Larken Rose zeigt in diesem Video, dass das Problem nicht die Politiker sind. Es ist der irrationale Glaube der Menschen daran, dass Politiker und Regierungen das Recht haben, friedliche Menschen zu berauben, zu schikanieren oder zu ermorden. Kein Mensch hat so ein Recht, also kann auch kein Politiker und keine Regierung so ein Recht von anderen Menschen bekommen haben.

Das Problem ist nicht in Washington DC und die Lösung hat nichts mit diesem Ding dort zu tun. Viele meinen, dass Anarchisten an die Macht wollen, um die Herrschaft zu beenden. Das ist nicht das, was ich will.

Ich will, dass die Menschen damit aufhören, sich einzubilden, dass die Verbrecherbande in DC das Recht hat, irgendwas zu tun. Bei der Mafia glaubt niemand, dass sie das Recht hat, andere zu berherrschen. Und das setzt der Gewalt, die sie ausüben kann, deutliche Grenzen.

Die Mafia verdient vor allem an den staatlich hervorgerufenen Schwarzmärkten – Prostitution, Glücksspiel, Drogen und damals auch Alkohol während der Prohibition. Die Mafia kann keine riesige Erpressungsmaschinerie aufbauen, wenn ihre Opfer nicht glauben, dass sie das Recht dazu hat, es zu tun – auch nicht wenn sie schwer bewaffnet ist.

Dass die Regierung eine Verbrecherbande ist, ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die überwiegende Mehrheit der Opfer sich dazu verpflichtet fühlt, dieser Verbrecherbande gehorchen  zu müssen, aus dem Glauben heraus, sie sei weisungsbefugt.

Niemand glaubt, dass die Mafia weisungsbefugt ist. Die Mafia ist groß, sie ist bedrohlich, sie kann Menschen verletzen und bedrohen und ihnen ihre Sachen wegnehmen. Aber niemand bildet sich ein, dass das gerecht und legitim sei. Niemand nennt die Mafia „Regierung“ …

Das Problem mit der Regierung ist, dass sie keine Organisationsform ist. Sie ist per Definition etwas, wovon angenommen wird, dass sie das Recht habe, Dinge zu tun, die Normalsterblichen verboten sind. Zum Beispiel zu stehlen – das heißt dann „Besteuerung“. Oder initiierende Gewalt auszuüben – das heißt dann „Strafverfolgung“. Oder Menschen zu ermorden – das heißt dann „Landesverteidigung“.

Das Problem ist nicht, dass diese Verbrecherbande weg muss. Das Problem ist, dass sich die Menschen einbilden, dass die Bande das Recht hat, Dinge zu tun, die der normale Mensch nicht tun darf, wie Gewalt gegen Unschuldige auszuüben.

Die Leute sagen oft: Wenn keine Regierung gäbe, dann würde eine andere große Verbrecherbande entstehen, die uns schikaniert. Stelle dir vor, du wärst ein böser Mensch und ich gebe dir ungefähr 100.000 Leute, von denen nur 2.000 bewaffnet sind. Deine Aufgabe ist es, 100 Millionen Menschen den größten Teil von dem, was sie verdienen, wegzunehmen. Du hast nur 2.000 bewaffnete Leute und ein paar Verwaltungsangestellte. Wie würdest du 100 Millionen Menschen ausrauben?

Es gibt nur einen einzigen Weg, wie du das schaffen kannst: Nenne dich selbst „Regierung“, versetze die Menschen in den Glauben, dass es „gut für das Gemeinwohl sei, dir ihr Geld zu geben“ und nenne deine bewaffnete Bande „Finanzamt“.

Aber wenn die Opfer des Finanzamts aufhören, daran zu glauben, dass Gesetz, Autorität und Regierung real sind und sie realisieren, dass das Finanzamt Teil einer Verbrecherbande ist, dann können sie es ignorieren und es verschwindet über Nacht, weil die Opfer x-fach in der Überzahl sind. Es ist nur der Glaube an die Rechtmäßigkeit der Herrscherkaste, der Glaube, dass wir dazu verpflichtet sein sollen, ihr zu gehorchen, weil sie eine Autorität sein soll – „sie hat das Recht dazu, zu herrschen und wir haben die Pflicht, zu gehorchen.“

Dieser Glaube ist das Ergebnis einer Lüge. Und er ist das einzige Problem. Wenn dieser Glaube weg ist, und früher oder später wird es soweit sein, dann musst du nichts weiter tun. Du musst nichts abschaffen. Du musst nichts abwählen. Es braucht keine Revolution. Die Leute ignorieren die Verbrecher einfach. Und wir können das, weil wir in der Überzahl sind und wir haben auch sehr viel mehr Waffen. Aber die meisten Opfer bilden sich ein, dass sie dazu verpflichtet seien, den Verbrechern in DC zu gehorchen.

Wenn sich das ändert, ändert sich die Welt. Bis dahin werden Revolutionen zu nichts Gutem führen. Nach der Revolution fängt alles wieder von vorne an. So lange die Menschen glauben, dass eine Regierung etwas Rechtmäßiges sein kann, geht es nur darum, wer als nächstes auf dem Thron sitzt und was für ein Thron das sein soll. Ein Parlament, ein Kongress, ein König oder irgendwas anderes. Aber so lange der Glaube an eine Autorität existiert, werden sie einen neuen Gott erschaffen, der auf ihnen herumtrampelt und sie unterdrückt und es wird wieder und wieder passieren.

Wenn die Menschen den Glauben ablegen, dass ein Mensch das Recht dazu hat, einen anderen zu beherrschen, dann ist es vorbei. Für immer.

Original:
Larken Rose on the Belief in Authority
youtube.com/watch?v=nYbpICtfFwo

Original in voller Länge (englisch):
History… Debate: Larken Rose vs. Tom Willcutts (Anarchy vs. Authority)
youtube.com/watch?v=cvo-yEymNuQ

Übersetzung, Sprecher, Produktion:
Peter Müller

 

5 Responses to Die totale Befreiung vom gefährlichsten Glauben – Larken Rose

  1. Naturrecht sagt:

    Vielleicht hilft es wenn man die Fragen anders formuliert: Wer oder was gibt diesen Leuten das Recht dazu? —> Auf welcher Grundlage basiert dieses Recht? —> Was bedeutet eigentlich der Begriff „Recht“? und so weiter….

  2. Zef sagt:

    Das Selbst eines außer sich Seienden ist ein Dativ.
    Es erwartet alles von außen. „Die anderen“ sind sein Erstes.
    Mit der existentiellen (ethischen) Selbst-Wahl hat der Spuk ein Ende.

    Indem sich das Individuum selbst wählt (Erkenntnis, die Handlung ist), ist es nicht fertig. Aber diese Erkenntnis ist im höchsten Maße fruchtbar, wertschöpfend. Die Selbst-Wahl ist das Wasser des Lebens, der Quell allen Kapitals.

    Die Hauptsache im Leben ist, sich selbst zu wählen.


    „Zum Parteigänger fehlt mir jede Eigenschaft“ (Sören Kierkegaard)

  3. Nullte_Instanz sagt:

    Verdammt ist das gut! Mit so wenigen Worten so viel auszudrücken, gelingt nur wenigen!

    Die Illusion der Rechtmäßigkeit ist ein Produkt unserer fantasie, lediglich der Glaube muss verschwinden… Ja das hat was, das gefällt mir!

    Gruß Phil

  4. Hmann0815 sagt:

    Dieser Larken Rose hat die große Gabe, Dinge wirklich auf den Punkt zu bringen.
    Einfach grandios.
    Dabei fällt mir ein Liedtext von Konstantin Wecker ein. Einer seiner ersten großen Erfolge.
    Aus „Genug ist nicht genug“:
    . . . . . nur die Götter gehn zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind . . .
    Genial! Einen kürzer formulierten tödlichen Schlag gegen alle Religionen habe ich nie gehört oder gelesen. Für alle Regierungen gilt das sinngemäß.

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