Haben Sie sich jemals gefragt, warum Politiker verschiedener Parteien, speziell im Wahlkampf, immer das Gleiche sagen? Dass sie es tun, ergibt einen Sinn. Hier eine Erklärung anhand des „Durchschnittswähler-Theorems“.

Angenommen, ein demokratischer Politiker stellt sich zur Wahl. In einem Zweiparteien-Mehrheitssystem benötigt er mindestens die Hälfte der Stimmen plus eine Stimme, um zu gewinnen. Nehmen wir an, er beginnt mit einer extrem linken Position. Wird er die Wahl gewinnen? Das hängt offensichtlich davon ab, wie die Vorlieben der Wähler entlang des Rechts-Links-Schemas verteilt sind.

Meistens sind die Wähler im gesamten Spektrum zwischen Links und Rechts verteilt. Wen kann er also anhand der Vorlieben entlang dieses Spektrums für sich gewinnen? Demokraten auf der linken Seite teilen seine Meinung. Sie sind einfach zu überzeugen. Dann weiter rechts befinden sich die Mainstream-Demokraten. Mit ihren Stimmen kann er auch größtenteils rechnen. Sogar wenn er in einigen Bereichen radikaler ist als sie.

Aber was passiert weiter in Richtung der konservativen Demokraten und Unabhängigen etwa in der Mitte des Spektrums? Meistens werden ihre Stimmen benötigt, um über 50% zu erreichen, aber die Vorlieben unterscheiden sich so stark von denen des Demokraten, dass sie ihm ihre Stimme vielleicht nicht geben werden. Sie wählen vielleicht sogar einen Republikaner.

Also bleibt als einzige Möglichkeit, um die Stimmen in der Mitte zu gewinnen, die Position in deren Richtung zu verändern. Wer gewinnen will, muss seine Position auf den Durchschnittswähler ausrichten – also denjenigen, der genau in der Mitte des Spektrums steht – weil er der ausschlaggebende Stimmberechtigte ist, der zu überzeugen ist, um die Mehrheit zu erhalten.

Das Ergebnis ist eine Abkehr von der ursprünglichen Position. Werden die Wähler weiter links trotzdem für den Demokraten stimmen. In einem Zweiparteien-System ist das wahrscheinlich. Der Demokrat wird näher an deren Position sein, als der Republikaner und wie wir alle wissen, gibt es keine anderen vertretbaren Kandidaten.

Der republikanische Gegner wird genau das Gleiche tun. Wenn er mehr Leute als die extrem republikanischen Wähler überzeugen will, muss er die anderen weiter links für sich gewinnen und zuletzt auch den Durchschnittswähler in der Mitte! Und genau das ist der Grund dafür, warum Politiker am Ende immer das Gleiche sagen. In einem Zweiparteien-Mehrheitssystem ist der Durchschnittswähler derjenige, um den am meisten gekämpft wird.

Produktion:
InfokriegerBerlin

Übersetzung:
Peter Müller

Original:
LearnLiberty
Why Do Politicians All Sound the Same
youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=P34SUDahiA0

 

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6 Responses to Warum Politiker immer das Gleiche sagen

  1. markus_eserver sagt:

    Der Ton ist etwas leise.

  2. Diese Ausführungen gelten nicht nur für ein Zwei-Parteien-System. Sie gelten für jedes System, das Machthaber setzen, um sich durch das Ritual von Wahlen vordergründig legitimieren zu lassen. Funktioniert dies nicht, so werden die Regeln geändert.

    Wir können also aus der Grundmenge aller Interessen beliebig viele Teilmengen nehmen und diese Parteien nennen. Ist sich eine Partei ihrer Anhängerschaft sicher, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als einer möglichst weitreichenden Nachbarschaft zu signalisieren, dass mit ihrer Wahl auch ihre Positionen vertreten werden. Damit ist die eigene Anhängerschaft bereits verraten. Nach der Wahl entsteht eine Klumpenbildung, auch Koalition genannt, welche nun gut daran tut, die Interessen der nicht verklumpten Anhängerschaft (Opposition genannt) zu vertreten. Deshalb fühlen sich regelmäßig alle Wähler getäuscht. Bekommt also bei uns z. B. die SPD keine Mehrheiten zusammen, liegt es nicht an ihrer Politik, sondern daran, dass die CDU sozialdemokratische Politik exekutiert.

  3. Wähler sagt:

    Mehrparteiensystem, keine Hürde, keine Listenverbindungen, Proporz, Zweikammersystem mit sehrgrosser und sehr kleiner Kammer, starker Föderalismus und keinen Fraktionszwang und schon sind die besprochenen Probleme verschwunden.
    Die verpeilte Amipooitik taugt wohl im Festlandeuropa kaum als Kritikschablone.

  4. Meikell56 sagt:

    Ich habe, als kleiner lokaler Politiker, des öfteren etwas anderes gesagt als das, was alle immer sagen (nichts extremes!)

    Resultat: Antrag auf Parteiausschluss, Abwahl aus allen Funktionen, Verlust von 5 Prozentpunkten bei der letzten Kummunalwahl, schlechter Schlaf Magenschmerzen.

    Ich glaube immer noch, dass das, was ich gesagt habe richtig ist und war! Aber, es interessiert niemanden wirklich, weder „die Politiker“ und erst recht nicht „die Bürger“. Ich überlege jetzt, bei Big Brother oder Top-Model anzutreten, da sehen mir die Leute wenigstens in wahren Scharen zu 😉

  5. sniko sagt:

    Ich finde die Konzentration auf dieses Links-Rechts-Theater kontraproduktiv, es lässt sich noch nicht mal definieren, was das ist. Und wenn man mit dem undefinierten Gefühl von „Links“, „Rechts“, „Grün“ oder blaurosa geblümt einen echten „Linken“ oder „Rechten“ wählen würde, würde der mit nur dem geringsten Krümel Macht, oder auch nur der Aussicht darauf, innerhalb kürzester Zeit ins Lager der grauen Blockparteien korrumpiert werden. Aber wie gesagt, der Unterschied zwischen „vergewaltige mich von links“ und „vergewaltige mich von rechts“ ist nicht definierbar und wurde nur zum Zwecke der Konfusion überhaupt geschaffen.
    Das trifft’s glaube ich ganz gut:
    „Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit linguistischen Mitteln“ (Pepe Escobar)

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