Der Standpunkt eines Nichtwählers

On 17. Juni 2013, in Gesellschaft und Politik, Wählen, by FreiwilligFrei

von Hermann Messmer

Ich will mein Leben selbstbestimmt leben. Ich werde mich daher gegen Handlungen, die in mein Eigentum gegen meinen Willen eingreifen, gemäß einer selbstbestimmten Entscheidung verteidigen.

Ich löse keine selbstbestimmten Handlungen in anderen Personen aus, wenn ich es vermeide, in deren Eigentum einzugreifen. Wenn ich es vermeide, in das Leben anderer Menschen einzugreifen, kann ich dieses Prinzip auch für mich als gerechtfertigt in Anspruch nehmen und erwarten, dass andere Menschen keine Handlungen unternehmen, die gegen meinen Willen in mein Eigentum eingreifen.

Ich greife durch die Teilnahme an einer Wahl innerhalb des politischen Systems und deren Umsetzung in Handlungen, also Verordnungen, Gesetze, usw. in das Leben anderer Menschen und der Nichtwähler ein.

Die Formulierung „in mein Eigentum eingreifen“ gilt dabei generell. Es darf keine Wertung geben für „in mein Eigentum eingreifen“. Beispiel: Du darfst mir gegen meinen Willen keinen Goldbarren mit Kaufquittung in meine Wohnung legen. Auch dann nicht, wenn ich keine Logische Begründung liefern kann, weshalb das schlecht für mich sein könnte.

Andererseits: Wenn ich an einer Abstimmung teilnehme, ohne dass daraus eine Handlung gegen oder für andere Menschen begründet wird, greife ich nicht in deren Eigentum ein. Beispiel: Ich wähle mit einem Stimmzettel, wer die schönste Nase hat. Ich wähle dadurch keine Handlung aus, die sich für oder gegen einen anderen Menschen richtet. Ich tue in diesem Fall nur meine Meinung kund.

Wenn ich durch die Teilnahme an der politischen Wahl fordere, dass meine Meinung akzeptiert wird und bei entsprechendem Stimmengewicht ausgeführt wird, gilt das auch für die Meinung und das Stimmengewicht des anderen. Ich akzeptiere damit, dass eine gegenteilige Meinung und Handlung gerechtfertigt ist. Tue ich das nicht, stelle ich meine Meinung, meine Logik über die des anderen.

Da ich aber nicht möchte, dass ein Anderer gerechtfertigt in mein Leben eingreift, beteilige ich mich nicht an politischen Wahlen.

Wer sich eine Argumentation mit Notwehr zu dem Thema „politische Wahl“ liefert, stellt damit das politische System als ein System der Notwehr jeder gegen jeden dar. Ich halte das nicht für zielführend, da ich Notwehr für mich als eine allerletzte Möglichkeit meines Handelns begreife, für die ich auch alle Konsequenzen tragen muss.

Wenn durch eine politische Wahl, die ich aus Notwehr heraus durchführen würde, jemand anders geschädigt würde, trage ich die volle Verantwortung dafür. Wenn derjenige z.B. 5 Prozent Steuern zahlen muss, aber nur 1 Prozent aus dem politischen System Nutzen hat, bin ich für seinen Schaden an seinem Eigentum (mit-)verantwortlich.

Mein freiheitlicher Anspruch, andere nicht zu schädigen, lässt es nur mit viel Vorsicht zu, mich zu wehren. Dann bin ich aber auch bereit, für alle „Kollateralschäden“ meiner Handlung die persönliche Verantwortung zu tragen. Solange diese Notwehr nicht gegeben ist, werde ich deshalb politisch nicht aktiv. Wer sich bereits in dieser Notsituation fühlt, soll aber auch für die Kollateralschäden Verantwortung übernehmen.

Jeder Wahlzettel, der abgegeben wird, unabhängig von der Absicht, erhöht die Steuerlast für die Mitmenschen. Er hält die Idee des politischen Weges für gerechtfertigt, diese Idee mit einem Stimmzettel auf andere Menschen Einfluss nehmen zu dürfen.

Ich persönlich sehe eine Gefahr, die von moralisch „gut“ handelnden Menschen ausgeht, die aktiv die Welt mit Politik verändern wollen. Die Geschichtsbücher sind voll von diesen gut gemeinten Ideen. Aber auch von den Schäden. Der Glaube an die gute Politik, welche als Mittel für einen angeblich guten Zweck eingesetzt werden soll, dieser Glaube, mit dem Willen etwas Gutes erreichen zu wollen, hat regelmäßig zu einer Dynamik geführt, in der Unbeteiligte ungefragt geschädigt wurden.

Ich sehe gerade deshalb in der politischen Passivität einen ganz wesentlichen Schlüssel zum friedvollen, voluntaristischen Zusammenleben. Und seit ich das verstanden habe, schützt mich die Passivität davor, unbeabsichtigt anderen Menschen zu schaden.

Für Menschen bin ich sehr gerne hilfsbereit und bemüht, deren privates Leben oder auch deren Hilfsbereitschaft anderen Menschen gegenüber, mit zu verbessern. Mich an einer politischen Wahl zu beteiligen, hilft diesen Menschen aber wirklich nicht. Nur Politikern möchte ich nicht helfen. Diesen abstrakten Glauben, das Leben anderer Menschen oder auch nur mein eigenes Leben durch Politik zu verbessern, habe ich nicht mehr.

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50 Responses to Der Standpunkt eines Nichtwählers

  1. Zef sagt:

    Wenn die Herrschsucht einen Menschen beherrscht, dann ist seine vernünftige Seele erstickt und er ist in ein Raubtier verwandelt, das keine Mittel scheuen wird, da ihm alles(!) Notwehr ist.

    Demokratie bedeutet: alle Beteiligten wollen herrschen, was bedeutet: niemand will persönlich Verantwortung übernehmen. Und man will obendrein jedermann verpflichten, ebenfalls an der Regierung/Herrschaft teilzunehmen, sogar den, der es sich auf das Inständigste verbittet, mit in der Regierung/Herrschaft zu sein. Tyrannischer geht’s wohl kaum noch.

    >Ich tue in diesem Fall nur meine Meinung kund.

    Selbst die krasseste Meinungsäußerung greift nicht verpflichtend in das Leben anderer ein.

    > Der Glaube an die gute Politik, welche als Mittel für einen angeblich guten Zweck …

    Das Gute ist ein persönliches Projekt, keine System-Routine.

    „Ohne Zweifel, die Brüderlichkeit ist die göttliche Kette, die auf die Dauer Individuen, Familien, Nationen und Rassen zur Einigkeit führen wird – aber nur wenn sie bleibt, was sie ist, nämlich das freieste, spontanste, freiwilligste, verdienstvollste, religiöseste der Gefühle.

    Nicht ihre Maske wird das Wunder vollbringen, und der gesetzmäßige Raub mag den Namen Brüderlichkeit annehmen, ihre Form, ihre Ausdrucksweisen, ihre Wahrzeichen. Er wird immer nur ein Prinzip: der Zwietracht, der Unordnung, ungerechter Ansprüche, des Schreckens, des Elends, der Faulheit und des Hasses sein“ (Frederic Bastiat, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit).

    http://bastiat.de/bastiat/bruederlichkeit.html

    • Zef sagt:

      Das Ethische ist auf Individualität berechnet.
      Das Demokratische ist auf Menge berechnet.

      „Die Menge ist eine zweideutige Empfehlung für eine Sache; je größer die Menge ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass das, was sie lobt, töricht ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es Wahrheit ist“
      (Kierkegaard).

  2. Dreamer sagt:

    http://www.n-tv.de/politik/Nichtwaehler-gefaehrden-die-Demokratie-article10838326.html

    Forsa Studie: „Nichtwähler stammen meist aus den unteren Schichten, sehen sich selbst als „Wähler im Wartestand“, sind durchaus politisch interessiert, wünschen sich eine „kümmernde Politik“ und gelten nicht als verloren.“

    Ich lehne einfach nur jede Form von Regierung/Gewaltherrschaft ab und will auch nicht, daß sich irgendwelche Politheinis um mich „kümmern“. Erst recht legitimier ich diese Leute nicht dazu, über mich oder andere gewaltsam zu herrschen.

    Die Politkasper wollen sich wieder mal profilieren und Wählerstimmen kaufen. Sie versprechen die tollsten „sozialen Wohltaten“, um die Leute zu bestechen. Es wird auch diesmal klappen: Michel rennt erneut zur Wahl und legitimiert diese Tyrannen.

  3. pantimau sagt:

    Nein „Michel“ , renn nicht zur Wahl und sei einer der grauen Schäfchen, die zu allem eine pseudointellektuelle Meinung haben! Sei jemand, der hitzig über „Politheinis“ schwafelt und gegen das Demokratiekonzept ist in dem Wissen, dass diese Demokratie überhaupt der Grund dafür ist, das pseudointellektuelle Geschwafel offen kund zu tun! Man steckt also in einer Dilemmasituation indem man gegen etwas ist, was einem erlaubt zu sein. Das ist dieses typische Mama/Kind Theorem, was das Kind freilich in einer niedlichen und aussichtslosen Szene dastehen lässt. Tja, was tun?? Die einzige Chance des Kindes besteht darin, sich von der Mama zu lösen um sich eine neue Mama zu suchen. Das Kind kann auch völlig selbstbestimmt abhauen, um sein kindliches Gemüt auszuleben. Das wird das Kind freilich nicht machen, weiß es doch um die komfortable Beziehung zur Mama.

    Man kann also nur raten, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen für die eigene Wahl des Weges, auch wenn niemand vor der Tür steht und Verantwortung verlangt.

    Für mich persönlich ist auch interessant zu wissen, was der Sinn beim „Nichtwählen“ ist? Denn die Verantwortung trägt der Nichtwähler ebenso wie der Wähler einer Gewaltherrschaft. Das „Nichtwählen“ in einer Demokratie ist eine normale Form des Wählens, eben nur keine persönlich zielgerichtete. Somit kann der Nichtwähler nur hoffen … und Hand aufs Herz: vom passiven rumhocken, hoffen und schwadronieren sind bisher noch keine Veränderungen entstanden, außer dass das Bier schal wird 😉

    • michael sagt:

      hi pantimau

      wie wäre es mit argumenten? vor allem mit konsistenten? 🙂
      und schön wäre es doch, mal konkret auf die aussagen in dem artikel einzugehen, dazu ist der platz hier nämlich gedacht, danke.

    • Dreamer sagt:

      Hallo pantimau.

      Ich bin ein Freund klarer Worte. Mangels besserer Argumente bezeichnen Sie meine Aussagen als hitzig und pseudointellektuell.

      „“diese Demokratie überhaupt der Grund dafür ist, das pseudointellektuelle Geschwafel offen kund zu tun!““

      Abgesehen von Ihrem kindischen Versuch, meine Aussagen ins Lächerliche zu ziehen („pseudointellektuelles Geschwafel“), ist Ihre Aussage schlichtweg falsch. Jeder kann jederzeit seine Meinung offen und laut kundtun, ganz unabhängig von der Existenz einer Regierung. Wenn die Herrscher bestimmte Aussagen verbieten, können die Folgen jedoch fatal sein. Demokratie ist eine Herrschaftsform.

      „“Die einzige Chance des Kindes besteht darin, sich von der Mama zu lösen um sich eine neue Mama zu suchen. Das Kind kann auch völlig selbstbestimmt abhauen, um sein kindliches Gemüt auszuleben. Das wird das Kind freilich nicht machen, weiß es doch um die komfortable Beziehung zur Mama.““

      Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich bin ein selbständiger, mündiger Mensch und brauche keine Herrscher, die mir vorschreiben, was ich gefälligst zu tun und zu lassen habe und mir (unter Androhung von Gewalt) mein Eigentum rauben. Mit einem Teil des Raubgutes kaufen sie sich Wählerstimmen. Den Wechsel von einer Steuerfarm zur nächsten als „Chance“ zu bezeichnen, verstehe ich als puren Zynismus.

      „“erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen für die eigene Wahl des Weges, auch wenn niemand vor der Tür steht und Verantwortung verlangt.““

      Herrscher wollen keine Selbstverantwortung, sondern Gehorsam und Unterwerfung (-> Sklavenmentalität). Auch demokratische Herrscher.

      „“Denn die Verantwortung trägt der Nichtwähler ebenso wie der Wähler einer Gewaltherrschaft.““

      Nur der Wähler legitimiert durch Abgabe seiner Stimme das Herrschaftssystem bzw. die Regierung (einschließlich all ihrer Untaten und Verbrechen). Im Gegensatz zum Nichtwähler hat der Wähler also keinen Grund sich zu beschweren.

      • pantimau sagt:

        hallo dreamer,

        welche aussage ist falsch? bitte konkretisieren sie.

        also wenn ich sie recht verstehe, habe sie etwas dagegen, dass jemand anderes außer sie selbst regeln macht, da sie selbständig und mündig sind?! kann ich verstehen 🙂 .. erwähnte ich schon das mama/kind theorem?

        frage an sie: wie sollte eine gemeinschaft von 80 millionen menschen, die in einer gemeinschaft leben organisiert werden? jetzt haben sie die möglichkeit, ein seriöses und fundiertes konzept vorzulegen.

        • Dreamer sagt:

          Demokratie ist NICHT der Grund für die Möglichkeit seine Ansichten laut und offen kundzutun. Das geht in allen Herrschaftssystemen. Ob und wie hart es bestraft wird, hängt von den Verboten der Herrscher ab.

          „“also wenn ich sie recht verstehe, habe sie etwas dagegen, dass jemand anderes außer sie selbst regeln macht, da sie selbständig und mündig sind?!““

          Ich habe keinerlei Ambitionen über andere zu herrschen und will auch nicht, daß andere über mich herrschen.

          „“wie sollte eine gemeinschaft von 80 millionen menschen, die in einer gemeinschaft leben organisiert werden?““

          Die 80 Millionen organisieren sich selbst. Ein freier Wettbewerb der Ideen ermöglicht es, daß sich die besten und geeignetsten Lösungen durchsetzen. Das geht nur in Freiheit, also ohne Regierung. Kein Mensch braucht eine Regierung, wie zahlreiche Beispiele von Ländern zeigen, die über längere Zeit keine Regierung hatten oder haben.

          • pantimau sagt:

            da haben sie recht dreamer! natürlich kann man, unabhängig vom herrschaftssystem offen seine meinung sagen, und sei es auch nur zu sich selbst unter der bettdecke. echte demokratie ist jedoch zumindest ein garant dafür, ohne strafen davonzukommen.

            „Ich habe keinerlei Ambitionen über andere zu herrschen und will auch nicht, daß andere über mich herrschen.“

            das ist eine ritterliche einstellung von ihnen! auch wenn ihnen scheinbar die weitsicht sowie die menschenkenntnis fehlt. eine gruppe von menschen ist vielschichtig, eben individuell wie sie es sagen. sämtliche charakterlichen eigenschaften sind vertreten: habgier, neid, liebe, zuneigung, minderwertigkeitskomplexe, profilierungssucht, etc…

            „Die 80 Millionen organisieren sich selbst. Ein freier Wettbewerb der Ideen ermöglicht es, daß sich die besten und geeignetsten Lösungen durchsetzen. Das geht nur in Freiheit, also ohne Regierung. Kein Mensch braucht eine Regierung, wie zahlreiche Beispiele von Ländern zeigen, die über längere Zeit keine Regierung hatten oder haben.“

            … was auch für die von ihnen vorgeschlagen organisation der massen zutrifft. wer entscheidet denn, was die besten und geeignetsten lösungen sind? sie? ihr nachbar? oder ihr bester freund? was ist mit denen, deren lösungen nicht zu tragen kommen, sollen die auf ihre freiheit verzichten und sich von anderen freien bevormunden lassen?

            nein, in solchen belangen nur von sich auszugehen kann keine gemeinschaftsbildung sein, oder?

          • luzica sagt:

            Ich habe den Eindruck sie wollen einfach nur eine Diskussion am Laufen halten. Was soll das Geschwafel von „echter Demokratie“? Wo bitte haben sie diese denn bisher erlebt ? Und wer sagt übrigens das 80 Millionen von irgendwem oder was organisiert werden müssen? Das wird nur in viel kleineren Strukturen funktionieren und diese werden sich natürlich selbst organisieren. Übrigens kann auch ich sehr wohl meine Meinung überall frei äußern, natürlich auf die Gefahr hin, mir das Maul zu verbrennen. Aber ich werde wahrgenommen und bewirke eventuell etwas. In dem jetzt herrschenden System, welches sie Demokratie nennen, können sie auch mit einer Wand reden. So nun werde ich mich wichtigeren Dingen zuwenden und mein Leben mit einem gesunden Schuss Anarchie organisieren.

          • Tim sagt:

            „echte demokratie ist jedoch zumindest ein garant dafür, ohne strafen davonzukommen.“

            So ineffizient ist die Strafverfolgung in einer Demokratie nun auch wieder nicht, dass man garantiert ohne Strafe davonkommt ;-).
            Wenn die Mehrheit oder eine starke Minderheit fordert bestimmte Meinungsäußerungen zu bestrafen, dann werden diese bestraft.

            „eine gruppe von menschen ist vielschichtig, eben individuell wie sie es sagen. sämtliche charakterlichen eigenschaften sind vertreten: habgier, neid, liebe, zuneigung, minderwertigkeitskomplexe, profilierungssucht, etc…“

            Genau. Daher macht es auch wenig Sinn eine Lösung, die für all diese verschiedenen Menschen zufriedenstellend sein soll, zu suchen und ihnen dann notfalls mit Gewalt überzustülpen.

            „wer entscheidet denn, was die besten und geeignetsten lösungen sind?“

            Jeder für sich selbst. Wer soll sonst entscheiden welche Lösung für mich die geignetste ist? Die Mehrheit oder ein von der Mehrheit gewählter Repräsentant kann nicht wissen welche Lösung für mich die beste ist – und schon gar nicht für 80 Millionen Menschen.
            Ein Anbieter von Lösungen auf einem freien Markt merkt es daran, dass seine Lösungen nachgefragt werden und er niemanden mit Gewalt dazu zwingen muss seine Lösung anzunehmen.

          • Dreamer sagt:

            „“Ein Anbieter von Lösungen auf einem freien Markt merkt es daran, dass seine Lösungen nachgefragt werden und er niemanden mit Gewalt dazu zwingen muss seine Lösung anzunehmen.““

            Jemand könnte sogar das jetzige System „Demokratie“ als Lösung anbieten, jedoch ohne den Teilnahmezwang und in seinen Vorschriften begrenzt auf seine Anhänger. Wenn niemand zu etwas gezwungen wird, könnten die verschiedensten Systeme parallel nebeneinander existieren (z.B. Feudalismus neben Kommunismus).

            Derzeit ist es jedoch so, daß die Menschen einfach nicht wissen, was Freiheit überhaupt ist. Die Leute haben ihre Sklavenmentalität schon als Kleinkind unbewußt von ihren Eltern übernommen (und die wiederum von deren Eltern). In staatlichen „Erziehungs“stätten (Kindergarten und Schule) sowie über die Massenmedien (TV, Radio, Zeitungen) wird diese Mentalität in einem Trommelfeuer an Propaganda selbst in fortgeschrittenem Alter noch zusätzlich gefestigt.

    • Zef sagt:

      > Das “Nichtwählen” in einer Demokratie ist eine normale Form des Wählens …

      Na dann doch alles in bester (hegelscher) Ordnung:

      „Es gibt keine Unterscheidungen mehr,
      das ‚System‘ hat sie überwunden“ (Kierkegaard)

      Der fatale Irrtum dieser phantastischen „Matrix“-Denke:
      Existentielle Gegensätze lassen sich dialektisch nicht aufheben.

      Und genau dieses Existentielle! wird die Wirklichkeit wirklich (d.h. durch Freiheit) verändern – und zwar nicht erst, wenn die Nichtwählerquote bei 100% liegt 😉


      Zur Matrix:
      http://www.freiwilligfrei.info/archives/953

      • pantimau sagt:

        unbedingt alles in bester (schopenhauer) ordnung:

        Der freie Wille ist eine Illusion, in Wahrheit ist der Wille durch chaotische (also äußerst komplexe) Einflüsse außerhalb des Subjekts gesteuert.

        überdies ist die thematik des freien willen, kurz freiheit, nicht nur in der philosophie sondern unter anderem auch in den neurowissenschaften nicht eindeutig geklärt. quasi fehlt ein stabiles fundament für das schloss freiheit&selbstbestimmung 😉 .. quasi unterhalten wir uns über etwas, von dem nicht eindeutig bewiesen ist, das es existent ist!

        aber diese tatsache hat freilich nichts mit dem „nichtwählen“ zu tun, dennoch relativiert es den anspruch auf die absolute wahrheit der „ich bin extremst individuell und deshalb frei“ bewegung. 😉

        • Zef sagt:

          > in Wahrheit …

          ist nicht die Wahrheit ist die Wahrheit, sondern der Weg (das Wie) ist die Wahrheit: die höchste Wahrheit, die es für einen Existierenden gibt, der nicht über die Sicht „sub specie aeterni“ verfügt.

          Ich weiss, für die seligen Götter, jene großen Vorbilder der Spekulanten, ist das anders.

          >… ist der Wille durch chaotische (also äußerst komplexe) Einflüsse außerhalb des Subjekts gesteuert.

          Jau, auf jeden Fall für den, der sein Zentrum in der Peripherie hat, oder der nach einem glänzenden Etwas greift und zu gar nichts wird, außer vielleicht zum „Wähler“.

          Ich wähle mich selbst – und zwar absolut.

          Nur mich selbst kann ich absolut wählen, und genau diese absolute Wahl meiner Selbst ist meine Freiheit.

          Viel Spass beim „Relativieren“ 😉


          Ich erschaffe mich nicht,
          ich wähle mich

  4. Nullte_Instanz sagt:

    Hallo Hermann,

    mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen. Sehr gut gefallen hat mir die Wiederlegung des „Selbstverteidigungs- oder Notwehrstandpunktes“, welcher ja auch immer wieder gerne von Libertärer Seite aus genutzt wird.

    Eine Schlussfolgerung die man daraus ziehen könnte ist, das diese „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Mentalität zuerst abgelegt werden müsste. Die Rechtfertigung darin zu suchen, „weil der Staat Gewalt anwendet, bleibt mir ja keine andere Wahl…“, muss unbedingt überwunden werden!
    Auch zählt das Argument, -„nichts und niemand auf dieser Welt ins wirklich Moralisch… deshalb muss ich mich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln WEHREN“-, nicht! Denn aus Gewalt kann NIEMALS etwas gutes entstehen, schon gar nicht eine friedliche und freie Gesellschaft!!

    Der (Wunsch)Gedanke, „die andere“ werden für mich schon das bestmöglich rausholen, ist sehr stark in den Köpfen der meisten Manifestiert (in dem Zusammenhang kann ich jedem empfehlen sich mal ein wenig mit Kognitiver Dissonanz, „Gefühle sind meist stärker als der Verstand“, zu beschäftigen. Ein überaus Interessantes Thema z.B. hier http://ethologiepsychologie.wordpress.com/2011/11/15/festingers-theorie-der-kognitiven-dissonanz/ ).
    „Vaterstaat“, -natürlich- …ein Vater meint es doch nur gut mit seinen Kindern und will nur das Beste für sie… Die Tatsache das die Realität eine ganz eigene Symphonie spielt und das allermeiste hinter Fassaden, falschen Deckmänteln und perfiden Intrigen durch Machtspielchen geschieht, ist „schwer“ zu erkennen.
    Diesem Trugschluss verfallen, bewegen wir uns in einer Art endlosschleife.

    Doch in jeder neuen Generation „brechen“ wieder ein paar (leider immer sehr wenige) aus. Ein schleichender Prozess, der aber irgendwann (in ganz, ganz ferner Zukunft) eine „bessere“ Gesellschaft hervorbringen wird, doch dafür werden wir einen verdammt langen Atem brauchen. Denn solange wir uns als Menschen weiterhin „klein reden“ lassen, werden wir auch weiterhin „klein denken“. Mut, und das eigene Bewusstsein zu haben das wir mehr Wert sind als „sie“ uns zugestehen ist ein Teil des Schlüssels. Vertrauen, nicht nur in uns selbst, sondern auch in andere ist ein Wichtiger Schritt, denn auch wenn uns immer wieder erzählt wird das es nicht so ist, -der Mensch strebt nach einer Friedlichen Koexistenz mit anderen Menschen. Das ist unsere wahre Natur, unser Wesen! Die existierende Gewalt auf unserem Planeten, ist lediglich eine Reflektion auf unser gegenwertiges System (welches ja auf zwang und Gewalt AUFGEBAUT ist), die Menschen würden gerne besser sein, als sie es sind!

    @FwF
    Ein Glück das Ihr die Kommentare vorher prüft! 🙂 Vielen Dank dafür!!!!

    Gruß Phil

  5. pantimau sagt:

    🙂 also ich denke argumente für das wählen sind ausreichend bekannt und können nur noch oft gehörte bzw. gelesene konsistenzen sein, oder haben sie noch nie über die vorteile des wählens in einer demokratie nachgedacht?! deswegen das mama/kind theorem, um sich ihrem dilemma auf anderer ebene zu nähern. in dem artikel wird eine demokratische wahl mit einem spiel verglichen, ähnlich dem „mensch ärgere dich nicht“. verstehen sie mich nicht falsch: natürlich darf sich der „nichtwähler“ über den wahlausgang und den damit verbundenen, persönlichen nachteilen beschweren! es hat eben aus der sicht des „wählers“ allerdings nur einen niedlichen und bestenfalls komischen charakter 😉 .. im übrigen ist die logik dieses videos doch eher etwas oberflächlich. logik ist doch auch immer eine frage von erkenntnis und standpunkt. vor 500 jahren war es nur zu logisch, dass die welt eine scheibe ist.

    vielleicht erhellen sie mich ja, indem sie mir erläutern, woher ihre erkenntnis bzw. der standpunkt für ihre logik kommt? vielleicht besitzen sie ja auch informationen aus erster quelle? bestenfalls seriöse informationen die belegen können, das eine wahl .. oder eben spiel der verrückten wie sie es nennen 😉 .. das übelste gewaltverbrechen ist.

    eigentlich würde es mir schon reichen, wenn sie meine letzte frage im vorherigen post beantworten möchten. also wo liegt der sinn im „nichtwählen“? oder einfacher formuliert: welchen vorteil haben sie vom „nichtwählen“? 🙂

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Pantimau,

      ich bin Anarchist. Das bedeutet „keine Herrschaft“. Ich lehne also jede Form der Herrschaft prinzipiell ab.

      Der Parlamentarismus ist eine Herrschaftsform. Würde ich es bevorzugen, an einer Wahl teilzunehmen oder gar ein Amt anzustreben, stünde ich in einem Widerspruch zu meiner Haltung als Anarchist. Insofern ist die Teilnahme für mich also ausgeschlossen.

      Des Weiteren gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen meiner Stimme und irgendeiner Handlung irgendeines Parlamentariers. Es ist also auch noch ohne jeden Effekt, wenn ich ein Kreuz in einen Kreis mache.

      Die Kosten einer Teilnahme sind jedoch aus meiner Sicht sehr hoch. Erstens versaue ich mir den Tag, wenn ich wählen gehe. Ich kann ja bessere Sachen machen.

      Der wichtigere Punkt jedoch ist, dass ich mit der Teilnahme (konkludentes Handeln) implizit die Regierungsbildung durch dieses Prozedere akzeptiere. Akzeptiere ich die Regierungsbildung, akzeptiere ich auch das Prinzip der Herrschaft und kann mich nicht mehr beschweren, dass mir die Regierung ungerechtfertigt Gewalt antut, wenn sie mich besteuert.

      Lies Dir bitte diese beiden Artikel durch, dann weißt Du, warum wir die Wahl ablehnen:

      http://www.freiwilligfrei.info/archives/4011

      http://www.freiwilligfrei.info/archives/4029

  6. markus_eserver sagt:

    Also ich wäre vorsichtig, sich so sicher über die Wahlen zu sein.

    Genauso könnte man auch wie folgt argumentieren:

    Es ist keine initiierende Gewalt, einen Wahlzettel auszufüllen und abzugeben. Genauso wie es keine initiierende Gewalt ist, wenn ein Richter einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung ausfüllt. Gewalt initiiert derjenige, der den Strafbefehl ausführt.

    Das Ausfüllen von Zetteln und das Aussprechen von Drohungen fällt unter persönliche Freiheit, oder konkreter: Redefreiheit.

    Wer zur Wahl geht erklärt sich nicht automatisch mit dem Konzept „Staat“ einverstanden. Das müsste auf dem Wahlzettel drauf stehen.

    Ich verlange von anderen, dass sie mein Eigentum nicht verletzen und ich verletze auch ihr Eigentum nicht.

    Ich darf aber auch nicht das Eigentum von anderen verletzen, selbst wenn ich der Meinung bin, dass andere mein Eigentum verletzen dürfen. Zumindest war das die bisherige Argumentation von fwf.

    In dem Artikel wird aber angedeutet, dass eigene Rechte erst dadurch entstehen, dass man sich auch anderen gewährt. Wenn man das durchspielt kommt man zu dem Ergebnis:

    Ich greife zwar durch die Teilnahme an einer Wahl innerhalb des politischen Systems und deren Umsetzung in Handlungen, also Verordnungen, Gesetze, usw. in das Leben anderer Menschen und der Nichtwähler ein. Aber ich selber verlange von anderen ja nicht, dass sie deswegen verzichten sollen, eben diese Verordnungen gegen mich zu reduzieren.

    Ich finde, die Ablehnung von Wahlen kann so nicht logisch begründet werden. Der Punkt, dass libertäre Parteien ja gerade eben eine Reduzierung der initiierenden Gewalt anstreben, wird in den bisherigen Argumenten nie ausreichend berücksichtigt. Oder ich habe es übersehen. Und es braucht da für jeden Begriff handfeste Definitionen sonst wird mich das nicht überzeugen. Ich weiß, dass es ziemlich schwierig wäre.

    Solange ich in dem Punkt allerdings keine argumentative Klarheit haben, werde ich das „Nicht Wählen“ nicht aktiv bewerben. (Allerdings empfehle ich trotzdem nicht-zu-wählen, da niedrige Wahlbeteiligungen sich immer gut machen, um die Legitimierung der Regierung in Frage zu stellen.)

    Natürlich bleibt es dabei, dass Wahlen kaum etwas bringen und man seine Energie besser anders verwenden sollte.

    • michael sagt:

      kannst du rechte weiterdeligieren, die du selber nicht hast markus?

      • markus_eserver sagt:

        Ich sehe das grundsätzlich so wie du: Es ist nicht möglich, Rechte zu delegieren, die man selber nicht hat. Aus diesem Grund delegiere ich bei einer Wahl auch gar keine Rechte. Der Staat behauptet nur, dass ihn diese Stimmen zu irgendwan berechtigten.

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Markus,

      also hier ist einiges durcheinander.

      „Es ist keine initiierende Gewalt, einen Wahlzettel auszufüllen und abzugeben. Genauso wie es keine initiierende Gewalt ist, wenn ein Richter einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung ausfüllt. Gewalt initiiert derjenige, der den Strafbefehl ausführt.“

      Das ist so nicht richtig. Richtig ist, dass es keine initiierende Gewalt ist, ein Kreuz bei einer parlamentarischen Wahl zu machen, weil das Kreuz keine kausale Wirkung hat. Bei dem Urteil des Richters ist das anders. Unterschreibt er ein Urteil beauftragt er die Vollstreckung. Der Herrschaftsapparat ist so organisiert, dass dieser Vollstreckungsauftrag zu 100% ausgeführt wird. Steht im Gesetz, dass Radfahrer hingerichtet werden, urteilt der Richter eben die Hinrichtung des Radfahrers. Das Ergebnis ist dann IMMER die Hinrichtung.
      Hier besteht ein kausaler Zusammenhang. Bei der Wahl nicht.

      „Ich darf aber auch nicht das Eigentum von anderen verletzen, selbst wenn ich der Meinung bin, dass andere mein Eigentum verletzen dürfen. Zumindest war das die bisherige Argumentation von fwf.“

      Die Aussage verstehe ich im Moment leider nicht.

      „Wer zur Wahl geht erklärt sich nicht automatisch mit dem Konzept “Staat” einverstanden. Das müsste auf dem Wahlzettel drauf stehen.“

      Das formulieren wir so nicht. Wer an einer parlamentarischen Wahl teilnimmt, akzeptiert implizit, dass durch das Prozedere eine Regierung gebildet wird. Die Teilnahme wäre sonst irrational. Man steht also zu sich selbst im performativen Widerspruch, wenn man als Anarchist, den Anarchismus über den Weg des Parlamentarismus argumentieren will.
      Marcus, wenn das noch unklar ist, lass uns das bitte diskutieren, denn das ist wichtig.

      Wenn Du also Anarchist bist (das kannst nur Du für Dich entscheiden), diskutiere diesen Punkt bitte mit mir. 🙂

      • markus_eserver sagt:

        Danke!

        Die Aussage von mir, die du nicht verstanden hast, war nicht so wichtig. Mir ist nur aufgefallen, dass Rechte in bisherigen Texten eher „natürlich“ zustande kommen, während dieser Artikel davon ausgeht, dass sie erst dadurch zustande kommen, dass man die Rechte auch anderen gewährt. Dieser Punkt ist jetzt aber nicht mehr für die Diskussion weniger relevant, da ein Wahlkreuz wegen der fehlenden Kausalität ohnehin keine initiierende Gewalt ist.

        Die implizite Akzeptanz eines Wählers, dass durch das Prozedere eine Regierung gebildet wird, kann ich aber nicht erkennen. Bzw. doch, ich kann es erkennen. (irgendwie vom Gefühl) Aber ich sehe nicht, wie man eine solche Akzeptanz logisch nachweisen kann. Vielleicht liegt es daran, dass mir die folgende Denkweise fern liegt: „Wenn ich mit Freunden unterwegs bin und plötzlich ein Räuber auftaucht und mich fragt, ob wir alle lieber mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% um 100 € oder 500 € erleichtert werden möchte, dann setze mich mich auf den Boden und weigere mich seine Frage zu beantworten. Auch dann, wenn der Räuber droht, uns 500 € abzunehmen, sollte ich nicht auf die Frage antworten.“

        Ich würde dann natürlich sagen, dass ich um 100 € erleichtert werden möchte, ohne dass ich mich deshalb implizit mit dem Prozedere im Gesamten einverstanden erkläre. Ein Schweigen würde gar implizit ausdrücken, dass ich die 500 € Zahlen möchte.

        Ja, Anarchist bin ich, da gibts nichts zu rütteln.

        • FwF-sandman sagt:

          Hallo Marcus,

          ich schrieb gerade an Thomas:

          „“Ich kann vollkommen rational gegen jede Art von Regierung sein und trotzdem Wählen,”

          Natürlich kannst Du gegen eine Regierung sein und dennoch wählen. Du handelst dann nur nicht ganz widerspruchsfrei, weil Du ja, wie Du sagst weißt, ” dass eine Regierung gebildet wird und möchte dann, sozusagen als Schadensbegrenzung, erreichen, dass diese so freiheitlich wie möglich ist.”

          Du kannst also nicht leugnen, dass Du Dir der Tatsache bewusst bist, dass eine parlamentarische Wahl zu einer Regierungsbildung führt, wenn Du teilnimmst. Du gehst bewusst zur Wahl und stolperst nicht nur zufällig in diesen Wahlraum und hantierst zufällig einen Zettel mit einem Kreuz in die Wahlurne. Das ist eine bewusst gefasste Handlung, mit dem Zweck, DIE REGIERUNGSBILDUNG ZU DEINEN GUNSTEN (NACH DEINEN WÜNSCHEN) ZU BEEINFLUSSEN. Wäre die Erkenntnis der oben beschriebenen Tatsache nicht vorhanden, wäre eine Wahlteilnahme irrational.
          Ist das Missverständnis jetzt beseitigt?“

          Ich denke, dass passt auch zu unserem Thema. Bitte sage mir, ob das konkludente Verhalten der Wahl nun klar ist.

          • markus_eserver sagt:

            Ich leugne, dass mein bewusstes zur-Wahl-Gehen zu einer Regierungsbildung führt.

            Ebenso leugne ich, dass mein Pusten in entgegengesetzer Richtung eines Wirbelsturms dazu führt, dass dieser Wirbelsturm stattfindet.

            Mein Pusten führt allenfalls direkt zu einer Schwächung des Sturms und indirekt zu Turbulenzen.

            Genauso wie mein Pusten zu Turbulenzen führt, führt mein Wählen zu einer höheren Wahlbeteiligung.

            Aber mein Wählen führt nicht zu einer Regierungsbildung, sondern die Regierung existiert auch ohne mein Wählen.

            Wenn sich 100 Leute dazu verabreden, einen Wirbelsturm durch Pusten zu erzeugen und ich mich als einzelne Person dazu geselle, um entgegen der Drehrichtung zu pusten, dann habe ich mich zwar „irgendwie beteiligt“, aber meine gedankliche Einstellung gegen Zerstörung ist dann nicht nur konsistent, sondern ich Kämpfe sogar gemäß diesen Einstellungen.

          • FwF-sandman sagt:

            „Ich leugne, dass mein bewusstes zur-Wahl-Gehen zu einer Regierungsbildung führt.“

            Natürlich FÜHRT Deine Teilnahme nicht zur Regierungsbildung. Deine persönliche Stimme ist völlig irrelevant. Wenn Du allerdings wählst, AKZEPTIERST Du implizit eine Regierungsbildung, weil Du sie durch die Wahl zu beeinflussen versuchst.

            Markus, wir müssen ganz präzise sein. Es gibt KEINEN kausalen Zusammenhang zwischen DEINER PERSÖNLICHEN Stimme und irgendeinem Vorgang im Parlament. Daher kannst Du mit Deiner persönlichen Stimme weder eine Partei beflügeln, noch eine verhindern.

            Du fragst durch Deine Stimme lediglich eine BESTIMMTE Politik nach. Die kann ja aus Deiner Sicht auch toll sein (PDV). Dennoch bestätigst Du durch die Teilnahme das System des Parlamentarismus argumentativ.

            Ist der Zusammenhang jetzt deutlicher geworden?

            Nun kannst Du natürlich sagen, das wäre Dir egal, weil Du ja wegen des guten Zweckes wenigstens blablabla…….

            Das ändert alles nichts an diesem Zusammenhang. Wählen ist weder unmoralisch noch ein Gewaltverbrechen, noch legitimiert es irgendwen, noch übernimmt der Wähler eine Verantwortung für eine Gewalttat eines Parlamentariers oder Beamten. Aber Du lehnst das parlamentaristische System nicht PRINZIPIELL ab, wenn Di hingehst. Du bevorzugst es ja in dem Moment der Wahl bewusst, um irgend ein freiheitliches Ziel zu erreichen. Anarchie heißt aber KEINE HERRSCHAFT. Das KEINE ist dabei nicht verhandelbar, wenn man nicht mit diesem Widerspruch leben möchte.

            Ich möchte das nicht, verurteile aber niemanden, der es damit nicht so ernst ist, wie mir. Sollte er sich aber voller Stolz ANARCHIST nennen, müsste ich leicht schmunzeln. 🙂

          • markus_eserver sagt:

            Danke für deine Mühe! Ich hoffe, mein nachfolgender Text wird nicht zu lang.

            Durch meine Stimme frage ich eine bestimmte Politik nach.

            Durch die Teilnahme an den Wahlen bin ich implizit damit einverstanden, dass eine Regierung gebildet wird. Genauso wie ich mich bei Vorstandswahlen in Vereinen implizit damit einverstanden erkläre, dass ein Vorstand gewählt wird.

            Ein Organisations-Gründer ist per Definition mit der Gründung einer Organisation einverstanden. Eine Organisation gründet sich, indem sie wenigstens einen Begründer vorweisen kann. Sie benötigt dafür nicht mein Einverständnis. Ich habe kein Recht dazu, die Gründung dieser Organisation zu verhindern, selbst wenn Teile von ihr kriminell handeln.

            Durch die Teilnahme an einer Wahl, egal ob BRD oder Gartenverein, erkläre ich mich implizit mit der Gründung einverstanden.

            /// ABER /// ich erkläre mich nicht implizit damit einverstanden, dass dieser Verein oder seine Mitglieder unmoralische Dinge tun.

            Ich erkläre mich auch nicht explizit mit unmoralischen Dingen einverstanden. Und wie du schon selbst geschrieben hast, ist mein Zur-Wahl-Gehen auch nicht unmoralisch.

            Aber mein Handeln ist zu meinen Einstellungen inkonsistent, wenn ich gegen die Gründung eines Vereins bin, mich aber trotzdem an seinen Wahlen beteilige.

            Wenn ich die Gründung eines Staates ablehne, dann ist mein Wählen nicht zwingend inkonsistent zu meinen Einstellungen. Denn durch das Wählen erkläre ich mich ja nur damit einverstanden, dass eine Regierung gebildet wird, aber nicht ein Staat. Eine Regierung macht seine Organisation erst dadurch zum Staat, dass die unmoralische Handlungen in Auftrag gibt (Gewaltmonopol, Steuern,…)

            Wenn ich davon ausgehe, dass ich eine große Organisation brauche, die koordinatorische Dienstleistungen auf freiwilliger Basis anbietet, dann ist mein Wählen mit meinen Einstellungen konsistent.

            Auch wenn mein Wählen im Falle dieser Einstellungen mit meinen Handlungen konsistent wären, so wären es unter Umständen trotzdem kontraproduktiv: Wählen kostet Zeit, Nützt wenig, Erhöht die Wahlbeteiligung und die damit einhergehende gefühlte Legitimierung durch die Bevölkerung.

            Bist du mit diesen Positionen einverstanden?

          • FwF-sandman sagt:

            Super Markus, wir kommen uns näher:

            „Durch meine Stimme frage ich eine bestimmte Politik nach.

            Durch die Teilnahme an den Wahlen bin ich implizit damit einverstanden, dass eine Regierung gebildet wird. Genauso wie ich mich bei Vorstandswahlen in Vereinen implizit damit einverstanden erkläre, dass ein Vorstand gewählt wird.

            Ein Organisations-Gründer ist per Definition mit der Gründung einer Organisation einverstanden. Eine Organisation gründet sich, indem sie wenigstens einen Begründer vorweisen kann. Sie benötigt dafür nicht mein Einverständnis. Ich habe kein Recht dazu, die Gründung dieser Organisation zu verhindern, selbst wenn Teile von ihr kriminell handeln.

            Durch die Teilnahme an einer Wahl, egal ob BRD oder Gartenverein, erkläre ich mich implizit mit der Gründung einverstanden.“

            Völlig einverstanden.

            „/// ABER /// ich erkläre mich nicht implizit damit einverstanden, dass dieser Verein oder seine Mitglieder unmoralische Dinge tun.

            Ich erkläre mich auch nicht explizit mit unmoralischen Dingen einverstanden. Und wie du schon selbst geschrieben hast, ist mein Zur-Wahl-Gehen auch nicht unmoralisch.“

            Einverstanden

            „Denn durch das Wählen erkläre ich mich ja nur damit einverstanden, dass eine Regierung gebildet wird, aber nicht ein Staat.“

            Hier liegt der Hund begraben. Der Parlamentarimus ist eine Herrschaftsform. ( http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17991/parlamentarismus )

            Er funktioniert nach dem Mehrheitsdiktat und zwingt die Regeln der Regierung ALLEN Menschen auf.

            Angenommen, es gibt eine Mehrheit von 60%, die die Regierung in das Amt wählt (nicht wörtlich nehmen, dient nur der Vereinfachung) und eine Minderheit von 40%.

            Nun können also die 60% sich freuen, weil genau ihre Meinung umgesetzt wird (tun wir mal so, als wäre das so): Diese Meinung wird jetzt also von der Politik an die Gesetzgebung und von dort an die Bürokratie gegeben, um sie in Gesetze und Vorschriften zu packen, die dann für alle gelten.

            Die 40% teilen sich jetzt in 35% Wähler, die eine andere Meinung hatten und für diese gestimmt haben und 5% Nichtwähler, die zu der Überzeugung gekommen sind, dass sie ANARCHISTEN sind und somit JEDE Herrschaftsform ablehnen. Sie haben also die Teilnahme am parlamentaristischen Prozedere nicht beteiligt.

            Nun wird die Mehrheitsmeinung diesen 40% verbindlich gemacht. Richtig gezwungen werden aber nur die 5% die sich an diesem Prozedere nicht beteiligt haben. Die anderen 35% haben sich implizit mit dem parlamentarischen Prozedere durch konkludentes Handeln einverstanden erklärt und können sich genauso wenig beschweren, wie die Mitglieder des Kaninchenzüchtervereins, wenn der gewählte Vorstand das jährliche Säubern der Stallungen nun auf kommenden Sonntag gelegt hat, obwohl feinstes Badewetter angekündigt ist.

            „Eine Regierung macht seine Organisation erst dadurch zum Staat, dass die unmoralische Handlungen in Auftrag gibt (Gewaltmonopol, Steuern,…)

            Die Unmoral ist bereits im System des Parlamentarimus beinhaltet, da dieser auf dem Mehrheitsdiktat basiert, welches schon nicht widerspruchsfrei allgemein gerechtfertigt werden kann. Die Regierung hat für diejenigen, die nicht teilgenommen haben, überhaupt keine Gültigkeit, ebenso wenig wie ihre Gesetze.

            Gehst Du aber zur Wahl, musst Du eben die Stallungen saubermachen.

            Wir stimmen schon in vielen Punkten überein. Konnte ich unsere Differenz ein wenig verdeutlichen?

          • michael sagt:

            markus, was hältst du davon:

            politiker > volksvertreter

            wahl > wahl der volksvertreter

            > ziel des wahlprozesses ist es, eine vertreter nach dem mehrheitsprinzip zu bekommen.

            > der sieger (bzw siegerpartei) ist dann der legitimie und akzeptierte vertreter all derjenigen, die an der wahl teilgenommen haben
            (würde jeder wahlteilnehmer nur den wahlprozeß akzeptieren, wenn sein persöhnlich gewählter vertreter gewinnt, würde die demokratische wahl natürlich null sinn machen)

            >ok, also wird dieser gewählte volksvertreter handlungen im namen ALLER wähler tun…

            >> was für einen sinn macht es dann, an einer wahl für einen gemeinsamen vertreter teilzunehmen und dann zu sagen, man will aber nicht eine mitverantwortung übernehmen, für denjenigen
            der stellvertretend für alle wähler (also auch für dich) dinge tut?

          • markus_eserver sagt:

            Also ich muss darüber länger nachdenken, als ich ursprünglich angenommen habe. Ich würde nochmal im Forum zu einem unbestimmten Zeitpunkt darauf zurückkommen.

      • Thomas Zink sagt:

        Hallo Sandman,

        Ich sehe in folgender These den Knackpunkt, warum ich anderer Meinung bin:
        „Wer an einer parlamentarischen Wahl teilnimmt, akzeptiert implizit, dass durch das Prozedere eine Regierung gebildet wird. Die Teilnahme wäre sonst irrational.“
        => Diese Aussage ist m.E. falsch. Ich kann vollkommen rational gegen jede Art von Regierung sein und trotzdem Wählen, denn: Ich weiß, dass eine Regierung gebildet wird und möchte dann, sozusagen als Schadensbegrenzung, erreichen, dass diese so freiheitlich wie möglich ist. Und selbst wenn meine Wahl nicht in die Regierung kommt, so ist es zumindest eine Art Statement für eine möglichst freiheitliche Gesellschaft (wenn dieses Statement zugegebenermaßen schwach ist, solange die Medien diese Partei dann ignorieren).

        • FwF-sandman sagt:

          Hallo Thomas,

          damit betätigst Du aber meine Aussage.

          „Ich kann vollkommen rational gegen jede Art von Regierung sein und trotzdem Wählen,“

          Natürlich kannst Du gegen eine Regierung sein und dennoch wählen. Du handelst dann nur nicht ganz widerspruchsfrei, weil Du ja, wie Du sagst weißt, “ dass eine Regierung gebildet wird und möchte dann, sozusagen als Schadensbegrenzung, erreichen, dass diese so freiheitlich wie möglich ist.“

          Du kannst also nicht leugnen, dass Du Dir der Tatsache bewusst bist, dass eine parlamentarische Wahl zu einer Regierungsbildung führt, wenn Du teilnimmst. Du gehst bewusst zur Wahl und stolperst nicht nur zufällig in diesen Wahlraum und hantierst zufällig einen Zettel mit einem Kreuz in die Wahlurne. Das ist eine bewusst gefasste Handlung, mit dem Zweck, DIE REGIERUNGSBILDUNG ZU DEINEN GUNSTEN (NACH DEINEN WÜNSCHEN) ZU BEEINFLUSSEN. Wäre die Erkenntnis der oben beschriebenen Tatsache nicht vorhanden, wäre eine Wahlteilnahme irrational.
          Ist das Missverständnis jetzt beseitigt?

          Du hast also das Ziel (das Du ja selbst beschreibst) die Regierungsbildung zu beeinflussen und weißt, dass es dafür keine Garantie gibt. Das alles akzeptierst Du implizit, durch Deine Teilnahme.

        • Dreamer sagt:

          Wer bei dem Spiel „Wahl/Regierungsbildung“ mitspielt, akzeptiert implizit die Spielregeln. Es ist hochgradig irre die Spielregeln zu akzeptieren, in dem Versuch, sie im Verlauf des Spiels abzuschaffen.

          • Thomas Zink sagt:

            Hallo Sandman,

            „Du kannst also nicht leugnen, dass Du Dir der Tatsache bewusst bist, dass eine parlamentarische Wahl zu einer Regierungsbildung führt, wenn Du teilnimmst“
            => Mein Punkt war hier eigentlich, dass eine Regierungsbildung statt findet. Ob ich persönlich wähle oder nicht, macht für diese Tatsache (zumindest zur Zeit noch) keinen Unterschied. Und weil ich weiß, dass auch mit meiner Passivität eine Regierung gebildet wird, meine Unterdrückung (per Zwang) aufrecht erhalten oder ausgebaut wird. Gibt es jetzt also eine Möglichkeit für mich diese Regierung zumindest versuchsweise in eine freiheitlichere Richtung zu bringen (wo sie mich nicht mehr stark zwingt), macht das für durchaus Sinn.

            Ich sehe also als sinnvoll und habe noch keine konsequente Argumentation gehört, die Wählen als unmoralisch hinstellen könnte.
            Den Widerspruch, den du beschreibst, sehe ich so nicht.
            Ich würde ihn sehen, wenn es keine Regierung gäbe (falls ich oder die meisten nicht wählten) und ich dann für eine nahezu-libertäre Partei in der Wahl stimmen würde. Solange der Staat aber unabhängig von meiner Wahl existiert, halte ich es nur für rational, das Beste draus zu machen, bzw. das kleinst mögliche Übel zu wählen.

            Hallo Dreamer,

            „Wer bei dem Spiel “Wahl/Regierungsbildung” mitspielt, akzeptiert implizit die Spielregeln.“
            Diese oder ähnliche Aussagen lese ich hier oft. Doch das ist einfach falsch, denn ich bin nicht freiwillig in dieses Spiel eingetreten.

            Sperrte ich jemanden in einen Käfig und frage ihn täglich, ob ich ihm eine mit der Faust, der flachen Hand, mit einem Schlagring oder einem Baseballschläger reinhauen soll, würde er auch die Spielregeln implizit akzeptieren und mich somit legitimieren, wenn er hier eine Wahl trifft? z.B. die flache Hand, damit die Schäden und der Schmerz nicht zu stark sind?

          • michael sagt:

            thomas, ich habe bisher keine konsequente argumentation gehört, die zeigt, wie man mit den spielregeln des systems, welche zum selbsterhalt und wachstum da sind, ins gegenteil umkehren kann…auch nicht von dir.
            damit sind deine aussagen lediglich glaubensbekenntnisse…die zumal von der realität in der egschichte immer widerlegt wurden.

  7. isomorph sagt:

    Hi marcus mein Freund, ich weiss es ist immer doof, wenn alle gleichzeitig auf einen einreden, aber auf ein Punkt würde ich trotzdem gerne eingehen:

    “ Der Punkt, dass libertäre Parteien ja gerade eben eine Reduzierung der initiierenden Gewalt anstreben, wird in den bisherigen Argumenten nie ausreichend berücksichtigt. Oder ich habe es übersehen …“

    Sorry, aber ich würde sagen ja, denn das hat doch Hermann genau getroffen, wenn er schreibt:

    „Wer sich eine Argumentation mit Notwehr zu dem Thema politische Wahl liefert, stellt damit das politische System als ein System der Notwehr jeder gegen jeden dar. Ich halte das nicht für zielführend, da ich Notwehr für mich als eine allerletzte Möglichkeit meines Handelns begreife, für die ich auch alle Konsequenzen tragen muss.“

    Welchen Sinn macht da ein Versuch der Notwehr, ohne den geringsten Aussichten (pdv) auf Erfolg? Oder maximal ab und zu die 5% Hürde zu knacken, aber dafür all seine Ideale verkaufen (fdp) zu müssen* ? Etwa die Wahlbeteiligung zu erhöhen ?

    Das für mich schlüssigste Argument, nicht zu wählen, hast du grade genannt:

    „NIEDRIGE WAHLBETEILIGUNGEN MACHEN SICH IMMER GUT,
    UM DIE LEGITIMIERUNG DER REGIERUNG IN FRAGE ZUSTELLEN ! “

    liebe grüsse
    iso

    * http://www.freiwilligfrei.info/archives/4388

  8. Patric sagt:

    Hallo zusammen!

    Mich würde interessieren, ob Ihr schonmal von dem Konzept „Systemisches Konsensieren“ gehört habt, bei dem die reichlich stupide Vorgehensweise „Mehrheit entscheidet über Mindeheit“ durch einen gewaltlosen Prozess ersetzt wird, der den Abstimmungsteilnehmern die Lösung mit den geringsten Widerstandswerten innerhalb der GESAMTEN Gruppe bringt.

    Für mich scheint das eine tolle Methode, um Konflikte gewaltarm und zur besseren Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen!

    Es grüßt Euch
    Patric

    • FwF-sandman sagt:

      Ich habe darüber schon zwei Videos gesehen und sehe darin auch Chancen, Entscheidungen zu finden, die möglichst vielen Menschen passt.

      Das wichtigste jedoch bleibt, dass diese Entscheidung niemandem aufgezwungen wird, der nicht mitgemacht hat.

  9. Patric sagt:

    Da diese Technik eher in Konfliktfällen eingesetzt werden soll, sollten alle Beteiligten ja normalerweise ein hohes Interesse haben, an der Findung einer akzeptablen Lösung auch teilzunehmen. Das Desinteresse an der heutigen „politschen Entscheidungsfindung“ kommt ja m.E. weniger daher, dass die Leute nichts entscheiden WOLLEN, sondern dass Sie einfach das Gefühl haben, nichts (wirklich) entscheiden zu KÖNNEN! Und das liegt, denke ich, auch an diesem bekloppten „Mehrheit entscheidet“-Prinzip.

    „Die Mehrheit“ hat ja 1933 auch entschieden, dass Judenhass Staatsräson werden soll. Ist dieser deswegen in irgendeiner Weise legitim gewesen?! Ich finde, die Nazi-Zeit kann, wenn sie denn nur IRGENDETWAS Gutes gehabt haben soll, als perfekte Blaupause dienen, was passiert, wenn man „dem Staat“ die Entscheidungen überlässt! Als Spiegelbilder dazu, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem, dazu auch gut geeignet: Die UdSSR sowie der gesamte Ostblock ab 1945.

    Für mich ist immer wieder schwer zu verstehen, wie manche „Linke“, „Sozialisten“, usw. usf. so ein System immer noch als letzten Schritt der menschlichen Evolution empfinden können. Weiter zurück in der menschlichen Entwicklung als in totalitären Staaten kann man schon fast nicht mehr gehen!

    Ach ja, ich hab’s vergessen, es wurde doch nur noch nicht richtig umgesetzt bisher… stimmt ja! 😉

    Greetz
    Patric

  10. freedomforce sagt:

    Ein Wahlzettel hat den Einfluss eines Wunschzettels an den Nikolaus, da Leviathan keine Legitimität haben kann, ist es egal, ob du der Meinung bist, dass er welche hat. Die Prozedur an sich kann niemanden legitimieren, also gibt es auch keine Verantwortlichkeiten Seitens des Stimmviehs.

    Wie eine Macht scheinlegitimiert wird hat keinen unmittelbaren Einfluss auf dessen Ausübung. Sicher gibt es Interessengruppen die bestochen werden wollen, aber eine libertäre Position ist eine Anti-Position zur Politik.

  11. David Adams sagt:

    Ich stimme mit Ihnen wohl überein. Ich lebe im USA und ich bin seit lange Anarko-kapitalisten. Wenn ich sage, dass ich nie stimmen würde, viele Menschen reagieren stark, weil dieses Land sehr nationalistisch ist. Ein paar mal haben Menschen mir gesagt dass ich stimmen soll, denn US-Soldaten im zweiten Weltkrieg gestorben sind damit ich stimmen darf. Ich sage sie immer gleich: den zweiten Weltkriegn ziegt genau warum mann nie stimmen soll, denn Präsident Roosevelt hat vier Wähle gewonnen und dann die Kinder des Wählers im Krieg getötet. Meiner Meinung nach, jeder Person der stimmt hilft die Gewaltmonopol des Staates zu legitimieren.

    Ich müss sagen, ich finde diese Webseite sehr toll, ich habe oft Webseiten über Voluntarismus gelesen aber hier ist die erste die ich in Deutsch gefunden habe.

  12. Björn sagt:

    Meine Frage nach der ganzen leserei bleibt….

    Wie sieht den nun eine funktionierende Alternative zu Demokratie aus?

    Das es für ein geregeltes Miteinander ein Management braucht (Ich sage bewusst nicht Regierung) sollte doch jedem klar sein. Einen solchen Manager für das Miteinander muss ja auch irgendwie bestimmt werden … Wie?

    Ich gehe erst dann nicht mehr wählen wenn ich sicher bin mit dem Nichtwählen keinen Fehler zu machen.

    Nicht zu vergessen:
    Das, dass derzeitigen Management alles Falsch macht und dabei sogar Menschenverachtend und unmoralisch handelt ist mir voll bewusst aber die Frage bleibt….

    Wie sieht die Alternative aus? Ein wenig naiv darf sie ruhig klingen… Ich habe noch einen, wenn auch nur geringen Glauben an eine mögliche Vernunft der Menschheit…

    • wecksignale sagt:

      björn, ein paar anregungen findest du z.b. in diesem vortrag:

      http://www.misesde.org/?p=4035

    • Hermann Messmer sagt:

      Hallo Björn,

      es wird wirklich kein Management gebraucht.
      Freiwillige Kooperation und Regelgerechtigkeit reicht aus.
      Vertragsfreiheit und ein freier Markt kann Lösungen bringen, die die Menschen freiwillig wollen.
      Ich brauche keinen Manager. Ich kann mein Leben selbst managen.

      Liebe Grüße
      Hermann

    • michael sagt:

      hallo björn

      bevor ich dir einige ideen geben werde, möchte ich anmerken, daß der kern des voluntarismus eben der ist, daß wir nicht wissen, wie jeder sein leben will und soll…auch wollen wir nicht diese dreistigkeit haben, menschen vorschreiben zu wollen, wie eine gesellschaft zu funktionieren hat, dann wären wir nämlich keine voluntaristen sonder etatisten 🙂

      aber natürlich brauchte und wollte ich auf meinem weg a, anfang auch konkrete beispiele, damit ich mir überhaupt vorstellen kann, wie es laufen könnte und vor allen dingen, daß es auch funktionieren kann.

      im folgenden poste ich dir einige videos mit ideen (einige von sehr vielen idden, die es in der zukunft geben kann):

      hier ein repräsentatives beispiel dafür, wie menschen sich selber organisiert haben und die gewalt des staates alles zerstört hat:

      Privatrechtsgesellschaft ohne Staat: Vortrag von Professor Hoppe in der “Akademie Modelhof”

  13. Goku sagt:

    gut GMX.de ist ja bekannt für seine gut recherchierten und sinnvollen Berichte, dieser Artikel passt aber irgendwie hier rein:

    http://www.gmx.net/themen/bundestagswahl/aktuell/00ag1qc-bunt-parteien-panorama-deutschland#.focus.Parteien%20m%C3%BCssen%20nicht%20%C3%B6de%20sein.467.842

    • SATAN sagt:

      Ich neige auch dazu, dem ganzen etablierten Haufen Sch… dadurch den Stinkefinger zu zeigen, indem ich die Kleinstparteien (APPD o.ä.) wähle, da dadurch der Prozentsatz der Blockpartei CDUCSUGRÜNELINKEFDPSPD automatisch nach unten geht. 20 von 60 sind halt mehr % als 20 von 100! Und nach diesem Prozentsatz wird die Verteilung der Wahlgelder vorgenommen, d.h. je weniger Prozent die Großen kriegen, desto weniger Kohle kriegen sie auch, um ihre psychopatischen „Regierungsprogramme“ durchzuführen!

      Was meint Ihr dazu?

      • michael sagt:

        ich zeige dem ganzen sch… herrschaftssystem den stinkefinger, indem ich garnicht irgend einen herrscher über mich und andere wählen gehe.
        ich bin kein sklave, sondern ein freier mensch.

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