von Philipp A. Mende

„Zu fragen, wer die Straßen bauen solle, wenn es keinen Staat gäbe, ist dasselbe wie zu fragen, wer die Baumwolle pflücken solle, wenn es keine Sklaven gäbe.“ (Rahim Taghizadegan)

Straßen. Jaja, immer wieder Straßen. Straßen scheinen wahrlich der Gipfel menschlicher Technologie zu sein! Was sind dagegen schon integrierte Schaltkreise oder Nuklearreaktoren? Nein, einen Streifen Asphalt auf den Boden schmieren – DAS ist es! Doch nun ernsthaft: Die Frage, wer denn die Straßen bauen solle, wenn nicht der Staat, ist ein Standard-„Argument“, der von Etatisten sämtlicher Couleur (man könnte auch sagen: Feinde einer offenen Gesellschaft) angeführt wird. Wer baut denn die Straßen? Der Staat gibt Aufträge an Firmen aus. Wer bezahlt die Firmen? Der unter Zwang und Gewaltandrohung Beraubte, genannt „Steuerzahler“.

 

Warum sollte es in einer offenen Gesellschaft unmöglich sein, ohne Auftrag von Seiten des Staates ein Straßennetz auf die Beine zu stellen? So gut wie alle Menschen haben ein Interesse an einem funktionierenden Straßennetz und würden auch die Kosten dafür tragen. Denkt man beispielsweise an die Liberalisierung des Fernbusverkehrs, die ein voller Erfolg war, so fällt auf, dass das mehr als 70 Jahre währende Monopol der Deutschen Bahn gebrochen wurde. Doch anstatt des Umstandes, dass Pendler nun von privaten Fernbuslinien gnadenlos ausgenommen würden, können sie viel schneller von X nach Y reisen. Offenbar kennen die Menschen ihre Bedürfnisse besser als der Staat! Die sogenannte „Daseinsvorsorge“ ist, wie Gerhard Habermann es beschreibt, Ausdruck eines „paternalistischen Staatsverständnisses“. Heute weitgehend vergessen ist die Tatsache, dass im 19. Jahrhundert Privatunternehmen die Gemeinden mit Wasser, Energie, Verkehr und Entsorgung versorgt haben und sie erst verstaatlicht wurden, als sich ihr Erfolg zeigte (meist um 1900).

 

Oliver Heuler stellte diesbezüglich fest: „England lieferte bereits im 18. Jahrhundert ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen einem staatlichen und einem privaten Verkehrsnetz: Die öffentlichen Straßen waren schlecht gebaut und schlecht erhalten. Sie hätten niemals die Industrielle Revolution ermöglichen können. Tatsächlich errichteten private Straßengesellschaften seit 1706 ein großes Netz, um das England die ganze Welt beneidete. An speziellen Toren wurde eine Maut erhoben, mit der sich die Straßen refinanzierten. Und weil alle davon profitierten, verbanden sich die Straßengesellschaften miteinander, um ein effizientes Straßennetz für das gesamte Land zu schaffen. Zwischen 1800 und 1830 entstand in den nordöstlichen Staaten Amerikas auf die gleiche Weise ein großes Straßennetz. Und auch hier zeigte sich, dass private Erbauer und Eigentümer dem Staat weit überlegen waren.“

 

Außerdem ist die Grenze ziemlich willkürlich gezogen. Warum zählt die Versorgung mit Straßen zur „Daseinsvorsorge“, aber nicht die Versorgung mit dem täglichen Brot? Eigentlich müssten alle Bäckereien verstaatlicht werden, damit Schluss ist mit der „unmenschlichen“ Praxis, dass private Bäcker mit dem Hunger ihrer Mitmenschen Geld verdienen. Darüber hinaus macht auch Stefan Molyneux auf interessante Punkte hinsichtlich des leidlichen „Straßenthemas“ aufmerksam, da die Frage nach den Straßen auch nach seinem Dafürhalten immer wieder als zentraler Einwand gegen eine staatenlose Gesellschaft komme – was in gewisser Weise absolut Sinn macht, da Straßen eine Form des „öffentlichen Eigentums“ sind, welches wir alle direkt erfahren (haben) und uns von daher nur schwer vorstellen können, wie Straßen bei Abwesenheit einer Regierung aussehen könnten. Die Alternative zu „staatlich“ finanzierten Straßen wäre im Allgemeinen ein auf Maut basierendes Straßennetz, was wiederum als katastrophale Lösung betrachtet wird, denn wer will schon an jeder Kreuzung halten, um 25 Cent in einen „Verbrauchszähler“ zu werfen? Es ist zunächst von essenzieller Wichtigkeit, dass wir uns in die Lage eines Straßen-Bauunternehmers versetzen, der auf der anderen Seite des Tisches sitzt und versucht, uns Zugang zu seinen Straßen zu verkaufen. Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihre Ersparnisse im Zuge des Aufbaus eines komplizierten Straßennetzes angelegt haben. Sollten Sie Fahrer nicht dazu bewegen können, freiwillig für die Nutzung desselben zu zahlen, sind Sie erledigt – ihre Kinder werden, vor Hunger weinend, schlafen gehen. Wenn Sie sich aufgrund der Präsentation gegenüber potenziellen Kunden (Fahrern) erheben, würden Sie ihnen ernsthaft erzählen, dass Sie im Zuge einer Fahrt über einen Kilometer, um etwa einen Laib Brot zu holen, alle paar Meter anhalten müssten, um 25 Cent in eine Mautuhr zu werfen? Natürlich nicht. Also – wie werden Sie Autofahrer davon überzeugen, Ihre Straßen zu nutzen?

 

Für diejenigen, die keinerlei Zeit – oder Blut – in der unternehmerischen Welt verbracht haben: Exakt alle Unternehmen werden auf diese Weise finanziert. Sie präsentieren ihr unternehmerisches Vorhaben einer Gruppe von Investoren, die insofern auf sehr seriöse Weise den „Anwalt des Teufels“ verkörpern, da sie versuchen werden, Löcher in Ihrem Business-Plan zu finden. Wenn Ihr gesamtes Vermögen in der Schwebe hinge, wie würden Sie diese Einwände beantworten? Wenn Sie keine guten Antworten geben können, werden Sie niemals in der Lage sein, Ihre Straßen zu verkaufen. Zwar ist Molyneux sicherlich kein Experte im Bau – er war Unternehmer in der Software-Welt – aber er kann Ihnen einige mögliche Antworten verraten, die er unter die Lupe nehmen würde, um für solch ein Treffen vorbereitet zu sein. Er kann Ihnen darüber hinaus versichern, dass keiner der Unternehmer Fahrer in einem System involviert sehen wollen würde, das diese alle paar Minuten zum Anhalten nötigte, um Wechselgeld in einen Schlitz zu werfen. Wenn ich dringend Straßen in einer staatenlosen Gesellschaft bauen wollen würde, würde ich zunächst Bauunternehmen ansprechen, die wiederum Häuser oder Einkaufszentren in einigen Gegenden errichten wollen würden, die aktuell noch nicht von einer Straße umgeben sind. Sollten Sie ein Einkaufszentrum mehrere Kilometer außerhalb der Stadt bauen wollen, werden Sie voraussichtlich nicht viele Investoren anlocken, es sei denn, ihr Business-Plan beinhalte eine Zufahrt zu jenem Einkaufszentrum, zumal es darüber hinaus sehr wenige Leute gäbe, die die Vorstellung eines „belebenden Marsches“ von und zu dem „Ziel“-Kaufhaus genössen. Wenn Sie einen Wohnkomplex errichten wollen, sehen Sie sich mit exakt derselben Anforderung konfrontiert – es ist wahr, dass Sie Häuser ohne Straßenzugang verkaufen können, aber Sie werden nicht in der Lage sein, sie für mehr zu verkaufen als deren Errichtung sie kostet. Schließlich gibt es also in der Tat zwei unterschiedliche Arten von Straßen, innerhalb von zwei unterschiedlichen Umgebungen – Autobahnen und Landstraßen sowie bereits existierende und neue Straßen. Uns fällt es leicht, zu verstehen, dass Autobahnen zu neuen Orten im freien Markt gebaut werden, aus dem einfachen Grund, dass, sollten Sie keine Autobahn zu diesem neuen Ort bauen können, dieser neue Ort niemals existieren wird. Zudem ergibt es nicht viel Sinn, eine Autobahn zu einem Neubaugebiet zu bauen, ohne den Bau von Straßen von der Autobahn zu dem bzw. innerhalb des Wohnkomplexes.

 

So wird alles Neue, das gebaut wird, nur dann gebaut werden, wenn gleichzeitig Straßen gebaut werden, um es zu erreichen. Wenn ich irgendwo außerhalb der Stadt ein neues Haus kaufen will und eine neue Autobahn und neue Straßen gebaut wurden, um meinem Wunsch gerecht zu werden, werde ich sicherlich sehr an der langfristigen Qualität der Straßen, die gebaut wurden, interessiert sein, da so viel des Wertes meiner Immobilie vom einfachen und bequemen Zugang zu ihr abhängt. Folglich wird die langfristige Qualität dieser Straßen ein signifikanter Faktor sein – wahrscheinlich ein entscheidender – hinsichtlich meiner Entscheidung, ein Haus zu kaufen. Die Qualität der Straßen ist genauso wichtig wie die Bauqualität des Hauses, wenn es zur Beurteilung des Wertes einer Immobilie kommt. Wie viel würden Sie für eine Millionen-Dollar-Villa inmitten des Amazonas-Regenwaldes bezahlen, ohne Zufahrt? Angenommen, Sie sind nicht Howard Hughes, wahrscheinlich überhaupt nichts. Was ist mit der Gefahr, dass mir jemand ein Haus verkauft und dann den Preis der Straßeninstandhaltung in die Höhe treibt? Wissend, dass dies ein Risiko darstellt, wenn ich meine Hypothek verhandeln würde, würde ich sicherstellen, dass ein eingebauter und festgelegter Preis für die Straßenunterhaltung in meinen Hypothekenbedingungen inbegriffen ist. Ich würde in dem Vertrag auch auf das Recht bestehen wollen, ein offenes Angebot an Straßenunterhaltungsdienstleistungen zu fordern, sowie der Vertrag erneuert werden würde. Wir alle können verstehen, dass der Bau und die Instandhaltung von Neubauten – seien sie nun kommerzieller Natur oder auf den Wohnsitz bezogen – nur mit qualitativ hochwertigen Straßenzufahrten auftreten kann. (Wir sehen diese Art von Phänomen in geringerem Maße an der Tatsache, dass fast keine Einkaufszentren ohne Parkplätze gebaut werden oder Häuser ohne Einfahrten und Garagen.)

 

Abschließend sollte man sich folgende Punkte vergegenwärtigen: 1. Die Infrastruktur in einer freien Gesellschaft würde höchstwahrscheinlich völlig anders aussehen, zumal Lösungen, die nicht aus Zwang und Gewalt resultieren bzw. nicht darauf aufbauen, langfristig immer besser und effizienter sind als jene, die daraus resultieren bzw. darauf aufbauen. 2. Wer weiß, ob wir überhaupt noch Straßen brauchen werden bzw. in welchem Maß. (Man betrachte beispielsweise Flugzeuge oder die einstige Feldarbeit: Hätte man früher jemandem erklären wollen, dass dereinst metallene Maschinen anhand fossiler Brennstoffe angetrieben werden würden bzw. diese die Hauptarbeit erledigen würden, wäre man sicherlich auch für verrückt und utopistisch erklärt worden)


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46 Responses to FAQ – Wer würde ohne Staat die Straßen bauen?

  1. Mielia sagt:

    „England lieferte bereits im 18. Jahrhundert ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen einem staatlichen und einem privaten Verkehrsnetz: Die öffentlichen Straßen waren schlecht gebaut und schlecht erhalten. Sie hätten niemals die Industrielle Revolution ermöglichen können. Tatsächlich errichteten private Straßengesellschaften seit 1706 ein großes Netz, um das England die ganze Welt beneidete. An speziellen Toren wurde eine Maut erhoben, mit der sich die Straßen refinanzierten. Und weil alle davon profitierten, verbanden sich die Straßengesellschaften miteinander, um ein effizientes Straßennetz für das gesamte Land zu schaffen. Zwischen 1800 und 1830 entstand in den nordöstlichen Staaten Amerikas auf die gleiche Weise ein großes Straßennetz. Und auch hier zeigte sich, dass private Erbauer und Eigentümer dem Staat weit überlegen waren.“

    Hab gesehen, dass das ja aus einem Text von Oliver Heuler ist, den man bei euch findet.
    Würde mich mal interessieren, ob ihr da evtl. von einsehbaren Quellen wisst, zu denen man sich zu dem Thema noch besser informieren kann (ohne dass ich jetzt eigens nun eine größere Recherche betreiben muss :D)?

    Sowas liest/hört man ja eher sehr selten, wie auch zu den Knappschaften, dem Gesundheitssystem um 1800 in den USA oder den Lehrmitteln an Schulen im frühen 19. Jhd. 😉 (glaub dazu hab ich woanders her nur was gehört).

    Gruß,
    Mielia

    • michael sagt:

      am besten, du fragst heuler direkt mal.

      • Tobias Müller sagt:

        In dem Buch „Englands Weg in die Marktgesellschaft (Kritische Studien Zur Geschichtswissenschaft)“ sind diesbezüglich einige Informationen enthalten inkl. einer Karte über die damaligen Straßen in GB.

        Die Autorin des Buchs ist allerdings keine Vertreterin der Österreichischen Schule, was mir beim Durchlesen der Lektüre auch aufgefallen ist.
        Einige ökonomische Sachverhalte würden dementsprechend bestimmt von den Vertretern der österreichischen Schule anders analysiert und interpretiert werden.

        Nichtsdestotrotz finde ich das Buch (wenn auch deutlich überteuert) lesenswert und reich an historischen Fakten.

        Ps.: Gérard Bökenkamp hat zu dem besagten Buch auch auf ef-magazin.de eine Rezession geschrieben:

        http://ef-magazin.de/2010/02/23/1880-england-im-mittelalter-und-der-fruehen-neuzeit-christiane-eisenbergs-englands-weg-in-die-marktgesellschaft

        • Mielia sagt:

          Danke.
          24€ ist wirklich teuer…
          aber lese mir mal die Rezension(en) durch.

          Und Oliver frage ich später auch noch zu, wenn ich daran denke.
          Aber dann, wenn ich mehr Zeit habe/mir nehmen kann und will für einen Kontakt ;-).

          Gruß,
          Mielia

  2. Hans Kolpak sagt:

    Meine Bereitschaft, ein zehn Zentimeter großes Loch im Asphalt „im Vorbeifahren“ provisorisch zu stopfen, ist sehr groß. Allerdings bedeutet das Ärger mit dem Bauhof der Gemeinde, der gerade Hochwasserschäden beseitigt. Wenn es gut geht, ist im November das inzwischen 50 Zentimeter und 5 cm tiefe Loch endlich repariert. Ich wohne in einem 150-Seelen-Dorf des sächsischen Vogtlandes.

    Soviel zur Bereitschaft von Steuerzahlern, Verantwortung zu übernehmen und zur Fähigkeit von Behörden, Verantwortung zu tragen.

    Hans Kolpak
    Deutsche ZivilGesellschaft

  3. Nef Robert sagt:

    Selbstverständlich können Strassen Eisenbahnen und Flugplätze auch von Privaten gebaut werden. Das Hauptproblem ist nicht die Finanzierung des Bauens und des Unterhalts, sondern der Landerwerb und die privaten Abwehrrechte der Nachbarn. In einer privaten Eigentümergesellschaft ist es in einem dicht besiedelten Land nicht ganz einfach, die für ein Strassennetz benötigten Grundstücke zeitgerecht freihändig zu erwerben. Der nicht verkaufswillige Grundeigentümer kann seine blockierende Position immer teurer verkaufen. Als konsequente Befürworter des Privateigentums gibt es dagegen keine prinzipiellen Einwände. Die privaten Eisenbahngesellschaften hatten deswegen im 19. Jahrhundert ein vom Staat verliehenes Enteignungsrecht (!). In England gab und gibt es ein (privates?) Obereigentum der „Krone“ am Boden. Eine interessante, feudalistisch verankerte Institution. Ohne ein etatistisches Eingriffsrecht, das man „im öffentlichen Interesse“ an Handel, Verkehr und Mobilität „von Staates wegen“ gewährte, wären viele Verkehrsnetze erst viel später oder überhaupt nicht gebaut worden. Wem das Privateigentum an Grund und Boden lieb und teuer ist, sagt hier konsequenterweise einfach „Na und?“.Prinzipien haben ihren Preis, aber man darf diesen als Freund von Freiheit und Privateigentum nicht verdrängen. Faust hat sein produktivitätssteigerndes Meliorationsprojekt nur auf Kosten der Privateigentümer „Philemon und Baucis“ realisieren können. Ähnliche Probleme gibt es bei der Ausbeutung bzw. Nutzung von Bodenschätzen. Traven beschreibt in seinem Roman „Die weisse Rose“ das Schicksal eines eigentumsbewussten Indianers, der sich mit bemerkenswerten Argumenten weigerte, seinen Familienbesitz, unter dem eine Erdölquelle lag, freihändig an eine Erdölgesellschaft zu verkaufen. Auch die allgemeine Verfügbarkeit „fossiler Brennstoffe“ ist mit erheblichen Eingriffen ins Privateigentum erkauft worden. Und dass Flugzeuge Privatgrundstücke überfliegen und belärmen dürfen, beruht auch auf einer Zwangsenteignung von privaten Nachbar- und Abwehrrechten.

    • Cyberpunk sagt:

      @Nef Ja, genau da sehe ich auch das Problem in der (eigentumbasierten voluntaristischen ) Praxis! Wenn einer sein Grundstück nicht hergeben will, werden mit Sicherheit kranke Leute (im Autrag der Baufirma) auftauchen und unschöne Dinge tun und versuchen, um den Eigentümer zu „überreden“ sein Grundstück herzugeben. Oder: Die neue Straße wird nicht gebaut. Aufgrund eines Grundstücks? Wer den Mensch in Gänze kennt, kann sich ausmalen … naja… ^^

      • Hermann Messmer sagt:

        “ Wer den Menschen in Gänze kennt, kann…..“
        Da möchte ich froh sein Dich deine (kranken) Mitmenschen nicht zu kennen. Ich und meine Mitmenschen passen nicht zu Deiner Schablone. Umziehen hilft 🙂 Es gibt Stellen auf dem Planeten wo die Idioten ein verschwindende Minderheit sind. Dort würden ohne nennenswerte Probleme Straßen ohne Staat gebaut werden.
        Tja, am Strassennetz könnte man die Idioteninseln erkennen. Auch gut. Es ist ja richtig klasse, wenn keine Straßen dort ins Zentrum führen. Deshalb bin ich um so mehr für die Lösung ohne Staat.

        • Gerd Müller sagt:

          Der Mensch ist nunmal, von Natur aus oder dazu erzogen, egoistisch… Da nützt es auch nichts, wenn man sich seine (Gedanken)Welt so baut wie man sie gerne hätte! Der Mensch hat es seit Anbeginn nie ohne Machtorgane geschafft! Selbst in den gelobten Naturvölkern gibt es einen der sagt wo es lang geht… Gut der baut keine Strassen (wozu auch)! Aber er besitzt auch meißt nur administrative Aufgaben… Ergo Staat gab es immer wird es immer geben, egal wie man seine hülle dann auch nennen will! Aber das ist natürlich nur meine unfreie Meinung!

          • Libertarian sagt:

            Gerd,

            danke für den Hinweis.

            Warum sich überhaupt noch wehren gegen die Zwänge und die Tyrannei des Staates. Warum sich nicht lieber gleich von ihm unterjochen lassen und seine unnützen Fantastereien (=Gedankenwelt) erst gar nicht wahrnehmen.

            Ich denke nach deinem (sehr sinnvollen:-))Hinweis wird die Seite hier bestimmt bald geschlossen werden und wir werden weiter glücklich im „Etatistenstrom“ schwimmen.

            Das Leben könnte ja so einfach sein…

          • Kawaphil sagt:

            Der Mensch ist von Natur aus kooperativ, ansonsten wäre es ihm nie möglich gewesen eine komplexe arbeitsteilige Gesellschaft zu erschaffen. Der Egoismus wird anerzogen und ist eine Handlungs- und Denkweise welche durch Mangel und Angst erzeugt wird. Mangel an Liebe, Nahrung, Zuwendung und Respekt führt zu Reaktionen wie Angst, Wut, Trauer und einem fehlen von Empathie.

            Ich baue auf zukünftige Generationen, wie die meiner Tochter, welche ich darin bestärke das sie keine Form des Zwangs dulden soll. Ich werde versuchen ihr zu zeigen, dass es möglich ist Mangel mittels Substitution, Innovation und Organisation gar nicht erst entstehen zu lassen.

            Erziehung heisst vorleben, alles andere ist höchstens Dressur. Solange wir unsere Kinder als verfügbares und kontrollierbares Eigentum betrachten, benötigen wir „Machtorgane“ welche nach der Kindheit das Bestimmungs- und Durchsetzungsrecht (Gewaltmonopol) der Eltern ersetzen. Wenn man Kinder seit Geburt als eigenständige Menschen betrachtet, welche lediglich unserer Unterstützung und unserer Empathie bedürfen, so werden sie wachsen und lernen ohne die Ausübung von Zwang. Wird in Interaktion mit dem Kind Gewalt und nicht Kooperation als Option zur Durchsetzung der eigenen Bedürfnisse gewählt, so wird das Kind die an ihm verübte Gewalt als ungerecht empfinden (wie jeder Erwachsene auch), aber letztendlich als legitim betrachten insofern man damit seine Ziele erreicht.

    • nlen sagt:

      Es ist doch albern, dies von irgendeiner empirischen Seite aus zu betrachten und zu mutmaßen, ob die Leute wohl zu geizig, unvernünftig oder sonst was wären, damit man eine „offensichtlich sinnvolle“ Baumaßnahme durchführen kann. Wissen die staatlichen Planer das besser? Nein. Aber sie mögen wohl wissen wie man die Leute klein kriegen oder wie man ihnen externe Lasten aufzwingen kann („die privaten Abwehrrechte der Nachbarn“).

      „Der nicht verkaufswillige Grundeigentümer kann seine blockierende Position immer teurer verkaufen.“

      Wenn das so wäre, dass es nach wie öffentlich Eigentumstitel auf Grundstücke gäbe. Das ist aber eine etatistische Lösung und etatistische Denke.
      In einer staatenlosen Gesellschaft würde es keine öffentlichen Eigentumstitel geben. Eigentum, oder besser die Normen, die den Besitz rechtfertigen, stünden durch das Handeln der Menschen ständig zur Disposition. Würde man in einer Kommune tatsächlich permanente Besitztitel haben wollen, dann sind diese selbstverständlich bewusst angelegt und dann auch entsprechend schutzwürdig.

    • Hermann Messmer sagt:

      Ich würde darum bitte die Kirche im Dorf zu lassen.
      Ich besitze einige Grundstücke und es ist mir völlig egal, ob da ein Flugzeug drüber wegfliegt. In einer PRG hätte ich schon arge Problem ein Argument zu finden, weshalb ich dadurch geschädigt würde. Jemand der aber einen Flughafen bauen möchte, müßte sich schon die Mühe machen vorher mit den betroffenen Anwohnern zu sprechen und einen Konsens finden.
      Wenn jemand eine Straße durch mein Grundstück bauen will, darf er gerne mit mir reden. Warum sollte ich es nicht verkaufen und woanders ein Schöneres kaufen?
      Ich erlebe diese Art der Argumente („nicht verkaufswillig“…) oft von Mitmenschen die keinen Grund und Boden besitzen oder für ihr politisches Weltbild nur Probleme sehen wollen.
      Aber ich bitte darum, das ganze weiter zu denken. Ein schlecht angebundenes Grundstück ist wenig wert. Wer sich aus Gier mit exotischen Forderungen gegen alle anderen stellt, wird am Ende gar nichts bekommen.
      Sollte jemand in 1000m Tiefe unter meinen Grundstücken dort Kohle rausholen, nur zu, für einen kleinen Obulus gar kein Problem. Ich selbst kann die Kohle nicht fördern. Die Kohle nicht fördern lassen würde mir gar nichts bringen. Ich möchte nur Sorge tragen, dass meinem Grundstück oben nichts nachteiliges passiert. Dafür gibt es Verträge, die man aushandeln kann.
      Warum fällt das Denken in wirtschaftlichen Zusammenhängen so schwer? Dann wird stattdessen nicht nachgedacht, und den Eigentümern der Grundstücke Starrsinn, Verkaufsunwilligkeit …. unterstellt um den Unterdrücker Staat zu begründen. Es mag durchaus wenige dieser starrsinnigen Zeitgenossen geben. Kein Problem: die Straße wird dann eben etwas anders verlaufen, jemand anders macht ein gutes Geschäft. Wer aus lauter Starrsinn kein Geschäft machen will: Na und? Soll er in Armut sterben, kein Problem. Es gibt viele Möglichkeiten, Tunnel buddeln, Brücken bauen, gutes Geld für ein Grundstück anbieten, ein besseres Tauschobjekt anbieten…..
      Das wäre fair.
      Wenn die „eigentumsbewußte Indianerin“ ihr Grundstück trotzdem nicht verkaufen will: Alles ok.
      Erst wenn ein Staat da ist, wird es gefährlich. Enteignung und Vertreibung unter der Flagge von „Recht und Gesetz“.
      Enteignen ist ein Primitivlösung von Menschen die herrschen wollen. Ihren Willen über den eines anderen Menschen erheben wollen. Ich möchte so jemanden nennen was er wirklich ist: Ein Unterdrücker. Jemand der keinen Respekt vor einer anderen Meinung hat.
      Unterdrückung darf nicht damit legitimiert werden, weil ich einem starrsinnigen Mitmenschen meine Meinung aufzwingen will. Niemand hat das „Recht“ auf ein möglichst einfaches Leben. So mit Unterdrückung eben…

  4. Uwe Timm sagt:

    Man hat sich auch einmal über ein Schienennetzt verständigt.
    Wahrscheinlich würde man in einer offenen Gesellschaft auf Autobahnen verzichten müssen, um Panzer schneller an die Front zu bringen.

  5. Habnix sagt:

    Wer würde ohne Regierung die Straßen bauen ?

    Der Staat sind wir alle.

    Wer würde ohne Regierung eine Atombombe bauen und sie auf Städte werfen?
    Wer würde ohne Regierung Kernkraftwerke bauen ?

    Die Macht der Regierungen ist die Infrastruktur die Städte und Dörfer verbindet in denen abhängige Bürger wohnen ohne das sich selbst versorgen zu können.

    Wer würde die Infrastruktur bauen ohne Regierung?

    Werden wir Selbstversorger werden und kommen wir dabei ohne Infrastruktur aus ?

    Gäbe es ohne Regierungen Terroristen ?

    Gäbe es ohne Regierung Konzerne?

  6. AmiGoHome sagt:

    Wie jetzt, alles soll privatisiert werden?
    Ist es nicht genau das, was die Bilderberger mit dem Ziel der Neuen Weltordnung auch vor hat? Staaten und deren noch verbliebenen Reste an Grundrechte und Verfassungen zu zerstören? Eine daraus resultierende „vogelfreie“ Gesellschaft mit einem offenen Markt zu schaffen, indem dann letztendlich Konzerne das Recht diktieren und nicht mehr das Volk (Staat)?

    • Zef sagt:

      In einem „offen“ Markt diktieren gerade nicht die Konzerne oder die Politbüros, sondern die Bevölkerung.

      Die Massen der Konsumenten bestimmen über den Kapitaleinsatz. Nur wenn die Kapitaleigentümer in Produktionsanlagen oder Dienstleistungen investieren, mit welcher die Bedürfnisse der großen Bevölkerungsmehrheit befriedigt werden, kann sich das Kapital verzinsen und erhalten, alles andere Kapital bringt Verluste und geht verloren.

      „Im Kapitalismus ist die ganze Bevölkerung der eigentliche Herr des Kapitals, der bestimmt, wo und wie es eingesetzt wird – ganz egal, wem es physisch oder juristisch gehört“ (Baader, Die belogene Generation, S. 134).

      • Habnix sagt:

        Das stimmt nicht ganz. Beispiel: Glühbirne u.s.w.

        Konzerne wie Microsoft wollte die neu X-Box die man nur mit Internetanschluss spielen kann verkaufen.All das ohne den Verbraucher zu fragen.Das ist wie ein Auto ohne Motor.

        Macht man so was ?

        Computerspiele Multiplayer wie Anno, wo jeder sich extra eine CD oder DVD kaufen muss um mit zu spielen. Hallo, seit wann muss sich jeder Mitspieler bei Monopolispiel oder Mensch ärgere dich nicht auch ein Spiel kaufen.Das ist im höchsten maße Asozial von Firmen die Anno produzieren und verkaufen.

  7. isomorph sagt:

    Hallo AmiGoHome, gute Fragen.

    „Wie jetzt, alles soll privatisiert werden?“

    Ja.

    „Ist es nicht genau das, was die Bilderberger mit dem Ziel der Neuen Weltordnung auch vor hat? “

    Nein. Die Bilderberger wollen, dass man es `privatisiert` nennt, wenn ein Monopol oder Konzern staatlichen Schutz geniesst, also der Staat für sie die Konkurrenz unterdrückt, also die Menschen, während sie die Gewinne einstreichen. Ohne Staat, der ihr Handeln für legal erklärt, könnte es zum Beispiel so aussehen:

    Eine kleine Vorschau auf den Voluntarismus:

    Das Threat Management Center(TMC) und die Detroit Bus Company(DBC)

    Dale Brown und seine Organisation, das Threat Management Center (TMC) haben dabei geholfen, die Lücke zu füllen, die von einer korrupten und inkompetenten Stadtverwaltung hinterlassen wurde. Brown gründete das TMC im Jahr 1995 um seinen Mitmenschen in Detroit während eines Anstiegs der Einbruchs- und Mordfälle zur Seite zu stehen. …
    http://globalefreiheit.de/tmcdbc.htm

  8. Apo sagt:

    „Wo immer die politischen Gottspieler irgendeinen Sektor des Lebens der Bürger einmal aus der Hand gegeben und dem Markt überlassen haben – wie in jüngerer Zeit z.B. den Sektor Telekommunikation, da entfaltet er innerhalb relativ kurzer Zeit ein wahres Feuerwerk an Innovationen, Verbesserungen, Verbilligungen und Lebenserleichterungen. Danach dulden [selbst] die Wähler es nicht mehr, daß der Staat oder die Politik diesen Sektor wieder an sich reißt. Doch trotz der Erfahrung mit ‚befreiten‘ Segmenten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens reicht die Phantasie der Bürger leider (aber zum Glück der Politiker) nicht aus, um sich vorstellen zu können, welch kometenhaften Aufstieg und welch märchenhafte Erfolgsgeschichte sie beobachten könnten, wenn der Staat Bereiche von so riesiger Dimension wie das Bildungswesen und das Gesundheitswesen aus seinen Klauen geben würde.“ (Roland Baader, Das Kapital am Pranger, S.78f.)

  9. Mielia sagt:

    Heute diesen Artikel in die Welt gelesen:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article119254418/Franzosen-planen-Gebuehr-auf-deutscher-Autobahn.html

    Vinci ist vermutlich nicht der Musterkonzern aller Musterkonzerne (aber dafür weiß ich auch zu wenig über dieses Unternehmen): http://www.vinci.com/vinci.nsf/de/aktuelles.htm .

    Doch wieso nicht mal zeigen, was jetzt schon in die richtig Richtung geht.
    Wer baut die Straßen?
    Menschen mit ihren Maschinen.
    Ganz einfach.

    Und der Konzern holt sich nicht nur das Geld aus Staatssäckeln (sonst wäre es ja ein halbgares Beispiel), sondern eben besonders ganz einfach auch durch Finanzierung über seine privaten Kunden.

    Als ob das tatsächlich unmöglich wäre, dass so etwas funktioniert. Ha!, wie lachhaft!

    Gruß,
    Mielia

    • Mielia sagt:

      Nur so.
      ich weiß nicht warum, aber wenn ich den 2. Link im neuen Tab öffne, kommt die gewünschte Seite.
      Wenn ich ihn aber direkt anklicke, wird Yahoo aufgerufen.
      Weiß nicht warum und erst recht nicht, ob das nur bei mir so ist^^.

      Gruß

  10. Konrad Meier sagt:

    Ich frage mich:

    Wenn auf regionaler Ebene einige Menschen gemeinsam beschließen, eine Straße zu bauen, aus Gründen, und diese sich dann organisieren und Geld einsammeln und eine lokale Baufirma oder eben eine internationale Baufirma beauftragen, und diese Gruppe nun aus Menschen wie uns besteht, und Straßenbaugruppe XYZ heißt –

    wo genau ist der Unterschied dazu, wenn die gleiche Gruppe Städtisches Straßenbauamt hieße?

    Ist nicht der Staat letztlich die gewachsene Struktur identisch mit dem, was ihr beschreibt, nur mit anderen Namen??

    • rote_pille sagt:

      Ich dachte erst, die Frage wäre ein Scherz, da die Antwort im 2. Absatz des Textes steht. Aber da Sie sie zweimal gestellt haben: der Staat wird von niemandem beauftragt. Die Staatsorgane treffen ihre Entscheidung und lassen Sie ins Gefängnis werfen, wenn Sie sich weigern die dafür benötigten Mittel bereitzustellen. Eine internationale Baufirma macht das nicht.

      • Konrad sagt:

        Ist die Antwort vielleicht ein Scherz?

        Nochmal: wo ist der Unterschied?

        Erster Fall: Alle sammeln Betrag X ein, dieser wird ausgegeben für diverse Dinge eines wie auch immer festgelegten Gemeinschaftsbedarfs

        Zweiter Fall:

        Ein wie auch immer festgelegter Gemeinschaftsbedarf wurde ermittelt, nun mögen alle die wollen sich daran beteiligen, unter anderem, durch bezahlen.

        Ich habe auch keinen Bock auf Steuern. Zufälligerweise habe ich beruflich öfters mit internationalen Baufirmen zu tun. Glauben Sie im Ernst, dass da keine Korruption im Spiel ist?
        Wenn das dämliche Thema Straßenbau, was schon viel zu komplex ist, wenn jede popelsentscheidung „frei und freiwillig“ jedes Mal einzeln entschieden wird und erst danach die Finanzierung geklärt, dann passiert exakt das Gleiche wie heute, nur langsamer, bis man sich entscheidet, Entscheidungskompetenzen und gewisse Handlungsspielräume zu bündeln – was eine Form von staatlicher Kompetenz ist.

        Ich schreibe das nicht, weil ich den Staat toll finde, sondern weil sich der mir skizzierte Ausweg nicht gefällt.

        Und kleiner Seitenhieb: falls, was ich aus ihrem Rethorikstil ableite, dies jetzt bei Ihnen zur Bewertung führt, dass ich dann wohl zu dumm bin, dann sei hiermit gesagt: dies ist doch ein Aufklärungsblog.

        • rote_pille sagt:

          Sie verstehen doch den fundamentalen Unterschied zwischen Freiwilligkeit und Zwang? Also wenn Sie eine Frau küssen, die das auch will, ist das ein schöner Moment, aber wenn sie es nicht will, und Sie packen Sie und machen es trotzdem, ist es sexuelle Nötigung? Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen besser erklären soll. Der Staat fragt doch niemanden, ob er sich an irgendwas beteiligen will.
          Was würden Sie zum Beispiel davon halten, wenn die Baufirma eigenmächtig entscheiden würde, was wo gebaut wird, und Sie dazu genötigt werden die Zahlung zu übernehmen, weil Sie sonst mit üblen Konsequenzen rechen müssten? Damit hätten Sie doch ein Problem, oder?

          • Konrad sagt:

            Ich verstehe das!

            Aber ich will auf Folgendes hinaus:
            Wie stellt das System sicher, das überhaupt noch irgendwas funktioniert? Wenn sie beim Bau bleiben wollen: wenn Mietshäuser saniert werden, müssen alle Mieter einverstanden sein. Was wenn 9 von 10 Mietern eine Sanierung wollen, aber nicht können, weil einer blockiert?
            Dann passiert in einer freien Gesellschaft das selbe was heute der Staat macht oder eben die Wohnungsbaugesellschaft sowie so macht: Mobbing, Zwang, Warten bis der renitente Rentner stirbt.

            Meine These ist, dass der Staat ein – definitiv pervertiertes – System zur effizienteren Umsetzung der Aufgabenerfüllung ist, und das wenn man den Staat abschafft und durch das was Sie fordern ersetzt, erstmal gar nicht mehr viel passieren würde, und über kurz oder lang eine ähnliche Struktur wachsen würde. Meinen Sie nicht?

            Ich verstehe das: niemand soll gezwungen werden. Und es klingt toll, ich will gerne in weniger Zwang leben. Aber wenn ich mir jetzt mal ganz konkret überlege, wie das aussähe, dann kommt etwas mindestens so ineffizientes wie der Staat heraus.

            Wenn meine Nachbarn und ich jetzt den Bau eines neuen Spielplatzes planen und leiten sollen, dann würde die Baufirma uns abzocken – weil wir nebenbei auch noch arbeiten müssen.
            Oder man macht Arbeitsteilung, sprich eine Organisation, die das ganze leitet – was für mich wieder das gleiche wie der Staat ist.

            Sorry, ich drehe und wende und lande immer beim gleichen. Gerne mehr Mitbestimmung – aber Einstimmigkeit, mir fehlt grade die Fantasie, wie das erreicht werden soll.
            Ich bin ehrlich dankbar für Ihre Ideen!
            MfG

          • rote_pille sagt:

            Wie viel Einstimmigkeit es braucht, hängt von den Eigentumsverhältnissen ab. Ich lebe in einem Hochhaus mit vielen verschiedenen Parteien und wir bringen uns gegenseitig auch nicht um, weil es Verträge gibt, die festlegen, dass nicht jede Kleinigkeit die Erlaubnis jedes Einzelnen braucht – weil wir die Zustimmung zu einem Abstimmungsprozess oder den Entscheidungen der Verwaltung schon beim Kauf erteilt haben und sie nicht zurückziehen können, wenn wir dort weiterhin Eigentümer sein wollen. Wenn es keinen Staat gäbe, dann müsste dasselbe bei der Privatisierung der Straßen in der Stadt gemacht werden. Und natürlich könnte man dann eine Straßenverwaltung genauso einfach wie eine Hausverwaltung einrichten. Der Unterschied wäre, dass diese Straßenverwaltungen niemals auf die Idee kämen, sie könnten unilateral ihre Bezahlung festlegen, oder Teile davon zum Beispiel dafür zu zweckentfremden, Leute am anderen Ende der Welt zu bombardieren oder Banken zu retten. Der korrupte Verwalter wäre spätestens nach dem Gespräch mit dem Kumpel in der Nachbarstraße, der nur die Hälfte zahlt und dafür auf einer Straße ohne Schlaglöcher fährt, erkannt und gefeuert. S21 und der Berliner Flughafen zeigen klar, dass Korruption und Staat Hand in Hand gehen.

          • Konrad sagt:

            Es wäre verdammt schön, wenn das funktionieren würde.
            Man kann es nur probieren. Meine Angst ist grade bei großen Organisationen – da ist die Hemmschwelle zum persönlichen Vorteil und zur Mauschelei kleiner.

            Sind nicht die Genossenschaften schon eine Skizze für den von Ihnen beschriebenen Weg?
            Haben Sie konkrete Handlungsempfehlungen? (Links, Bücher, erwarte keine Romane!)
            Ich komme im Moment nur drauf: Selbstständigkeit, Grund&Immobilienbesitz, Genossenschaftsprojekte für selbstverwaltete Gebiete … Annexion

            Danke für die Infos!

          • rote_pille sagt:

            Handlungsempfehlungen? Ich weiß nichts über Sie, also kann ich nicht einschätzen was Sie tun könnten. Sie kennen wahrscheinlich „Der Herr der Ringe“? Der Autor war Anarchist, der Ring der Macht, der nur dem Bösen dient, ist eine Metapher für die Macht der Regierung. Wenn Sie ein genauso guter Autor sind, könnten Sie noch so eine starke Message in die Welt setzen 😉 … Spaß beiseite, was ich sagen wollte ist, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, dem Ziel näherzukommen, nur die, die eine eigene Beteiligung an der Politik und der Macht des Staates voraussetzen, helfen nur dem Staat, sowie die Benutzung des Rings nur dem bösen Saurron hilft. Entziehen Sie dem Staat die Zustimmung und alles was Sie an Zeit, Fähigkeiten und Mitteln zu bieten haben. Es gibt hier einen Artikel zur Verweigerung der Zustimmung, je mehr ich über ihn nachdenke, desto besser finde ich ihn. Suchen Sie mit der Suchfunktion, wenn ich verlinke, dann wird der Kommentar nicht sofort freigeschaltet.
            Auf der Seite freedomainradio (com) gibt es ein Buch über praktische Anarchie, und auch andere gute Bücher, und sie kosten alle nichts, ohne irgendwelche Haken.

          • Konrad sagt:

            Ich schaue mal.
            An einem Buch schreibe ich grade…

          • Konrad Meier sagt:

            Ich schon wieder.
            Noch am ärgern, grübeln.

            Weichen Sie aus, mit dem Küss-Beispiel? Da gibt es keine Diskussion, aber da gibt es ja auch keine Steuer drauf.

            Sie leben also in einem Mehrparteienhaus mit Verträgen, sie zahlen bestimmte Abgaben zyklisch, weil das so vereinbart wurde. Ja was in Gottes Namen ist denn das vom Konzept her anderes, als ein Staat?

            Klar, der Unterschied ist: wir werden alle irgendwann mal geboren und leben dann in dem System das vorher schon da war. Das werden sie nicht so einfach lösen können.

            Der Staat ist die konsequente Weiterentwicklung von einer effizienten gemeinschaftlichen Projektbewältigung.
            Nur weil manche keinen Bock auf Steuernzahlen haben sollten sie vielleicht dennoch mal meine These vom Anfang überdenken:

            Wenn Sie mit einer wachsenden Gemeinschaft beginnen, einen Konsens zu finden und diesen über Verträge und Regeln umsetzen, und dafür dann Geld einsammeln, dann wird es effizienter sein, dies vorab zu tun und dann zu verteilen, als erstmal jeden nach seiner lieben Meinung usw. zu fragen.

            Waren Sie schon mal in größeren Gruppen im Urlaub? Schon bei 20 Leuten fühlen sich die Vielesser benachteiligt, wenn sie mehr zahlen sollen, und die Wenigesser benachteiligt, weil sie einfach weniger essen, wenn man vorher vereinbart hat, dass jeder 50 € bezhalt.

            Und wenn man dann eben sagt: okay, jeder nach Verbrauch, dann fehlen hinterher eben 100 € in der Kasse und irgendwer ist der Depp.

            Dann organisieren Sie mal den Straßenbau, arbeiten ein paar Tage, und am Ende sagen die Bewohner des Dorfes: Nö, doch keinen Bock.

            Und das ist nur ne einfache Straße…was wenn sie nun als Stadt eine Polizei haben wollen?? Wie organisieren Sie das ohne Zwang?

            Davon abgesehen fällt mir nur noch ein, dass LOTR echt ne umständliche Metapher ist, wenn es denn eine ist (Quelle??)

          • Habnix sagt:

            Die Straßen(Infrastruktur) die schon existieren gehören der Gemeinschaft, die von ihr bezahlt wurden, diese zu privatisieren kann nur Diebstahl am Volk sein. Es ist über Jahrzehnte rein gezahlt worden. Welches Unternehmen(Konzern) könnte so viel Geld(Leistung) aufbringen die Infrastruktur in seine Private Hände als Eigentum zu bringen.

            Es ist eigentlich unmöglich das wenige Menschen eines Konzerns so viel aufbringen können wie die Leistung die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte von Menschen erbracht worden sind. Es ist gerade zu eine Beleidigung seiner Mitmenschen, den damit wird die Leistung aller Menschen als Unwürdig angesehen.

          • Habnix sagt:

            Die Straßen(Infrastruktur) die schon existieren gehören der Gemeinschaft, die von ihr bezahlt wurden, diese zu privatisieren kann nur Diebstahl am Volk sein. Es ist über Jahrzehnte rein gezahlt worden. Welches Unternehmen(Konzern) könnte so viel Geld(Leistung) aufbringen die Infrastruktur in seine Private Hände als Eigentum zu bringen.

            Es ist eigentlich unmöglich das wenige Menschen eines Konzerns so viel aufbringen können wie die Leistung die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte von Menschen erbracht worden sind. Es ist gerade zu eine Beleidigung seiner Mitmenschen, den damit wird die Leistung aller Menschen als Unwürdig angesehen.

          • rote_pille sagt:

            @Habnix
            Die Straßen gehen nicht in das Eigentum irgendwelcher Unternehmen über, sondern in das der Anwohner. Die Unternehmen werden von ihnen (wahrscheinlich) zur Verwaltung beauftragt, weil das die bequemste Lösung ist.
            @Konrad
            Die Verträge zu einem Mehrparteienhaus werden von Ihnen explizit unterschrieben. Sie werden da nicht hineingeboren, sondern übernehmen diese Pflichten, damit die Wohnung in Ihr Eigentum übergeht. Damit wird die Zustimmung gegeben. Dieses Argument „da werden Sie hereingeboren“ ist sehr problematisch. Ich bin mir sicher, dass die Sklavenhalter die Sklaverei genauso begründet haben. Wann haben Sie denn zugestimmt, dass der Staat Ihr gesamtes Leben oder auch nur einen Teil davon kontrolliert? Und ihr Geld in alle möglichen Richtungen, zu Menschen die Sie nicht kennen und mit denen Sie nichts zu tun haben, schickt?
            Was Ihr Beispiel mit den Urlaubsgruppen angeht: es handelt sich noch um eine freiwillige Organisation, solange man die Möglichkeit hat den Urlaub abzulehnen, wenn einem die Bedingungen nicht zusagen. Der Staat hingegen funktioniert in der Richtung: „wir 19 brauchen einen Urlaub, also zwingen wir den 20., der die Kosten nicht tragen wollte, unter Gewaltandrohung mitzukommen, und hinterher begründen wir seine Beitragspflicht damit, dass er mitgekommen ist.
            Für das Geld, was einem der Staat wegnimmt, könnte man Unternehmen beauftragen die die Aufgaben erfüllen, von denen man auch wirklich was hat. Wenn man Zwang hingegen als Mittel ansieht, weil man denkt, es erleichtere die Organisation, dann muss man sich nicht wundern wenn sich die Organisation verselbstständigt.

          • Konrad Meier sagt:

            Ich schreib es halt nochmal.

            Von dem Geld erledigt jemand „in dem Staat“ auch die Arbeit, ein Unternehmen zu beauftragen.
            Da kommt man doch nicht drum herum, irgendwer muss es organisieren. Und eine Finanzierung im Nachhinein, damit auch das „ohne Zwang“ sichergstellt wird, führt zum Scheitern 90% aller Projekte.

            Klar ist S21 eine Schweinerei. Aber bauen Sie mal einen Bahnhof mit dem alle einverstanden sind und jeder so viel bezahlt wie er es gerne möchte.

          • rote_pille sagt:

            Sie halsen sich da Aufgaben auf, die Sie überhaupt nicht interessieren müssen. Den Bahnhof bauen Investoren, die mit den Eisenbahngesellschaften zusammenarbeiten und dort Gewinnmöglichkeiten sehen. Sie können sich selbst als Investor betätigen, wenn Sie glauben, dass es eine lohnende Investition ist, und wenn nicht, dann haben Sie maximal die Mühe sich eine Fahrkarte zu kaufen, falls Sie dann mit dem Zug fahren wollen. Die Investoren einigen sich dann nur mit den Leuten in der unmittelbaren Nähe des Bahnhofs, deren Eigentum durch Lärm usw. betroffen ist, notfalls beauftragen sie einen Schlichter. Die Organisation ohne Staat ist viel effizienter, weil man sich eben auf der untersten Ebene einigt und keine ganzen Städte oder Länder wegen der Steuerpflicht von allem betroffen sind.

          • Konrad Meier sagt:

            Also statt Diktatur des Staates Diktatur der Investoren / Konzerne?
            Ach stimmt ja, Konzerne wollen ja immer das Beste für alle.

            S21 basiert nicht nur auf unfähigen Politikern, sondern auch auf Investoren, die Gewinnstreben motiviert, möglichst viel Geschäftsfläche zu bekommen.

            Automatisch besser für alle? Nö.

            Unsichtbare Hand des Marktes ist ein anderes Wort für Gott. Und Planung auf Basis von Religion ist nie ne gute Idee.
            Sorry – So charmant ich das Konzept finde, so wenig bin ich überzeugt.

          • rote_pille sagt:

            Alles, was außerhalb des Staates organisiert wird, auch sehr komplexe Produktionsvorgänge oder z.B. Filme mit Hunderten von Schauspielern und Technikern, wird durch Kredite oder Eigenkapital vorfinanziert, das Geld wird später durch die Nachfrage von Kunden wieder eingespielt. Das funktioniert alles schon, wir müssen es nur auf die Lebensbereiche anwenden, die der Staat okkupiert hat. Fast alle Staatsaufgaben werden oder wurden schon mal irgendwo in der Welt privat erledigt.

          • rote_pille sagt:

            Ich kann nichts mit Parolen wie „Diktatur des Marktes“ anfangen. Schauen Sie sich den Sachverhalt detailliert an und urteilen Sie dann.
            Im ersten Fall wird eine ganze Stadt dazu gezwungen, einen Bahnhof zu finanzieren, wobei ein Teil der Leute ihn nicht einmal braucht oder weniger Güter kauft, die per Zug ankommen. Die Leute, die die Entscheidung treffen und die profitieren sind nicht die, die bezahlen. Das Interesse der Entscheider gilt der eigenen Karriere in der Partei oder denen, die ihnen unterm Tisch Geld zuschieben. Wenn es das Dreifache kostet, egal, dann wird die Rechnung halt weitergereicht. Theoretisch kann man sie zwar abwählen, nur laufen die Verträge mit dem Staat leider weiter.
            Im zweiten Fall, der „Diktatur des Marktes“, nehmen Konzerne ihr eigenes Geld in die Hand und versuchen zu bauen, wofür die Leute aus der Stadt, die den neuen Bahnhof auch benutzen, nach der Fertigstellung über die Zugfahr- oder Gütertransportpreise freiwillig soviel bezahlen, dass sich die Investition auszahlt. Sollten Sie eine fehlerhafte Einschätzung machen, sind sie ihr Geld los und haben nichts mehr zu entscheiden. Unbeteiligte werden nicht gefragt und sie verlieren auch gar nichts. Furchtbare „Diktatur“, nicht wahr?
            Welche Organisationsform wird wohl die besseren Resultate produzieren? Und welche ist fairer, die, in der Kosten und Gewinne möglichst auf die Verursacher zufallen oder die, in der ein Teil der Menschen Gewinne einsteckt, andere aber die Kosten tragen müssen? Vielleicht erklären Sie mir erst, was Sie für ein Problem mit den freiwilligen Interaktionen auf dem Markt haben, wenn Sie gleichzeitig mit der Tatsache leben können, dass bei staatlicher Organisation wirkliche Diktatur herrscht und Leute bei Entscheidungen übergangen werden, deren Konsequenzen sie gezwungen werden zu tragen.

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