Hallo! In diesem Video möchte ich ein paar Gedanken zum Thema Freiheit äußern. Einmal weil es ein zentrales Thema für mich ist. Ich habe ja auch meinen Kanal so genannt: „Freiheitsfunke“. Des weiteren weil ich der Meinung bin, dass in der Öffentlichkeit viel zu fahrlässig mit dem Begriff Freiheit umgegangen wird. Gerade in der Politik beispielsweise, also mir ist aktuell hier kein Politiker bekannt, der den Freiheitsbegriff im ursprünglichen Sinn verwendet. In den meisten Fällen sind es nur leere Worthüllen und Phrasen. In vielen Fällen wird der Freiheitsbegriff sogar verwendet, um Entscheidungen und Handlungen zu legitimieren, die absolut konträr zur Freiheit stehen.

Des weiteren ist mir aufgefallen, dass viele Menschen nicht wirklich konsequent über Freiheit nachdenken. Das merke ich beispielsweise in Gesprächen wenn Sätze fallen wie „wir leben in einem freien Land“, „ich fühle mich hier frei“ oder „wir sind doch viel freier als in anderen Ländern, dafür sollten wir dankbar sein“. Ja, und aus dem Grund möchte ich einfach mal ein paar Gedanken dazu in den Raum werfen ohne jetzt irgendwo philosophisch da jetzt in die Tiefe zu gehen. Und ich hoffe, das auch relativ einfach zu halten, so dass es nachvollziehbar ist, ich mich also auch nicht allzu wirr ausdrücke. Ja, und vielleicht dient es ja dem dem ein oder anderen als Anregung, sich da vielleicht mal etwas tiefer damit zu beschäftigen oder was dann auch besser wäre, auch Parallelen zu ziehen zur aktuellen Gesellschaft und zu unserem Land, zu seinem sozialen Umfeld und so weiter.

Mein Leben gehört mir

Okay, starten wir mit der einfachsten Basisgrundüberlegung zum Thema Freiheit, und zwar dem Gedanken: Mein Leben gehört mir. Ich gehöre mir. Also alles was mich ausmacht – mein Körper, meine Seele, mein Geist usw. – gehören mir. Ich habe die ausschließliche Verfügungsgewalt über mich und mein Leben. Das ist für mich der absolut natürliche Grundzustand. Ich hoffe mal, dass ihn die meisten nachvollziehen können. Jeder gehört sich selbst. Denn wenn jemand anderes ohne meine Einwilligung über mich Verfügungsgewalt ausübt, dann ist das zum Beispiel Sklaverei oder Entführung.

Freiheit ist nicht relativierbar

Da ich nicht teilbar bin, gibt es meines Erachtens auch nicht so etwas wie „ein bisschen Freiheit“ oder „ein bisschen Sklaverei“, denn entweder ich habe die hundertprozentige Verfügungsgewalt über mich und mein Leben oder ich habe sie nicht.

Eigentum

Nächster Gedanke: Wenn ich mir gehöre, dann gehören auch die Früchte meiner geistigen Arbeit und meiner körperlichen Arbeit, also allem was ich erschaffe, ebenfalls mir. Es sei denn ich überlasse sie freiwillig jemand anderem zum Beispiel durch Verkauf, Tausch oder Geschenk. Also alles was ich durch meine eigene körperliche, geistige Arbeit erschaffe und alles was ich in freiwilliger Interaktion von anderen bekomme, gehört mir. Das nennt man Eigentum. So. Also kurze Zusammenfassung: Freiheit bedingt die ausschließliche Verfügungsgewalt über mich, mein Leben und mein Eigentum. Habe ich nicht die ausschließliche Verfügungsgewalt darüber, dann bin ich nicht frei.

Freiheit und Zwang

Des weiteren: Freiheit ist die Abwesenheit von Zwang. Also da wo Zwang ist, kann keine Freiheit sein. Denn sobald Zwang ins Spiel kommt, habe ich nicht mehr die ausschließliche Verfügungsgewalt über mein Leben, meinen Körper, mein Eigentum.

Freiheit bedeutet nicht Grenzenlosigkeit

Also wenn ich das ausschließliche Recht auf mich, mein Leben, mein Eigentum beanspruche, dann muss ich in logischer Konsequenz dieses Recht auch allen anderen zugestehen. Das führt automatisch dazu, dass meiner Freiheit mit meinem Leben und meinem Eigentum so umzugehen wie ich es will, dort Grenzen gesetzt sind, wo ich das Leben oder das Eigentum eines anderen einschränke oder beeinträchtige.

Recht auf Schutz der persönlichen Freiheit

Des weiteren, hat nach meinem Dafürhalten auch jeder das Recht, sein Leben, sein Eigentum gegen den Zugriff anderer zu schützen. Beispielsweise durch Selbstverteidigung. Ja, es ist also aus meiner Sicht ein natürliches Grundrecht, denn mein Leben, ich, mein Körper, mein Eigentum sind Grundvoraussetzungen für meine Existenz.

Die Verletzung der Freiheit anderer ist unmoralisch

Nehmen wir mal simple Beispiele: Wenn ich jemanden absichtlich gegen seinen Willen töte, dann nennt man das zum Beispiel Mord. Wenn jemand sich gegen meinen Willen, mein Eigentum aneignet und darüber verfügt, nennt man das Diebstahl. Wenn jemand dies mit Androhung oder Ausübung von Gewalt tut, nennt man das Raub. Die meisten Menschen, die ich kenne empfinden das als unmoralisch. Also das ist nicht nur was, was man jetzt irgendwo über lange Logikabhandlungen begreifen muss, sondern der großen Mehrheit der Menschen ist das auch aus dem Bauchgefühl heraus völlig klar: Töten ist nicht okay, Rauben ist auch nicht okay. Ich will nicht getötet werden, ich will nicht beraubt werden. Macht man einfach nicht. Also Wenn man jetzt mal den geringen Prozentsatz der Psychopathen, Soziopathen, chronischen Kriminellen mal außer acht lassen, empfinden eigentlich alle die simplen Beispiele wie Raub oder Mord als moralisch nicht akzeptables Verhalten.

Die Verletzung der Freiheit anderer bleibt auch bei politischer Begründung unmoralisch

Das trifft zu, egal ob diese Taten von Einzelpersonen begangen werden oder von einer Gruppe. Mord bleibt Mord. Raub bleibt Raub. Egal ob das einer macht, oder eine Gruppe das jemand anderem zufügt. Aus moralischer Sicht ändert sich auch überhaupt nichts, wenn diese Tat zum Beispiel von jemandem ausgeübt wird, der eine lustige Uniform anhat. Von jemandem, der durch eine Gruppe, Organisation, durch ein übergeordnetes Konzept, zum Beispiel einen Staat dazu beauftragt wurde oder legitimiert wurde. Das Ergebnis ist immer das gleiche. Mord ist Mord. Raub ist Raub. Und es bleibt auch inakzeptabel, wenn es jemand tut, der aufgrund einer Mehrheitsentscheidung dazu legitimiert wurde, beispielsweise durch eine demokratische Abstimmung. Also es wird nicht plötzlich moralisch akzeptabel, jemanden zu töten, gegen seinen Willen oder jemanden zu berauben, nur weil irgendeine Mehrheit beschlossen hat, das zu tun und jemanden dazu beauftragt hat, dies durchzuführen. Ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Punkt, über den es sich lohnt, mal nachzudenken und das mal konsequent in seinem eigenen Leben und Alltag zu durchdenken, Parallelen zu ziehen und zu beobachten.

Verantwortung setzt Freiheit voraus

Nächster Aspekt zum Thema Freiheit ist das Thema Verantwortung. Wenn ich das alleinige Verfügungsrecht über mich und mein Eigentum habe, dann trage ich auch die alleinige Verantwortung dafür. Hundertprozentige Freiheit ist immer eine hundertprozentige Verantwortung geknüpft. Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn die Gegner der Freiheit argumentierten immer „absolute Freiheit führt zu Chaos und unverantwortlichem Verhalten. Darum ist so ein bisschen Unfreiheit gar nicht so schlecht.“ Das ist totaler Quatsch, denn unverantwortliches Verhalten entsteht, wenn ich Verantwortung abgebe. Gebe ich Verantwortung ab, gebe ich auch Verfügungsgewalt ab und umgekehrt. Ergo: Wenn ich Verfügungsgewalt abgebe, bin ich nicht mehr frei. Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu wirr ausgedrückt und man kann es halbwegs nachvollziehen. Für Verantwortung ist Freiheit zwingend notwendig. Denn Verantwortung kann es nur in Freiheit der Entscheidungen geben. Das ist auch ganz wichtig. Nur wenn ich frei eine Entscheidung treffen kann, kann ich auch die volle Verantwortung dafür übernehmen.

Wahre Entscheidungsfreiheit setzt voraus, Nein sagen zu dürfen

Die Freiheit der Entscheidung sitzt nicht nur voraus, dass ich mich zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden kann, sondern schließt auch zwingend ein, dass ich mich gegen die gebotenen Möglichkeiten entscheiden kann. Also Freiheit bedeutet immer die Möglichkeit, Nein zu sagen. Habe ich diese Möglichkeit nicht, bin ich nicht frei. Und um das vielleicht mal nicht ganz so abstrakt so zu halten, einfach mal an unser Wahlsystem denken. Also ich empfinde unser Wahlsystem hat mit Freiheit überhaupt nichts zu tun. Denn ich habe nur die Möglichkeit, irgendetwas zuzustimmen. Ich kann Partei A wählen, Partei B wählen, Partei C wählen aber ich kann nicht sagen „ich will gar keinen von denen“. Ich kann nicht irgendwo ein Kreuz machen und jemanden abwählen. Ich kann auch nicht das System abwählen. Egal wie ich mich entscheide, das aktuelle demokratische System bleibt immer das gleiche, weil ich es nicht abwählen kann. Ich kann also nicht Nein sagen. Ich kann nur zu dem Ja sagen oder zu dem Ja sagen oder zu dem Ja sagen. Eine andere Möglichkeit habe ich als Wähler nicht. Es sei denn, ich gehe nicht zur Wahl oder mache meinen Wahlzettel ungültig. Aber eine aktive Möglichkeit, Nein zu sagen, hab ich nicht. Ich muss mich also wenn ich keinen davon leiden kann, zwischen Pest und Cholera entscheiden oder halt durch, ja, Nichtteilnahme meine Entscheidung oder meinen … mich der Wahl verweigern sozusagen, die ja keine wirkliche Wahl ist.

Okay, die Zeit ist rum, ich muss Schluss machen. Ich wollte eigentlich noch viel mehr sagen, aber ich hab‘ mir geschworen bei 15 Minuten maximal zu bleiben. Insofern erstmal an dieser Stelle vielen Dank für’s Zuschauen und vielleicht war die ein oder andere Anregung dabei. Bis demnächst! Tschüß!

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10 Responses to Meine Stimme: Freiheitsfunke – Gedanken zur Freiheit

  1. Tommy Casagrande sagt:

    Geistiges Eigentum ist kein Eigentum. Der Schutz geistigen Eigentums führt zur absurden Situation, das physische Eigentum anderer Menschen einzuschränken.
    Ist also ein WIderspruch in sich. Ansonsten ist der Beitrag nicht schlecht.

    • Zef sagt:

      >Geistiges Eigentum ist kein Eigentum

      Andersrum: In der Welt des Geistes herrscht absolute Eigentumssicherheit.

      Wer meint, das Gedanken gestohlen werden können, hat eine materielle Vorstellung von Gedanken – und, was viel schlimmer ist: nur eine mäßig entwickelte Vorstellung vom Selbst/von sich selbst und seiner Freiheit.

      Mein Gedanke, wie mein Selbst, kann von keinem anderen in seiner Integrität beeinträchtigt werden. Das kann ich nur selbst besorgen, indem ich die Absolutheit meines Geistes (meines Selbst, meiner Freiheit) relativiere. Kein Dolch kann meinen Gedanken töten, kein Gewehr mein Selbst.

      Nicht „Bio/Masse“, sondern Geist ist das Kriterium der Qualität von Freiheit und Selbst. „Ich wähle mich selbst, ich setzte mich selbst“. Freiheit wird aus Freiheit geboren, Geist durch Geist gesetzt.

      Höchst subjektiv, ich weiss. Aber genau das ist der Witz – und zwar für jedes einzelne Subjekt.

      Die Jolle der Freiheit gehört in den Wind und nicht an der Biomasse verankert. Dann gehts auch voran. Der materielle Freiheitsbegriff schmort in der Hölle der Geist-/Phantasie-Losigkeit. Ihm geht es kaum besser als dem Staatsgedanken. Das ist Verzweifelung, nicht Freiheit.


      „Der Begriff des Menschen ist Geist, und man soll sich nicht davon verwirren lassen, dass er im übrigen auch auf zwei Beinen gehen kann“ (S. Kierkegaard)

  2. Holger sagt:

    Sehr guter Beitrag 🙂

    Viele Grüße an Freiheitsfunke

  3. Philipp Hofmann sagt:

    Ich wünschte, ich könnte auch so wohlüberlegt und ruhig und trotzdem frei in die Kamera sprechen. Wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht.

  4. diridum sagt:

    wo bleibt denn der aspekt der liebe, lieber roland?
    liebe ist freiheit,
    liebe ist nicht beileidigt,
    liebe gibt mehr als sie nimmt,
    liebe hat vertrauen nach innen und aussen,
    liebe ist zufriedenheit,
    liebe ist reichtum,
    liebe ist ist das gefühl der zusammengehørigkeitund vieles mehr,
    wer in liebe lebt handelt und fühlt, ist reich,
    ich arbeite unentwegt daran reich zu werden . . 😉

    • Hmann0815 sagt:

      Hallo diridum, lass uns mal ein paar wichtige Begriffe aufschreiben, etwa:
      Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe.
      Welches Wort passt nicht in diese Reihe? Die „Liebe“.
      Die drei anderen Begriffe bedingen sich gegenseitig: ohne Gleichheit keine Freiheit, ohne Freiheit keine Gerechtigkeit und alles auch umgekehrt.
      Nur die Liebe braucht man hier nicht. Natürlich kann man auch jemanden lieben, der einen bestiehlt, einsperrt und foltert, aber normal ist das nicht, eher abartig. So jemandem würde ich nicht unbedingt das Recht auf Leben zusprechen, denn das ergibt überhaupt keinen Sinn.
      Gleichheit hingegen fordert ein Lebensrecht für alle, die Tiere und Pflanzen eingeschlossen, ist für mich deshalb der zentrale Begriff.

  5. Hmann0815 sagt:

    Hallo Freiheitsfunke.
    Deine Aussagen sind überzeugend und m.E. auch richtig. Aber ein wichtiger Aspekt fehlt.
    Was ist, wenn jemand mich bestiehlt oder gar ermordet? Darf dann auch niemand (kein Einzelner, keine Gruppe und keine Mehrheit) Sanktionen gegen diese Person verhängen? Und wie soll das genau gehandhabt werden?
    Keine einfachen Fragen, aber ohne eine schlüssige Beantwortung ist Dein Beitrag nicht viel wert.

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