Lux Lumen Pictor

In der Regel bezeichnet es ein positives emotionales Verhältnis, welches ein Opfer gegenüber seinem Entführer aufbaut. Ich gehe einen Schritt weiter und zähle dazu auch die Empathie, die ein Steuerzahler gegenüber dem Staat, also das Opfer gegenüber dem Räuber, aufbaut.

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Steuer nichts anderes als Diebstahl ist. Das, was der Staat hier macht, ist jedem Einzelnen von uns verboten. Gehen Sie einmal zu ihrem Nachbarn und erklären ihm, Sie wollen einen privaten Kindergarten bauen und benötigen dazu Geld. Wenn er ihnen jetzt welches gibt, dann ist bis hier hin alles ok, denn er tut es freiwillig. Unschön wird es, wenn der Nachbar sich weigert und Sie nun mit Gewalt drohen bzw. Gewalt anwenden. Ab jetzt sind Sie ein Räuber und vermutlich vorbestraft. Und das ist auch gut so.

Jedoch sollte ein Jeder erkennen, dass der Staat nicht anders vorgeht. Er sagt mir nicht, was er gerne machen möchte und bittet mich um Unterstützung, sondern unter Androhung von Gewalt beraubt er mich Monat für Monat. Mittlerweile kann man es in jeder Tageszeitung lesen, dass der Michel mehr als 6 Monate für den Staat arbeitet. Radiomoderatoren machen sich seit mehreren Jahren den Spaß, Anfang/Mitte Juli zu verkünden, dass ein Jeder jetzt für seinen eigenen Geldbeutel arbeitet.

Wenn also Diebstahl und Raub auf individueller Ebene unmoralisch sind, dann können sie auf kollektiver Ebene nicht plötzlich moralisch werden. Wenn Vergewaltigung unmoralisch ist, dann bleibt sie auch unmoralisch, wenn eine Mehrheit beschließt, dass ein jeder Ortsvorsteher oder Bürgermeister das Recht der ersten Nacht bei einer frisch Vermählten hat. Eine unmoralische Tat bleibt eine unmoralische Tat, egal, ob sie ein Einzelner begeht oder sie sich auf den Zuspruch einer breiten Masse stützen kann.

Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte staatlicher Indoktrination haben nun bewirkt, dass die Bestohlenen sich nicht mehr als Opfer fühlen. Mehr noch, sie haben sogar Empathie für den Räuber Staat.

Obwohl bei der kollektiven Tat der gleiche Modus Operandi wie bei einer individuellen Tat zu erkennen ist, sehen es die Menschen als „ihren Beitrag“ zur Bildung eines Gemeinwesens und damit verbunden zur Zahlung des Bildungswesens, der Sicherheit etc. Nach dieser Logik gebe ich dem Räuber nachts im Park mein Geld und sehe es als meinen Beitrag, dass seine Kinder zur Schule gehen können, seine Frau mal einen ordentlichen Klunker geschenkt bekommt und und und.

Nicht nur, dass diese Argumentation zutiefst unlogisch ist, sie ist zudem auch noch ungerecht. Warum soll ich auch für die Bildung eines Kindes zahlen, bei dem die Eltern aufgrund ihres Einkommens überdurchschnittlich gut situiert sind? Warum soll ich für Sicherheit zahlen, obwohl der Dienstleister nie da ist, wenn man ihn braucht?

Ich habe großes Verständnis für altruistische Ideen. Mehr noch, Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit sind für eine Gesellschaft sehr wichtig. Die Menschen schöpfen nämlich aus altruistischem Handeln, Anerkennung und Selbstwert.
So etwas geschieht heute schon hunderttausendfach privat organisiert. Wer es nicht glaubt, sollte mal einen Blick in das Vereinsregister wagen, um zu erkennen, wie viele Menschen sich privat in Vereinen organisieren, um anderen Menschen zu helfen.

Jedoch sollte man nicht glauben, dass der Räuber Staat so etwas effektiv organisieren kann. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn es kommt zur Ressourcenverschwendung und zum Aufbau einer „Verschwendungsindustrie“, wo Menschen am Elend anderer Menschen verdienen. Wenn man die Ausgaben für soziale Hilfe der Zahl der Bedürftigen gegenüberstellt und von einer Direktzahlung ausgeht, dann kommt hier jeder Bedürftige auf einen monatlichen Nettobetrag von knapp 6000 €. Selbstredend jedoch nicht in der Realität und das zeigt eindeutig, wie viele Menschen offensichtlich an einem einzigen Bedürftigen verdienen.

Es ist wohl mehr als nachvollziehbar, dass man mit gestohlenem Geld, also Steuern, nicht verantwortungsbewusst umgeht. Es wurde schon unmoralisch erlangt, also warum sollte es jetzt moralisch einwandfrei eingesetzt werden? Es hat sich wohl ein Räuber gegenüber einem Opfer noch nie gerechtfertigt, was er wie mit der Kohle anstellt. Warum auch, das Opfer hat ja schließlich keinen Einfluss mehr drauf. Daher ist es auch regelmäßig vorhersehbar, wenn Projekte wie Stuttgart 21 oder der Flughafen BER mehr Geld kosten als veranschlagt.

Ganz anders im privaten Bereich. Wenn man sich für die Renovierung einer Schule finanziell einsetzt, dann macht man das in der Regel nur dann, wenn das Geld nicht zweckentfremdet eingesetzt wird. Die, die mit dem freiwillig gegebenen Geld arbeiten, sind gegenüber den Gebern rechenschaftspflichtig. Ein unverantwortlicher Umgang mit den Spenden würde zum Versiegen der Geldquelle und zum Rückgang der Spendenbereitschaft führen. Das kann denen, die mit Steuergeld arbeiten, natürlich nicht passieren.

Der Staat ist kein produktives Unternehmen und verfügt somit nicht über eigenes Geld. Jeden Euro, den er ausgibt, muss er vorher jemandem wegnehmen. Wegnahme impliziert immer Unfreiwilligkeit und lässt sich in letzter Konsequenz immer nur mit Zwang und Gewalt durchsetzen und ist somit unmoralisch.

Jede Leistung, die der Staat anbietet, kann viel effektiver und ressourcenschonender von einem freien Markt angeboten werden. Mehr noch, selbst der unmoralischste Mensch müsste am freien Markt moralisch agieren, da er sonst von seinen Kunden abgestraft wird und er sich somit seiner Existenzgrundlage beraubt. Neben einer freiwilligen Interaktion der Menschen, führt ein freier Markt dazu, dass die Gelder zielorientiert und bedürfnisgerecht eingesetzt werden. Niemand würde sich wahrscheinlich mit seinem hart erarbeiteten Geld an Kriegen oder irgendwelchen Bankenrettungen beteiligen, so wie es der Räuber Staat mit seiner Beute macht.

Dieses nicht zu erkennen, mehr noch, Diebstahl als die Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens für notwendig zu erachten, zeugt von einem ausgeprägten Stockholm – Syndrom, welches zeigt, dass die Räuber uns schon viel zu lange in ihrer Hand haben.

Nun stellt dieses keinen Aufruf zum Steuerhinterziehen dar, wonach dann jeder über die Konsequenzen im Gefängnis nachdenken kann. Dieser Artikel dient eher dazu, dem Staat die Maske der Wohltätigkeit vom Gesicht zu reißen, denn die Belange der Menschen interessieren ihn maximal dann, wenn er damit seine Macht ausbauen kann.

Ich gehe nicht mehr wählen!

Ich persönlich möchte bei einem Überfall in einem Restaurant nicht wählen, ob der große Starke mit der Ski-Maske oder der kleine Dicke, süffisant durch den Damenstrumpf Lächelnde mir das Geld aus dem Portemonnaie zieht, denn letztendlich wird die Tat nicht dadurch moralischer, dass ich bestimmen kann, wer mir die Hand in die Tasche stecken darf.


 

 

 

34 Responses to Das Stockholm-Syndrom und der Räuber Staat

  1. Frank sagt:

    Schöner Artikel. Wo ist die Quelle/Rechnung für die Behauptung jeder Bedürftige bekäme netto ca. 6000 EUR monatlich?!

    • Lux sagt:

      „Es folgt die alles entscheidende Rechenoperation: 754 Milliarden € werden auf 10 Millionen Menschen verteilt. Dies ergibt eine jährliche öffentlich-rechtliche Investition von 75.400 € pro Kopf. Würde man dieses Geld einfach als monatliche Auszahlung an die Hilfeempfänger überweisen, erhielten sie jeweils ein stattliches Monatssalär von 6.200 € – und das natürlich steuer- und abgabenfrei. “ Quelle: http://ef-magazin.de/2011/06/04/3024-umverteilung-das-soziale-mammut

      Auch Roland Baader hat solche Rechenbeispiele mehrfach vorgelegt und seine Zahlen vielen in der Regel höher aus. Hierzu ist das Buch „totgedacht“, ISBN 3-935197-26-8, sehr zu empfehlen.

      • Frank sagt:

        Danke. Hatte ähnliche Zahlen nur für die USA gesehen.
        Auch ich habe mal gerechnet. Es geht um die EEG. Die Berechnung ist ein paar Tage her, man darf von einer erheblichen Verschlimmerung ausgehen:
        Wen es interessiert hier ein Auszug:
        Die kW/h hat uns 47 Cent im Jahr 2009 gekostet. Wert ist sie 14 Cent.
        Die Zahlen aus dem Jahr 2009 eingesetzt und siehe da die Solarenergie kostet die Stromverbraucher der BRD mal flockige:
        € 223.555
        Pro Arbeitsplatz, pro Jahr. Tendenz steigend!
        Das ist ja mal ein tolles Kunststück. Wenn ich pro Jahr € 223.555 bekomme, da schaffe ich mindestens 3 Arbeitsplätze von. Total ökologisch, wir produzieren nämlich nichts!
        Hier die ganze Rechnung, inklusive den tollen Windrädern:
        https://www.facebook.com/notes/frank-elpunto/zahlenspiel-ich-rechne-nicht-und-du-musst-zahlen/230358816980393

  2. Ferdinand A. Hoischen sagt:

    Ein ganz hervorragender Artikel, der auf den Punkt bringt, was der Staat in Wirklichkeit ist, wie man einordnen muss, was er tut und dass man ihn als Mensch mit Moral in keiner Weise unterstützen sollte.

  3. Mr Mindcontrol sagt:

    So ein Blödsinn: Infrastruktur z.B. gehört in die öffentliche Hand. Wo diese privatisiert wird, Stichwort Wasserprivatisierung ging es bergab. In Portugal wurde das Wasser um 400 % teurer. Natürlich sind wegen der Gleichbehandlung Zwangsteuern wichtig, wer nicht freiwillig spendet bekommt im Kapitalismus dadurch eine größere Kriegskasse, also überlebt eher der der geizig ist. Vereine wie Sportvereine werden zum Vergnüngen gegründet, dort einzuzahlen ist ja auch Bedingung dort Sport treiben zu können, da kann man nicht „freiwillig“ verzichten und trotzdem mitmachen wie es bei Infrastruktur wäre.
    Ein großer Teil der Finanzkrise wurde durch Deregulierung verursacht, also es gab wenige staatlichen Zwang für Headefonds, Derivate etc. Die jetzigen staatlichen Zwangmassnahmen sind damit teilweise Folge Neoliberaler Politik.

    • michael sagt:

      „Infrastruktur z.B. gehört in die öffentliche Hand. “
      du meinst bestimmt sowas wie den berliner flughafen…eine von vielen staatlich organisierten erfolgsstories 🙂

    • Lux sagt:

      Es gab nie eine Wasserprivatisierung, jedenfalls hat es nichts mit Privatisierung zu tun, wenn der Staat unter Zuhilfenahme privater Unternehmen für eine Kartellbildung sorgt und somit den Verbrauern auch weiterhin einseitig die Preise diktiert. Schauen sie sich gern mal den schlecht recherchiert Propagandafilm „Water makes money“ an. Hier empfehle ich besonders ab 00:27:45 mal zu schauen. Der hier erzählende Herr Rosenberg beschreibt hier sehr gut wie Investitionen sozialisiert und Gewinne privatisiert werden. Herr Rosenberg erkennt sehr richtig, dass der Gebührenzahler durch die Stadt in die Haftung genommen wird. Das sind ohne Frage mafiöse Methoden, jedoch scheint selbst der Herr Rosenberg nicht zu erkennen, dass es sich nicht um eine Privatisierung handeln kann, sondern um eine korporatistische Methode Einsatz und Gewinn ungleichmäßig zu verteilen.So ein Vorgehen würde kein Verbraucher in einem freien Markt dulden, hier wird er vom Staat dazu gezwungen. Hier einmal der Link zum Panikfilm: https://www.youtube.com/watch?v=dLaVwYjfejw

      „Ein großer Teil der Finanzkrise wurde durch Deregulierung verursacht…“ Diese Aussage ist meines Erachtens nicht haltbar. Die Krise wurde erst durch die Staaten und ihre Geldpolitik möglich. Das ‚fiat money‘ sorgt immer wieder für Blasenbildung (so in einem freien Markt absolut unmöglich) wobei die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen durch die EZB immer wieder die falschen Signale setzt. Der Markt versucht sich zu bereinigen, jedoch sind es die Poltiker die dieses verhindern, denn das würde ihre Posten und Pfründe gefährden. Hierzu empfehle ich ihnen folgendes Interview mit Torsten Polleit, einem sehr guten Ökonomen unserer Zeit, anzuschauen.
      Hier der Link: http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Wir-brauchen-keine-Notenbanken-article10257441.html

    • Peter sagt:

      Hallo Mr. Mindcontrol!

      Aufgrund der Kostenstruktur bei Infrastrukturgütern (Hohe Fixkosten verbunden mit geringen Kosten für die zusätzliche Nutzung der Güter durch einzelne weitere Kunden) würde auch in einem privatwirtschaftlichen Markt bei diesen Gütern eine Tendenz zu einer Monopolisierung bestehen. Deren Ergebnis wird dann z.T. als Natürliches Monopol bezeichnet. [1]

      Die Ursache, der der geographische, zeitliche und sortiment-bezogene Umfang und die Regulierung der Monopolstellung würde sich in den meisten Fällen jedoch erheblich von einem „staatlichen Monopol“ oder künstlichen Monopol unterscheiden. Auch ist ein natürliches Monopol nicht von den Marktmechanismen abgeschottet. Gravierendes wirtschaftliches oder moralisches Fehlverhalten des Monopolisten würde seine Position am Markt vollständig gefährden. Auch ist eine Wandlung der Monopol-Situation in eine Oligopol-Situation aufgrund von technologischen oder anderen markt-bezogenen Entwicklungen in „natürlicher“ Form, statt über den Umweg einer gesetzlichen Neuregeulierung möglich und m.E. vorteilhafter.

      Auch könnten auftretenden Differenzen innerhalb des Monopolisten (Eigentümer- oder Leitungsdispute) evtl. stärker zu einer Aufspaltung des Monopolisten in mehrere Oligopolisten oder zumindest zu einer stärkeren „Selbstregulierung“ des Monopolisten führen. Bei einer „Lizenz zum Monopol“ geht der Kampf ja eher um die einzige Lizenz; eine Abspaltung würde also immer zu einem Verlust der Lizenz führen und ist damit keine Option für alle Beteiligten des Monopolisten. Dies ist wahrscheinlich nicht für alle Formen von Monopolisten zutreffend und insgesamt zugegebenermaßen eher meine Vermutung als meinerseits auf harten Fakten basiert.

      Es ist m.E. wichtig, festzuhalten, dass die Vergabe von Monopol-Lizenzen sowie der Verkauf von staatseigenen Monopolisten an private Unternehmen tatsächlich in der Vergangenheit zu negativen und merkwürdigen Folgen geführt hat.
      Der erste Weg führt zu zahlreichen Problemen: Da der unternehmerische lizensierte Monopolist im Gegensatz zum staatlichen Monopolisten Gewinnmaximierung betreibt, werden Preise erhöht und Ausgaben gesenkt. Wie das aussieht wissen wir zur genüge. Das positive Wirken von Marktmechanismen auf den unternehmerischen Monopolisten wird durch die Lizensierung (!) weitgehend verhindert und wird durch eine staatliche Kontrolle und Regulierung ersetzt, deren Untauglichkeit offensichtlich ist. Da braucht man nicht einmal die Korruptionsfälle heranzuziehen. Also kein freier Markt. Mal soviel dazu..
      Der zweite Weg (Verkauf einen staatlichen Unternehmens in „Privathände“) ging soweit ich das mitbekommen habe bisher immer auch mit einer entsprechenden Lizenzierung einher; teilweise wird diese als Gegenleistung für dem Monopolisten mitgegebenen Auflagen und Altlasten „zur Verfügung gestellt“, oder zumindest damit begründet. Damit sind die gleichen Probleme und Asuwirkungen wie im ersten Fall vorhanden.

      Weiterer Druck auf Monopolisten wird natürlich staatlicherseits auch durch Erhalt und gar Aufbau von gesetzlichen Hürden für potentielle Konkurrenten des Monoplisten genommen. Das ist sicher ein weites Gebiet und in diesem Sinne wirksam.

      Kurz gesagt: Es besteht ein riesiger Unterschied zwischen einerseits einem staatlich lizensiertem & gesetzlich gestütztem und andererseits einem Nätürlichen marktwirtschaftlichen Monopol. Alle übliche Kritik an Monopolen beruht auf den Auswirkungen der erstgenannten Monopole. An Beispielen für natürliche marktwirtschaftliche Monopole, sowie der damit aufgetretenen Probleme bin ich interessiert.

      Eine weitere Frage ist, ob eine staatslose marktwirtschaftliche Entwicklung hin zu einem „natürlichen Monopolisten“ auch die Art des „Monopolisten“ verändern würde, z.B. hinsichtlich Eigentümerstruktur, Entscheiderstruktur, evtl. eher Verbund/Kooperation/Netzwerk als ein monolytischer hierarchischer Konzern, …

      Auf die vorliegenden Kostenstrukturen bei solchen Infrastrukturgütern würde in einem tatsächlich freien Markt vermutlich mit vielfältigeren und flexibleren Lösungen und Strukturen beantwortet werden, als mit einem Monolyten. Die Folgen einer solchen Art von „Monopolisten“ sind anzunehmenderweise andere als bei Lizenz-Monopolen. Wenn man dann überhaupt noch von einem Monopolisten sprechen kann/würde.

      Grüsse,
      Peter

      [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Natürliches_Monopol (Ihr findet bei Bedarf sicher auch noch detaillierte und bessere Informationen dazu)

      Frei nach dem Motto: Entschuldige den langen Brief, ich hatte keine Zeit, einen Kürzeren zu schreiben.

  4. Freiermarkt sagt:

    Ich stimme teilweise zu, aber das hier finde ich sehr belegungsbedürftig:

    „Jede Leistung, die der Staat anbietet, kann viel effektiver und ressourcenschonender von einem freien Markt angeboten werden. Mehr noch, selbst der unmoralischste Mensch müsste am freien Markt moralisch agieren, da er sonst von seinen Kunden abgestraft wird und er sich somit seiner Existenzgrundlage beraubt. Neben einer freiwilligen Interaktion der Menschen, führt ein freier Markt dazu, dass die Gelder zielorientiert und bedürfnisgerecht eingesetzt werden.“

    Heute erst im Radio gehört: Eine Studie belegt, was schon lange vermutet wurde: Elektronikhersteller bauen ihre Produkte so, dass sie möglichst bald nach der Garantiezeit kaputt gehen. Es entsteht Elektronikmüll. Finde ich nicht besonders ressourcenschonend.

    Viele Produkte werden absichtlich unreparierbar gebaut. Macht zwar mehr Müll und verschwendet Ressourcen, lohnt sich aber für das Unternehmen, denn die Leute müssen ja neu kaufen.

    Smart-Phones werden nur ein paar Jahre mit Updates versorgt, danach funktionieren viele Apps einfach nicht mehr. Es muss ein neues Smartphone her.

    Diese geplante Obsoleszenz ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, aber ökologischer Wahnsinn.

    Was soll an diesem freien Markt bitte ressourcenschonend sein?

    • Lux sagt:

      Die Märkte sind eben nicht frei und genau hier liegt das Problem. In einem freien Markt gibt es kein Gemeineigentum, da befindet sich alles in Privatbesitz. Schauen sie einfach mal wie sie mit ihrem Privatbesitz verfahren, dann wissen sie vielleicht was ich meine.

      Wenn dieser Elektroschrott jetzt bei jemanden privat, jedoch dafür zuständig entsorgt werden muss, dann bestimmt dieser auch den Preis der Entsorgung. Wenn der Preis sehr hoch ist, aufgrund von Platz, Demontage etc. dann wird der Verbraucher nicht bereit sein, alle 2 Jahre einen horrenden Entsorgungspreis zu zahlen und sich Ausweichlösungen suchen und der Markt wird diese auch bereitstellen.

      • Freiermarkt sagt:

        Nun ich vermute mal eher, dass Elektronikschrott im Wald abgeladen wird. Warum sollte sich jemand die Mühe machen, den Müll umweltgerecht zu entsorgen?

        • Lux sagt:

          Weil alles im Privatbesitz ist. Derjenige der sein Elektroschrott im Wald entsorgt begeht ein Eigentumsdelikt, welches er dann auch zu verantworten hat. Die Kosten für die Wiederherstellung des Urzustands und evtl. Schadensersatzkosten werden den horrenden Entsorgungspreis bei weitem übersteigen.

          • SchlauerFuchs sagt:

            Naja, wenn ich meinen Schrott in meinem eigenen Wald vergrabe, dann wird sich niemand beschweren. Und Kosten entstehen auch keine.

          • Frank sagt:

            So what. Das ist mein Wald, da kann ich tun und lassen was ich will. Sollte allerdings durch den Schrott eine Grundwasser und/oder Luftbelastung entstehen werden mir die Besitzer der angrenzenden Waldstücke ganz schön was husten.
            Sprich sie werden Schadensersatzforderungen geltend machen, so dass ich den Wald bald verkaufen muss.

            Solang nur das Eigentum geregelt ist das Verursacherprinzip eingehalten wird, bzw. eingeklagt werden kann erledigt sich der Umweltschutz ganz von alleine.
            Besser als in unserem System!

    • Tim sagt:

      Sicher, dass hier ein freier Markt die Ursache ist? Ich würde sogar behaupten, dass er nicht frei genug ist und deine Beispiele in einem wirklich freien Markt nicht vorkommen würden; zumindest nicht lange.

      Was denkst du was passieren würde, wenn kleine Konkurenz nicht mehr vom Markt ferngehalten wird? Würden sich nicht sofort kleine Unternehmen gründen, die diese kaputten Geräte reparieren oder eigene Software auf nicht mehr Unterstützte Smart-Phones aufspielen und dann wieder verkaufen?

      Da können die großen Unternehmen froh sein, dass es den Staat gibt, der sie vor dieser Konkurenz schützt. Dank Vater Staat muss jedes kleine Unternehmen Zeit mit Steuererklärungen verschwenden, prüfen ob es nicht gegen irgendein willkürliches Gesetz verstößt oder hierfür Steuerberater bzw. Anwalt bezahlen.

      • Freiermarkt sagt:

        „Würden sich nicht sofort kleine Unternehmen gründen, die diese kaputten Geräte reparieren oder eigene Software auf nicht mehr Unterstützte Smart-Phones aufspielen und dann wieder verkaufen?“

        Das ist doch das Problem: Die Geräte werden extra so gebaut, dass man nicht einfach kleine Komponenten auswechseln kann, sondern man gleich das gesamte Gerät wegwerfen muss. Was für kleine Zauberfirmen sollen das reparieren. Außerdem: Nimm eine Firma, die Dinge für die Ewigkeit produziert, was passiert mit der? Sie verkauft Spitzenprodukte, die so lange halten, dass nachdem der Markt gesättigt ist, sie nichts mehr verkaufen können. Unser Gasherd war von einer Firma, die seit über 40 Jahren pleite war – und ging immer noch: Warum war die Firma wohl pleite?

        • Tim sagt:

          Ich weiß nicht weshalb diese Firma pleite war und sehe auch nicht warum ein freier Markt schlecht für Firmen mit Qualitätsprodukten sein soll.

          Wenn eine Firma Produkte verkauft, die nach kurzer Zeit kaputt und unmöglich zu reparieren sind, hat sie in einem freien Markt doch trotzdem keinen Vorteil gegenüber der qualitativ hochwertigeren Konkurrenz: mehr als einmal werden ihre Produkte ebenfalls nicht von dem selben Kunden gekauft. Zusätzlich wird sogar von den schlechten Produkten abgeraten.

          Also auch wenn mein erstes Beispiel nicht perfekt war, ein freier Markt ist wahrscheinlich nicht die Ursache des von dir beschriebenen Problems und ich bleibe dabei, dass er nur nicht frei genug ist ;-).

        • Christian Felix sagt:

          Hi,

          ich, Du und viele andere bevorzugen aber Dinge, die nicht ewig halten. Es gibt so viele Beispiele dafür.

          1) Beim Aussteigen auf dem Parkplatz spricht Dich einer an: „Hey, möchtest Du Dein Auto für den Rest Deines Lebens von mir fahrbereit gehalten weiter benutzen, oder ein neues Auto aus meinem Autohaus?“

          2) Spricht Dich in der Stadt einer an: „Hey, ich gebe Dir entweder 100€ jetzt, oder jeden Monat 1€ bis zu Deinem Lebensende. Was willst Du?“

          Das zweite Beispiel ist echt und wird regelmäßig von verschiedenen Instituten wiederholt. Die Quote ist soweit zurückverfolgbar übrigens äußerst konstant. Demnach scheint das schon lange, eventuell schon immer so zu sein.

        • Dreamer sagt:

          Wenn die geplante Obsoleszenz von den Käufern solcher Produkte als Problem wahrgenommen wird, dann resultiert das in einer Nachfrage (dem Bedürfnis) nach Produkten höherer Qualität, die keine Sollbruchstellen und dergleichen aufweisen. Die dadurch entstandene Marktlücke wird in einem wirklich freien Markt rasch gefüllt.

          Wir haben jedoch keinen wirklich freien Markt, sondern nur eine „Soziale Marktwirtschaft“. Das Aufkeimen von Konkurrenz wird vom Staat effektiv durch allerlei Lizenzen, Patente und Schutzverordnungen verhindert. Ganz zu schweigen von der mittlerweilen üblichen Gängelung durch eine überbordende Bürokratie mit zahllosen Regeln und Vorschriften.

          Ein wirklich freier Markt ist die beste Voraussetzung dafür, daß sich eine möglichst effektive Lösung zur Befriedigung der Bedürfnisse im freien Wettbewerb der Ideen finden und durchsetzen kann. Staatlich geschützte und gestützte Monopole und Kartelle verhindern das.

        • Nino sagt:

          Firmen bieten im freien Markt das an was die Konsumenten wünschen.
          Die Elektrobranche ist sicherlich kein freier Markt. Man denke nur mal an die ganzen Patentkriege. Hier haben die großen Hersteller tendenziell mehr “Macht“ über die Konsumenten.
          Einer freien Gesellschaft steht es frei, (kleine) Unternehmen zu bevorzugen, die umweltschonend(was auch immer das heißt) arbeiten.

          Bei Handys macht es aber wenig Sinn, Haltbarkeiten von 10 Jahren zu erreichen, da 90% der Benutzer alle 2 Jahre ihr Handy wechseln, da hier der technologische Fortschritt sehr schnell ist.

  5. Steve sagt:

    Die Firma ist pleite gegangen weil sie nicht rechtzeitig auf Kühlschränke umgestellt hat 😀
    Wie kann man nur von einem unendlichem Wachstum der Märke ausgehen ?
    Es ist doch klar, dass ich mit meinem Produkt irgendwann den Markt gesättigt haben werde. Für eine solche Situation sollte ich mir rechtzeitig eine Alternative suche. Nokia hat auch von Gummistiefel auf Handy umgestellt.
    Oder ich Strukturiere mein Unternehmen so, dass ich in dem Zeitraum bis zur Marksättigung ausreichend verdiene, damit ich danach nicht mehr arbeiten muss.
    Aber sowas wird an den Universitäten leider nicht gelehrt.
    ICh sehe ja auch in meiner Branche, wo sich alle von Angebot zu Angebot hangeln, um die letzten Kunden noch zubekommen bzw. sich gegenseitig wieder abzunehmen. Und die einzige Idee die unsere Führerkräfte haben sind: Preis noch billiger machen. Dass die damit den Markt noch viel schneller kaput machen ist denen nicht bewusst.
    Ich bin dafür, dass bei jeder Unternehmensanmeldung erklärt werden muss, wie man seine Produkte/ion nach Marktsättigung umstellen will, bzw. wie man dann seinen Lebensunterhalt bestreiten will und den Laden kontrolliert abwickelt (schließt).

  6. […] Ja ist der Staat nun ein Räuber oder nicht? Lies hier mal weiter! […]

  7. Hugo sagt:

    Natürlich ist der Staat ein Räuber. Etwa 97 % unserer gezahlten (rausgepressten) Steuern gehen ins Ausland. (Denkt an die erneute U-Boot lieferung an Israel).
    Es werden Jährlich Milliarden verschwendet an Steuergeldern usw usf….
    Die Liste ist lange…

  8. Rocky sagt:

    Schöne These vom freien Markt.
    Mir fallen da aber ein paar wesentliche Punkte ein, die nicht vom freien Markt „geregelt“ werden können.

    1. Monopole:
    Der Kapitalismus mit unserem Schuldgeldsystem beinhaltet in letzter Konsequenz die Bildung von Monopolen. (Der Teufel scheißt auf den größten Haufen)

    2. Kriminalität:
    Jeder kämpft für sich alleine. Das gute alte Gesetzt vom Schwächeren und Stärkeren. Ich finde über diese Stufe sollten wir hinaus sein.

    3. Geistiges Eigentum:
    Du bist für Privatiesierung und Abschaffung gesetzlicher Hindernisse (Patenten).
    Das wiederspricht sich doch. Wie möchtest du dein privates geistiges Eigentum schützen?

    Da gibt es noch einige andere Punkte.

    MfG

  9. Timo Ollech sagt:

    Aufruf zum Steuerhinterziehen nicht, aber wie wär’s mal mit einem Aufruf zum Steuerboykott? Henry David Thoreau lässt grüßen. Als ihn Ralph Waldo Emerson im Gefängnis fragte: „Was machst du da drin?“ fragte er nur trocken zurück: „Was machst du da draußen?“

  10. […] Die Leute von FreiwilligFrei sprechen daher sogar vom Stockholm-Syndrom, wenn Menschen nach dem Staat rufen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. […]

  11. Christian sagt:

    Ich fände es durchaus logisch nachvollziehbar nicht wählen zu gehen, wenn ich damit frei davon wäre, dass die per Wahl bestimmten „Volksvertreter“ über mich und mein Leben bestimmen. Die Realität ist eine andere. Wer nicht wählen geht, der bestimmt lediglich nicht mit, wer über ihn bestimmt. Andere Konsequenzen hat die Nichtteilnahme an Wahlen nicht. Wenn viele nicht wählen gehen, bestimmen wenige über viele. Eine solche Situation haben wir heute. Freunde der Freiheit, die auf politischer Ebene resigniert haben, gehen nicht mehr zur Wahl. In der Konsequenz verbleiben „Feinde der Freiheit“ als aktive Wählergruppe, denen es ein großes Anliegen ist, durch gewählte Vertreter über andere bestimmen zu können. Wenn also immer weniger Freiheitsfreunde an Wahlen teilnehmen, ist das Resultat immer mehr Unfreiheit. Die Nichtteilnahme an Wahlen bedeutet den kleinen Spielraum bei der Art und Weise der Fremdbestimmung nicht wahrzunehmen, weswegen man relativ gesehen der totalen Fremdbestimmung unterlegen ist; unter der Prämisse, dass es zu Lebzeiten kein Entrinnen aus dem „System“ gibt.

    • Hermann Messmer sagt:

      Wenn Du über andere bestimmen möchtest, gehe zur Wahl.
      Ich möchte nicht über andere bestimmen, ich gehe nicht zur Wahl.
      Du möchtest die Herrschaft Anderer über Dich beeinflussen, wähle den Weg den du für die Erfüllung deines Wunsches für sinnvoll hältst und ein spürbares Ergebnis erhältst.
      Ich habe in der Vergangenheit Parteien und Politiker gewählt. Es hat nichts in meinem Leben bewirkt. Ich konnte keine Veränderung spüren. Ich habe meinen Fokus und meine Lebenszeit weg von Parteien, Politikern, politischem Wunschdenken auf den nichtpolitischen Weg ins Private verändert. Die kleinen Veränderungen sind für mich sehr positiv spürbar.

      „Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“
      Sören Kierkegaard

      • Christian sagt:

        Ich bin auf dem gleichen Weg (ins Private), und ich bin wie Du in der jüngsten Vergangenheit den Wahlen ferngeblieben, weil ich keinen Sinn mehr darin sah. Meine Angst ist nur: wenn immer weniger Menschen überhaupt an Wahlen teilnehmen, werden wir irgendwann, wie unsere Vorfahren bereits so oft, von Diktatoren hemmungslos herumschikaniert und abgeschlachtet.

        • Timo Ollech sagt:

          @Christian, Diktatoren schlachten nur ganz wenige Menschen persönlich ab. Das meiste erledigen ihre Untergebenen. Je weniger mitmachen, um so weniger Abschlachten.

          • Christian sagt:

            Timo, da bin ich bei Dir. Bloß halte ich es beim jetzigen psychischen Zustand der Massen für illusorisch zu glauben, es würden „weniger mitmachen“. Die Leute wählen brav ihre Obrigkeiten, lassen sich von den Massenmedien gegenseitig aufhetzen, Mütter schicken ihre Kinder in den Krieg, usw. Da gehe ich lieber noch zähneknirschend wählen um den worst case zu verhindern, nämlich dass wieder irgendwelche Psychopathen ans Ruder kommen.

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