Tommy Casagrande

Deutschland, ein kollektivistischer Begriff

Wer ist Deutschland ? Deutschland ist ein politisches Konstrukt, dass manche freiwillig akzeptieren würden, wenn man es ihnen anböte und andere als ihnen durch den Staat aufgezwungen erleben, wenn man sie nach ihrer Unterschrift zum Gesellschaftsvertrag befragt. Insofern hat ein Begriff wie Deutschland als Ausdruck eines Territoriums, in welchem ein Monopolist (namentlich der Staat) sich selbst das Recht der Besteuerung und das Monopol auf Rechtsprechung eingeräumt hat, sehr wenig mit individueller Freiheit zu tun. Genauer gesagt, gar nichts. Deutschland im gegenwärtigen Sinne ist nichts anderes als ein kollektivistischer Begriff der unter sich Menschen vereint, die nicht allesamt damit einverstanden sind, zu allerhand, was durch diesen Begriff legitimiert werden soll, gezwungen zu werden. Betrachtet man sich die Landmassen dieser Erde, so lebt die Menschheit zwar unter graduell verschieden aggressiven Monopolisten aber letztlich unter Monopolisten, deren innere Natur zur Aggression neigt. Die Tatsache, dass keiner dieser Monopolisten einen Vertrag mit den unter ihm lebenden Menschen darüber abgeschlossen hat, ihn unter sein Monopol zu stellen, offenbart einen weltlichen Zustand, indem staatliche Monopolisten, alle territorialen Gebiete dominieren und sich die unter ihnen auf dem Land lebenden Menschen wie Leibeigene halten, die kein Recht haben, sich freiwillig unter ihres gleichen zu finden und ein Gebiet zu annektieren um eine staatenlose Gesellschaftsidee umsetzen zu können. Doch bereits die Tatsache, als Rechtssubjekt eines Monopolisten und mit den rechtlichen Vorgaben und Pflichten, die der Rechtsmonopolist anhand seiner Macht rechtspositivistisch festsetzt, geboren zu werden, bestätigt einen Zustand qua Geburt, der das Neugeborene zum Leibeigenen des staatlichen Monopols deklariert.

Mindestlöhne

Mindestlöhne setzen Menschen vorraus, die in dem Maße zuMINDEST produktiv sind, wie die Herrschaftsklasse diese Produktivität per Gesetz zur Verteilung an die Mitarbeiter zwingt.
Dieser Vorgang beschreibt allerdings einen Raub an jenen, die einen freiwilligen Vertrag mit ihren Angestellten eingegangen sind, zu Konditionen, auf die sich beide Seiten geeinigt haben.
Ein solcher Raub ist weniger ehrenwert als die gesellschaftliche Möglichkeit, in der ein Mensch anstelle eines Mindestlohnes, sich mittels eigener Leistung, seinen durch Leistung gerechten Lohn erwirtschaften kann. Dazu muss man wissen, dass nicht Geld reich macht, sondern steigende Produktion von Gütern die aufgrund der Mehr-Produktion und im Falle von Wettbewerb zwischen Unternehmen, billiger werden.

Gewinner und Verlierer von Mindestlöhnen

Ein Mindestlohn trifft Unternehmen, die sich den Mehraufwand dieses per Gesetz erzwungenen Lohnes, nicht leisten können. Das sind logischerweise Kleinbetriebe. Dass viele große und mittelständische Betriebe trotz eines Murrens gut mit einem Mindestlohn leben können, liegt daran, weil es ihnen einen Teil der unliebsamen Konkurrenz von Kleinbetrieben vom Leib hält.

1. Durch die somit zustande kommende Zerstörung kleiner Betriebe, reduziert sich der Wettbewerb und die im Markt bestehenden Unternehmen können höhere Preise verlangen und ihre Macht als Anbieter ausspielen, welche die Kosten eines Mindestlohnes somit letztlich wieder ausgleichen.

2. Selbst wenn die Preise gleich bleiben, so suchen fortan auch Kunden der ehemals kleinen Betriebe genötigterweise jene Unternehmen auf, die sie zuvor nicht aufgesucht hätten, falls sie an einem spezifischen Gut interessiert sind. Diese Zunahme an Kundschaft bedeutet einen Zugewinn an Einnahmen, auch bei gleich bleibenden Preisen, da die Konkurrenz beseitigt wurde.

3. Doch bereits der Mindestlohn lässt sich auf die Preise aufschlagen und dem Kunden weitergeben. Somit zahlt unterm Strich der Kunde und die kleinen Betriebe drauf. Von den Kunden widerum zahlen die ärmeren Menschen stärker drauf, weil sie weniger Geld zur Verfügung haben.

Perspektive

Aufgrund eines staatlich festgesetzten Mindestlohnes werden jene Unternehmen geschützt, die sich einen solchen Mindestlohn leisten können, gegenüber solchen, die ihn sich nicht leisten können, weil sie zu klein sind. Neue Betriebe werden vorraussichtlich nicht entstehen, weil sie erstmal klein anfangen und anzunehmen ist, dass sie sich die per Gesetz auferlegte Pflicht, einen Mindestlohn zahlen zu müssen, wohl kaum leisten können. Diese Vorgänge schlagen sich letztlich auf höheren Preisen für die Kunden auf, anstatt dass die Preise durch freien Wettbewerb zwischen Unternehmen im Sinne der Kunden, fallen könnten.

Wenn sich Preise tendentiell erhöhen, leiden die Menschen mit festen Löhnen am meisten darunter. Seien es nun Angestellte oder Bezieher von Transferleistungen, wie Rentner oder Arbeitslose. In der Folge entsteht unter dem Strich eine Gesellschaft, die tendentiell das Leid für die Armen erhöht, als es zu mindern. Darauf werden weitere staatliche Eingriffe folgen, die eine weitere Zunahme an Bürokratie und Besteuerung sowie Regulierung nach sich ziehen, wodurch die individuelle Freiheit weiterhin reduziert wird.

Maschinelles Gesellschaftssystem

Der Mindestlohn ist die politische Lösung auf ein von der Politik verursachtes Problem. Der Staat verhindert die freie Marktwirtschaft. Somit bleibt der Wohlstand und die Perspektive der Menschen unter seinen Möglichkeiten. Kommt staatlich induzierte Inflation hinzu, die eine Geldentwertung meint, so lässt sich nachvollziehen, dass das Geschrei nach lebenserhaltenden Löhnen groß ist. Doch wird dabei übersehen, dass nur ein WENIGER an Geld und ein MEHR an Angebot von Gütern und Dienstleistungen dem Geld seine Kaufkraft zuspricht, sie lebenserhaltend wirkt. Nichts desto trotz ist der Lösungsansatz im Sinne eines Mindestlohnes nur ein folgerichtiger Schritt, wenn man gedanklich das staatliche System als unentrinnbar vorraussetzt. In diesem Falle lässt sich sagen, dass die bildhafte Vorstellung eines solchen staatlichen Systems einer Maschine gleicht, die permanent an Umfang gewinnt, weil der zuvor getätigte Eingriff ihn provoziert hat. Der Apparat in dem wir am Ende leben werden ist so groß, dass er alle unsere Leben umfasst.

Die folgerichtige Antwort eines nach Wahrheit suchenden Menschen ergibt sich durch die Analyse einer auf freiwilliger Vertragsbasis beruhenden Gesellschaftsordnung versus eines durch staatliche Regulierungen und Eingriffe erzeugten Gesellschaftssystems. Die Ansätze um Lösungen zu finden, werden dem Wahrheitssuchenden nicht durch die Akzeptanz der vorrausgesetzten herrschaftlichen Bevormundung ermöglicht sondern durch die Freiheit des Geistes, diese Gewalt initiierende Vorraussetzung abzulegen und die Ursachen für gesellschaftliche Probleme zu erforschen. Um beim Beispiel des Mindestlohnes zu bleiben, liegen die Lösungen nicht innerhalb des gegenwärtigen Systems, sondern außerhalb. Die Analyse des gegenwärtigen Systems, in dem die Erkundung der Entstehung von Problemen in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückt, findet seine intellektuellen Werkzeuge nicht innerhalb des gegenwärtigen Systems, sondern außerhalb.

 

 

8 Responses to Deutschland, der Mindestlohn und der Staat als maschinelles Gesellschaftssystem

  1. Zef sagt:

    >Mindestlohn usw.

    „Die Gewissheit, jederzeit schnell und problemlos einen neuen Arbeitsplatz finden zu können, wenn der alte gekündigt ist, ist die beste Beschäftigungspolitik und zugleich die beste Sozial- und Arbeitnehmerschutzpolitik. Zu diesem Zweck gibt es nur ein Mittel: Der Anstellungsvertrag muß von einem Hochrisikofaktor für Unternehmer wieder zu einem normalen, kalkulierbaren Geschäft werden“ (Baader, Freiheitsfunken).

    >Maschinelles Gesellschaftssystem

    Daher auch die Rede von der „Alternativlosigkeit“.

    In (der) Wirklichkeit jedoch geschieht alles Werden durch Freiheit, nicht aus Notwendigkeit. Das Werden ist die die Veränderung der Wirklichkeit durch Freiheit.

    Und was die Freiheit betrifft: Sie ist unendlich und kommt aus dem Nichts – nicht aus Politik, Revolution oder sonstwas.


    „Faschismus sollte richtigerweise Korporatismus genannt werden, denn er bedeutet die Fusionierung von staatlicher und wirtschaftlicher Macht“ (Mussolini)

  2. Dirk sagt:

    Hallo Michael,
    auch ich erachte den Mindestlohn als einen Zwang. Auf der anderen Seite finde ich es sehr einseitig und auch wenig förderlich nur diesen Zwang aufzuzeigen. So ist die Ursache der Diskussion um einen Mindestlohn in andern Zwängen begründet – vor Allem im Geldmonopol des Staates. Das kommt mir in Euren Artikel etwas zu kurz. Es gibt hier draußen Menschen, die trotz Arbeit nicht davon leben können. und wenn diese Menschen Euch nur ein Nein zum Mindestlohn lesen/hören, bekommen diese eventuell ein falsches Bild vom Voluntarismus.

    Ansonsten finde ich Eure Arbeit sehr gut =:)
    Danke

    Dirk

    William McDonough – „Vorschriften sind nur ein Zeichen dafür, daß man beim Planen einen Fehler gemacht hat.“

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Dirk,

      das Problem tritt immer dann auf, wenn Leute nur einen Artikel von uns lesen oder ein Video sehen. Um uns zu verstehen, muss man sich wirklich beschäftigen wollen.
      Natürlich sind wir auch gegen das Geldmonopol.

      Gruß
      sandman

      • alfons sagt:

        Die Frage ist doch, ob wir, solange es noch Staaten im heutigen Sinne, mit allem was dazu gehört ( zB Geldmonopol), gibt, gewisse – aus voluntaristischer Perspektive – unelegante Dinge
        akzeptieren und unterstützen sollten, um die Freiheit der Menschen zu vergrössern.
        Natürlich nur bis wir stark genug sind, um wirklich wesentliche Veränderungen herbeizuführen…

        Regulierungen des Arbeitsmarktes halte ich jedoch nicht für unterstützungswürdig. Ein bedingungsloses Grundeinkommen jedoch schon, um solchen Forderungen nach mehr Regulation den Wind aus den Segeln zu nehmen…

        • Hermann sagt:

          Hallo Alfons,
          ich möchte zu nichts gezwungen werden.
          Auch nicht zu dem Grundeinkommens. Bitte setze es freiwillig mit all denjenigen um, die dieses freiwillig wollen. Gib bitte Dir und Deinen Unterstützern soviele oder sowenige Regeln wie ihr freiwillig möchtet.
          Möchtest Du mich zwingen da mitzumachen?
          Darf eine Mehrheit mich dazu zwingen?
          Wer gibt der Mehrheit das Recht dazu?
          Warum sollten nicht die Stärkeren dieses Recht haben?
          Warum sollten nicht diejenige mit der höchsten Bildung dieses Recht haben?
          Darf ich Dich zu meiner Lieblingsform des Voluntarismus zwingen?
          Wenn ich Dir verspreche, es nur zu Deinem Besten zu tun?
          Wozu darf ich Dich zwingen?
          Solltest Du Deine Erlaubnis von meiner Abhängig machen, so sage ich Dir wieder: Ich möchte zu nichts gezwungen werden.
          Liebe Grüße
          Hermann

    • Dreamer sagt:

      Wenn jemand trotz Arbeit von seinem Lohn nicht leben kann, dann springt der deutsche Staat ein (z.B. in Form von ergänzenden Sozialleistungen). Hierdurch wird ein unprofitable Tätigkeit subventioniert und der Arbeiter wird abhängig vom Staat. Ohne diese Subvention, würde das Unternehmen zu solchen Löhnen keine Arbeiter finden, einfach weil diese davon nicht leben können. Es wäre gezwungen entweder mehr Lohn zahlen, teure Maschinen anzuschaffen, seine Produktion zu verlagern oder schlichtweg pleitezugehen.

      Da sämtliche Lohnkosten auf die Preise umgelegt werden, zahlt sie im Endeffekt der Endverbraucher selbst. Ein Mindestlohn trifft gerade Leute mit geringem Einkommen besonders hart. Sie müssen mehr für Waren und Dienstleistungen zahlen und verlieren über kurz oder lang auch noch ihre Arbeit (wenn sie eine haben). Ein Mindestlohn ist keine Lösung.

  3. Thomas sagt:

    „Ein Mindestlohn trifft Unternehmen, die sich den Mehraufwand dieses per Gesetz erzwungenen Lohnes, nicht leisten können. Das sind logischerweise Kleinbetriebe.“

    – Diese Behauptung entspricht eher nicht der Realität. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass kleine Betriebe (> 10 Mitarbeiter) meist etwas besser bezahlen. Das liegt daran, dass sie sich weniger Fluktuation bei den Mitarbeitern leisten können. Hab ich zum Beispiel 5 Mitarbeiter und 2 entscheiden sich zu kündigen, weil sie woanders mehr verdienen, dann kommt es zu massiven Produktionseinbrüchen, bis geeignete neue Mitarbeiter gefunden sind. So haben in kleinen Betrieben auch gering qualifizierte Mitarbeiter einen großen Wert, während sie in großen Betrieben austauschbar sind. Hinzu kommt auch, dass man sich in kleinen Betrieben eben persönlich kennt und die Wertschätzung damit ebenfalls steigt.

    Ich kann hierzu auch auf den Fall Amazon hinweisen, wo ganze Belegschaften aus Niedriglohnländern „angekarrt“ werden.

  4. […] Edgar der Ausbeuter: http://www.freiwilligfrei.info/archives/2966 Deutschland, der Mindestlohn und der Staat als maschinelles Gesellschaftssystem: http://www.freiwilligfrei.info/archives/4104 […]

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