Freiheit, 100% oder gar nicht

On 13. Dezember 2013, in Gesellschaft und Politik, Philosophie, by FreiwilligFrei

Tommy Casagrande

Manch einer meint, sich lustig machen zu müssen über die konsequente Vertretung, dass Freiheit 100% sein muss. Auf diese undurchdachte Lustigmacherei will ich Heute Bezug nehmen, da doch einem jeden mit ein bisschen Hausverstand und Systemanalytik bewusst sein muss, dass die Aushölung von Grundsätzen so lange kein Ende kennt, bis einem die daraus resultierenden Tatsachen nicht mehr gefallen. Die Begriffspaarung Freiheit und Unfreiheit zäumt man wie ein Pferd bei der Definition der Freiheit, und nicht der Definition der Unfreiheit auf. Erst liegt eine Definition der Freiheit vor und wenn diese Definition durchbrochen wird, lässt sich von Unfreiheit sprechen. Macht man es andersrum wird es schwieriger. Wo beginnt die totale Unfreiheit ? Gibt es nicht immer einen noch furchterregenderen Punkt in unseren Fantasien, den wir an den Anfang setzen können ? Bei der Freiheit ist das anders, denn hier gibt es eine Konstante die für jeden Menschen wahrnehmbar ist: Er selbst.

Somit ist natürlich jeder, der nicht zu 100% er selbst sein darf/über sich selbst verfügen darf, auch nicht wirklich frei und jemand der dies als Freiheit bezeichnet, übt Verrat am Freiheitsbegriff. Der Begriff Freiheit duldet in seiner Definition keine Unfreiheit, andernfalls müsste man ein anderes Wort benutzen. Nur begreifen die wenigsten, dass Freiheit die Unfreiheit zu 100% ausschließt. Andernfalls stünden auch Pol Pot, Mao, Hitler und viele andere für Freiheit, denn gemessen an der konsequenten Einhaltung der Freiheit waren sie doch recht inkonsequent. Was ich damit sagen will. Wenn Freiheit nicht konsequent zu vertreten werden braucht um dennoch als Mäntelchen in Anspruch genommen werden zu können, so gibt es keinen Menschen der jemals gelebt hat, der nicht mit Fug und Recht hätte behaupten können, für Freiheit zu sein. Freiheit meint unter solchen Beugungen seiner Begrifflichkeit alles und nichts, jeden und niemanden und ist dann schlussendlich nur noch eine Worthülse, die ich beliebig mit allem füllen kann, was mir vorschwebt, denn konsequent dem Begriff zu dienen ist ja dann längst kein Kriterium mehr für seine Inanspruchnahme.

Begriffe leben von ihrer Ausschließlichkeit ihres Sinnes. Diese Ausschließlichkeit schließt sein Gegenteil aus. Freiheit ist nicht Unfreiheit und Unfreiheit ist nicht Freiheit.

Wenn man Freiheit für sich in Anspruch nehmen kann, auch wenn man diesen Begriff nicht zu 100% vertritt, dann kann man vielen anderen Menschen auf dieser Welt, inklusive Parteien, nicht den Vorwurf der Unfreiheit machen, da auch diese keine 100% Unfreiheit wünschen. Und worüber man dann eigentlich diskutiert, wenn man den Gegensatz einer freien Gesellschaft mit der einer unfreien Gesellschaft aufbaut, erschließt sich mir dann nicht. Es scheint dann nur ein Geplänkel über subjektive Geschmäcker zu sein. Das Wesen eines Grundsatzkonfliktes hat man damit ja zuvorderst eliminiert, weil Begriffe ja keine 100% Deckung brauchen um benutzt werden zu können.

Der Begriff der Freiheit definiert sich negativ als ein in Ruhe gelassen werden vor der Gewalt anderer. Er definiert sich aber nicht an der Vorstellung, dass es eine 100% Unfreiheit erst geben muss, damit es keine Freiheit mehr gibt. Der negative Freiheitsbegriff leitet sich aus dem Selbsteigentum eines jeden Menschen ab, nicht an der theoretischen Vorstellung einer 100%igen Unfreiheit, wie auch immer diese aussehen soll, um als solche dann erkannt und bewertet zu werden.

Unfreiheit hingegen leitet sich aus der Gewalt ab, welche das Ausüben des Selbsteigentums eines Menschen verhindert. Insofern ist bereits 1% Gewalt exakt 1% zu viel an Unfreiheit und kann nicht als Ausdruck von Freiheit umgedeutet werden, nur weil es theoretisch noch schlimmer kommen kann (was es oft im Zuge einer derartigen Entwicklung wird bei der Grundsätze ausgehölt und unterwandert werden, frei jeder rechtsphilosophischen Überlegung ob deren Legitimation).

Der Verrat an der Freiheit ist nicht Sozialismus, da Sozialismus freiwillig sich vergesellschaften lässt und damit im Einklang mit dem Freiheitsbegriff steht. Es kann erzwungener Sozialismus oder auch erzwungener Kapitalismus sein, der den Freiheitsbegriff verrät. Aber auch andere gesellschaftskonzeptionelle Ideen, so lange sie auf einer Idee einer erzwungenen Vergesellschaftung beruhen, sind gleichsam ein Verrat an der Freiheit.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wer aus dem Freiheitsbegriff die Freiwilligkeit verbannt, der erst das Wesen der Freiheit verkörpert, der verrät die Freiheit. Und hierbei ist es unterschiedslos ob man es zu 1% oder zu 100% macht.

 

Videoempfehlung:

 

 

 

 

 

 

 

 

16 Responses to Freiheit, 100% oder gar nicht

  1. „Der Verrat an der Freiheit ist nicht Sozialismus, da Sozialismus freiwillig sich vergesellschaften lässt und damit im Einklang mit dem Freiheitsbegriff steht. Es kann erzwungener Sozialismus oder auch erzwungener Kapitalismus sein, der den Freiheitsbegriff verrät. Aber auch andere gesellschaftskonzeptionelle Ideen, so lange sie auf einer Idee einer erzwungenen Vergesellschaftung beruhen, sind gleichsam ein Verrat an der Freiheit.“

    Verstehe diesen Absatz nicht!

    Wie kann man jemandem Kapitalismus aufzwingen? Das ist doch ein Widerspruch in sich! Und wieso kann aufgezwungener Sozialismus mit Freiheit im Einklang stehen?

    Wie definiert der Autor Kapitalismus?

    Ich sehe Kapitalismus als die Abwesenheit von Zwang, d.h. Selbsteigentümer A und Selbsteigentümer B interagieren auf frewilliger Basis ohne Eigentumsrechte von Selbsteigentümer C einzuschränken.

    Sozialismus ist wenn eine Partei X die freiwillige Interaktion zwischen A und B stört.

  2. martin Barth sagt:

    Nun ein Beispiel: stellen wir uns einen unendlich weiten leeren Raum vor( ja…ja.. der ist gefüllt mit Atemluft, angemessener Wärme etc. ) In diesen Raum stecken wir nun einen Menschen…nun beobachten wir…dieser Mensch kann nun alles tun, sein wie wann, wo etc…man könnte also sagen er ist frei…nun geben wir eine Prise LÖWE in die Suppe ( Freiheit )…was passiert ( vorausgesetzt das der Mensch weiss was ein Löwe ist, und wozu dieser imstande sein könnte )…der Mensch wird höchstwahrscheinlich in seiner sog Freiheit eingeschräkt….oder und der Löwe wird eingeschränkt….was passiert wenn sich der Mensch mit den möglichen FOLGEN ( Zerfleischung durch Löwen ) arrangiert und dieses trotzdem als Freiheit betrachtet, da es den Löwen ja nun mal gibt und dieser ja auch seine FREIHEIT leben will, oder muss ( wer weiss schon was im Kopf eines Löwen so vor sich geht )…man kann sich wahrscheinlich tausende verschiedene Zenarien ausdenken…betrachten wir also unser Experiment so würde ich sagen, Freiheit endet bei der kritischen Masse von…wenn sich mehr als ein Individum einen gemeinsamen Raum teilen müssen…ich gehe noch einen Schritt weiter und sage sobald sich das Individuum mit der Begrifflichkeit oder und den Umstand der sog. Freiheit auseinadersetzt beschränkt es diese sog Freiheit….Ich gehe davon aus das Freiheit ein sog. Paradoxon ist…und diese Begrifflichkeit den Menschen nur von seiner nennen wir es “ WERDUNG“ abhält,..es ist wie vieles eine Beschäftigungstherapie…etwas wo sich viele Individuen reiben und aufreiben sollen…man könnte auch sagen Perfektionismus anzustreben ist wie das streben nach einer 100% igen tödlichen Krankheit…ähnlich verhält es sich mit der Gewaltlosigkeit….diese gibt es auch nicht zu 100%….

  3. Macbeth sagt:

    Zahme Vögel singen von Freiheit. Wilde Vögel fliegen

  4. Kurt sagt:

    Ich fand das Video beeindruckend, da es meine Meinung, welche ich zu dieser Thematik seit Jahrzenten habe zu 100 % widerspiegelt. Leider entgegnet man mir auf meine Äusserungen immer wieder stumpf mit der selben Leier.“Wenn jeder machen würde was er möchte, wo kämen wir da hin “ Wir kämen in Freiheit antwortete ich. Die Menschen glauben Freiheit bedeute Anarchie. Traurig diese Denkweise. Dabei haben doch von Regierungen angezettelte Kriege Millionen Menschleben gekostet.

    • Kawaphil sagt:

      @ Kurt
      „Die Menschen glauben Freiheit bedeute Anarchie. Traurig diese Denkweise.“

      Womit die Menschen absolut recht haben, denn Freiheit ist Anarchie. Mit dem Begriff Anarchie wurde von Staates wegen so viel Schindluderei betrieben wie wohl mit keinem anderen Begriff. Anarchie ist die Bezeichnung für einen Zustand ohne Herrschaft, Herrschaftslosigkeit ist aber doch erstrebenswert oder was meinen Sie?
      Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit beschrieben und vor allem in den Medien häufig im Schlagwort „Chaos und Anarchie“ verwendet. Die tatsächliche Bezeichnung für einen solchen Zustand ist jedoch Anomie.
      Anarchie bezeichnet weder das Fehlen von Ordnung, noch eine gewalttätige Gesellschaftsform. Die meisten Menschen sind sich einig, dass sie wohl kaum in einer Mad-Max Gesellschaftsform überleben möchten, wo jeder der Feind des anderen ist. Dieser Zustand ist für Anarchisten nicht erstrebenswert.
      Jene welche in unseren Medien als Anarchisten bezeichnet werden, sind Chaoten und Gewalttäter. Diese Menschen hatten in Ihrem Leben noch keinen klaren Gedanken im Kopf, deren Hirn ist Füllstoff für extremes Gedankengut und sie Arbeiten der Obrigkeit (Staat, Herrscher….) in die Hand. Nach Krawallen mit Hooligans schreien alle nach mehr Überwachung und Polizei. Dabei wäre es ganz einfach wenn jene welche sich versammeln um friedlich ein Fussballturnier oder einen sonstigen Anlass zu begehen jene Gruppe zur Raison bringt welche Zoff macht, dass Verhältnis liegt immer etwa bei 50 bis 100 zu 1. Kein Hooligan würde sich in ein Stadion oder auf einen Platz getrauen, wenn die Wahrscheinlichkeit gegeben wäre das Ihm „friedliche“ Fans seine Pyrofackel in angezündetem Zustand rektal einführen, da sie seine Vorgehensweise schlicht als das werten was es ist, als Angriff auf die Eigene Freiheit.

  5. Die Natur kennt kein NAP sagt:

    Aus dem Video: „Alles muss um das Nichtagressions-Prinzip kreisen. … Alles andere wäre ein fundamentaler Denkfehler.“

    Hm: In dem Video wird sogar optisch das „NAP“ verabsolutiert und als die Welt-Lösung schlechthin (also ungleich nur die Individual-Lösung!) mythisiert. Jede andere Denke oder Weltwahrnehmung wird als „aggressiv“ abgelehnt.

    Dumm nur, dass Sprüche wie „[Die moralische Welt des NAP] kann nicht um eine brutale Hierarchie kreisen, die wir von Affen und Höhlenmenschen geerbt haben“ eben ohne jeden Beleg einfach (und uneingestanden!) als Axiom bzw. Forderung in den Raum gestellt werden. Das kann man als moralische Forderung oder als philosophisches Gedankenspiel ja machen. Aber man setzt sich damit direkt der unbeantwortbaren Frage aus, warum die reale und in Kollektiven organisierte Welt (also die jenseits der des reinen Geistes und jenseits der reinen individuellen Selbstreferentialität) diese angeblich ach-so-logische und „konsequente“ Hypermoral denn in all den Jahrtausenden nie als Leitprinzip hervorgebracht hat? Und warum sie es denn heute (in den Zeiten der Genies Rothbard, Hoppe, Molyneux, hüstel) denn nun plötzlich tun sollte… Wie und warum sollten ausgerechnet heute plötzlich die Voraussetzungen, dass über den „Universumsmittelpunkt NAP“ 7 Mrd Menschen zu einer neuen, lichtdurchfluteten, moralischen, perfekten Welt gebracht werden, erfüllt werden? Alleine durch Aufklärung? Ich bitte euch – wollen wir wirklich auf diesem Illusionsniveau debattieren? Oder etwa doch durch Menschenumerziehung (leider nicht ausgeschlossen, auch wenn es von den ACs geleugnet wird).

    Der immer wiederholte Hinweis an die 99,999% Nicht-Anarchos „Es hängt von Dir ab, fang einfach an, die Gewaltfreiheit zu leben und einzufordern“ klingt ja doll [sonst ist man übrigens aggressiver, primitiver Affe und Mörder; sogar als Verfechter des superschlanken Minimalstaats, der nur die Schwächsten schützt – wie vorgeblich auch die PRG…!]. Aber abgesehen von der Unverschämtheit, andere, realitäts- und geschichtsbewusstere Menschen (die zu 99% völlig machtlos sind gegen die wahren Welt-Machthaber) einfach rhetorisch-aggressiv zu „Kriminellen“ und „Mördern“ zu stempeln, ist die Vorstellung einfach abgrundtief naiv, man könne 7 Mrd Menschen (oder wenigstens die ganz große Mehrheit unter ihnen, die dann mit den 400 Mio echten Psychopathen fertig werden könnte) zu Jüngern der neuen Video-Gottheit „NAP“ machen. Moralisch wohlklingend – aber eben lächerlich und komplett geschichtsvergessen.

    Die Urchristen hatten (abgesehen von Hoppes schlichter Illusion „Soziopathen machen wir einen Kopf kürzer“, der sie nicht unterlagen) ein ähnliches Konzept: Absolutes NAP. Im 4. Jahrhundert waren sie kurz vor der Ausrottung duch die römische Macht. Hätten sie Jesus Urprinzip und seine geforderte Trennung von diesseitiger und jenseitiger Macht („Mein Reich ist nicht von dieser Welt“) damals beibehalten (was sie nicht haben, sie haben dann die konstantinische Macht umarmt und ein gewisses Macht- und Gewaltmonopol akzeptiert; später sogar pervertiert durch eigene absolute Inquisitionsmacht), sie wären schon um 400 herum endgültig Geschichte gewesen. Man kann auch in Reinheit sterben. Die Urchristen haben sich damals dagegen entschieden. Bei den Anarchos kann man hier nicht sicher sein, wenn man ihre überlebensgroße hypermoralische Rhetorik so anhört. Mein Tip aber: Bevor sie in Reinheit sterben, werden sie sich im Krisenfall dann doch lieber von den Vertretern des so verhassten staatlichen Gewaltmonopols verteidigen lassen als von den vermutlich unterlegenen „Verteidigung“-Armeen der PRG. Und falls diese „Verteidigungs“-Armeen dann tatsächlich stärker sein sollten als die staatlichen, werden sie garantiert inzwischen selbst zu einer staatsähnlichen („Privat“)Macht aufgestiegen sein. Mit korrupten Macht-Eliten und allem was dazugehört – samt initiierender Gewalt! Alles geschichtlich schon sehr oft dagewesen – vor allem in den vor-staatlichen Zeiten! Aber ja, AUCH in den staatlichen Zeiten – besonders in den „modernen“, in denen sich die Herrscher der heutigen „PRG“ (also die privaten Herren hinter der Fed) über unbegrenzt vermehrbares Papiergeld finanzieren können.

    Warten wir dann auf den ersten Führer der PRG, der sich zum König der Anarchos ausruft und die ach so freien und freiwilligen Naivlinge unterjochen wird. Diese unfreiwillig unterjochten Freiwilligen werden dann leider nicht verstehen, was schief gelaufen ist, denn der zum Verständnis erforderliche Schritt, das ultimative „NAP“ nicht mehr als „Mittelpunkt des Universums“ zu vergöttern, wird ihnen wegen ihrer heutigen freiwillig und selbst gewählten Gehirnwäsche nicht gelingen.

    PS: Die hier erwartbaren Antworten, der Schreiber „Die Natur kennt kein NAP“ sei (wahlweise) ein Primitivling, Nichtversteher, U-Boot, Mörder, Etatist, Aggressor, Naturrechts-Behaupter, Dummkopf, Nicht-sauber-Leser, böser Empiriker, Video-Nichtanseher, Machtapologet usw – wird an ihm abprallen. Was (empirisch, nicht „moralisch“) wahr ist, wird auch weiterhin wahr bleiben. Dass es nicht ohne Totalitarismus gelingen wird, die große Mehrheit von 7 Mrd Menschen gegen ihre Erfahrung und Überzeugung zur „Welt des globalen NAP“ umzuerziehen, ist die volle Wahrheit. Empirisch unwiderlegbar (und nur das zählt in der Soziologie – „Logik“ oder „Moral“ sind keine absolut / konsensual definierbaren Kategorien!). Jedenfalls nicht widerlegbar ohne höchst gefährlichen humanexperimentellen Konstruktivismus gegen die Menschheit – stalinistisch anzuwenden am lebenden Objekt. Do not try this at home…
    PPS: Der individuelle Sezessionswunsch ist etwas anderes (aber nicht Gegenstand dieses Artikels / des Videos). Sehr verständlich und legitim. Auch wenn kleine Individualsezessionen letztlich auf Dauer auch nur im Schutz der umgebenden Staaten existieren können. Das jedoch ist Stoff unter anderen Artikeln. Und träumen darf man eh alles. Die Träume des freiwilligen Geistes sind weit. Weiter als die Erde und Geschichte sie hergeben. Kuscheln, träumen und illusionieren sind menschliche Grundbedürfnisse. Sagen fast alle Psychologen.
    PPPS: Im absolutistischen Frankreich kreiste ja alles um den Monarchen. Sonnenkönig (und Monarchist!) Hoppe XIV wird dann einstmals in Abwandlung zum absoluten Etatisten Louis XIV sagen: „Le NAP, c´est moi“

    Over and out. Genug nun der drögen Störungen des Realismus im virtuell-voluntären Paradies. Dem Autoren „Tommy C“ sollte mit dieser längeren Rede lediglich offiziell mitgeteilt werden, dass sein arrogantes Verdikt im Einleitungssatz „undurchdachte Lustigmacherei“ falsch ist. Es ist eine sehr durchdachte Lustigmacherei. Dass sie ihn ärgert, liegt in der Natur der Des-Illusionierung per Humor. Alle totalitären Staaten der Welt haben nicht zufällig irgendwann das Lustigmachen über ihre weltferne Ideologie verboten oder es wenigstens versucht. Wirklich lustig ist die Debatte genau dann nicht mehr, wenn die Grenze der Arroganz überschritten wird und (zB per visueller Vergötterung des NAP) hier die Grundlagen für eine Umerziehung der Menschheit gelegt werden! Die ernsthafte Menschheit kann dann ggf. auch durchdacht ohne Humor antworten. Aber noch ist es eben ein wenig lustig. Und da Tommy ja erklärtermaßen nur spielen will (Tommy über Tommy), dürfen wir doch gerne weiter lachen – oder? Also bitte keine künstliche Aufregung über „Lustigmacherei“ – sonst könnte ja noch jemand denken, Tommy meinte seine kreativen philosophischen Thesen DOCH ernst und real …

    • michael sagt:

      weniger denkabkürzungen und inhaltlich unfundierte vorurteile, würden deinen gedankengängen zu mehr richtigkeit verhelfen.

    • FwF-sandman sagt:

      Lieber „Die Natur kennt kein NAP“,

      „Die hier erwartbaren Antworten, der Schreiber “Die Natur kennt kein NAP” sei (wahlweise) ein Primitivling, Nichtversteher, U-Boot, Mörder, Etatist, Aggressor, Naturrechts-Behaupter, Dummkopf, Nicht-sauber-Leser, böser Empiriker, Video-Nichtanseher, Machtapologet usw – wird an ihm abprallen.“

      Zumindest von mir wirst Du solche Äußerungen nicht an Dir abprallen lassen müssen. 🙂

      Natürlich kennt die Natur kein NAP, mir persönlich ist zumindest noch keines über den Weg gelaufen.

      Man wird auch NIEMALS 7 Mrd. Menschen von dem Konzept NAP überzeugen können, obwohl es als solches für alle 7 Mrd. Menschen gelten könnte. Ganz im Sinne von Kant ist die Universalisierbarkeit einer Regel oder eines Prinzips auch unserer Meinung nach eine Grundbedingung, um den Anspruch einer Moral zu erfüllen. Natürlich bleibt die Akzeptanz einer solchen Regel weiterhin optional. Niemand hier würde das bestreiten, hoffe ich zumindest.

      Schauen wir uns die Menschen an und bemühen dazu die Gaußsche Normalverteilung, lässt sich unschwer erkennen, dass die DEUTLICH überwiedende Mehrheit nur durchschnittlich ist. Die Masse ist also durchschnittlich intelligent, durchschnittlich mutig, durchschnittlich fleißig, durchschnittlich freiheitsliebend und auch nur durchschnittlich daran interessiert, ob ein NAP etwas Essbares ist oder man zum Arzt muss, wenn man es sich zugezogen hat.

      Wir werden also mit dem was wir hier so von uns geben, NIEMALS irgendeine Mehrheit erreichen geschweige denn 7 Mrd. Menschen.

      Das wusste sicherlich ein Rothbard, wie es wohl auch ein Hoppe und ein Molyneux weiß.

      Das alles ist aber völlig egal, weil es darauf überhaupt nicht ankommt.

      Herrschaft, und nur dagegen sind wir, ist letztlich immer darauf angewiesen, von der Masse gewollt zu werden, wenn diese Herrscher nicht nur mit dem Gewehr und für kurze Zeit herrschen wollen. Dieses parlamentaristische Herrschaftssystem schafft das hervorragend. Die Masse will in diesem System leben, wird also gar nicht gezwungen. Diejenigen, die gezwungen werden, durch das Mehrheitsdiktat, sind wir, die wir nicht zugestimmt haben, beherrscht zu werden.

      Dieses Mehrheitsdiktat ist moralisch nicht zu rechtfertigen, lässt sich nicht widerspruchsfrei universalisieren.
      Das ist nur ein Fakt, nicht mehr und nicht weniger.

      Herrschaft ist immer auf Gehorsam angewiesen. Fällt der Gehorsam weg, ist auch die Herrschaft Vergangenheit.

      Die parlamentarische Demokratie ist eine Herrschaftsform, die das Mittel der Umverteilung nutzt, um die Menschen gehorsam zu halten. Die wiederum wird finanziert durch Besteuerung und Verschuldung. Das weißt Du natürlich alles, doch liegt genau hier auch die Lösung des Problems.

      Diejenigen, die von der Herrschaft und von der Umverteilung profitieren, werden aus rein ökonomischen Gründen, niemals deren Ende wollen. Diejenigen den ganzen Scheiß durch ihre Überproduktion (mehr als sie selbst benötigen) die anderen durchfüttern, werden entweder irgendwann nicht mehr leisten können, weil es schlicht nichts mehr gibt, was noch umzuverteilen wäre oder flashmobartig aufhören, gehorsam zu sein, also nicht mehr leisten wollen.

      Wenn sie immer weiter gehorsam sind, wird das nie enden.

      Die aus meiner Sicht einzige realistische Möglichkeit wäre eine Sezession in irgendeinem Gebiet, die es möglich machte, eine PRG vorzuleben. Dass und wie sie prinzipiell funktiert ist relativ klar, da ihre Mechanismen ökonomischer Natur sind, die ja bereits heute erfolgreich wirken. Natürlich gibt es auch schwierige Fragen, die man wohl nicht vollständig beantworten kann, bevor man das in der Realität probiert hat, was uns natürlich überhaupt nicht abschreckt. 🙂

      Man wird sehen, wo das alles hinführt. Ich werbe für eine PRG, weil ich eine kooperative Ordnung gegenüber einer erzwungenen Ordnung bevorzuge. Würde ich nicht für sie werben, würde mir morgens vor dem Spiegel schlecht werden.

      • Chris sagt:

        Hallo Sandman, vermutlich ist eine Sezession die einzige Möglichkeit, widerspruchsfrei reine Anarchie zu leben. Denn wenn man mit Menschen zusammenlebt, die anarchistische Vorstellungen nicht teilen, wird man immer Kompromisse eingehen müssen, zumal man ja auch keine Herrschaft über diese ausüben möchte. Was macht man aber, wenn man weiterhin mit Menschen zusammenlebt, die eben keine Anarchisten sind? Und das sind ja in der Regel die Allermeisten.

        • FwF-sandman sagt:

          Entweder holen sich die Anarchisten irgendwann ihr „Gebiet“ durch Sezession oder eben nicht, sich dabei auf die Massen zu verlassen, wird zu großen Enttäuschungen führen.

          Ob das je passiert oder wann, weiß kein Mensch. Bis es soweit ist, können wir nur versuchen, diejemigen, die verstandesbedingt in der Lage sind, entsprechend zu denken, mit den richtigen Informationen zu versorgen.
          Wir selbst, und das ist lediglich meine Meinung, sollten bis dahin versuchen, den Staat so gut es geht zu ignorieren. Leider ist das nicht immer möglich weil die ganze Struktur des Zusammenlebens etatistisch geprägt und manipuliert ist. Dem kann man sich ja nicht entziehen.

          Hat man dieses System jedoch einmal als das erkannt, was es ist, kann man hinter diese Erkenntnis nicht mehr zurück. Das ist unsere Chance. Wir müssen nur effektiver sein und mit dem Missionieren aufhören. Wir haben wichtige Informationen zu bieten. Wer sie hören will und verstehen kann, ist eingeladen. Wer das nicht kann oder will, ist nicht relevant für uns.

    • Hermann Messmer sagt:

      @Die Natur kennt kein NAP
      Lies sich wie PB. Ich hoffe, das ist nicht ansteckend.
      Zusammenfassung: Denken sinnlos. Die Realität ist da draussen. Bitte nur zugucken.

      Sollte Tommy C. nicht den richtigen Ton gefunden haben, empfehle ich folgendes:

      http://www.misesde.org/?p=6825.

      • michael sagt:

        stimmt hermann, wäre ja nicht das erste mal von ihm 🙂

        es ist bei mir auch der selbe brechreiz wie bei den PB-kommentaren, der da aufkommt 🙂

      • Zef sagt:

        > empfehle ich folgendes:
        http://www.misesde.org/?p=6825.

        Herrlich!

        „Für uns Libertäre ist die Freiheit nicht die Tochter der Ordnung, sondern ganz eindeutig die Mutter der Ordnung.“(Llewellyn H. Rockwell Jr.)


        „Den Staat erkennt man an seinem Mief, egal wie er sich verkleidet.“ (Murray Rothbard) 🙂

        • Zef sagt:

          > Freiheit … die Mutter der Ordnung

          … das Zentrum allen Sein, der Motor allen Werdens.

          Wäre die Möglichkeit der Freiheit eigenen Seins („Selber-Sein“) nicht da, könnte ich sie nicht wählen.

          Wähle ich sie, wird sie für mich Wirklichkeit – nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Freiheit. Freiheit geht aus Freiheit hervor.

          Diese Freiheit darf man nicht mit „Puppenstube“ verwechseln; sie beinhaltet die Möglichkeit des Bösen.

          Wer Freiheit liebt, nicht das in Kauf und stellt sich darauf ein. Er begegnet dem Bösen, auch vereint, auf Augenhöhe und nicht als Untertan.

          Das erste und der letzte Wort der Freiheit ist:
          Freiheit


          Ich erschaffe mich nicht,
          ich wähle => mich

  6. Chris sagt:

    Hallo Tommy!

    „Und hierbei ist es unterschiedslos ob man es zu 1% oder zu 100% macht.“ Freiheit 100% oder gar nicht… Das ist eine ziemlich harsche Haltung, finde ich. Was spricht denn eigentlich gegen einen reformerischen Ansatz? Wir leben doch nicht in 100% Freiheit. Da wären doch schon 40% Freiheit besser als sagen wir 30%, oder?

    Reformen können eine Ausgangsbasis für weitergehende Reformen sein. Man muss sich doch nicht damit zufrieden geben, was einmal erreicht ist. Man kann es auch auf Projekte runterbrechen, wo man z.B. für mehr Schulfreiheit eintreten kann. Da wären kleine Veränderungen schon beachtlich, z.B. die Legalisierung von Homeschooling. Oder ein anderes Feld: die weitere Gleichstellung von Homosexuellen. Das wäre für die Leute, die diese Freiheit gerne in Anspruch nehmen würden, doch eine Erleichterung. Da hilft doch eine alles-oder-nichts-Haltung nicht, oder?

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