von Tommy Casagrande

 

Peter Boehringer agiert in diesen Tagen wie ein Rumpelstilzchen. Ein Mann, der sich in Geldfragen auskennt und auch besser bei diesen bleiben sollte, übt sich in der anspruchsvollen Betätigung des Philosophierens. Gut ist, wenn man es kann.

 

„Je mehr die Parlaments-Demokratten in der real existierenden Volkszertretung namens „Deutscher Bundestag“ ihr Mandat pervertieren und ihre rechtlichen und ökonomischen Kompetenzen bis hin zur Existenzbedrohung unseres Gemeinwesens überschreiten, desto mehr rhetorischer Widerstand regt sich am anderen Ende der Extremistenskala. Neu sind die Theorien der Anti-Demokratie dabei nicht. Sie waren latent immer da. Professor Hans-Hermann Hoppe etwa predigt seit 40 Jahren die immer gleichen, zwar teilweise folgerichtigen aber dennoch weder erstrebenswerten noch umsetzbaren Utopien. Neu ist lediglich, dass diese Utopien mit implizit anti-individualistischer Grundhaltung (was Hoppe bestreiten würde, dazu aber unten mehr) heute medial zunehmend hof- und salonfähig werden. Extremes Versagen am einen Ende der Skala (pervertierte volksverratende Parlamentsdemokratie) gebiert eben immer das andere Extrem – in diesem Fall den völligen Staats- und speziell Demokratie-Nihilismus.“

 

Dieser gesamte Absatz von Herrn Boehringer ist eine Verteidigung des Gewaltmonopols. Woher er dabei die philosophischen Einsichten gezogen hat, dass man Menschen gegen ihren Willen beherrschen darf, erwähnt er nicht. Seine Vorstellungen vom richtigen und guten Leben, beziehen sich, wie man herauslesen kann, auf die Gewohnheit eines bestimmten Lebensmodelles, mit dem Herr Boehringer aufgewachsen ist. Die „guten, alten Zeiten“, in denen die Demokratie halbwegs, aber besser funktioniert hat und es um die Staatsfinanzen besser stand, sind jenes Ideal, zu dem Herr Boehringer gerne zurückkehren will. Dabei übersieht er leider, dass es eine Ökonomie des Staates gibt, die nicht zufällig sich auf der ganzen Welt, in die selbe Richtung entwickelt hat. Herr Boehringer reduziert diese Entwicklungen mangels seiner philosophischen und ökonomischen Einsichten auf „dunkle Kräfte und Machenschaften“, die gleichsam einer Verschwörung, von ihm als „Demokratten“ bezeichnet werden. Dabei erläutert er nicht woher diese kommen und welchen Anreiz sie haben. Kommen sie etwa aus der Kanalisation ? Scherz am Rande ;). Die von Herrn Boehringer als „Demokratten“ bezeichneten Übeltäter gibt es auf der ganzen Welt. Und betrachtet man sich die Geschichte der Staaten in der Geschichte der Menschheit, so folgte stets und überall ein Übel dem nächsten. Einen roten Faden vermag er nicht zu erkennen. Dass es im Wesen einer staatlichen Architektur liegen könne, dass darin ein inhärenter Fehler ständige gesellschaftliche Missstände produziert, erkennt Herr Boehringer nicht. Alles Unglück entsteht nur durch fehlerhaft handelnde Individuen und die Idee von einem Monopol auf Gewalt ist an sich schon in Ordnung. Er trennt den Anreiz, dass ein solches Monopol seine unheilvollen Götzendiener heranzüchtet von den Menschen, die auf solche Reize reagieren und sich anlocken lassen. Er glaubt, man könne in aller Seelenruhe eine Institution erbauen, die man mit Gewalt ausstattet und dann liegt es nur noch an der Charakterbildung der Menschen, ihrer Tugend oder einfach dem naiven darauf hoffen, dass die Menschen sowohl Tugend als auch Charakter haben werden, sodass der Staat von einem guten König oder einer guten Armee von Bediensteten geführt, das beste für die Menschen tun werde. Es müsste doch jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand erkennen können, dass in einem solchen Prinzip nichts anderes ausschlaggebend ist, als das hoffen und beten auf den Zufall einer guten Epoche, in der es gute Menschen gibt. Doch wer glaubt, dass alle Macht, die man bekommen kann, stets nur die guten und sanften Menschen anlockt ? Lockt dieses Gewaltmonopol nicht eher jene Persönlichkeiten an, die gar nicht gut oder sanft sind ? Es gibt Motten und es gibt Licht…

 

Herr Boehringer behauptet, es gäbe zwei Extreme. Einerseits das Extrem der Unfreiheit und andererseits das Extrem der Freiheit. Aus seiner Sicht sei beides schlecht. Da fragt man sich, wem Herr Boehringer gehört. Gehört ein Mensch sich selber oder jemand anderem ? Bei seinem dritten Weg, der irgendwo dazwischen liegt, weiss man es nicht. Nur, es lässt sich schon sagen, dass man sich selber nicht gehört, denn wenn ich mir gehöre, darf ich alles mit mir tun. Freiheit ist unteilbar. Für Herrn Boehringer anscheinend nicht, denn mittels dem Instrument der Demokratie soll entschieden werden, zu welchen prozentualen Anteilen sich Menschen selbst bestimmen dürfen und zu welchen prozentualen Anteilen sie fremd bestimmt werden dürfen. Dieser sogenannte dritte Weg, der angeblich dazwischen liegt, ist aber seinerseits auch nichts anderes als ein Dogma. Nämlich das Dogma der Durchschnittlichkeit wie sie schon von Martin Heidegger in seiner Analyse des MAN skizziert wurde. Das Dogma der Demokratie, das Dogma die Extreme der Unfreiheit als auch der Freiheit zu scheuen, ist seinerseits auch nur ein neues Dogma der Unfreiheit. Denn nur weil die Unfreiheit auf leiseren, langsameren, sanfteren Pfoten daherkommt, bedeutet es nicht, dass es sich um einen Ausdruck von Freiheit handelt.

 

Herr Boehringer attackiert Hans-Hermann Hoppe und behauptet, die Utopien einer Staatenlosigkeit sind weder erstrebenswert, noch umsetzbar. Zum einen ist die Idee einer staatenlosen Utopie nicht die Idee von Hans-Hermann Hoppe sondern viele Menschen vor ihm hatten diese bereits und viele Menschen nach ihm werden sie noch entwickeln. Die Staatenlosigkeit, die auch ich präferiere, ist kein System, dass man allen Menschen aufzwingen will. Sondern indem Sezession erlaubt und zugelassen würde, vielleicht auch, indem man sie erstreitet, ist sie ein Lebensmodell der Freiwilligkeit. Das kann man von Herrn Boehringers bürgerlichem Minimalstaat für alle nicht behaupten. Denn indem Herr Boehringer die Vertreter der Selbstbestimmung als Extremisten der Freiheit denunziert, ist anzunehmen, dass er die Toleranz aufzubringen für jene Menschen, die ohne Staat eine Stadt gründen wollen, die nach libertären Prinzipien organisiert ist, nicht im Stande ist. Wieso sonst, schießt sich Herr Boehringer so sehr auf die Utopie ein, dass Menschen ohne Gewaltmonopol leben, und verteidigt somit das Prinzip des Gewaltmonopols ? Lustigerweise wird einem der gute Herr Boehringer vermutlich in allen anderen Aspekten des menschlichen Lebens, gerade davor warnen, dem staatlichen Monopol die Tür zu öffnen. Das wäre natürlich sehr konsequent und logisch *ironie*. Herr Boehringer behauptet, es sei werder erstrebenswert noch umsetzbar. Beides sind faule Behauptungen. Ob etwas erstrebenswert ist, bestimmt das Individuum. Jeder Mensch ist ein Individuum und jeder Mensch hält etwas anderes für erstrebenswert. Weil aber jeder etwas anderes für erstrebenswert hält, ist es ethisch falsch, allen Menschen das gleiche Modell aufzuzwingen. Das aber geschieht Heute. Und bei Herrn Boehringer kam nicht heraus, ob sein Modell auch zulässt, sich davon zu verabschieden. Die Behauptung, dass es nicht umsetzbar sei, ist ebenso falsch. Es ist nicht erlaubt, umgesetzt werden zu dürfen. Die Umsetzbarkeit utopischer Ideen hängt von der politisch herrschenden Erlaubnis ab. Hinge es von den Menschen ab, die Heute bereits derart denken, ließe sich schon annehmen, dass man eine auf der Welt einzigartige kleine Stadt, auf Freiwilligkeit und libertären Prinzipien strukturiert, von Menschen die aus der ganzen Welt kämen, bewohnt würde. Denn auf der ganzen Welt liebäugeln Menschen mit solchen Ideen. Das Problem ist, dass es ein Gewaltmonopol in jedem Land der Welt gibt und darum immer nur eine einzige Auffassung vom „leben sollen“ für alle Menschen gilt. Das aber ist unethisch und unmoralisch.

 

Der nächste Punkt ist, dass leider Hans-Hermann Hoppe und seine Anhänger den Fehler machen, die Intoleranz einer freien Gesellschaft zu betonen, während die Toleranz darin untergeht. Ich sage immer, dass Freiheit ohne Toleranz nicht möglich ist, und dass die Eigentumsethik beides in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen vermag – Toleranz und Intoleranz. In einem ausgewogenem Maß. Aber es sollte niemanden wundern, dass man auch unnötigerweise Angriffsfläche bietet, wenn man ständig davon redet, dass man Menschen von allen Dingen ausgrenzen darf. Das ist Hoppes Interpretation von Freiheit. Meine Interpretation hingegen ist jene, dass ich weiss, dass Menschen dann einander ausgrenzen dürfen, (alle dürfen es) aber gerade dadurch ist auch die Möglichkeit gegeben, dass es Orte geben wird, in denen genau gegenverkehrt, damit experimentiert wird, alles tun zu dürfen (außer jemandem gegen seinen Willen etwas anzutun = Gewalt). Diese Vielfalt wird es in einer Freiheit geben, weil frei sein genau das bedeutet. Sich nicht der Konformität unterwerfen zu müssen und seine eigene Idee von Gesellschaft zu gründen. Gesellschaft kann es nämlich nur freiwillig geben. Wenn jemand in Herrn Boehringers Demokratie nicht mitmachen will, was passiert dann ? Wenn jemand in einer staatenlosen Welt mehr Strukturen möchte, kann er einen Staat gründen und jene die ihn auch wollen, werden darin leben ohne gezwungen zu sein. Wenn Menschen aber ohne Staat leben wollen, müssen sie ihre eigene Form von Leben gründen dürfen.

 

Staatsnihilismus und Demokratienihilismus bedeutet, dass man aufgehört hat, einem anderen Menschen die Macht über das eigene Leben einzuräumen. Genauso wie Friedrich Nietzsche einst erkannt hat, dass die Idealismen der Kirche und des Staates nur ein Postulat an die eigene Unfreiheit implizieren. Jeder Mensch gehört sich selbst und sowohl Staat als auch Demokratie, insofern sie auf Unfreiwilligkeit und nicht auf vertraglicher Basis beruhen, stehen im Gegensatz zu dieser Tatsache.

 

Zum Abschluss noch eine Replik von Jürgen Gerdes auf den Text von Peter Boehringer:

 

„Die Minimalstaazi holen zum Gegenschlag aus!
In einem Kommentar unterhalb der Wutrede von Herrn Böhringer fragt eine „Liane, ob den hier ein Minimalstaazi beleidigt sei?“ Schnell könnte der Leser diesem Eindruck verfallen.

 

Nur diese „Publizistischen Attacken“, wir sprechen hier über eine Leserschaft die sich im Promillebereich unser Bevölkerung bewegt, häufen sich. In der ef 131 sah sich Herr Prof. Habermann zu einer Replik auf die zuvor (ef 130) erschienene Kritik von H.H. Hoppe an Hayek in der Pflicht. Benesch wütete in mehreren Artikeln gegen Molyneux und Herr Janich, ehemaliger Vorsitzender der PDV, wütete in Facebook als er noch in „Amt und Würden“ war.

 

Allen Autoren ist übrigens gemein, dass sie versuchen ihre Kontrahenten ein wenig der Lächerlichkeit preiszugeben, ihre angriffe ansonsten aber eher dürftig ausfallen.

 

Um ehrlich zu sein, habe ich beim Lesen des Artikel die ganze Zeit darauf gewartet das die ultimative Frage „und wer wird die Straßen bauen“ gestellt wird. Soweit ließ sich Böhringer dann doch nicht herab. Aber offensichtlich fehlt es ihm an Phantasie wie denn die PRG aussehen könnte. International werden fast ausschließlich und national zunehmend private Schiedsgerichte mit der Beurteilung von Streitigkeiten beauftragt ( eine der letzten Ausgaben der WiWo berichtete hierüber ausführlich).

 

„…was in unserem Diskurs der Minimalstaatler mit Nicht-Österreichern zunehmend gegen uns verwendet wird – ich erlebe das täglich in Zuschriften und Veranstaltungen…“ Und hier liegt wohl auch des Pudelskern begraben. Böhringer empfindet es wohl als zunehmend schwierig für liberale Positionen zu werben. Das die PDV, auf deren Veranstaltungen er zuweilen auftritt, Schwierigkeiten hat überhaupt die Zulassung zu den anstehenden Wahlen zu erhalten, lässt die Nerven blank liegen. Geplatzte Träume, bevor sie „erwachsen“ wurden.

 

In der Verantwortung werden jene gesehen, die sich bewusst gegen den „Wettbewerb der Gauner“ entschieden haben, dies klar und deutlich sagen und offenbar im libertären Lager mit besseren Argumenten als die Minimalstaazi aufwarten.“
 Redaktion:
Kürzlich wurden folgende simplen Fragen an Peter Boehringer gestellt, die er sich natürlich nicht getraut hat zu beantworten:
1) Gibt es irgendeinen Weg, wie beliebig viele Individuen irgendwem anderen das moralische Recht, etwas zu tun übertragen können, wozu sie selbst nicht das moralische Recht haben?

2) Jene, die politische Macht ausüben (Präsidenten, Gesetzgeber usw.) – haben sie das moralische Recht, irgendwas zu machen, wozu andere nicht das Recht haben? Wenn ja, von wem haben sie ein solches Recht?

3) Gibt es irgendeinen Vorgang (z.B. eine Verfassung, Wahlen, Gesetzgebung), durch den Menschen eine unmoralische Handlung in eine moralische Handlung verwandeln können (ohne die Handlung selbst zu verändern)?

4) Wenn Gesetzgeber und Exekutive im Namen des Gesetzes un der Regierung Zwang und Gewalt anwenden, sind sie dafür dann gleichermaßen verantwortlich, wie jemand, der genau das gleiche in eigener Verantwortung tut?

5) Wenn es einen Konflikt zwischen dem persönlichen Gewissen eines Einzelnen und den Befehlen einer politischen Autorität kommt, ist der Einzelne dann moralisch dazu verpflichtet, das zu tun, was er für moralisch falsch hält, nur um dem „Gesetz zu folgen“?
Seine Antort waren fadenscheinige Ausreden, bestehend aus emotionalen Angriffen, wie Oliver Janich in seinem letzten Video sagte : „Schaum vorm Mund“.

Es bleibt halt nichts anderes übrig, wenn man weiss, man hat die Logik nicht auf seiner Seite.

Aber natürlich würden wir uns sehr darüber freuen, wenn er sich irgendwann mal doch traut, diese simplen Fragen zu beantworten 😉

 

31 Responses to Peter Boehringer und der Irrtum des (aufgezwungenen) dritten Weges

  1. Libertarian sagt:

    Ich habe den Beitrag von Boehringer auf ef und goldseiten gelesen und war kurz davor ihn im Sinne eines Voluntaristen und Anarchokapitalisten a la Hoppe zu kommentieren. Aber dem oben geschriebenen von Tommy ist nun absolut nichts mehr hinzuzufügen! Fast sämtliche genannten Gedankenänge sind mir ebenfalls durch den Kopf gegangen!

    Vielleicht liest ihn ja Boehringer….:-)

    Wenn ich eines gelernt habe in den Diskussionen mit Minimalstaatlern:

    Einen Minimalstaatler zu überzeugen ist genauso vergeblich wie einen Etatisten 🙁

    • kawaphil sagt:

      Ein Minimalstaatler ist ja auch ein Etatist, in dieser Grundhaltung unterscheidet er sich in keiner Weise vom Maximalstaatler. Die Politik würde sich nicht verändern, Minimal- und Maximalstaatler würden sich allerdings nicht nur, wie in der Politik üblich, über die Verteilung des Etats streiten, sondern auch über dessen Quantität.

  2. unendlichefreiheit sagt:

    Gelungener Artikel! Als Voluntarist lehne ich den Staat ab, aber ich frage mich ob uns diese „Zickereien“ weiterhelfen. Die Libertären sind leider (noch) eine Minderheit in unserer Gesellschaft und wir sollten uns so viele Verbündete suchen wie wir kriegen können. Das heisst nicht, dass wir unsere Ansichten verwässern sollen! Ich bin auch überzeugt, dass der Übergang in eine freie Gesellschaft aus einem Minimalstaat heraus wesentlich einfacher und reibungsloser gelingen würde als mit dem Leviathan der jetzt herrscht.

    • Martin sagt:

      Das sehe ich genau so, wenn über haupt, kann der Minimalstaat nur die Vorstufe des Nullstaates sein, mehr nicht.

    • Tobias Müller sagt:

      @unendlichefreiheit
      dein Kommentar spricht mir aus der Seele.
      Die Sachlichkeit bleibt, offenbar aufgrund emotionaler Erregung, auf der Strecke.

      Auch wenn die Argumente des Textest stichhaltig sind und ich diese im Grundsatz teile, finde ich allerdings die Art, wie dieser Text verfasst wurde nicht zielführend. Statt Leute einzuladen und die Türen zu neuen Ideen zu öffen, werden hier gefühlt mehrere Türen zugemacht und verschlossen.
      Das finde ich sehr schade, denn so ist es sicherlich nicht einfacher neue Leute die Ideen des Voluntarismus näher zu bringen.

      • michael sagt:

        na dann schreib doch mal einen artikel, der deinen ansprüchen entspricht und wenn er gut ist, veröffentlichen wir ihn.
        “ finde ich allerdings“
        hier sagst du es ganz richtig…es ist dein subjektives empfinden, was nicht bedeutet, daß er andere menschen nicht erreicht.

        • Tobias Müller sagt:

          habe ich schon (zu einer anderen Thematik) und ihr hattet ihn auch veröffentlicht.

          Ja richtig und ich hatte das Bedürfnis mein subjektives Empfinden an dieser Stelle kund zu tun.

          Das der Artikel andere Menschen möglicherweise anspricht, habe ich nicht abgestritten, sondern gerade aus diesem Grund in diesem Zusammenhang das Wort „gefühlt“ benutzt, um zu sensibilisieren und zu differenzieren.

          • michael sagt:

            dann schreib doch gern noch einen artikel zu diesem thema 🙂
            je unterschiedlicher inhalte kommuniziert werden, desto mehr menschen werden erreicht.
            man kann über jede schreibweise sagen,daß sie ein gewisses spektrum nicht erreicht…das ziel sollte dann nicht sein
            die vielfalt zu verringern und sich selbst zu beschneiden, sondern eher die vielfalt zu steigern.

            in diesem sinne, steht das angebot weiterhin 🙂

  3. Ben sagt:

    Gedanken zur „Wahl“:
    _____________________

    Die Macht der Verantwortungslosen,

    die andere Menschen zum Kollektivismus zwingen bzw. über den Umweg des Staates zwingen lassen, damit diese dann unter vorgehaltener Waffe für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse aufkommen, sind das gesellschaftliche Problem.

    Die Organisationsform des Zwangskollektivismus heißt Staat, das aktuelle Betriebssystem Demokratie ( Mehrheitsdiktatur).
    Parteien und Politiker dienen den Kollektivisten neben ihrer moralischen Beruhigung (Feigenblatt der freien „Wahl“ und Zustimmung zu ihrem System durch Wahlteilnahme) auch zum schimpfen auf die (strukturell bedingte!) Unfähigkeit Anderer.Am liebsten zerreißen sie sich ihr Maul über die Verantwortungslosigkeit derer, an die sie ihre Verantwortung abgegeben haben.

    Erstaunlicher Weise haben Parteien und Politiker aber selbst für einige Geiseln des zwangskollektivistischen Systems noch eine Bedeutung.
    Auch sie nennen es „Wahl“ und sind böse auf andere Geiseln, die dieses Ritual ablehnen.
    Die Geiseln dürfen sich aussuchen, wer sie peinigt.Sie hoffen, durch die Auswahl der „richtigen“ (freiheitlichen) Parteien und Politiker ihre Haftbedingungen verbessern zu können, ignorieren dabei aber völlig die nach diesen Spielregeln unveränderliche Mehrheitsdiktatur, die Mehrheitsverhältnisse ( ca.95% verantwortungslose Kollektivisten) und die Bedürfnisse dieser Mehrheit nach immer mehr „bedingungslosem“ Wohlfühlen auf Kosten anderer.
    Alleine schon die Ankündigung, bestehende Subventionen nicht weiter zu erhöhen (!), würde bei den Kollektivisten einen Sturm der Entrüstung entfachen, der alles freiheitliche als „unmenschlich“, „unsozial“ usw. abstempeln und medial zerfetzen würde.

    Das Einzige, was die freiwillige Teilnahme an dieser „Wahl“ wirklich bedeutet, ist die Zustimmung zur Organisationsform Staat und zum Betriebssystem Demokratie.
    Diese Zustimmung ist für die Kollektivisten lebenswichtig, um ihr System rechtfertigen zu können.Schließlich handeln sie als oberstes Prinzip für das Wohl der „Gemeinschaft“.
    Gebt Ihr ihnen Eure Stimme, gebt Ihr ihnen Zustimmung.

    Falls Ihr diese Gedanken nachvollziehen könnt:
    Eine Kopie ist die höchste Form des Komplimentes

    • Dreamer sagt:

      Dem kann ich mich nur anschließen.

      Ohne die breite Zustimmung/Legitimation durch Wahlteilnahme ist das jetzige Herrschaftssystem eine offene Tyrannei. Im Verlauf der Geschichte ist bisher noch jede Tyrannei gestürzt worden und das wissen die „da oben“ ganz genau. Es erklärt auch die panische Angst der herrschenden Klasse vor einer steigenden Anzahl an Nichtwählern.

  4. freedomforce sagt:

    Der nächste Punkt ist, dass leider Hans-Hermann Hoppe und seine Anhänger den Fehler machen, die Intoleranz einer freien Gesellschaft zu betonen, während die Toleranz darin untergeht. Ich sage immer, dass Freiheit ohne Toleranz nicht möglich ist, und dass die Eigentumsethik beides in ein vernünftiges Gleichgewicht zu bringen vermag – Toleranz und Intoleranz. In einem ausgewogenem Maß. Aber es sollte niemanden wundern, dass man auch unnötigerweise Angriffsfläche bietet, wenn man ständig davon redet, dass man Menschen von allen Dingen ausgrenzen darf. Das ist Hoppes Interpretation von Freiheit. Meine Interpretation hingegen ist jene, dass ich weiss, dass Menschen dann einander ausgrenzen dürfen, (alle dürfen es) aber gerade dadurch ist auch die Möglichkeit gegeben, dass es Orte geben wird, in denen genau gegenverkehrt, damit experimentiert wird, alles tun zu dürfen (außer jemandem gegen seinen Willen etwas anzutun = Gewalt). Diese Vielfalt wird es in einer Freiheit geben, weil frei sein genau das bedeutet.

    Wenn ich nicht frei bin, ungebetene Gäste, ob Neger, Feministinnen, Muselmannen, ausgrenzen zu dürfen, dann ist die Freiheit in ihrer Substanz bedroht. Die Freiheit der Assoziation auf Grundlage des Eigentums hat keinen Platz für erzwungenen Egalitarismus.

    Deine Peep-Peep-Peep-Wir-haben-uns-alle-lieb Philosophie widerspricht Triple H in keiner Weise. Du müsstest nur Leute finden, die hippiemäßig genug d’rauf wären. 😉

    Triple H will gar nicht die linken Hipster in sein Boot holen, indem er buntes Gruppenkuscheln propagiert. Ihr Homies wisst doch worum es geht, die Freiheit der Verbundenheit/Assoziation. Er hat dabei nur eben einen anderen Geschmack und möchte nicht jeden Streuner in seiner Nachbarschaft haben. 🙂

    • Wolfpack sagt:

      Das ist ja grad das schlimme! Eiskalte, herzlose Libertäre,… mit dem ganzen elitären Hoppe-Gebluuber kommen wir auch nicht weiter,…

      • freedomforce sagt:

        Mit sozial-romantischer Hinterladerei sind die Massen eben bestens penetriert worden. 😉 Die Argumente sind wichtig, nicht, was der Pöbel gerne darunter versteht. 🙂

  5. Zef sagt:

    Peter Boehringer schreibt: „Macht ist Macht. Sie existiert, sie muss in gewissem Maße immer ausgeübt werden“.

    Das Böse sucht man nicht „richtig“ zu reiten, ihm widersagt man.

    „Das Gute, ebenso wie das Böse, ist dadurch, dass ich es will, und sonst ist es gar nicht. Dies ist der Ausdruck der Freiheit… “ (Kierkegaard, Entweder-Oder).

    Es bedarf der persönlichen existentiellen Wahl: Entweder-Oder, Enten-Eller, Aut-Aut. Die Wahl durchdringt alles und verändert es – vor allem den Wähler.

    „Ethik … hat nichts mit Feilschen zu tun …. sie soll sich bloß nicht stören lassen, durch das Geschwätz, es helfe nichts, das Unmögliche zu verlangen; denn auf eine solche Rede zu hören, ist bereits unethisch, ist etwas, wozu die Ehtik weder Zeit noch Gelegenheit hat“ (Kierkegaard, Der Begriff Angst).


    Ich erschaffe mich nicht,
    ich wähle mich – und zwar absolut

    • Zef sagt:

      Jürgen Gerdes schreibt: „Aber offensichtlich fehlt es ihm an Phantasie wie denn die PRG aussehen könnte.“

      Phantasie ist die Möglichkeit aller Reflexion.
      Das Spießbürgerliche hat aber keine Phantasie.
      Es will sie auch nicht haben, denn es verabscheut sie.

  6. […] Peter Boehringer verweise ich hier auf mein Interview mit ihm und auf einen kritischen Artikel innerhalb dieses Kontexts. Es bleibt somit jedem Leser selbst überlassen, wie er den […]

  7. Lieber Tommy Casagrande,

    Jeder, der diesen Artikel unvoreingenommen liest, muss sich doch fragen, ob das „Rumpelstilzchen“ nicht doch „Tommy C“ heißt. Und ob die hier eingeforderte Kunst des überlegenen Philosophierens nicht doch erst einmal selbst erlernt werden sollte von den Schreibern im freiwillig freien Montevideo… Ich hätte übrigens nie gedacht, ausgerechnet von Libertären den durch und durch elitären und meist diskussionsverweigernden Vorwurf „Werde doch erst mal Experte wie wir…“ hören zu müssen…

    Es ist unseriös, hier so zu poltern, ohne wenigstens einen (hot) link auf meinen Originalartikel zu setzen, unter dem volle 2 Tage lang ausführlich und sehr interaktiv und mit offenem, meinerseits nicht-anonymen, Visier eine lange Debatte zum Artikel möglich war. Unter diesem Originallink http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2013/06/24/replik-auf-herrschaftslegitimierung-fuer
    wurden fast alle auch hier wiederholten Vorwürfe und zT Missinterpretationen beantwortet. Einfach hinverlinken, auch mal LESEN und gut ist es; dann beantwortet sich sehr Vieles. Dass die Utopisten der totalen Individualfreiheit (die letztlich unseren Freiheitskampf gefährden – aber das wollt ihr ja nicht einsehen) nicht zu überzeugen sind, ist ja klar. Aber wenigstens würden dort denn auch meine zwei Hauptthemen seriös dsikutiert – die da wären:
    a) Falschgeld als HAUPTursache unserer Unfreiheit – mithin eben NICHT der (Minimal)Staat!
    b) Meine auch oben wieder mal nicht beantwortete Frage nach der konstruktiven und nicht-utopischen Alternative zum Minimalstaat – und nach der Legitimation dieser Alternative.

    Hier absurderweise von „Minimalstaazis“ zu blubbern, Anlässe meines Artikels („die schwachsinnigen Minimalstaatler“) nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, meinen Namen fast durchgängig falsch zu schreiben und mich der PDV zuzuordnen (was faktisch inkorrekt ist) und die PDV noch libertär überholen zu wollen bzw. sie lächerlich zu machen (wieviel Tausendstel Promille hat denn die Tommy-Partei je geholt?); und das Ganze Gebräu dann noch als „hochstehende Philosophie von einem, der es kann“ zu bezeichnen… Nun, DAS verdient denn schon den Preis der „Chuzpe der Woche“…

    Tommy oh Tommy… Da fällt einem nur noch der Text aus Deinem gleichnamigen Musical ein:

    „Tommy, can you hear me?
    Tommy, can you hear me?
    That deaf dumb and blind kid
    How can he be saved “

    Freiheitliche und freiwillige Grüße
    Peter Boehringer

  8. Tommy Casagrande sagt:

    Meine Aussage ist unwiderlegbar, es sei denn, man nimmt einen totalitären Standpunkt ein.

    Meine Aussage ist: Jeder Mensch hat das ethische und moralische Recht, sein eigenes Gesellschaftsmodell zu gründen (impliziert, Mitmachen ist freiwillig und Austreten darf jeder).

    Dieser von mir vertretene Standpunkt ist nicht widerlegbar ohne totalitär zu werden.

    Mein Standpunkt erlaubt Staat und Staatenlosigkeit gleichermaßen. Mein Standpunkt zwingt niemandem etwas auf, dass er nicht will (denn das wäre totalitär/faschistisch).

    Insofern kannst du, Peter, mich nicht widerlegen. Deine Idee von einem bürgerlichen Minimalstaat ist möglich als eine Alternative unter vielen, so lange sie auf Freiwilligkeit gründet. Solltest du das Freiwilligkeitsprinzip bestreiten, solltest du bestreiten, dass ein Mensch das ethische und moralische Recht hat, aus einer Gesellschaft auszutreten oder eine neue zu gründen, dann bist du nicht anders als jene, die du kritisierst.

    Menschen das ethische und moralische Recht abzusprechen, freiwillig mitmachen und gehen zu dürfen, freiwillig etwas neues aufzubauen, das ist totalitär.

    Darum Peter, kannst du mich nicht widerlegen ohne totalitär zu werden. Andernfalls müsstest du dich geistig so verrenken, dass du am Ende zu dem Schluss kommt, dass Freiwilligkeit gleichzusetzen sei mit Faschismus und dass der Zwang, Menschen zum mitmachen zu zwingen, die Freiheit sei. Das aber, sollte jedem einleuchten, ist Blödsinnn. Es wäre eine Umwertung der Werte und Begrifflichkeiten, wie wir sie gegenwärtig in unserer Welt und in unserem Alltag als eine Verzerrung der Tatsachen wahrnehmen, sodass diese Verschwurbelung mit ein Grund ist, warum es so schwer fällt, unsere Mitmenschen davon zu überzeugen, dass eben nicht die Freiheit das Chaos bewirkt, sondern die Zwänge des Staates.

    • Peter Boehringer sagt:

      Es sind diese apodiktischen und keine Diskussion zulassenden Statements, die es den „ACs“ immer so schwer machen – und uns Liberalen damit gleich dazu, denn wir werden mitverhaftet:

      „Meine Aussage ist: Jeder Mensch hat das ethische und moralische Recht, sein eigenes Gesellschaftsmodell zu gründen (impliziert, Mitmachen ist freiwillig und Austreten darf jeder). “

      => Der Engländer sagt zu so was. „Yes, but so what ?“ Niemand spricht gegen dieses schöne Recht an.
      => Aber auch TC sollte doch irgendwann mal drüber nachdenken, warum in der Weltgeschichte eigentlich nur Superreiche ernsthaft dieses Ideal umsetzen konnten. Leute also, die zwar (wie auch JEDER andere !!!) innerhalb eines Kollektivs und eben NICHT nur als Individualist leben. Die aber nun durch viel Geld quasi unabhängig von ihrer einstigen Schicksalsgemeinschaft leben können und sich gar noch die Leistungen anderer praktisch ohne Grenzen einkaufen können (wie heute, heute sind es die Großbanker auf Falschgeldbasis). Angesichts der SUPERTEUREN Sicherheitsdienstleistungen (gerade in einer hier propagierten potenziell anarchistischen Gesellschaft mit Dominanz schwerbewaffneter Privatsicherheitsdienstleister) bleibt die Auslebung dieser Totalfreiheit im eigenen Gesellschaftsmodell etwa 1% der Bevölkerung vorbehalten. Und selbst für die gälte Schillers Weisheit „Es kann der Frömmste [und Wehrhafteste] nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

      => Darum: Man muss Deinem Postulat nicht widersprechen. Meinetwegen geht das theoretisch gar nicht – wie Du schreibst „ohne totalitär zu werden“. WÜNSCHENSWERT ist die 1%-Gesellschaft aber trotzdem nicht – außer natürlich für das 1% – eher gar für 0,01%!

      => Es gibt außer dem Lebensrecht und dem Eigentumsrecht (auf Basis von ARBEIT, nicht durch Gelddrucken erarbeitet!) keine wirklich „absoluten“ Rechte. Das Recht auf eine vom umgebenden Plebs völlig „ungestörte“ Privatrechtsgesellschaft gibt es nicht. Die Relativität von sog. „Grundrechten“ muss man zB auch einigen religiösen Fundamentalisten immer mal wieder erklären: Rechte (auch Grundrechte) stehen in Konkurrenz zueinander. Auch das BVerfG muss immer wieder Abwägungsentscheidungen treffen. Ich persönlich (aber darüber kann man streiten) halte ein Zugeständnis von 10% des Volkseinkommens (= der hier propagierte Minimalstaat) für einen guten Kompromiss zwischen der Reinen AC-Lehre (für die es immer tolle hochtrabende und pathetische Begründungen gibt) und dem ausufernden Staat. Ein Preis, den man auch als Libertärer zahlen kann und angesichts eines Sicherheitsgewinns für 100% statt sonst nur 1% der Menschen bezahlen sollte. In einem anderen Kommentar heute hatte ich hier begründet, dass gerade das Festhalten am 100% Privatindividualrecht zu totalitären Ergebnissen führen kann. Aber ja, ich breche damit die Reine Lehre, die hier so hoch gehalten wird. Nochmals Schiller dazu:

      „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.
      Leicht beieinander wohnen die Gedanken,
      doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“

      • FreiHoch3 sagt:

        Warum sollten sich in einer freien Gesellschaft nur 1% aller Menschen private Sicherheitsdienste leisten können? Warum werden die durch steuerliche /sozial(istisch)e Abgabenlast und Fiat money erzeugten staatlich erzwungenen Verarmungen auf eine freie Gesellschaft übertragen?

        Selbst wenn es ihrem Schreckensszenario gleichkäme und sich nach wie vor nur 1% aller Menschen private Sicherheits dienste leisten könnten …
        (seltsamerweise wäre die private Altersvorsorge, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung von allen zu stämmen!? Irgendweie seltsam, liegt das daran, dass das am besten in ihre MInimalstaatrechnung passt? Unlogisch ist das aber doch schon, oder?)
        … wo läge das Problem, so lange sich diese Menschen mit Gleichgesinnten (also denn sagenumwobenen 99%) in Demokraturen, Monarchien, Diktaturen und wozu sie sonst noch Lust hätten auf kommunaler oder regionaler Basis zusammenschließen würden?
        Sie reden hier so, als würde der AC das Existenzrecht der Minimalgesellschaft versagen. Sie könnten auch weiterhin ihre eigene Polizei und Soldaten haben, nur würden die ausschließlich von ihren Staatswilligen finanziert und nicht von Leuten, die weder 70% noch 10% Sklaven sein wollen.

      • Roberto Solano sagt:

        Sie sprechen immer vom Falschgeldsystem, als die ultimative Ursache der Verwerfungen. Sie sagen : Das liegt am Geldmonopol und der Verhinderung des Währungswettbewerbes. Das Falschgeldsystem ist also ein Ergebnis des Geldmonopols der Zentralbanken und des staatlichen Diktats des gesetzlichen Zahlungsmittels. Hier erzeugt das Geldmonopol ein Falschgeldsystem.
        Folgerichtig wollen sie das Geldmonopol abschaffen und einen Währungswettbewerb zulassen, weil sie wissen, das der Wettbewerb eben kein Falschgeld hervorbringen wird. Und warum ? Die alleinige Tatsache, das ich freiwillig ein entsprechendes angebotenes Zahlungsmittel wählen kann und keinem Annahmezwang unterworfen bin, sichert die Qualität der angebotenen Zahlunsgmittel.
        Ich stimme ihnen hier zu.
        Doch ihre eigene Logik impliziert, dass ein Rechtsmonopol nach den gleichen Prinzipien zu einem Falschrecht führen muss, eben weil kein Wettbewerb des Rechts zugelassen wird und jeder dabei zum Mitmachen gezwungen wird.
        Das ist das Hauptthema von Hans Herrman Hoppe.
        Wir sprechen von einem Gewalt- oder besser Rechtssprechungsmonopol. Nichts anderes ist das Gewaltmonopol das sie hier als Etatist propagieren.
        Tommy Casagrande weist sie nur darauf hin, dass sie bei ihrer Forderung nach einem Gewaltmonopol, sich selbst widersprechen und nicht folgerichtig argumentieren, sondern totalitär sein müssen, um für ein Gewaltmonopols einzutreten. Tommy Casagrande fordert genau das gleiche beim Recht, was sie beim Geld fordern, eben einen Wettbewerb durch die Möglichkeit der freiwilligen Teilnahme und der Schaffung alternativer Systeme. Schlüssel ist einfach die Bannung des Teilnahmezwanges als Bedingung für Freiheit und als Garant für die Qualität des Angebotes.
        Die Hauptkritik, um die es Casagrande geht, ist das sie den Menschen ein Rechtssprechungsmonopol aufzwingen wollen. Es ist erstaunlich, das jemand wie sie, nicht den Widerspruch in seiner eigenen Argumentation sieht. Und ihr Hinweis, das sei utopisch ist Bedeutungslos. Denn utopisch oder nicht, ist nicht die Frage. Wenn etwas unlogisch ist und zu schlechten Ergebnissen führen muss, wie eben die Erzwingung zur Teilnahme durch ein Monopol, dann nennen wir es Entwicklung und Innovation, wenn man neue Wege geht, auch wenn es im Moment utopisch klingt. Ansonsten nennt man es Dogmatismus, wenn man Logik aufgrund von schlechter Gewohnheit ablehnt. Logik, Entwicklung und Innovation sind nicht vereinbar mit schlechter Gewohnheit, Dogmatismus und Totalitarismus.
        Sie sollten sich wirklich versuchen vom Dogmatismus und Totalitarismus in diesen Punkten zu befreien und sich der Innovation und Entwicklung öffnen, die in der Anwendung der Logik und Moral sich entfalten kann, auch wenn es heute für sie eine Utopie ist.
        Es liegt in der Geschichte des Menschen, das eine Utopie zur Wirklichkeit wird.

  9. isomorph sagt:

    Was ist das gute am Staat?
    Dass er überwunden werden kann!
    Nachdem er seine evolutionäre Schuldigkeit getan hat.
    Tommys Ausssage ist unwiederlegbar.
    Viva la Evolution!

    Früher waren wir Leibeigene
    Davor waren wir Sklaven
    Heute sind wir Bürger
    Morgen sind wir frei

    http://globalefreiheit.de/

  10. isomorph sagt:

    Gibt es etwas gutes am Staat?
    Ja, dass man ihn überwinden kann!
    Denn …

    Früher waren wir Leibeigene
    Davor Sklaven
    Heute sind wir Bürger
    Und morgen sind wir frei

    Tommys Aussage ist unwiederlegbar.
    Viva la Evolution!

    globalefreiheit.de

  11. nlen sagt:

    „Auch das BVerfG muss immer wieder Abwägungsentscheidungen treffen.“

    Uff. Keine Ahnung vom privaten Recht.

    • Peter Boehringer sagt:

      … von dem hier auch keiner gesprochen hat. Was soll diese Kritik um der Kritik willen?

      Und wenn (falls) die „Privatrichter“ KEINE Abwägungsentscheidungen treffen müssen, dann haben sie wohl ihren Beruf verfehlt. Sprechen Sie mal mit einem Mediator – da gibt es STÄNDIG Abwägungsentscheidungen. Wenn es das im „Privatrecht“ gemäß nlen Definition nicht gibt, dann läuft da was ganz gründlich falsch. Bzw. „liefe“, denn den Praxistest wird das System bei großen wichtigen Fragen eh nie antreten.

      • nlen sagt:

        „von dem hier auch keiner gesprochen hat.“

        Doch, ich. Ich wollte darauf hinweisen, dass es etwas anderes gibt, als das was Sie vom „Recht“ zu kennen glauben. Sie sind aber leider völlig ahnungslos.

  12. Thomas Stahl sagt:

    Das Böse wird immer siegen, wenn das Gute sich nicht eins ist. Deshalb glaube ich, wie Peter Boehringer, nicht daran, dass eine PRG funktionieren kann, trotz der unwiderlegbaren theoretischen Hintergründe.

    In einer PRG können sich machthungrige Individuen unbemerkt von der Masse organisieren. Die Masse lebt selbst unorganisiert (bzw in einer lockeren, natürlich entstehenden Organisationsstruktur). Eine straffe Organisation der „Machthungrigen“ ist, besonders wenn sie unbemerkt etabliert wird und damit einen zeitlichen Vorsprung hat, effizienter als die anderen Strukturen und Organisationseinheiten von Individuen.
    Hinzu kommt, dass die frei lebenden Individuen im drohenden Fall der Machtübernahme von Seiten der „bösen Machtstrukturen“ dies individuell und schnell erkennen und eventuelle Konflikte mit anderen Individuen beiseite legen müssen, um sich schnell und effizient gegen eine Machübernahme zu wehren. Es muss in einer solchen Situation bei den freien Individuen eine Art altruistisches Denken einsetzen, damit eine von intern kommende und schleichend aufgebaute Bedrohung schnell abgewendet werden kann.
    Ich maße mir hier jetzt etwas allgemeine Menschenkenntnis an und sage: Das wird niemals funktionieren. Denn Menschen sind im allgemeinen emotionsgetrieben, irrational und träge. Und zwar so lange, bis es zu spät ist. (Nicht umsonst wandelt sich unsere Welt hin zu einer Diktatur.)
    Eine PRG setzt Menschen voraus, die (freiheitlich) gebildet und in ihren Ansichten dazu extrem gefestigt sind. Die ständig wachsam sind und sich auch in Vorgänge aktiv einmischen, die sie augenscheinlich nichts angehen, welche aber ein zukünftiges Bedrohungspotential gegenüber ihrer Lebensweise darstellen. Und da scheiden sich schon wieder die Geister des Volutarismus: Denn wieso soll ich einem anderen etwas untersagen dürfen, von dem (aktuell noch) keine Bedrohung für mich ausgeht?

    (Und nein, ich glaube nicht daran, dass dies große Dienstleister in einer PRG übernehmen könnten. Dazu fehlt auch ihnen die Legitimation, in die Rechte anderer, noch unbescholtener Bürger einzugreifen.)

    Es braucht also für eine PRG nicht nur gebildete und gefestigte Menschen, sondern auch Menschen, die in die Rechte anderer Menschen eingreifen, noch bevor diese Menschen etwas ausführen, was den eigenen Rechten zuwider läuft.
    Hierin sehe ich den besonderen Knackpunkt im Gedankenkonstrukt einer PRG: Sie wird faktisch schutzlos den bösen Mächten (von intern) ausgeliefert sein und sich erst dann zur Wehr setzen, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Und es gibt nur eine Möglichkeit, dies zu verhindern, nämlich den „besseren Menschen“, wie ihn auch der Kommunismus brächte, um zu funktionieren.

    Deshalb wird aus meiner Sicht die PRG im größeren Maßstab (Städte und Dörfer) immer eine Utopie bleiben und selbst im kleinen Maßstab (Familien und evtl. Clans) nur eine Zeitlang stabil bleiben können. Was aber nicht heißen soll, dass es kein lohnendes Ziel ist, für sich seine gewünschte, maximale Freiheit anzustreben.

    Eine PRG kann also nur dann funktionieren, wenn sich alle auf ein gewisses Regelwerk einigen, das es erlaubt, in die Rechte des Einzelnen auch dann einzugreifen, wenn es nach dem voluntaristischen Ansatz eigentlich noch nicht erlaubt ist und auch dann, wenn ein Individuum dem nicht zustimmt, jedoch innerhalb des Gebiets lebt, dessen Individuen sich auf diese Regeln geeinigt haben. Nur so kann man aufkommende, innere Bedrohungen effektiv abwenden. Damit wird jedoch zwangsläufig der Grundgedanke der PRG ad absurdum geführt.

    • Stefan sagt:

      In einer freien Gesellschaft ist jeder Einzelne auch selbst wehrhaft. Jegliche kriminelle Organisation ist immer weit unterlegen. Eine bereits etablierte freie Gesellschaft funktioniert sehr stabil (siehe Irland bis 1640). Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie, dass das einfach so für immer bleibt.
      Das schwierige ist aber nicht so eine Gesellschaft stabil zu halten (so eine Gesellschaft ist aus sich heraus stabil), sondern den Übergang von heute hin zur Freiheit hin zu bekommen.

      Wenn irgendjemand in der freien Gesellschaft anfängt Machtstrukturen aufzubauen, dann kann man den natürlich nicht mit Gewalt bekämpfen, wenn dieser selbst noch keine Gewalt ausgeübt hat. Aber man kann den z.B. boykottieren, meiden und seine Mitmenschen informieren und sich auf evtl. Aggressionen vorbereiten und man kann sich auch organisieren.
      Es braucht also keine Menschen die in die Rechte anderer eingreifen.

      Wo Sie recht haben ist, dass die Menschen aufgeklärt sein müssen, damit so eine freie Gesellschaft funktioniert oder besser gesagt damit sie überhaupt entsteht. D.h. am besten sämtliche Gehirnwäsche welche irgendeine Art von Herrschaft „legitimiert“ sollte der Vergangenheit angehören. Und das ist die Aufgabe auf dem Weg hin zur Freiheit, diese ganzen Ideologien aus den Köpfen der Menschen zu bekommen.

      Die Gefahr aus dem Inneren einer freien Gesellschaft ist denke ich sehr gering. Die größere Gefahr kommt wohl eher von außerhalb, so lange es noch Herrschaftssystem auf der Welt gibt. Die irischen Anarchisten haben diverse Invasionen erfolgreich bekämpft. Letzten Endes sind sie dann doch am britischen Imperium gescheitert. Aber da kann man auch aus der Geschichte lernen und sich bessere Strategien überlegen. Man könnte z.B. die Invasoren auch einladen selbst frei zu werden. Das sind ja auch immer alles geknechtete Soldaten. Wenn sie dabei nicht mitmachen, kann man sie in einen Partisanenkonflikt verwickeln. Also hoffnungslos ist die Lage auch dann nicht 🙂

      • Thomas Stahl sagt:

        „In einer freien Gesellschaft ist jeder Einzelne auch selbst wehrhaft. Jegliche kriminelle Organisation ist immer weit unterlegen.“
        Genau da sehe ich das ganz anders. Eine freie Gesellschaft ist nur dann wehrhaft, wenn die Menschen 1. sich grundsätzlich bewaffnen und 2. sich organisieren um schwere Waffen kaufen und bedienen zu können. Dazu muss 3. der Wille vorhanden sein, sicherheitspolitisch so weit in die Zukunft zu denken, dass diese Form von Militär/Miliz auch in komfortablen Friedenszeiten organisiert, beschafft und trainiert wird.
        Die Leute heute bekommen ihren Hintern doch nicht mal in einen Schützenverein. Ich gebe zu, das Argument zählt nicht wirklich, bei dieser momentanen Gesellschaft… aber warum sollte es in einer PRG anders sein? Die Bequemlichkeit siegt nunmal… und warum sollte jemand, der im Wohlstand zufrieden und vermeintlich sicher lebt, Geld ausgeben dafür, dass andere Panzer kaufen und damit „rumbolzen“ können?
        Entsteht dann plötzlich eine reale Bedrohung von Extern oder Intern, steht eine PRG-Miliz mit leichtem oder wenigem schweren Gerät vielleicht einer gut ausgestatteten Armee gegenüber und kann diesen Nachteil nicht mehr auf die Schnelle kompensieren.
        Wie gesagt, ich sehe hier den Menschen mit seiner Bequemlichkeit und Unachtsamkeit in einer Wohlstandsgesellschaft als ernste Gefahr. Und da schließe ich mich selbst noch nicht mal vollständig aus. So tickt der Mensch nun mal.
        Das Beispiel mit Irland bis zum 17. Jahrhundert lasse ich in dem Zusammenhang nicht gelten, denn die (Kriegs-)Technologie unterscheidet sich im Vergleich zu damals eklatant. Wer nicht auf der Höhe der Zeit ist, wird heutzutage mit recht hoher Wahrscheinlichkeit in einem Konflikt verlieren.

        Zum Thema mit dem Meiden und Boykottieren der „falschen Fuffziger“ in der PRG kann ich auch nur einwenden, dass nicht jeder einen Boykott mitmachen wird, manchen wird es schlichtweg egal sein, andere haben die entsprechenden Informationen nicht, weil sie nur „ihr“ Leben leben oder den Fokus ganz woanders haben. Ein Boykott wird daher vermutlich nicht funktionieren.

        • Stefan sagt:

          Ich gehe davon aus, dass eine freie Gesellschaft bewaffnet ist. Das ist ziemlich normal. Trainieren muss man dazu auch nicht viel. Den Umgang mit einem Gewehr lernt man in 1 Minute, eine Panzerfaust kann man nach 10 Minuten bedienen. Diese Geräte sind ja dafür konzipiert, dass sie auch von Trotteln bedient werden können.
          Für komplexere Systeme müssten sich die Menschen in Freiheit organisieren, das ist klar. Ich denke das werden sie genau in dem Maße tun, wie sie es für richtig halten. Eine Verteidigung aufzubauen kostet auch nur einen Bruchteil von Panzern, Flugzeugen und Schiffen die im Grunde eher dafür gedacht sind anzugreifen.
          Bezüglich des technischen Fortschritts mach ich mir gar keine sorgen. Der größte technische Fortschritt ist immer in den Gesellschaften passiert die mehr Freiheiten hatten. Freie Menschen sind einfach viel kreativer. Man braucht sich nur anschauen was aus China an Innovationen kommt, nämlich keine. Und die haben mehr Ingenieure als Deutschland Einwohner, aber deren Kinder werden geradezu militärisch in den Naturwissenschaften gedrillt. Die sind dann Spitze darin auswendig gelerntes aufzusagen und damit gewinnen sie die PISA-Studie. Die haben aber so gut wie keine eigenen Ideen.

          Zitat: „Die Leute heute bekommen ihren Hintern doch nicht mal in einen Schützenverein. Ich gebe zu, das Argument zählt nicht wirklich, bei dieser momentanen Gesellschaft… aber warum sollte es in einer PRG anders sein?“
          Menschen die in Freiheit aufwachsen und leben sind keine untertänigen Schäfchen wie heute. Man kann das bei kleinen Jungs beobachten, welche die ganze Gehirnwäsche erst noch vor sich haben. Die interessieren sich instinktiv dafür wehrhaft zu sein, sprich für Pistolen und Gewehre und sonstigem. Das musste den Menschen in einer Dauerpropaganda erst ausgetrieben werden. Denken Sie sich die ganze Propaganda weg und Sie haben die Antwort auf Ihre Frage.

          Michael hat unten das Video von Larken Rose verlinkt (unbedingt ansehen). Selbst die größte Armee der Welt, die chinesische mit 3 Millionen Soldaten, würde im Falle Deutschlands ca. 60 Millionen wehrhaften Erwachsenen gegenüber stehen. Die wären vollkommen chancenlos.
          Das Herrschaftssystem hat nur dann eine Chance, wenn dessen Armee annähernd so groß ist wie die freie Gesellschaft. Aber das gleiche würde auch auf ein kleines Land zutreffen welches nicht frei ist. Sprich, der Staat bietet hier keinen Vorteil, sondern er ist ein Nachteil, weil die Bevölkerung in einem Herrschaftssystem selbst nicht wehrhaft ist.

          Zu dem falschen Fuffziger in der PRG: Das habe ich mal schnell als Idee hingeschrieben. In Wirklichkeit glaube ich das nicht mal boykottieren nötig ist. Die irische Gesellschaft hat 1000 Jahre ohne Polizei, Justiz, Gerichtsvollzieher und dergleichen stabil funktioniert. Was soll da schon passieren?

    • michael sagt:

      Warum geben Menschen ihre Freiheit auf und lassen sich beherrschen? Es liegt an der ausgezeichneten Fähigkeit von Tyrannen, Menschen in den Glauben zu versetzen, dass das zu ihrem eigenen Wohl sei. Es ist traurig zu sehen, dass das immer wieder funktioniert. Es ist wie bei einem Sklaventreiber, der seine Sklaven davon überzeugt, dass der Sinn der Versklavung darin besteht, den Sklaven zu dienen. Wie gelingt es diesen Größenwahnsinnigen eigentlich, ihre Opfer dazu zu bringen, auf diese ganz offensichtliche Lüge hereinzufallen?

      Die unvorstellbar große Lüge – Larken Rose

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