Hallo! Viele Menschen sagen, wir leben in einem freien Land oder in einer freien Gesellschaft. Und in meinem letzten Video bin ich ja schon kurz auf die theoretischen Grundlagen des Freiheitsbegriffes eingegangen, also solche Dinge wie dass Freiheit und Zwang sich ausschließen. Also da wo Zwnag ist kann niemals Freiheit sein und umgekehrt. Oder aber auch das ein Individuum nur dann frei ist, wenn es die ausschließliche Verfügungsgewalt über sich, sein Leben und sein Eigentum hat.

Und in diesem Video jetzt hier möchte ich mal etwas mehr darüber reden, wie es denn in der Realität aussieht, das heißt, Denkanstöße geben, wie frei wir wirklich sind und dass auch vielleicht jeder mal drüber nachdenkt, wie frei er denn sein Leben gestalten kann und ob und wo er Zwängen und Gewalt ausgesetzt ist. Das ist nicht immer ganz einfach, vor allem weil viele dieser Dinge nicht offensichtlich sind. Darum nachfolgend mal drei Beispiele.

Beispiel 1: Haareschneiden

Nehmen wir an, Person A stellt fest, dass sie gerne Haare schneidet und möchte das jetzt auch gewerblich tun, also Geld dafür verlangen, um anderen die Haare zu schneiden. Person B findet die Arbeit von Person A toll und möchte sich gerne von Person A die Haare schneiden lassen und ist auch dazu bereit, dafür Geld zu bezahlen. Also, eine ganz klassiche Situation: Zwei erwachsene Menschen treffen freiwillig eine Vereinbarung und wollen halt gegenseitig sich die Haare schneiden bzw. eine Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Tja, also in Deutschland geht das nicht. Wenn man in Deutschland gewerblich jemandem die Haare schneiden möchte, dann muss man erst eine entsprechende staatlich genehmigte Ausbildung absolvieren, muss eine Lehre machen , muss als Gesell arbeiten und muss dann erst eine Ausbildung zum Meister machen, denn wir haben Meisterzwang. Erst wenn jemand Meister ist, darf er ein Gewerbe eröffnen, um anderen die Haare zu schneiden.

Also ich rede hier nicht von Raketenwissenschaftlern oder … ich will keine Panzer bauen, ich will einfach nur jemandem die Haare schneiden. Wenn diese Person sich entschließt, das trotzdem zu machen, obwohl sie diese Ausbildung nicht hat, sondern denkt, das ist ja nichts Böses, ich will einfach nur Leuten die Haare schneiden, ja, dann wird die Handwerkskammer mithilfe staatlicher Gewalt gegen diese Person Zwangsmaßnahmen ergreifen, die in letzter Konsequenz bis zur Beugehaft gehen.

Alles nur weil zwei erwachsene Menschen die Vereinbarung getroffen haben, freiwillig die Vereinbarung getroffen haben, untereinander, dass Person A Person B gegen Geld die Haare schneidet. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde das ziemlich absurd.

Beispiel 2: Thema Eltern und Kinder.

Nehmen wir an, Eltern kommen auf die Idee, ihre Kinder … oder kommen auf die Idee, selber entscheiden zu wollen, wie ihre Kinder lernen, was ihre Kinder lernen, wie die Ausbildung ihrer Kinder aussieht, wie ihre Kinder sich entwickeln sollen. Also aus meiner Sicht ein völliges natürliches Grundrecht der Eltern, denn Eltern haben ja auch die Verantwortung für ihre Kinder, also sollen sie auch entscheiden können, was für ihre Kinder gut ist, denn sie kennen ihre Kinder ja am besten und da es in ihrem Verantwortungsbereich liegt, müssen sie die Entscheidung treffen können, wie ihre Kinder aufwachsen sollen.

In Deutschland geht das nicht, denn wir haben Schulzwang. Kinder müssen auf eine staatlich genehmigte Schule gehen, egal ob ihre Eltern das für gut befinden oder nicht. Wenn Kinder nicht auf diese Schule gehen, werden sie von der Polizei abgeholt und werden von der Polizei in diese staatliche Schule gesteckt. Wenn Eltern sich langfristig weigern, ihre Kinder auf so eine Schule zu schicken, werden sie nicht nur mit Geldstrafe bestraft, sondern auch mit Haft, Freiheitsentzug. Also nochmal: Freiheitsentzug für Eltern, die ihre Verantwortung wahrnehmen wollen, selber zu entscheiden, wie ihre Kinder aufwachsen sollen.

„Wir leben in einer freien Gesellschaft“, sagen manche.

3. Beispiel: Zwangsabgaben.

Unter Zwangsabgaben verstehe ich alles, wo ich nicht über die Höhe der Abgabe entscheiden kann und auch nicht darüber entscheiden kann, ob ich sie überhaupt leiste. Denn, wie gesagt, Zwang und Freiheit schließen sich aus. Das heißt, wie auch im letzten Video gesagt, eine wirklich freie Entscheidung kann ich nur treffen, wenn ich auch Nein sagen kann. Das gehört zur Freiheit dazu. Also nicht nur die Wahl zwischen A und B, sondern auch zu sagen: „Ich will das überhaupt nicht!“ Nur dann bin ich wirklich frei.

Und ich würde sagen, Zwangsabgaben haben wir jede Menge. Es gibt da verschiedene Berechnungen und wenn man sich die mal anschaut – meistens sind die gerechnet auf einen durchschnittlichen Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen bis unterem Einkommen. Und wenn man sich da all diese Zwangsabgaben anschaut wie zum Beispiel Arbeitgeberateil, Sozialversicherung, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Krankenkasse, Rentenkasse, das sind alles Dinge worauf derjenige keinen Einfluss hat, ob er sie zahlt und in welcher Höhe.

Und wenn man dann noch solche Dinge hinzurechnet wie GEZ-Gebühren, aber auch indirekte Steuern wie beispielsweise die Mehrwertsteuer, also all diese Dinge auf die ich keinen Einfluss habe und die ich zahlen muss, kommt man, je nachdem wie es berechnet wurde, auf einen Prozentsatz zwischen 65 und 75%. Also nehmen wir mal die Mitte, das sind 70%. Das sind realistische Zahlen, das kann jeder für sich anhand von Standardbeispielen durchrechnen.

Also 70% meines Einkommens, also meines Eigentums, das ich mir erarbeitet habe, wird mir unter Zwang abgenommen. Also im Mittelalter mussten die Bauern an ihre Herren 10% ihres Einkommens abgeben. Wir 70%. Viele sehen an der Stelle noch nicht so wirklich, was das mit nicht-freisein zu tun hat oder mit Zwang und Gewalt.

Aber einfach mal konsequent durchdenken: Was ist denn, wenn ich sage, ich möchte das nicht zahlen. Das ist mein Eigentum und das möchte ich behalten. Oder wenn ich sage, ich möchte nur 5% davon weniger zahlen, weil beispielsweise ich nicht damit einverstanden bin, was mit dem Geld passiert. Weil die Bundesregierung das Geld dafür nimmt, um Krieg zu führen in Afghanistan oder Mali. Oder wiel sie das Geld irgendwelchen Banken in astronomischer Höhe in den Rachen schiebt, wo es sofort vernichtet wird.

Wenn einer jetzt einmal sagt, hm ich kürze meine Steuern jetzt einmal um 5% weil ich nicht möchte, dass das mit meinem Geld gemacht wird. Dann würde derjenige nach relativ kurzer Zeit Briefe nach Hause bekommen, mit der klaren Androhnung von Zwangsmaßnahmen und wenn er darauf nicht eingeht, dann würden irgendwann vor seiner Tür ein paar Männer stehen in lustigen Uniformen mit Waffen am Gürtel. Sie würden in seinen (vom Grundgesetz geschützten) Wohnraum eindringen und würden ihm sein Eigentum unter Ausübung von Gewalt wegnehmen. Wenn er sich dagegen wehrt, dann würden sie ihn unter Ausübung von Gewalt inhaftieren, ihm also seine Freiheit entziehen. Für einen relativ langen Zeitraum. Alles nur, weil sein rechtmäßiges Eigentum nicht herausgeben will.

Dass wir 70% unseres Einkommens beraubt werden, mit steigender Tendenz, sollte uns vielleicht gar nicht so zu Denken geben. Aber ich finde, es sollte uns zu Denken geben, dass wir nur noch 30% von einer totalitären Sklavenhaltergesellschaft entfernt sind.

Jedes Jahr bringt die EU mehrere Tausend Gesetze und Verordnungen raus, an die sich alle Menschen in Europa zu halten haben. Was glaubst du, wie lange bleiben uns noch die restlichen 30% von unserem Einkommen? Hm?

 

5 Responses to Meine Stimme: Freiheitsfunke – Freiheit in der Realität

  1. Zef sagt:

    >zwei erwachsene Menschen

    Kindisches Wesen ist daran kenntlich, dass es die Forderung der Existenz: das Zusammensetzen, das Verbinden (und ggf auch Lösen) nicht begreift.

    „Erwachsen“ bedeutet für mich: zum Selbst erwachen, zum freiwilligen selbstverantwortlichen Binden (auch iSv. Setzen) und Lösen, mit allen Konsequenzen.

    „Selfness“ (Selbstbekümmerung) ist die Kompetenz, selbst tätig zu werden.
    Der kindische Traum des „Sozialdemokratischen Jahrhunderts“ ist hingegen „Wellness“

    >im Mittelalter mussten die Bauern

    Und in der Agrapha, noch viel älter, wird gesagt: DEINE Spende soll in DEINER Hand schwitzen, bis DU genau weißt, wem DU sie geben sollst (Agr 21).

    Nicht „das Wir entscheidet“ (wie die Sozialisten mal wieder leiern), sondern der Einzelne ist die Kategorie, durch die die Zeit hindurch muss – selbstverständlich auch in Sachen „Barmherzigkeit“.


    Ich erschaffe mich nicht,
    ich wähle mich

  2. Milan Dinic sagt:

    Sehr geehrtes Team von Freiwilligfrei.info,

    danke Michael für Deine aufrichtige Antwort, das hat sicherlich manchen die Augen geöffnet, mir auf jeden Fall!

    Wenn ich so zurückdenke, wie oft mich Leute über den Tisch gezogen haben, nur weil ich aus reiner purer Neugier irgendein Programm zum Testen kaufen wollte oder eine Investition (HYIP) gemacht hatte in der Hoffnung 10%, 15%, 20% oder gar mehr aus dem Geld zu erwirtschaften, das ist schon verrückt. Viel Geld hatte ich für etliche unnötige Sachen verbrannt, wo ich mich lediglich informieren wollte oder halt ein bestimmtes Risiko eingegangen bin, um mehr Geld aus Geld zu machen. Immer mehr und mehr stelle ich fest, dass mein Vertrauen in alle Menschen komplett verloren gegangen ist als noch vor ca. 1 oder 2 Jahren, viele bieten irgendwelche Geschäfte an mit der rosigen Aussicht, viel Geld verdienen zu können. Dass die Realität meistens anders aussieht, stellt man erst später fest, wenn die Kunden nicht mehr kommen und das Geld ausbleibt. Dann kommt auch die Reue, viel Geld für das Geschäft ausgegeben zu haben.

    LG Milan

  3. F.iasko sagt:

    Mir gefallen Deine Videos!

    Ich glaub, ich muss das auch mal machen, weil hier, wo ich wohne da können die Leute kaum Lesen und Schreiben.

    Deshalb rate ich allen erst abzuklären, ob die Person, die vor euch steht Lesen und Schreiben kann. Einfach fragen: Können Sie Lesen und Schreiben?

    Grüsse

  4. freedomforce sagt:

    Kindisches Wesen ist daran kenntlich, dass es die Forderung der Existenz: das Zusammensetzen, das Verbinden (und ggf auch Lösen) nicht begreift.

    Kausalität, Zusammenhänge, Beziehungen. 😉 Ich dachte immer, dass man ein kindisches Wesen daran erkennt, dass es sich in sinnlosen Kategorien verliert. Es ist lediglich wichtig zu wissen, was eine Person an Fähigkeiten haben muss, damit man sinnvoll mit ihr Verträge eingehen kann.

  5. FreeShadow sagt:

    Das mit den Zwangsabgaben sehen viele als Gegenleistung der „tollen“ Infrastruktur, die wir hier haben, Autobahnen, ÖV, die obligatorische Schule etc. und sind damit natürlich einverstanden. Diese Überzeugung bekräftigen sie dann im Vergleich mit anderen Ländern, etwa Drittweltländer (in denen es trotz z.T. noch höheren Zwangsabgaben kaum Infrastruktur hat), obwohl sie genau wissen, dass dort viel weniger Kapital vorhanden ist.
    Also das war jetzt eine Zusammenfassung von den Argumenten, die ich immer wieder von den Systemgläubigen höre.
    Ich träume von einer Zeit, in der die Eltern ihren Kindern erzählen, dass früher die Kinder obligatorisch in die Schule mussten; und ihre Kinder ungläubig den Kopf schütteln 😉

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