Wählen – nein danke!

On 11. Juni 2016, in Gesellschaft und Politik, Wählen, Wählen, by FreiwilligFrei

gerdes

Jürgen Gerdes

Heute morgen fand ich ein Bildchen an meiner Wall, gepostet von einem glühenden Anhänger dieser seltsamen Religion namens Staat. Leider habe ich meiner ersten Gefühlsregung nachgegeben und es gelöscht.
Ich werde versuchen, es Ihnen zu beschreiben. Es zeigt den „Nichtwähler“, dargestellt vom schlafmützigen deutschen Michel und in trauter Eintracht mit aktuellen und verstorbenen Diktatoren dieser Welt versammelt. In einer Sprechblase ist sinngemäß zu lesen: „Wählen lohnt nicht.“ Daraufhin der Chor der Bösewichte: „Sagen wir ja!“

 

 

 

Der einfache Schluss könnte jetzt lauten: „Wahlen lohnen sich.“ Nehmen wir das Trommelfeuer der Parteienwerbung, aber auch allgemein gehaltene Aufrufe an der Wahl teilzunehmen als Indiz, müssen wir diese Aussage mit „ja“ beantworten – nur für wen lohnen sie sich?

Einigen Schätzungen nach leben mittlerweile mehr als 50 Prozent der Bevölkerung direkt (Beamte, öffentliche Angestellte, Mitarbeiter von GgmbH) oder indirekt vom Staat (Subventionen, Harz IV, Renten etc). Für die erste Gruppe gilt, sie leben ausschließlich zu Lasten der Steuerzahler, für die zweite Gruppe gilt dies teilweise. So stellt sich die Ausgangssituation vor einer Wahl da.

Für wen die Profiteure stimmen, sollte klar sein, sie stimmen für die Partei, die ihnen verspricht, ihre Besitzstände zu wahren, ja zu erweitern.

Der „rationale“ Wähler (der Teil, der produktiv tätig ist und das Geld beschafft) stimmt überwiegend für die ihm als kleineres Übel erscheinende Partei. Auch er will von der Politik seine „Belohnung“ abgreifen, nur wird diese ihm selten bis nie geliefert.

„Gewinner und Verlierer“ innerhalb der Wählerschaft können somit recht eindeutig beschrieben werden. Zu dem wirklichen Gewinner von Wahlen komme ich später.

Die eigentliche Frage ist jedoch, habe ich überhaupt eine „Wahl“ – ich kann zwar ein Kreuzchen machen – früher waren es derer drei, mit dem der unkundige Bürger unterzeichnete, was er nicht verstand – aber eine Wahl habe ich nicht. Ich kann nirgends die Wahl treffen, dass ich mich mit Kriegseinsätzen, mit Bankenrettungen, mit Abgabe von Hoheitsrechten nicht einverstanden erkläre! Was für eine Wahl soll das also sein?
Es ist die Wahl, die ein Vegetarier in einem Fleischerladen hat. Er kann zwischen Rind, Schwein, Geflügel und Wild wählen. Den Fleischerladen in ein Geschäft für Vegetarier umzuwandeln, verbietet das GG.

Der Wähler hat nun weder ein Anrecht auf Erfüllung der Wahlversprechen noch kann er den Abgeordneten in die Pflicht nehmen, da dieser (in der Theorie) nur seinem Gewissen verantwortlich ist. Daraus folgt, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Wahl und der dann folgenden Politik geben kann. Es werden folglich Stimmungen innerhalb der Bevölkerung abgefragt, die als Grundlage für eine künftige Marketingstrategie dienen.
Der Aberglaube bei demokratischen Wahlen, etwas bewirken zu können, treibt die Menschen wie das Vieh zur Schlachtbank, zur Wahl. Und genauso geht es Wahlperiode für Wahlperiode für Wahlperiode aus – enttäuschte, belogene und betrogene Menschen.
Sofern dem einzelnen Bürger nicht die Möglichkeit des „Austritts“, sein eigenes vegetarisches Geschäft offensteht, er also für alle „Mehrheitsbeschlüsse“ gerade stehen muss, befinden wir uns im Wettbewerb der Gauner.

Womit wir bei den wahren Profiteuren wären. Es ist die gesamte politische Klasse, die Unternehmen, die nur aufgrund der Staatseingriffe leben können, die Menschen, die ihren Beruf nur im staatlichen Kontext ausüben können (weil sie sonst niemand dafür bezahlen würde) sowie die Finanzindustrie, die aufgrund der staatlichen Privilegierung (Geldmonopol, fraktionales Geldsystem) ihr Geschäft betreibt.
Der Wähler legitimiert den Mumpitz, den die Machthaber zu ihrer sich selbst erteilten Legitimation aufbereiten. Dass sie sich in unseren Breitengraden an die selbst aufgestellten Regeln halten, sagt nur dieses aus. Sind morgen die Wahlergebnisse nicht gewünscht, würde die Wahl eben solange wiederholt werden, bis es wieder passt – siehe die Wahlen in einigen europäischen Ländern zum Euro. Hans-Hermann Hoppe nennt diesen Vorgang den „Wettbewerb der Gauner“ – steigen sie aus, sagen sie den Lügnern „Adieu“. Soziologen behaupten , dass der Umgang mit solchen Personen (Politiker, Lügner, Diebe) abfärbt. Ich frage mich, warum intelligente Menschen immer wieder auf dieselben Mechanismen herein fallen – es kann sich nur um eine Form des „Stockholm-Syndroms“ handeln.

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14 Responses to Wählen – nein danke!

  1. Wenn du weißt, daß sich nach der Wahl nichts ändern wird, warum gehst du dann hin?

    Wenn du weißt, dass die Medizin, die du nehmen sollst, dir nicht helfen wird, wirfst du sie dir dann trotzdem ein, nur weil der Arzt sie dir verschrieben hat und der Apotheker sie dir verkaufen will? Beide verdienen an dir und wollen dass du wiederkommst! Sie wollen weiter an dir verdienen und nicht, dass es dir besser geht! Sie haben beide nix davon, daß du gesund wirst und sind die Marionetten der Pharmakonzerne, die du nicht siehst, aber die die Puppenspieler sind! Es macht dann auch keinen Sinn die Medizin in den Mülleimer zu werfen!

    Denk mal drüber nach, bevor du wieder zum Arzt bzw. zur Wahl gehst, denn genauso läuft es auch in der Politik und der Finanzwelt!

    Wahlen gaukeln uns vor, wir könnten etwas ändern, doch letztendlich geben wir nur unsere Selbstverantwortung in die Hand derer, die an unsere Unzufriedenheit verdienen! Welches Interesse sollten die Politiker daran haben, dass du zufrieden bist? Keins, denn dann wären Wahlen überflüssig und somit auch die, die uns glauben machen wollen sie würden für uns was verbessern! WIR müssen es selbst tun und damit anfangen, aufzuhören aus Bequemlichkeit die Verantwortung auf andere zu übertragen, die mit zuviel derer nicht umgehen können und/oder auch wollen! Wir müssen unseren uns anerzogenen EGOISMUS ablegen und das EGO selbstlos in den Dienst ALLER, der Gemeinschaft stellen!

    Doch zu allererst musst du dir sagen:

    NEIN, da mache ich nicht mehr mit!

  2. Marko Fricke sagt:

    Nach meiner Meinung ist die Beschreibung des Ist-Zustands in dieser ( Un ) -Republik insgesamt gut getroffen.

    Die Quintessenz daraus, nicht zu wählen halte ich dennoch für falsch.

    1) Weil das Fernbleiben von der Urne gar nichts bringt, weil selbst ein Wähler nach
    aktuellem Wahlrecht ausreicht, um dieses Allierten – Parlament zu rechtfertigen.

    2) Weil die Stimmabgabe für eine Alternativ-Partei zumindest bei entsprechender
    Größenordnung diesen Selbstbedienungsladen genannt Reichstag in Probleme
    bringt, weil diese Alternative auch die Berechtigung besitzt in den Ausschüssen
    ihre Nase hineinzustecken. Dabei wird sich zeigen, ob sie korrumpiert werden
    können.

    Ich werde jedenfalls mit der Wahl der AFD die halbe Stunde investieren und hoffen,
    dass die Partei zumindest die Zentralisierung und Entrechtung Richtung Brüssel bremst, was Investoren, sprich Hochfinanz verunsichern wird. Vielleicht so sehr, dass das extrem fragile System in sich zusammen fällt und den Weg für einen Neuanfang frei macht.

    Nichts machen hilft auch nicht.

  3. Tom sagt:

    Eine Lanze muss ich hier brechen, ich werde als Beamter die AfD wählen. Mir reicht die Bevormundung und Verdummung des Volkes. Ich möchte ein freies Land, ein Land in dem sich jeder mit seiner Idee verwirklichen kann. Keine Bürokratie und Einschränkung staatlicher Seite befürchten muss, nur um der herrschenden Klasse die Profite zu sichern.

    Nein, es soll sich etwas ändern, auch mit der Konsequenz, dass es für mich zum Nachteil werden könnte, jedoch kann es so nicht weiter gehen, indem unser Volksvermögen an die Immigranten verteilt und an die Südländer verschenkt wird.

    • Apo sagt:

      Lieber Tom,

      sicherlich meinst Du es gut, jedoch wirst Du feststellen, dass das Wählen einer Partei, um die „Bevormundung und Verdummung des Volkes“ zu beenden, einen krassen logischen Widerspruch enthält. Das „Volk“ wird auch dann bevormundet und für blöd verkauft, wenn DEINE Partei den Oberguru zum Besten geben darf. Geht es Dir also tatsächlich um die Beendigung der Bevormundung oder letztlich nur um die Auswechslung der bevormundenden Räuber- und Gewaltbande?

      Desweiteren sprichst Du davon, dass der Austausch des Bevormundungsgesindels möglicherweise einen Nachteil für Dich – als Beamten – darstellen könnte. Hast Du Dir aber schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass das Beamtentum AN SICH (u.a.) moralischen Grundsätzen nicht standhalten kann? Ich selbst habe aus diesen Gründen den bevorstehenden Beamtenstatus vor Jahren abgelehnt. Warum? Beamte erwirtschaften nichts und leben vom zwangsabgepressten, geraubten Geld, welches Menschen über Zwangssteuern abdrücken müssen, ungeachtet der Tatsache, ob sie Deine oder die Dienste anderer Beamten in Ordnung finden oder diese überhaupt in Anspruch nehmen. Wenn Du ehrlich bist, wirst Du einsehen müssen, dass es diesbezüglich nichts zu beschönigen gibt.

      Liebe Grüße,
      Apo

  4. EuroTanic sagt:

    Das die “Wahl” 2013 auch nach den eigenen Regeln dieses Systems ungültig ist sagt das BVerfGe. Stichwort Überhangsmandate. Darum schert sich wohl keiner mehr?
    **Alleine die Tatsache, dass durch die 5% Hürde über 15% der Wähler, die eine der “kleineren” Parteien gewählt haben keine Vertretung im Bundestag haben ist ein Skandal sondergleichen.**
    Wenn noch jemand glaubt, dass er das System durch Systemregeln kippen kann, der möge doch klagen?

  5. SATAN sagt:

    Die Vollspacken vom WDR konnten es mit ihrer Propaganda auch mal wieder nicht lassen:

    http://www.wdr2.de/aktuell/klartext/nichtwaehler118.html

    „In diesen Tagen wollen uns Intellektuelle, Kabarettisten und verquaste Philosophen weismachen, wählen sei überflüssig und doof, weil man Demokratie nur vortäusche und von Merkel bis Gysi doch alle gleich seien.

    Großer Unsinn! Der Wahltag ist ein Feiertag. Wir feiern unseren freiheitlichen Staat…“

    Wow, unter Adolf wurden Intellektuelle und Philosophen auch als etwas höchst gefährliches angesehen. Scheint beim WDR nicht viel anders zu sein.

    Und wir „feiern unseren FREIHEITLICHEN Staat“?! Wer ist hier eigentlich der Kabarettist?!

    Diese ganze indoktrinierte Scheisse geht mir echt sowas von auf den Sack!!!

    Musste mal raus, sorry!

  6. […] http://www.freiwilligfrei.info/archiv… Der Wähler hat nun weder ein Anrecht auf Erfüllung der Wahlversprechen noch kann er den Abgeordneten in die Pflicht nehmen, da dieser (in der Theorie) nur seinem Gewissen verantwortlich ist. Daraus folgt, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Wahl und der dann folgenden Politik geben kann. Es werden folglich Stimmungen innerhalb der Bevölkerung abgefragt, die als Grundlage für eine künftige Marketingstrategie dienen. Der Aberglaube bei demokratischen Wahlen, etwas bewirken zu können, treibt die Menschen wie das Vieh zur Schlachtbank, zur Wahl. Und genauso geht es Wahlperiode für Wahlperiode für Wahlperiode aus – enttäuschte, belogene und betrogene Menschen. […]

  7. […] Wählen – nein danke! (freiwilligfrei) […]

  8. SATAN sagt:

    Hallo FWF! Was sagt Ihr eigentlich dazu, dass Oliver Janich auf seiner Website in einem Video 3 Gründe nennt, warum man die AfD wählen sollte? Er begründet das z.B. mit einem gewissen kurzfristigen taktischen Nutzen, weil ja in der AfD relativ viele libertäre (wie z.B. Peter Böhringer) Geister vereint seien.

    Das widerspricht aber doch ganz klar voluntaristischen Grundprinzipien, von daher weiß ich nicht, wie ernst ich das Video nehmen soll…. ?!

    • L.Bagusch sagt:

      Die AfD ist eine Wendehals-Partei, die wollen sogar in der unsäglichen EU bleiben und wollen Arbeitslose noch mehr versklaven und schikanieren !
      Einfach mal das Parteiprogramm durchlesen, dann weiß man daß das auch nur Politmarionetten sind. 😉

  9. L.Bagusch sagt:

    Wer wählen geht ist ein Trottel, denn das Bundesverwaltungsgericht hat alle Wahlen als UNGÜLTIG erklärt !
    Und solange das Urteil mißachtet wird von den führenden Politdarstellern, solange sind Wahlen nunmal UNGÜLTIG !

    Wenn ich z.B. ein Urteil nicht anerkenne, dann werde ich von den Polizei-Söldnern in den Kerker gebracht, aber bei den Politschranzen bleibt die Versager-Justiz völlig Untätig.

  10. Nichtwählen ist mit Sicherheit sinnvoll, – aber nur wenn es die (für das Volk) versagenden, sogenannten etablierten Parteien betrifft. Also FDP, CDU,CSU, SPD, Linke und Grüne. Für die AfD gilt das nicht. Und zwar weil diese noch nicht in das allgemeine Parteigeklüngel integriert wurde. Zumindest nicht so, wie es die etablierten Parteien gerne hätten. Das kann bei der Bundestagswahl 2021 anders aussehen, – jetzt wäre es sehr sinnvoll diese Partei zu wählen. Warum steht u.a. bei http://www.polpro.de/taktik.html .
    Die AfD ist die einzige Partei, welche die unsägliche und grundgesetz-widrige Haushaltsabgabe ablehnt. Und damit die Meinungsdiktatur von ARD & ZDF brechen könnte, – indem sie deren Finanzquellen austrocknen lässt. Was die dortige Herrchaft der Volksverblöder quasi abschafft. Siehe http://www.polpro.de/mm17.html#bts . Die 840 € Gewinn je Haushalt und Legislaturperiode sind da eher ein Kollateralschaden, – für die Medien! Allein um den Einfluß der 4. Gewalt zurecht zu stutzen lohnt es sich also wählen zu gehen.
    Denn auch auf diesen Fakt (der bewußt nicht publiziert wird!) hat der Wähler Einfluß.
    Ansonsten gilt: Politiker soll man wechseln wie Windeln, – aus gleichem Grund.
    Und außerdem: Neue Besen kehren gut.

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