Tommy Casagrande

Manchmal begegnet einem das folgende Zitat: „Der Staat hat die Aufgabe, den Einzelnen vor sich selber zu schützen“.

Und wer schützt mich dann vor dem Staat, wenn ich nicht geschützt werden will ? Der Staat kann es dann ja nicht mehr, da er ja damit beschäftigt ist, mich schützen zu wollen, wobei ich das dann als Angriff und nicht als Schutz empfinde.

Ich widerum darf/kann mich ja nicht vor dem Staat schützen, denn der Staat hat die allumfassende Schutzaufgabe für mich übernommen und mir somit die Möglichkeit genommen, mich selber zu schützen. Denn er traut mir ja nichtmal zu, mich vor mir selbst zu beschützen. Also, wer bleibt dann übrig mich vor dem Staat zu schützen ? Ich falle weg. Wenn ich wegfalle, fallen auch die anderen Millionen Bürger weg die in der gleichen Lage wie ich vom Staat geschützt werden.

Der Staat, mit der Aufgabe betraut, zu schützen, fällt auch weg. Tja, da bleibt dann irgendwie niemand mehr übrig. Das ist dann wohl der heikle Punkt, an dem Mark Twain gesagt hat, dass sich Geschichte reimt. Das tragische ist, den Schluss zu ziehen, dass das Gewaltmonopol die Vorlage für die sich reimende Gedichte liefert, getraut sich niemand zu denken. Der geistige Horizont verweilt dort, wo man auf das altbekannte zurückgreifen kann, auch wenn es sich nicht bewährt hat. Die Gewohnheit stets den gleichen Fehler machen zu wollen überwiegt dem Vertrauen in die Vernunft, die notwendigerweise abrät, der Gewohnheit nachzugeben, sobald man einsehen kann, dass die Ergebnisse sich nicht ändern, nur weil ich den gleichen Fehler wiederhole.

 

 
 

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2 Responses to „Wer schützt mich vor dem Beschützer ?“

  1. Zef sagt:

    >“Der Staat hat die Aufgabe, den Einzelnen vor sich selber zu schützen”.

    Was der „Einzelne“ in concreto überhaupt ist, kann aber nur der Einzelne _als Einzelner wissen.

    Die Geschichte des Menschengeschlechts bewegt sich immer in quantitativen Bestimmungen und ist deshalb überhaupt nicht imstande, auch nur ein einziges Individuum hervorzubringen. Fortgesetztes Quantitieren führt in aller Ewigkeit zu keiner Qualität.

    Der Einzelne ist deshalb mehr als die Art.
    Er hat seine Teleologie in sich selbst.

    Die Lehre von der Übermacht der Generation ist reine Spekulation. Dagegen steht die existentielle Wirklichkeit „dieses (jedes) einen Menschen“ in concreto, der nur als „Begriff“, aber doch nicht „selbst“ gedacht werden kann.

    „Dieser eine Mensch“ ist niemals in abstracto, sondern nur in concreto!

    Das „System“ weiss gar nichts über ihn; es weiss nur, dass es ihn zu einem Systemmoment auflösen will. Dafür bietet es dann die „Menschenrechte“. Wer sie als ein vermeintlich glänzendes Etwas wählt, wird in Wahrheit zu gar nichts – zu einem Glied in der „Gehorsams-Kette“.

    Deshalb ist die Selbst-Wahl („ich erschaffe mich nicht, ich wähle mich“) das Wichtigste im Leben überhaupt.


    „Selbst“ bedeutet gerade den Widerspruch,
    dass das Allgemeine als das Einzelne gesetzt ist (Kierkegaard)

  2. Marius sagt:

    Logischerweise kann die Regierung nur Abbild ihrer Wähler sein und die sind ja angeblich zu dumm, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Irgendwer muss aber diese Regierung, die mich schützen soll, bestimmen. Wenn nun niemand in der Lage ist für sich selbst zu sorgen, seine Probleme selbst zu lösen, für sein eigenes Wohl zu arbeiten und sich um sein eigenes Leben zu kümmern, wie sollten sie sich dann erst um das Leben anderer Menschen kümmern?

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