Der Keller unter dem Mindestlohn

On 20. Dezember 2013, in Gesellschaft und Politik, Videos, by FreiwilligFrei

Es gibt bestimmte Geräusche, die Menschen verrückt  machen. Denkt an die Fingernägel an einer  Tafel. Ein Kleinkind, das unaufhörlich auf einem langen Flug herumschreit. Ein durchbohrendes Pfeifen, das nicht verschwinden will. Jetzt fügen wir noch ein weiteres Geräusch hinzu, nämlich den US Präsidenten, der glaubt, er könne hohe Löhne per Dekret herbeiführen. Für jemanden, der die Grundsätze der Ökonomie kennt – nicht völlig verzerrt durch eine wirre Zentralplaner-Mentalität – für den ist es wie Folter. Es ist schmerzhaft. Es macht einen irre. Sodass man endlich herausschreien will: „Hör auf damit!“

So fühlte ich mich, als Präsident Obama Folgendes sagte: „Lasst uns festlegen, dass in der reichsten Nation der Erde, niemand, der in Vollzeit arbeitet, in Armut leben sollte und daher den Mindestlohn auf 9$ pro Stunde anheben. Dieser eine Schritt würde das Einkommen von Millionen von arbeitenden Familien erhöhen.“

Warum sollten wir hier aufhören? Lasst uns festlegen, dass jeder 9000$ oder 9 Millionen $ pro Stunde machen soll. Wenn das das einzige ist, was zwischen uns und totalem Reichtum steht, ein Wort des Präsidenten und ein Fingerschnipp des Kongresses, dann lasst uns loslegen!

Begreift Obama wirklich nicht, was mit dieser Herangehensweise nicht stimmt? Ich habe ihm oft widersprochen, aber ich habe nie wirklich gedacht, dass er ignorant war. Selbst in seinen frühesten Interviews, die ich gelesen habe, scheint er ein kein offenes Ohr für ökonomische Themen zu haben. Er scheint nicht zu begreifen, wie Wohlstand entsteht. Er scheint nicht zu verstehen, wie Preise funktionieren. Und jetzt können wir sicher sein, dass, wenn er wüsste, wie Löhne funktionieren, er nicht so handeln würde, wie er es gerade tut.

Natürlich könnte er auch lügen, er wäre nicht der erste Politiker, der das macht.

Ein Großteil der Jugendarbeitslosigkeit geht auf die hohen Mindestlohnerhöhungen in den letzten 5 Jahren zurück. Als die Krise in 2008 kam, lag der Mindestlohn bei  5,85$. Viele Jobs waren davon betroffen. Viele Niedriglohnarbeiter wurden auf die Straße gesetzt. Als sich die Dinge wieder beruhigt hatten, klopften sie wieder an Türen. Im nächsten Jahr mussten sie erfahren, dass es nun illegal war, für ein Gehalt von unter 7,25$ pro Stunde zu arbeiten. Und wir wundern uns, warum so viele Menschen arbeitslos sind? Es ist kein Geheimnis. Die große Steigerung der Lohnuntergrenze ist nicht der einzige Grund, aber ein mitspielender Faktor.

Eine Lohnuntergrenze jeglicher Art sperrt Menschen im Keller ein.  Je höher der Mindestlohn, desto größer der Keller. Heutzutage leben Millionen dort unten, darauf pochend, dass sie endlich hinaus dürfen. Und jetzt kommt der US Präsident und verkündet, im Namen von mehr Jobs, dass er mehr Arbeitslose langzeitarbeitslos machen möchte.

Ich habe eine besondere Abneigung gegen dieses Thema und das nicht nur wegen der ökonomischen Texte, die ich gelesen habe.

Mein erster echter Job war Instandhalter in einem Kaufhaus. Ich war 15 (Ja, ich habe gelogen, was mein Alter anging, man konnte das damals machen). Mein Job bestand darin, Toiletten zu säubern, Kartons zu zerstören, Haarnadeln aus den Umkleideschränken herauszusuchen, die Böden in den Porzellanläden zu wachsen, Staub zu saugen und die Fenster zu reinigen.

Es war ein großartiger Job. Ich meine das wirklich ernst, ich liebte den Job, weil er sehr wichtig war. Wenn ich die Toiletten nicht gereinigt hätte oder das Toilettenpapier oder die Handtücher nicht ersetzt und aufgefüllt hätte, wären die Kunden am nächsten Tag angeekelt gewesen und womöglich nie wiedergekommen. Ich spielte eine große Rolle, indem ich die Produktivität des Ladens weiterhin sicherstellte.

Meinen Kollegen mochte ich besonders. Sein Name war Tad. Als das Kaufhaus geschlossen hatte, waren nur wir 2 noch dort und wir hatten so viel Spaß bei unserer wundervollen Arbeit. Wir sangen, waren begeistert von der gefährlichen Wachsmaschine, waren angeekelt von den schmutzigen Toiletten und hatten einfach das wunderbare Gefühl, einen echten Arbeitskollegen zu haben.
Ihr müsst wissen, dass Tad kein normales Kind war. Er hatte physische Deformierungen. Sein Gesicht war komisch geformt und er hatte eine Art Fleck über seinem halben Gesicht. Er konnte sich nicht besonders gut bewegen. Ich musste ihm helfen und ihm behutsam seine Aufgaben geben. Er war außerdem geistig behindert. Er sprach murmelnd und man musste sich klar ausdrücken, um ihm seine Aufgaben zuzuteilen. Aber ich sage euch eins, wenn er glücklich war, war ich es auch. Das breite Grinsen über seinem Gesicht zu sehen, wenn ich ihn lobte, wie er den Laden zum Glänzen brachte, das gab mir Motivation.

Eines Tages war ein Plakat im Arbeitsraum zu sehen. Es war vom Arbeitsamt. Der Mindestlohn wurde um 50 Cents erhöht. Tad zeigte mir das Plakat und sagte: „Schau, wir bekommen eine Lohnerhöhung!“ Ich war etwas misstrauisch. Ich war mir ziemlich sicher, dass unser Chef unseren Lohn festlegte und nicht so ein komisches staatliches Teil. Ich konnte es nicht glauben. Ich war jedoch glücklich, weil er glücklich war.

Am nächsten Tag war ich zur gewohnten Zeit nach Schulende auf der Arbeit. Ich holte mir den Mopp und füllte heißes Wasser in den Eimer, bereit loszulegen, doch Tad war nicht da und ich fragte den Chef, wo er heute sei.

Nun erklärte er mir, dass er Tad nur angestellt hatte, weil er den Jungen aus der Kirche kannte. Er brauchte Arbeit. Er wusste, dass Tad viel Hilfe benötigen würde, deshalb war er froh darüber, dass ich zusammen mit ihm arbeiten würde. Am Ende sagte er, es wäre Wohltätigkeit gewesen, weil er wusste, dass ich den Job alleine hätte machen können. Es hat für uns beide funktioniert, solange er es sich leisten konnte, aber der neue Mindestlohn veränderte die Dinge. Die Gewinnspanne des Ladens war sehr klein und er musste eine harte Entscheidung treffen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Tad musste gehen.

Ich war am Boden zerstört. Ich starrte auf das Arbeitsamt Schild. Verdammtes Ding! Das Schild hatte ein Kinderleben zerstört. Es hat einen Akt der Wohltätigkeit zerstört und schaut, was es mit mir gemacht hat. Ich musste alleine arbeiten.

Die Geschäftsführung ging, das Licht wurde gedimmt und ich hörte das vertraute Klicken der Türen. Ich musste heute alleine sauber machen. Ich tat all meine Aufgaben. Doch es gab keine Musik mehr, kein Lachen, kein Herumalbern, keine breites Grinsen. Tad war irgendwo anders, wahrscheinlich zuhause, verwirrt und traurig.

Ein paar Jahre später starb Tad.

Das ist der Mindestlohn für mich. Man kann sagen, ich habe eine Vendetta gegen ihn laufen. Als der Präsident ankündigte, die Löhne anzuheben, konnte ich nicht anders, als an die Millionen Tads zu denken, denen die Chance genommen wird, wundervolle Dinge in dieser Welt und mit ihren Leben zu vollbringen.

 

„Die Gewerkschaften der weißen Südafrikaner in den 70er Jahren waren in der Diskussion um einen Mindestlohn wesentlich ehrlicher, als heutige Gewerkschaften.
Sie gaben an, dass sie ihre Mitglieder vor der schwarzen Bevölkerung schützen müssten, welche bereit sei, für einen geringeren Lohn zu arbeiten.
Heute tut man so, als ob der Mindestlohn alle Arbeiter ungeachtet ihrer Produktivität reicher macht.
Tatsächlich werden Arbeitnehmer vom Markt ausgeschlossen, deren Produktivität – also der für den Arbeitgeber geschaffene Mehrwert – unter dem Mindestlohn liegt.“

 

Original:
Jeffrey Tucker – The Basement Beneath the Wage Floor
http://mises.ca/posts/articles/the-basement-beneath-the-wage-floor/

Übersetzung:
Julian Schmierer

 

Edgar der Ausbeuter:
http://www.freiwilligfrei.info/archives/2966
Deutschland, der Mindestlohn und der Staat als maschinelles Gesellschaftssystem:
http://www.freiwilligfrei.info/archives/4104

 

41 Responses to Der Keller unter dem Mindestlohn

  1. diridum sagt:

    eine rührende geschichte.
    aber das happyend bekommen wir erst im goldenen zeitalter und nur wenn wir fleissig
    an unserem bewusstsein und des einander dienens gearbeitet haben.
    sonst ja. was sonst? . . müssen wir noch eine weile længer hier in der tierischen
    dimension verweilen und liebe vergebung und vieles mehr üben bis wir unsere leksion
    gelernt haben.

  2. Miggl sagt:

    Also die Geschichte mit Ted spielt glaub ich ein einer anderen Welt, auf keinen fall in unserer oder nicht zu unserer Zeit.
    Welcher Arbeitgeber stellt denn heutzutage jemanden aus Mildtätigkeit ein? oder weil er ihn in der Kirche gesehen hat?
    Also als Argument das erhöhungen der Mindestlöhne tausende Teds arbeitslos machen kann das leider nicht herhalten, da es einfach keine Teds wie im Video beschrieben gibt.

    • Markt sagt:

      nein, das meinen die Personen hier wirklich ernst.
      Mit 4,- € oder besser mit 3,- € aus dem Keller und auf in die Freiheit.

    • Hermann sagt:

      Liebe Arbeitnehmer, beamt euch mal nur für zwei Minuten in den Kopf eines Arbeitgebers.
      Du hast nun 100 Mitarbeiter und eine Firma, die nicht aus dem allerletzten Loch pfeift. Aber so richtig mit dem Geld scheffeln klappt es auch nicht. Ein Bekannter klingelt bei Dir. Er bietet Dir an in Deiner Firma als Hausmeister und Aushilfe mitzuarbeiten. Du bist aber nicht auf der Suche nach einer Aushilfe oder einem Hausmeister. Der Bekannte ist Dir sympathisch, Du kennst seine Familie, er ist vor kurzem Arbeitslos geworden.
      Was machst Du. Du brauchst zwar keine zusätzliche Arbeitskraft, Du stellst ihn aber trotzdem ein und suchst nach Arbeit für Ihn. Irgendwie belastet Dich diese Arbeitssucherei für den Mitarbeiter schon. Du bist aber ein „guter“ Mensch und nimmst das auf Dich und kannst das auch soweit verantworten, der kostet ja auch nicht so viel. Er macht nun Arbeiten die nützlich sind aber die Du nicht unbedingt brauchst. Richtig glücklich bist Du mit der Situation nicht, es ist ein Kompromiss.

      Jetzt kommen die Sozialisten daher, und erhöhen ohne Dich zu Fragen, diesem Mitarbeiter den Lohn um 10 oder 20%. Was machst Du? Du bist für die Zahlen der Firma verantwortlich. Was machst Du?

      So, Du darfst jetzt wieder den Kopf des Arbeitgebers verlassen.

      Ich bin Arbeitgeber. Wenn morgen ein Mindestlohn von 9,50 Euro eingeführt wird habe ich zwei Mitarbeiter weniger. Diese Mitarbeiter wissen auch warum sie bei mir beschäftigt sind. Nicht wegen der Produktivität! Und sie wissen auch, dass ich für die Firma verantwortlich bin und nicht für „gute Taten“.
      Ich lebe in dieser Welt. Ich bin gespannt auf Eure Ausreden. Dumm schwätzen und keine Arbeitsplätze schaffen ist ja die allereinfachste Nummer. Und Teds gibt es jede Menge. Mehr als ich einstellen kann.

      • FwF-sandman sagt:

        Völlig richtig, Hermann!

        Ein Arbeitgeber (ich bin einer) trägt Verantwortung für sein Unternehmen und somit auch für Arbeitsplätze aller Arbeitnehmer, die er beschäftigt. Seine Mitarbeiter sollten ihm dankbar sein, wenn er ALLES versucht, um sein Unternehmen so profitabel wie möglich zu führen. Nur das sichert langfristig die Arbeit aller Mitarbeiter in diesem Unternehmen.

        „Ich bin Arbeitgeber. Wenn morgen ein Mindestlohn von 9,50 Euro eingeführt wird habe ich zwei Mitarbeiter weniger.“

        Das musst Du auch tun. Sowohl aus der Verantwortung Dir selbst un Deinem Unternehmen gegenüber, als auch wegen der langfristigen Sicherung der anderen Arbeitsplätze.

        Wer das nicht kapiert, hat keinen Schimmer von Ökonomie.

  3. michel sagt:

    Ich habe keinen Schimmer von Ökonomie aber wenn ein Arbeitgeber mir für 200 Arbeitsstunden 250€ zahlt, interessiert er sich auch nicht dafür ob ich davon leben kann.
    Und ich habe festgestellt, egal ob kleine oder große Firmen, das es ihnen am liebsten wäre, wenn der Arbeitnehmer für 0€ arbeitet. Das beste daran ist, der Arbeitnehmer kann sich nicht dagegen wehren, er hat dafür einfach kein Geld.
    Das Problem ist nicht (nur) der Mindestlohn, sondern auch die Gier der Arbeitgeber und vorallem das derzeitige Geldsystem.

    • FwF-sandman sagt:

      Michel,

      was ist Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen zwei Arbeitnehmern, der dazu führt, dass der eine 8€ pro Stunde und der andere 200€ pro Stunde bei dem selben Arbeitgeber verdient?

    • Christian Grauer sagt:

      Ich finde auch, Arbeitgeber sollten verboten werden! Sind doch alles egoistische Schweine. Lasst den Arbeitnehmern endlich die Freiheit, sich selbst Arbeit zu geben!! Mit staatlich festgelegtem Mindestlohn. Niemand soll arbeiten dürfen wenn er nicht mindestens 8,50 EUR Gewinn pro Stunde erwirtschaftet (zzgl. Sozialabgaben versteht sich). Im übrigen sollten jegliche Informationen über grundlegende Zusammenhänge der Ökonomie verboten werden! Obwohl, nein. Wenn ich die Kommentare hier lese ist das überhaupt nicht mehr nötig. Die wohlfühlsozialistische Hirnwäsche hat bereits für flächendeckende Ignoranz gesorgt. Nur die paar Querulanten von freiwilligfrei und ähnlichen Kreisen müssen noch ins Betreute Leben eingegliedert werden…

  4. zap sagt:

    Das Problem ist weder der Arbeiter noch der Unternehmer. Es ist Die Politik. Die den Menschen den Zugang zum Markt verbietet. Fuer alles braucht man lizensen, Genemigungen und Beziehungen beim Staat. Ganz abgesehen von den vielen Steuern und Reglementierungen und administrativen pflichten, die es dem Buerger sehr schwer und in vielen Branchen sogar unmoeglich machen selbst Geld zu verdienen. Dazu kommen noch Patente, Copie rights und andere Privilegien. All das nur um keinen Wettbewerb zuzulassen und den Freunden der Regierung Monopolstellungen sicherzustellen und Ihnen ein Heer von Arbeitssklaven zur Verfuegung zum stellen, die jede Arbeit annehmen muestren um zu ueberleben.

  5. Wilfried sagt:

    Was für eine gequirlte Scheisse. Sorry, aber ich finde keine passenderen Worte.

    Lieber arbeitslos als Sklave, der sein Obdach und lebenserhaltende Lebensmittel etc. jetzt selbst einkaufen gehen muss, statt es/sie von seinem „Plantagenbesitzer“ gestellt zu bekommen.

    Wenn wir lediglich darauf verzichten würden, auch nur einen € Cent / Dollar etc. in die Rüstung und andere vollkommen unwichtige Dinge zu stecken, könnten wir allen Tad´s der Welt ein prima Leben bescheren.

    Wir könnten mit ihnen am Strand in einem Café sitzen und die Schönheit der Welt betrachten, ohne dass er auch nur einen Handschlag für seinen Plantagenbesitzer zu tun hätte.

    Ab und an, wäre Ted dann eventuell ein wenig langweilig, aber er könnte sich die Zeit im Bett mit seiner nichthungernden Frau vertreiben und hätte sicherlich mehr Spass als beim säubern von Toiletten für einen Hungerlohn.

    Und kommt mir jetzt nicht mit dem Argument, dann wären all die, in der Rüstungsindustrie tätigen Menschen, arbeitslos und schlechter dran als heute.

    Das Argument zieht nicht, denn wenn wir das Geld, das heute darin investiert wird Menschenleben zu vernichten, in die Menschheit und Menschlichkeut investieren würden, ginge es uns als Geneinschaft aller Menschen, sicherlich besser als heute.

    Sicherlich werden nicht alle Waffen die produziert werden, auch abgefeuert, sondern dienen häufig nur der Abschreckung, aber wie definieren wir Abschreckung? Abschreckung = Angst vor Erst-, oder Gegenschlag.

    Wenn folgende, wissentschaftlich bewiesene Definition, richtig ist:

    „Alles menschliche TUN, oder LASSEN basiert auf den Gefühlen von LIEBE und/oder ANGST“

    Was erscheint euch dann dienlicher für die Menschheit? Angst vor Waffen, oder Zufriedenheit in Nächstenliebe?

    Angst vor Verlust der Arbeit, die dich gerade so am Kacken hält, oder Gewinnminimierung auf Seiten der Arbeitgeber und dadurch ein schönes Leben für die, die einen Gewinn für den Arbeitgeber erst möglich machen, die Arbeitnehmer.?

    Nur um einer „Neiddebatte“ vorzubeugen:

    Ich gönne es jedem Arbeitgeber dass es ihm besser geht als seinen Arbeitnehmern, denn ohne ihn gäbe es die Anderen nicht, aber wenn er in einer Luxusvilla lebt, einen Maybach fährt und Champagner trinkt, sollte er den Personen, die ihm all das ermöglicht haben, eine Eigentumswohnung, einen Ford und ein Glas Sekt gönnen.

    Die meisten von Euch werden das jetzt sicherlich für „Utopia“ halten und deshalb schließe ich jetzt mit den Worten von Henry Ford:

    Ob Du daran glaubst, oder nicht, Du hast immer Recht.

    • HeterOekonom sagt:

      Warum stellst du denn einen Kommentar zu einem Beitrag ein und forderst mit Fragen zur Diskussion auf, wenn du gleich zu Beginn alles Gesagte als „gequirlte Scheiße“ hinstellst?!

      Durchdenk doch einfach mal dieses:

      „Angst vor Verlust der Arbeit, die dich gerade so am Kacken hält, oder Gewinnminimierung auf Seiten der Arbeitgeber und dadurch ein schönes Leben für die, die einen Gewinn für den Arbeitgeber erst möglich machen, die Arbeitnehmer.?“

      Du glaubst also ernsthaft (!), dass eine GewinnMINIMIERUNG auf Seiten des Arbeitgebers den Arbeitnehmern ein schönes Leben möglich macht?

      Warst du schonmal in der Lage, Arbeitgeber zu sein? Durchdenk das doch bitte mal aus Sicht eines Arbeitgebers, unter Einsatz aller Liebe und Empathie, die dir zur Verfügung steht, und geh dabei davon aus, dass der Arbeitgeber ein Mensch ist, genau wie du.

      Und dann geh vielleicht mal in verschiedene Betriebe und guck dich um, ob der Chef seine Mitarbeiter „gerade so am Kacken hält“.

      Das ist reine Kampfrhetorik.

      Vielleicht kommst du noch dahinter, warum das nicht nur „Utopia“ ist, sondern Unsinn.

      Grüße

      • Wilfried sagt:

        Ich bin Unternehmer und Arbeitgeber und bin mir damit meiner Verantwortung gegenüber fleißig tätiger Arbeitnehmer bewusst.

        Mit ihrem Gehalt unzufriedene Mitarbeiter arbeiten uneffizient und werden häufiger krank als zufriedene Mitarbeiter.

        Weil meine Mitarbeiter gerecht entlohnt werden und darüber hinaus, erfolgsabhängige Boni erhalten, bin ich als Unternehmer dementsprechend erfolgreich und kann mir diese Praxis leisten.

        Ohne meine Mitarbeiter wäre ich heute ein Fall für den Sozialstaat.

    • Kawaphil sagt:

      Wenn folgende, wissenschaftlich bewiesene Definition, richtig ist:
      “Alles menschliche TUN, oder LASSEN basiert auf den Gefühlen von LIEBE und/oder ANGST”

      Können Sie mir sagen wer diese Definition bewiesen hat und mit welchen wissenschaftlichen Mitteln dies bewiesen wurde?

      Es gibt Menschen deren Tun und Lassen weder von Liebe noch von Angst bestimmt wird, diese Gruppe der Menschen sind Psychopathen und Soziopathen. Die einzigen Empfindungen derer sie fähig sind werden weder von Liebe noch von Angst bestimmt sondern von ihrem Begehren. Diese Menschen (sofern man sie als Menschen im eigentlichen Sinn bezeichnen möchte) sind prädestiniert für Macht- und Führungspositionen, manipulieren andere mittels Angst. Sie scheinen uns wie normale Menschen, aber leben gänzlich ohne Empathie oder Verständnis anderen gegenüber. Da ihr Streben nach Macht über andere Psychopathologisch bedingt ist, werden Sie automatisch Politiker, Bankdirektoren, Beamte und Konzernleiter. In diesen Positionen finden wir ungewöhnlich viele Wölfe im Schafspelz, welche die „normalen“ Menschen glauben machen wollen, dass sie nur ihr bestes im Sinn haben.

    • Helga sagt:

      Danke Wilfried für Deinen Kommentar!

      Ich mag die Seite sehr, aber, oft wenn es hier um ökonomische Dinge geht, bin ich einfach nur angewidert, von der konditionierten Scheinheiligkeit, die auch aus dieser Geschichte heraus blendet.

      • Hermann Meßmer sagt:

        Wenn es um ökonomische Dinge geht, kann man auch gerne beim linken Wahrheits-Frontblatt TAZ die Argumente lesen.

        Lehrbeispiel GEGEN den Mindestlohn:

        http://blogs.taz.de/hausblog/2013/11/06/die-niedrigen-gehaelter-der-taz/

        Obwohl, so ein Jahr lang könnten wir das mit dem Mindeslohn schon mal probieren. 🙂 –> Upps, keine TAZ, mehr! Wie schade.

        Gewerkschfaften, Gutmenschunternehmen und TAZ: Mindeslohn, na klar, aber bitte nicht für uns.
        Wenn es bei den linken Gutmenschen im Unternehmen eng wird, sind Mindestlöhne ein Entlassungsgrund.
        ABER: Sonst drucken die jede Woche irgendetwas für Mindestlöhne in der Zeitung. Und Mindestlöhne vernichten keine Arbeitsplätze! Voll die Logik, bin begeistert.

  6. Equality 7-2521 sagt:

    Ein Mindestlohn ändert nichts an der Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber. Höhere Löhne führen zu mehr Nachfrage und weniger Angebote in bezug auf Arbeitsplätze. Ist doch logisch das es dadurch zu Arbeitslosigkeit kommt …

    Außerdem werden diejenigen zuerst vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, deren Produktivität an der Grenze liegt. Solche Gesetze treffen also immer diejenigen die sie eigentlich schützen sollen!

    Die meisten Sozialisten vergessen geflissentlich das sie es selbst sind die die niedrigsten Löhne zahlen: nämlich gar keine.

    http://url9.de/zU3

  7. Ben sagt:

    Der echte Mindestlohn ist 0,-€, solange ich niemanden einstellen muß.

  8. abc sagt:

    ich meine, dass problem des arbeitszwang ist lösbar mittels vollständiger automatisierung der produktion der lebensmittel inklusive der heimstatt

    wäre doch ein schöner grundkonsens zwischen sozis und kapitalisten

    • Hermann Messmer sagt:

      @abc
      Wer bekommt das Haus mit dem schönsten Blick auf den See in Deiner Vorstellung?
      Wer bekommt denn ersten Spargel auf den Teller?
      (Ist auch nicht ernst gemeint. Doch, aber nur für diejenigen die Deinen Kommentar Ernst nehmen.)
      Liebe Grüße

      • abc sagt:

        haus mit schönstem blick hat nichts mit ddem arbeitszwang zu tun.

        Unterschiede gibt es immer.

        Luxusgüter könnte man entweder über den markt verteilen oder vom Zentralkomitee. Der Hauptdissens liegt aber im Arbeitszwang.

      • Helga sagt:

        „[…]Wer bekommt das Haus mit dem schönsten Blick auf den See in Deiner Vorstellung?[…]“

        Du natürlich! (bleiben wir mal beim Unernst)

        Als wenn Menschen nicht kompromissbereit wären. TzTz

        • Hermann Meßmer sagt:

          Der „Klügere“ gibt solange nach bis er der Dumme ist.
          Die am wenigsten Kompromissbereiten würde die schönsten Häuser haben. Die eigene Leistung muß dann nicht mehr in Arbeit bestehen sondern in sturer Kompromisslosigkeit? Dann ist der Teller bei einem selbst immer zuerst gefüllt.
          Wie geht das Zentralkomitee damit um?

  9. soulless sagt:

    Von seiner Arbeit nicht leben zu können ist unwürdig. Ein Unternehmer, der seinen Mitarbeitern nicht soviel zahlen kann, dass sie davon leben können, sollte seinen Laden zumachen.
    Arbeit, die nur bezahlt werden kann wenn man Menschen dafür auspresst, ist keine Arbeit die es sich lohnt als Arbeitsplatz zu erhalten.

  10. SATAN sagt:

    Das Hauptproblem der „Linken“ scheint mir ihre Fixierung auf „Nominal“-Werte zu sein. Niemand fragt sich, WARUM die Lebenshaltungskosten eigentlich immer steigen und man deshalb immer weiter im Hamsterrad arbeiten muss. Was wäre eigentlich, wenn die Preise kontinuierlich SINKEN würden, die Löhne aber gleichzeitig stagnieren oder zumindest langsamer fallen? Oh, man könnte sich urplötzlich viel mehr kaufen von den „Ausbeuterlöhnen“… und wer verhindert diese böse, böse Deflation? Na, wer löst dieses schwierige Rätsel?

  11. isomorph sagt:

    Die fünf grössten Arbeitsverhinderungsmaßnahmen …
    http://globalefreiheit.de/150.php

  12. […] FreiwilligFrei veröffentlicht einen Beitrag von Jeffrey Tucker über dessen “Vendetta” gegen den Mindestlohn: Der Keller unter dem Mindestlohn […]

  13. Jegor sagt:

    hallo hallo!
    ich bin ein wenig am grübeln, was diese Idee der Staatslosigkeit angeht. Man kan echt nicht behaupten, dass ich ein riesen Fan vom Staat bin und der Mindestlohnt hat scheinbar auch seine Schattenseite.
    Aber wie viel besser ist es denn, wenn „erwachsene“ Menschen mit Familie keine 10€ in der Stunde verdienen?
    Warum gibt es eurer Meinung so viele Menschen, die einfach auf keinen grünen Zweig kommen? Strengen sie sich nicht genügend an, oder liegt es an der Staatsschule, die einen erst zum kreativlosen Arbeitstier macht? Oder weil der Staat sich bei denen auch noch bedient? (Wie war das? 70% Gesamtbelastung, wie errechnet sich das? Wir haben doch ne MwSt von 19% dachte ich!)

    Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass ohne Staat einige Menschen auf der Straße sitzen würden, weil Maschinen effizienter und günstiger sind und kein Staat sagt, „wag dich ja nicht zu rationalisieren!“
    Was machen diejenigen, die einfach nicht so viel drauf haben wie Maschinen? Sind die auf das Mitleid der Maschinen.. ääh Mitmenschen angewiesen? 🙂

    Gruß

    • FwF-sandman sagt:

      Hi,

      hier ist ein Link, der die Abgabenlast beziffert. Irgendeine Uni hatte so etwas auch schon veröffentlicht.

      http://sachsen-anhalt.parteidervernunft.de/ihre-skandal-se-abgabenlast

      Wenn wir uns einig sind, dass die Beziehungen zwischen Menschen freiwillig sein sollten und nicht geprägt von Zwang, dann muss klar sein, dass Leistungen nur durch Tausch oder Schenkungen übertragen werden können. Hast Du etwas, das ich haben will, muss ich Dir dafür etwas anbieten. Was ich Dir anbiete muss logischer Weise für Dich einen höheren Wert haben als das Ding, was ich von Dir haben will. Für mich ist es umgekehrt. Mir muss das Ding, das Du hast mehr wert sein, als das, was ich Dir dafür anbiete. Das MUSS IMMER SO SEIN, sonst würden wir nicht tauschen.

      Bekommt heute jemand 10€ netto ausgezahlt, ist ihm seine Stunde Zeit maximal 9,99€ wert. Wäre sie ihm 10€ oder mehr wert, würde er nicht dafür arbeiten.

      Dem Arbeitgeber ist die Stunde aber vielleicht 13,50 wert, weil er die nämlich zahlt, weil es ja die ganzen Lohnnebenkosten gibt.
      Wenn wir diese Nebenkosten mal weglassen und brutto gleich netto annehmen, müsstest Du eine Leistung erbringen, die irgendwem mehr wert ist als diese 10 €.

      Schaffst Du das nicht, zahlt Dir keiner mehr als 10€.

      Sich darüber zu beklagen, bringt nichts.

      Es ist also völlig klar, dass Menschen, die einen hohen Wert erzeugen, wie auch immer sie das machen, eine größere Chance haben, jemanden zu finden, der ihnen viel Geld dafür gibt. Was findest Du denn daran ungerecht?

      • Jegor sagt:

        Danke für die schnelle Antwort und den Link, die Grafik zeigt echt wie mies es ist – sieht übel aus.

        ich bezweifle allerdings, dass ein Unternehmer genau den Lohn bezahlt, der dem Wert der Arbeit entspricht, weil es einfach profitabler ist weniger zu bezahlen und weil das Druckmittel nunmal beim Unternehmer liegt.
        (Man muss allerdings auch Differenzieren zwischen großen und kleinen Unternehmen/Konzernen)
        Klar, man wird sich aber eher auf freiwilliger Basis für das Unternehmen entscheiden, was einem selbst besser erscheint, insofern das Angebot auch vielfältig ist – wird das schon funktionieren.

        Ich höre immer, dass man in den letzten Jahren einen Niedriglohnsektor, Leiharbeit und Minijobs erzeugt hat. Diese „Untere Schicht“ gab es also vorher nicht, waren die dann alle arbeitslos? Und viel wichtiger: wenn man hier Gesetze gelockert hat, hat man doch im „Arbeitsmarkt“ staatliche Verbote abgebaut; ohne Staat gäbe es diese „untere Schicht“ also auch?
        Momentan sind Viele doch gezwungen jeden Job anzunehmen. Jobs die sie überhaupt nicht wollen, die Arbeit gibt ihnen nichts wieder… Der Staat beutet die Menschen unglaublich aus und geht mit dem Geld unglaublich uneffizient um, aber an sich löst man meiner Meinung durch die Überwindung des Staates alleine nicht diese Probleme…

        Gruß!

  14. Zef sagt:

    „Die Gewissheit, jederzeit schnell und problemlos einen neuen Arbeitsplatz finden zu können, wenn der alte gekündigt ist, ist die beste Beschäftigungspolitik und zugleich die beste Sozial- und Arbeitnehmerschutzpolitik. Zu diesem Zweck gibt es nur ein Mittel: Der Anstellungsvertrag muß von einem Hochrisikofaktor für Unternehmer wieder zu einem normalen, kalkulierbaren Geschäft werden. (Roland Baader, Freiheitsfunken).


    Entweder/Oder:
    Markt oder Befehl – ein Drittes gibt es nicht

  15. Hmann0815 sagt:

    Seit 2008, dem Beginn der Finanzkrise, bis heute haben die Milliardäre ihr Vermögen im Mittel verdoppelt. Wer damals „nur“ 10 Milliarden hatte, der hat heute 20 Milliarden usw.
    Ich selbst musste in dieser Zeit meine Ersparnisse von ein paar Tausend Euro aufbrauchen, weil ich mit meiner Rente, trotz 45 Beitragsjahren, einen normalen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann. Und so geht es Millionen Menschen in Deutschland und Europa.
    Und hier wird über Mindestlohn diskutiert, dazu auf eine geradezu kindische Art und Weise. Geht doch mal auf die Seiten der „Wissensmanufaktur“ und macht euch sachkundig, wie die (Finanz-) Welt funktioniert. Findet heraus, wo das ganze „fehlende“ Geld ist, und warum es da ist, wo es ist.
    Würde man das Geld, das Jahr für Jahr den Oligarchen zufließt, ohne dass die einen Finger krumm machen müssen, dem Staat zuführen, bräuchten keine Steuern erhoben werden, und es wäre darüber hinaus so viel Geld vorhanden, dass man allen Bürgern ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE) auszahlen könnte.
    Und ihr diskutiert hier über „unbezahlbaren“ Mindestlohn. Auf welches Niveau wollt ihr eigentlich noch absinken?

    • michael sagt:

      dein niveau ist die untergrenze…. wird aber schwer werden 🙂

    • Hermann Messmer sagt:

      @Hmann0815
      Die „Wissensmanufaktur“ ist hier bestens bekannt. Der Logikfehler dort ist die Verdammung des Zinses und der Wunsch nach einem Staat, der allen Grund- und Boden beherrscht und einen willkürlichen Pachtzins festlegt. Das Modell bestraft Leistung und fördert die Faulheit. So wie das „bedingungslose Grundeinkommen“ für das Du wirbst.
      Leider fehlt in Deiner Sichtweise der Blick auf die Menschen, die Güter und Produkte herstellen. Geld möchtest Du per Staatsgewalt einziehen und völlig unabhängig von Leistung austeilen.
      Wer soll da noch 45 Jahre arbeiten? Wozu? Ein bequemes Leben möchtest Du durch die Geldverteilung ermöglichen. Aber wer soll Brot, Gemüse und Kleidung herstellen, wenn man auch ohne Arbeit überleben kann? Geld kannst Du nicht essen. Du möchtest das „bedingungslose Grundeinkommen“ weil Du mit dem Geld was ertauschen kannst.
      Das was ertauscht werden soll, Brot, Kleidung… wird durch die Leistung von fleißigen Menschen erschaffen.
      Durch den Ruf nach dem Staat oder nach einer staatlichen Ordnung gemäß „Wissensmanufaktur“ erlaubst Du Menschen über andere Menschen zu herrschen. Die heutigen Milliardäre leben deshalb so gut, weil wir in einer ähnlichen Plutokratie, oder, von mir aus auch Oligarchie leben. Die Grundlage dafür ist Herrschaft. Menschen die über andere Menschen herrschen.
      Du musstest 45 Jahre Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Du warst gezwungen. Du musstest auf alles mögliche Steuern bezahlen. Andere haben das für Dein Leben so bestimmt. Jetzt bekommst Du Rente. Andere sind gezwungen die Leistung dafür zu erbringen. Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen fehlt in all diesen Modellen. Die einen dürfen nicht, die anderen wollen nicht.
      Der Grund dafür ist Zwang. Bedingungsloses Grundeinkommen ist Zwang. Mindestlohn ist Zwang.
      Zwang behindert die Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen. Stell Dir vor, Du hättest statt Steuern zu zahlen für Deinen Ruhestand sparen können. Du hättest die Verantwortung für dein Leben selbst übernehmen können. Du hättest heute keinen Grund einen Mindestlohn oder zwanghafte Umverteilung (BGE) zu fordern.
      Liebe Grüße
      Hermann

    • Zef sagt:

      >weil ich mit meiner Rente

      Mit deiner STAATS-Rente!

      > einen normalen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann

      Du glaubst doch aber wohl nicht, allein deshalb schon Ökonomie-Experte zu sein?!

      >Auf welches Niveau wollt ihr eigentlich noch absinken?

      „Nur wenn die Reichen immer reicher werden, werden die Armen immer weniger arm“ (Baader, Freiheitsfunken).

      Je größer der Kapitalfonds einer Gesellschaft wird, desto höher steigt die Grenzproduktivität der Arbeit – und desto höher wird DANN auch absolut und relativ der Arbeitslohn.

      Kapital und das Bilden und Anhäufen (Akkumulation) von Kapital ist die Hauptquelle allen materiellen Wohlstands und Fortschritts der Menschheit.

  16. Hmann0815 sagt:

    Hallo Hermann Messmer,
    Du hast die Paradigmen der Neoliberalen gut auswendig gelernt bzw. verinnerlicht. Dein Vortrag ist flüssig und überzeugend – aber sachlich falsch.

    Das Märchen von der faulen Gesellschaft:
    Bei Umfragen zum BGE sagen auf entsprechende Fragen praktisch alle (sinngemäß): „Also ich würde weiter arbeiten, aber die meisten würden sich wohl auf die faule Haut legen“. Das sagt, dass die meisten Menschen arbeiten möchten oder aber, dass sie lügen – aber warum sollten sie?
    Spielt aber keine Rolle, denn mit dem BGE wäre auf Dauer kaum jemand zufrieden. Fast jeder will ein Auto, schicke Klamotten, die jeweils neueste Unterhaltungselektronik sowie Fernreisen, und wenn’s geht ein Haus oder Millionär werden. Und dafür müsste man dann schon arbeiten.
    Das Märchen von der Vollbeschäftigung:
    Seit Jahrzehnten versucht die Politik mit Hilfe der gleichgeschalteten Medien uns weiszumachen, dass Vollbeschäftigung möglich und erstrebenswert sei. Weder noch. Leute die sich mit dem Thema Vollbeschäftigung auseinandersetzen sagen voraus, dass in Ländern wie Deutschland aufgrund der ständig zunehmenden Automatisierung bereits in wenigen Jahren kaum mehr als 15% Erwerbstätige gebraucht werden, um die Bevölkerung mit allem zu versorgen, was sie braucht. Schon heute werden in D rund die Hälfte aller Bürger von den Erwerbstätigen mitversorgt, stimmen die Voraussagen der Experten, dann wären es 85%. Wo ist das Problem?
    Der Unterschied zu heute wäre, dass jeder sich die Arbeit aussuchen könnte, die er am liebsten macht. Auch könnte er die Bezahlung und sonstige Bedingungen frei aushandeln, ohne vom Hungertod bedroht zu sein. Was für eine Freiheit, was für ein Gewinn an Lebensqualität gegenüber heute. Die dreckigste und schwerste Arbeit würde am besten bezahlt und hätte deswegen das höchste Ansehen in der Bevölkerung. Der Kanalarbeiter würde möglicherweise mehr verdienen als der Bankdirektor usw. Der Fleiß und die Kreativität der Menschen würden geradezu explodieren. Sie würden um die wenigen gutbezahlten Arbeitsplätze buhlen, sich in Lohnforderungen gegenseitig unterbieten, denn sie haben das BGE und behalten es auch. Die restlichen 85% würden sich eine sinnvolle Betätigung im sozialen Bereich, in der Kunst oder auch im Sport suchen. Auch da könnte man Geld verdienen, was natürlich ohne Abzug auf das BGE oben drauf käme. Da sowieso niemand Steuern zahlt, gäbe es auch keine Schwarzarbeit. Die Leute würden anfangen sich gegenseitig ihre Häuser zu bauen und sich selbst zu ernähren, einfach weil es Spaß macht. Im Vergleich zu heute paradiesische Zustände.

    Was Du zur Wissensmanufaktur sagst und die anderen Schlussfolgerungen, die Du ziehst, das hat weder einen sachlichen Boden noch ist es logisch. Wo ist denn in meinem System der grauenhafte Zwang, den Du ständig an die Wand malst? Das Gegenteil ist der Fall: Die Menschen würden sich um die wenigen Vollarbeitsplätze reißen und Produkte in Hülle und Fülle für alle anderen mit herstellen, indem sie einfach die Maschinen länger laufen lassen. Die Tätigkeiten, die sich nicht oder kaum automatisieren lassen, würden von den 85% miterledigt, mit oder auch ohne extra Bezahlung.
    Eine ordnende Kraft (Staat) ist in jedem System unumgänglich und kann nur durch ständige, wirksame Kontrolle, etwa ständige Abwahl und Neuwahl der Vertrauenspersonen, im Zaum gehalten werden.

    • Hermann Messmer sagt:

      @Hmann0815

      Ich möchte Dir widersprechen.
      Das die allermeisten äußern, das sie mit einem BGE weiterarbeiten würden ist mir bekannt. Die Frage ist nur falsch gestellt! Würden diese Menschen eine für ANDERE Menschen sinnvolle Tätigkeit ausführen die von ANDEREN Menschen auch gebraucht würde? Was gebraucht wird, ergibt sich daraus, wofür andere Menschen freiwillig bezahlen. In Deiner lustigen Welt würde es erstmal jede Menge Bankdirektor-Bewerber geben. Nur wer braucht soviele Bankdirektoren? Schichtarbeiter? Hmmm? Nur bei sehr hoher Bezahlung. Schöner Tagtraum.
      Du gibst Dir eigentlich die Antwort schon selbst. Die nicht ganz so hoch gebildeten Menschen würden sich bei den geistig unanstrengenden Arbeiten mit ihrer Lohnforderung unterbieten. Genau so wie Du es schreibst! Ein Mindestlohn wäre wirklich kein Thema. Die geistig hochkomplizierten Tätigkeiten würden zu hohen Bezahlungen führen. Um diese Tätigkeiten können sich nur die intelligentesten Menschen bemühen.
      In Deiner Wunschwelt aber sind aber alle gleich! Gleich schlau. Gleich stark. Gleich fleißig. Gleich dämlich. Ein Auto kaufen. Kein Problem. Ich arbeite dazu wozu ich Lust habe.
      Bezahlung? Freier Markt! Und schon reißt dich die Realität aus deinem Tagtraum. Nichts gelernt? Kein Abitur? Keine Programmiersprache gelernt? Wie wäre es mit Apfelpflücken!
      In Deiner Wunschwelt zahlt keiner Steuern.
      Wovon soll das BGE denn bezahlt werden?
      Ich zeige Dir gerne mal hier im Herbst die Polen, Ukrainer, … die hier auf den Obstplantagen Äpfel pflücken. Trotz Rekordarbeitslosigkeit hier im Bundesland. Und mir soll bitte dabei niemand erzählen, das die arbeitslosen Menschen gerne was SINNVOLLES arbeiten möchten. Die würden sicherlich gerne Bankdirektor machen. Ja, oder was Soziales. Andere Menschen ohne staatliche Geldverteilung lassen ihre Familien wochenlang alleine um sich hier ihr Geld mit sinnvoller Arbeit zu verdienen. Die arbeitslosen Geldbezieher hier auf dem Hartz4-Sofa werden Dir aber gerne antworten, das sie arbeiten möchten. Bankdirektor oder was Soziales. Nur die Äpfel an den Bäumen würden verfaulen!
      Jeder Sozialismus hat das bisher auch geschafft. Am Ende konnte die Bevölkerung nur durch die Schwarzarbeit und heimliche Tauschwirtschaft am Leben bleiben.
      Du wünscht Dir eine ordnende Kraft, einen Staat? Guck mal auf Deine Stromrechnung damit Du eine Ahnung bekommst wie das Geld fließt. Der Staat sorgt für diese Flußrichtung. Du bekommst Rente? Freue Dich, ein ganzer Teil fließt dahin wohin Ihn auch Herr Popp mit seiner Wissensmanufaktur hinleiten würde. In Hände, die noch nie was gearbeitet haben. Ob Stinkreich oder stinkfaul. Die ordnende Kraft (Staat) sorgt dafür.
      Jeder Politiker hat Dir in Deinem Leben erzählt, dass er es verbessern wird. So wie jeder erzählt, das er weiterarbeiten wird.
      Glaube dran, und Du gehörst Ihnen.

      • Hmann0815 sagt:

        „Wovon soll das BGE denn bezahlt werden“.

        Dieser Einwand musste ja irgend wann kommen.

        Dabei ist es ganz einfach: Von dem Geld, das heute den Oligarchen zufließt, ohne dass die einen Finger krumm machen müssen. Punkt.

        Ansonsten sehe ich in Deinem Beitrag kein Argument, das meine Sichtweise in Schwierigkeiten bringen könnte. Ende.

        • Hermann Messmer sagt:

          „Von dem Geld, das heute den Oligarchen zufließt.“
          Ich verstehe das nicht.
          Du schreibst es geht ohne Steuern.
          Wer erschafft in deinem Modell das Geld mit dem das BGE bezahlt wird.
          Woher nimmt Andreas Popp dann das Geld?
          Druckt Andreas Popp dann das Geld einfach auf einem Drucker?

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