von Stefan Blankertz

1.
„Ein freier (Minimal-)Staat kann sich auf die Grundaufgaben beschränken wie die Bekämpfung von Unrecht und die territoriale Integrität, das heißt dass man zum Beispiel organisierte Eroberer von außen oder organisierte Möchtegern-Diktatoren im Inland bekämpft. Selbstverständlich muss die Bevölkerung ständig darüber wachen, dass die staatlichen Funktionäre ihr Mandat nicht überschreiten und nicht selbst Rechtsbrüche begehen.“

Das kleine Wort „kann“ hat es in sich. Wie „kann sich“ ein Staat beschränken? Historisch gesehen haben Minimalstaaten, vor allem die USA, sich nicht beschränkt und auch nicht beschränken lassen. Die Vorschläge von Hayek sind diesbezüglich eher mager (Senat, Ältestenrat). Mises hat erst gar nicht erklärt, wie die Regierung »durch die Macht der einmütigen Volksüberzeugung zum Liberalismus gezwungen« werden könne. Immerhin ist das drastischer gesagt als dass »die Bevölkerung ständig darüber wachen« müsse, dass der Staat seine Nachtwächterfunktion nicht überschreite. Gegen diese Konzeption sprechen eine Reihe von Erkenntnissen der libertären Theorie:
A. Die Evolution des Minimalstaates USA zum gegenwärtig mächtigsten Staat der Erde. (Dieses Argument gilt wohlgemerkt auch gegenüber der Uranarchie, von der alle menschliche Gesellschaft ausgegangen ist: Sie ist in ihrer traditionellen Form nur solange stabil, wie es keine intertribalen Konflikte gibt. Darum ist der Anarchokapitalismus auch nicht die Wiederherstellung der Uranarchie, sondern eine neue Form der Anarchie. Vgl. Stefan Blankertz, Subversiver Kapitalismus, in: Minimalinvasiv (edition g. 101).)
B. Die Erkenntnis, dass der Staat immer aus Krieg hervorgeht, als Eroberung. Alle sozialen Funktionen, auch die des Schutzes nach innen und außen, haben sich die Eroberer angemaßt und okkupiert, um ihre Ausbeutungsfunktion zu verschleiern.
C. Die Erkenntnis, dass jeder, auch der minimalste Staat dem Gesetz der zunehmenden Staatstätigkeit unterliegt: Staatstätigkeit schafft Probleme, die durch weitere Staatstätigkeit gelöst werden müssen. Darum funktionieren ja auch konservative Konzepte einer Rückkehr zu einer vergangenen Zeit mit weniger Staatsinterventionen nicht. Diese Konzepte übersehen, dass das Staatswachstum zwangsläufige Folge jeder Staatstätigkeit ist.
D. Die Bevölkerung wacht nicht mehrheitlich, schon gar nicht »einmütig«, über die Begrenzung des Staates, sobald der Staat die strukturelle Möglichkeit bietet, eigene Ziele anstatt über Kooperation über Zwang und Gewalt zu realisieren. Begrenzung des Staates wird nur garantiert durch Konkurrenz.
Mehr zu A und C in Stefan Blankertz, Die Katastrophe der Befreiung: Faschismus und Demokratie (edition g. 107), erscheint in den nächsten Tagen. B, C und D in Stefan Blankertz, Das libertäre Manifest (edition g. 104).

2.
„Wenn die Leute sich nicht einmal zutrauen würden, in einem Minimalstaat ein paar Richter und Staatsanwälte und Polizeichefs zu überwachen, dann tut’s mir leid. Dann werden die Leute in keinem Unternehmen und erst recht in keiner Privatrechtsgesellschaft à la Hoppe auf einen grünen Zweig kommen. Denn egal wo man sich befindet, man hat mit Menschen zu tun und die haben halt einfach meistens Dachschäden.“

Zwischen »Überwachung« durch politische (demokratische?) Mittel und Kontrolle durch den Markt, also freiwillige Kooperation, besteht ein großer Unterschied. Kaum jemand würde sich wohl die politische Überwachung zutrauen, dass Autos sicher, haltbar und sparsam gebaut werden. Aber jeder kann dies problemlos als Kunde tun, indem er Autos kauft, die seinen technischen, preislichen und ideellen Anforderungen entsprechen. Das gleiche trifft auch für Sicherheitsdienstleistungen zu. Es ist von nur wenigen zu erwarten, dass sie genau wissen, auf welche Weise am besten Schutz vor Kriminalität zu leisten wäre; viele haben darüber auch unsinnige Vorstellungen, andere verfolgen unter dem Deckmantel der Kriminalitäts-bekämpfung Ziele, die zweifelhaft sind. Aber es wird sehr leicht sein, diejenige Schutzgesellschaft auszuwählen, die einem das bietet, was man sich wünscht, wie immer sie das auch hinkriegt. Der Markt ist so tolerant, dass er das Beste sogar für die Leute mit »Dachschaden« liefert.
Mehr dazu in Murray Rothbard, Für eine neue Freiheit, Band 2 (edition g. 103).

3.
„Was aber wenn die freiwilligen Untertanen freiwillig private Verträge unterzeichnen, in denen sie den König und dessen Leibgarde zu willkürlichem Zwang gegen sich autorisieren? Bereits da wird es schon haarig, denn was ist, wenn in dem Vertrag Vergewaltigungen erlaubt werden oder Folter? Dürfen Außenstehende, wie zum Beispiel staatliche Organe, hier einschreiten? Oder hieße es dann wieder, dass der böse Staat hier Leuten vorschreibt, wie sie zu leben hätten? Sektenmitglieder unterliegen Gehirnwäsche und sind nicht wirklich zurechnungsfähig. Wie weit darf man Moslems gehen lassen bei deren Versuch, ihr Rechtssystem umzusetzen? Darf jemand abtreiben und sagen, das ist mein Bauch, oder hat jemand anderes das Recht, Abtreibung als Rechtsverletzung ungeborenen Lebens zu werten und einzuschreiten?“

Verträge können auf dem freien Markt zweierlei nicht, nämlich (1) den zukünftigen Willen erzwingen, denn sie sind immer der Tausch gegenwärtiger Güter, und (2) Zwang oder Gewalt gegenüber dritten autorisieren, denn sie betreffen nur aktuelle zustimmende Personen. Der Staat hat diesen Charakter der Verträge immer untergraben und tut das gegenwärtig in hohem Maße.
A. Dürfen Außenstehende, etwa ein Sicherheitsunternehmen, eingreifen, wenn eine Person gefoltert oder vergewaltigt wird, wenn der Folterer oder Vergewaltiger einen Vertrag vorweisen kann, in welchem die Person dem zustimmt? Unabhängig davon, ob ein solcher Vertrag jemals vorkommen wird: Ja, sofern die betroffene Person nicht beteuert, dass die »Folter« oder »Vergewaltigung« von ihr aktuell gewollt wird: Dann handelt es sich streng genommen nicht um Folter und Vergewaltigung, so wie die sog. freiwilligen SM-Praktiken keinen definitionsgemäßen Sadismus (wohl aber Masochismus) enthalten können.
B. Ob Sektenmitglieder einer Gehirnwäsche unterliegen und nicht zurechnungsfähig sind, ist tatsächlich deren freie Entscheidung, sofern keine Gewalt ausgeübt wird; am wichtigsten ist hier das Austrittsrecht. Jemanden gegen seinen erklärten Willen aus einer Sekte zu entführen, wäre Unrecht.
C. Moslems dürfen genauso wie alle anderen gruppenintern jedwedes Rechtssystem realisieren, bis auf ein Verbot von Austritt (»Abfall«). Sobald ein Gruppenmitglied austritt, unterliegt es nicht mehr dem internen Rechtssystem, wenn es Bestimmungen enthält, die über das Verbot von Körper- und Eigentumsverletzung und über die Restitution bei Überschreitung dieses Verbotes hinausgehen.
D. Gruppenintern kann Abtreibung untersagt werden, allgemein nicht, denn dies würde das Selbsteigentum Schwangerer aufheben.
Mehr dazu in Murray Rothbard, Ethik der Freiheit.

4.
„Wir bewegen uns in der Realität und wenn wir Entscheidungen treffen, Ziele formulieren und darauf hinarbeiten, müssen sich die Entscheidungen an der Realität orientieren und nicht an isolierter und begrenzter Theorie. Freiwilligkeit ist teuer, selten und hat viele Feinde, sowohl Kontrollfreaks als auch die unterwürfigen Typen die einen Führer und Kommandos für alles wollen.“

Freiwilligkeit ist nur teuer für den, der auf Kosten Anderer leben will. Für diejenigen, die das Eigentum achten und ihre Produktivität auf Kooperation anstatt auf Ausbeutung gründen, ist Freiwilligkeit nicht nur die günstigste, sondern die einzig mögliche Existenzform. Dass sie auch ökonomisch die produktivste sei, nannte Rothbard in Für eine neue Freiheit »ein Glück für die Freiheit«.

5.
„Solange Kriminelle das Politsystem manipulieren und schmutzige Tricks anwenden, läuft es immer auf eine Kraftprobe abseits der Politik hinaus. Zum Schutz ist (Minimal-) Staatlichkeit und Territorialität nützlich.“

Die These, der gegenwärtige Maximalstaat basiere auf »Kriminellen«, die das System »mit schmutzigen Tricks manipulierten«, während ein von diesen kriminellen Manipulierern gereinigtes System als Minimalstaat weiterexistieren könne, halte ich für theoretisch falsch und praktisch desaströs. Die These lässt es so erscheinen, als könne der Staat auch anders, wenn wir nur andere Politiker hätten. Aber warum haben wir nicht andere Politiker? Weil das System des Staates notwendig diese Art Politiker hervorbringt. Auf ihre Weise sind sie zum Teil geniale Krisenmanager, wenn wir uns anschauen, welche Krisen sie allein in den letzten Jahren gemeistert haben – Krisen, an denen Staaten auch schon mal zerbrochen sind. Michel Foucault lehrt uns, dass wir die Macht nicht als dumm ansehen sollten: Sie weiß, wie sie sich erhält, selbst hinter dem Rücken des Bewusstseins der Handelnden.

6.
„Ganz ohne Staatlichkeit hat aber ganz offensichtlich eine private Polizei und ein privater Geheimdienst vom freien Markt ein Riesenproblem damit, wenn es darum geht, notwendige Verhaftungen zu machen und wichtige Informationen zu verlangen. Denn das wäre ja wieder Zwang! Und der feindliche Agent lügt sich einfach dreist aus der Verantwortung. Wenn er überhaupt gefunden wird. Denn wie will eine Privatpolizei z.B. eine Hausdurchsuchung machen ohne staatliche Legitimität und Territorialität? Feindliche Agenten würden sich so auf deutschem Boden breitmachen, destabilisieren und sabotieren, wo es geht, in Vorbereitung auf den Staatsstreich, während sie sich krummlachen über die impotenten deutschen Privat-agenten.“

Zur Frage, wer sich über wen krummlacht, empfehle ich die Lektüre von John le Carré und diverser Private-Eye-Romane. Im Ernst: Das, was Murray Rothbard die »Immunität« der staatlichen Schutzorgane nennt, also die Aufhebung bzw. Einschränkung ihrer Haftung für Folgen gegenüber Unschuldigen oder Unbeteiligten, stellt ein großes Sicherheitsproblem dar. In einer libertären Gesellschaft gäbe es sie nicht. Einen Staatsstreich könnte es nicht geben, weil es keinen Staat gibt. Ansonsten gilt: Angemessene Verteidigung ist erlaubt, Schädigung von Unschuldigen und Unbeteiligten nicht, Basta. Wer seine Schutzdienstleistung verkaufen will, muss sich überlegen, wie er das anstellt, genauso wie der, der Autos verkaufen will, zusehen muss, dass sie den Anforderungen der Kunden entsprechen. Die Kunden müssen ihm nicht sagen, wie er das anstellt. Das ist nun mal seine Aufgabe, seine Leistung.

7.
„Selbstverständlich ist es erstrebenswert, dass Bürger die Freiheit und das Geld haben, private Sicherheitsfirmen zu gründen oder anzuheuern. Es ist aber garantiert, dass auch viele krumme Firmen, die neben legitimen Tätigkeiten z.B. auch heimlich foltern und verdeckte Attentate durchführen, sehr erfolgreich sein werden und nachgefragt werden. Wenn es mal knallt, gibt’s im Minimalstaat wenigstens unabhängige Richter und Polizisten, die ohne Profitinteressen den Fall überprüfen. Staatsbeamte sind längst nicht die einzigen Menschen, die dir nach deiner Freiheit trachten. Jede Gruppe von Menschen ist gefährlich. Autos und der Verkehr sind gefährlich. Solange ich vernünftig fahre, verringere ich mein Risiko.“

Gerade weil im Staat die Richter und Polizisten ohne Profitinteressen agieren, können sie sich von den Wünschen der Kunden entfernen. Sicherlich würden auf dem Markt auch Firmen oder Einzelpersonen ggf. »heimlich foltern und verdeckte Attentate durchführen«, genauso wie heute Firmen versuchen, schlechte oder falsch deklarierte Waren an die Frau und den Mann zu bringen. Die Konkurrenz ist jedoch ein Mittel, die Firmen viel schneller und wirkungsvoller zu disziplinieren als staatliche Aufsicht; darum gieren ja Großunternehmen geradezu nach staatlicher Aufsicht, weil diese viel leichter zu umgehen oder zu täuschen ist als der Markt. Auf dem Markt wären alle Übergriffe von Sicherheitsfirmen unmittelbare persönliche Verantwortung der Ausführenden. Zu hohe Konfliktbereitschaft oder sogar die Initiierung von Gewalt wären teure Angelegenheiten. Beide Mechanismen wären zusätzliche Begrenzer der Neigung von Sicherheitsfirmen, ihrerseits das (Selbst-) Eigentum zu verletzen.

8.
„Was ist, wenn militante Moslems überall mal eben ihre privaten Kasernen aufmachen? Zu deren ›Privatvergnügen‹, versteht sich?“

Solange sie niemanden behelligen, der nicht zustimmt, können sie machen was sie wollen. Sollten sie den Bereich ihres Eigentums überschreiten, gäbe es einen Konflikt. Dieser Konflikt wäre jedoch ganz anders als der in heutigen Staaten, zum einen, weil sie in ihrer Freiheit, mit sich und ihrem Eigentum nach Belieben zu verfahren, nicht eingeschränkt sind, zum anderen, weil sie als Adressanten keine zentrale Staatsmacht hätten, die ihre »Forderungen« erfüllen könnte. Stattdessen würden sie sich Sicherheitsorganen gegenüber sehen, die nichts als das Eigentum ihrer Kunden schützen. Und deren Geschick darin besteht, Frieden zu stiften. Anders als im Staat, dessen Legitimation vom Krieg und von der internen Kriminalität abhängt (der also ein Interesse daran hat, die Bedrohung aufrecht zu erhalten), besteht die Legitimation der privaten Sicherheitsfirma in deren Erfolg, Konflikte mit Mitteln so gering wie möglich beizulegen.

9.
„Freilich wünscht man sich mehr Freiheit zum experimentieren. Eine freiheitliche Republik mit mehreren Ebenen und verteilten Kompetenzen ist historisch das beste (und realste), um überhaupt Raum für Experimentieren zu bieten.“

»Eine freiheitliche Republik« ist eben nicht die »historisch beste (und realste)« Möglichkeit, »um Raum für Experimentieren zu bieten«: Diese Möglichkeit ist unrealistisch und historisch widerlegt.

 

28 Responses to Der Realismus der Freiheit – Eine Antwort auf Alexander Benesch

  1. Peter Boehringer sagt:

    ES wird hier ja offensichtlich langsam regelmäßige Übung, jeden, der es wagt, nicht etwa den totalen, sondern auch nur den Minimalstaat zu propagieren, ausführlich und schon in der Überschrift namentlich (und damit gut googlebar) und kritisch zu analysieren. Nun denn – dann muss eben (obwohl ich in vielen Dingen nicht mit Alex B übereinstimme) im Sinne der Sache auch hier mal wieder richtiggestellt werden:

    „Die These, der gegenwärtige Maximalstaat basiere auf »Kriminellen«, die das System »mit schmutzigen Tricks manipulierten«, während ein von diesen kriminellen Manipulierern gereinigtes System als Minimalstaat weiterexistieren könne, halte ich für theoretisch falsch und praktisch desaströs. Die These lässt es so erscheinen, als könne der Staat auch anders, wenn wir nur andere Politiker hätten. Aber warum haben wir nicht andere Politiker? Weil das System des Staates notwendig diese Art Politiker hervorbringt.“

    => Das ist mal wieder das ewige „Argument“ von den dummen oder „systemisch-opportunistischen“, „nur individuell-rationalen“ Menschen, die nicht über ihren Tellerrand und ihr Portemonnaie hinausschauen – und die sich zu allem und jedem kollektiv korrumpieren lassen. Klingt theoretisch richtig doll. Besteht aber zumindest hierzulande seit Jahrzehnten keinen Praxistest. Keine einzige der wirklich fatalen Entscheidungen (v.a. der finanziellen EUR-Entscheidungen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Megabedeutung eben auch den ganzen gesellschaftlichen Wahnsinn seit etwa 1990 bedungen haben), wurde seit mindestens 1990 hierzulande direktdemokratisch bestätigt. Und es hätte dazu auch (wäre das Volk gefragt worden) keinerlei Mehrheiten gegeben. Weder bei der Personenfreizügigkeit für fast alle, noch bei Maastricht, noch beim EUR, noch bei der üblen EU-Verfassung, noch bei ESM und anderen EUR-„Rettungen“.
    => Der Stammtisch ist nicht so dumm wie hier elitärerweise immer wieder getan wird. Das ist angesichts der Fakten einfach unbillig. Man kann nicht sagen „das tumbe Volk [oder verschämter: ‚das Staatssystem‘] wählt immer die Falschen, weil … das System sie eben kollektiv korrumpierbar macht“, wenn
    a) es bei Wahlen keine echte Wahl gibt (schon mal versucht, eine bürgernahe Partei zu gründen? Die selektiv korrupten Eliten verhindern dies fast immer.)
    b) die (nicht oder nur aus Zwang) gewählten Politiker bei den eigenen „Wählern“ in wichtigen Fragen regelmäßig keine Mehrheit haben!

    => Wir erleben hierzulande und weltweit seit Jahren SELEKTIVE Korruption der Eliten und ihrer Helfer. Das sind zugegebenermaßen verdammt viele. Einige Zehntausend. Aber es bleibt eine winzige Minderheit. DIESE Korrupten treiben den Wahnsinn zugunsten ihrer Clique voran. Wie viele Belege à la NSA dafür braucht es noch, damit man dies eben NICHT als pöhse VT, sondern als Verschwörungs-REALITÄT erkennt? Allerhöchstens nützen die Eliten das System und die Hilflosigkeit der Bürger aus – es ändert aber nichts an der Ursache in IHRER, SELEKTIVEN Korruption. Und DEREN Ursache wiederum ist das Falschgeldsystem, ohne das der Leviathan längst verhungert wäre! DAS ist die Kausalkette – auch wenn hier immer wieder was anderes behauptet wird. Ohne Falschgeld ist ein Gewaltmonopol nichts wert, denn es mündete sofort in der offenen Diktatur – die dann per Revolution beseitigt werden kann. Die Eliten seit 1913 sind schlauer als die offenen Diktatoren zuvor. Heimlich und über Schmiergeld läuft der Betrug ab – selektiv korrupt. Hartz IV und andere scheinbar „kollektiv korrumpierende“ Werkzeuge sind nur Brosamen angesichts der Billionen-Beträge, die sich die selektiv Korrupten über die illegitime Falschgeld-Seigniorage einschieben.
    => Der denkende Minimalstaatler lehnt darum ZUERST das Falschgeldsystem ab. Aber ebenso Parlamente und Parteien. All das gehört rigoros abgeschafft. Es ist eine GANZ ANDERE Frage bzw. Aussage, das Gewaltmonopol AN SICH anzugreifen (wie es hier ja regelmäßig geschieht). Oder auch die (Direkt!)Demokratie, der nie eine Chance gegeben wurde und die darum auch nicht permanent verantwortlich für alles gemacht werden kann!

    => Es ist „theoretisch und praktisch desaströs“, immer und immer wieder mit nicht belegten, in EURopa geradezu faktenwidrigen Behauptungen „Das Volk ist selbst schuld!“ diese neue Kollektivschuld-These aufzustellen, die in anderer Form schon vor 80 Jahren falsch war. Das Volk hatte und hat in wichtigen Fragen nichts zu melden. Und seine Meinung wird nicht einmal im Parlament repräsentiert – im hier so oft (zurecht) beklagten pervertierten Staat erst recht nicht. Darum kann das Volk auch nicht schuld sein. Kämpfen wir lieber gemeinsam darum, DASS das Individuum wieder was zu melden hat – das wäre doch mal eine echte libertäre Aufgabe. Der Weg dahin führt (in dieser Reihenfolge) über
    a) die Abschaffung der Monopolgeldgesetze und des fractional banking
    b) das daraus folgende Aushungern überflüssiger nannyhafter Staats- und NGO-Institutionen
    c) die Abschaffung der Parteien
    d) die Abschaffung auch der Parlamente
    e) [wichtig]: Innehalten, sehen, wie sich dieser direktdemokratisch regierte Minimalstaat mit winzigen Kompetenzen und ohne Falschgeld und ohne Besteuerung jenseits 10% so anfühlt – mithin die 90%ige Privatrechtsgesellschaft!
    f) Schauen, ob wirklich jemand DANN noch das Gewaltmonopol des Staates abschaffen und in die 0%-Nichtstaats-Utopie weiterziehen will.

    Wir haben erst bei f) ernsthaften intern-libertären Diskussionsbedarf zwischen ACs und Minimalstaatlern. Eigentlich nicht mal dann, denn auch zu f) muss das Volk entscheiden. Es könnte sein, dass die 150%igen ACs dann enttäuscht über ihre Abstimmungsniederlage sein werden. Aber die 10% Freiheitsverlust sollte man verschmerzen können; das macht die ACs dann nicht zur verfolgten und unterdrückten Minderheit… Immer daran denken, wir kommen von 70% Unfreiheit – und 100% Freiheit gab es immer nur in philosophischen Büchern und wäre mE auch mit Kollateralfolgen verbunden, zu deren Vermeidung man lieber einen 10%igen Preis bezahlt. Die Natur kennt den Zustand der totalen Freiheit nicht oder nur für die Allerstärksten / -reichsten.

    • michael sagt:

      „Und DEREN Ursache wiederum ist das Falschgeldsystem, ohne das der Leviathan längst verhungert wäre! DAS ist die Kausalkette – auch wenn hier immer wieder was anderes behauptet wird. “
      kausalkette ist ein super stichwort lieber peter.
      niemand bestreitet, daß das gewaltmonopol auf das falschgeldsystem angewiesen ist !!!
      guess what, das weiß auch das gewaltmonopol.
      und jetzt was ganz ganz schwieriges:)
      wenn du das gewaltmonopol hast und du weißt, daß du aufs falschgeldsystem angewiesen bist, wie und für was wirst du das gewaltmonopol am besten nutzen?

      du willst nun über ein in sich korruptes system, wohinter ein gewaltmonopol steht, dazu bringen, daß es sich selber aushungert.

      in meinen augen nicht sehr kausal deinerseits 🙂

      • Peter Boehringer sagt:

        „niemand bestreitet, daß das gewaltmonopol auf das falschgeldsystem angewiesen ist !!!“

        => Schön, dann haben wir hier ggü. noch gestern einen 100%igen Lernfortschritt. Bis gestern wurde das hier noch bestritten. Das Monopol war das Ur-Übel der Welt – rein „philosophisch“ existierend ohne jede Verankerung im Falsch-Geldsystem – das nur (untergeordnetes) Ergebnis des Gewaltmonopols war. Umso besser, dass nun das Gegenteil Konsens ist.

        „wenn du das gewaltmonopol hast und du weißt, daß du aufs falschgeldsystem angewiesen bist, wie und für was wirst du das gewaltmonopol am besten nutzen?“

        => Klingt als rhetorische Frage formuliert logisch und kausal. Aber es war nun mal historisch anders, ich kann es ja auch nicht ändern:
        a) Die Goldschmiede begründeten seit dem 16. Jhdt ihre bis dato nicht existente Macht durch Mehrfach-Verleihung von Goldgeld. Da gab es kein „Gewaltmonopol“ bei ihnen. Klar taten sie sich zusammen mit den machthabenden Fürsten (das ist die Symbiose aus Gewalt/Macht und Geld, die ich gestern schon konzedierte). Aber das FalschGELD war ZUERST da, DANN kam die (gekaufte) Macht hinzu.
        b) Und auch die größten Betrüger der Neuzeit (die Fed-Gründer von 1790 bis 1910/13 bzw. dann bis 1971) hatten vor 1913 KEINE politische Macht. Sie hatten nur ihr Geld. Das genügte, um den Coup der Fed-Gründung durch Bestechung (selektive Korruption natürlich mal wieder) einiger dominanter Kongressfiguren durchzuziehen und sich so die bis heute grüßte und fast einzige Quelle der Macht zu erschließen: die Fed-Druckerpresse und damit indirekt seit 1971 ALLE Notenbanken und damit auch die Geschäftsbanken.

        Gar nicht so schwierig, oder? Die QUELLE ist das Geld. Macht folgt daraus.

        • nlen sagt:

          Natürlich war das Falschgeld zuerst da. Der Staat hat gesehen, dass er das erfolgreich anwenden kann, indem er die Währung und damit das Geld monopolisiert und zweckentfremdet. Das ging über Gewalt, die ihrerseits bereits monopolisiert war. Und die Gewalt war auch schon vor dem Staat da. Komisch, nicht?

          • Peter Boehringer sagt:

            Auf diesem Meta-Niveau argumentierend kannst Du auch zur Genesis zurückgehen. Gott war da, hatte das Gewaltmonopol und „zweckentfremdete“ alles – bis es heute alles schlecht ist. Na und? Klar ist das Gewaltmonopol irgendwie immer da. Zuallererst im Urzustand – dem Dschungel mit dem „Gewaltmonopol“ beim Stärksten. Hatten wir doch eben erst ausführlich.

            Die Debatte dreht sich aber doch darum, wie man das Gewaltmonopol wenigstens zähmt/einschränkt , wenn man es schon nicht wegbekommt (wie auch?)! M.E. am besten, indem man ihm erst mal die Macht über das Falschgeld nimmt und so den Staat und damit die Macht ganz massiv verschlankt (50-90%ige Teilentmachtung). Über Goldgeld geht es am einfachsten (da hier physikalische Gründe der Vermehrung und damit der massenhaften Enteignung durch Inflationierung entgegenstehen) – aber man kann den freien Geldwettbewerb vielleicht auch anders durchsetzen.

            Wenn ihr argumentiert, das geht grundsätzlich und gar nicht, weil die Macht sich jedes Werkzeug (in diesem Fall das mächtige des Geldes) aneignen kann; und wenn ihr AUCH noch (zurecht) sagt „Die Gewalt war vor dem Staat da“): Woher um Gottes Willen kommt dann eure Hoffnung, jemals diese Macht (Staat, Clan, Fürst, Diktator, Parlament, Psychopathen; einer hat sie immer) entmachten zu können?

            Alles was ich sage ist, die beste Chance hierfür ist es, offensiv arguementierend gutes, nicht frei vermehrbares Geld durchzusetzen. Aber ja, selbst das kann mit Gewalt monopolisiert werden – siehe Roosevelt 1933 u.v.a. Goldraubzüge der Geschichte. Ohne anhaltenden Freiheits-Kampf der Menschen wird es nicht gehen. Aber ihr habt doch selbst keine Idee, wie ihr (ausgehend von der heute machtmonopolisierten Situation) dieses Monopol ohne Kampf loswerdet. Die Kraft der Reinen Vernunft wird es nicht richten.

          • nlen sagt:

            „M.E. am besten, indem man ihm erst mal die Macht über das Falschgeld nimmt“

            Ach, also über Parlamente oder Schwarzmärkte die Macht nehmen. Toll. Wenn das ginge, gäbe es keine Staaten mehr.

            „Aber ihr habt doch selbst keine Idee“

            Sezession ist eine Idee. Das mögen Sie spleenig finden. Dafür muss man aber keine 40 Mio Menschen überzeugen. Wenn Sie das vorhaben, dann ist das wirklich albern.

        • Libertarian sagt:

          „Aber das FalschGELD war ZUERST da, DANN kam die (gekaufte) Macht hinzu“

          Kann man nicht nur etwas kaufen, was schon vorhanden war (nämlich das Macht-/Gewalt-)-monopol))?

          „Und auch die größten Betrüger der Neuzeit (die Fed-Gründer von 1790 bis 1910/13 bzw. dann bis 1971) hatten vor 1913 KEINE politische Macht. Sie hatten nur ihr Geld.“

          Richtig. Und ab wann bzw. warum wurde es für den Rest der Bevölkerung dieses Planeten überhaupt erst zum Problem? Richtig, durch den „Kauf“ des Gewalt-monopols! Und dieses war zuerst da und ist nicht erst durch die Fed „erfunden“ worden!

          Klären Sie mich bitte auf, sollte ich hier einen Denkfehler haben.

        • Zef sagt:

          > Die QUELLE ist das Geld

          Die Quelle ist letztlich immer der Mensch,
          seine Lebenzeit und Arbeitsleistung

          Die Geschichte deiner Versklavung
          03:57: „Es hat vier Hauptphasen der Bewirtschaftung von Menschen gegeben…“
          http://www.youtube.com/watch?v=R0_pTLnhOow

    • Zef sagt:

      >Wir haben erst bei f) ernsthaften intern-libertären Diskussionsbedarf zwischen ACs und Minimalstaatlern.

      Kein „Minimalstaatler“ kommt zu f)

      Das ist Realismus:
      (1) Infiltriere doch die Mafia!
      http://www.freiwilligfrei.info/archives/3896

      (2) Die katastrophalen Folgen des politischen Libertarismus
      http://www.youtube.com/watch?v=OBLDFWj0ubQ

    • Kawaphil sagt:

      @ Peter Boehringer:
      „Keine einzige der wirklich fatalen Entscheidungen (v.a. der finanziellen EUR-Entscheidungen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Megabedeutung eben auch den ganzen gesellschaftlichen Wahnsinn seit etwa 1990 bedungen haben), wurde seit mindestens 1990 hierzulande direktdemokratisch bestätigt. Und es hätte dazu auch (wäre das Volk gefragt worden) keinerlei Mehrheiten gegeben. Weder bei der Personenfreizügigkeit für fast alle, noch bei Maastricht, noch beim EUR, noch bei der üblen EU-Verfassung, noch bei ESM und anderen EUR-”Rettungen”.
      oder:
      e) [wichtig]: Innehalten, sehen, wie sich dieser direktdemokratisch regierte Minimalstaat mit winzigen Kompetenzen und ohne Falschgeld und ohne Besteuerung jenseits 10% so anfühlt – mithin die 90%ige Privatrechtsgesellschaft!
      f) Schauen, ob wirklich jemand DANN noch das Gewaltmonopol des Staates abschaffen und in die 0%-Nichtstaats-Utopie weiterziehen will.

      Ihre diesbezügliche Aussagen können anhand der Schweiz überprüft und widerlegt werden, da die Schweiz die einzige direkte Demokratie auf diesem Planeten ist. Auch in der Schweiz welche anfänglich als Minimalstaat gegründet wurde und wohl der liberalste Staat in ganz Europa (um nicht zu sagen auf der Welt) war und ist (bei ihrer Staatsgründung wurden alle 7 Bundesräte von den Liberalen gestellt), nehmen die Ausmasse der Gesetzgebung mit welcher dieser Staat auf die Gesellschaft einwirkt groteske Züge an. Des weiteren muss erwähnt werden das von 100 neuen Gesetzen gerade mal deren 3 von den Stimmbürgern direkt legitimiert werden, die restlichen 97 werden vom Parlament entschieden. Der Versuch mittels Initiativen unsere wild gewordenen Parlamentarier in den Griff zu bekommen scheitert leider oft wieder im Parlament, weil jede Gesetzesvorlage noch diese Institution durchlaufen muss bevor sie im immer grösser werdende Buch der Gesetze ihre Aufnahme findet. Meist ist nach diesem Prozess nicht mehr viel von der Vorlage übrig über welche wir als Bürger abgestimmt haben.
      Macht korrumpiert, dies ist eine einfache Tatsache. Sagen wir ich bin ein führendes Mitglied (Manager) in der Firma „Minimalstaat“ und erkenne das sich mein Einkommen verbessern könnte indem ich meine „Geschäftsfeld“ erweitere, wer stünde mir dabei im Weg wenn ich der Monopolist z.b. für Landesverteidigung, innere Sicherheit und damit in der Ausübung von Gewalt wäre. Ich würde den Teufel tun Private Firmen in diesen Sektoren zu dulden und anfangen sie in anderen Sektoren einzuschränken um meine „Marktstellung“ zu festigen und mir andere potentielle Geschäftsfelder zu erschliessen.
      Ein weiteres Beispiel:
      Ich bin als Architekt in zwei Kantonen tätig, einerseits in Zug und andererseits in Bern. Der Kanton Zug wird von der Wirtschaft dominiert, hat wesentlich solventere Steuerzahler als der Kanton Bern. (Ich würde, trotz des Kantonalen Finanzausgleiches, im Kanton Zug bei gleichbleibendem Lohn nur die Hälfte der Steuern bezahlen.) Ein Anliegen der Behörden im Kanton Zug ist es die Solventen Steuerzahler zu behalten. Wenn ich also im Kanton Zug ein Haus erstellen möchte, oder mich mit der Steuerbehörde über eine Pauschalbesteuerung einigen möchte oder eine Firma Gründen möchte, so sind die Behördengänge ein wirklicher Dienst am Kunden. Man wird als ebenbürtig wahrgenommen und in den Behördlichen Prozess integriert, als Kunde behandelt und respektiert.
      Möchte man jedoch in einem von Sozialisten, Grünen und demgegenüber Konservativen dominierten Kanton wie Bern ein Haus erstellen, mit den Behörden über den zu entrichtenden Obolus diskutieren oder eine Firma gründen, so kann der Weg über die Institutionen nach eigener Erfahrung als „pain in the ass“ bezeichnet werden.

      Dazu noch eine kleine Fussnote: Die Parlamentarier des Kantons Bern haben sich soeben per Parlamentsabstimmung eine Lohnerhöhung um die 50% verschafft, während der Kanton in wichtigen Bereichen wie Strassenbau, Spitex (Spitalexterne Pflege), Bildung und Winterdienst massive Kürzungen vorgenommen hat. Im Parlament liefern sich die Grünen und Sozialisten mit den Konservativen andauernde Gefechte über das Budget und dessen Umverteilung und die Einwohner des Kantons sind die leidtragenden. Die Kollateralschäden lassen sich einfach daran erkennen wie viele Firmen und solvente Steuerzahler ihren Standort in einen anderen Kanton verlegen. (Diesbezüglich ist der Föderalismus keine schlechte Angelegenheit.) Da aber der Finanzausgleich (Umverteilung von fleissig auf arm und reich) innerhalb sowie ausserhalb des Kantons diesem erlaubt mit seinen Mitteln Schindluderei zu betreiben, wird sich im Fall von Bern nichts ändern bis die Nettozahler wie zb. Zug oder Zürich sich weigern diesen Staatlichen „Konsens“ weiterhin einzuhalten.

      Da die Bewohner des Landstriches „Schweiz“ sich schon immer Föderalistisch organisiert haben und ihnen fremde Herrschaft immer ein Gräuel wahr, musste Napoleon 1803 (nach mehreren Staatsstreichen und der Niederschlagung eines bewaffneten Aufstands) der Schweiz wieder eine föderalistische Verfassung mit autonomen Kantonen zugestehen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz
      Leider beschränkte sich der Staat Schweiz nicht auf seine „Kernthemen“, mit den Zugeständnissen an die konservativ-katholischen Kräfte, sowie später an die Sozialisten wurden freiheitliche und föderalistische Rechte beschnitten und erodieren mittlerweile in einem nicht zu bremsenden Ausmass.

  2. Melanie sagt:

    „Historisch gesehen haben Minimalstaaten, vor allem die USA, sich nicht beschränkt und auch nicht beschränken lassen.“

    Korrekt. Im Minimalstaat USA herrschte das Recht des Stärkeren und sonst nichts. Die Indianer z.B. waren schwächer und wurden von den einströmenden Migranten (meist Europäern) vernichtet. Die Südstaaten kämpften gegen die Nordstaaten, der Stärkere siegte. Letztlich siegten die Listigsten: Banken, Rüstungsindustrie usw.

    Genau das ist die Folge des Minimalstaates.

    Wir brauchen keinen Minimalstaat, sondern einen Maximalstaat, in welchem die Bürger wählen können. Nicht zwischen einer Einheitspartei SPD-FDP-CDU-CSU-GRÜNE usw, sondern ich meine eine echte Wahl durch
    Basisdemokratie und Volksentscheide.

    Momentan werden wir diktatorisch regiert, verwaltet. Unsere Demokratie ist eine Demokratur, eine Wahldiktatur mit Scheinalternativen.

    Etwa so, als würde das Nutzvieh wählen dürfen, ob es in den nächsten 4 Jahren vom Bauern (SPD) oder der Bäurin (CDU) oder vom Knecht (GRÜNE) gemolken und geschlachtet wird. Schöne Alternativen.

    Leider hat der Einzelne keinerlei Macht. Er ist entwaffnet, hilflos. Erst, wenn sich die verzweifelten Bürger zusammenschließen, die Herrschaftsklasse mit Mistgabeln, Dreschflegeln und Fackeln entmachten, kann sich etwas ändern.

    Die DDR-Bürger haben etwas geändert. Sie kamen allerdings vom Regen in die Traufe, von der DDR zur EUDSSR, von der Stasiüberwachung zur viel intensiveren E-Mail, Telefon- und Surfverhaltens-Überwachung.

    Solange der Bürger nicht weiß, was er bei der nächsten (wohl zwingend folgenden) Revolution fordern soll (z.B. Abschaffung der Parteien/der Diktatur auf Zeit, direkte Demokratie durch regelmäßige, mindestens monatlich stattfindende Volksentscheide) wird er auch beim nächsten verzweifelten Volksaufstand den Rattenfängern irgendeiner vom Großkapital gesponserten Partei (Marionettenregierung aus Politdarstellern) auf den Leim gehen.

  3. SATAN sagt:

    Ich finde diese Diskussionen zwischen Minimalstaatlern und Voluntaristen hier etwas befremdlich, wenn ich ehrlich bin. Soll doch ein jeder selbst versuchen, zum bestmöglichen Erfolg zu kommen, der darin besteht, den „Leviathan“ zu schwächen und sich nicht gegenseitig zu diffamieren. Divide et Impare oder so… (hatte kein Latein *g*)

  4. Peter sagt:

    Nur ein kleiner Auszug dazu aus dem sehr empfehlenswerten Buch von Larken Rose „The Most Dangerous Superstition“:

    „Perhaps the most valuable thing the “Great American Experiment” accomplished was to demonstrate that “limited government” is impossible, There cannot be a master who answers to his slaves. There cannot be a lord who serves his subjects. There cannot be a ruler who is both above the people and subordinate to them. Unfortunately, there are still many who refuse to learn this lesson, insisting instead that the Constitution did not fail, the people failed – by not doing it right, by not being vigilant enough, or by some other neglect or corruption, Oddly, this the same excuse given by communists for why their flawed philosophy, when put into practice in the real world, always turns into violent oppression. The truth is that any form of authoritarian control – any type of “government,” whether constitutional, democratic, socialist, fascist, or anything else – will result in a set of masters forcibly oppressing a group of slaves. That is what “authority” is – all it ever has been, and all it ever could be, no matter how many layers of euphemisms and pleasant rhetoric are used
    in an attempt to hide it.“

    Larkens Argumentation ist im Buch natürlich deutlich ausführlicher, und ist zudem vor allem darauf ausgerichtet, logisch und anschaulich zu verdeutlichen, dass „Autorität“ und „Regierung“ lediglich Formen von gefährlichem Aberglauben sind, die samt ihrer negativen Folgen nur und genau dann aufhören werden zu wirken, wenn Menschen sie als Aberglauben erkennen.

    Grüsse,
    Peter

  5. Peter sagt:

    Und weil es so schön (und passend) ist noch ein Auszug aus „The Most Dangerous Superstition“ von Larken Rose:

    „To one who has escaped the myth of “authority,” the premise upon which all political
    discussion rests disintegrates, and every bit of the rhetoric which stems from the superstition is recognized as being utterly insane. The un-indoctrinated individual sees every campaign speech, every political argument, every discussion in the news about anything political, every CNN broadcast of another debate on the House floor over some new piece of “legislation,” as a display of the symptoms of profound delusions due to the blind acceptance of utterly asinine, cult-like dogma. All voting, campaigning, writing to one’s “congressman,” signing petitions, suddenly appear no more rational or useful than praying to a volcano god to grant its blessings to the tribe. One who has been deprogrammed sees not only the futility in all “political” action, but sees that such actions, no matter what their intended goals, actually reinforce the superstition. Just as everyone in a tribe praying to a volcano god would reinforce the idea that there is a volcano god, so begging politicians for favors reinforces the idea that there is a rightful ruling class, that their commands are “law,” and that obedience to such “laws” is a moral imperative.“

    • michael sagt:

      super !
      larken bringt es auf den punkt!

    • mielia sagt:

      Hab das Buch auch gelesen. Fand’s großartig :D!
      „To one who has escaped the myth of “authority““.
      Denke das hat er mit dem Buch bei mir (mit-)erreicht.
      Und es ist in der Tat so wie er es beschreibt :D.

      Wie sich Sichtweisen komplett umkehren…^^

      Im Übrigen sehr interessant geschriebener Artikel, sind einige für mich neue oder prägnanter ausgeführte, detailreichere Argumente drin.
      Gruß,
      Mielia

  6. freedomforce sagt:

    Ansonsten gilt: Angemessene Verteidigung ist erlaubt, Schädigung von Unschuldigen und Unbeteiligten nicht, Basta.

    Ich bin zu dem berechtigt, zu dem ich mich berechtige. Man sollte sich schon einig sein auf welcher Grundlage man zusammenleben möchte. 😉

    Die Konkurrenz ist jedoch ein Mittel, die Firmen viel schneller und wirkungsvoller zu disziplinieren als staatliche Aufsicht; darum gieren ja Großunternehmen geradezu nach staatlicher Aufsicht, weil diese viel leichter zu umgehen oder zu täuschen ist als der Markt.

    Der Konkurrenz ist keine echte Entität und kann somit nicht disziplinieren. 🙂

  7. Geldforderungskonkurrenz gibt es bereits heute.

    Geschäftsbanken stehen untereinander in Konkurrenz, einerseits müssen sie liquide sein, also jederzeit in Zentralbankgeld (aus)zahlungsfähig, anderseits müssen Sie rentabel sein, also jederzeit rentabel in – zusammen mit dem Kunden – durch Kredit geschaffenen Geldforderungen.

    Eine Ersetzung von Geld durch Gold erhöht weder die Liquidität noch die Rentabilität. Es senkt auch nicht das Risiko, da die Kreditvergabe an schlechte Schuldner nicht dadurch außer Kraft gesetzt wird, dass Geldforderungen an Gold gebunden werden.

    Ob eine Kreditvergabe, wirtschaftlich betrachtet, „gut“ oder „schlecht“ ist, wird nicht dadurch besser entschieden, dass die durch den Kredit entstandenen Geldforderungen an Gold gebunden werden oder nicht.

    Gold soll Probleme lösen, die es nicht lösen kann.

    • Peter Boehringer sagt:

      @S Goldammer [schöner Nick übrigens 😉 ]:

      „Geldforderungskonkurrenz gibt es bereits heute.“

      => Schön wäre es. Aber in einer Welt, in der seit Abschaffung des Geldwettbewerbs (1913) und spätestens mit der endgültigen Demonetisierung von Gold (1971) die letzte Fed-unabhängige Geldquelle gewaltsam (aber am 23.12.1913 noch unter verschwörerischer Umgehung des staatlichen Gewaltmonopols – also GEGEN den Volkswillen, nicht durch ihn!) versiegt wurde, gibt es eben keinen Geldwettbewerb mehr.
      => Wie schon mehrfach geschrieben, kann man allenfalls noch von Falschgeld-Oligopolen der Welt-Zentralbanken sprechen – aber ganz sicher nicht von einem freien Geldwettbewerb, wie wir Goldbugs (und Minimalstaatler, gutes Geld und gute Staatsführung gehören untrennbar zusammen) ihn fordern. Bei der Fed laufen noch heute fast alle Geldfäden zusammen. Die BoJ, die EZB, die BoE usw. haben nur noch eine formale Unabhängigkeit. Wäre es anders, würden wir nicht seit 1971 eine fast völlig gleichgeschaltete Zins- und Geldschöpfungspolitik aller Welt-Notenbanken (bis etwa 1998 noch ausgenommen die SNB – der Franken war noch länger goldgedeckt) erleben. Eine Gleichschaltung, die heute sogar NOMINAL fast bei 0% Zins angelangt ist. Und dieser Gleichschaltung unterliegen natürlich auch praktisch alle Geschäftsbanken der Welt, die bei Tier1-Quoten zwischen 2% und 15% und bei EK-Quoten zwischen 1% und 8% (also bei bis zu 50 bis 100 – fachem Risikohebel!) technisch ohne ZB-Garantien alle latent und chronisch insolvent wären! Hier in der Bankenwelt zuallerletzt unter allen Industrien gibt es „Wettbewerb“!

      => Gold soll (NACH der globalen Währungsreform, falls sie zugelassen wird) nur verhindern, dass Probleme durch exzessive Verschuldung je wieder entstehen können. Aber ja, dafür brauchte es gar kein GOLDgeld – der freie Geldwettbewerb würde gesundes Geld und eine gesunde Wirtschaft dann auch ohne jeden (staatlich verfügten) Goldstandard herbeiführen. In Bezug auf „Liquidität und Rentabilität“ wäre privates Goldgeld übrigens ebenso wie jede andere gesunde Währung neutral: Das Geldsystem sollte diesbezüglich nichts beeinflussen.

      • SATAN sagt:

        Ist nicht alles Geld, was die Menschen als solches akzeptieren? Das kann Gold, Silber, Kaugummis, kleine bunte Zettel mit Zahlen drauf, Regionalwährungen, Euro, Dollar, Yen, Minutozeitgutscheine, Bitcoins, Bildungsgutscheine, Warengelder, oder was weiß ich sein. Wer will mir eigentlich verbieten, einen (privaten) Handel mit solchen „Währungen“ durchzuführen? Das Problem liegt in der Gewöhnung und der Ausblendung von Alternativen. Fast alle haben nur im Kopf: Geld = Euro (Dollar, Yen, o.ä.) und das war’s…

      • zap sagt:

        Hallo Peter,

        hier mal ein video was dich interessieren koennte

        http://www.youtube.com/watch?v=8e5fkpGKwt0

        gruss
        zap

  8. buerstor sagt:

    hier fand ich den Punkt 1 sehr spannend. schränkt das nicht sehr ein? heisst das nicht auch, dass jegliche hypothekenverträge oder überhaupt jegliche veträge die in die zukunft reichen nicht funktionieren? denn dabei gibt man doch immer einen zukünftigen willen ab. sprich, wenn ich einen hausbau in auftrag gebe, kann es sein, dass mir morgen keiner mehr auf der baustelle erscheint um weiterzubauen, weil nun doch keiner mehr lust hat zu den ausgehandelten konditionen weiterzuarbeiten?

  9. Solist sagt:

    Selbst ohne die regiende Hochfinanz halte von diesem Parteiensystem und dem Machtgschacher gar nichts mehr. NULL. Keine Ideologie, die man JEDEM Menschen überstülpen will. Die Kontrolle MUSS die Bevölkerung haben, genauso wie Sie vorgeben was zu laufen hat und was nicht. Keine kleine Clique. Es gibt wohl nicht ein einziges Land, wo s um das Wohl der Menschen geht. Was lernen wir daraus? Nichts? Man kann s nicht in wenige Zeilen fassen, wie so ein „Staat“ aussehen könnte und klar wäre s nicht SOOOO einfach in die Praxis umzusetzen. Klar muß es eine Volks-Vertretung geben. in Möglichkeit wäre eine Art Weisenrat. Die jederzeit vom Volk inzeln gewählt oder abgewählt werden könnten. Dazu in Wächter oder Kontrollrat, der den Waisenrat überwacht. VERBOT und sofortiger Ausschluß bei dem Versuch mit Lobbys (die es dann aber so wie heute eh nicht mehr gäbe, zudem FREIE Medien, keine Gehirnwäsche mehr, andere, GERECHTE, verständliche, KLARE Gesetze usw usw) oder zum Vorteil von Wenigen zum Nachteil von Vielen unter Ausschluß der Öffentlichkeit…usw. Ein Sender der ALLE Sitzungen live überträgt. AKTIVE Beteiligung ALLER Menschen, auch mit Ideen….
    Einige ehern Grundsätze die fix gelten. es soll GRUNDSÄTZLICH IMMER zum Nutzen von Allen gehen, nicht von Wenigen und schon gar nicht zu Lasten der Mehrheit. Sollten einigen zu Lasten der Mehrheit Nachteile entstehen muß für Ausgleich gesorgt werden. Ein Gesundheitssystem, das den Namen verdient, ein Bildungssystem, das den Namen verdient. Keine Monopole, freie Wissenschaft und Forschung. Artikel zu unserem Wohlee produziert und ohne das sich Wenige bereichern können, Konkurrenz unterdrücken. KEINE unterdrückten Patente mehr.. ect. pp.

  10. Zef sagt:

    > es soll GRUNDSÄTZLICH IMMER zum Nutzen von Allen gehen

    ==> Kein Raub!
    http://www.freiwilligfrei.info/archives/4899

    „Steht einmal fest, dass die Regierung (der Staat) … etwas anzubieten oder zu verteilen hat, was über den originären Schutz der property rights hinausgeht, so wird damit eine Spirale zur Politisierung des Lebens der Bürger in Gang gesetzt, die niemals und nirgends mehr ein Ende findet (Roland Baader, Fauler Zauber, S. 138).

    Voluntaristen gehen noch einen Schritt weiter: nicht einmal die property rights gehören in die Hände einer Regierung, eines Staates.

    Nichts spricht dagegen, dass Menschen die gemeinsame Organisation des individuellen Rechts auf legitime Verteidigung zum Zwecke eines zivilrechtlichen Gesellschaftsvertrages (§705 BGB) machen, der dann auch wirklich einer ist – und den jeder auch wieder verlassen kann, wenn sich da irgendetwas verkehrt.

    Ebenso können die Sorge für die Gesundheit, die Bildung usw. in dieser Art organisiert werden. Das private Recht genügt.

    In solchen Verhältnissen entsteht das Soziale aus dem Vorteil der Einzelnen.
    http://www.freiwilligfrei.info/archives/2131#comment-8389

    Öffentliches Recht braucht es nur, um friedliche Andersdenkende letztlich mit blutiger Gewalt zu zwingen. Gerade die Lösung des sozialen Problems liegt in der Freiheit.


    Nur ein Borg kann nicht „einer“ sein

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