Warum geben Menschen ihre Freiheit auf und lassen sich beherrschen? Es liegt an der ausgezeichneten Fähigkeit von Tyrannen, Menschen in den Glauben zu versetzen, dass das zu ihrem eigenen Wohl sei. Es ist traurig zu sehen, dass das immer wieder funktioniert. Es ist wie bei einem Sklaventreiber, der seine Sklaven davon überzeugt, dass der Sinn der Versklavung darin besteht, den Sklaven zu dienen. Wie gelingt es diesen Größenwahnsinnigen eigentlich, ihre Opfer dazu zu bringen, auf diese ganz offensichtliche Lüge hereinzufallen?

Ein sehr beliebtes Mittel zur Rechtfertigung von Tyrannei, ist es, ständig von sehr großen Dimensionen zu sprechen. So groß, dass sie sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen können. Der Tyrann spricht ständig von realen oder erfundenen Problemen, die so groß sind, dass normale Menschen keine Chance haben, sie zu lösen. Ich zeige das mal an folgendem Beispiel:

 
 

Erstes Szenario: In einem Dorf mit ein paar hundert Einwohnern steht ein Mann auf und sagt: „Es gibt eine Familie in unserer Stadt, die in letzter Zeit viel Pech gehabt hat. Es sind gute Menschen und sie könnten Hilfe gebrauchen. Also macht mich zum Bürgermeister. Dann werde ich euch alle besteuern und der armen Familie helfen!“

Zweites Szenario: In einem Land mit ein paar hundert Millionen Einwohnern steht ein Mann auf und sagt: „Es gibt viele Familien in unserem Land, die in letzter Zeit viel Pech hatten. Es sind gute Menschen und sie könnten Hilfe gebrauchen. Also macht mich zum Präsidenten. Dann werde ich euch alle besteuern und den armen Familien helfen!“

Der einzige Unterschied zwischen den beiden Szenarien ist der Maßstab. In dem kleinen Dorf würde niemand auf die Sprüche des Möchtegern-Tyrannen hereinfallen. Die Dorfbewohner würden einfach sagen: „Wir kennen die Familie. Wir legen einfach ein bißchen zusammen und helfen ihnen. Dazu brauchen wir keinen Bürgermeister oder eine Steuer oder irgendein Programm einer Regierung.“ Aber wenn genau die gleiche schlechte Idee in großem Maßstab durchgeführt wird, fallen Millionen von Menschen darauf herein. Nur weil es darum geht, vielen Millionen Menschen zu helfen, anstatt nur einer Familie. Weil es für „normale“ Menschen unvorstellbar ist, Millionen von Menschen zu helfen, tappen sie in die Falle.

Natürlich scheint es nur unvorstellbar zu sein. Hunderte Millionen „normale“ Menschen können Millionen armen Menschen genau so einfach helfen, wie es ein paar Hundert Dorfbewohner bei einer Familie tun können. Aber wenn mit großen Zahlen um sich geworfen wird, dann entsteht bei vielen „normalen“ Menschen ein hoffnungsloses Bild. Sie denken: „Naja, ich kann mir zwar vorstellen, einem oder zwei Menschen zu helfen, aber ich kann nicht einer Million armer Menschen helfen!“ Natürlich ist das nicht die Aufgabe eines einzelnen Menschen. Die Menschen in einer Stadt helfen vor Ort ein paar armen Leuten, in der Nachbarstadt passiert das gleiche und so weiter. Jeder bekommt Hilfe, aber nicht von irgendeinem zentralen autoritären Monster, sondern von vielen, vielen, vielen Menschen, die sich alle mit einem kleinen Stückchen des Mitgefühls und der Liebe an der Hilfe beteiligen. In der Summe entsteht auf diese Weise ein riesiges Ausmaß an gegenseitiger Hilfe und Unterstützung.

Die Vorgehensweise von Tyrannen ist immer die gleiche: „Dieses Problem ist so groß, dass normale Menschen es niemals lösen können! Deshalb müssen wir, die Regierung uns darum kümmern!“ Das ist der Standardspruch der Politiker. Und dieser Standardspruch ist eine Lüge. Die Menschen können sich selbst um die Probleme kümmern. Schließlich sind es ganz „normale“ Menschen, die die Hilfsprogramme der Regierung bezahlen. Wenn sich die Menschen eines nicht leisten können, dann ist es dieser überaufgeblähte und von guten Absichten nur so triefende Bürokratiewasserkopf. Der Staat ist keine gute Fee. Er kann keinen Wohlstand herbeizaubern. Er  vernichtet den Wohlstand ganz normaler Menschen. Die Menschen können es sich angeblich nicht leisten, den Armen zu helfen, aber sie können es sich leisten, Steuern zu zahlen, um den Armen zu helfen – und zusätzlich eine Armee aus Bürokraten und Politikern durchfüttern. Was ist das für eine dumme Behauptung?

Und die Politiker benutzen die gleiche betrügerische Masche nicht nur für das Problem mit den „Armen“, sondern auch für viele andere Dinge. „Normale Menschen können unmöglich sicherstellen, dass Millionen von alten Menschen Geld haben, wenn sie in Rente gehen!“, „Normale Menschen können unmöglich Straßen bauen!“, „Normale Menschen können unmöglich die Kindererziehung und die Schule von Millionen von Kindern bezahlen!“ Und so weiter, und so weiter.

Jede einzelne Version dieser Lüge kann ganz einfach widerlegt werden. Für diesen Beitrag, nehme ich einfach mal folgendes Beispiel: „Normale Menschen können sich unmöglich gegen eine militärische Invasion wehren.“ Die Lüge lebt erneut einzig und allein von dem Maßstab, der die Menschen verwirrt und erschreckt. Wenn die chinesische Armee an deine Haustür klopft, könntest du dich gegen sie wehren? Natürlich nicht. Und das ist Beweis dafür, dass wir eine „Regierung“ brauchen, um sicher zu sein! Oder doch nicht?

Nein. Wenn wir das Szenario in viele kleine Stück zerteilen, so wie in dem Beispiel mit der Hilfe für die Armen, dann verliert es seinen Schrecken. Angenommen du lebst in einem kleinen Ort mit 300 Einwohnern. Eines Tages wollen ganze drei chinesische Soldaten das Städtchen übernehmen. Glaubst du, dass sich die Einwohner gegen sie wehren können werden? Ähm, ja. Ziemlich einfach sogar. Wenn es ein ganz durchschnittlicher kleiner Ort in Amerika ist, sind 100 von den 300 Einwohnern bewaffnet. Und jeder von den 100 hat durchschnittlich drei Waffen. Zwei dieser drei Waffen würden sie im Angriffsfall sehr gerne den anderen 200 Bewohnern des Ortes für die Verteidigung ausleihen. (Ja, es gibt so viele Waffen wie Menschen in den USA.)

So, jetzt sind 300 bewaffnete Leute in dem Städtchen mit ganzen drei chinesischen Soldaten konfrontiert. So sieht es aus, wenn die – gemessen an der Anzahl der Soldaten – größte Streitmacht der Welt alle ihre Soldaten einmal um die halbe Welt schickt, um in die USA einzumarschieren. Allein aus logistischen Gründen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, gleich Null. Die Menge an Ressourcen, die dazu nötig sind, um drei Millionen chinesische Soldaten in die USA zu bringen, ist außerordentlich groß. Allein wenn niemand auch nur einen Finger rührt, um Widerstand zu leisten. Und wenn das passiert, dann rühren die Leute natürlich ihre Finger, um Widerstand zu leisten. Vor allem ihre Finger am Abzug.

Also könntest du und 300 deiner Landsleute – alle bewaffnet – mit ganzen drei chinesischen Soldaten fertig werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich und ein paar hundert Leute, die ich kenne, das hinkriegen. Die drei Typen könnten auch mit einem Panzer und einem Dutzend Granaten und drei Maschinengewehren ankommen und sie würden immer noch verlieren. (Übrigens hat die chinesische Armee nicht eine Million Panzer – es sind ungefähr 10.000 – aber tun wir einfach mal so, nur damit sie auch eine bessere Chance haben. Also dieses Szenario ist sehr viel schlechter als der schlechteste Worst-Case, den man sich nur vorstellen kann: Die größte Streitmacht der Welt macht die Wundertüte auf und verfrachtet ihre gesamte Armee in die USA. Selbst wenn es kein Militär gäbe, keine Flugzeuge, keine Panzer, keine Kriegsschiffe, nicht einmal eine ausgebildete und vorbereitete private Miliz. Selbst in diesem schlechtesten aller vorstellbarer Szenarien hätten die Eindringlinge nicht den Hauch einer Chance zur Eroberung dieses kleinen Städtchens.

Hast du immer noch Angst vor einer ausländischen Invasion? Denkst du immer noch, dass das eine schreckliche Gefahr ist, mit der „normale“ Menschen unmöglich fertg werden können? Ich nicht. Es ist nur eine weitere Lüge, die die Politiker dazu benutzen, um dich dazu zu bringen, deine Freiheit wegzuwerfen und sie gegen deine Versklavung einzutauschen. Und diese Versklavung nennen sie dann „Sicherheit“.

Es gibt nur eine Bande – nur eine einzige –, die dazu in der Lage ist, dieses Land zu besetzen und zu unterdrücken. Es gelingt ihr nicht durch Überzahl oder eine größere Feuerkraft. Es gelingt ihr, indem sie bei den Amerikanern die Vorstellung davon erzeugen, dass sie das Recht dazu hat, das Volk auszurauben und zu kontrollieren. Die Bande heißt „Regierung der Vereinigten Staaten.“ Kurz gesagt, diese eine Bande, die dazu in der Lage ist, das amerikanische Volk zu erpressen und zu unterdrücken, ist diejenige, für die die gutmütigen und leichtgläubigen Amerikaner immer wieder abstimmen, damit sie vor den ganzen anderen Banden geschützt werden. Vor den ganzen anderen Banden, die unsere Freiheit überhaupt nicht bedrohen können.

Original:
Larken Rose – Scope and Scale
http://www.freedomsphoenix.com/Opinion/118802-2012-09-15-scope-and-scale.htm

Übersetzung:
Peter Müller

Videoempfehlung:

 

 

 

 

 

 

 

42 Responses to Die unvorstellbar große Lüge – Larken Rose [ Video-Update!]

  1. Uwe Timm sagt:

    Immer leben die Regierenden zu Lasten der Regierten besser und nutzen dazu die These, ihre Herrschaft sei notwendig für das Allgemeinwohl. Funktioniert wir Hitlers Erpressung: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
    Wie empfehlen libertäre Publikationen: espero – versand-net und von
    mir die Neuerscheinung: Brief an die Welt – Leserbriefe und Erinnerungen an Zeitzeugen, hrsg. von Michael von Prollius

  2. Ben sagt:

    Einer der schlechtesten Artikel die ich je gelesen habe.. Der Titel ist schon genauso aufgebläht, wie die vollkommen realitätsfernen Beispiele (insbesondere das der Invasion). Geld, überhaupt die Frage ob etwas finanziert werden kann, spielt keine Rolle mehr in der Welt von morgen. Die Menschen werden zusammenarbeiten und sich soweit es geht von der Arbeit befreien, also die die gefährlich, monoton, sinnlos oder schwierig ist. Jetzt kommt der Punkt, den ihr „fleißigen“ Unternehmer nicht so gerne hört: es gibt auch keine Patente mehr, kein geistiges Eigentum 0_0! Alles wird zum wohle aller geteilt werden, es gibt kaum noch Privateigentum. Wir sind doch nicht blöd und verschwenden Ressourcen in Hometrainer um, wenn es viel sinnvoller ist ein 24/7 Fitnessstudio mit qualitativ hochwertigen Geräten in die Nachbarschaft zu bauen. Individualverkehr wird EXTREM zurückgeschraubt, die Menschen werden allerdings so gebildet sein, Naturgesetze verstehen, so das sie es selbst fordern, sie können die Auswirkungen ihres hadelns für sich, andere und den Planeten begreifen. Es wird eine Kultur des Überflusses an Grundbedürfnissen für jeden sein, Luxus und hyper Individualismus für einzelne, wird es nicht mehr geben. Es geht maximal das für einen, was für jeden geht. Damit aber für alle das meiste geht, darum werden wir arbeiten.. Viel effizienter, kürzer und leidenschaftlicher als heute. Geld, genau wie Religion, als versklavungselement wird überflüssig werden.

    • osmosis sagt:

      Lo siento, tut mir leid, Ben, wenn ich widerspreche. Dieser Traum von einem sozialen, sozialistischen Zusammenleben scheitert. Die sehr grosse Vielfalt der menschlichen Charaktereigenschaften wird das per se verhindern, wie alle Religionen auch damit gescheitert sind, die Menschen unisono zusammenzubringen. In der Zeitschrift Hobby, so in den 50iger Jahren, wurde eine ähnliche Zukunftsvision gepflegt. Um die Jahrhundertwende soll es keine Arbeit mehr geben müssen, alles erledigen Automaten, Es fliesst Milch und Honig auf der Strasse, das Leben ist ein einziger Urlaub. Was ist daraus geworden? Wenn man in die Geschichte schaut, erkennt man, dass es schon unzählige Versuche von gutwilligen Menschen oder Staatsgründern gegeben hat, alle ohne Erfolg. Entweder sie wurden gestürzt oder von weniger guten Gewaltmenschen ermordert. Das rührt auch daher, dass die Menschen nicht alle gleich sind. Wenn sich 3 oder vier zusammentun, wird immer einer oder zwei sich hervortun, um Kassier, Sprecher oder sonst eine Führungsposition anzustreben oder einzunehmen. Siehe Sportvereine oder Gesangsvereine usw. Und das passiert dann im grossen Massstab, wenn sich Regierungen, Diktaturen, bilden, die dann die restlichen Menschen zu unterjochen oder nach ihrem Gusto behandeln. Und diese Führungspositionen werden zu 100% von Soziopathen und Psychopathen besetzt. Siehe aktuelle Regierungen.

      • Zef sagt:

        >Wir sind doch nicht blöd und verschwenden Ressourcen in Hometrainer um, wenn es viel sinnvoller ist …

        „Wie Gesellschaftsvögel gleich sterben, wenn sie nur einen Augenblick allein sein müssen; wie das kleine Kind in den Schlaf gesungen werden muss, so brauchen diese das beruhigende Einlullen des Gesellschaftlichen, um essen, trinken, schlafen, beten, sich verlieben usw. zu können.

        In dem Unentwegt-Gesellschaftlichen unserer Zeit gruselt man sich in dem Grade vor der Einsamkeit, dass man sie zu nichts anderem zu gebrauchen weiß als zur Strafe für Verbrecher“ (Kierkegaard, Krankheit zum Tode).

        • Zef sagt:

          „Das Gedankenlose bei den komparativen Dutzend-Menschen, die einander wie Zinnsoldaten in der Schachtel ähneln, ist, dass es ihrem ganzen Ver-gleichen an einem wahren tertium comparationis (= das Dritte des Vergleichs) fehlt“ (Kierkegaard, Unwissenschaftliche Nachschrift).

          • Zef sagt:

            „Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern? – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.

            Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.

            „Wir haben das Glück er-funden“ – sagen die letzten Menschen und blinzeln (Nietzsche, Zarathustra).

    • Hermann Messmer sagt:

      @Ben

      Den vierzig Jahre alten Whiskey schüttet ihr dann weg, weil Euch die Idee fehlt, wie man den gerecht teilt.
      Die Himbeeren am Strauch werden auch verfaulen müssen, weil alle diese Essen wollen, aber keiner benachteiligt werden darf.
      Du bist der König dieses Albtraumes.
      Viel Spaß bei dem armseligen Streben nach gleichmäßig gerechter Armut.

      • isomorph sagt:

        mmhhh … ich glaube der gute Ben will uns doch nur rollen 😉

        Hermann, welcher Satz genau stört dich bzw. erscheint dir nicht voluntaristisch? Mal abgesehen von Ben`s Meinung über Larken`s Text? Der Whiskey wird, wie Ben sagt, gerecht geteilt. Nur wie diese Teilung vonstatten geht, darüber sagt er nichts. Hermann, bist du etwa dafür, dass jemand benachteiligt werden darf? Bist du Etatist 😉 Oder warum soll jemand benachteiligt werden, was immer durch ein Gewaltmonopol geschieht. Ben ist der König dieses Traumes.
        In dem jeder König ist. Viel Spaß bei dem armseligen Verbleiben in gleichmäßig gerechter Armut @ alle
        – keepitreal 🙂

        Aber lieber Ben, der Text von Larken ist nicht schlecht, sondern sensationell geniale superklasse!

        • Hermann Messmer sagt:

          Hallo isomorph,
          was mich stört?

          „Alles wird zum wohle aller geteilt werden, es gibt kaum noch Privateigentum“.

          Der kommunistische Traum.
          Wer nicht teilen will und was hat, wird ausgestoßen, oder noch besser ausgerottet.
          Es bleiben nur Menschen übrig, die teilen wollen.
          Es sind Menschen die nichts selbst zum teilen haben aber neidisch auf diejenigen Blicken die was zum teilen haben.
          Liebe Grüße
          Hermann

          • isomorph sagt:

            Nein Hermann, das ist der Voluntaristsiche Traum, dass alles zum Wohle aller geteilt wird. Und bitte glaube mir, ich möchte alles genauso teilen wie du, und zwar durch und auf einem freiem Markt. Falls dir eine bessere Art zu teilen zum Wohle aller einfällt, bitte lass es mich wissen, du jemand bist, dem ich zuhöre.

            Privateigentum wird es kaum noch geben, weil, ich habe mal im Duden nachgeschaut, dort steht unter Bedeutungen 1.a.: den einzelnen betreffend. Doch sobald sich nur 2 Menschen zu einem Unternehmen zusammentun, ist dies nicht mehr der Fall. Desweiteren wird im Duden in Punkt 2 – 3 a. und b. beschrieben: nicht amtlich, nicht staatlich, usw.. Doch gibt es in Ben`s Traum keinen Staat, weswegen die Unterscheidung zwischen staatlich und nichtstaalich überflüssig ist.

            Ben hat zwar nicht geschrieben, dass es keinen Staat gibt, doch kann es keinen geben, wenn „maximal das für einen geht, was für jeden geht.“ Dann kann es keinen Staatsangehörigen mehr geben, für den mehr geht. Ganz klar.

            Im Duden steht auch, dass das Wort `privat` vom lateinischen `berauben` abstammt, doch wird hier niemand mehr beraubt, dennn es gibt ja keinen Staat mehr und alle in diesem Kollektiv leben nach dem NAP.

            Einiges Eigentum wird natürlich noch in Privateigbesitz verbleiben, doch das allermeiste wird in den Wirtschaftskreislauf geschickt auf einem freiem Markt, und damit nicht mehr nur einen einzelnen betreffen.

            Kannst du mir folgen? Das war schon einer der kompliziertesten Sätze, welcher stört dich noch?

            Teilen bedeutet freiwillig etwas geben. Nur wer andere dazu zwingen will, was dann kein Teilen mehr ist, der wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Nicht gleich ausgerottet, aber ausgeschlossen. Es bleiben nur Menschen übrig, die teilen wollen, weil es es Menschen sind, nicht nur materielle Dinge, sondern ganz besonders die Nichtmateriellen.

            … gepriesen sei König Ben, genau wie du und ich!

            … gepriesen sei der Voluntarismus und die globale Freiheit!

            http://globalefreiheit.de/

          • isomorph sagt:

            edit: richtig heisst es:

            … gepriesen sei der Voluntarismus in globaler Freiheit!

            Und sorry für die vielen Rechtschreibfehler und ein ganz besonderer Dank an ZAP:
            Schau mal was ich dank dir, der mir Sören Kierkegaard vorgestellt hat, gemacht habe:

            http://globalefreiheit.de/existieren.htm

            🙂

          • Zef sagt:

            🙂

            „Existenz“ und „Leidenschaft“ –
            sehr schönes Thema!


            „Existenz gibt Leidenschaft“ (SK)

          • isomorph sagt:

            „Geld, überhaupt die Frage ob etwas finanziert werden kann, spielt keine Rolle mehr in der Welt von morgen.“

            Weil Geld nur das ist, was grade zum Tauschen verwendet wird, weil es sich am besten dazu eignet und kaum ein Mensch nur ein Geld benutzt. Die einzige Frage, die eine Rolle spielt, ist die, ob etwas freiwillig finanziert wird. Alles andere ist Sache eben derjenigen, die etwas freiwillig finanzieren. lg

          • Hermann Messmer sagt:

            Lieber isomorph,

            ich habe leider im Leben nicht aufgepasst. Ich dachte bisher, am freien Markt wird getauscht.
            Ab heute wird dort also geteilt?
            Ich dachte bisher, der voluntaristische Traum ist:
            Kein Zwang.
            Negative Freiheit.
            NAP.

            Nun ist dieser Traum also „alles zum Wohle aller geteilt wird.“?

            Ich bitte Dich, lieber isomorph Georg Orwell – 1984 nicht persönlich zu nehmen.
            Du bist nicht der große Bruder.
            Krieg ist nicht Frieden.
            Teilen ist nicht Tauschen.
            Voluntarismus ist nicht Kommunismus.

            Übrigens:

            Ich liebe die Kommentare von Zef. Ich freue mich jedesmal, wenn ich seinen Namen in der Kommentarliste lese. Seine Zitate habe eine bewundernswerte Schönheit.

            Bitte ändere nicht auch noch diesen Namen.

            Zef ist nicht ZAF.

            Wer ist ZAF?

            Liebe Grüße
            Hermann

          • Hermann Messmer sagt:

            UUPPS, jetzt hab ichs auch verbockt.
            Mach aus
            ZAF einfach ZAP.

            Sollte nicht schwer fallen 🙂

            Liebe Grüße
            Hermann

          • isomorph sagt:

            Zef, sorry, dein Name ist einfach zu kompliziert 😉

            Deswegen mal etwas völlig einfaches:

            Wenn alles was da ist nicht geteilt wird, lieber Hermann, dann kann alles nur ein einziger besitzen. Logisch, oder?

            Die Frage ist nur, wie etwas geteilt wird? Doch sind wir uns einig, dass dies zum Wohle aller, nur dem freien Markt überlassen werden kann. Auf dem sich jeder sein Stückchen von allem ertauschen kann.

            Liebe Grüsse zurück, wie immer,
            iso

          • Zef sagt:

            Danke, dito! 🙂

    • Neuro sagt:

      ich stimme dir zu ben 😉 schön gesagt.

  3. OOTIS sagt:

    Ich stimme Dir sehr gerne zu. Diese Richtung ist erfreulich und setzt sich durch. Richtige Ausbildung, damit erledigt sich aller Glaube. Erkenntnis braucht Wissen und inneres Wissen. Erkenntnis ist Gott, jenseits aller Religion. Und „leidenschaftlich“ arbeiten – das tut gut :-). Es ist so sinnvoll und erfreuend, sinnvoll und aufbauend zu arbeiten – für sich selbst und sich als Teil des Ganzen, wie für das Ganze.
    „Ganze Sachen sind mehr als die Summe der einzelnen Teile.“ 🙂 Und alles ist zusammengehörend. Es ist wohltuend Miteinander zu erleben, und dazu müssen wir echte Individuen sein. Wir kennen das noch nicht in seiner freien natürlichen Weise. Es ist so schmerzlich, ständig Ent-täuschung zu erfahren und trotzdem nicht den Kreis zu überwinden. Noch. Bisher saugte uns die Gesellschaft aus. Ist jeder bei sich selbst und Einsatz natürlich, bekommt auch jeder Energie zurück, so dass burn out und das Spektrum des vor die Wand gefahren Seins nicht sein kann.

    Individualverkehr ist so vereinzelnd. Aber passt zu gestressten, verengten Menschen mit Statusglauben. – Und Hometrainer wie Fitnessstudios sind gleich doof. Es gibt gute Methoden, die keine elektrisch betriebenen Metallmaschinen brauchen auf denen mechanische Bewegungen gemacht werden. Die gehören in die Zeit der Bewußtslosigkeit und des Glaubens.

    Nach der Bauchlandung kommt das Aufstehen, das aber bedingt richtiges Wissen.
    Falsche Grundlagen bedeuten falsche Handlungen. Jeder muss selbst nach Wissen verlangen und sich anstrengen, suchen und aneignen und anwenden.

  4. Peter sagt:

    Danke für Artikel, Übersetzung und Weisheit an alle Beteiligten!

    Das gilt natürlich auch für das Video und die großartige Grafik am Ende des Artikels.

  5. Ich wer sonst sagt:

    Nette Logik, für nackte Affen, auf dem Planet der Affen.

    @Ben
    Lass Dich nicht unterkriegen!

    Take care!

  6. Chris sagt:

    „Warum geben Menschen ihre Freiheit auf und lassen sich beherrschen? Es liegt an der ausgezeichneten Fähigkeit von Tyrannen, Menschen in den Glauben zu versetzen, dass das zu ihrem eigenen Wohl sei.“

    Das ist mir zu einseitig gedacht. Menschen fallen nicht einfach auf Tyrannen herein, weil diese sie geschickt manipulieren. Natürlich versuchen Tyrannen zu manipulieren. Aber Tyrannen bedienen die Grundbedürfnisse der Menschen, die sie unterstützen: nach Sicherheit, nach Übersichtlichkeit, nach Ordnung, nach Kraftmeierei, nach Ablehnung alles Fremdartigen usw. Es ist eine schöne Ausrede zu sagen: die haben mich geschickt verführt. Ich bin das Opfer. Das lenkt aber von der eigenen Verantwortung ab, der tatsächlichen Zustimmung zu den Zielen des Tyrannen durch die Menschen, die ihnen folgen.

    • Zef sagt:

      >Das ist mir zu einseitig gedacht

      Dann versuche ich mal, das etwas „polymorpher“ zu machen 🙂

      1) In Anlehnung an den Psychopathen-Schred:
      Die ichsyntone Objektmanipulation ist geschickter als nur geschickt.
      Siehe: http://www.freiwilligfrei.info/archives/3863#comment-5149

      Das ist wirklich abgefahren!

      2) In Anlehnung an deine noch offene Fragen im Politikerkult-Schred:
      Wenn es so etwas wie „Hauptstraßen“ des Denkens gibt (De Bono etwa nimmt das an, ich übrigens auch) und diese „verhegelt“ sind, dann ist es doch das Größte, im Kollektiv und seiner politischen Führung („Bruder Nr. 1“) aufzugehen.

      Schon Rousseau verstand unter FREIHEIT die totale Unterwerfung unter den Staat. Und wenn nun jeder mit jedem übereinstimmt, weil es keine Individualitäten mehr gibt, sondern alles im großen Volks-/Menschheitsbrei „aufgehoben“ ist, dann ist die sozialistische HERRSCHAFTSLOSIGKEIT erreicht.

      Das ist etwa so wie mit dem Arzt, der mit seiner Medizin dem Patienten das Leben nimmt – aber auch das Fieber vertreibt. Das einzelne existierende Individuum wird totgeschlagen – und dann kommt es ins Paradies.

      Ich halte das für eine fette Psychopathologie des Denkens!

      Hegels überragende Einfluß auf die Geisteswelt hat einen entsprechenden Mainstream im Denken hervorgebracht. Da muss dann keiner mehr „manipulieren“. Der Gedanke fließt ganz natürlich wie der Bach in seinem Bett. So verstehe ich auch das „Politisch Korrekte“ (ohne wilde Verschwörungsidee).

      Und noch heute steht da ein einzelner Däne und schleudert diesem wahrlich monströsen Geschehen seinen „Satz des Widerspruchs“ entgegen: Enten-Eller – entweder Kierkegaard oder Hegel.

      PS: Es war übrigens “Verdienst” von Georg Lukacs, dass sich der westliche (Neo)Marxismus wieder auf Hegel besann.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Hegelianismus

        • Chris sagt:

          was du mit 1) meinst, wird mir auch nach Lektüre des Kommentars nicht wirklich klar. Meinst du generell, dass Menschen einfach nur verführt werden, dass es keine Dispositionen zur Verführung gibt?

          2) „wenn nun jeder mit jedem übereinstimmt, weil es keine Individualitäten mehr gibt, sondern alles im großen Volks-/Menschheitsbrei “aufgehoben” ist, dann ist die sozialistische HERRSCHAFTSLOSIGKEIT erreicht.“
          Dass es keine Individualitäten mehr geben wird, halte ich zwar für ziemlich unwahrscheinlich (gerade die, die dies beklagen, sind ja gute Gegenbeispiele…), aber der Gedanke an diese Herrschaftslosigkeit durch gemeinsame Unterwerfung unter ein kollektives Prinzip hat schon etwas Beängstigendes. Da wäre es interessant zu sehen, wie die Mechanismen der „Sozialisierung“ verlaufen. Was ist erzwungen durch den Druck der Gruppe oder der Führer? Was ist verinnerlicht? Was ist eigene Veranlagung?

          „Hegels überragende Einfluß auf die Geisteswelt hat einen entsprechenden Mainstream im Denken hervorgebracht. Da muss dann keiner mehr “manipulieren”. Der Gedanke fließt ganz natürlich wie der Bach in seinem Bett. So verstehe ich auch das “Politisch Korrekte” (ohne wilde Verschwörungsidee).“
          Ei, der durfte natürlich nicht fehlen… 😉 Hat Hegel mit seiner komischen Dialektik wirklich diesen Einfluss? Sind wir in unserem Denken nicht eher von sowas wie dem Kategorischen Imperativ Kants geprägt?

          • Zef sagt:

            > Hat Hegel mit seiner komischen Dialektik wirklich diesen Einfluss?

            Du kannst es zukünftig an dieser Formel überprüfen:

            „Die Zeit der Unterscheidung ist vorbei,
            das “System” hat sie überwunden (Kierkegaard)

            Sorry, ich bin eigentlich schon auf Reisen.

            Alles Liebe, Zef

          • Chris sagt:

            Gute Reise – wo immer dein Trip dich hinführen mag…

            LG
            Chris

  7. […] 22. August 2015 · von hefi · in Gesellschaft, Video & Audio. · Veröffentlicht am 21.08.2015 Text: http://www.freiwilligfrei.info/archiv… […]

  8. Alex sagt:

    Könnt ihr mal bitte wie normale Menschen reden/schreiben. Dieses hyper-intellektuelle Geschwafel hilft nicht wirklich Leute für eure Sache zu gewinnen sondern erscheint eher wie ein feuchter Egotrip.

    OOTIS „Richtige Ausbildung, damit erledigt sich aller Glaube.“ Wer bitte entscheidet was „richtig“ ist oder dass überhaupt jemand „ausgebildet“ werden muss (ich dachte alles wäre freiwillig) und wieso will man Menschen ihren Glauben nehmen? Glaube ist nicht gleich Religion – ist das hier ein Atheistenverein?

    Auf diese Seite gestoßen bin ich über einen Vortrag bei einem Kongress aber ich glaube mit dem was ich hier lese komme ich so schnell erstmal nicht wieder vorbei.

  9. Sebastian sagt:

    Was für einen unsinnigen Anarcho-Unsinn habe ich mir da denn gerade in voller Länge angeschaut?

    Das Gedankenmodell mag in den USA dort Anklang finden, wo man sich den Wilden Westen zurückwünscht, aber in Deutschland hat man diesen in der Form eigentlich nie erlebt. Das Selbstverteidigungsmodell funktioniert schon deshalb nicht, weil die bewaffnete Verteidigung aus gutem Grunde nicht den in Rechtstheorie ungeschulten Menschen überlassen wird.
    Weiterhin stellt sich mir die Frage, wer in einem solchen utopischen menschlichen Zusammenleben überhaupt eine Rechtsordnung aufrechterhalten soll.
    Unterwirft man sich selbst zumindest einer Normenhierarchie, die, einer Verfassung und Gesetzen gleich, einzuhalten ist und in deren Rahmen die Gesellschaft zu entscheiden hat? Falls ja, wer entwirft diese Normenhierarchie? Wer entscheidet, welche Mehrheit erforderlich ist, um zu entscheiden?
    Oder soll es doch besser gleich wieder Lynchmobs geben, so dass jede tägliche Schwankung in der Volksstimmung sich aufgeregt an denjenigen entladen kann, die dem Volke gerade am entbehrlichsten erscheinen?

    Das kann keine Freiheit bedeuten, für niemanden. In so einer Gesellschaft gibt es keine Meinungsfreiheit, dort gibt es keine Handlungsfreiheit und dort gibt es keine Menschenwürde, weil immer nur die Mehrheit zählen würde.
    Ich bin froh, dass wir uns von diesem gesellschaftlichen Modell in Deutschland weit entfernt haben und hoffe, dass den Personen, die eben dieses Modell als „Freiheit“ propagieren, nach längerem Nachdenken über langfristige Verhaltensmodelle in eigenem Interesse ebenfalls auffällt, dass es ein sehr gefährlicher Irrweg ist, der einen Schritt weg von der Menschlichkeit und hin zur wahren Tyrannei bedeutet – nämlich der Tyrannei der Unterdrückung durch die Mehrheit.

  10. Peter - FwF sagt:

    Zunächst einmal: „Unsinniger Anarcho-Unsinn“ ist kein besonders glücklicher Einstieg in eine sachliche Diskussion, weil so etwas nicht gerade den Eindruck erweckt, auf inhaltlicher Ebene diskutieren zu wollen.

    U.a. das Selbstverteidigungsmodell führten gerade im Wilden Westen dazu, dass friedliche Kooperation das Grundprinzip der gesellschaftlichen Organisation war und dass das alltägliche Leben dort friedlich und geregelt verlief. Aggressive Auseinandersetzungen kamen vor allem dann auf, als die Geschicke der Gesellschaft Menschen überlassen wurden, die „in Rechtstheorie geschult“ waren. Zu dieser Erkenntnis kommt man aber nur, wenn man sich wirklich mit den Fakten auseinandersetzt und sein Weltbild nicht ausschließlich aus staatlichen/politischen Einrichtungen wie Fernsehen, Schule und Universität zusammenbastelt.
    http://www.amazon.com/The-Not-Wild-West-Economics/dp/0804748543

    In einer freien Gesellschaft wird die Rechtsordnung ebenso aufrechterhalten wie in einer staatlichen. Nur eben nicht von einem staatlichen Gewaltmonopol. Von einer Utopie zu sprechen, während das für die größten Teile des täglichen Lebens jedes Einzelnen bereits heute so ist, ist… interessant.

    Selbstverständlich gilt in einer freien Gesellschaft eine Normenhierarchie. Diese geht aber nicht aus den willkürlichen Launen machtbesessener und/oder gutmeinender Personen hervor und wird nicht allen pauschal aufgezwungen. Sie entsteht durch spontane Ordnung und erhält ihre Verbindlichkeit aus der freiwilligen Selbstverpflichtung (nicht „Selbstunterwerfung“) jedes Individuums. Das gleiche gilt für alle Arten von Entscheidungen. Auch Autoritäten, die für die Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft unverzichtbar sind, entstehen nicht – so wie es heute ist – durch einseitiges, gewaltsames Aufzwingen von oben nach unten, sondern von unten nach oben durch freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtung. So ist die Gesellschaft bereits heute größtenteils, d.h. in allen staatsfreien Bereichen, organisiert. Wir haben das in diversen Videos bereits ausführlich erklärt.

    Eine Tyrannei durch die (zumeist angebliche) Mehrheit, in der die Würde des Menschen jeden Tag systematisch verletzt wird, ist genau das, womit wir es heute zu tun haben. Die Tyrannei erscheint nur nicht als solche, so lange man die gesamte überkomplizierte, in sich widersprüchliche und unverständliche politische und juristische Rhetorik weglässt und sich nicht von den medial inszenierten politischen Ritualen blenden lässt.

    • Sebastian sagt:

      Zugegeben, das redundante Attribut „unsinnig“ des Unsinns ist der Uhrzeit geschuldet gewesen; ansonsten diente der Satz doch durchaus als Einstiegsthese, deren Hintergrund im folgenden Ansatz erläutert wurde.

      Ich möchte mich sehr gern mit den Fakten auseinandersetzen, sehe in Ihrem Beitrag jedoch, außer einem unkommentiert eingeworfenen Link zu einem Buch, das sich Ihrer nicht weiter begründeten Meinung nach zur Faktenschaffung wohl besser eignen soll als auf Elementen wie Geschichte, Soziallehre und Ethik beruhenden Gesellschaftskonzeptüberlegungen aus dem schulischen und universitären Bereich, weder nur einen solchen Fakt noch irgendwelche logischen Ansätze, die zur eigenen Ergreifung eben jener Fakten führen könnten.
      Ich hingegen möchte gern kurz skizzieren, warum speziell das Bewaffnungsmodell des Wilden Westens nicht funktioniert:
      Im Ideal wäre jeder Mensch gleichermaßen befähigt, sich gegen den anderen Menschen zu verteidigen, weil so ein Kräftegleichgewicht, das jedem Menschen seine eigene Handlungsfreiheit zusichert, aufrechterhalten würde. Soweit kann ich Ihre romantisierende Weltsicht gegenüber der Individualbewaffnung nachvollziehen.
      In der wirklichen Welt wird es aber immer so aussehen, dass es Menschen gibt, die entweder mit Waffen grundsätzlich besser umgehen können, oder sich mit besserer Bewaffnung einen technisch bedingten Vorteil gegenüber Einzelnen zu verschaffen vermögen; es gilt das Recht des Stärkeren.
      Da es hier jedoch kein objektiv urteilendes, ein Ungleichgewicht korrigierendes Gewaltmonopol gibt, wird die Gerechtigkeit lediglich an subjektiven Maßstäben hergestellt und aufrechterhalten, was zwingendermaßen zu einer Ungleichbehandlung entweder gegenüber einzelnen Personen und Gruppierungen, die sich einem sozialen Gefüge überordnen, oder gegenüber Personen und Gruppierungen, die sich einem sozialen Gefüge unterordnen möchten, führt.

      Was das utopische an der „freigesellschaftlichen“ Aufrechterhaltung der Rechteordnung sein soll, habe ich doch oben bereits kurz angerissen, darauf wurde von Ihnen aber leider nicht eingegangen:
      Wer entwirft diese Rechteordnung? Oder gehen Sie von allgemeinem Konsens über das Naturrecht aus? Wo findet das Naturrecht hier seine Grenzen?
      Ich nenne Ihnen gern zwei Beispiele:
      1. Ein Mensch, der das ausschließliche Naturrecht für sich nicht akzeptiert, sich bewusst von der freiheitlichen Gesellschaft ausschließt und sich zu Höherem berufen fühlt, tötet einen Menschen aus der von Ihnen herbeigewünschten freiheitlichen Gesellschaft. Wie reagiert diese Gesellschaft darauf? Wie entschließt sie sich überhaupt, zu reagieren? In gesamtgesellschaftlichem Konsens? Reicht es, wenn 50% reagieren wollen? Wer legt das fest?
      2. Ein Mensch, der in der freiheitlichen Gesellschaft lebt, entwickelt schwerwiegende psychische Störungen und damit einhergehend Gefahrenpotenzial für den Rest der Gesellschaft. Wie geht die Gesellschaft damit um, wird er weggesperrt? Wer entscheidet das und wie? Hat er dabei ein Mitspracherecht, oder gibt es hier etwa doch ihm übergordnete Rechtskonstrukte, die er nicht mehr durch aktive Akzeptanz legitimieren muss?

      Sie schreiben von Autoritäten, die „von unten nach oben“ durch freiwillige Vereinbarungen und Verpflichtungen über die Gesellschaft gestellt werden. Das ist, rein philosophisch betrachtet, sicherlich das Ideal einer Demokratie, vor Ihrem gedanklichen Hintergrund auf die gesamte Menschheit übertragen. Aber nach welchen Regeln richtet sich diese Überordnung?
      Auf Dorfebene mag dieses Modell funktionieren: Man kennt sich, man bewegt sich selten außerhalb des Kreises des persönlichen Umgangs, eine Autoritätsperson kann genügen.
      Wie stellen Sie sich das aber in Städten vor? Sollen kleine Gruppierungen sich jeweils mit Autoritätspersonen ausstatten, die dann wiederum Autoritätspersonen zur übergeordneten Organisation entsenden? Wie funktioniert der Austausch und die Handlungsmachtbalance zwischen den Autoritätspersonen?
      Braucht man auch hier nicht irgendwann positivistische Rechtssätze, die sowohl Autoritäts- als auch Mengenverhältnisse bestimmen? Was passiert, wenn eine Autoritätsperson die andere nicht als solche akzeptiert? Frieden sähe anders aus.

      Sie haben es vielleicht in eigenen Überlegungen schon festgestellt: Die größten Probleme Ihres Modells ergeben sich dort, wo der Mensch nicht frei sein kann, weil dadurch die Freiheit des Anderen beschränkt wird.
      Eben das ist der Grund, warum die freie Selbstorganisation in staatsfreien Bereichen funktioniert: Die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung liegt ausschließlich beim Staat, ein Schutz- und insbesondere Strafrecht muss nicht selbst organisiert werden.
      Das bringt einige Bequemlichkeiten mit sich, denn in unserem momentanen System ist abstrakt-generell normativ festgelegt, was wann wo und wie strafbar ist.
      Im ersten oben genannten Beispiel ergäbe sich schon allein das Problem, dass ein für sich stehendes Individuum, das sich nicht der Gruppe zugehörig fühlt, für gesellschaftliches Fehlverhalten gegenüber der (ihm fremden) Gruppe nicht sanktioniert werden kann, ohne ihm die Rechtsordnung der Gruppe „aufzuzwingen“, wie Sie es bezeichnen.
      Dabei hat diese Gruppe diese Rechtsordnung doch nur für sich selbst entworfen. Muss sie sich deshalb ex post von anderen Menschen überfallen, missbrauchen oder töten lassen, weil sie den anderen Menschen nicht das eigene Rechtssystem aufdrängen kann?
      Ich schreibe hier bewusst nicht von Notwehr, sondern von sozialer Sanktionierung.

      Und eben hier ist der Problempunkt zu sehen, der das im Grunde verführerische Modell des „freien“ Lebens der heutigen Form der deutschen Demokratie unterlegen macht:
      Eine selbst auferlegte Rechtsordnung kann dem Naturrecht gerade dann nicht genügen, wenn sie keine Rechtsgrundsätze erfasst, die ihre eigene Legitimation begründen, ohne dass diese vom Rechtssubjekt, auf das die Rechtsordnung wirken soll, in jedem Rechtsakt akzeptiert werden muss.
      In einem Bienenstaat kann so etwas funktionieren. Der Mensch kann aber kein kollektives Bewusstsein entwickeln.

      Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich erkenne die guten Absichten, die Sie mit Ihren Gedankenspielen verfolgen. Ein friedlicheres Zusammenleben in der heutigen, von 7 Milliarden Menschen bevölkerten Welt wird sich damit aber leider gerade aus oben genanntem Grund in größeren Maßstäben nicht realisieren lassen.
      Die Demokratie ist mit Sicherheit nicht fehlerfrei, insbesondere das Hereingeborenwerden in ein bestehendes System, das seine Legitimation im deutschen Falle ebenfalls lediglich mittelbar und schon vor mehreren Generationen ursprünglich erlangt hat, kann problematisch gesehen werden.
      Das Vorhandensein individueller Abwehrrechte und ein mittelbares Mitgestaltungsrecht auf allen Staats- und Verwaltungsebenen in Form von Wahlen rechtfertigen den Bestand des Staates dennoch selbst vor der Annahme des Naturrechts.

      Juristische Rhetorik ist hier übrigens nicht zu verwechseln mit juristischer Logik, die auf rechtsphilosophisch argumentierten Ansätzen beruht. Ansonsten könnte man auch von Locke über Hobbes, Kant und Hegel bis hin zu Radbruch sämtliche Lehren und Lehransätze unreflektiert als falsch abweisen.

      • Peter - FwF sagt:

        Der Rettungsversuch des Einstiegs ist ebenso missglückt wie der Einstieg selbst. Es hinterlässt nunmal einen schlechten Eindruck, gleich mit „das ist Unsinn“ einzusteigen. Bei mir leitet so ein Beginn einen steilen Sinkflug der Motivation ein, das was danach kommt, überhaupt noch durchzulesen.

        Den Rest machen wir kurz, weil ich tatsächlich nicht sonderlich motiviert bin, nach so einem missglückten Einstieg inkl. missglücktem Rettungsversuch mit Ihnen lange zu diskutieren:

        Sie sind für ein staatliches Gewaltmonopol, weil Sie irgendeine diffuse Angst davor haben, was passieren wird, wenn es keines gibt. Ich bin dagegen, weil ich keine Angst davor habe, sondern eher Angst vor Ihrem Gewaltmonopol. Eine Angst, die 260.000.000fach in den zurückliegenden 100 Jahren begründet ist. Das ist die Anzahl der Opfer, die in dieser Zeit von ihren EIGENEN Gewaltmonopolen ermordet, zuvor oft grausam gefoltert und vergewaltigt wurden. Dazu habe ich eine ganz einfache Frage:

        Soll ich Ihrer persönlichen Meinung nach mit Gewalt dazu gezwungen werden, das Gewaltmonopol, das Sie sich wünschen, mitzubezahlen?

        Ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ genügt als Antwort.

        • Sebastian sagt:

          In von Ihnen geforderter Kürze: Nein.

          Wenn ich schreibe, dass das oben gelistete Video für mich Anarcho-Unsinn darstellt und in einem Text begründe, in einem weiteren Text sogar noch weiter ausführe, warum das meiner Ansicht nach so ist, stellt das keinen Rettungsversuch, sondern eine Erläuterung dar.
          Unbegründet eine schlüssige Darlegung von Argumenten als Rettungsversuch in der Hoffnung abzutun, sich dann nicht mit ihnen auseinandersetzen zu müssen, sondern auf ein anderes Gleichnis zu verweisen, das ich im Folgenden entkräftigen möchte, überzeugt nicht nur mich nicht, sondern sollte jeden anderen logisch denkenden Menschen ebenfalls nicht überzeugen, der bei der Idee des „freien Lebens“ nicht nur auf der Suche nach einem weiteren Glauben ist, dem er teilblind folgen kann.
          Und eben das Problem sehe ich hier: Es wird von Ihnen ein Idealbild als Alternative zum Realbild geschaffen, das den richtigen Fragen leider argumentativ nicht mehr stand hält als es das Realbild tut, siehe oben angebrachte Argumentation.

          Komme ich also zu Ihrer nicht ganz zutreffenden Abbildung der Realität des staatlichen Gewaltmonopols:
          Das Gewaltmonopol des Staates gibt es nicht, weil ich es will oder ich es unterstütze. Es gibt es auch nicht, weil irgendjemand diffuse Ängste hat.
          Im Grunde ist ein staatliches Gewaltmonopol exakt das, was Sie sich für eine Gesellschaft wünschen:
          Ein Zusammenschluss mit „von unten“, also vom Volk gewählten Autoritätspersonen. Man hat nur, aus oben genannten Gründen, darauf verzichtet, eine unmittelbare Legitimation jeder hoheitlichen Handlung aufrecht zu erhalten, um die es Ihnen anscheinend geht.
          Sollten Sie aber tatsächlich weder die Vorteile noch die Einschränkungen, die dieser Staat mit sich bringt, für sich wünschen, bleibt es Ihnen sicherlich frei, sich in von Staaten unangetastete Gebiete zu begeben. In Asien und in Afrika soll es da noch ein paar schöne Ecken geben.
          Sie werden also keinesfalls gezwungen, sich dem Gewaltmonopol unterzuordnen, Sie können sich problemlos außerhalb dessen Reichweite begeben.

          Es ist nicht schön, dem Wunsch nach Veränderung des Status Quo mit der Bitte um Migration zu begegnen, dessen bin ich mir bewusst. Aber lassen Sie mich die Problematik, Ihre Frage nicht anders beantworten zu können, anhand eines Beispieles aus Ihrer Idealgesellschaft erfassen:
          Ein Kind wird in die „freie Gesellschaft“ hineingeboren. Es wächst auf und sehnt sich nach gemeinschaftlich erbauten Straßen, die jeder ohne Einschränkung nutzen kann, nach Gesetzen, die ohne Zustimmung derer, auf die sie wirken sollen, Wirkung entfalten. Vielleicht hätte dieser Mensch auch einfach gern ein Sozialsystem, das auf Steuereinnahmen basiert; jedenfalls möchte er einen Staat mit Gewaltmonopol. Was kann dieser Mensch nun dort tun, wo er aufgewachsen ist? Er ist doch nunmehr dem zumindest gesellschaftlichen, wenn man schon den Begriff des Gesellschaftsvertraglichen ablehnen möchte, Zwang ausgesetzt, sich ebenfalls der Gesellschaft einzuordnen.
          Die einzigen Alternativen bestehen darin, sich, wie ich es oben für Sie vorschlug, der Gesellschaft auszugliedern, sich ins innere Exil zu begeben, oder die Gesellschaft vom eigenen System zu überzeugen.
          Letzteres versuchen Sie offensichtlich mit dieser Website.
          Dennoch: Solange dieser Mensch Teil der Gesellschaft sein möchte, in der er aufgewachsen ist, ist er auch deren Zwängen ausgesetzt, bis er ihre Reichweite verlässt.

          Mir drängt sich übrigens die Frage, die ich oben noch nicht recht unterzubringen vermochte, auf, wie Sie sich eigentlich das öffentliche Leben in der freien Gesellschaft ohne Gewaltmonopol vorstellen.
          Soll das Eigentumsrecht tatsächlich immer den Personen anhaften, die einen Anspruch darauf zuerst erhoben haben? Was ist dann mit Straßen, Tunneln, Brücken? Soll die Person, die eine Brücke baut, auch das Passiergeld erheben? Entsteht hier nicht wieder ein Ungleichgewicht, die Möglichkeit einer Person, andere zu diskriminieren?
          Wer sorgt dafür, dass auch in armen Arealen Infrastruktur wie Strom, Verkehr, Digitalisierung ermöglicht werden? Telekommunikationsunternehmen aus eigenem Antrieb? Man sieht ja am deutschen Breitbandausbau, wie gut das ohne Eingriff des „Gewaltmonopols“ vorankommt.

          Da ich Ihnen eine Antwort auf Ihre Frage gegeben und deren Hintergrund erläutert habe, bin ich nun auch auf ein paar Antworten auf die von mir aufgeworfenen Fragen gespannt. Ein einfaches „weil (hier bitte stichhaltiges Argument einfügen)“ genügt.

          • Christian sagt:

            Welches Buch aus den FWF-Empfehlungen können die Kenner der Materie denn zur Beantwortung der Fragen besonders für Einsteiger empfehlen?

          • Peter - FwF sagt:

            Nein? – Schön, dann sind Sie ein Anarchist. Willkommen im Club.

            Sie von etwas überzeugen kann ich nicht. Das müssen Sie schon selbst tun. Dazu ist diese Website da. Ich bezweifle, dass Sie sich mit den Inhalten genauer auseinandergesetzt haben, sonst würden Sie nicht von einem „Idealbild“ schreiben, von dem hier die Rede sein soll. Oder von einem „System“, von dem hier irgendwer überzeugt werden soll.

            Zu Ihren Fragen:

            Eigentumsrecht: https://www.youtube.com/watch?v=X0sNXsfKjME
            Straßen, Tunnel und Brücken sind in privater Hand besser aufgehoben, ebenso wie – Stichwort BER – Flughäfen und alle sonstige Infrastruktur.
            Dem Brückenbauer ist freigestellt, wie er den Bau finanziert – ob durch Passiergeld, Werbeeinnahmen, Sponsoring, gewerbetreibende Anrainer, Spenden oder sonstwie. Das einzige, was nicht geht, ist, den Bau so zu finanzieren, wie es der Staat macht: Durch gewaltsame Erpressung.

            Die Möglichkeit (!), andere zu diskriminieren, ist unverzichtbarer Teil der Freiheit. Sofern jeder selbst für die Konsequenzen verantwortlich ist, ist die Möglichkeit (!) der Diskriminierung unproblematisch. Problematisch wird sie nur, wenn ein staatliches Gewaltmonopol dazu missbraucht wird. So wie z.B. hier Geringqualifizierte und Behinderte systematisch gesetzlich diskriminiert werden:
            https://www.youtube.com/watch?v=Ef2ykvUGaOo
            https://www.youtube.com/watch?v=vOLEfTz-Q0U
            https://www.youtube.com/watch?v=wbRE2oeATsM

            Wenn ich in einem „armen Areal“ Infrastruktur wie Strom, Verkehr, Digitalisierung usw. ermöglichen will, was glauben Sie, wer mich – auch wenn die Leute vor Ort mit meiner Leistung einverstanden sind – in erster Linie unter Androhung und Anwendung von Gewalt daran hindern wird? Richtig: Das staatliche Gewaltmonopol. Genauso wie – aktueller Bezug – z.B. am Bau einer kleinen Hütte und der Vermietung für geringes Geld oder gegen Pflege meines Gartens und etwas Haushaltshilfe an notleidende Flüchtlinge.

            Auch beim Breitbandausbau sollten Sie nochmal genauer darüber nachdenken, wer oder was diesem am meisten im Weg steht.

            Wie die Lösungen aller Probleme aussieht, wenn keine initiierende Gewalt im Spiel ist, kann keiner vorhersagen. Sicher ist eines: Gewaltsame Lösungen kennen nur Verlierer, gewaltfreie Lösungen ausschließlich Gewinner. Die Argumentations- und Diskussionsebene auf dieser Seite sind nicht „Systeme“ oder vorgefertigte „Konzepte“, bei denen i.d.R. die Prinzipien der Um- bzw. Durchsetzung nicht hinterfragt werden, sondern der Gegenstand sind eben die Prinzipien.

      • rote_pille sagt:

        „Da es hier jedoch kein objektiv urteilendes, ein Ungleichgewicht korrigierendes Gewaltmonopol gibt“
        Tut mir leid Sie enttäuschen zu müssen, aber objektiv urteilend ist das Gewaltmonopol definitiv nicht, sondern durchsetzt von Interessensgruppen, und ein größeres Ungleichgewicht als das welches zwischen Staat und Bürger besteht ist nicht vorstellbar.

        • Sebastian sagt:

          Und Sie meinen in einer „freien Gesellschaft“, in der die Menschen „von unten nach oben“ die „Authoritäten“ wählen, die sie vertreten und befehligen, wird es plötzlich keine Interessengruppen mehr geben? Warum?

          Ich freue mich, dass Sie sich mit meiner Fragestellung befasst haben, aber den zweiten Satzteil hätten Sie ruhig mitzitieren dürfen, denn dann fällt Ihnen der Unterschied auf: Es wird lediglich basierend auf einer Wertevorstellung geurteilt, die das gesamte Staatssystem umschließt.
          Wäre es nun aber jedem Menschen frei überlassen, sich jederzeit einer „freien Gesellschaft“ an- oder von ihr auszuschließen, ohne ihren Wirkungsbereich zu verlassen könnte er sich jederzeit ihren Wertevorstellungen entziehen.

          Ohne Zweifel gibt es auch in unserem Rechtssystem noch zahlreiche Mängel. Gerade im strafrechtlichen Bereich hat sich das deutsche System aber mehrfach bewährt, man könnte es gar als Exportschlager bezeichnen. Die Zahl der angenommenen endgültigen Fehlurteile deutscher Gerichte dürfte an dieser Stelle für sich sprechen, völlig im Gegensatz zu den USA, in denen gewissermaßen „von unten nach oben“ Strafurteile ohne rechtstheoretische Kenntnisse getroffen werden, wie Peter es sich als wünschenswert vorstellt, wobei allerdings oftmals die Präsentation und Rhetorik, nicht die objektiv beurteilbare Beweislage entscheidend sind.

          • Peter - FwF sagt:

            Primärziel des sog. Rechtssystems ist es nicht, Probleme zu lösen, sondern die Täter von den Konsequenzen von Handlungen zu befreien, die gemeinhin als Verbrechen (Erpressung, Nötigung, Freiheitsberaubung, Raub, Diebstahl etc.) gewertet werden, indem es diesen Handlungen den Anschein der Rechtmäßigkeit vermittelt.

      • Stefan sagt:

        Du solltest dir erst mal die ganzen Videos ansehen, dann würdest du mit der Zeit merken, dass das was du schreibst schon zigfach argumentativ entkräftet wurde. Du hast dir viel Mühe gegeben mit dem Kommentar, ich kann dir aber versichern, dass das alles ziemlich naiv ist was du schreibst. Und bitte betrachte das als gut gemeinten Tipp, damit du motiviert bist, die Videos zu sehen oder dementsprechende Bücher zu lesen.

        Nur ein Beispiel deiner Unlogik:
        „Da es hier jedoch kein objektiv urteilendes, ein Ungleichgewicht korrigierendes Gewaltmonopol gibt“
        Wie soll denn ein Gewaltmonopol ein Ungleichgewicht korrigieren? Das Gewaltmonopol ist doch selbst das größte Ungleichgewicht. Das ist ein riesen großer logischer Fehler, der den meisten Menschen nur nicht auffällt wegen der staatlichen Gehirnwäsche.
        Wie objektiv dieses Gewaltmonopol ist, kannst du ja selber ausprobieren. Verklage doch einfach mal dieses Gewaltmonopol, also den Staat, darauf, dass du das Grundgesetz niemals unterschrieben hast, also niemals diesem Gesellschaftsvertrag zugestimmt hast und deshalb auch zu nichts verpflichtet bist und auch keine Steuern zahlen musst. Dann kannst du am eigenen Leib spüren, wie objektiv dieses Gewaltmonopol ist.

        Alles was du geschrieben hast läuft darauf hinaus, dass du es für richtig, ja sogar absolut notwendig hältst, andere Menschen zu irgendwas zu zwingen, also zu beherrschen. Und wofür? Damit kein Unrecht passiert? Aber dieses beherrschen ist doch Unrecht. Deine ganze „Rechtsauffassung“ ist in sich Nonsense.

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