Das etatistische Perpetuum mobile

On 16. April 2013, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei

Lux Lumen Pictor

Wir sind die Energie des Staates.

Ein Perpetuum mobile ist etwas, was sich in einem Dauerzustand der Bewegung befindet, ohne dass man ihm erneut Energie zuführen muss.

Genau so etwas scheint der Staat zu sein. Die Energie, die er benötigt, stellen wir ihm jeden Tag zur Verfügung.

Jeden Tag werden Menschen geboren, diese werden irgendwann mündig und führen dem Staat neue Energie zu. Da aber im selben Atemzug auch genug alters- oder krankheitsbedingt das System verlassen und dem Staat somit nicht mehr als „mündige“ Bürger zu Verfügung stehen, bleibt die Energiemenge wohl im Allgemeinen gleich und wir können davon ausgehen, dass die Gesamtenergie somit erhalten bleibt.
Der Staat ist also ein geschlossenes politisches System, bei dem keine Energie entstehen oder verschwinden kann bzw. um sein Überleben zu sichern, verschwinden soll. Obwohl es vom physikalischen Standpunkt aus betrachtet eigentlich ein unmögliches Phänomen ist, scheint es politisch gesehen jedoch zu funktionieren.

Die meisten von uns kennen eigentlich nur den gängigen Einheitsbrei aus GrüneLinkeSPDCDUCSUFDPNPD. Aber das war noch nicht alles.
Deutschlandweit gibt es aktuell ca. 80 Parteien (dazu kommen noch div. Wählervereinigungen) mit einer steigenden Tendenz, denn die Unzufriedenheit nimmt offensichtlich nicht ab. So vielfältig wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind ihre Interessen, die sich teilweise schon durch die Parteinamen erahnen lassen.
Da gibt es die Ökologischen Demokraten, die Bibeltreuen Christen, die Partei für Mensch, Umwelt und Tierschutz, die Feministische Partei, Die Violetten (die sich für eine spirituelle Politik einsetzen), eine Christliche Mitte – für ein Deutschland nach Gottes Geboten, eine Partei für Arbeit, Umwelt und Familie.
Dazu kommt ein Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit, eine Rentner-Partei, eine Muslimisch Demokratische Union und eine Unabhängige Arbeiter-Partei, um hier nur einige stellvertretend zu nennen.

Mögen sie auch alle noch so unterschiedlich sein, so eint sie doch alle der gleiche, religionsähnliche Glaube, durch Politik und viel wichtiger, NUR durch Politik etwas ändern zu können. Das ist es, was der Staat ihnen suggeriert, während die Staatsform der Demokratie sie in die Annahme versetzt, dass, egal ob Tierliebhaber, Umweltschützer, Esoteriker oder Rentner, jeder die Möglichkeit habe, am großen Rad der Politik mitzudrehen.

Der Mensch neigt dazu, seine Ansichten und seine Einstellung als das „Non plus ultra“ zu betrachten, frei nach dem Motto: „Wählt mich alle, dann bringe ich die Welt schon in Ordnung.“
Dazu die Möglichkeit, eine Partei zu gründen bzw. sich einer anzuschließen, bei der man durch eine wichtige Position auf den Meinungsbildungsprozess einwirken kann, ist eine durch den Staat geschaffene Beruhigungspille für das gesamte System der Herrschaft.

Da sich fast jeder Bürger in diesem Land über das Versagen der politischen Akteure aufregt, vernebelt diese politische Arznei offensichtlich die Sinne.
Während viele von uns privat eher nichts mit Lügnern, Betrügern und Räubern zu tun haben wollen, sorgt diese Pille dafür, dass wir weiterhin diesem System nicht den Rücken kehren.

Eine solche Pille ist die AfD – Alternative für Deutschland, die erste Anti-Euro-Partei – wird zumindest medial behauptet.
Dass es davor schon eine Anti-Euro-Partei gab, in Form der PdV – Partei der Vernunft, spielt dabei keine Rolle. Im Gegenteil, schließlich geht es ja um die Wirkung einer solchen Pille und die kann eben schon beruhigend sein, wenn man als Aktivist das Gefühl hat, zu den Ersten zu gehören.
Bei allem Geschrei der Berufspolitiker, es handele sich um „gefährliche Nostalgie“ oder „einen Sprung zurück ins vergangene Jahrtausend“, sollte man beim genaueren Hinschauen eigentlich feststellen, dass es sich tatsächlich nicht um eine echte Alternative handelt, wie es der Name vorgaukelt, denn der AfD geht es nicht um die Abschaffung des „fiat money“ und die Einführung eines wertgedeckten Geldes.
Auch sonst scheinen sie mit dem System an sich kein ernsthaftes Problem zu haben.

Bei genauerer Betrachtung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier wohl eher um eine Retortenzüchtung eines späteren Koalitionspartners für die CDU zu handeln scheint, denn die FDP–Pille ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.
Womit wir auch schon bei der Wirkungsweise angekommen wären.

Das System hat es wieder einmal geschafft, die Unzufriedenheit zu kanalisieren, zu bündeln und dem Kreislauf dieser unmoralischen Ordnung wieder zu zuführen. Die Unzufriedenen haben das Gefühl, politisch etwas ändern zu können und die Zuschauer sehen, dass man offensichtlich NUR auf politischem Wege etwas erreichen kann.
Das hält jetzt erst mal wieder eine Weile vor, die Menschen bei der Stange und den Glauben in das demokratische System ungebrochen. Und, egal wie es kommt, wenn man beim Euro bleibt, dann haben sich eben nicht die notwendigen Mehrheiten gefunden, da kann dann aber auch wirklich keiner was dafür.
Wenn dann doch eine neue die alte Währung ablöst, dann kann man das als politischen Erfolg verkaufen, der wahrscheinlich, unter uns gesagt, auch ohne Pille eingetreten wäre.

In jedem Fall hat es aber bewirkt, dass Wut, Enttäuschung, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Aggression von Millionen Menschen in die systemrelevanten Bahnen gelenkt werden. Somit richtet sich die Emotion nicht mehr gegen das System als Verursacher, sondern verschleiert eher diese Tatsache, und sorgt darüber hinaus dafür, dass die Methode „Staat“ erhalten bleibt.
Es ist somit nichts anderes als ein Schutzmechanismus, dessen größte Wirkung entfaltet wird, je mehr unzufriedene Menschen sich neu in Parteien organisieren und ihre Tatkraft diesem System auf diesem Wege wieder zur Verfügung stellen.

Würde diese Energie in außerstaatliche Lösungsansätze fließen, welche auf Freiwilligkeit, Ehrlichkeit und Moral aufbauen, wäre dieses um ein Vielfaches erfolgsversprechender und ein echter Fortschritt für das Zusammenleben in einer menschlichen Gesellschaft.

Das etatistische Perpetuum mobile namens Staat kann nur durch unsere Energie funktionieren. Es benötigt keine „neue“ Energie, solange die Energiemenge konstant bleibt und das bleibt sie eben, egal wie viele Parteien die Unzufriedenen und Enttäuschten gründen, denn sie bewegen sich damit immer wieder innerhalb des Systems.
Sie sorgen dafür, dass aus ihrer Tatkraft eine regenerative Energie für den Staat wird und dieser emotionsgeladene Tatendrang keine ernsthafte Bedrohung für das System an sich darstellt.

Wer aufrichtig Zwang und Gewalt ablehnt, wer auf die freiwillige Interaktion von Menschen setzt, wer sein Leben nicht von Lügnern, Betrügern und Räubern bestimmen lassen will, sollte dem Staat ernsthaft den Rücken kehren.
Ein guter Anfang ist ziviler Ungehorsam.
Frage dich nicht, was der Staat für dich machen kann, frage lieber, was du nicht für den Staat machen kannst.
Steckt eure Tatkraft in euer Leben, in die Familie und besonders in eure Kinder. Unterstützt gute und sinnvolle Projekte in eurem Umfeld und helft anderen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Lehnt Zwang und Gewalt ab, setzt auf Freiwilligkeit in einer menschlichen Gesellschaft.
Die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen sind so unterschiedlich wie die Menschen selber, daher kann es keine einheitliche, zentralistische Lösung geben, ohne die Freiheit des Einzelnen mit Herrschaft zu beschneiden.

Erst wenn wir dem Staat die Energie entziehen und lernen, sie sinnvoll für uns und unsere Gesellschaft zu nutzen, erst dann kommt das etatistische Perpetuum mobile zum Erliegen, welches verantwortlich für Raub, Krieg, Betrug und Unfreiheit ist.

 

6 Responses to Das etatistische Perpetuum mobile

  1. Herr Pietrzak sagt:

    Hallo,
    ich habe diesen Text gelesen. Zuvor habe ich auf youtube die Sendung bei TimeToDo mit Euch gesehen. Ich frage micht, ist Eure offene Art sich zu Äußern erlaubt? Damit wird die Regierung doch massiv angegriffen. Und wie die Gesetze so sind, ohne Gerichtsurteil, darf man keinen Betrüger, Räuber etc. offentlich nennen. Weisst also die „Regierung“ (damit meine ich derer „für Ordnung-sorgenden- Institutionen) von Eurem Treiben (Aufrufen) und akzeptiert das, oder kann nichts dagegen tun, oder sie weisst das nicht? Oder so lange, wie lange man mit Wörtern schmeißt und nicht mit Steinen, sind deren Hände gebunden?

    Wurde mich interessieren, welche Erfahrung Ihr damit gemacht habt?
    Grüße
    Cezary

    • FwF-sandman sagt:

      Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir unsere Meinung frei äußern können. Wenn wir jemanden, der anderen gegen deren Willen etwas unter der Androhung von physischer Gewalt wegnimmt, einen Räuber nennen, dann benutzen wir lediglich die deutsche Sprache so, wie es vorgesehen ist. Den will ich sehen, der mich deshalb anklagt. Wir leben ja in einem Rechtsstaat. Das bedeutet, dass die Hanseln des Herrschaftsapparates an das Recht gebunden sind. Dieses Recht wird zwar laufend so angepasst, dass es den hohen Herren besser passt, solange es gilt, gilt es aber für alle.

      Bisher gibt es das Recht auf freie Meinungsäußerung.

      • freedomforce sagt:

        Rechtsstaat ist ein Oxymoron. XD Du hast schließlich eine „Tatsachenbehauptung“ geäußert. 😉 Wenn Leviathan dich unter Androhung von Zwang und Gewalt „abzieht,“ dann ist dies nach Systemlogik schließlich etwas ganz Anderes und dir würde eine Falschbehauptung unterstellt, die laut Leviathan nicht mehr von der „Meinungsfreiheit“ gedeckt wäre. 🙂

        Es ist zwar völlig logisch, dass dies keinen Sinn macht und die Unterscheidung nur dazu dient, Konflikte zu generieren und das Staatsäckl zu füllen, was aber am Problem nichts ändert. 🙁

        • FwF-sandman sagt:

          „Rechtsstaat ist ein Oxymoron. XD Du hast schließlich eine “Tatsachenbehauptung” geäußert.“

          Du hast aus unserer Sicht natürlich Recht. Ich hätte das Wort „Rechtsstaat“ „“ setzen müssen. Ich versuchte aber zu erklären, warum das, was die Rechtsstaat nennen, uns schützt, solange das „Recht“ dementsprechend ist.

          Ich habe mich wohl unklar ausgedrückt. 🙂

    • EuroTanic sagt:

      Behörden, Frauen, Politer, Banker, Bullen sind als Gruppe nicht beleidigunsfähig. Man darf nur nie jemanden persönlich damit ansprechen.

  2. Sommer, Müzeyyen sagt:

    Gelungen und aktuell sehr brauchbar!

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