitgehend in Ruhe lassen, nicht nur in wirtschaftlichen Belangen. Das sind aber politische Zufälligkeiten, die vom gnädigen Wohlwollen der jeweiligen Autokraten abhängen und sich jederzeit ändern können. Außerdem sind das äußere Gegebenheiten, die von den Überzeugungen der Bürger weitgehend unabhängig sind).

Ein einzelner Mensch kann – bei einer gewissen schizophrenen Veranlagung – in wirtschaftlichen Belangen liberal sein und in anderen Bereichen il-liberal. Doch ist das ein schwieriger Spagat, denn sogar bei den eigenen Handlungen und Entscheidungen ist es nahezu unmöglich, mit Gewissheit feststellen zu können, ob sie letztlich wirtschaftlicher Natur sind oder anderen Gründen und Motiven entstammen, oder ob sie – und in welchem Grad – ökonomischen oder außerökonomischen Zielen dienen. Völlig unmöglich aber ist es, diese Unterscheidung bei den Handlungen eines anderen Menschen treffen zu können. In einer FÜR ALLE geltenden Ordnung darf sich erst recht niemand anmaßen, verbindlich festzulegen, welche Aktionen oder Ziele oder Mittel (zur Zielerreichung) wirtschaftlicher oder anderer – vielleicht rein emotionaler – Natur seien. Ein Befehlssystem, in welchem eine Regierung oder eine Behörde festlegen würde, was ein wirtschaftlicher Vorgang sei – und deshalb „liberal“ zu handhaben, und was eine nicht-wirtschaftliche Handlung sei – und deshalb Restriktionen unterliegen müsse, wäre zwangsläufig totalitär. Die Prinzipien FREIWILLIGKEIT und FRIEDLICHKEIT (Gewaltlosigkeit) sind sowohl unverzichtbare Grundpfeiler der Marktwirtschaft als auch einer jeden freien Gesellschaft. Die Frage FREIWILLIGKEIT ODER ZWANG muss für ALLE menschlichen Interaktionen und Kooperationen (!) zugunsten der Freiwilligkeit entschieden werden, wenn eine sozioökonomische Ordnung nicht zur Diktatur oder Tyrannei entarten soll. Deshalb impliziert Marktwirtschaft nicht nur eine freie Wirtschaftsordnung, sondern auch eine freie Gesellschaftsordnung. Beides bildet eine Einheit. Wenn diese Einheit gespalten wird, zerbricht die eine wie die andere ihrer Komponenten.

Die Frage „Wer hat den freien Markt erfunden, entworfen, konstruiert?“ ist völlig abwegig. Beim Sozialismus können wir die Personen, die ihn theoretisch ausgedacht haben, ziemlich eindeutig identifizieren. Abgesehen von einigen Philosophen der Antike und des Mittelalters waren das für die neuere Zeit zunächst die französischen Frühsozialisten – mit Namen wie Babeuf, Cabet, Saint-Simon, Proudhon, Fourier usw.; später Denker wie Marx, Engels, Lasalle, Lenin, Trotzki – bis hin zu Mao, Pol Pot, Kim Il Sung etc. Auch die „modernen“ Formen wie der sogenannte „demokratische Sozialismus“ oder der „weiche“ Sozialismus des Wohlfahrtsstaates hatten und haben ihre Vordenker und intellektuellen Konstrukteure.
Hinsichtlich der freien Marktwirtschaft ist die obige Frage, wie gesagt, unsinnig. Sie stellt sich nicht. Beim „Kapitalismus“ bzw. der freien Marktwirtschaft handelt es sich keinesfalls um etwas, das man sich ausdenken müsste – und deshalb gibt es auch niemanden, der das unternommen hätte. Es hat in den vergangenen Jahrhunderten Theologen und Moralphilosophen gegeben, die durch Nachdenken über die Vorgänge, die sich um sie herum abgespielt haben, sowie durch Beobachtung der bestehenden Realität entdeckt haben, dass es da etwas geben muss, das funktioniert, ohne dass irgendjemand es „eingerichtet“ hätte. Diese Denker sagten sich: Da tummeln sich Menschen, die arbeiten, etwas herstellen, das Hergestellte dann gegen andere Dinge tauschen, Dienste erbringen, sparen, verhandeln, Verträge schließen, Geld als Tauschmittel benutzen, essen, wohnen, Ideen haben, Werkzeuge benutzen, neue Wege beschreiten, einige Dinge besser machen, andere Versuche wieder aufgeben, voneinander lernen, zusammenarbeiten, Informationen austauschen und gelegentlich weite Reisen unternehmen, um Produkte und Erfahrungen heimzubringen, die man bisher nicht kannte. Jene Philosophen haben erkannt, dass sie die Lebensbedingungen auf wundersame Weise verbesserten, dass viele Leute wohlhabend wurden, andere nur weniger arm als vorher, dass alle Menschen ständig bestrebt waren, etwas herzustellen oder zu leisten, was andere haben wollten oder dringend brauchten, um es dann gegen Geld oder andere Waren und Dienste zu tauschen, die ihnen selber nützlich waren.

Das ist der tiefere Sinn des Bildes von der „unsichtbaren Hand“, über die Adam Smith nachgedacht hat, jener Denker, der die Funktionsmechanismen des Marktes und des arbeitsteiligen Gewerbefleißes und des Wettbewerbs als Erster bis in die feinsten Details systematisch durchdacht und niedergeschrieben hat. Die „unsichtbare Hand“ war für ihn kein Synonym für Gott oder für eine schicksalhafte Instanz, sondern der Inbegriff für die Vorgänge gesellschaftlicher Selbstregulierung. Sie ist die Metapher für ein Staunen vor der Tatsache, dass die ganz und gar verschiedenen und vielfach sogar miteinander in Konflikt stehenden Ziele der Menschen ständig irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden, dass die Leute auf Einrichtungen stoßen oder spontan und vielfach unbewusst Institutionen entwickeln (wie Märkte und Vertragsriten, Handelssitten und allgemein akzeptierte Tauschmittel), die viel zweckmäßiger sind als sie selber es sich hätten vorstellen oder bewusst hätten ausdenken können. Adam Smith und andere Denker entdeckten die Existenz des Marktes und der Marktwirtschaft als natürliche Ordnung. Der Markt musste nicht erfunden werden. Er entstand und entsteht überall spontan, wo man die Menschen nicht in ein Zwangs- und Befehlssystem presst, sondern sie frei entscheiden lässt, was sie tun oder lassen wollen. Der Markt – oder das große Gesamtgefüge aller Märkte und allen Marktgeschehens: Die Marktwirtschaft – ist die natürliche Ordnung des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der arbeitsteiligen Kooperation aller menschlichen Wesen. Wer in diese gewaltfreie und auf Einvernehmen und freiwilligen Vertragsschlüssen beruhende Ordnung mit Herrschaftsbefehlen eingreift, stört und zerstört sie – und zwar auch dann, wenn es in der vermeintlich guten Absicht geschieht, die Abläufe zu „verbessern“, „gerechter“ zu gestalten oder bestimmten „höheren“ Zwecken dienlich zu machen.

Was in dieser natürlichen Ordnung verbesserungsfähig ist – und das ist vieles und wird eine niemals endende Aufgabe bleiben, das entdecken die Teilnehmer im Lauf der Zeit durch den permanenten Prozess von Versuch und Irrtum, von Erfolg und Misserfolg. Und zwar relativ rasch, denn der Markt belohnt die richtigen Einfälle zur Konsumentenbefriedigung innerhalb kurzer Zeit – und bestraft die falschen ebenso schnell (während falsche Entscheidungen in der Politik oft Generationen überdauern und mit „noch mehr Geld“ noch falscher gemacht werden können statt sie revidieren zu müssen). Jedenfalls kann niemals ein einzelner Herrscher oder ein politisches Gremium, weder eine Zentralplanbehörde noch eine Regierungsinstitution wissen, wie man diese ungeheuer komplexen und spontanen Regelmechanismen gestalten oder umgestalten müsste, um zu bewirken, dass sie dem Wohle aller tatsächlich besser dienen. Jeder solche Versuch zeugt entweder von Eitelkeit und grenzenloser Anmaßung oder von grandioser Dummheit oder von skrupellosem Machtwillen. Der Markt und die Marktwirtschaft: Das ist das Wissen, Können, Wollen, Streben und Nötighaben aller Menschen, das in millionenfach vernetzter Weise und über komplizierte und komplexe Mechanismen und Signale (Preise) in die Märkte einfließt. Deshalb ist der Markt immer um riesige Dimensionen klüger, kenntnisreicher und effizienter, als jeder einzelne Mensch oder jeder Herrscher und jede Regierung oder jede Behörde es jemals sein könnten.
Fragen wir uns doch einmal, woher all der Wohlstand kommt, der uns umgibt und den wir genießen.

1. Kommt er vom Staat? Keinesfalls, denn der hat, wie bereits ausgeführt, keine eigenen Mittel, die er verteilen könnte. Alles Geld, mit dem er die Leute angeblich reicher macht, muss er ihnen in Wirklichkeit vorher oder zugleich oder später wegnehmen, das heißt, dass er sie ärmer macht.

2. Kommt der Wohlstand vom Arbeitsfleiß der Bürger? Auch das kann nicht der entscheidende Faktor sein, denn Arbeit und Fleiß sind zwar unabdingbare Voraussetzung für den Wohlstand einer Nation, aber es gibt viele Länder und Regionen auf dem Globus, wo die Menschen schuften wie die Lastesel und doch auf keinen grünen Zweig kommen. Sie verrichten Tag und Nacht harte Arbeit – und bleiben doch bettelarm.

3. Der wirklich entscheidende Faktor zur Generierung von Wohlstand ist für jeden, der es sehen will, leicht zu erkennen. Man braucht nur die Jahrbücher „Economic Freedom in the world“ des Cato Instituts durchzublättern, um hundertfach belegt zu finden, dass die FREIHEIT des wirtschaftlichen Lebens (und das ist fast schon die „ganze“ Freiheit) in den einzelnen Ländern der Erde eindeutig mit dem Wohlstandsniveau dieser Länder korreliert – im Positiven wie im Negativen. Je freier eine Nation ist, desto reicher ist sie auch, und je unfreier, desto ärmer. Immer, überall, und ausnahmslos!

Marktwirtschaft oder „Kapitalismus“: Das ist jene natürliche Ordnung, in welcher sich freien Menschen auf freien Märkten die Möglichkeit eröffnet, ihre Arbeit durch Kapitalbildung ständig produktiver zu machen und somit Wohlstand und Fortschritt zu erzeugen. Weil man bei diesem Thema gerne missverstanden wird (!), sei hier ausdrücklich betont, dass es selbstverständlich nicht der Markt oder der „Kapitalismus“ als schiere Mechanismen sind, die von sich aus Wohlstand erzeugen. Es sind und bleiben wir, die Menschen als denkende, kreative, findige, einfallsreiche, wagemutige, ausdauernde, strebsame, fantasiebegabte und fleißige Wesen, die all das erzeugen und leisten, das wir Wohlstand nennen. Aber trotz all dieser Eigenschaften und Fähigkeiten bleiben unsere Bemühungen unzulänglich oder gar vergeblich, wenn sie nicht in die natürliche (marktwirtschaftliche bzw. „kapitalistische“) Ordnung gesellschaftlicher Kooperation eingebettet sind.
Es wäre schön, wenn die Menschen lernen würden: Marktwirtschaft, das sind wir selber. Der einzige, friedliche und hilfreiche Verbündete, den wir haben, ist der „Kapitalismus“. Nur in dieser natürlichen Ordnung herrschen wir selbst (als Konsumenten und Produzenten) über unser Leben – und nicht anmaßende Funktionäre und korrupte Machteliten.

Und Achtung! Das bedeutet NICHT, dass die „kapitalistische“ Marktwirtschaft ein fehlerfreies Uhrwerk oder ein Idealzustand oder gar ein Paradies auf Erden wäre. Weil es sich um die natürliche Ordnung des menschlichen Zusammenwirkens handelt, ist sie mit denselben Fehlern und Mängeln behaftet wie die Menschen selber. Der Untertitel eines Buches von Erich Weede lautet: „Plädoyer für eine Wirtschaftsordnung für unvollkommene Menschen“. Aber genau deshalb funktioniert diese Ordnung in zufriedenstellender Weise mit jenem Wesen namens homo sapiens, das der Doyen der deutschen Nationalökonomie, Professor Herbert Giersch, den „zweitbesten Menschen“ genannt hat. Sie braucht nicht die utopische Lichtgestalt des „neuen Menschen“, wie ihn der Sozialismus seit fast einem Jahrhundert heranzüchten will – mit Knechtschaft und Folter, mit Massenmord und Versklavung, mit Lügenpropaganda und perverser Ideologie. Die Idee von einem „neuen Menschen“ ist die zynischste und überheblichste aller Verhöhnungen desselben und eher wird die Erde ein riesiges Leichenfeld sein, als dass auch nur ein einziger „neuer Mensch“ auf ihr wohnt. Wenn der Mensch in Würde und Freiheit und als zivilisiertes Wesen überleben will, muss er sich mit der unperfekten, aber natürlichen Ordnung der Marktwirtschaft abfinden und sich in ihr einrichten.

(Für Interessierte: Roland Baader – Das Kapital am Pranger. Ein Kompaß durch den politischen Begriffsnebel)

Kollektivismus – Teil 1

Kollektivismus – Teil 2

Die Folgen des Kollektivismus – Demozid

Die Folgen des Kollektivismus – Das Recht auf Freiheit

Die Folgen des Kollektivismus – Schutz des Eigentums

 

29 Responses to Über die natürliche Ordnung – Roland Baader

  1. […] und in der Marktwirtschaft nicht ihren einheitlichen Ordnungsrahmen finden. [green_message]Source: http://www.freiwilligfrei.info/archives/5435 [/green_message] Follow me on Facebook at […]

  2. Germania2013 sagt:

    Eine Gesellschaft, die sich über Produktion und Konsum orientiert, ist in ihrem Wesen nicht menschlich. Das erleben wir derzeit überdeutlich.

    In der oben in schönsten Tönen gezeichnenten „natürlichen Ordnung“, überlebt der Stärkere – Darwinismus pur. Hühnerleiter. Machtstreben. Hierarchie (-denken). Der größte Egomane bekommt alles. Weil er am lautesten schreit, das meiste Geld hat, am besten für sich Werbung machen kann – nicht, weil er etwas wirklich gut kann. Deshalb haben wir derzeit psychopathische Nullen an den Spitzen in Politik und Gesellschaft, im Finanzsystem sowieso.

    Das Volk, mittlerweile ebenso verroht, denkt sich: „was die da oben tun, mach ich auch“, und so taumeln wir denn weltweit dem Abgrund entgegen.

    Kapitalismus und die sogenannte „freie“ Marktwirschaft sind aus menschlichen Gründen abzulehnen, weil es nicht funktioniert, und auch zutiefst ungerecht ist.. Das hat die Geschichte bewiesen.
    Nicht per se, von sich aus, ich habe nichts gegen Hierarchien. Auch nicht gegen Macht. Wenn sie nicht missbraucht wird.

    In der derzeiten Welt wird sie das aber, weil der derzeitige Mensch (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nicht damit umgehen kann.

    Der Kapitalismus fördert Egomanentum, Rücksichtslosigkeit, Gier. Er fördert nicht das menschliche Miteinander. Der große Grundfehler des Kapitalismus ist, dass der Mensch Geld braucht, um zu leben.

    Leben darf aber nichts kosten. Leben ist frei – wir werden frei geboren, wer hat das Recht, uns zu versklaven? Keiner!
    Wer, um seinen Lebensunterhalt zu „verdienen“, Arbeit verrichten muss, die faktisch in ihrem Wesen Zwangsarbeit ist, ist ein Sklave.
    99 Prozent der Bevölkerung müssen das. Sie haben nie die wirkliche Wahl.

    Der Kapitalismus schafft also ein Milliardenheer von Sklaven, mit einigen Wenigen an der Spitze, die dick abkassieren, ohne je gearbeitet zu haben (Zins/Zinseszinseffekt, leistungsloses Einkommen). Der Kapitalismus schafft zum Beispiel auch Hunger und 20 000 verhungerte Kinder täglich. Und viele andere Scheußlichkeiten.

    Diese Fakten lass ich jetzt einfach mal so stehen. Das ist ein spannendes Thema, aber ich glaube nicht, dass sich daraus hier eine Diskussion entwickelt.

    • sandman sagt:

      Das sind weder Fakten, noch Argumente. Es handelt sich schlicht um eine Aneinanderreihung von Aussagen und Interpretationen.

      Aussagen sind sprachliche Äußerungen, die genau einen von zwei Wahrheitswerten haben: wahr oder nicht wahr

      Weder werden Begriffe erläutert, noch wird auf wahre Prämissen zurückgegriffen. Scheinbare Schlussfolgerungen beziehen sich auf nichts.

      Eine Diskussion über den Inhalt Deines Kommentars ist also sinnlos, während sich über die formalen Defizite trefflich debattieren ließe.

    • Zef sagt:

      >Eine Gesellschaft, die sich über Produktion und Konsum orientiert, ist in ihrem Wesen nicht menschlich

      Arbeiten, um zu leben, drückt das Allgemein-Menschliche auf den Punkt aus.

      Auf einer je tieferen Stufe das menschliche Leben steht, um so weniger zeigt sich diese Notwendigkeit; je höher es steht, um so mehr tritt sie hervor.

      Darüber hinaus: „Wir sind mit Euch darin einig, wir spenden Euren Bemühungen Beifall, auf dem Feld der Menschheit eine Saat zu auszusäen, die in Zukunft Ihre Früchte tragen wird.

      Aber wir widersetzen uns Euch von dem Augenblick an, wo Ihr das Gesetz und die Steuer eingreifen lasst, das heißt Zwang und Raub“ (Frederic Bastiat, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit)
      http://bastiat.de/bastiat/bruederlichkeit.html

      > Hühnerleiter. Machtstreben. Hierarchie (-denken)

      „Bring das in Ordnung was zwischen Deinen Ohren ist
      und die Welt wird sich selbst in Ordnung bringen“ (Larken Rose).

  3. Chris sagt:

    Keine neuen Gedanken sind das, aber sehr gut zusammengefasst! Eine der Grundlagen des Kapitalismus ist der freie Handel und der existiert – bei allen immer wieder kehrenden Einschränkungen – seit es Menschen gibt, die etwas zu tauschen haben. Vom Kapitalismus als vorherrschendem Wirtschaftssystem wird gleichwohl erst in der Neuzeit gesprochen, v.a. im Zusammenhang mit dem Aufkommen der technisierten industriellen Gesellschaft. Aber auch hier hat niemand den Kapitalismus „erfunden“. Ich denke auch, dass eine freie Gesellschaft nur mit den Menschen funktionieren kann, wie sie eben sind. Wenn wir allerdings von einer freien, voluntaristischen Gesellschaft sprechen und wie diese erreichbar ist, dann steckt darin natürlich auch ein gewisses Maß an Utopie und vielleicht doch auch ein bisschen Denken vom „neuen Menschen“, dem Voluntaristen, der niemandem seinen Willen aufdrückt und dem niemand seinen Willen aufdrücken kann. Der Vorteil des Voluntarismus gegenüber allen Sozialismen ist immerhin, dass es jedem Einzelnen selbst überlassen bleibt, ob er ein „neuer Mensch“ (Voluntarist) werden will oder nicht. Und es keine staatlichen oder politischen Erziehungsagenturen gibt, die „neue Menschen“ schaffen, egal ob diese es wollen oder nicht…

    • Zef sagt:

      > Chris: … dass es jedem Einzelnen selbst überlassen bleibt, ob er ein “neuer Mensch” (Voluntarist) werden will oder nicht.

      Wenn ein Mensch sein Selbsteigentum realisiert, dann wird er erwachsen, aber nicht zu einem „neuen“ Menschen. Er bleibt recht und schlecht, positiv und negativ, wie der „alte Adam“ nun mal ist. Aber der Marktverkehr, mit seinem völlig freien Binden und Lösen, funktioniert sehr gut mit diesen „zweitbesten“ Menschen.

      • Chris sagt:

        wenn ich meine Interessen nicht mehr mit Gewalt durchsetze, nicht mehr andere unterdrücke, ihnen nicht mehr meinen Willen aufzwinge, dann würde ich schon sagen, dass ich dann ein „neuer Mensch“ bin, wenn ich es bis dahin anders gehandhabt habe. Selbst wenn ich den Marktverkehr als bessere Alternative zu Raub und Plünderung begreife, bin ich doch schon so etwas wie ein „neuer Mensch“, oder?

        • Zef sagt:

          >Selbst wenn ich den Marktverkehr als bessere Alternative zu Raub und Plünderung begreife, bin ich doch schon so etwas wie ein “neuer Mensch”, oder?

          Ich sehe das so, dass du der „alte Mensch“ (recht wie schlecht) bleibst, der den Marktverkehr einfach nur als bessere Chance begreift. Dazu musst du nicht (nur) „gut“ in deinem Wesen werden. Deine Seele kann vielmehr schwarz wie die Nacht bleiben und trotzdem kannst du erkennen, dass sich Raub und Plünderung auf Dauer nicht rentieren.

          Wird denn ein Proll zu einem „neuen Menschen“, wenn er plötzlich erkennt: „Wer sich binden will, muss freundlich sein“ ? Ich meine, nicht.

          Seit Rousseau will aber die Lehre vom „neuen Menschen“ die menschliche Natur (d.h. dieses „Schlecht-und-Recht“) ändern: „Wer es zu unternehmen wagt, einem Volk Verfassungseinrichtungen zu geben muss sich in der Lage fühlen, sozusagen die menschliche Natur zu ändern“.

          Kein Libertärer, kein Voluntarist will das. Wir nehmen die Menschen so wie sie sind – schlecht und recht – und mit diesen „zweitbesten“ Menschen kooperieren wir oder lassen es entschieden bleiben. Freies Binden, freies Lösen/Diskriminieren.

          Die Minarchisten behaupten nun, dass man dazu einen Staat braucht. Das sehen wir anders, wie du sicherlich weisst. Der Marktverkehr entwickelt die besseren Anreize, sowohl fürs Binden, als auch fürs Lösen.

          • Chris sagt:

            Das überzeugt mich immerhin halb… 🙂 Wenn ich mich soweit ändere, dass ich meine Interessen nicht mehr mit Gewalt, sondern durch Verträge umsetze (so gut dies eben mit Verträgen geht), dann bin ich in meinem Bewusstsein doch weit von der Auffassung entfernt, dass ich mir nehmen kann, was mir gefällt und dass ich andere meinem Willen unterwerfen kann. Ich akzeptiere andere Menschen, die mit mir zu handeln bereit sind, als gleichwertige Partner.

            „Wird denn ein Proll zu einem “neuen Menschen”, wenn er plötzlich erkennt: “Wer sich binden will, muss freundlich sein” ? Ich meine, nicht.“ Ich meine schon. Denn wenn er sein Verhalten ändert (nicht nur ein Lippenbekenntnis abgibt), wird er ein anderer, ein „neuer“ Mensch. Warum unterdrückt der Voluntarist nicht andere Menschen? Doch nicht (nur?), weil er den Gegenschlag fürchtet, sondern weil er zu der Überzeugung gelangt ist, dass dies moralisches Verhalten ist. Es liegt dem Verhalten des Voluntaristen also eine Bewusstseinsveränderung zugrunde. Diese macht ihn zum „neuen Menschen“. Mit allen Vor- und Nachteilen der Betrachtung…

          • Chris sagt:

            Was ist eigentlich der Unterschied zum sozialistischen „neuen Menschen“? Die Ausrichtung. Der Voluntarist hat begriffen, dass niemandem gegen seinen Willen etwas aufgezwungen werden darf. Der neue Mensch des Sozialismus hat eingesehen, dass er seinen Willen dem Kollektiv (oder in der Wirklichkeit: der Parteiführung) unterordnen muss, um glücklich zu sein.

          • Zef sagt:

            >Das überzeugt mich immerhin halb… 🙂

            Immerhin! 🙂

            Mir ist der Aspekt wichtig, dass ich als Voluntarist Deine Natur überhaupt nicht ändern muss und auch gar nicht will. Du kannst komplett so bleiben wie Du bist.

            Solange Du Dich anständig verhältst, ist es mir schnuppe, ob Du aus moralischer Überzeugung oder aus schierer Nützlichkeit handelst.

            Ich behandele die Wirklichkeit durch Binden und Lösen. Deine Moral, sofern Du eine willst und hast, ist allein deine Sache – Dein „glücklich Eigentum“.

            Ein anderer Mensch kann ohnehin nicht in Dein Herz schauen und sehen, wie Du „wirklich“ bist; er versteht Dich immer nur als „Möglichkeit“. (Es ist doch mitunter sogar schwierig, sich selbst zu verstehen.)

            Was ich sagen will: Das Ethische ist keine Keule, die man anderen über die Rübe zieht, sondern, wenn Du das Ethische wählst (was ich von Dir aber gar nicht verlange) eine Forderung (des Ethischen) an Dich selbst.

            Der Ethiker WÄHLT die Kategorie „Gut-und-Böse“. Der Ästhetiker tut das nicht; er wählt nicht einmal das Wählen. Trotzdem können die beiden „marktverkehren“. Ist das nicht wunderbar?! 🙂

          • Chris sagt:

            Stimmt. Ich sehe schon ein, dass der Vorteil der voluntaristischen Haltung der ist, dass ich niemanden „auf Linie“ bringen muss

            „Solange Du Dich anständig verhältst, ist es mir schnuppe, ob Du aus moralischer Überzeugung oder aus schierer Nützlichkeit handelst.“
            Immerhin muss ich mich „anständig“ verhalten. Und als Voluntarist tue ich das doch aus innerer Überzeugung, oder? Genau das ist aber Kennzeichen eines „neuen Menschen“. Auch wenn dieser in der Lage ist, mit allen möglichen „alten Menschen“ zusammen zu leben. Oder diese zumindest nicht beherrschen zu wollen.

            .

          • sandman sagt:

            Der Voluntarist erkennt den Nutzen der Kooperation und handelt entsprechend.

          • Zef sagt:

            >Immerhin muss ich mich “anständig” verhalten

            Die „Anständigkeit“ ergibt sich aber aus unserer Vereinbarung (Kaufvertrag, Werkvertrag, Dienstvertrag usw).

            >Und als Voluntarist tue ich das doch aus innerer Überzeugung, oder?

            Weiss ich doch nicht. Du bist „dieser eine Mensch“. Mach’s doch einfach! Du kannst dich wählen – als Voluntarist oder sonstwas. Deine „innere Überzeugung“ gehört dir.

            Ob ich dann noch etwas mit dir zu tun haben möchte, ist eine ganz andere Frage.

            Die Möglichkeit der Selbstwahl, der Realisierung des Selbsteigentums, existiert seit Adam und Eva. Und das Freiwillige könnte selbst ein Gott dir nicht nehmen. Aber auch das ist nichts „Neues“.

            Nur auf eins sei gefasst: du wirst kein „Heiliger“ – musst du aber auch nicht!
            „Zweitbester Mensch“ ist auch ganz schön. Hauptsache du bist richtig gestellt.

            Selbst jemand mit der reichsten Persönlichkeit ist nichts, bevor er sich selbst gewählt hat.

            Das Wählen ist meine Losung,
            der Nerv meiner Lebensanschauung (Kierkegaard)

          • Nullte_Instanz sagt:

            Hallo Chris,
            ich möchte Dir gerne eine kleine Gedankenanregung in Bezug auf den „neuen Menschen“ geben.

            Was wird aus einem Menschen der Schuldfrei aufgewachsen ist?
            Also einem Kind welches seit Geburt nicht indoktriniert aufwächst?

            Wenn Eltern ihren Kindern von Geburt an die beiden wertvollsten Geschenke mit auf den Weg geben, -wird das die Zukunft verändern… Wenn Eltern ihre Kinder als Menschen mit individuellen Rechten betrachten, -ihnen Respekt entgegen bringen und ehrliche aufbauende äußere Lebensbedingungen schaffen, welche Kindern helfen, -Unabhängigkeit, Integrität und das Geschick zu entwickeln, Realität ehrlich zu erkennen und zu begreifen, um logische Zusammenhänge herzustellen und abzuleiten, dann ist der erste Schritt getan.

            Ein Kind, welches von Zuhause aus keine unterdrückende Autorität, Zucht und Zwang durch Gewaltandrohung erfahren hat, wird dies in der Regel als Erwachsener ebenfalls ablehnen und nach rationalen alternativen suchen. Viele Eltern üben, meist unter beschönigenden Bezeichnungen (Disziplinierung, Beschützermaßnahme etc.) körperliche und/oder geistige Gewalt aus und kränken das Kind damit Physisch und Psychisch (meist ein Resultat aus ebenfalls falscher „Erziehung“). Wird Kindern kein Respekt entgegengebracht, können sie wahrscheinlich niemals Respekt sich selbst, ihren Eltern oder jedem anderen gegenüber entwickeln. Je härter der Grad der Physischen und/oder Physischen Gewalt desto „gestörter“ ist das Erwachsenen Dasein. Solche Kinder werden oft die Politiker, Kriminellen, Theologen und andere Unproduktive-Werteabschöpfer von morgen, die weder Respekt vor sich selbst haben noch vor den individuellen Rechten und Eigentumsrechten anderer.

            Wäre ein Mensch der unter diesen Voraussetzungen aufwächst der erste „wahre“ „neu Mensch“? Ich denke nicht… Er wäre ganz einfach „weniger vorbelastet“ mit schwachsinnigem Altruismus denken. (Die Opferbereitschaft für irgendeine „schein“ Autorität oder einer Gruppe ist mit dem rational denkendem Geist unvereinbar und deshalb immer Schwachsinnig). Im Grunde genommen sagt das alles überhaupt nichts aus, da es sich lediglich um ein Wort handelt welches aber im weiteren Sinne keine Rolle spielt, -es ändert nichts. Es wertet Menschen lediglich in irgendwelchen „mystischen“ Gedankenmodellen, ohne dabei eine Werthaltigkeit für die Realität darzustellen.

            Deshalb beachte ich dieses ganze „neu Mensch“ „alt Mensch“ „zweitbeste Mensch“ usw. nicht weiter… Wir sind alle ganz einfach nur Menschen. Mit allen schwächen und allen stärken, die Summe daraus und aus unseren Taten (und nicht-Taten) ergibt, -wer wir sind.

            Keiner ist eine eigene Nation, unabhängig, oder bar jeder schwäche, -ein zustand den viele Menschen gar nicht begreifen… Getrennt zu sein ist unsere größte Schwäche…

            Gruß Phil

          • Chris sagt:

            Die Erziehungsfrage führt die Diskussion über einen neuen Menschen einfach nur über die Generation hinweg weiter. Ich kann mich selbst läutern (oder geläutert werden). Ich kann aber auch gleich in einem Umfeld aufwachsen, in dem ich den Voluntarismus (und natürlich auch eine sozialistische oder sonstwelche Vorstellungswelt) quasi mit der Muttermilch aufsauge.

            Wie wir das Ergebnis der Läuterung oder Erziehung dann nennen, ist in der Tat zweitrangig. Entscheidend ist aber für mich, dass es ohne Menschen, die eine freie Gesellschaft wollen, keine freie Gesellschaft geben wird. Eine freie Gesellschaft ist kein Selbstläufer. Sie bedarf der Menschen, die frei sein wollen.

          • michael sagt:

            es geht eben nicht um einen neuen menschen…sondern um den menschen, der so ist, wie er geboren wird= nämlich vernünftig.
            im jetzigen umfeld wird sein hirn so sehr traumatisiert, daß er herrschaft als etwas gutes und notwendiges ansieht, was total irrational ist.

            was wir wollen ist soz. ein untarumatisierter mensch.

          • Chris sagt:

            „was wir wollen ist soz. ein untarumatisierter mensch.“ meinetwegen nennen wir den „neuen Menschen“ dann eben so… 😉

          • michael sagt:

            neu würde heißen, etwas nicht dagewesenes… ist ja genau das gegenteil.
            du wirst ja gesund geboren… den menschen nennen wir ja nicht den gesundheitlich neuen menschen, sondern den gesunden menschen.

          • Zef sagt:

            >Chris: Entscheidend ist aber für mich, dass es ohne Menschen, die eine freie Gesellschaft wollen, keine freie Gesellschaft geben wird

            Wobei es die EINE freie Gesellschaft auch gar nicht geben muss. Man soll auch die Unfreiheit wählen können dürfen – aber eben nur für sich, nicht auch andere.

            Analog zu oben, können freie Gesellschaften auch mit Sadomaso-Gesellschaften marktverkehren.

            Und last not least: selbst als Einziger auf dieser Welt, kannst du dich selbst als Freiheit realisieren. Dein Selbst IST dann Freiheit, unbeachtlich aller äußeren Umstände.

            Was könnte dich davon abhalten?

  4. Amalek sagt:

    @ Germania2013

    Jeder blamiert sich, so gut er kann! Sie haben Roland Baader überhaupt nicht verstanden, oder nur oberflächlich gelesen. Beides keine gute Grundlage für einen Kommentar.

    Alles was Sie bemängeln, sind Auswirkungen von Staatskapitalismus, Planwirtschaft und ungezügeltem Finanzkapitalismus.

    Die hierfür verantwortlichen anmaßenden Funktionäre und korrupte Machteliten, haben in Roland Baaders Modell keinen Platz mehr. Das ist jene natürliche Ordnung, in welcher sich freien Menschen auf freien Märkten die Möglichkeit eröffnet, ihre Arbeit durch Kapitalbildung ständig produktiver zu machen und somit Wohlstand und Fortschritt zu erzeugen.

    „Leben darf aber nichts kosten.“ „Wer, um seinen Lebensunterhalt zu “verdienen”, Arbeit verrichten muss, die faktisch in ihrem Wesen Zwangsarbeit ist, ist ein Sklave.“

    Hallo? Sie hätten halt einen Antrag stellen müssen, um im Schlaraffenland geboren zu werden!

    In diesem Leben war und ist jeder für sich selbst verantwortlich. Wer leben möchte, muss um das Überleben kämpfen. Früher durch die Jagd, heute durch selbständiges- oder unselbständiges ARBEITEN.

    Und das ist ein Naturgesetz. Es fragt nicht danach, ob es einem passt, oder nicht!

  5. Nullte_Instanz sagt:

    Das ist ein sehr guter Einwand!

    Ich bin anfangs häufig davon ausgegangen das viele Menschen den Staat lediglich deshalb „feiern“, weil sie nicht den notwendigen Überblick darüber haben, wie weit seine „Gewaltbefugnisse“ gehen. Das ist aber ein großer Trugschluss! Es gibt eine, -nicht geringe Anzahl von Menschen, die ebenfalls aufgeklärt sind, und trotzdem keine vollständige Ablehnung gegenüber Herrschaft anstreben, oder wollen. Libertäre, Minimalstaatler etc. wären da nur ein paar Beispiele.

    Ich hab mich schon einige male mit Menschen unterhalten die offen dazu stehen, und sagen, -das sie sich gerne ein Teil ihrer Lebensanstrengungen abnehmen lassen und das sie den Gedanken ihr Leben selbständig leben zu müssen, -beängstigend finden. Sie finden es bis zu einem gewissen Grad völlig in Ordnung, sich zu fügen oder „Anführern“ zu folgen. Ich finde das ebenfalls in Ordnung…. Es spricht ja auch nichts dagegen Menschen zu „folgen“ die permanent bessere Entscheidungen treffen als man selbst, -wenn die eigenen Entscheidungen zu negativen Konsequenzen führen und man durch „mitlaufen“ auf einen besseren Weg kommt, -warum dann also nicht?

    Wichtig sollte einfach nur sein, das jeder FREIWILLIG für sich selbst entscheiden kann, -ob und wem er nun folgen möchte. Wildfremde Menschen die mich nicht kennen, können unmöglich wissen was nun „besser“ für mich ist… schlimmer ist nur der Umstand, das sie von noch fremderen Menschen „ausgewählt“ werden…

    Es ist einfach nur anmaßend, zumal ich mir im TV ja diese leeren Puppengesichter anschauen kann, die ja angeblich ach so tolle Entscheidungen für mein Leben treffen können… Wenn ich sie nun an ihren Taten in Bezug auf ihre vorher gesprochenen Worte, -messe (Wahlversprechen), dann komme ich zudem Schluss das ich mit diesen Leuten im Privatleben NIEMALS Geschäfte machen würde, da ich im Nachhinein wohl immer schlechter dran wär als vorher. Vermutlich würde ich selbst im Knast keinen Handel mit solch „kriminellen Vögeln“ betreiben… Sie sind einfach zu unehrlich und beweisen dies auch fast täglich aufs neue.

    Gruß Phil

    • Nullte_Instanz sagt:

      Ups…

      Da fehlt das Zitat vom Zef…
      „“Wobei es die EINE freie Gesellschaft auch gar nicht geben muss. Man soll auch die Unfreiheit wählen können dürfen – aber eben nur für sich, nicht auch andere.““

      (Das sollte eigentlich der Anfang sein) 🙂

    • Zef sagt:

      Hallo Phil

      Wie sagte neulich jemand im Bundestag:
      „Ich mach‘ mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.“

      … mit anderer Leute Geld, freiem Mandat, Indemnität und Gewaltmonopol. Wenn das keine rosigen Aussichten sind …

      Gruss Zef

      • Nullte_Instanz sagt:

        Indemnität… Die Krone -der Überheblichkeit-

        Wie heißt es so schön, wenn Karrieren schwindelnde Höhen erreichen, ist der Schwindel häufig nicht mehr nachzuweisen.

        Naja egal, am Ende wird alles gut, und wenn nicht, -war es auch nicht das Ende… 🙂

  6. […] paar Gedanken, zu denen ich durch diesen Artikel hier: freiwilligfrei inspiriert […]

  7. Wie ersichtlich, basiert die wirtschaftliche Freiheit auf dem Grundsatz des freien Wettbewerbs. Er ist der zentrale Freiheitsbegriff, um den sich alle anderen Freiheiten anordnen. Frei ist, wer wirtschaftlich frei ist; und wirtschaftlich frei ist, wer sich ungehindert am Wettbewerb beteiligen kann. Umgekehrt ist unfrei, wer an der Teilnahme am Wettbewerb gehindert oder gar vom Wettbewerb ausgeschlossen ist. Wirtschaftliche Freiheit und damit das Fundament der Freiheit überhaupt ist nichts anderes als das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb.

    Was dagegen heute die so genannte Freiheit ausmacht, ist die Freiheit politischer Art, die vorwiegend darin besteht, bei irgendeiner Abstimmung, die meist zu Unrecht die Bezeichnung „Wahl“ führt, Ja oder Nein sagen oder irgendeinen Zettel abgeben zu dürfen. Diese politische Freiheit ist vergleichsweise bedeutungslos; sie kann, ebenso wie die persönliche Freiheit, ohne die wirtschaftliche Freiheit gewährt werden und ist dann ein Torso.

    Während die wirtschaftliche Freiheit nach dem Gesagten die persönliche Freiheit automatisch mit einschließt, können umgekehrt – wie das Vorhandensein des Proletariats schlagend beweist – persönliche und politische Freiheitsrechte bestehen, zugleich aber die entscheidende wirtschaftliche Freiheit der Beteiligung am Wettbewerb vorenthalten und damit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Freiheitsberaubten Tür und Tor geöffnet werden.

    Diese Tatsache darf jedoch keinesfalls zu einer Geringschätzung dieser Rechte, vor allem der persönlichen Freiheitsrechte, verleiten, denn obgleich, wie gesagt, persönliche Freiheit nicht zugleich auch wirtschaftliche Freiheit bedeuten muss, so hat doch umgekehrt persönliche Unfreiheit auf alle Fälle ganz zwangsläufig wirtschaftliche Unfreiheit und damit zugleich drückendste Ausbeutung im Gefolge. Das zeigt mit aller Deutlichkeit die Institution der Sklaverei, die ihrem Wesen nach auf der persönlichen und demzufolge wirtschaftlichen Unfreiheit der Sklaven beruht. Auf die letztere kommt es den Sklavenhaltern einzig und allein an, weil sie die Ausbeutung – in diesem Fall die unmittelbare Ausbeutung – ermöglicht.

    Die Gewährung der persönlichen Freiheit vermag zwar diese unmittelbare Ausbeutung zu verhindern, keineswegs aber die Ausbeutung als solche. Als man in Nordamerika mit Gesetz vom 31. Januar 1864 den Sklaven die persönliche Freiheit und kurz darauf durch die Rekonstruktionsbill auch die politische Freiheit in Form des aktiven und passiven Wahlrechts einräumte, da waren die Sklaven wohl ihrer Ketten ledig und damit der drückendsten Form der Ausbeutung, keineswegs aber der Ausbeutung überhaupt, denn ihre wirtschaftliche Unfreiheit in Gestalt einer Behinderung der Teilnahme am Wettbewerb war geblieben.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/halbwegs-glucklich.html

    • rote_pille sagt:

      Die Freiheit basiert nicht auf dem Wettbewerb sondern der Wettbewerb auf der Freiheit. Ich kann mit dem Pharmariesen bei der Medikamentenherstellung nicht konkurrieren, weil ich weder Fabriken habe noch praktisch in der Lage bin das dafür notwendige Kapital zu besorgen. Ich bin deswegen nicht unfrei, jedenfalls nicht solange jemand nicht Zwang auf mich ausübt und mir verbietet, Medikamente herzustellen, unabhängig davon ob ich tatsächlich in der Lage wäre mich auf dem Markt zu behaupten oder nicht.
      Warum machen Sie es eigentlich so kompliziert? Es gibt keine Unterschiede zwischen wirtschaftlicher und persönlicher Freiheit, und politische Freiheit ist ein Widerspruch in sich. Freiheit ist unteilbar. Ich kann nicht persönlich frei und wirtschaftlich versklavt sein, denn zur Aufrechterhaltung meiner wirtschaftlichen Versklavung werden Verbrechen gegen meine Person angedroht, und ich kann nicht persönlich versklavt und wirtschaftlich frei sein, denn der Sklavenhalter benötigt von mir Geld oder Arbeitskraft um die Sklaverei zu refinanzieren und er muss mich daran hindern mit anderen zu handeln, da ich sonst abhauen würde oder jemanden dafür bezahlen, um den Sklavenhalter loszuwerden. Politische Freiheit ist gar nicht denkbar, denn solange ich den Bestimmungen der Politik unterliege bin ich nicht frei. Die gewähren mir keine Rechte mit der bill of rights, sondern versprechen lediglich meine Freiheit im Bezug auf die angeführten Punkte nicht zu verletzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



FreiwilligFrei.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de