Plädoyer für Amazon

On 24. Dezember 2013, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei

Kommentar von Oliver Heuler zum Artikel: Plädoyer für den Versandhändler Amazon ist immer für mich da

 

Und das wichtigste Argument ist noch nicht mal dabei: Nicht ein investigativer Under-Cover-Journalist — selbst diese heroische Dame nicht http://goo.gl/ZhyHK1 — hat bisher aufdecken können, dass Amazon die Menschen mit Gewalt zur Arbeit zwingt. Jeder der Mitarbeiter findet offensichtlich, dass die Arbeit bei Amazon besser ist als alle Alternativen und arbeitet freiwillig dort. Ja, ich weiß: Jetzt kommt das Standard-Argument, dass die Mitarbeiter eben nicht die freie Wahl haben und deshalb nicht freiwillig bei Amazon arbeiten. Die Frage lautet: Was ist die freie Wahl? Die freie Wahl ist natürlich immer begrenzt. Ich kann auch nicht bei Google als Suchalgorithmus-Verbesserer arbeiten, obwohl ich das gerne würde. Mein IQ reicht dazu einfach nicht aus. Romane würde ich auch gerne schreiben, aber meine Phantasie ist viel zu begrenzt, um davon leben zu können. Die freie Wahl ist immer eine Wahl zwischen sub-optimalen Alternativen. Die ganz freie Wahl haben wir vielleicht beim Tagträumen. Wer jedoch ständig beklagt, dass die Alternativen sub-optimal sind, der wird tatsächlich zum Opfer: zum selbstgewählten Opfer der Umstände. Es geht mir erheblich besser, wenn ich jeden Tag aufs Neue aufstehe und mir die Umkehrung von dem angeblichen Luther-Zitat sage: »Hier stehe ich und ich kann auch anders.«
Also wenn große Unternehmen kritisiert werden, dann bitte nicht dafür, dass sie nicht die Löhne zahlen, die Gewerkschaftler für angemessen halten, sondern dafür, dass sie mit dem ins Bett steigen, der tatsächlich die Menschen vergewaltigt: dem Staat. Da werden dann Gesetze geschmiedet, die den Beteiligten auf Kosten der Allgemeinheit Vorteile verschaffen, aber das kritisiert kaum ein Gewerkschaftler, eben weil die Gewerkschaften ja nichts anderes tun. Ich weiß jedoch aus eigener Erfahrung wie lange es dauern kann, bis man sich das alles als demokratischer Sozialist eingestehen mag. Mir hat Reinhard Sprenger dabei geholfen. Sein wichtigstes Buch liefert Amazon übrigens meist innerhalb eines Tages: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593377594/golfforum-21

 

André Maronna:

Die Frage, lieber Oliver, lautet leider nicht, was ist die freie Wahl. Denn; Wie Du ja bereits erwähnt hast, haben wir die freie Wahl nur in unseren Tagträumen. Die Frage nach der freien Wahl stellt sich einfach nicht, wenn es darum geht, sich selbst und seine Familie ernähren zu müssen. Ich bin, weiß Gott, kein Gewerkschaftsfreund. Dennoch: Ohne Die Gewerkschaften und die dazugehörigen Mantel-Tarif-Verträge wären sämtliche Arbeitnehmer auf Gedeih und Verderb den Arbeitgebern ausgeliefert. „Hier stehe ich und ich kann auch anders“ erscheint in meinen Augen leider als Hohn, denjenigen gegenüber, die bei einem Unternehmen, wie Amazon arbeiten MÜSSEN, da die einzige andere Alternative die Arbeitslosigkeit oder die Leiharbeit wäre.

Oliver Heuler:

Danke André, genau das sind die Einwände, die ich damals meiner heutigen Position gegenüber auch gebracht hätte. Stell dir mal vor, es gäbe keine Gewerkschaften, die vom Gewaltmonopol mit Rechten ausgestattet wären, die andere eben nicht haben. Was wäre dann? Ein Arbeitgeber könnte sagen: Ich zahle nur ein Euro pro Stunde. Aber wer würde da arbeiten? Richtig niemand. Wie viel muss er deshalb zahlen? Er muss mit seinem Preis so lange nach oben gehen bis er genügend Arbeitnehmer gefunden hat. Dabei konkurriert er mit anderen Arbeitgebern. Die bieten um die Wette. Der Preis wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das klappt wunderbar. Seit Jahrtausenden. Wir kennen das nur gar nicht mehr, weil wir seit wir leben keinen freien Markt haben.
Und was passiert, wenn in den freien Markt eingegriffen wird? Entweder mit expliziten Mindestlöhnen oder mit de facto Mindestlöhnen durch Sozialhilfe? Richtig, Arbeitsplätze, die sich vorher gerechnet hätten, rechnen sich jetzt nicht mehr, und es entsteht Arbeitslosigkeit. Gleiches gilt für Kündigungsschutzgesetze. Ich hätte schon häufig Leute angestellt, wenn das nicht so ein bürokratischer Alptraum wäre und wenn ich mich damit nicht fesseln würde. Von Lohnnebenkosten will ich gar nicht anfangen. Was geht es eigentlich Dritte an, wenn ich mir mit einem Mitarbeiter einig bin? Wo gibt es noch einen freien Markt? Richtig: beim Schwarzmarkt. Der blüht, hat damals die DDR lange vor dem viel früheren Zusammenbruch bewahrt und genauso ist es hier. Ein wundervolles Beispiel für das Funktionieren von freien Märkten sind auch die weltweiten Shantytowns: 1 Milliarde Menschen wohnen hier und erzeugen ein Bruttosozialprodukt von 10 Billionen. Robert Neuwirth schreibt: »If System D (so nennt er die Shantytowns) were an independent nation, united in a single political structure — call it the United Street Sellers Republic (USSR) or, perhaps, Bazaaristan — it would be an economic superpower, the second-largest economy in the world (the United States, with a GDP of $14 trillion, is numero uno).«

 

Quelle: facebook.com/oliverheuler

 

33 Responses to Plädoyer für Amazon

  1. Zef sagt:

    Beim bedingungslosen Grundeinkommen und bei einem Mindestlohn, der über dem gegenwärtigen Marktpreis der Arbeit liegt, handelt es sich um „money for nothing“, um Geld ohne Gegenleistung.

    Leistungs-loses Geld wird in Kürze wert-loses Geld. Warum ist das so:

    Stellen wir uns ein Land vor, in dem – aus welchen Gründen auch immer – nichts mehr produziert wird, in dem also keine Wert-schöpfungs-prozesse stattfinden.

    „Es ist dann jedermann bettelarm, denn ganz egal wie viel Geld jemand besitzt oder gespart hat: er kann dafür nichts mehr kaufen. Und weil in einem solchen Land das Geld wertlos ist, wird auch die Währung des Landes auf den internationalen Devisenmärkten wertlos, das heißt: die Geldbesitzer können mit ihre wertlosen Währung auch nicht mehr importieren.

    Diese einfache ökonomische Gesetzmäßigkeit gilt aber nicht nur prinzipiell, sondern auch graduell. Das heißt: Je weniger produziert wird, desto weniger können sich die Bewohner dieses Landes leisten, ganz gleich wie viel Geld sie (noch) verdienen oder besitzen“ (Baader, totgedacht, S. 145).

    Institute wie Mindestlohn und bedingungsloses Grundeinkommen sind die letzten Stationen vor dem finalen Bankrott. Der moralische Bankrott fand aber schon vorher statt, etwa dort, wo man sich dem „Eat-The-Rich-Kannibalismus“ hingegeben hat oder allgemein dem Prinzip: der Einzelne ist nichts, das Kollektiv ist alles.

  2. Granter sagt:

    Man kann ja gern Jahrelang darüber diskutieren, wie toll freie Märkte doch wären, aber diese Überlegungen sind leider vollkommen realitätsfern, wenn man das Phänomen „Macht“ nicht in die Überlegungen mitein fliesen lässt. Hier in dem Fall, Macht von Unternehmen vs. Macht von Gewerkschaften. Ohne Gewerkschaften wären die Machtverhältnisse miserabel für den Einzelnen Arbeitnehmer.

    „Der Preis wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das klappt wunderbar. Seit Jahrtausenden. Wir kennen das nur gar nicht mehr, weil wir seit wir leben keinen freien Markt haben.“

    Historisch absolut nicht belegbar. Wo soll es bitte in den letzten 5000 Jahren dauerhaft freie Märkte gegen haben? Im Mittelalter? In der Antike? Im historischen Ägypten? Der Austausch von Waren und Dienstleistungen war schon immer Reglementiert, siehe Zünfte.

    Der Artikel ist sehr schlecht argumentiert und recherchiert.

    • Hermann Messmer sagt:

      Der Artikel argumentiert sauber und glassklar.
      5000 Jahre Schwarzarbeit 🙂
      Erhöhe den Mindestlohn für das Friseurhandwerk auf 20 Euro pro Stunde und die Läden werden zunehmend leerer. Erhöhe den Mindestlohn auf 50 Euro pro Stunde und der Schwarzmarkt wird auch Dir die Augen öffnen und die Haare schneiden :-).
      Der staatlich regulierte Friseur-Handwerk-Markt wird sich zunehmend der DDR annähern. Friseure in regulierten Läden ohne Kunden. Die Menschen werden mit ihrem Geld abstimmen! Und der freie Markt wird den Preis bilden. Den richtigen Preis zuzüglich einem Risikoaufschlag wegen der Gewerkschaften, Politiker und Gewaltstrukturverehrer.

      • Granter sagt:

        Es ist ja noch nicht mal klar dargestellt, warum der Autor gegen Gewerkschaften argumentiert. Warum sollten sich Arbeitnehmer einer Branche nicht freiwillig organisieren um sich gegen Ausbeutung zu schützen? Keiner ist gezwungen einer Gewerkschaft bei zu treten. Stattdessen wird eine fadenscheinige Verbindung zum Staat geschaffen („Stell dir mal vor, es gäbe keine Gewerkschaften, die vom Gewaltmonopol mit Rechten ausgestattet wären, die andere eben nicht haben.“), obwohl es keinen Grund gibt anzunehmen, das Gewerkschaften einen Staat nötig hätten. Es reicht doch allein der Wille einer bestimmten Personengruppe.

        Die glasklare Argumentation scheint äußerst stumpf zu sein

        • Zef sagt:

          >Stattdessen wird eine fadenscheinige Verbindung zum Staat geschaffen …

          Um auf die Schnelle nur mal zwei Verbindungen aufzuzeigen:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeinverbindlicherkl%C3%A4rung

          http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmer-Entsendegesetz

        • Hermann Messmer sagt:

          Hallo Granter,
          natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Arbeitnehmer freiwillig organisieren.
          Der Marktpreis für die Mitarbeiterentlohnung bei Amazon hat sich durch die freiwilligen Verträge zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber gebildet. Amazon setzt auch Leiharbeiter ein. Eine Gewerkschaft möchte weder das eine noch das andere akzeptieren.
          Ohne Staat wäre das Thema nun erledigt.
          Wer bei Amazon nicht arbeiten möchte, weil er sich ausgebeutet fühlt, darf sich gerne einen Arbeitgeber suchen der ihn nicht ausbeutet. Oder noch sehr viel besser: Er kann beweisen, das es besser geht (höhere Löhne, weniger Leiharbeit) und ein eigenes Unternehmen gründen. Wem Amazon nicht passt, sollte dort nichts kaufen. Niemand wird gezwungen dort zu kaufen.
          Mit Staat verbietet nun der Betriebsrat der Unternehmensführung frei zu entscheiden, ob und wieviel Leiharbeiter beschäftigt werden dürfen. Das Verfahren landet vor einem staatlichen Gericht.
          Mit Staat sind die Gewerkschaftsmitglieder im Betriebsrat vor Kündigungen weitgehend geschützt.
          Mit Staat dürfen Gewerkschaftsmitglieder für höhere Löhne streiken, obwohl mit dem Arbeitgeber kein Streit-„recht“ vertraglich vereinbart wurde. Der Vertrag zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer wird mit Gewerkschafts- und Staatshilfe einfach gebrochen. Umgekehrt darf der Arbeitgeber aber keinesfalls den Vertrag mit den Arbeitnehmern brechen um endlich wirtschaftlich zu arbeiten. Einfach mal die Mitarbeiter aussperren, um niedrigere Löhne oder andere Arbeitsbedingungen zu erzwingen geht gar nicht.
          Gerade im Fall Amazon zeigt sich wie grotesk die Gewerkschaftsdarstellung mit dem Wort Ausbeutung ist. Das Unternehmen macht seit Jahren Verluste. Die Börse und der Unternehmensgründer glauben an den Erfolg von Amazon. Der Reichtum von Jeff Bezos stammt nicht aus Gewinnen des Unternehmens mit dem operativen Geschäft sondern durch die steigenden Aktienkurse von seinem Unternehmen, aus dem Glauben, das in Zukunft Amazon profitabel wird. Jeff Bezos hat mehr als 100.000 Arbeitsplätze mit dem Unternehmen geschaffen. Ohne Arbeitszwang. Was für ein verachtenswerter Ausbeuter. Jetzt kommen die Gewerkschaften aus dem Gebüsch und klären die Ausgebeuteten endlich auf und erklären wie ein Unternehmen zu wirtschaften hat.
          Liebe Grüße
          Hermann

        • Granter sagt:

          Hallo Herman,

          auch ohne Staat wäre das Thema nicht erledigt, sobald sich eine gewisse Anzahl der Mitarbeiter organisieren. Manchmal reicht es sogar, wenn sich nur einzelne Berufsgruppen in einem Unternehmen solidarisieren, wie z.B. die Lokführer bei der Bahn. Bei Amazon ist es eben das Weihnachtsgeschäft. Denn den einzelnen kann man ja noch kündigen, aber ab einer gewissen Prozentzahl, funktioniert ein Unternehmen nicht mehr. Und so schnell ist Ersatz auch nicht beschafft, vor allem nicht, wenn es um eine große Anzahl geht und erst recht nicht, wenn dies sich ständig wiederholen sollte und man mit der neuen Belegschaft vor der gleichen Entscheidung steht. Wie würde wohl das Weihnachtsgeschäft bei Amazon aussehen, wenn die jedes Jahr im Dezember nicht liefern könnten. Keiner würde mehr dort seine Geschenke bestellen. Das heißt, man wird sich einigen müssen und alles mal durchrechnen, wie es denn zur Zufriedenheit aller gehen soll. Aber dies funktioniert nur, wenn der Macht des Unternehmens die Macht der solidarischen Belegschaft gegenüber steht.

          Das Problem an deiner Sichtweise ist, dass du den Arbeitnehmer als Einzelnen sehen willst, der mit einem Unternehmen einen individuellen Vertrag aushandelt. Der Einzelne geht aber, gerade in der modernen Arbeitswelt, gnadenlos unter. Gerade ohne einen Staat hat dieser umso mehr ein Interesse nicht alleine dazustehen. Ihr könnt hier halt mit Begriffen wie Solidarität nicht viel anfangen, da sind eure ideologischen Scheuklappen zu stark.

          Und was den Gewinn von Amazon angeht, die waren Jahrelang nicht von schlechten Eltern. Und das es momentan etwas dürftig aussieht liegt wohl eher an Steuersparmodellen und daran, dass man die Konkurrenz aus dem Weg räumen will. Wie du ja am Aktienkurs sehen kannst, alarmiert ist keiner wenn es um die Gesundheit von Amazon geht.

          • Hermann Messmer sagt:

            Lieber Gartner,
            ich sehe den einzelnen Arbeitnehmer als Individuum, mit Sorgen, Nöten, Familie und was so zu einem Individuum dazugehört. Wenn ich mit diesem Individuum einen befristeten Vertrag aushandele, zum Beispiel für das Weihnachtgeschäft, ist ihm klar was das bedeutet und mir auch. Und auch unserem Betriebsrat.
            Ich empfinde das Wort Solidarisch in dem Zusammenhang mit Amazon deshalb völlig fehl am Platz. Verdi erzählt den unbeteiligten Mitmenschen, Amazon schmeißt diese 600 Mitarbeiter jetzt raus. Diese 600 Mitarbeiter haben schlicht keinen Vertrag für die Zeit nach Weihnachten.
            Politikern und Gewerkschaftern geht es darum, sich in anderer Leute Leben einzumischen. Durch Werbung und Manipulation. Am wichtigsten dabei ist es, den Mitarbeitern zu erklären, dass sie ohne Gewerkschaft machtlos sind. Das sie diese starke Gemeinschaft brauchen.
            Ich habe bei mir in der Firma einen starken Betriebsrat. Einen Betriebsrat, der eine Insolvenz miterlebt hat. Ein Betriebsrat der die Mitarbeiter und die Geschäftsführung als solidarische Gemeinschaft begreift. Glaube mir, ich weiss was Solidarität heißt. Es ist das Streben nach einer gemeinsamen guten Zukunft. Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Leute, die Feindschaft untereinander sähen brauchen wir dazu nicht. Der Betriebsrat in unserer Firma will selbst entscheiden. Interessanterweise wirbt der Betriebsrat gegen Gewerkschaften. Er hat sicherlich genau wie ich Sorge, dass dann die Solidarität weg ist.
            Ich habe keine Ahnung was eine Gewerkschaft mit Solidarität zu tun hat. Es sind Klassenkämpfer. Die den Arbeitnehmern eine Schwäche einreden, die diese nicht haben.

          • Zef sagt:

            „Wir arbeiten gern bei Amazon!“

            Im Amazon- Logistikzentrum Leipzig übergaben Mitarbeiter dem Amazon- Management am vergangenen Freitag 700 „Pro-Amazon“-Unterschriften – weitaus mehr, als am Standort Leipzig gestreikt haben.

            Darin distanzieren sie sich von der Gewerkschaft ver.di und schreiben: „Wir arbeiten gern bei Amazon.“ Das teils negative Bild, das über Amazon verbreitet werde, decke sich nicht „mit dem Empfinden und der Einstellung vieler Mitarbeiter“.

            http://yess.de/verdi-amazon-streik-wir-arbeiten-gern-bei-amazon-1222.html

            BTW: „Wenn man die Opferzahlen des kriminellen Delikts namens Erpressung so sehr erhöht, dass davon ein ganzes Volk betroffen ist, und wenn den Tätern trotzdem der Status der Legalität zugesprochen wird, dann hat diese Perversion einen Namen: Gewerkschaften“ (Roland Baader).

          • Zef sagt:

            Und weils grad so schon ist:

            „Arbeitskämpfe sind Kriege der Funktionäre gegen die Konsumenten, die Steuerzahler und die Arbeitslosen“.

            Gewerkschaftsfunktionäre sind scheinheilige Engel, die ihren gläubigen Verehrern den Himmel auf Erden versprechen, indem sie immer mehr Menschen in die Hölle der Arbeitslosigkeit stürzen (Roland Baader, Freiheitsfunken).

            Wem gerade das letzte nicht unmittelbar einsichtig ist, der hat schlicht keine Ahnung vom Thema.

          • Zef sagt:

            IG Metall will Tarifverträge für Werkverträgler

            http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/werkvertraege-ig-metall-will-tarifvertraege-fuer-werkvertraegler/9263400.html

            In diesen Fällen soll der Grundsatz gelten:„Ein Betrieb – ein Tarifsystem“, sagte Wetzel.

            Ein Sozialismus, eine Gemeinschaft des Untergangs – commune naufragium.


            Die Zeit der Unterscheidung ist vorbei, das „System“ hat sie überwunden (SK)

          • Zef sagt:

            „Macht in nur gefährlich und verwerflich im Sinne von Herrschaft, im Sinne von Herrschaft von Menschen über Menschen, nicht aber im Sinne von Kaufkraft oder wirtschaftlicher Potenz.“

            „Wenn Kapital Macht hätte, dann hätten wir keine rot-grüne Regierung,
            keine Staatsquote von 50%, keine Mitbestimmung, keine Gewerkschaften, keine gefesselten Arbeitsmärkte, keine von Steuern und Sozialabgaben mehr als halbierten Nettolöhne, keine Kapitalgewinn- und Erbschaftssteuer, keinen Steuerdschungel, den auch Experten nicht mehr durchdringen können.“

            „Macht im Sinne von Herrschaft wächst „dem Kapital“ nur dann zu, wenn die politische Kaste ihm die Hand reicht und sich mit ihm verbindet“

            (Roland Baader)

          • Meyen sagt:

            Hallo Hermann,

            du machst es dir hier meiner Meinung nach zu leicht. Es ist schön, wenn deine Firma einen vernünftigen Betriebsrat hat, das ist allerdings die große Ausnahme. In den meisten Fällen geht es dem Betriebsrat genauso wie den Gewerkschaften um Machtkämpfe. Dass das so ist, ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, denn wenn ich mir die Handlungsweise der meisten mittelständischen und großen Unternehmen ansehe, dann geht es diesen ebenfalls nur um Machtkämpfe und wie soll ich als Arbeitnehmer meine Rechte einklagen, wenn ich mir ohne Propaganda und gezieltes suchen nach Aufmerksamkeit überhaupt kein Gehör verschaffen kann? Deine Argumentation macht dann Sinn, wenn wir davon ausgehen, dass alle Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Solange wir im Kapitalismus leben muss aber jedes größere Unternehmen nur im Sinne des Gewinns handeln. Die Praxis zeigt uns überdeutlich, welche Macht die großen Konzerne und Kartelle haben. Solange dieses menschenverachtende System existiert MUSS jede Gewerkschaft manipulativ und propagandistisch vorgehen, sonst hätten wir immer noch Stundenlöhne von 3 Euro.

          • Hermann Messmer sagt:

            Ich spiele Dir gerne den Ball zurück.
            Auch unser Unternehmen muß im Sinne des Gewinnes handeln. Sonst stirbt das Unternehmen. Wie jedes andere Unternehmen auch.
            (Ausser die Unternehmen, die von unseren Steuern leben.)

          • Granter sagt:

            Hallo Herman,

            rate mal warum es diesen Betriebsrat gibt? Und ich gebe dir einen Tipp, nicht weil die Führung im Unternehmen dachte, es ist gut in einem gesunden Dialog mit den Mitarbeitern zu stehen und diese zum Teil mitbestimmen zu lassen. Das was du den Gewerkschaften vorwirfst, gilt also genauso für Betriebsräte, somit ist deine Argumentation nicht schlüssig.

            Ob man jetzt den Streik bei Amazon für sinnvoll hält oder nicht, es ist und bleibt gut, wenn Arbeitnehmer eine Machtbasis besitzen in dem sie solidarisch zueinander sind. Der Einzelne wäre einem Unternehmen hilflos ausgeliefert, dazu hab ich bis jetzt kein schlüssiges Gegenargument von dir gehört.

          • FwF-sandman sagt:

            „Der Einzelne wäre einem Unternehmen hilflos ausgeliefert, dazu hab ich bis jetzt kein schlüssiges Gegenargument von dir gehört.“

            Nö, man ist nicht hilflos, solange man kündigen kann. Wenn ein unternehmen schlechter mit seinen Mitarbeitern umgeht als andere, sollte man vielleicht den Arbeitgeber wechseln. Wenn der einen dann aber nicht einstellen will, sollte man ihm eben mehr anbieten als die Arbeitnehmer, die er beschäftigt.
            Das will der Gewerkschaftler aber nicht. Der hätte gerne Vater Staat auf seiner Seite, der durch seine Regulierung den Markt zerstört. Dann braucht man nur noch seine faule Hand zu heben und für einen Streik stimmen. Das ist leichter als mehr zu leisten als andere.

            Jede Medaille hat zwei Seiten.

          • Hermann Messmer sagt:

            @Granter
            Mein erstes Argument:
            Ich war als Einzelner niemals einem Unternehmen „schutzlos“ ausgeliefert. Ich habe bisher vier Mal gekündigt und mir eine andere Arbeit gesucht. Der Unternehmer konnte jeweils nichts dagegen tun.

            Mein zweites Argument: Heute bin ich Unternehmer. Die Mitarbeiter die bei mir gekündigt haben, konnte ich nicht zwingen hier weiterzuarbeiten.
            Bitte erkläre mir, was ich falsch gemacht habe. Die waren mir doch „hilflos ausgeliefert“ wenn Du recht haben solltest.

            Du bist dran….

          • Hermann Messmer sagt:

            Hallo Granter,
            eine moderne Unternehmensführung wird den Dialog mit den Mitarbeitern aktiv suchen. Bei Amazon gab es nach meinen Kenntnissen deshalb auch die sogenannten Mitarbeiterforen, die die Kommunikation zwischen Arbeitern und Management fördern sollen.

            http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/online-haendler-amazon-mitarbeiter-kaempfen-fuer-betriebsraete-11918574.html

            Ob sich das Management von Amazon gegen einen Betriebsrat wie von Dir geschrieben gewehrt hat, weiß ich nicht.
            Du kennst scheinbar mehr Interna bei Amazon. Warum stand das nicht in den Zeitungen? Ich finde noch nicht mal auf den Gewerkschaftswebseiten und in den dortigen Kommentaren entsprechende Informationen. Woher weißt Du das von Amazon? Ich bitte Dich, veröffentliche hier bitte einen entsprechenden Link.

          • Granter sagt:

            Hallo Herman,

            du hast nichts falsch gemacht, aber ist dein Lebensweg denn so einfach übertragbar auf jemand anderen? Zu behaupten, ein Arbeitnehmer hätte gefälligst alles zu ertragen, denn er könnte ja kündigen, finde ich recht zynisch. Wenn dann jemand nicht deine Flexibilität mit sich bringt, dann sollte dieser durch seinen Arbeitgeber nicht erpressbar werden. Es gibt viele Gründe warum eine Kündigung nicht für jeden eine gute Option darstellt. Menschen sind unterschiedlich attraktiv für den Arbeitsmarkt und brauchen da vielleicht etwas mehr Schutz, als du es gebraucht hast. Oder soll es nur den Starken in einer Gesellschaft gut gehen?

          • Hermann Messmer sagt:

            Hallo Granter,
            Flexibilität beginnt im Kopf. Die Reinigungskräfte und Bauarbeiter im Oman, fliegen einmal im Jahr zurück zu ihren Familien. Die Apfelpflücker hier im Herbst sind für mehrere Wochen weg von ihrer Familie. Es sind junge Frauen, junge Männer, ältere Männer und auch etwas weniger ältere Frauen. Besonders stark sehen die wenigsten aus. Sie kümmern sich um ihr eigenes Leben. Ohne ausreden.
            Lieber Granter, wir können hier noch wochenlang schreiben, wir werden nicht einig. Die Werte und Prinzipien für die man eintritt lassen häufig keine Annäherung zu.
            Wenn ich einen Vertrag unterschreibe, werde ich alles in meiner Macht stehende tun, mich daran zu halten. Ich hatte niemals einen Arbeitsvertrag mit Streikrecht. Wenn mir jemand mehr geben soll, als im Vertrag steht, werde ich mit ihm sprechen. Ich werde ihn aber nicht durch Vertragsbruch erpressen. Ich halte diese Prinzipien für ein friedliches Zusammenleben für elementar. Wenn Vertragsbruch zu einer akzeptablen Normalität wird, ist ein respektvolles Zusammenleben auf Augenhöhe Geschichte. Es gibt keine Begründung für einseitigen Vertragsbruch. Schwach, unflexibel ist keine Begründung für Vertragsbruch.
            Welches dir eigene elementare Prinzip liegt Deiner Sichtweise zugrunde?

  3. emarkus sagt:

    Danke für den Artikel. Die bestandslose Medienhetze gegen Amazon finde ich im Mainstream immer recht sinnlos…

    Ein Dank an Amazon für die hervorragenden Dienste!

  4. Mielia sagt:

    Ich hatte kürzlich (jetzt 3 Wochen vor Weihnachten) mir mal das „Vergnügen“ vergönnt 3 Wochen als Zeitarbeiter in einem Lager bei amazon zu arbeiten. (Streiks gab’s da nicht, und einen allumfassenden Überblick habe ich dadurch selbstredend auch nicht bekommen, dennoch ein paar Einsichten…)

    Ergebnis:
    Klar gibt’s ein paar Regeln, von denen du dir denkst, wie bescheuert sind die denn?, aber okay, kann ich akzeptieren (wie z.B. [die bekannte:] allezeit den Handlauf an der Treppe nutzen, und 1 Schritt pro Treppenstufe gehen), und die man dann auch mit unterschreibt (und damit darin einwilligt, und sagt, ich halte mich dran).

    Das einzige Problem was ich zwischendurch mal hatte, in einem so stark hierarchisierten Unternehmen, war, dass der ein oder andere seine hierarchische Position oder Anweisungsbefugnis zu weit mehr ausnutzen wollte, als ihm (vertraglich) zustand, und er willkürlich, sklaventreiberisch handelte.
    Aber da waren die EINZELNEN Menschen das Problem…
    Denen iwie nicht klar war, je höher die Position, desto höher auch die ethische Verantwortung, desto mehr muss ich darauf achten meine Beschränkungen auch einzuhalten und nicht Sklaventreiber zu werden.

    Langes Gerede Ende.
    Am Ende gelang es mir einzufordern was mir trotz Zusicherung erst enthalten werden wollte.
    Und ich kaufe weiterhin bei amazon, auch wenn mir dessen Anbiederungen an Staaten/Regierungen missfallen (aber wo findet man die nicht…)…

    Gruß,
    Mielia

  5. flurdab sagt:

    Der freie Markt und Amazon, ich lach mich schlapp!
    Wenn Amazon seine Steuern nicht künstlich und meiner Meinung quasi „halblegal“ optimieren würde, könnte deren Konzept nicht aufgehen.
    Und bei einer Sockelarbeitslosigkeit von 6 Millionen Betroffenen und einem Sanktionsregiems seitens der Verwaltung kann man wohl kaum vom „freien“ Markt sprechen.
    Noch eine kleine Doku dazu:
    http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-steuerfrei-wie-konzerne-europas?documentId=16577486

      • flurdab sagt:

        Jap, sehr richtig Michael,

        folglich kann man die Idee von freiem Markt, an dem alle Teilnehmer freiwillig und zwanglos agieren können erst mal als Wunsch in das Poesiealbum einschreiben.
        Wie soll man dem noch her werden?

        • michael sagt:

          mein wunsch ins poesiealbum wäre eher, daß leute die bretter von ihren köpfen wegbekommen….
          btw wir nehmen hier gerade am freien markt teil, sowie jeder andere in seinem privatleben zu fast 100%….

  6. Da Amazon, bzw. das kurzsichtige und egoistische Kaufverhalten vieler Leute, besonders eben der Amazon- und Ebay-Kunden, mit dafür sorgen, daß die kleinen Buchläden (die übrigens auch jedes lieferbare Buch innerhalb eines tages beschaffen – für vergriffene Bücher gibt es gleichfalls Alternativen) so wie auch andere Kleinbetriebe nach und nach pleite machen, könnten von mir aus sämtliche Amazonbetriebe umgehend dicht gemacht werden.
    http://ultimativefreiheitonline.wordpress.com/2013/02/17/hilfreich-amazon-konto-loschen-so-gehts-schritt-fur-schritt/

  7. Traurig sagt:

    Ich frage mich was das mit Freiheit zu tun hat, Produkte zu konsumieren die sich nur im Massenabsatz rechnen, dessen Haltbarkeit/Funktionalität (Obsoleszenz) künstlich beschränkt wird und wofür andere Menschen, zum Beispiel bei der Gewinnung der Ressourcen, ihr Leben und Gesundheit lassen müssen. Zählt die Freiheit dieser Leute nichts für Amazon-Kunden?

    Arbeiten würde ich für solche Firmen, aber niemals etwas von denen kaufen.

    • Hermann Messmer sagt:

      @Traurig
      Die Produkte, welche von Amazon verkauft werden, sind im Einzelhandel überall zu finden. Bücher beim Buchhändler vor Ort. CD’s, Fernseher usw. beim Elektronik-Einzelhändler. Computer und Laptops beim Computerhändler hierin der Stadt und auch bei Amazon. Die gleichen Produkte. Vom selben Produzenten.
      Soll ich wirklich glauben, Du kauft dass alles nicht?
      Womit hast Du denn den Kommentar geschrieben?
      Welches Gerät benutzt Du, dass nicht aus Massenproduktion stammt und Dir ermöglicht hier etwas zu kommentieren?
      Du würdest es niemals kaufen? Hast Du es gestohlen?

      Oder ist Amazon nur so ein schönes Feindbild um seine gute Seele zu zeigen. Es wäre schön, wenn die Argumentation gegen Amazon nicht derartig plump ist. Da komm ja sogar ich drauf, das da was im Kommentar nicht stimmt.

  8. Nullte_Instanz sagt:

    Der Staat betreibt wieder sein übliches Propagandaspielchen mithilfe der Medien, diesmal hat´s halt Amazon erwischt.

    Sie nutzen Möglichkeiten aus die durch die Fehler des Systems erst entstehen können. Amazon schlägt den Staat mit seinen eigenen Mitteln um den Raubzug durch „Steuereinnahmen“ zu umgehen und das passt ihnen nicht in den Kram, wer denkt es ginge um die „armen Menschen“, der irrt.

    Sämtliche Verkäufe in Deutschland laufen über Luxemburg, dort zahlt die Firma deutlich weniger Zwangsabgaben als sie es hierzulande tun müsste. Amazon betreibt in Deutschland keinen Handel, sondern bietet nur Logistik an, deshalb kann die Staatskrake auch nur gewinne nur aus der Logistik „versteuern“. Nur wirft diese Dienstleistung nach der Rechnung nicht viel ab, aber sie wollen natürlich ein großes Stück, -vom ganzen Kuchen.

    Das Gewerkschaften erst jetzt damit laut werden und sich maßlos darüber empören das Amazon auch noch Subventionen erhält wenn sie ihre Logistikzentren errichten, ist der offensichtlichste Anhaltspunkt dafür, das es sich um eine reine Hetzkampagne handelt.

    Wenn es gewissen Leuten nicht passt das Amazon sich an Verträge hält die andere freiwillig eingegangen sind, und dem Staat die restlichen Zwangsabgaben die Amazon leisten muss, -als Einnahmequelle nicht ausreicht, dann sollten sie die Läden hier schließen, alle entlassen und ihr Logistikunternehmen in einem „Arbeitnehmerfreundlicherem Land“ wieder neu errichten. So einfach ist das, dann bestellen wir in Zukunft nicht mehr unter Amazon.de sondern Amazon.na

    Amazon zahlt wie jeder andere Arbeitgeber, für jeden einzelnen beschäftigten Einkommensteuer, die Beschäftigten wiederum zahlen ihre Anteile, und geben ihren verdienten Teil auch wieder aus… Die Summe die sich allein aus dieser Spirale ergibt ist immens, der Staat möchte aber eben auch an den versendeten Waren -verdienen, das ist sein einziges Problem. Denn das System verschlingt, aufgrund ihrer vielen Versprechungen und Zuwendungen die sie fleißig den Lobbyisten und Monopolisten zukommen lassen, immer mehr Kapital. Da kann man nur hoffen das sie nicht auch noch auf die Idee kommen in Zukunft den Inhalt von Päckchen die die Post ausliefert -„zu versteuern“.

    Auch hier gilt, -kein Zweck heiligt Zwang, und schon gar nicht wenn er so offensichtlich unter falscher Flagge geführt wird! Schöpfer und Ermöglicher dieser und vieler weiterer Probleme ist und bleibt der Staat, er kann die vielen Fehler die sich durch die Natur des Systems erst ergeben, nicht verhindern, darum „verschlimm-bessern“ sie alles durch noch mehr Regeln und Gesetzte… Wenn man genauer hinschaut kann man fast immer den Staat als kausalen Verursacher für Gesellschaftliche Probleme herausdestillieren. Auch wenn das vielleicht nicht immer auf den ersten Blick geschieht, ein genaueres hinschauen empfiehlt sich schon deshalb, weil man sonst schnell die falschen Leute an den Pranger stellt.

    Gruß Phil

    • Zef sagt:

      >Auch hier gilt, -kein Zweck heiligt Zwang… Schöpfer und Ermöglicher dieser und vieler weiterer Probleme ist und bleibt der Staat.

      Ja! Aber für das Völkerrecht gilt auch nicht der Grundsatz: „ex iniuria ius non oritur“ (aus Unrecht entsteht kein Recht), sondern hier gilt (kein Scherz!) das „Effektivitätsprinzip“: danach vermittelt die endgültige politische und militärische Durchsetzung die „Legitimität“ des jeweiligen Staates.

      BTW: Etatisten sagen, dass ohne Staat das Recht des Stärkeren herrschen würde. Mit Staat ist jedoch das Recht des Stärkeren (1.) zu einer institutionellen Herrschaftsmacht geworden, die sich (2.) mit dem scheinheiligen Anschein der „Legitimität“ umgibt.

      Raub allein ist ja schon schlimm genug. Aber noch schlimmer ist es doch, Raub institutionell in „Recht“ zu verwandeln. Während der Raub nur eine „Sünde gegen das Fleisch“ ist, ist es eine Sünde gegen den heiligen Geist, Raub (1.) institutionell in (2.) Recht zu verwandeln. Schlimmer gehts nimmer!

      Wem Freiheit und Gerechtigkeit heilig sind, der sollte, Fleisch hin oder her, um der Unversehrtheit seines eigenen Geistes willen, gerade alles unterlassen, was den Anschein der „Legitimität“ Leviathans bestärkt, insbesondere also nicht politisch wählen („seine Stimme abgeben“).

      Der letzte Maßstab Leviathans ist das Effektivitätsprinzip: Effektive Herrschaftsmacht. Alles andere ist Schminke.

      Gruß Zef


      Herrschende Etatistenmeinung: es ist nicht in das Belieben eines deutschen Staatsangehörigen gestellt, seine deutsche Staatsangehörigkeit ohne gesetzliche Grundlage abzulegen (vergl Art 16 GG, § 26 StAG)

      • Nullte_Instanz sagt:

        Hallo Zef,
        ich stimme Dir zu, denn genau darin lag doch schon immer das Problem… Es ist IHRE Gerechtigkeit, IHRE Wahrheit -die allen anderen dogmatisch auferlegt wird. Ohne die Herrschaft von Staaten würden wir nicht klar kommen heißt es, das wurde in der Vergangenheit sehr oft gesagt. Diejenigen die am Ende das „Zepter der Macht“ in ihren Händen halten, werden der Nachwelt erzählen was „gerecht“ ist und was nicht.

        Das war schon immer eine Begleiterscheinung der Macht, -die „Gerechtigkeit“ siegt aus der Wahrnehmung der meisten immer, weil sich die „Sieger“ immer als gerecht hinstellen werden und der Nachwelt erzählen was Richtig und was Falsch ist. Sie müssen diese falschen Ideale künstlich aufrechterhalten, damit „Macht“ nicht nur geduldet, sondern auch gewollt ist. Es ist ein (zugegebenermaßen) sehr ausgeklügelter Trick, eine Täuschung, -in dem man die Spielregeln die das öffentliche Leben diktieren, unnötig kompliziert gestaltet, sodass fast jeder meint, sie wären notwendig um das System am Laufen zu halten.

        Die (aller) meisten Menschen wollen alles geregelt und organisiert bekommen weil sie es anders gar nicht mehr kennen. Manche versinken halt so tief in ihrem Standpunkt das sie alles weitere um sich herum schon gar nicht mehr wahrnehmen können. Was sie tun ist sicherlich falsch, aber ich denke man kann den einzelnen nur bedingt die Schuld daran geben das sie es selbst nicht verstehen können.

        Warum sollten sie auch etwas hinterfragen, was dem Anschein nach so selbstverständlich ist, wie der Sonnenauf-und -untergang oder Ein- und ausatmen?! Die Verdrehung von Tatsachen geschieht schon so lange, das es schwer ist dort von selbst rauszukommen…

        Gruß Phil

  9. wie auch immer sagt:

    Bitte mehr über diese „Shantytowns“.

    „Ohne Die Gewerkschaften und die dazugehörigen Mantel-Tarif-Verträge wären sämtliche Arbeitnehmer auf Gedeih und Verderb den Arbeitgebern ausgeliefert.“

    Den Eindruck muss man den Massen vermitteln. Wie sollte man sie sonst davon überzeugen Macht über sie ausüben zu dürfen?

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