Ist es für Voluntaristen in Ordnung, öffentliche Straßen zu benutzen? Weshalb lehnen sie Wählen innerhalb des Sklaventums ab und erkennen es nicht als Selbstverteidigung an? Warum akzeptieren Voluntaristen gleichzeitig aber das Benutzen staatlicher Einrichtungen wie S-Bahn, öffentliche Toilette, usw.?

Zur Beantwortung dieser Frage muss zunächst der Aspekt des Eigentums geklärt werden. Eigentum kann im voluntaristischen Sinn nur rechtmäßig erworbenes Eigentum sein. Das beinhaltet alles, wofür ein Mensch freiwillig seine persönliche Lebensleistung gegeben hat und alles, was durch freiwilllig zustandegekommenen Tausch erworben wurde. Alles andere ist aus voluntaristischer Perspektive kein Eigentum, sondern Raubgut oder Diebesgut oder die Beute aus einer Erpressung.

Die sogenannten „öffentlichen Güter“ sind Güter, die von friedlichen Menschen unter Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung erpresst wurden. Sie sind nicht Eigentum von irgendwem, sondern Diebes- bzw. Raubgut. Die Benutzung dieser Güter ist nicht gleichzusetzen mit der ausdrücklichen Einverständniserklärung (durch Wahlteilnahme) mit der unrechtmäßigen Art und Weise, durch die diese Güter zustandegekommen sind, also mit der gewaltsamen Erpressung.

Voluntarismus ist ein individualistischer Ansatz mit einem sehr einfachen Prinzip:
Im Leben jedes Menschen gibt es gegenüber jedes anderen Menschen auf dieser Welt, der friedlich ist und niemandem etwas getan hat nur eine einzige Verpflichtung – sein Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf sein rechtmäßig geschaffenes oder erworbenes Eigentum (also die auf freiwilligem Weg „materalisierte Form“ seines Körpers bzw. seiner Lebensenergie oder ein Tauschäquivalent) nicht zu verletzen. Seinem Körper oder Eigentum also einen Schaden zuzufügen, verstößt gegen dieses Prinzip.

Die Benutzung von z.B. Straßen, die kein rechtmäßiges Eigentum von irgendwem sind, sondern Raubgut, ist kein Verstoß gegen dieses Prinzip. Sich aber in irgendeiner Form aus freier Entscheidung an einem Mechanismus zu beteiligen, der dazu da ist, anderen das Recht zu geben, sich gewaltsam in das Leben anderer Menschen einmischen zu können, ihnen also das Recht auf Raub, Diebstahl und Körperverletzung zu geben, ist dagegen ein ganz eklatanter Verstoß gegen dieses Prinzip.

Diese sehr häufig gestellte Frage erreichte uns über http://www.ask.fm/freiwilligfrei.

Werft ruhig mal einen Blick hinein, wir haben dort schon fast 300 Fragen rund um den Voluntarismus und um FreiwilligFrei beantwortet und freuen uns auf jede weitere Frage.

 

66 Responses to Wählen und die Straßen (VIDEO-UPDATE)

  1. Felix sagt:

    Das scheint mir eine indirekte Antwort auf Oliver Janichs harter Kritik zu sein:
    http://www.youtube.com/watch?v=EVyzFrN4xzU
    Wenn Ihr es blöd findet, dass ich das hier gepostet habe, dann würde ich es Euch nicht übel nehmen, wenn Ihr diesen Kommentar löscht.
    Ich pesönlich werde die PdV wählen, weil die Idee der Freiheit durch mögliche Einzüge in die Parlamente nichtmehr unterdrückt werden könnte.

    • michael sagt:

      das war eigentlich nur eine antwort bei ask.fm, die wir artikelwürdig fanden am ende :)…vor allem, weil diese frage auch oft gestellt wird.

      und nein, wenn kommentare höflich geschrieben sind, haben wir kein problem damit sie zu veröffentlichen…auch wenn sie kritisch sind.

      • Felix sagt:

        Super, danke!
        Der Kommentar war nicht nur höfflich geschrieben, sondern auch höfflich gemeint.
        Ich finde Eure Arbeit/Leidenschaft im Sinne der Freiheit sehr gut und verbreite Eure Beiträge und Flyer soweit ich kann.
        Wegen meiner Zustimmung zur PdV (weil sie zumindest die richtige Richtung einschlägt), finde ich das Thema Nichtwählen schwierig. Wäre es nicht besser, wenn Ihr erstmal nicht soviel darüber veröffentlicht? Ihr müsst ja deshalb nicht Eure Meinung darüber ändern.

        P.S.: Das mit ask.fm habe ich nicht verstanden. Gibt es einen Link dazu?

        • michael sagt:

          es wäre bestimmt besser, für leute die es gut finden, daß menschen über andere menschen herrschen sollen und das es so bleiben soll 🙂

          meinste wenn wir das tun würden, daß die politiker weniger wahlpropaganda machen würden 🙂 ?

          • Felix sagt:

            Die PdV möchte doch offiziell erstmal einen Minimalstaat. Ich habe eben mal bei ask drüber geschaut und gelesen, dass jmd. von euch (weiß jetzt nicht, wer da geantwortet hat) sich an einer Abstimmung zur Auflösung des Staates beteiligen würde. Die PdV wäre die einzige Partei (etwas Utopie sei gestattet), bei der man sich soetwas vorstellen könnte, wenn der Libertarismus sich eine Zeit lang bewährt hat. Janich sagt ja auch, dass er sich eine komplette Abschaffung vorstellen könnte, es aber nicht ins Parteiprogramm schreiben darf.
            Ich befürchte, dass die AfD in die Parlamente einzieht und damit Parteien wie die PdV in Vergessenheit geraten. Gerade bei FreiwilligFrei tummeln sich nunmal potentielle Wähler herum.
            Ich habe mich heute mit jmd. unterhalten, der die Linke für eine alternative hält. Es ist unmöglich so jmd. (der mir sehr nah ist) davon zu überzeugen, dass die Linke völlig Systemkonform ist.
            Die Mehrheit ist nunmal auf Politik getrimmt und braucht auch Aufklärung aus dem Bereich, von dem sie etwas erwarten und das ist nunmal die Politik.

          • michael sagt:

            alle parteien sind völlig systemkonform… das liegt in der natur der sache.

            wenn es um aufklärung um das thema freiheit geht, dann ist es ein performativer widerspruch es, über die politik zu tun…nach dem motto:
            ich strebe herrschaft an, um den leuten zu erklären, daß das streben nach herrschaft etwas schlechtes ist 🙂

            das ist so, als ob ein fetter mensch sein erfolgreiches diätkonzept an den mann bringen will 🙂

          • Felix sagt:

            Ich denke eben, dass wir Freiheitsliebenden auf diese Weise immer eine Minderheit bleiben werden und die nächsten paar Jahrhunderte der Etatismus vorherrschen wird, wenn wir nicht die Mittel des Systems nutzen.
            Konsequenz in allen Ehren 🙂

            Schaffe es mal wieder nicht, mich ins Bett zu bewegen – Für heute wünsche ich erstmal gute Nacht !

  2. Felix sagt:

    *schäm* da ist ja der Link 🙂

  3. wecksignale sagt:

    @fwf …macht doch mal nen gut sichtbaren, aussagekräftigen direktlink zu eurer ask.fm-seite. das „frag nach“-eingabefeld ist zwar toll, wer aber ask.fm nicht kennt, weiss damit nix anzufangen und hat keine ahnung, dass dort die mehrheit aller immer wieder auftauchenden fragen bereits beantwortet sind.

  4. Libertarian sagt:

    „Weshalb lehnen sie Wählen innerhalb des Sklaventums ab und erkennen es nicht als Selbstverteidigung an? “

    Im Bezug auf diese eine Frage sehe ich noch nicht wirklich eine für mich ausreichende Antwort in dem Text:

    Wenn ich von einem Menschen mit einer Waffe, z.Bsp. einem Messer bedroht werde, dann sind meine Aussichten mich selbst zuverteidigen, doch wesentlich höher mit einem Messer als ohne Waffe.

    Wenn mich der ganze solialistische staatliche Einheitparteienbrei per politischer Wahl unter Androhung von Gewalt zu Verhalten zwingt, welches ich freiwillig niemals tun würde, sind meine Aussichten mich dagegen zu wehren (Selbstverteidigung) nicht wesentlich höher mit den ebenfalls mir gegebenen Waffen, nämlich der Wahl einer politisch (im Rahmen der Verfassung maximal) libertären Partei, als ohne die Nutzung DIESES EINEN Wahlrechtes (also nicht die Wahl IRGENDEINER Partei)?

    Wie gesagt würde mich aus voluntaristischer Sicht im Speziellen die Widerlegung dieses einen Punktes bzgl. Selbstverteidigung noch genauer interessieren.

    Danke vorab + tolle Arbeit macht ihr hier!!

    • FwF-sandman sagt:

      Ganz einfach und in logischer Erklärung:

      1. Anarchismus bedeutet „Keine Herrschaft“, also die Ablehnung JEGLICHER Herrschaftsformen. Das ergibt sich einzig und allein aus der Bedeutung des Wortes.

      2. Parlamentarismus ist eine Herrschaftsform ( Das ergibt sich aus der Definition: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17991/parlamentarismus

      Folgerung:

      Wenn wir als Anarchisten die parlamentarische Wahl oder die Kandidatur für ein parlamentarisches Amt befürworten (Befürwortung ist das Gegentei von Ablehnung), geraten wir in einen logischen Widerspruch zu unserer Anarchistischen Haltung.

      Unser Zweck hier ist nicht die Schaffung eines Minimalstaates oder die Senkung der Steuern. Unser Zweck ist es, anarchistische Philosophie zu erklären und für sie zu werben.

      Bitte unbedingt melden, wenn es jetzt noch Missverständnisse gibt.

      • Felix sagt:

        Wenn ein Pazifist sich wegen seiner Prinzipien abstechen läßt, dann verliert er sein Leben (auch wenn ich das den meisten sog. Pazifisten nicht abnehme oder ihnen nicht bewusst ist, was Pazifismus bedeutet).
        Deshalb ist Selbstverteidigung ja ethisch in Ordnung.
        Das Missverständnis liegt nicht in der Philosophie des Voluntarismus an sich, sondern in der Ablehnung der „Selbstverteidigung“ mit Hilfe von Wahlen, wobei die eigentliche Ablehnung des Parlamentarismus der Notsituation weichen muss.

        • Felix sagt:

          Der letzte Satz ist etwas verdreht, kommt davon, wenn man während des Schreibens formuliert. Aber die eigentliche Aussage sollte klar sein 🙂

        • michael sagt:

          zu dem aspekt steht in folgendem artikel etwas:
          Politiksüchtige Libertäre – Augen im Kopf und trotzdem blind

          „Auf Ihren Einwand der Selbstverteidigung, antworte ich: Na schön, verteidigen Sie sich doch, aber lassen Sie mich damit in Ruhe. Zu Wählen ist gerade deswegen falsch, weil Sie mich nicht in Ruhe lassen. Wenn Sie Ihren Kandidaten zur Selbstverteidigung ins Amt wählen, wird seine Macht nicht auf Sie persönlich und alle diejenigen beschränkt, die ihn gewählt haben. Er bekommt Macht über mich, und andere wie mich.

          Wenn Sie die Wahlkabine betreten, begehen Sie einen Akt der enormen Anmaßung. Sie maßen sich an, dass Sie das Recht dazu hätten, einen politischen Schutzengel für mich zu ernennen – einen wohlwollenden Schutzengel, werden Sie behaupten, aber dennoch einen Vormund. Jetzt muss ich meine Frage an Sie als Libertären noch einmal wiederholen: Woher haben Sie dieses Recht? Sie haben keine besondere Befugnis über mich. Wie haben Sie dann das Recht erhalten, einen Vormund für mich zu ernennen? Woher nehmen Sie sich die Frechheit, sich dafür einsetzen, dass Ed Clark oder jemand anderes die Macht über mein Leben und meinen Tod und über dem Millionen anderer Amerikaner haben soll? Sie behaupten, aus Notwehr und Selbstverteidigung. Ich behaupte, dass Ihre Stimme weit über den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei Notwehr hinausgeht.“

          die frage ist, gegen was du dich wehren willst…. wenn du dich gegen die herrschaftsausübung gegen dich wehren willst, mußt du die ursache finden (oder dich konkret gegen den staatsdienber wehren, der an deine haustür klopft).
          meiner meinung liegt sie in den köpfen der menschen, in form des aberglaubens, daß herrschaft über mitmenschen legitim ist, ja sogar etwas gutes, wenn die personen einen schönklingenden titel haben, wie politiker etc.

          durch das wählen, änderst du erstmal garnichts in richtung freiheit,wenn du das ursächliche problem erkannt hast…. du kannst entweder alle köpfe abschlagen, in denen dieser herrschaftsermöglcihende aberglaube ist oder du kannst diesen aberglauben als solchen identifizieren und so festmachen, daß er auch für andere sichtbar wird.

          wenn du wählst, kannst du sich nicht gegen herrschaft aussprechen, weil das wie schon vorher erklärt, ein performativer widerspruch ist.

          ich würde mir niemals anmaßen wollen, einen herrscher für dich auszuwählen… dies kann keine selbstverteidigung sein, wenn ich einen herrscher meiner wahl für andere menschen wähle.
          denn ich kann kein recht weiterdeligieren, welches ich selber nicht besitze.

        • FwF-sandman sagt:

          Wahlen sind aus unserer Sicht keine geeignete Selbstverteidigung. Das ist ja das Problem. Wir fühlen uns erst dann erfolgreich selbstverteidigt, wenn wir das Regelmonopol mit dem alleinigen Recht auf Gewaltausübung zu 100 % los sind. Der Parlamentarismus bietet diese Verteidigung nicht. Er lindert höchstens den Schmerz, und das auch nur theoretisch.

          Für eine echte Selbstverteidigung müssen erst mehr Menschen das wollen, was wir wollen. Die libertäre Politik hindert die Menschen aber, weil sie im System gehalten werden.

          Eine echte Selbstverteidigung ist erst dann möglich.

        • Dreamer sagt:

          Indem Du wählen gehst, legitimierst Du eine Gruppe von Menschen dazu, über dich und andere Menschen mit Zwang und (Staats-)Gewalt zu herrschen. Das ist keine Selbstverteidigung, sondern zutiefst unmoralisch.

          Interessant in diesem Zusammenhang, wer als „Tyrann“ gilt: ein Herrscher, dem die Legitimität(!) abgesprochen wurde.

  5. Mielia sagt:

    Wenn die Benutzung öffentlicher Straßen, Verkehrsmittel, Toiletten, … kein „Problem“ darstellt…

    … wie sieht es dann mit dem Besuchen von öffentlichen Universitäten (und vllt gar mit dem Nutzen öffentlicher Gelder wie etwa das sog. Hartz IV) aus?

    (guck auch gleich mal selbst bei ask, vllt finde ich ja meine antwort;
    Gelder anzunehmen, halte ich für nicht okay, aber das ist so eher intutitiv, ich könnte es leider nicht endgültig logisch, rational begründen :/.)

    Grüße,
    Mielia

    • Joker sagt:

      Naja, das ist etwas, das sich im Grunde der Kontrolle entzieht, da das System staatlicher Finanzierung so komplex und undurchsichtig ist, dass du kaum etwas machen kannst, ohne staatliche Gelder zu verwenden. Jeder (oder zumindest nahezu jeder) Preis wird irgendwie durch staatliche Subventionen so beeinflusst, dass jemand durch den Kauf ungerecht benachteiligt wird.

  6. Sebastian sagt:

    Habe soeben passend zum im Artikel behandelten Thema parallel auf Facebook ein interessantes Statement eines Mitglieds der PDV gelesen. Welche Antwort habt ihr auf die dort getätigten „Vorwürfe“?

    „Voluntaristen, die nach FWF-Manier aufrufen, das System nicht durch Wählen weiter zu legitimieren, sollten sich folgendem Gedanken stellen: Keine initiierende Gewalt ist schön und gut, jedoch initiieren Voluntaristen noch immer indirekt Gewalt über ihre Steuern und Abgaben, die sie weiterhin zahlen. Denn dadurch wird das System gestützt. Dadurch bezahlt das System die Waffen, die Polizisten und die Richter, die ihrerseits Gewalt gegen andere initiieren – sogar gegen den Voluntaristen selbst. Man kann also sagen, dass der Voluntarist sogar Gewalt gegen sich selber initiiert, solange er selbst im System gefangen ist.

    Will er dem System die Unterstützung vollständig entziehen, muss er zwangsläufig sämtliche Zahlungen an das System einstellen. Damit wendet sich das System aber mit voller Gewalt gegen ihn selbst. Um das zu verhindern, zahlt der Voluntarist brav weiter seine Steuern und hält sich auch sonst brav an die Regeln des Systems – er legitimiert so das System de facto. Und er hat keine Chance, will er frei bleiben, sich dem System zu entziehen. Gleichzeitig verweigert er aber aktiv eine Veränderung des Systems von innen heraus (über Wahlen) zum Positiven. Somit bleibt der Voluntarist in seiner eigenen Zirkelschlusslogik gefangen und kann nur darauf hoffen, dass plötzlich alle Voluntaristen werden (vielleicht durch kosmische Strahlungsspitzen?). Denn selbst wenn 2/3 der Bevölkerung Voluntaristen wären, würde sich das System bei strikter Einhaltung deren Logik nicht ändern. Denn sie selbst könnten es, ohne politisch zu werden, nicht ändern.“

    • michael sagt:

      das würde ich gerne mit einer frage beantworten:

      initiiert ein raubopfer gewalt, indem es sich ausrauben läßt und mit dem raubgut etwas unmoralisches angestellt wird vom räuber, wie zb waffen für einen weiteren raub zu kaufen?
      wäre das raubopfer schuld am raub, weil es nicht sichergestellt hat, einsam auf einem berg zu leben, wo kein räuber hinkommen kann?
      sind frauen schuld vergewaltigungsopfer zu werden, weil sie sich sexy anziehen?

      man muß bei solchen fragestellungen auch unbedingt darauf achten, daß sehr gerne und schnell die schuld dem opfer und nciht dem täter in die schuhe gesteckt wird…
      genauso wird hier dem, der dieses herrschaftssystem mit wort und TAT ablehnt die schuld zugeschoben, anstatt demjenigen, der das hersschaftssystem mit wort und tat unterstützt.

      • Sebastian sagt:

        Ihr sagt ja, dass ziviler Ungehorsam unabdingbar und geradezu die einzige Möglichkeit sei, damit sich eine voluntaristische Gesellschaft bildet.

        Wie konsequent bist du, Michael, gehst du mit gutem Beispiel voran?
        Wie geht speziell dein ziviler Ungehorsam vonstatten? Zahlst du Steuern (und finanzierst damit dieses Herrschaftsmodell mit Gewaltmonopol)? Falls ja, ab welchem Zeitpunkt würdest du keine Steuern mehr zahlen? Ist es fair von seinen Mitmenschen zu erwarten, dass sie keine Steuern mehr zahlen, obwohl sie das Risiko des Freiheitsentzugs auf sich nehmen während du weiterhin Steuern zahlst, um einem Angriff auf deine Freiheit zu entgehen?

        Welche staatlichen Vorschriften befolgst du nicht mehr und wann widersetzt du dich der Zahlung übriger Abgaben und der Beachtung übriger Vorschriften?

        Falls du Steuern und andere Abgaben zahlen und dich sonst auch an Recht und Ordnung im Sinne des Staates halten solltest, findest du dann, dass dein Handeln konsequent ist?

        Ist es nicht ein unlogisches Verhalten bzw. inkonsequent, wenn man argumentiert, dass ziviler Ungehorsam der einzige Weg sei eine voluntaristische Gesellschaft zu erreichen, selbst jedoch im Rahmen der staatlichen Vorschriften handelt?

        Ich würde es begrüßen, wenn du direkt und ohne Gegenfrage auf meine Fragen antworten könntest. Besten Dank dafür vorab!

        • FwF-sandman sagt:

          Sebastian, wir werden bei bestimmten Dingen unter der Androhung physischer Gewalt gezwungen, zu kooperieren. Steuern zahlen, bei rot stehen bleiben, usw.. Bei anderen Dingen werden wir nur gebeten oder aufgefordert.

          Zur Zeit kommen wir den erzwungenen Dingen nach, den freiwilligen nicht. So einfach ist das. Alles andere wäre kontraproduktiv, da die Zahl nicht ausreicht. Bis dahin wird diese Schlacht zwischen den Ohren gwonnen, nicht auf der Straße und nicht im Parlament.

          Zuerst kommt die Erkenntnis, dann die persönliche Freiheit, dann vielleicht irgendwann die gesellschaftliche.

          • Sebastian sagt:

            Ergo ist dein/euer Handeln (verständlicherweise) nicht konsequent!

            Wäre es in der Nachbetrachtung nicht angemessener, wenn ihr euch an die eigene Nase fasst und erstmal selbst konsequenter handelt, bevor hier gegenüber Individuen, die, um Freiheit zu erreichen, zusätzlich den politischen Weg wählen möchten, die moralische Keule geschwungen wird?

            Das ist kein Vorwurf, die Frage ist ernst gemeint.

          • isomorph sagt:

            Fwf wird sicher nicht mit ihren Begründungen, warum sie bei Politik nicht mitmachen wollen, warten bis sie es geschafft haben, alle ihre Steuern zu hinterziehen.

            Ist es das, was du ernsthaft verlangst, mit `an die eigene Nase fassen` ?

            Kann man etwa erst konsequent denken, wenn man es geschaft hat, sich konsequent von Herrschaft zu befreien? Vorher nicht?

            Wie soll das gehen?

          • Sebastian sagt:

            Es geht NICHT um die EIGENE Entscheidung – nicht zu Wählen (völlig legitim) – SONDERN um das Appellieren an die Moral und die lautstarken VORWÜRFE gegenüber den Individuen, die zusätzlich den politischen Weg wählen möchten. Ich dachte das wäre deutlich genug formuliert gewesen.

            Mal ganz abgesehen von der Missachtung der Grundsätze gewaltfreier Kommunikation während dieser „Anti-libertäre-Politik“-Kampagne“…
            (Das ist für mich zwar völlig unerheblich, jedoch wurde die GFK ja bereits des öfteren zum Thema gemacht und ihr beherzigt diese Grundprinzipien ja sonst in fast jedem eurer Aufsätze, vor allem aber in den unzähligen Kommentaren auf so vorbildliche und bemerkenswerte Art und Weise.)

          • michael sagt:

            sebastian, kann es sein, daß du hier mit zweierlei maß misst?

          • FwF-sandman sagt:

            Sebastian, vielleicht missverstehen wir uns etwas. Ich versuche mal, herauszufinden, woran das liegen könnte. Erstmal, GFK ist mir persönlich sehr wichtig, in Verbindungmit der Möglichkeit, andere Menschen zu überzeugen und Konflikte zu vermeiden. Ich wünschte ich würde GFK besser anwenden können.

            Unsere Position:

            1. Der rein philosophische Aspekt: Als Anarchisten können wir Parlamentarismus nicht befürworten, ohne in einen performativen Widerspruch zu geraten, weil Anarchie die Ablehnung jeglicher Herrschaft bedeutet und Parlamentarismus eine Herrschaftsform ist.

            Da die Gültigkeit von Aussagen in ihrer logischen Widerspruchsfreiheit begründet ist, wir diese als die Stärke der anarchistischen Philosophie ansehen und einzig und allein das Ziel haben, diese zu verbreiten, können wir nicht auf den Zug der Politik aufspringen.

            Rein vom sachlichen Aspekt muss Dir das einleuchten. Ich würde Dich diesbezüglich um eine kurze Bestätigung bitten.

            2. Der Aspekt der fehlenden Erfolgschancen politischer Arbeit: Dieses ganze politische Schauspiel dient der Verwässerung der Verantwortung und der Pseudolegitimation. Alles hängt von EINER Entscheidung des Bürgers ab. Wo mache ich mein Kreuz?
            Die Zeit davor liest kein Mensch die Wahlprogramme, lernt die Abgeordneten kennen, damit die einen überhaupt vertreten können. Man gleicht auch nicht die Versprechen vor der Wahl mit den Handlungen nach der Wahl ab. Würde man das tun, würde man vor Hoffnungslosigkeit zu Stein werden.
            Nachdem man sein Kreuz gemacht hat, ist man Gott sei Dank endlich diese schwere Verantwortung los (ist man das wirklich?) und hat sie in die Hände der RICHTIGEN gelegt. Jetzt gibt es wieder Sportschau und Bier.
            Die politischen Alternativen (Parteien) buhlen um diese eine Entscheidung und vermischen sich in diesem Prozess. JEDE Partei braucht ZUSÄTZLICHE Stimmen, die NUR im Lager des Gegners zu finden sind. Will man wachsen, MUSS man sich anderen Meinungen öffnen und diese bewerben. Sonst bekommt man keine ZUSÄTZLICHEN Stimmen.
            Es ist so sicher wie der Tod, dass auch die PDV ihr Programm verwässern MUSS, wenn sie uns in die Freiheit führen will. Ihr jetziges Programm reicht vielleicht für 0,2% der Stimmen.
            Parlamentarische Politik als Mittel zur Freiheit zu sehen, ist in meinen Augen falsch, da Freiheit in der Eigenverantwortung liegt. Diese gibt man nicht an der Wahlurne ab und nennt sich dann frei.

            Wie Du zu diesen Gedanken stehst, weiß ich nicht. Du wirst sie sicherlich nachvollziehen können, aber dabei vielleicht zu einer anderen Beurteilung der Chancen kommen. Egal.
            Zwei Dinge müssten jetzt klar sein. Wir haben verdammt gute Argumente, und es ist legitim, dass wir diese vorbringen.

            Die Kritik an uns seitens der Befürworter der politischen Variante: Die Kritik an unserer Position kommt aus mehreren Richtungen.

            1. Man wirft uns vor unlogisch zu sein und keine Argumente zu haben.

            Häufig besteht hier ein Missverständnis über unser Ziel. Wir wollen NICHT den Staat verkleinern. Wir wollen NICHT jetzt irgendeinen Aktivismus an den Tag legen, der die Welt in den nächsten 10 Jahren besser macht. Wir wollen eine Idee verbreiten, die unserer Meinung nach verbreitet werden muss, um irgendwann eine anarchistische Gesellschaft möglich zu machen. Wie das nachher vonstatten geht ist für uns in diesem Moment noch nicht relevant. Wenn man diese Prämisse akzeptiert, kann man uns nicht vorwerfen unlogisch zu sein. Ich hoffe, dass Du mir da Recht geben kannst.

            2. Man wirft uns vor, nichts zu tun.

            Das können wir klar widerlegen, denn die Vorwürfe kommen immer während man auf unserem Blog oder woanders auf Aktionen von uns reagiert, sonst bräuchte man diese Behauptungen ja nicht aufstellen. Dieser Vorwurf ist also Quatsch. Man kann höchstens sagen man findet es doof, was wir machen. Eine solche Aussage hätte aber keinen höheren Wert als meine Vorliebe für Erdbeereis.

            3. Man wirft uns vor, zu provozierend und und „beleidigend“ vorzugehen und einer bestimmten Partei zu schaden.

            Was eine Beleidigung ist, muss erst gesetzt werden. Ich empfinde das Wort „Hund“ vielleicht beleidigend, Du vielleicht nicht. Es ist also zumindest schwierig, sich da immer so sicher zu sein. Wir haben nicht die Absicht irgendwem speziell zu schaden. Natürlich ist es logisch, dass Parteien sich von uns geschädigt fühlen, wenn wir ihnen den einen oder anderen Wähler abspenstig machen. Das ist aber unter den Parteien auch nicht anders. Das ist eben Wettbewerb.

            Worüber wir uns streiten können, ist, ob wir vielleicht zu provokant und zu lange auf diesem Thema rumreiten. Ich finde das auch, meine Kollegen finden das nicht. Du siehst, wir sind da auch nicht immer einer Meinung. Ich würde mir auch wünschen, dass wir alle unsere Argumente etwas GFK-mäßiger austauschen. Aber das wird wohl nichts.

            Ich hoffe, dass ich unsere Position jetzt etwas besser rüberbringen konnte als bisher.

          • Sebastian sagt:

            Michael, ist es dir möglich, meine Frage konkret zu beantworten?
            Wenn du das nicht möchtest, dann ist das auch ok. Teile mir das doch bitte nur kurz mit, dann kann ich meine Zeit sinnvoller nutzen.

          • isomorph sagt:

            Hallo Sebastian, ja mit der GFK habe ich auch so manchmal meine Mühe.

            Fwf wollte wohl sicher keine moralische Keule schwingen, sondern nur begründen, warum sie nicht bei Politik mitmachen wollen. Die einzigen, die das moralische Keule nennen und sich geschlagen fühlen, sind bislang nur Libertäre. An welche diese Artikel jedoch gar nicht gerichtet sind und was auch sicher so nicht vorherzusehen war, diese Reaktionen vieler Libertärer, die so vehemennt die Politik verteidigen.

            lg iso

            der politische Weg
            http://isomorph.blogsport.de/

    • Dreamer sagt:

      Als ob in all den Demokratie-Jahren noch nie jemand versucht hätte, das System von innen heraus zu verändern oder sogar abzuschaffen. Wo sind die Erfolge und wo stehen wir heute?

    • Bastii sagt:

      Wir „zahlen“ übrigens auch keine Steuern. Wir kommen der Steuererpressung nach, weil wir nicht im Gefängnis vergewaltigt werden wollen. Man sollte keine Begriffe der Freiwilligkeit und des freien Marktes verwenden um über den Staat zu reden.
      Der Staat überlebt auch nicht weil wir Steuern zahlen, sondern weil es genug Leute gibt die die Waffe, die auf ihren Kopf gerichtet ist, anhimmeln und sagen, sie wer das tugendhaftigste und moralischste der Welt.

  7. Marius sagt:

    Ich verstehe eines nicht: Wählen ist ein Akt der Gewalt. Gewalt ist aber gerechtfertigt, um sich zu verteidigen. Wenn ich jetzt die Partei wähle, die mir noch am wenigsten Freiheit nehmen will, z.B. PdV, ist das dann noch Notwehr oder ist das dann Unterdrückung der Nichtwähler?

    • FwF-Manuel sagt:

      Wie schon oft hier angesprochen versuch ich es gerne mal mit meinen Worten Mario.

      Ich finde die Wahl als schlecht zur Selbstverteidigung, da du bei der Wahl ein Recht weiter gibst welches du nicht hast.

      Würdest du deine Stimme nur für dich alleine abgeben können wäre das alles vollkommen ok, aber das geht in unserem System nicht. Deine Stimme legitimiert auch, dass diese Partei, die du wählen willst z.b. über meine Mutter herrschen könnte, was ist wenn sie das nicht will?

      Auch wenn die Absichten und Ziele alle ehrenwert sind, wir sehen es als falsch an dies auch anderen mit Zwang aufzudrücken. Leider ist unser System genau darauf aufgebaut.

      Ich persönlich habe auch gar keine Lust meine „Stimme abzugeben“ ich brauche keine „Vertreter“. Ich brauche keinen dem ich nachrennen kann, keinem der es für mich richten wird, ich kann das alles selber. und glaub mir Marius, auch du kannst das 😉

      • Marius sagt:

        Ich selbst befürworte eine Klausel in der Verfassung, die jedem menschen den Ausstieg aus dem staatlichen System ermöglicht: Die Person, die austritt, muss keinerlei staatliche Vorschriften beachten, noch Steuern zahlen, noch erhält sie irgendeine staatliche Leistung. Dann wäre der Staat ein Marktresultat und gerechtfertigt. Ich weiß, was Wählen ist. Ich meine nur. Dadurch, dass wir nicht wählen, bekommen wir aber am Ende dennoch einen Vertreter, nur ist der dann rot, braun, was auch immer. Wir können natürlich hoffen, dass 100% der Menschen unsere Ansichten teilen oder ein John Galt kommt und die Produktiven zur Aufgabe überredet, aber ich bin wenig zuversichtlich. Wenn uns durch Nichtwählen ein Vertreter erspart bliebe, dann könnte ich euch voll verstehen. Aber mittlerweile wählt ein beträchtlicher Teil der Menschen gar nicht mehr und dennoch bekommen wir Vertreter.

        • FwF-sandman sagt:

          Hi Marius,

          Solch eine Klausel würde ich auch befürworten. Wir beide wissen natürlich, dass das nur eine Illusion ist. Auf politischem Wege KANN es nicht zu dieser Klausel kommen. Demokratie ist ein Machterhaltungssystem, dass auf Umverteilung (Plünderung) mittels Besteuerung und Verschuldung basiert. Fast alle Bürger fragen Plünderung nach, um bei Ayn Rand zu bleiben. Diese Nachfrage wird befriedigt. Dass die Bürger dafür mit dem bürgen, was sie haben, ist ihnen in der Regel gar nicht bewusst, sie glauben ja, bei der nächsten Wahl den für sie besseren Umverteiler wählen zu können, der dafür sorgt, dass sie mehr rausbekommen, als sie reinstecken müssen.

          Welchen Grund sollten diese Bürger haben, Umverteilung nicht mehr nachzufragen? Warum sollte diese Nachfrage jemals aufhören, wenn die Menschen doch eine Ordnung wollen, von der sie aufgrund ihrer Erziehung (sollte ich besser sagen: Konditionierung) glauben, sie müsse erzwungen werden?

          Natürlich bekommen wir das System nicht weg, wenn wir nicht wählen, aber auch nicht, wenn wir es tun. Die Wahl ist nichts weiter als eine Akzeptanz dieser Systemregeln in einem weiteren Bereich, der auch noch freiwillig ist. Wahlpflicht gibt es ja nicht. Gäbe es sie würde ich hingehen und „Fuck off“ auf den Zettel schreiben. Wäre die Wahl nicht mehr geheim, würde ich meinen Lektor mitnehmen, damit ich wenigstens bei diesen Worten keinen Rechtschreibfehler produziere.

          Ich persönlich glaube, dass es eher irgendwann zu einer Streiknummer kommen muss, wie bei Rand. Die Plünderer können wir nicht derart beeinflussen, dass sie gegen ihre persönlichen Interessen handeln. Wir können aber denjenigen, die die Plünderung bezahlen, dass es eigentlich ihr Interesse sein müsste, sich der Plünderung zu entziehen. Außerdem können wir die Konditionierung unserer eigenen Kinder beenden.

          Am Ende mag irgendwann die Chance auf irgendwas entstehen, dass mit Sezession zu tun hat.

          Also, was tun wir. Wir werben für eine Philosophie, in der Plünderung nicht vorgesehen ist. Uns interessiert nicht welchen Umverteiler sich die Masse beim nächsten Mal wählt, wir haben nämlich keinen Einfluss darauf.

          Gruß
          Hauke

          • Marius sagt:

            Also hoffen wir, dass das System auf absehbare Zeit kollabiert, die Menschen dann so einen Schrecken haben, dass sie keine Lust mehr auf den zwang haben und dann kommt Sezession? Wenn ich mir so angucke, was nach den beiden Weltkriegen, nach der Kulturrevolution oder dem russischen Bürgerkrieg passiert ist, dann hab ich da aber wenig Hoffnung. Die Menschen haben da nie raus gelernt und ich bezweifle, dass wir irgendwann nochmal Krisen bekommen, die die Weltkriege oder derartiges übersteigen. Nicht mal die Amerikaner wollten sich nach dem Unabhängigkeitskrieg dem Götzen Staat entledigen. Wäre es dann nicht vernünftiger, zwischen zwei schlechten Alternativen zu wählen und die Alternative zu wählen, die schmerzlindernd ist? Im US-Wahlkampf hat der Superreiche Adelson zum Thema Super-Pacs mal gesagt: „Ich bin dagegen dass Reiche im Wahlkampf mitmische, aber solange es möglich ist, werde ich es tun.“ Nur weil wir nicht wählen, werden es andere nicht auch lassen. Es gibt einen relativ fixen Teil der Bevölkerung der egal was passiert sein Kreuz sowieso bei den Etablierten machen wird. Dann doch etwas wählen, was unsere Schmerzen zumindest lindert oder?

          • FwF-sandman sagt:

            „Wenn ich mir so angucke, was nach den beiden Weltkriegen, nach der Kulturrevolution oder dem russischen Bürgerkrieg passiert ist, dann hab ich da aber wenig Hoffnung.“

            Ich habe auch keine. Es gibt eben keinen schnellen Weg und schon gar keinen, den wir jetzt allein beeinflussen können, indem wir wählen oder nicht wählen, labern oder nicht labern.
            Ich mache, was ich mache, weil ich mich dafür entschieden habe, erwartungslos, was die Konsequenzen betrifft.

    • FwF-sandman sagt:

      Marius, wählen selbst (Kreuz in einen Kreis machen und in eine Box werfen) ist KEIN Akt der Gewalt. Es ist jedoch eine Billigung von und eine Nachfrage nach Herrschaft. Dabei spielt es keine Rolle, wen Du wählst. Du bist, wenn Du wählst, damit einverstanden, dass sich irgendeine Regierung bildet. Du möchtest zwar die von Dir bevorzugte, unterwirfst Dich aber dem Mehrheitsentscheid.

      Wenn Du die PDV wählst, ändert das nichts. Das macht Dich nicht zu einem bösen und unmoralischen Menschen. Deine Ziele sind edel. Alles gut. Dennoch erreichst Du aus vielen Gründen, über die wir ausführlich geschrieben haben, nicht dein Ziel. Du weißt genau, dass die PDV nie regieren wird. Regieren könnte sie nur, wenn sie entsprechend ZUSÄTZLICHE Wähler findet. Ihr Programm reicht vielleicht für 0,2% der Menschen. Will sie mehr, muss sie sich öffnen und ihren „Katalog der Versprechungen“ erweitern. Fast alle Bürger hier in diesem Land fragen nämlich Herrschaft nach. Die wollen beherrscht werden, weil sie Angst vor der Alternative der eigenen Verantwortung haben.

      Im Parlamentarismus gilt das Mehrheitsdiktat. Die Mehrheit zwingt der Minderheit ihren Willen auf. Die Wahl und die darauf folgende Regierungsbildung ist der Prozess dieses Phänomens.

      Regiert nun die PDV, weil Du sie aus freiheitlichen Gründen gewählt hast, gelten die Gesetze (10% Mehrwertsteuer als alleinige Steuer) für alle. Eine Steuer ist allerdings auch dann Raub, wenn sie nur 10% beträgt. Außerdem ist das Mehrheitsdiktat moralisch nicht zu rechtfertigen. Ich wähle gar nicht. Muss ich den Regeln und Gesetzen Deiner PDV-Regierung folgen, auch wenn ich ihnen nicht zugestimmt habe?

      Das einzige, was die PDV für alle beschließen könnte, wäre die Regel: Niemand muss mitmachen.

      Das käme einem individuellen Sezessionsrecht gleich. Würde sie das Fordern und es würde bemerkt, wäre die Partei verboten.

  8. Goku sagt:

    Du findest es besser nur ein bisschen verprügelt zu werden als komplett verdroschen zu werden. Andere wollen eben gar nicht gehauen werden bzw. Selbst die Androhung von Gewalt ist zu viel.

    Fakt ist aber auch, dass der voluntarist nichts dagegen unternimmt, damit es besser wird. Er hofft, dass eines Tages alle Menschen aufwachen.

    • FwF-Manuel sagt:

      Hallo Goku,

      bist du dir sicher das es ein Fakt ist, dass wir nichts unternehmen? wie meinst du ist diese Internetseite entstanden? schau dich mal um wie viele schon von unserer Arbeit profitiert haben, ich habe in meinem persönlichem Umfeld auch schon einiges anstellen können, das ist sehr anstrengend aber ich habe einige Erfolge. Ich gebe Vorträge und ganz aktuell ich verpacke freiheitliche Inhalte in Musik, damit es noch mehr Menschen erreichen kann und sie aufwachen. Nennst du das nichts tun, ja dann hast du recht und es ist ein Fakt…

      Ich gehe nicht auf Demos, das stimmt, ich gehe nicht zur Wahl, das stimmt auch, aber nennst du das alleine etwas unternehmen?

      lg Manuel

      • Goku sagt:

        ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass der voluntarist nicht wählen geht. Es würde auch nichts bringen. Man kann alle Politiker austauschen und behält trotzdem das selbe kranke System. Man lackiert auch nicht sein auto in einer anderen Farbe wenn der Motor kaputt ist ..

        Ich rege mich halt auf, dass die meisten Leute die auf dem richtigen weg sind kaum etwas unternehmen. Die Filme und die Internet Seite finden nur Leute die auch schon in die selbe Richtung denken. Gedanken sind wie Magneten und die ziehen sich an.
        Also erreicht man kaum jemand neues.

        Und wenn man sich aufregt so lehnt man meist auch genau diesen teil an sich selbst ab. Also ich tue nichts dagegen. Ihr tut nichts. Wir tun nichts.

        Da ich eure Arbeit würdige formuliere ich den absichtlich provokanten Satz um:
        Wir alle tun zu wenig!

        • michael sagt:

          „Ihr tut nichts.“
          bitte schließe nicht von dir auf uns….vielen dank 🙂

          „Also ich tue nichts dagegen.“
          zeit wirds es zu ändern.

          • Goku sagt:

            keine Sorge, ich schließe nicht von mir auf andere.
            mit der Aussage wollte ich jedem zum nachdenken bringen ob er was tut oder nicht.

            Ich bleib allerdings dabei: Wir alle machen zuwenig!

            Woher ich das wissen kann? nunja zuwenig ist relativ, denn mehr geht immer 😉
            (und da nehme ich mich nicht von aus)

            Ich möchte es nun allerdings so belassen und nicht über so ein Thema streiten…

  9. Max Mustermann sagt:

    Mir kommt das langsam echt vor wie im Kindergarten.

    Mein Gott, setzt euch doch mal mit Oliver zusammen und redet. Oder habt ihr Angst dass eure Dogmen entlarvt werden?

    Hier jammert über die bösen Etatisten, aber macht genau das gleiche. Ihr stellt einfach Behauptungen auf.
    Wenn ich eine Partei wähle, die die Staatsgewalt REDUZIEREN möchte, legitimiere ich also den Staat?
    Nein. Indem ich NICHTS tue, außer ein paar Filmchen zu erstellen, legitimiere ich ihn.

    • michael sagt:

      ich weiß ja nicht genau was du unter jammern verstehst, aber wenn du gejammer sehen willst, dann schau doch mal, wie die ganzen janich-personenkult-opfer rumjammern,weil ihr hoher priester weg ist…
      DAS nenne ich jammern 🙂
      angst, daß unsere dogmen entlarvt werden??? heute haben sich wie so oft unsere angeblichen dogmen zu 100% bestätigt, was den politischen weg angeht 🙂

      aber natürlich erwarte ich von religiösen fundamentalisten nicht, daß sie das peilen.

      • Equality 7-2521 sagt:

        Ihr setzt euch also nicht mit ihm zusammen, weil ihr ihn für eine art „Kultführer“ haltet? … andersrum entstehen ganz ähnliche Assoziationen. Diese Verwirrung lässt sich nur über ein Gespräch mildern … muss ja auch nicht öffentlich sein.

        • michael sagt:

          nein, ich sage nicht, daß oliver sich als (personen)kultführer sieht und diese funtion einnehmen will.
          uns wird das ja permanent von den politfundamentalisten vorgeworfen und es ist halt amüsant anzuschauen, wie nach dem ausscheiden von oliver aus der position,
          die leute reagieren…sie machen alles von ihm abhängig …schau dir einfach mal die kommentare an von manchen leuten….ich könnte fir jetzt einige sätze hier reinkopieren, wie die leute
          ihm nachjammern…vonwegen oliver ist die pdv… religiöse metaphern auf oliver bezogen etc…sie machen halt alles von ihm abhängig etc.
          diese jämmerlichen hilflosen kommentare sind wirklich traurig anzuschauen…ich meine das ernsthaft, wenn ich traurig sage.
          es passiert alles genau so, wie wir das politische system beschreiben, aber die fundamentalisten suchen immer noch nach dem heiland in der politik.

          der etatismus an sich ist der gefährlichste aberglaube der menschheit…und das er eben ein aberglaube ist, wird durch diese aktion übertrieben deutlich illustriert, ja schon fast persifliert.

        • FwF-sandman sagt:

          Equality,

          ich hatte Kontakt zu Oliver, habe ihn nach wie vor und werde ihn auch nicht abbrechen. Er ebenso wenig. Wir haben auch persönlich keinerlei Probleme miteinander, streiten nur in der Sache.

    • FwF-sandman sagt:

      Max, wir akzeptieren, ja, dass Dir unsere Haltung nicht passt, Versuche doch aber wenigstens, sie gedanklich nachvollziehen.

      „Wenn ich eine Partei wähle, die die Staatsgewalt REDUZIEREN möchte, legitimiere ich also den Staat?
      Nein. Indem ich NICHTS tue, außer ein paar Filmchen zu erstellen, legitimiere ich ihn.“

      Diese Aussage von Dir ist so falsch, dass ich nicht mal weiß, wo ich anfangen soll, um Dir das klar zu machen.

  10. Libertarian sagt:

    vielleicht blöde Frage:
    was bedeutet ‚gfk‘?
    danke vorab

  11. Libertarian sagt:

    eine Frage habe ich jetzt doch noch:

    wie seht ihr das in Bezug auf Staats beamte? ist das dann analog den Politiker zu betrachten? sind z.B. Finanzbeamte genauso Gewaltverbrecher weil sie sich zu Komplizen der (gewaltsamen) Steuereintreibung machen? sind diese genauso wie Politikern zu verurteilen ?

    • Hermann Messmer sagt:

      Ja.

    • Equality 7-2521 sagt:

      Finanzbeamte sind keine Gewaltverbrecher. Sie tragen aber Verantwortung für Gewaltverbrechen … das ist ein Unterschied. Direkt als „Gewaltverbrecher würde ich höchstens jemanden bezeichnen von dem die Initiative für Gewalt ausgeht; und das trifft eben auch nicht auf jeden Politiker zu.

      • Hermann Messmer sagt:

        „Finanzbeamte sind keine Gewaltverbrecher. Sie tragen aber Verantwortung für Gewaltverbrechen … das ist ein Unterschied. “

        Der General trägt die Verantwortung, der Soldat schießt den Menschen nieder.
        Der General bleibt ein Guter?

        „Direkt als “Gewaltverbrecher würde ich höchstens jemanden bezeichnen von dem die Initiative für Gewalt ausgeht; und das trifft eben auch nicht auf jeden Politiker zu.“

        Du meinst bestimmt die Wähler 🙂

        Das haben wir aber doch schon zur Genüge diskutiert.

  12. zap sagt:

    Hallo liebe Betreiber von Freiwilligfrei,

    ich habe den video von Oliver Janich angeschaut und auch mit einigen Freunden besprochen. Ich verstehe nicht warum Oliver behauptet, Ihr wollt nicht mit Ihm sprechen. Seine Argumente sind nachvollziehbar, aber euere Argumente auch und da die Welt nicht binar oder dualistisch (richtig/falsch) ist, sondern multicausal und dialektisch, sollte doch jedem klar sein, das viele Wege nach Rom führen.

    Es ist wichtig seine Position zu vertreten, so wie wir, aber auch libertäre wie Janich es tun.
    Es ist aber dumm nicht miteinander zu reden und eine progressive Haltung im Sinne der Verteidigung gegen Gewalt der Funktionäre und Institutionen einzunehmen
    Auch wenn Oliver in dem Video eine sehr eindimensionale Logik aufstellt, so gibt es einen Punkt, der mir aufgefallen ist, warum habt ihr dieses Video nicht gepostet ?
    Es ist sehr wichtig als Voluntaristen sich dieser Argumentation auf Freiwilligfrei zu stellen. Wir sollten diesen Diskurs hier führen und zu einer Haltung in gegenseitigem Respekt und auch inetelligenz kommen und dieses Thema abarbeiten. Direkt und ohne Angst, hier auf dieser Seite. Ich habe keine Probleme mich den Argumenten mit Oliver zu stellen.. was ist mit euch ?

    gruss, zap

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Zap,

      ich spreche hier an dieser Stelle nur für mich.

      Mir geht diese ganze Wählen-Diskussion auf den Geist. Mich langweilt dieses Thema und ich finde, dass wir zu sehr darauf rumhacken. Die provozierenden Titel der ersten Anti-Wahl-Videos sind aus meiner Sicht überzogen. Der Titel „Wähler sind Gewaltverbrecher“ wirkt auf mich schon fast unsachlich. Zum Glück haben wir ihn mittlerweile geändert.
      Andererseits hätten die Videos nicht halb so viele Views, hätte ich die Titel ausgesucht. 🙂

      Die Freunde der PDV fühlen sich genervt, weil unsere Argumentation, hinter der ich voll stehe, gegen ihre eigene Identität als politisch Handelnde gerichtet ist. Das ist verständlich. Insofern ist hier auch niemand sauer, wenn Oliver in dem Video uns ein wenig auf den Pelz rückt.

      Ich habe inzwischen ein sehr angenehmes Gespräch mit Oliver gehabt, wo wir uns auch über unsere unterschiedlichen Meinungen unterhalten haben. Wie es zu erwarten war, bin weder ich jetzt in der PDV, noch hat er dem politischen Weg abgeschworen. 🙂

      Auf jeden Fall haben wir überhaupt keinen Streit miteinander.

      Eine öffentliche Debatte wollen wir aus dem Grund nicht, weil sich die Stimmung dadurch noch verschärfen würde.

      Am Ende soll einfach jeder handeln, wie er es für richtig hält. Wir haben gute Argumente für unsere Haltung und sind von dem was wir tun überzeugt. Oliver ist das auch.

      • zap sagt:

        Hallo Hauke,

        vielen Dank für dein Statement.

        „Mich langweilt dieses Thema und ich finde, dass wir zu sehr darauf rumhacken“

        Ich finde dieses Thema interessant und immer wenn ihr ein Video oder einen Bericht dazu macht, gibt es sehr viel Feed Back und es enstehen gute Diskussionen. Das Thema Gewalt kommt in diesem Kontext auch sehr gut, denn es ist genau dort, wo viele die Gewalt nicht sehen, deswegen für mich ein wichtiges Thema was Bewusstsein schafft.

        Die andere Sache ist natürlich die Polemik hier auf Freiwilligfrei gegen Menschen, die wählen gehen, besonders wenn sie libertäre sind und die Gewalt des Staates durch eine parlamentarische Einflussnahme durch eine Partei zu dezimieren hoffen. Polemik ist keine gute Strategie, denken wir an die gewaltfreie Kommunikation. Nun ist eine gute Gelegenheit eine Korrektur in der Agitation vorzunehmen und sich selbt kritisch zu hinterfragen und zu rationalisieren.

        Ich denke du hättest die Titel aussuchen sollen, auch wenn du denkst, dass es halb so viele Views gegeben hätte, denn Quantität ist nicht gleich Qualität.
        Und nun ist dadurch eine Polarisierung selbst in den Punkten entstanden, wo man eigentlich einer Meinung ist, aber leider nicht an einem Strang zieht.

        Das du mit Oliver ein Gespräch hattest, das weiss niemand und wenn Oliver solche Videos macht in denen er behauptet, das Menschen die Bewusst nicht wählen einer Gehirnwäsche unterlegen sind und uns Dummheit und Sektierertum vorwirft und Ihr anderseits, Menschen die wählen gehen als Gewaltverbrecher bezeichnet, dann finde ich es schwach diesen Konflikt nicht auflösen zu können und nun schweigend zu hoffen, dass sich alles stillschweigend im Sande verläuft. Gerade wenn man die gewaltfreie Komunikation bewirbt.
        „Eine öffentliche Debatte wollen wir aus dem Grund nicht, weil sich die Stimmung dadurch noch verschärfen würde. „
        Ich denke das das Gegenteil richtig ist, denn genervt schweigen führt meiner Meinung nach zu einer Verschärfung. Auch behauptet Oliver ja, keiner der Voluntaristen wolle sich einer Diskussion stellen. Gewaltfreie Kommunikation ist hier der Schlüssel um aus dieser Konfliktsituation einen Gewinn zu machen. Es schweisst die Menschen zusammen, wenn sie gemeinsam Konflikte austragen können. Es geht nicht darum die andere Partei zu überzeugen etwas anderes zu tun als jeder einzelne für richtig hällt, sondern es geht darum sich gegenseitig zu achten und zu akzeptieren bei den Handlungen, von denen man überzeugt ist.

        Dewegen fände ich es wichtig gerade dieses Video von Oliver hier zu posten, denn wo sonst ?, wenn nicht hier kann man diese Thema wirklich gut herausarbeiten. Und wo sonst ? wenn nicht hier interessiert dieser Aspekt der Gewalt bei der Wahl oder bei Abstimmungen und Mehrheitsentscheidungen überhaupt jemanden. Ich denke es ist eine wichtige Message.

        Also keine Angst, es wird nichts schlimmes passieren wenn man bei einem Skype interview zusammenkommt. Wie gesagt ich glaube an die gewaltfrei Kommunikation in der Praxis… eine gute Gelegenheit 😉

        gruss, zap

  13. zap sagt:

    Achso , es handelt sich um den Video, den Felix gepostet hat :
    http://www.youtube.com/watch?v=EVyzFrN4xzU

    danke Felix

  14. David Adams sagt:

    Ich stimme dir total zu, aber ich würde noch weiter gehen. Wir sollen die staatlichen „öffentlicher Güter“ nutzen so viel wie wir können. Wenn mann Geld von dem Staat nimmt hat die Staat dann weniger Geld — keine schlechte Sache! Und die friedlichen Individuelle hat dann etwas mehr — genommen von Verbrechern, züruck in die Freiwirtschaft geschickt. Ich unterstütze Vandalismus auch nach gleichen Gründe — es kann sein dass es ein weiner Bombe auf Nahost geben wird (mindestens wenn man um US-Regierung handelt)

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