von Carl Watner

Voluntaristen sind Befürworter von unpolitischen Strategien, die darauf ausgerichtet sind, eine freie Gesellschaft zu erreichen. Wir lehnen politische Wahlen ab. Sie sind sowohl theoretisch als auch praktisch mit freiheitlichen Prinzipien unvereinbar. Der Staat muss seinen Maßnahmen den Anschein moralischer Legitimität geben, um seine Macht zu erhalten und politische Methoden stärken ausnahmslos diese Legitimität. Stattdessen wollen Voluntaristen den Staat durch Aufklärung delegitimieren. Wir treten dafür ein, die Kooperation mit dem Staat zu verweigern und ihn und seine Handlungen nicht stillschweigend zu dulden, denn nur davon hängt die staatliche Macht schließlich ab. Voluntaristen engagieren sich ausschließlich mit gewaltfreien Strategien gegen den Staat. Dieser Beitrag soll zeigen, warum gewaltfreie Strategien wesentliche Bestandteile des Voluntarismus sind und wie sich voluntaristischer Widerstand von der konventionellen Theorie der Gewaltfreiheit unterscheidet.

 

I. Was ist Voluntarismus?

Voluntarismus ist eine innere Haltung mit zwei Überzeugungen: a) dass alle menschliche Interaktionen freiwillig und b) dass der Staat eine Organisation der Gewalt und des Zwangs ist und deshalb keinerlei Unterstützung verdient. Das voluntaristische Verständnis von Mittel und Zweck schließt den Einsatz politischer Wahlen und von Gewalt aus. Die Unterscheidungsmerkmale des Voluntarismus im Vergleich zu anderen Formen freiheitlicher Bewegungen bestehen darin, sowohl unpolitisch als auch gewaltfrei zu sein.

Voluntarismus ist zugleich ein Ziel, ein Weg und eine Erkenntnis. Sein Ziel ist eine vollständig freiwillige Gesellschaft, in der alle Interaktionen zwischen den einzelnen Mitgliedern auf freiwilligem Austausch basieren. Das erfordert die Abschaffung des Staates. Voluntarismus ist ein Weg, um einen erheblichen sozialen Wandel ohne Rückgriff auf Politik oder eine gewaltsame Revolution zu erreichen. Die Erkenntnis von Voluntaristen besteht darin, dass sie die Duldung durch breite Bevölkerungsschichten als Grundlage der Staatsmacht sehen. Daraus schließen sie, dass der einzige Weg zur Abschaffung der Staatsmacht darin besteht, die Kooperation mit dem Staat einzustellen.

Der Voluntarismus geht dazu den Weg der friedlichen Überzeugung, der Bildung, vereinzelt auch des zivilen Ungehorsams und des gewaltfreien Widerstands gegen den Staat. Für Voluntaristen besteht eine direkte Verbindung zwischen den Mitteln, die sie verwenden, und dem Zweck bzw. dem Ziel, das sie erreichen wollen. Deshalb wissen sie, dass nur freiwillige Mittel dazu verwendet werden können, eine wahrhaft freiwillige Gesellschaft zu erreichen. Menschen können nicht zur Freiheit transformiert werden. Das Ziel einer freiwilligen Gesellschaft selbst gibt die Wege vor. Die voluntaristische Erkenntnis zeichnet den logischen und in sich konsistenten Weg zur Freiheit vor.

 

II. Die voluntaristische Erkenntnis

Der Kern des voluntaristischen Gedankens ist die Erkenntnis, wie die politische Gesellschaft organisiert ist. In den letzten Jahrhunderten beschäftigten sich viele Philosophen mit dieser Frage. Die voluntaristische Erkenntnis ist, dass jede Tyrannei zwingend auf der allgemeinen Akzeptanz durch die Bevölkerung aufgebaut ist. Kurz gesagt muss sich der Großteil der Menschen, aus welchen Gründen auch immer, ihre eigene Unterwerfung selbst wünschen. Jede Unterdrückung erfordert die Zustimmung und den Vollzug durch ihre eigenen Opfer. Es kann keine Unterdrückung ohne die Billigung durch ihre Opfer geben. Das ist die Essenz von allen voluntaristischen Gedanken. Es ist wichtig, dieses Konzept der „freiwilligen Knechtschaft“ zu verstehen, denn sie bildet die Grundlage für viele der nachfolgenden Argumente. Und es ist die Grundlage für den voluntaristischen Widerstand. Dieses Konzept zeigt, dass Regierungen von der Zustimmung (freiwillig oder unfreiwillig) und der Zusammenarbeit derjeniger, abhängt, die regiert werden. Wenn diese Zustimmung und Zusammenarbeit aufhört, ist das Ende der Staatsmacht besiegelt.

Gene Sharp hat die voluntaristische Erkenntnis und die Konsequenzen daraus kurz und knapp zusammengefasst:

Keine Regierung kann auch nur einen winzigen Moment lang ohne (freiwilliger oder unfreiwilliger) Mitwirkung des Volkes existieren. Und wenn die Leute ihre Kooperation einstellen, kommt die Regierung zum Stillstand. … Selbst die mächtigste Regierung kann nicht ohne die Mitwirkung der Beherrschten regieren. [1]

Wenn die Menschen ihre Zusammenarbeit ablehnen und ihre Unterstützung verweigern, nicht gehorchen und Widerstand leisten, entziehen sie ihren Gegnern die menschliche Hilfe und Zusammenarbeit als lebensnotwendige Grundlage der Regierung oder des hierarchischen Systems. Wenn das lange genug in ausreichendem Ausmaß geschieht, dann wird die Regierung oder das hierarchische System die Macht verlieren. Das ist die politische Grundannahme der gewaltfreien Aktion. [2]

Voluntaristen sagen tatsächlich, dass alle Macht letztendlich von der Zustimmung abhängt, unabhängig von freiwilliger Zustimmung oder einer Zustimmung, die durch strikte Anwendung staatlicher Gesetze erzwungen wird. Das bedeutet zusammengefasst, „dass jede Herrschaft von den Beherrschten ausgeht.“ [3]

 

III. Das voluntaristische Verständnis von Mittel und Zweck

Das Verständnis von Mittel und Zweck spielt eine sehr bedeutende Rolle im voluntaristischen Denken. In Verbindung mit der voluntaristischen Erkenntnis ist das die Grundlage des gewaltfreien und unpolitischen Weges in eine freie Gesellschaft. Es ist so gut wie unmöglich, voluntaristischen Widerstand zu leisten, wenn man die voluntaristische Auffassung von Mittel und Zweck nicht versteht.

Die Mittel-Zweck-Erkenntnis beschäftigt sich mit zwei Fragen: die erste mit dem Weg zum Ziel und die zweite mit dem Ziel selbst. Wege zum Ziel müssen mit dem Ziel selbst konsistent sein. Es ist unmöglich, einen Krieg für den Frieden zu führen oder mit Politik gegen Politik zu kämpfen. „Die Tatsache, dass die Wege zum Ziel stets wichtiger sind, als das Ziel, ist ein großes Mysterium.“ Gandhi ist vielleicht der wichtigste Vertreter des gewaltfreien Widerstandes. Er hat diesen Zusammenhang verstanden. Er bringt es mit dieser Feststellung auf den Punkt: „Wenn man sich um den Weg zum Ziel kümmert, kümmert sich das Ziel um sich selbst.“ [4]

Die Menschen sagen, dass Wege nur Wege sind. Ich würde sagen, dass die Wege am Ende alles sind. Wie die Wege, so das Ziel. Es gibt keine Trennwand zwischen den Wegen und dem Ziel. Wir haben eine begrenzte Kontrolle über die Wege und auch ein wenig über die Ziele. Den Weg zum Ziel zu gehen, entspricht dem Erreichen des Ziels in exakt dem Ausmaß, indem der Weg beschritten wird. Das ist eine Aussage, die keine Ausnahmen zulässt. … Unsere Fortschritte auf dem Weg zum Ziel stehen immer in exaktemVerhältnis zum Erreichen unserer Ziele. Diese Methode scheint lange zu dauern, vielleicht zu lange, aber ich bin überzeugt davon, dass sie der kürzeste Weg ist. [5]

Gandhi sagt uns damit, dass wir im Hier und Jetzt leben. Wir können uns der Zukunft nur durch die Gegenwart nähern. Also beeinflussen die Wege, die wir verwenden unweigerlich die Ziele, die wir am Ende eventuell erreichen. Das Einzige, womit wir arbeiten können, sind also die Wege. Also ist es ganz entscheidend, dass die Wege richtig sein müssen, wenn wir auch das richtige Ziel erreichen wollen.

Dieses Verständnis von Mittel und Zweck führt zur Frage, ob eine Veränderung schrittweise erfolgen kann oder schlagartig erfolgen muss. Es muss jetzt gehandelt werden, um in der Zukunft eine staatenlose Gesellschaft erreichen zu können. Das bedeutet, dass es keine Übergangsphase gibt, oder – was im Grunde genommen das gleiche ist –, dass alles, was geschieht, zur Übergangsphase hinzu zählt. Das wichtigste für einen Voluntaristen ist es, in der Gegenwart reale Schritte in die Richtung einer staatenlosen Gesellschaft zu unternehmen und sich keine Gedanken über eine bevorstehende Ankunft zu machen. Das kann nur Menschen gelingen, die sich jetzt in der Gegenwart im Einklang mit ihren zukünftigen Zielen verhalten. Die Idee einer freiwilligen Gesellschaft ist also als Leitlinie für das individuelle Verhalten in der Gegenwart zu verstehen und weniger als ein Ziel, das irgendwo in der Zukunft liegt. Das ist es, was mit dem Ausdruck „der Weg ist das Ziel“ gemeint ist.

Der zweite Aspekt des Verständnisses von Mittel und Zweck beschäftigt sich mit der Frage des Ziels. Alle Anarchisten haben das gleiche Ziel: die Abschaffung des Staates. Diesem Ziel liegt die Erkenntnis zugrunde, dass jede Art von Herrschaft naturgemäß in die persönliche Freiheit eingreift. Der Unterschied zwischen Voluntaristen und allen anderen Anarchisten ist: Voluntarismus geht weit über den Zusammenbruch von Staat und Regierung hinaus. Eine Gesellschaft kann auch dann gewalttätig sein, wenn es weder Staat noch Regierung gibt. Ordnung ist für eine friedliche Gesellschaft unverzichtbar. (Die Annahme, dass Regierungen für eine solche Ordnung sorgen, ist gründlich in Frage zu stellen.) Politik, Gesetze und Regierungen sind nicht der einzige Weg zu einem friedlichen Zusammenleben. [6]

Voluntaristen wollen eine vollständig freiwillige Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der zwischenmenschliche Beziehungen aus gegenseitig freiwillig eingegangenen Vereinbarungen bestehen. Das Ziel des Voluntarismus ist eine gesellschaftliche Ordnung aus friedlichen Beziehungen auf der Grundlage von gegenseitiger Achtung, von Selbsteigentum und Eigentumsgerechtigkeit. Es ist dieses friedliche Ziel, das uns die Gewaltfreiheit als Weg zum Ziel vorgibt.

 

IV. Die Erkenntnis der Gewaltfreiheit

Alle Libertäre und Voluntaristen akzeptieren das Recht auf Selbstverteidigung. Es beinhaltet, sich selbst und sein Eigentum im Rahmen der Verhältnismäßigkeit mit allen Mitteln gegen Gewalt oder die Androhung mit Gewalt zu verteidigen. Dieses Recht auf Gewaltanwendung gegen Aggressoren ergibt sich aus dem Eigentum am eigenen Körper und dem rechtmäßigen Eigentum an Gegenständen. Gewalt ist jedoch nur eine von mehreren Formen des Widerstands, die es uns erlauben, uns zu widersetzen und die Rechtsverletzung durch andere zu beenden. Die Erkenntnis der Gewaltfreiheit weist darauf hin, dass wir in Notwehrsituationen einerseits mit Gewalt reagieren können, andererseits aber auch sehr heftig mit gewaltfreien Maßnahmen. „Ob zur Selbstverteidigung gewalttätiger oder gewaltfreier Widerstand geleistet wird, hängt vom Angreifer ab.“

Voluntaristen sind keine Pazifisten, da sie das Recht des Einzelnen anerkennen, auf gewaltsame Angriffe auch mit gewaltsamer Selbstverteidigung zu reagieren. An dieser Stelle wird ihnen oft eine Doppelmoral vorgeworfen: Einerseits befürworten sie gewaltfreien Widerstand gegen den Staat und andererseits akzeptieren sie die Anwendung von Gewalt gegen gewöhnliche Kriminelle. Ist der Staat nicht selbst nur eine kriminelle Organisation und ist gewaltsame Gegenwehr nicht gerechtfertigt, wenn die Rechte durch den Staat verletzt werden? Zu dieser Kritik kommt es, weil die wahre Natur des Staates nicht verstanden wird. Der Staat ist für sich gesehen als Konzept des institutionalisierten Eingriffs in die persönliche Freiheit zu verstehen. Das unterscheidet staatliche Gewalt von gewöhnlicher Kriminalität.

„Gewalt kann sich gegen Personen richten, aber gegen wen oder was kann Gewalt gerichtet werden, wenn es um den Staat geht?“ Ein Konzept kann niemals durch Gewalt beeinflusst werden, weil sie aus Ideen in den Köpfen der Menschen bestehen, die dieses Konzept realisieren. Öffentliche Gebäude können zerstört werden und Staatsangestellte können getötet werden. Aber das alles kann niemals das Konzept des Staates zerstören. Der Staat ist ein Zustand des Geistes, eine Idee, gegen die jede Gewalt ins Leere läuft. Ideen können nur mit besseren Ideen angegriffen werden. Es gibt deshalb keine Doppelmoral wenn Voluntaristen gewaltfreien Widerstand gegen den Staat fordern. Der einzelne Kriminelle ist eine reale Person aber der Staat ist eine Idee, ein institutionalisiertes Konzept. Es ist unmöglich, sich gegen den Staat auf die gleiche Weise zu verteidigen, wie gegen einen gewöhnlichen Kriminellen. [7]

Einige Anarchisten und Libertäre argumentieren, dass die Anwendung von Gewalt gerechtfertigt sei, so wie im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Voluntaristen haben keine Skrupel bei der Anwendung von Gewalt zur Selbstverteidigung, aber da sie die Vorstellung von der Rechtmäßigkeit als Quelle der staatlichen Macht sehen, fragen sie: „Wie kann diese Vorstellung von der Rechtmäßigkeit so effektiv wie möglich angegriffen werden?“ Es ist zwar durchaus möglich, sich trotz der militärischen Übermacht durch einen bewaffneten Aufstand von einer Regierung mit Gewalt zu befreien. Aber selbst wenn dieses einer kleinen, leistungsstarken Minderheit gelingen würde, wie würde sich das auf eine überwiegende Mehrheit der Menschen auswirken, die noch an die Rechtmäßigkeit eines Staates glauben? Die Legitimität des Staates wird nur verschwinden, wenn eine ausreichende Zahl von Menschen den gleichen moralischen Maßstab an jede staatliche Handlung anlegt, den sie an alle anderen Menschen und an sich selbst anlegen. Wenn dieser moralische Maßstab nicht angelegt wird, wenn diese Delegitimierung nicht erreicht werden kann, dann wird jede gewaltsame Revolution unweigerlich scheitern. Selbst wenn die Schlacht an sich erfolgreich war. Die Zerstörung der Legitimität des Staates muss vor einer gewaltsamen Revolution stattfinden, und wenn sie stattgefunden hat, ist eine gewaltsame Revolution ohnehin überflüssig. Anderenfalls führt jede gewaltsame Revolution nur zum Ersatz einer Regierung durch die nächste. [8]

Voluntaristen lehnen politische Wahlen als Mittel zur Veränderung der Gesellschaft ebenfalls ab. Politische Wahlen dienen nur dazu, die staatliche Legitimität zu stärken. Alle politischen Parteien und ihre Versuche, staatliche Positionen zu erreichen und zu halten stehen im Widerspruch zum endgültigen Ziel einer unpolitischen Gesellschaft. Politische Wahlen sind ausnahmslos kontraproduktiv für das voluntaristische Ziel der Delegitimierung des Staates. (Außerdem führt es zu ernsten Problemen der persönlichen Integrität, wenn Geld für die Bezahlung eines Staatsangestellten eingetrieben werden soll oder wenn ein Eid auf die Verfassung geschwört werden soll.) Alle diese Bemühungen, politische Macht zu erhalten, entsprechen dem Versuch, Macht über andere Menschen zu erhalten. Aus diesem Grund betrachten Voluntaristen politische Wahlen nicht als eine Form des gewaltfreien Widerstands.

Gewaltfreie Strategien dienen dazu, die Mittel mit dem Zweck zu vereinen. Nur durch Einhaltung der Gewaltfreiheit in der Praxis können wir zeigen, dass der Staat die gewaltsame Institution sein, die er tatsächlich ist.

Wenn Voluntaristen Gewalt anwenden, dann ist die Strategie der Delegitimierung zum scheitern verurteilt, weil der Staat argumentieren kann, dass er sich gegen Angriffen verteidigen muss. Wenn wir stattdessen völlig gewaltfrei gegen ihn vorgehen, ist der Staat entweder dazu gezwungen, uns zu ignorieren oder gewaltsam gegen uns vorzugehen, indem er uns ins Gefängnis steckt oder uns anderweitig bestraft. Egal was davon passiert – der Voluntarismus ist in allen Fällen auf der Gewinnerseite. Das ist das Gute am gewaltfreien Widerstand. Durch die Berufung auf die Gewaltfreiheit, erkennt die breite Öffentlichkeit die staatlichen Maßnahmen als gewalttätig und aggressiv. (Aus unserer theoretischen Argumentation heraus sind die meisten nicht dazu in der Lage, das zu verstehen. Aber wenn sie bewaffnete Angriffe auf Menschen sehen, die im Gegenzug friedlich sind, ist vollkommen klar, wer der Aggressor ist und wer die Unschuldigen sind.) Wenn der Staat versucht, nicht gewaltsam gegen unseren Widerstand vorzugehen und ihn stattdessen ignoriert, wird die breite Öffentlichkeit dazu ermutigt, ebenfalls Widerstand zu leisten, weil durch das staatliche Ignorieren keine Gefahr droht. Sollte der Staat mit gewaltfreien Strategien auf den voluntaristischen Widerstand zu reagieren, dann ist das umso besser. Die Gefahr für die Widerständler sinkt und die Öffentlichkeit wird ermutigt. Voluntaristen die mit staatlichen gewaltfreien Strategien konfrontiert werden, sollten dazu in der Lage sein, mit komplexeren Formen der Gewaltfreiheit darauf zu antworten.

 

V. Voluntaristischer Widerstand

Voluntaristischer Widerstand beruht auf einer erkenntnistheoretischen Ablehnung von Gewalt. William Godwin, der Begründer des Anarchismus, hat dieses klargestellt. „Man beachte die Wirkung von Zwang“, sagte er. „Es kann nicht überzeugen, es gibt kein Argument. Der Rückgriff auf Gewalt ist das stillschweigende Eingeständnis der eigenen Dummheit. Derjenige, der sie gegen jemand anderen einsetzt würde zweifellos lieber überzeugende Argumente bringen, aber da die Argumente zu schwach sind, bleibt nichts anderes als die Gewalt. Sie wird unbewusst als der sicherste Weg betrachtet, um Konflikte beizulegen. Das ist sie aber mit Sicherheit nicht. Gewalt und die Androhung von Gewalt können nie grundlegende menschliche Probleme lösen. Nichts wurde jemals dauerhaft durch Gewalt gelöst. Voluntaristischer Widerstand ist im Wesentlichen eine Überzeugungsaufgabe, der eine erkenntnistheoretische Voreingenommenheit gegenüber Gewalt zugrunde liegt.

Gewaltsame Revolutionen können die alten Institutionen zerstören und kurz darauf sind die Menschen bereit für neue. Bei voluntaristischem Widerstand ist das ausgeschlossen, weil er auf Gewaltfreiheit beruht. Die Menschen werden gewaltfreien Widerstand akzeptieren, wenn sie dazu bereit sind. Voluntaristischer Widerstand erlaubt es den Menschen das Tempo ihrer Strategien selbst zu bestimmten. So können Voluntaristen Aufklärungsarbeit bezüglich der „freiwilligen Knechtschaft“ geleistet werden. Voluntaristischer Widerstand baut Selbstvertrauen auf und ist ein echtes Werkzeug zur Ermächtigung, weil Menschen lernen, ihr Leben selbst zu gestalten und alte, verkrustete Institutionen zu verändern.

Gene Sharp definiert „gewaltfreie Aktion“ als die Methoden von Protest, Widerstand, und Intervention ohne körperliche Gewalt, in denen die Mitglieder der gewaltfreien Widerstandsgruppe etwas tun oder sich weigern, etwas zu tun. Voluntaristischer Widerstand kann einfach als die logische Schlussfolgerung aus der voluntaristischen Erkenntnis betrachtet werden, die aus gewaltfreien Aktionen bestehen.

Voluntaristischer Widerstand ist, wie Gandhis Strategie der Satyagraha, im Wesentlichen eine Frage des Willens. Stärke entsteht nicht aus körperlicher Leistungsfähigkeit, sondern aus dem unbeugsamen Willen, zu widerstehen. Eine solche Zielstrebigkeit kann nur aus einer inneren Überzeugung entstehen, wenn die eigene Position in sich konsistent ist. Voluntaristischer Widerstand ist keine Frage der Abwehr von Gewalt, sondern eine Frage der Aufklärung betrogener Menschen. Er entspricht einem geistigen und moralischen Widerstand gegen Tyrannei durch Indoktrination.

Man könnte denken, dass voluntaristischer Widerstand ein höheres Maß an Mut erfordert, als die Gewaltanwendung. Voluntaristischer Widerstand ist ein Ausdruck der Stärke. Sowohl der äußeren als auch der inneren Stärke. Gandhi hat das gut zusammengefasst:

„Gewaltfreiheit entspricht nicht der sanftmütigen Aufgabe des eigenen Willens, sondern der Ausrichtung der ganzen Seele gegen den Willen des Tyrannen. Gewaltfreiheit kein Zeichen der Schwäche, sondern ein Zeichen der Stärke.“ [9]

Das Ziel des voluntaristischen Widerstands ist die Abschaffung der politischen Machtstruktur und der Erfolg oder Misserfolg beim Erreichen dieses Ziels hängt davon ab, dem Staat die Legitimität zu entziehen und Menschen davon zu überzeugen, die Unterstützung des Staates zu verweigern. Seine wichtigste Strategie besteht in einer Aufklärung, die das öffentliche Bewusstsein für das Übel des Staates erhöht und die dazu führt, dass eine große Anzahl von Personen sich verweigern, mit dem Staat zusammenzuarbeiten. Die besondere Taktik des voluntaristischen Widerstands ist es, Situationen zu schaffen, die öffentliche Aufmerksamkeit schafft, sie „hineinzieht“ und sie gegen den Staat ausrichtet. Voluntaristen müssen die Konfliktsituationen mit dem Staat auf eine Weise transparent machen, in der klar wird, dass der Staat für sie verantwortlich ist. Breite Verweigerung der Zusammenarbeit und ziviler Ungehorsam führen zu einem Dilemma der Regierung, indem sie nur Widerstand leisten oder sich zurückziehen kann. Bei Widerstand gegen voluntaristische Forderungen wird die Regierung in die Verantwortung für die eigenen repressiven Handlungen gezogen. Wenn sie sich zurückzieht, verliert sie nicht nur Gesicht, sondern auch ihre politische Macht.

So ist der Hauptbestandteil des voluntaristischen Widerstands die strenge Einhaltung der Gewaltlosigkeit, auch wenn die Brutalität des Staates noch so groß ist. Der Staat will gewaltfreie Widerständler zu Gewalt provozieren, um die eigene gewaltsame Unterdrückung zu rechtfertigen. Wenn die Widerständler sich aber an die Gewaltfreiheit halten, ist der Staat mit dem Dilemma konfrontiert, die eigene Gewalt und Unterdrückung erklären zu müssen. „Das erklärt die Neigung des Staates bei jedem gewaltfreien Widerstand die Gewalttätigkeit zu betonen, die daraus entstehen könnte.“ Nur durch Gewaltfreiheit kann die öffentliche Meinung auf die Seite der Voluntaristen umschlagen. Die voluntaristische Strategie bleibt die gleiche, unabhängig vom Ausmaß des Totalitarismus des Staates, gegen den sie sich richtet, da ihre grundlegende Erkenntnis darin besteht, die Natur der politischen Macht zu verstehen. Voluntaristischer Widerstand soll dem Staat die öffentliche Unterstützung und die Zusammenarbeit entziehen. Davon hängt letztendlich seine Macht ab. Voluntaristischer Widerstand zieht die Sympathie und Unterstützung auf von Dritten, die sonst stillschweigend den Staat unterstützen, auf seine Seite. Es kommt nicht darauf an, die Mitglieder der herrschenden Klasse oder die Bürokratie zu verändern. Es kommt auch nicht auf eine bestimmte Form oder Struktur der politischen Macht an. „Der einzige Nutzen, den demokratische im Vergleich totalitären Rahmenbedingungen bieten, ist es, den Prozess einfacher oder zumindest für die Widerstandskämpfer sicherer zu machen.“ [10]

Besonders unter Libertären ist es wichtig, die öffentliche Meinung so zu beeinflussen, dass möglichst viele Menschen ein Bewusstsein für das eigene Potenzial aufbauen, die staatliche Macht zu untergraben. „Auch eine Macht, die zu einer bestimmten Zeit für unbesiegbar gehalten wird“ sollte als verwundbar angesehen werden. [11] Diese Erkenntnis muss sich unter einer großen Anzahl von Menschen verbreiten, die sich ihrerseits an gemeinsamen Aktionen und voluntaristischen Strategien beteiligen. Das wiederum erfordert eine sorgfältige Organisation, Training und die strikte Einhaltung der Gewaltlosigkeit. Voluntaristen kümmern sich um die Aufklärung, den gemeinsamen Willen und die Solidarität, die dazu nötig sind, in großem Ausmaß Widerstand zu leisten.

Gemeinsam Widerstand zu leisten, überwindet die Schwäche des Einzelnen, die er zeigt, wenn er mit dem Staat konfrontiert wird. Sowohl die Qualität als auch die Quantität der Widerständler ist wichtig. Die Anzahl ist wichtig, weil das Risiko sinkt, dass eine einzelne Person bestraft oder ins Abseits gedrängt werden, wenn diese Person gemeinsam mit einer großen Gruppe von Menschen handelt. Zweitens, je mehr Widerständler, desto weniger stehen dem Herrscher zur Verfügung, seinen Willen durchzusetzen. Drittens verleiht eine große Zahl von Widerständlern ihren Positionen mehr Glaubwürdigkeit, weil es potentielle Macht demonstriert und viele Menschen die Richtigkeit der Positionen des Widerstandes sehen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Konzentration des gemeinsamen Widerstandes, um den Staat an seinen schwächsten Punkten zu treffen. Aber es ist wichtig, zu verstehen, dass auch eine große Anzahl von Widerständlern keine Garantie für Erfolg ist. Zahlen sind kein Ersatz für ein bedingungsloses Bekenntnis zu den Wegen und Zielen. Voluntaristischer Widerstand ist sowohl für den einzelnen Widerstandskämpfer als auch für die Gruppe mit Gefahren verbunden, weil es Spannungen und kreative Konflikte geben kann. Das Risiko, für die Sache zu sterben, bleibt bestehn. Wie Martin Luther King sagte: „Um mit dem Leben beginnen zu können, muss man dazu bereit sein, zu sterben.“ [12]

 

VI. Systemrevolutionen und die Lehren aus der Geschichte

Voluntarismus ist im Wesentlichen eine subversive Philosophie, weil sie erkennt, dass der Feind nicht nur ein paar Männer und Frauen in politischen Ämtern sind. Der Feind ist das gesamte politische System. Voluntaristen erkennen, dass die Systemveränderung nicht durch Gewaltausübung einsetzt, sondern erst dann, wenn die Zustimmung untergraben wird. Voluntaristischer Widerstand besteht darin, durch Entzug der Unterstützung gegen die Aktionen der politischen Macht vorzugehen. Voluntaristen meiden die Machtübernahme durch die korruptionsanfälligkeit von Macht, sorgen aber dennoch für einen grundlegenden Wandel. Voluntarismus ist revolutionär in dem Sinne, dass er eine radikale Veränderung bringt, aber er ist nicht revolutionär in Bezug darauf, dass er keine Macht ausübt.

Voluntaristischer Widerstand ist eher eine Kontrolle von Macht als eine Form der Macht. Er ist „eine Technik, die sich darauf beschränkt, Macht zu beschränken und sie zu zerstören“, anstatt eine neue Gruppe von Menschen an die Macht zu bringen. [13] Voluntaristischer Widerstand senkt das Risiko von Tyrannei und Unterdrückung, weil Voluntaristen nicht nach Macht streben, um zu reformieren. Um die Macht abzuschaffen, verzichten sie auf das Streben nach Macht und versuchen dadurch, die Mittel mit dem Zweck in Einklang zu bringen.

Obwohl uns die Vergangenheit nicht zeigen kann, dass eine voluntaristische Bewegung erfolgreich sein wird, können wir aus der Geschichte lernen. Möglicherweise entsteht ein neuer Staat im Zuge einer gewaltlosen Revolution. Aber wenn uns die Geschichte eines lehrt, dann ist es, dass jede gewaltsame Revolution früher oder später wieder bei genau der Tyrannei ankommen wird, die sie versucht hat, loszuwerden. Jede Ideologie, die bisher versucht hat, den Staat durch Gewalt zu überwinden, wurde am Ende zu seinem Diener. Gewaltsame Revolutionen führten am Ende ausnahmslos zu einer Zunahme der Zentralisierung und des Etatismus. Voluntaristischer Widerstand kann unter keinen Umständen zu einem schlechteren Ergebnis führen, als eine gewaltsame Revolution.

Aus der voluntaristischen Perspektive hat eine Regierung nur so lange die Macht, wie wir glauben, dass uns die Kraft zum Widerstand fehlt. Die vielen Jahrhunderte Erfahrung mit dem gewaltfreien Widerstand der Quäker zeigt, dass auch eine Gruppe gewaltloser Widerständler, die zwar klein ist, es aber sehr ernst meint, einen Einfluss auf die Gesellschaft ausüben kann, der in keinem Verhältnis zur zahlenmäßigen Stärke dieser Gruppe steht. Die Qualität ihres Widerstandes und ihre Fähigkeit, mit großem Willen gegen das System vorzugehen sind es, was zählt.

Die Frage ist nicht, ob unsere Bemühungen tatsächlich noch zu unseren Lebzeiten zu einer voluntaristischen Gesellschaft führen, sondern wie wir versuchen, diese große Ziel zu erreichen. Voluntaristischer Erfolg muss am Einsatz der Mittel gemessen werden. „Wenn man sich um den Weg kümmert, dann kümmert sich das Ziel um sich selbst.“ Auf lange Sicht kann der Erfolg oder Misserfolg einer Bewegung aus der Sicht des einzelnen Voluntaryist nicht die wichtigste Überlegung sein. Wie Gandhi sagte, muss der Wahrheitssuchende dazu bereit sein, am Ende die Früchte seiner Arbeit nicht ernten zu können. Er fügte auch hinzu, dass die Verweigerung der Kooperation mit dem Bösen eine Pflicht ist. So befürwortete er unabhängig vom Ergebnis die Erfüllung dieser Pflicht.

Wieviele von den russischen Dissidenten dachten, dass sie keinerlei Einfluss auf das kommunistische Systems hätten? Aber hat sie das davon abgehalten, etwas zu tun? Wladimir Bukowski, einer der Dissidenten schrieb:

„Wir hatten die große Wahrheit erkannt, dass die Quelle der Macht keine Gewehre, keine Panzer und keine Atombomben waren. Die Macht ist abhängig vom öffentlichen Gehorsam, von der Bereitschaft sich zu unterwerfen. Deshalb reduzierte jeder Einzelne, der seine Unterwerfung verweigerte, die Gewalt um einen Anteil von einem 250 Millionstel. …

Wir sind nicht in das Spiel der Politik eingetreten, wir haben keine Programme für die Befreiung des Volkes zusammengestellt, wir haben keine Gewerkschaften gegründet. … Unsere einzige Waffe war die Bekanntheit. Nicht Propaganda, sondern die öffentliche Bekanntheit, so dass niemand hinterher sagen konnte: „Davon wusste ich nichts.“ Der Rest hing am Gewissen von jedem Einzelnen. Wir haben keinen Sieg erwartet – es gab nicht die geringste Hoffnung, unser Ziel zu erreichen. Aber jeder von uns sehnte sich nach dem Recht, zu unserem Nachkommen sagen zu dürfen: „Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Ich habe nie gegen mein Gewissen gehandelt.“ [14]

 

Fußnoten

1. Mahatma Gandhi cited by Gene Sharp, Gandhi as a Political Strategist With Essays on Ethics and Politics, (Boston: Porter Sargent Publishers, 1979), pp. 11, 33.

2. Gene Sharp, The Politics of Nonviolent Action (Boston: Porter Sargent Publishers, 1973), from Part One, „Power and Struggle“, p. 64.

3. Judith Stiehm, Nonviolent Power, ((Lexington: D.C. Heath and Co., 1972), p. 65.

4. Mahatma Gandhi cited by Gene Sharp, Gandhi as a Political Strategist, op. cit. p. 290.

5. Ronald Duncan, Selected Writings of Mahatma Gandhi, (Boston: The Beacon Press, 1951), pp. 242-243.

6. For an explanation of why government purposefully conflates the ideas of „law and order“ see John Hasnas, „The Myth of Law and Order,“ The Voluntaryist, Whole No. 123, 4th Quarter 2004, p. 7, reprinted from John Hasnas, „The Myth of the Rule of Law,“ Vol. 1995, Wisconsin Law Review (1995), pp. 199-233. Especially see Section XII. Excerpts from Hasnas‘ original article also appeared in The Voluntaryist, Whole Nos. 97 and 98 (1999). Other commentators have noted the society is able to exist without the State and government policemen. When the Roman empire finally came to an end in 476 A.D., „[t]he state disappeared, yet society continued.“ [Carroll Quigley, Tragedy and Hope, New York, The Macmillan Co., 1966, p. 83.] „Great part of that order which reigns among mankind is not the effect of Government. It has its origins in the principles of society and the natural constitution of man. It existed prior to Government, and would exist if the formality of Government was abolished.“ [Thomas Paine, Rights of Man (1792), Ch. 1, Bk. 2.]

7. If the current U.S. government were to suddenly disappear, „the present American slave mentality would only erect another system of slavery [read: government].“ [Franklin Sanders, The Moneychanger, October 1994, pp. 3-4.]
On the institutional analysis of the State, see George H. Smith, „The Ethics of Voting“, The Voluntaryist, Vol. I, Nos. 1, 2, and 4. Credit is also due Alan Koontz for helping to develop these ideas.

8. Francis Tandy, Voluntary Socialism, (Denver, by the author, 1896), see Chapter XIII „Methods“, esp. pp. 186-188. Excerpts reprinted in Carl Watner (ed.), I Must Speak Out, San Francisco: Fox & Wilkes, 1999, pp. 57-61.

9. Mahatma Gandhi cited by Gene Sharp, Gandhi as a Political Strategist, op. cit., p. 9, and by Duncan, Selected Writings, op. cit., p. 60.

10. Jerry Tinker, „The Political Power of Non-Violent Resistance: The Gandhian Technique“, 24 Western Political Quarterly (1971), pp. 775-788, see pp. 786 and 789. Reprinted as „The Power of Non-Violent Resistance,“ in Carl Watner (ed.), I Must Speak Out, San Francisco: Fox & Wilkes, 1999, pp. 69-78.

11. Judith Stiehm, Nonviolent Power, op. cit., p. 68. How many people ever imagined that the Soviet Union would collapse?

12. Fred Shuttlesworth cited by Martin Luther King, Jr., Why We Can’t Wait, (New York: New American Library, 1964), p. 58.

13. Stiehm, op. cit., p. 71.

14. Vladimir Bukovsky, To Build a Castle – My Life as a Dissenter, (New York: Viking Press, 1977), pp. 33, 277.

 

[Der Autor im Februar 2004: Dieser bisher unveröffentlichte Aufsatz wurde zuerst im Januar 1983 geschrieben und dann im Mai des gleichen Jahres überarbeitet. Er war zwei Jahrzehnte lang unveröffentlicht (er wurde nur in privaten Kreisen herumgereicht) bis er von Peter Ragnar von Avalon Minze und Roaring Lion Press gelesen wurde. Peters Wunsch war es, eine überarbeitete Fassung im Internet zu veröffentlichen. Der Autor dankt Alan Koontz (Überarbeitung im Jahr 1983) und Julie Watner (Überarbeitung im Jahr 2004) für ihre Unterstützung durch ihre Kommentare zu diesem Aufsatz.]

 

Original:
Carl Watner – Voluntaryist Resistance
http://www.voluntaryist.com/action/vol_resistance.html

Übersetzung:
Peter Müller

Artikelfoto:
h.Koppdelaney

 

 

 

 


 

 

67 Responses to Voluntaristischer Widerstand ist gewaltfrei und unpolitisch

  1. Hermann sagt:

    Das was hier die seit Wochen zum Wählen diskutiert wird kann man kaum besser zusammenfassen.
    Schön, dass die Zusammenfassung schon vor 30 Jahren geschrieben wurde :-).
    Ganz toller Text!

  2. Carl Watners Voluntaryist war eine der ersten Schriften, die ich vor vielen Jahren gelesen habe, als ich mich für politische Freiheit zu interessieren begann. Er war auch der Grund, warum ich den Begriff »Voluntarist« in Deutschland eingeführt habe, auch wenn der eigentlich schon von den Philosophen besetzt war (von lat. voluntas, Wille; Lehre von der Bedeutung des Willens).

    Toll, dass Peter Müller seinen Grundlagentext übersetzt hat. Ich habe ihn heute seit langem wieder mal gelesen und er gefällt mir noch immer sehr. Gleichzeitig gibt es ein paar Stellen, die ich heute selbst so nicht schreiben würde.

    Ich frage mich nämlich, ob ich die Erfolgswahrscheinlichkeit maximiere, dass »eine große Anzahl von Personen sich verweigern, mit dem Staat zusammenzuarbeiten«, wenn ich schreibe, »dass der Staat eine Organisation der Gewalt ist«. Reinhard Sprenger hat mal geschrieben »Kritik funktioniert nicht«. Wenn ich dem anderen an den Kopf werfe, dass sein Denken und Handeln moralisch nicht in Ordnung ist, dann wird er sich oft verteidigen und die Positionen verhärten sich. Gerald Hüther sagt: »Ich kann niemanden belehren; ich kann ihn bestenfalls einladen, ermutigen, inspirieren.«

    Auch bei diesem Satz habe ich ein ungutes Gefühl:
    »Voluntarismus ist im Wesentlichen eine subversive Philosophie, weil sie erkennt, dass der Feind nicht nur ein paar Männer und Frauen in politischen Ämtern sind. Der Feind ist das gesamte politische System.«
    Ich habe auch lange so gedacht, aber ich glaube, dass ich im Einladen, Ermutigen und Inspirieren besser geworden bin, seit ich politisch Andersdenkende nicht mehr als Feind sehe, sondern als Menschen mit den gleichen Bedürfnissen und abweichenden Strategien.

    Zu Gandhi gibt es im Internet inzwischen einige Texte von libertären Autoren, die ihn etwas anders beleuchten, als man das gemeinhin kennt. Wie auch immer — wenn es heißt »er [Gandhi] fügte auch hinzu, dass die Verweigerung der Kooperation mit dem Bösen eine Pflicht ist«, dann fährt da auch kein befreiter Atem durch meine Lungen, sondern eher der Schreck in meine Glieder. Ich glaube, dass man aus der Fülle und der Lust effektiver und überzeugender ist als aus dem Mangel und der Pflicht. Aber das ist ein längeres Thema, zu dem ich ja auch schon Videos produziert habe.

    100 prozentige Zustimmung zu Watners folgendem Satz: »Es ist unmöglich, einen Krieg für den Frieden zu führen oder mit Politik gegen Politik zu kämpfen.« Eben.

    Liebe Grüße
    Oliver

    • FwF Peter sagt:

      Hallo lieber Oliver!

      Ich habe beim Übersetzen das gleiche gedacht wie du, mit dem gleichen Schluckauf bei ganz genau den gleichen konfrontativen Textstellen und den Gandhi-Zitaten, die du angesprochen hast. Ich hatte schon überlegt, ob ich den Text entsprechend ändere und anpasse und einfach selbst („nach Carl Watner“) schreibe. Habe den Gedanken dann aber verworfen, weil alle anderen Inhalte so bemerkenswert wichtig und richtig sind, dass es besser ist, diesen wichtigen und viel zu unbekannten Autor entsprechend zu würdigen, indem sein Beitrag im Originalzustand bleibt.

      Ich finde auch, dass es sehr viel bessere Wege gibt, als die Konfrontation und das Zitieren von Leuten wie Gandhi. Alles was in Richtung Inspiration, Begeisterung, Vorleben, Walk! Don’t Talk! usw. geht.

      Freiheit kann als mühsamer, langwieriger Versuch gesehen werden, die Unfreiheit loszuwerden oder als eine Sache, die sehr einfach und sofort umsetzbar ist, sehr leicht fällt, Spaß macht und sehr viel positive Energien freisetzt. Ersteres ist stellenweise aus Watners Text herauszulesen, letzteres entspricht der Einstellung hinter der ich persönlich eher stehe.

      Viele Grüße
      Peter

      P.S.: Ich wäre übrigens sehr gerne zu deinem Vortrag in Berlin gekommen, ich war leider in der Woche nicht in der Stadt.

  3. nlen sagt:

    Also nichts gegen Carl Watner als Autor in JLS u.a.. Auch nicht viel gegen den Inhalt hier. Aber so wie das geschrieben ist, ist es für mich abstoßend. Ich kann es nicht unterschreiben. Und zwar deshalb nicht, weil es sich als Manifest einer reaktionären Gruppe liest.

    „wollen Voluntaristen den Staat durch Aufklärung delegitimieren.“
    „Das erfordert die Abschaffung des Staates.“
    „Alle Anarchisten haben das gleiche Ziel: die Abschaffung des Staates.“

    Als wenn Voluntaristen in der Lage wären, den Staat abzuschaffen! Wenn das möglich wäre, wäre es irgendwo längst passiert oder in der Tendenz abzusehen. Die Idee eine ganze Gesellschaft aufzuklären ist genauso absurd (und lächerlich und historisch gescheitert) wie die Strategie den Staat über den politischen Weg zu minimieren.
    Allerdings kann das auch ein Übersetzungsfehler sein. Watner schreibt „education“. Ich habe jetzt nicht geprüft, ob er damit tatsächlich „Aufklärung“ (enlightenment) meint. Ist aber auch egal. Es wird halt deutlich, was der Übersetzer so transportieren will. Und das ist keine Position, die für Anarchokapitalisten allgemeingültig wäre. Ich halte sie gar für unsystematisch und unwissenschaftlich.

    • FwF-sandman sagt:

      Ich glaube, dass es zu den größten Schwierigkeiten beim Übersetzen gehört, herauszufinden, was genau der Autor ausdrücken wollte.

      Herauszufinden, was man als Ancap will oder für möglich hält, hängt sehr mit dem jeweiligen Erkenntnissen zusammen, die ja nun häufig durch andere beeinflusst sind.

      Ich kann da nur für mich sprechen und sagen, dass sich meine Meinungen und Hoffnungen sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert haben. Sicherlich werden sie sich noch weiter verändern.

      „“wollen Voluntaristen den Staat durch Aufklärung delegitimieren.”

      Er ist ja nicht moralisch zu rechtfertigen. Dafür braucht es keine Aufklärung.

      „“Alle Anarchisten haben das gleiche Ziel: die Abschaffung des Staates.”“

      Wir wissen ja nichts über die Ziele der Subjekte. Wir können vielleicht mutmaßen, wenn wir sehen, dass sie handeln. Aber das bleibt auch Spekulation.

    • michael sagt:

      “wollen Voluntaristen den Staat durch Aufklärung delegitimieren.”
      in meinem fall und bestimmt dann auch in anderen fällen, wurde ich durch solche artikel und videos „aufgeklärt“/“educated“ …
      bzw haben sie mich inspiriert konsequent voluntaristisch zu denken.
      insofern helfen gespräche, artikel, videos, eigenes handeln den aberglauben als das hinzustellen was er ist…und damit
      die falsche legitimation in den köpfen darzustellen.

      oder hast du das anders gemeint?

  4. isomorph sagt:

    Carl Watner … noch nie gehört bis heute 🙁

    Daher einmal mehr … Tausend Dank 🙂

  5. sniko sagt:

    Es hat schon genügend Versuche gegeben, den Menschen das Paradies auf Erden zu bringen, mit den besten Vorsätzen und den schlimmsten Auswirkungen. Dazu gehörte immer eine nach eigener Meinung fundierte Moral und nach eigener Meinung logischen Schlussfolgerungen und Aktionen. Im Fall FwF bin ich bei den meisten Ansichten der gleichen Meinung. Und bei der Diskussion der unpolitischen Politik bin ich mir auch nicht sicher, ob ihr nicht doch irgendwie Recht haben könntet. Aber wenn ich mir die Auswirkungen (Konsequenzen) Eurer moralischen Konsequenz ansehe, würde ich sie doch erst mal checken, gegenchecken lassen, als These zur Diskussion stellen usw. und nicht fertig als Dauerfeuer verschießen.
    Denn: Die Konsequenz ist, den Staat weiter in den Sozialismus entwickeln zu lassen, die paar Freidenker zu entzweien. Irgendwann haben wir dann nordkoreanische Zustände, und nach deren Zusammenbruch probieren wir eine Gesellschaft frei denkender Menschen?…
    Werden irgendwelche Alternativen geboten, außer die Auswirkungen gewaltfreier Erziehung nach vielen Generationen abzuwarten?
    Wo ist die moralische Konsequenz, wenn ich einem Dieb aus lauter moralischer Passivität erlaube, mich auszurauben? Und wenn zwei Diebe vor mir stehen, und ich habe die Wahl, einen Dieb davon durch einen zu ersetzen, der sich gegen Diebstahl einsetzt? Darf ich nicht, weil der übriggebliebene Dieb das als seine Legitimierung deklarieren könnte, oder der Anti-Dieb zum Dieb werden _könnte_, selbst wenn ich ihn als Anti-Dieb bezahle und er einen Vertrag hat, nie etwas von anderen für den Anti-Dieb-Job zu akzeptieren? Moralisch ist dann nur, sich möglichst inaktiv ausrauben zu lassen, aber nie etwas vom Dieb zu akzeptieren, keine seiner Straßen zu nutzen, und nichts von seinem Wasser, den Arzt und die Nanny und als Rentner alles selbst zu bezahlen, selbst wenn der Dieb das mit seiner Beute übernehmen würde…? Wo ist die moralische Grenze zwischen Raub-Legitimierung per Versuch, einen Anti-Dieb zu nutzen und der Akzeptanz von Diebesgut? Oh ja, ich muss den Anti-Dieb nicht nutzen, was seine Nutzung unmoralisch macht, aber zur Akzeptanz der Rente bin ich zum Überleben gezwungen? Nein, ich brauche die Rente, weil ich den Raub zulasse!
    Ich werde niemals die Masse überzeugen, in deren Auftrag der Dieb handelt, er wird also niemals ohne aktive Gegenwehr verschwinden, und zur „Legitimierung“ des Diebes reichen wenige Prozent der Bevölkerung.
    Freiheit ist immer auch Verantwortung, und Meinungsfreiheit ist Verantwortung für die Auswirkungen meiner Meinungsäußerungen. Aufrufe zu bestimmtem Verhalten (auch zu Passivität) gehen logisch davon aus, dass sie von anderen verstanden und zumindest teilweise akzeptiert werden, sonst würde man sie schließlich nicht publizieren,. Deren Handlungen könnten dann Konsquenzen meiner Handlung (Meinungsäußerung) sein, um so mehr, wenn ich sie leicht adaptiert ein Dutzend mal wiederhole.
    Der allmächtige Staat hat nur zwei _aktive_ Gegner, die extrem schwachen Libertären und die immer schwächer werdenden Familien. Und er hat passive Gegner, die ihn ungefähr genauso in seiner Entwicklung bremsen wie die Massenträgheit ein ungebremst abwärts rollendes Gefährt. Mögen sie mitrollen, aber lasst die Bremser wenigstens versuchen, ob noch was zu retten ist! Der Staat ist nichts, dass wir per Ignoranz abschaffen. Zumindest praktisch scheint nichts darauf hinzuweisen, dass die Passagiere das Gefährt verlassen oder auch nur Einzelne aussteigen lassen, bevor er völlig in den Abgrund stürzt. Wenn da unten die Passiven immer noch schreien: „Die Bremser waren Schuld, weil sie den Absturz vorhergesagt haben, und durch die Bremsversuche ausgelöst/verschlimmert haben oder damit Ausweichmanöver verhindert“, dann ist eh niemandem mehr geistig zu helfen. Man wird versuchen, eine analoges Gefährt zu bauen, nur viiiiiiel besser. Im anderen Falle würde man die Bremser um Rat bitten, je nachdem wie glaubhaft sie vorher agiert haben.
    Ihr merkt immer wieder, wie verklemmt die meisten in ihrem Denken sind, und wie schwer es deshalb ist, sie zu überzeugen. Überdenkt bitte Folgendes: Ich habe an keiner Stelle den Ansatz einer Diskussion gefunden, wie theoretisch eine moralische, unpolitische Partei bzw. Wählerbewegung aussehen könnte/müsste. Bringt notwendige Voraussetzungen für eine nicht korrumpierbare und nicht den Staat legitimierende Partei. Wie könnte/müsste ein konkreter Parlamentarier aussehen, der niemals Gewalt legalisiert oder gar ausübt, und könnte er von seinen Wählern zu diesem moralischen Handeln gebracht werden? Fragt nach Vorschlägen, wie man das umsetzen könnte. Muss er auf sein staatliches Gehalt verzichten, kann und muss er weiter seinem eigentlichen Job nachgehen oder ist es möglich, ihn auch finanziell zu unterstützen? Es läuft darauf hinaus, wie der Anti-Dieb s.o. definiert und umgesetzt wird. Ist ein konkretes Problem, dass sich auch für den konkreten Fall einer Partei stellen lässt. Kann es eine Partei geben, deren Parlamentarier niemals Macht ausüben können, für die der Begriff Politik und Politiker eine Beleidigung darstellt? Muss jegliche Kooperation mit Blockparteien verboten sein, auch z.B. gegen die Etablierung einer totalen Diktatur? Was, wenn die Partei ausschließlich die Möglichkeit der Sezession vom Staat fordert? Schon das Wort Sezession lässt ein paar Millionen Süddeutsche aufhorchen. Wie auch immer, ich bin da eher fantasielos. Freie Menschen werden Unmengen Lösungsvorschläge für Probleme haben.
    Ja, so eine Partei würde wahrscheinlich verboten, wäre damit aber das exakte Gegenteil einer Legitimierung des Staates. Die Forderung ihrer Zulassung wäre Sand im Getriebe der Staatspropaganda, die ideale Plattform, libertäre Ideen zu verbreiten.
    Und wenn Ihr jeglichen konkreten Ansatz logisch in der Luft zerrissen habt, völlig zweifelsfrei, dann könnt Ihr davon ausgehen, dass auch bei Euch nichts verklemmt ist. Das heißt noch nicht, dass es keine Lösung geben könnte, aber Ihr habt es wenigstens versucht. Und dann werden auch Zweifler wie ich Euch zustimmen.
    Falls es diese Diskussion schon gab, entschuldigt bitte, stellt bitte einen Link dazu rein.
    Huch ist das lang geworden. Ich hoffe nur jetzt wird nicht wieder einfach pauschal bewiesen werden, dass Bremsversuche zwangsläufig Anschieben bedeuten… 😉

    • FwF-sandman sagt:

      Hi sniko,

      „nach eigener Meinung logischen Schlussfolgerungen“ Entweder etwas ist logisch schlüssig (widerspruchsfrei) oder nicht. Das hat mit Meinungen nichts zu tun.

      „Aber wenn ich mir die Auswirkungen (Konsequenzen) Eurer moralischen Konsequenz ansehe, würde ich sie doch erst mal checken, gegenchecken lassen, als These zur Diskussion stellen usw. und nicht fertig als Dauerfeuer verschießen.“

      Wir veröffentlichen sie und jeder kann darauf antworten.

      „Die Konsequenz ist, den Staat weiter in den Sozialismus entwickeln zu lassen, die paar Freidenker zu entzweien. Irgendwann haben wir dann nordkoreanische Zustände, und nach deren Zusammenbruch probieren wir eine Gesellschaft frei denkender Menschen?…“

      Das konsequente Festhalten an Prinzipien führt nicht zu diesen Konsequenzen, sondern eher der Verstoß gegen diese Prinzipien.

      „Wo ist die moralische Konsequenz, wenn ich einem Dieb aus lauter moralischer Passivität erlaube, mich auszurauben?“

      Glaubst Du, dass der politische Weg verhindert, dass wir ausgeraubt werden? Die meisten guten Bürger befürworten den Raub. Sie lassen rauben.

      „Und er hat passive Gegner, die ihn ungefähr genauso in seiner Entwicklung bremsen wie die Massenträgheit ein ungebremst abwärts rollendes Gefährt.“

      Wenn Du damit uns meinst, warum hältst Du es für Passivität, was wir tun? Wir weisen diejenigen auf Zusammenhänge hin, die dafür empfänglich sind.Wir machen bei unser Botschaft nur keine Kompromisse. Wir gehen nicht hin und predigen Freiheit, indem wir uns um ein Amt im Herrschaftszirkus bewerben.

      „Ich habe an keiner Stelle den Ansatz einer Diskussion gefunden, wie theoretisch eine moralische, unpolitische Partei bzw. Wählerbewegung aussehen könnte/müsste. “

      Wir sind doch eine.

      Wer für ein parlamentarisches Amt kandidiert, bewirbt sich um einen Platz im Machtapparat. Wer einen Parlamentarier wählt akzeptiert implizit die Bildung einer Regierung und das daraus folgende Mehrheitsdiktat.
      So einen Parlamentarier, wie Du ihn gerne hättest, gibt es nicht.

      „die ideale Plattform, libertäre Ideen zu verbreiten.“

      Was sind denn das für libertäre Ideen, die so verbreitet werden könnten? In ein Parlamentarisches Amt zu streben, um Herrschaft zu beenden????????
      Das ist alles widersprüchlich. Solch eine Botschaft muss nicht verbreitet werden.

      „Und wenn Ihr jeglichen konkreten Ansatz logisch in der Luft zerrissen habt, völlig zweifelsfrei, dann könnt Ihr davon ausgehen, dass auch bei Euch nichts verklemmt ist. Das heißt noch nicht, dass es keine Lösung geben könnte, aber Ihr habt es wenigstens versucht. Und dann werden auch Zweifler wie ich Euch zustimmen.“

      Haben wir ja gemacht. Hat zwei Jahre gedauert. Die Ergebnisse kannst Du bei uns lesen. Und nun? Zweifeln tust Du trotzdem. 🙂
      Alle Argumente liegen doch auf dem Tisch.

      • sniko sagt:

        „Entweder etwas ist logisch schlüssig (widerspruchsfrei) oder nicht. Das hat mit Meinungen nichts zu tun.“
        Man kann in den Voraussetzungen seiner Logik Fehler haben, oder die Logik selbst kann fehlerhaft sein, besonders wenn sie komplexe Systeme beschreibt, kann man die Übersicht verlieren. Es hat Jahrtausende Menschen gegeben, die die Welt logisch erklären wollten, nach ihrer Meinung widerspruchsfrei. Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Mit dem Folgenden will ich Euch nicht beleidigen, weil wir es jetzt aus einem anderen Winkel sehen können. Aber vor einem historischen Augenblick war ist völlig logisch zu sagen: Am Rand er Welt fällt man herunter, weil man dann keine Land oder Wasser mehr unter sich hat. Also kannst Du nicht westwärts nach Indien gelangen.

        „Wir veröffentlichen sie und jeder kann darauf antworten.“
        Dafür Hut ab, ehrlich. Muss nervig sein, seine Argumente immer wieder an den Mann zu bringen 😉 . Mit Dauerfeuer meinte ich nur die auffällige Häufung des Themas seit Dezember.

        „Das konsequente Festhalten an Prinzipien führt nicht zu diesen Konsequenzen, sondern eher der Verstoß gegen diese Prinzipien.“
        Ihr glaubt zu wissen, dass das auf Abgrund zurasende Gefährt nicht gebremst werden kann. Und Ihr ruft dazu auf, jeglichen Bremsversuch zu unterlassen.
        Meine Logik ist die: Es gibt Menschen, die aktiv über das Wahlsystem versuchen etwas zu verhindern. Habt Ihr Recht damit, dass das unmöglich ist, erspart Ihr Ihnen Zeitverplemperung und dem Staat ein halbes Promille Legitimierung, und der kommende Sozialismus kommt mit oder ohne deren Engagement. Ihr versucht es auch aktiv, aktiver als die meisten „Wählerverhinderer“, aber in Konsequenz ruft Ihr zu Passivität auf: Klärt auf, erzieht Eure Kinder gewaltlos! Mehr Ideen zu möglichen Aktionen kann ich nicht finden.
        Habt Ihr aber nicht Recht damit, erzeugt Ihr Passivität, wo vielleicht doch andere Ideen etwas nützen könnten. Diese Ideen suche ich, während Ihr sie a priori pauschal für unmöglich erkärt.

        „Glaubst Du, dass der politische Weg verhindert, dass wir ausgeraubt werden? Die meisten guten Bürger befürworten den Raub. Sie lassen rauben.“
        Zunächst mal bitte ich darum, den Weg nicht mehr politisch zu nennen. Was immer auch versucht wird, es geht darum Politik (Raub) zu verhindern. Ich glaube erst mal gar nichts, ich versuche Ideen zu finden, die politischen Handlanger der schmarotzenden guten Bürger zu behindern/ersetzen. Findet man welche, kann ich meinen Glauben an ihre Wirksamkeit abschätzen, gedulde Dich also noch ein bisschen 😉 .
        Glaubt Ihr, dass Ihr die Schmarotzer überzeugen könnt?

        „Wir gehen nicht hin und predigen Freiheit, indem wir uns um ein Amt im Herrschaftszirkus bewerben.“
        Ihr seid nach Eurer Logik konsequent, Hut ab. Und ihr sagt, die Erschaffer bzw. besser Betreiber des Herrschaftszirkus haben ihn unantastbar gemacht, solange noch Leute hingehen.

        ================
        “Ich habe an keiner Stelle den Ansatz einer Diskussion gefunden, wie theoretisch eine moralische, unpolitische Partei bzw. Wählerbewegung aussehen könnte/müsste.”

        Wir sind doch eine.
        ================
        (Ich muss noch lernen, ohne Vorschau und Editiermöglichkeit mit den HTML-tags klarzukommen 😉 … )
        Neah, Ihr seid _DAS_ Gegenteil einer Partei bzw. _Wähler_bewegung.

        „Wer für ein parlamentarisches Amt kandidiert, bewirbt sich um einen Platz im Machtapparat. Wer einen Parlamentarier wählt akzeptiert implizit die Bildung einer Regierung und das daraus folgende Mehrheitsdiktat.
        So einen Parlamentarier, wie Du ihn gerne hättest, gibt es nicht.“
        A priori Ablehnung. Was ist mit einer Partei und deren Parlamentariern, die nichts darf, als das Sezessionsrecht fordern? Keine staatlichen Privilegien, keine Spesen, keine Mitarbeit in Gremien, meinetwegen keine Teilnahme an Abstimmungen außer zu Sezession. Keine gute Idee, es wird bessere geben. Aber es ist eine ohne Politik ohne Macht im Machtapparat.

        „Was sind denn das für libertäre Ideen, die so verbreitet werden könnten? “
        Eure! (> 95% davon, bis auf die fatalistischen) 🙂
        Ich stecke da nicht so drin, falls Ihr das Wort libertär nicht mögt, ersetzt es durch voluntaristisch. Natürlich erst, wenn eine voluntaristisch akzeptable Form von anti-politischem Parlamentarier erfunden worden ist 😉 .

        „Haben wir ja gemacht. Hat zwei Jahre gedauert. Die Ergebnisse kannst Du bei uns lesen. Und nun? Zweifeln tust Du trotzdem. 🙂
        Alle Argumente liegen doch auf dem Tisch.“
        Nochmals, großartige Arbeit, vielen Dank. Sie hat mich viel weiter gebracht. Ihr habt eine super analytische Sammlung von gut verständlichen Quellen erschaffen.
        analytische…
        Ich suche immer noch nach Ideen außerhalb von Kindererziehung und Aufklärung. Das Warten auf die Effekte der Kindererziehung dauert zu lange, vorher werden wir noch x Kondratjew-Zyklen mit dem jeweiligen sozialistisch/faschistischen katastrophal-kriegerischen Ende erleben, die jeweils einen Großteil der Erziehung zunichte machen werden.
        Und Schmarotzer vom nicht-Schmarotzen überzeugen zu wollen, da fehlt mir nun wieder der Glaube.

        Fangt bitte konkret bei der zugegebenermaßen kruden Idee der Sezessionspartei an. Vielleicht geht mir nach dem konkreten Verriss ja endlich auch ein konkretes Licht auf. Oder optimistischer gesehen gibt es vielleicht Ansätze wie:
        dann müsste die Partei / müssten deren Abgeordnete auch … (auf den Amtseid verzichten, die Parteienfinanzierung bei XYZ abliefern oder ablehnen oder …, einen Job in der freien Wirtschaft haben, … ?) , die dann vielleicht doch nicht jeglicher Logik entsprechen. Keine Ahnung was da alles kommen mag (was für ein Horror für die Admins, nicht? 😉 ) , vielleicht passt jemand die Nein-Idee solange an bis sie passt. Dafür ist das hier ja eine Art Community.

        Eure Logik bisher ist: Ein Politiker kann nicht gegen Politik wirken: Stimmt!
        Aber Ihr habt nicht ausreichend den logischen Fall betrachtet, dass ein Parlamentarier kein Politiker sein muss. Nennt diese Idee also erst politisch, wenn das bewiesen wurde. Er würde korrumpiert? Gilt für mich erst dann als These, wenn jegliche Ideen der Verhinderung seiner Korruption als unlogisch bewiesen wurden.
        Und wie gesagt, nach dem Verbot der Idee/Partei hat der Staat teilweise oder ganz seine Maske verloren.

        • Philipp Hofmann sagt:

          Wieviel Argumente braucht es eigentlich noch, um die politikreligiösen Fanatiker von ihrem wahnhaften Glauben in die Politik als Allheilmittel abzubringen? Ich finde: keine mehr. Weil es offensichtlich sinnlos ist. Wenn mich jemand – egal wie – den Politzirkus von mir bezahlen lassen will, dann soll er mir Auge in Auge entgegentreten und mich zur Zahlung auffordern und sich nicht feige hinter der Steuerstaatsgewalt verstecken, um sich die Hände nicht selbst schmutzig machen zu müssen!

          • Rearden sagt:

            Ich habe es nicht so verstanden, dass sniko unbedingt auf eine politische Löung hinauswill. Nur habe ich den Eindruck, er kennt nichts anderes (ging mir früher auch so).

            Es ist auch für mich frustrierend, dass ausser dem Vorleben von Gewaltfreiheit im persönlichen Umfeld und den eigenen Kindern gegenüber sowie der Verbreitung voluntaristischer Ideen keine andere Lösung diskutiert wird.

            Ich denke zwar auch, dass das der einzige wirklich erfolgversprechende Weg ist, aber es könnte doch helfen, hier auch mögliche Abkürzungen zu diskutieren. Und sei es nur, um den Lesern einmal etwas anderes als die zwei Alternativen -Gewaltfreie Erziehung- und -Politik- zu präsentieren. Dabei kann man gerne auch zeigen, warum diese Abkürzungen nicht zum Ziel führen.

            Mein Erkenntnisprozess war dieser:
            – Mir war klar, das politische System funktioniert nicht und ist ungerecht, egal welche Partei man wählt. Ich konnte aber nur von links bis rechts und von rot bis schwarz denken.
            – Dann habe ich etwas von Rothbard und Atlas Shrugged gelesen und es tat sich eine völlig neue Welt auf.
            – Ich habe nach einer Lösung gesucht, wie man Freiheit erreichen kann. Auch die Podcasts von Stefan Molyneux habe ich wochenlang im Auto gehört. Leider hat mich seine Lösung auch frustriert.

            Ich denke, es ist völlig verständlich, dass jeder erst einmal nach einem schnellen Ausweg sucht, nachdem er festgestellt hat, dass er versklavt ist. Insofern kann ich das ständige Herumreiten auf einer politischen Lösung durch die Kommentatoren hier voll verstehen.

            Abschließend daher als Denkanstoß hier die möglichen Lösungen, auf die ich bisher gestoßen bin:
            – Agorism und Counter-Economics (spannendes Thema)
            – H.H. Hoppe schlägt Sezession und die Bildung von Kleinststaaten vor, wenn ich das richtig verstanden habe.
            – Free State Project
            – Three Flags approach / Perpetual traveler (für jeden heute umsetzbar, der nicht regional gebunden ist, betrifft aber nur die persönliche Freiheit)

          • sniko sagt:

            Danke für die Hinweise, werde ich mir sicher mal anschauen.
            Du hast natürlich Recht, der Weg über parlamentarische Anti-Politik ist ein etwas verzweifelter Versuch ist, wenn man sonst nichts Erfolgversprechendes findet. (ich lege übrigens Wert auf „Anti“ oder das Weglassen der Beleidigung „politisch“ 😉 )

          • Ben sagt:

            Hi Rearden,

            schon mal auf den Gedanken gekommen, das
            es John Galt, Ragnar Danneskjöld, Francisco d’Anconia usw. gibt?

            Ich habe da so eine Ahnung, wie sie im realen Leben heißen und meine zu sehen, daß sie bald am Ziel sind.

            Viele Grüße, Ben

          • Rearden sagt:

            Hey Ben,
            ja, vielleicht kann ich mich bald in John Galt umbenennen, ich arbeite daran. 😉

        • FwF-sandman sagt:

          Hi Sniko,

          ich freue mich über Deine Kommentare, zeigen sie doch ein echtes Interesse, warum wir so handeln und nicht anders. In letzter Zeit vermissen wir dieses Interesse bei vielen.

          Ich möchte nur auf wenige Punkte eingehen, von denen ich glaube, dass sie Dir wichtig sind.

          „Ich suche immer noch nach Ideen außerhalb von Kindererziehung und Aufklärung. Das Warten auf die Effekte der Kindererziehung dauert zu lange“

          Durch die Erziehung (durch Eltern, Schule, usw.) werden die Kinder aber nun mal konditioniert. Sie werden zu abhängigen Autoritätshörigen gemacht, die keinerlei Eigenverantwortung nachfragen, weil sie Angst davor haben. Sie bevorzugen die vermeintliche Sicherheit eines etatistischen Systems gegenüber der für sie gefährlich erscheinenden Freiheit ohne Staatliche Bevormundung. Wir züchten also eine weitere Generation Etatismus, wenn wir dieser Konditionierung nicht entgegenwirken.
          Solange die Menschen ständig die Macht der politischen Klasse bestätigen, indem sie der Illusion der Herrschaft folgen und gehorchen, wird sich nichts ändern.
          Es braucht auch keine besondere Partei, die sich um eine Sezession kümmert. Die Parteien orientieren sich an dem, was die Menschen wollen. Das wird natürlich beeinflusst durch Erziehung, Schule, Medien usw., aber dennoch buhlen sie um die Gunst der Wähler.
          Ich kann Dir nicht sagen wie stark die Forderungen nach Sezession in der Bevölkerung werden muss, dass sie einen Weg ins Parlament findet. Ich kann Dir auch nicht sagen, wie viele Katastrophen es noch geben wird, bis die Menschen merken, wo die Ursachen liegen. Sicher bin ich mir nur in einer Sache. Ab und zu öffnen sich Zeitfenster, die einen Richtungswechsel ermöglichen. Meistens passiert das nach solchen Zusammenbrüchen. Reiche kommen und gehen.
          Wir werden wieder solche Zusammenbrüche bekommen in naher Zukunft, daran glaube ich. Ich glaube auch, dass es danach keine Änderung zum „Guten“ geben wird. Die Menschen glauben ja nach wie vor daran, beherrscht werden zu müssen. Freiheitliche Politiker versprechen ihnen, über den Weg des Parlamentarismus die Richtung ändern zu können und vernebeln dadurch die Wesentliche Ursache.
          Auch der Parlamentarismus ist eine Herrschaftsform.

          Welche Möglichkeiten es gibt, das zu beschleunigen, erzähle ich Dir auf einer Lichtung im Wald, aber nicht hier. Glaube mir aber, dass würde uns beiden nicht gefallen.

          • Liberterian sagt:

            Hallo Sandmann,

            „Welche Möglichkeiten es gibt, das zu beschleunigen, erzähle ich Dir auf einer Lichtung im Wald, aber nicht hier. Glaube mir aber, dass würde uns beiden nicht gefallen.“

            Das ist jetzt aber fies ,-)
            Du machst uns hier neugierig und willst uns fragend zurück lassen?
            Also, mich würde jetzt schon interessieren, um was für Möglichkeiten es sich hierbei handeln soll ??? und v.a. warum diese uns nicht gefallen würden??

            willst du uns nicht doch darüber berichten oder sollen wir uns lieber alle mal auf einer Lichtung im Wald treffen? 🙂

          • FwF-sandman sagt:

            Naja, ich sags mal so (und das ist lediglich Meine Meinung):

            Im Moment ist es doch so, dass die Machterhaltung durch den Herrschaftsapparat immer aufwändiger wird. Es wird zu immer mehr Bürokratie, Versprechungen, Umverteilungen usw. kommen. Die Kosten dieses Systems werden immer weiter steigen.
            Diese ganze Umverteilung wirkt wie ein großer Staubsauger, die die Leistung der Fähigen absaugt. Das wird so lange weitergehen, bis es nichts mehr gibt, das umverteilt werden kann. Die Leistenden werden nicht mehr leisten können, und sie werden sich verweigern, indem sie entweder nichts mehr produzieren, abhauen oder sich nicht mehr erklären (dem Staat beim Raub also nicht mehr behilflich sind). Dann bricht auch dieses System zusammen und es öffnet sich ein Zeitfenster, in dem etwas neues entstehen könnte. Lange wird dieses Zeitfenster nicht geöffnet sein.
            Die Frage, was dann kommt, kann ich nicht beantworten. Entweder wird es viel schlimmer (wovon ich ausgehe) oder es wird mit einem kleineren Staat und mehr Freiheit probiert. Das wird natürlich auch nichts helfen, weil es dann einfach nur von vorne beginnt. Solange nicht genug Leute etwas gänzlich anderes wollen und nur über das Wählen einer anderen Partei ein „kleineres Übel“ bevorzugen, anstatt das System in Frage zu stellen, wird sich nichts ändern. Vielleicht ergibt sich in diesem kurzen Zustand des Zusammenbruchs irgendwo Sezessionsbestrebungen, die über die Straße eingefordert werden und nicht über eine bestimmte Partei. Keine Ahnung ob das schon in diesem Zeitfenster passiert oder erst im übernächsten.

            Unser System ist ein Machtsystem. Macht braucht Gehorsam. Wird der verweigert, ist die Macht weg.

          • sniko sagt:

            Ich sehe schon, ich schreibe zu viel, um mein eigentliches Thema Logik rüberzubringen…

            Eure (meine auch) Grundlage : Politik ist Diebstahl, sie korrumpiert. Sie wird durch Wahlen von Politikern legitimiert.
            Eure These : Eine antipolitische Partei ist unmöglich, denn sie wäre inhärent korrupt bzw. würde korrumpiert und legitimiert den Staat. Man kann das durch sich selbst beweisen, oder es bezweifeln, und darum dreht sich für mich der Kern der Diskussion.

            Meine Grundlage : Eisen schwimmt nicht auf Wasser, und noch weniger auf Sumpf (geringere Dichte als Wasser).
            Meine These : Es ist nicht möglich, ein Stück Eisen _sicher_ auf Sumpf (Jaja, Metapher für das diebische korrupte System 😉 ) schwimmen zu lassen, mit einem weithin sichtbaren Schriftzug „Ich hasse Sumpf“ drauf.

            Dann nehme ich meine These als bewiesen an, hätte mir vor kurzem (erste Metallschiffe wann?) fast jeder geglaubt. Und damit ist auch bewiesen, dass man das Stück Eisen nicht irgendwie dazu nutzen kann, den Sumpf trocken zu legen.

            Um zur Sicherheit klarzumachen: Ich möchte nicht naheliegende Hinweise bezüglich Melioration diskutieren 😉 , sondern mein logisches Analogon. Auch nicht, dass der Schriftzug „Ich hasse Sumpf“ inmitten eines freiwillig beschwommenen Sumpfes unpassend wäre.
            Mein Stück Eisen besteht zum Teil aus einer dicken dreckresistenten Pumpe und kann mit weiteren technischen Wunderwerken bestückt werden.

            Wenn das Mistding doch nur schwimmen würde, was ja offensichtlich unmöglich ist…!

            Und noch mal, es geht mir ab hier nur um die Logik der Beweisführung. Der Rest diente nur dazu zu zeigen, dass eine publizierte möglicherweise falsche Logik Folgen hat, und deshalb _wirklich_ gecheckt werden sollte.

          • nlen sagt:

            Vielleicht solltest Du Dich einfach mit Praxeologie beschäftigen. Dann wäre auch klar, dass eine Partei kein Individuum ist, das sich selbst so im Griff haben kann, sondern eine pol. org. Gruppe ist, deren Mitglieder entsprechende Interessen verfolgen, die diese Organisation fördert. Sprich sie zieht die Lügner und Gauner an wie die Scheiße die Fliegen. Und unter diesen Gesetzen des individuellen Handelns ist dann halt logisch vorhersehbar, was wohl passiert.

          • sniko sagt:

            endlich mal Klartext 🙂
            „Pol. org.“ interpretiere ich als „mit internen Machtstrukturen“. Jut, konkrete Forderung Nummer 1 aus all den Diskussionen hier:
            Eine unpolitische Partei dürfte keine internen Machtstrukturen haben.
            Wie gesagt, Politik gilt für mich als Schimpfwort.
            Implizit folgt daraus Forderung 2 :
            Parlamentarier dürfen sich nicht an der Machtausübung des Staates beteiligen.
            Daraus folgt, dass solch eine Machtausübung negative Auswirkungen/Sanktionen durch die Partei auf den Parlamentarier nach sich ziehen müsste.

            Wie zieht eine Partei, deren einzige Daseinsberechtigung, Programm etc. das Erreichen eines Sezessionsrechts ist, die Fliegen an? Wenn _wir_ jetzt so eine Partei gründen würden, wären _wir_ demnächst zwangsläufig korrupt?
            Sie zöge V-Männer an, klar, aber das ist bei allem Abweichlern so, ob Partei oder nicht.

          • nlen sagt:

            „eine Partei, deren einzige Daseinsberechtigung, Programm etc. das Erreichen eines Sezessionsrechts ist“

            Was soll das denn für eine seltsame Partey sein, die sich erst den unterwürfigen Regeln des Staates anbiedern muss, um von ihm ein Recht auf Austritt zu bekommen? Das ist so als würdest Du die Mafia unterwandern, um von ihr verschont zu werden. Oder so als würdest Du, Sklave, den Sklaventreiber fragen, ob er den Gutsherrn bittet Dich in die Freiheit zu entlassen.

            Siehe Die Anatomie des Staates
            http://www.apriorist.de/modx/journal/0101-anatomie-rothbard.html?PHPSESSID=d55f97cfefa5f1670cdd148c73dfbdb5

            Man würde doch nicht auf Sezession verzichten wollen, wenn man es auf diese Weise sowieso nicht erreichen kann. Und da man das weiß, dass man niemanden (wobei es hier nicht mal eine Person ist) aus einer Situation der impliziten Respektlosigkeit etwas fragt, was wiederum den selben Respekt impliziert, fragt man auch nicht seinem Peiniger nach Freiheit.
            Das sind reine Macht-Dinge, die nicht auf einer Ebene von Kooperation gelöst werden können.

          • sniko sagt:

            „Oder so als würdest Du, Sklave, den Sklaventreiber fragen, ob er den Gutsherrn bittet Dich in die Freiheit zu entlassen.“
            Nein, ich nutze die vermeintliche Achillesferse des Systems, indem ich ein paar der Sklaventreiber ersetze. Diese Leutchen kooperieren nicht mit den Sklaventreibern, machen bei jeder Gelegenheit ihren Standpunkt klar, dass sie Entlassung der Sklaven fordern.

            „Das sind reine Macht-Dinge, die nicht auf einer Ebene von Kooperation gelöst werden können.“
            Eben. Keine Macht, keine Kooperation. Nur Sand im Getriebe und Plattform für Aufklärung.

          • nlen sagt:

            >>>“Oder so als würdest Du, Sklave, den Sklaventreiber fragen, ob er den Gutsherrn bittet Dich in die Freiheit zu entlassen.”
            Nein, ich nutze die vermeintliche Achillesferse des Systems, indem ich ein paar der Sklaventreiber ersetze. Diese Leutchen kooperieren nicht mit den Sklaventreibern, machen bei jeder Gelegenheit ihren Standpunkt klar, dass sie Entlassung der Sklaven fordern.

            Also damit wir uns klar verstehen. Die Sklaven werden zu „Sklaventreibern“, damit sie den Gutsherrn überzeugen. Das hast Du wohl nicht gemeint. Oder so: Zwangsmitglieder, Bürger, werden zu Parteimitgliedern, erringen Mandate, um von dort die Idee der Freiheit zu verkünden. Oder sie erringen keine Mandate, sondern denken, dass sie als Splitterpartei einen idealen Platz in den Unterhaltungsmedien finden, von wo sich die Idee der Freiheit verkünden lässt. Klingt alles nicht sehr erfolgversprechend. Eher wirr.

            >>>“Das sind reine Macht-Dinge, die nicht auf einer Ebene von Kooperation gelöst werden können.”
            Eben. Keine Macht, keine Kooperation. Nur Sand im Getriebe und Plattform für Aufklärung.

            Aufklärung? Das ist ein kollektiver Begriff. Du begibst Dich auf ein Terrain, dass den Etatismus hervorgebracht hat und auf dem er gerade mächtiger ist als versprengte libertäre Individuen. Bock/Gärtner-, Hund/Wurst-Problem.

          • sniko sagt:

            @nlen, Sandmann: Mein Kommentar von 09:25 ist mir in diesem Briefmarkenalbum leider verrutscht 😉

          • FwF-sandman sagt:

            Hallo Sniko,

            ich verstehe, worauf Du hinaus möchtest, doch ich glaube, so funktioniert das nicht.

            Wir haben in verschiedenen Artikeln Argumente dafür gebracht, warum WIR den Weg über eine politische Partei als nicht zielführend ansehen. Ich glaube, dass Du diese Argumente nachvollziehen kannst.
            Nun geht es dabei nicht um einen wissenschaftliches Beweis wie in der Physik oder der Mathematik. Es geht um Menschen und wie sie handeln.
            Die Praxeologie gibt uns recht gute Möglichkeiten, bestimmte Annahmen als sicher anzusehen. So ist beispielsweise das Handeln der Menschen immer zielgerichtet und diese Ziele subjektiv. Mann kann also nie genau sagen,
            wer wann wo welches Ziel verfolgt. Diese Ziele haben aber für die Handelnden einen Wert, sonst würden sie ja die Mühe der Handlung nicht auf sich nehmen.

            Wenn Du jetzt an Deine theoretisch ideale Partei denkst, kannst Du niemals prognostizieren, welche Ziele die einzelnen Subjekte, die diese Partei bilden in Wirklichkeit verfolgen. Selbst wenn wir annehmen, dass sie alle integer sind und
            nur das „Beste“ (für sich oder für wen) wollen, müssen wir doch zugeben, dass am zur Zeit mit einer radikalen-libertären Ausrichtung keinen Hund hinter dem Ofen hervorholt. Die PDV hat 0,1% geholt. Nun gestehe ich diesen Leuten ja die besten Absichten zu (Dein Boot schwimmt jetzt theoretisch). Doch was müssen sie tun, um Wähler aus anderen Lagern zu bekommen, damit sie wenigstens eine wahrnehmbare Größe bekommen? Sie müssen diesen Wählern Versprechungen machen. Diese neuen Wähler handeln nämlich auch zielgerichtet um sich selbst zu verwirklichen. Nun wollen die aber andere Dinge, als in dem Programm deiner idealen Partei steht.
            Der politische Erfolg ist NUR über Versprechungen zu erzielen, die über das eigene Programm dieser Partei hinausgehen, weil die Stimmen ZUSÄTZlich sein müssen. Macht man diese Versprechungen und gewinnt zum Beispiel enttäuschte FDP-Wähler, passiert etwas Schlimmes. Diese Leute treten auch in die Partei ein und werden somit zur Parteibasis. Würde diese ideale Partei jetzt auf 1,5% gewachsen sein, bestünde die Partei nur noch zu ca. 7% aus ihrer Stammbasis, die sich über das ideale Programm definiert und zu 93% aus einer Basis, die über Versprechungen gewonnen wurde. Es ist völlig klar, was folgt. Die Versprechungen werden eingelöst werden müssen, und das Programm wird sich verändern. Erinnern wir uns, dass wir mit 1,5% noch weit davon entfernt sind, überhaupt irgendein Amt anzutreten.

            Dein Schiff kann also theoretisch auf dem Sumpf umher schwimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Dich an Dein Ziel bringt sehen wir nahezu bei Null. Natürlich ist es Dein gutes Recht das anders zu sehen. 🙂

          • sniko sagt:

            „Also damit wir uns klar verstehen. Die Sklaven werden zu “Sklaventreibern”, damit sie den Gutsherrn überzeugen.“
            Mit Gutsherr sind die Politiker gemeint? Oder deren Wähler? Niemand will Politiker überzeugen, lediglich durch Anti-Politiker ersetzen. Deren Hauptjob ist, NIX zu tun. Die Wähler überzeugt man am besten, indem man sagt „Ich tu nix, ich will ausschließlich das Du entscheiden kannst“.

            „Klingt alles nicht sehr erfolgversprechend. Eher wirr.“
            Da muss ich leider zustimmen, kann Dir nicht folgen.

            „Aufklärung? Das ist ein kollektiver Begriff.“
            Meinetwegen gib ihm eine weniger kollektive Bezeichnung. Was ich damit meine ist das was wir hier gerade tun, Du und ich und vor allem die FwFler. Information, Argumentation, ERklärung ?

          • sniko sagt:

            Hi Sandmann,
            ich brauche aus Deinem letzten Beitrag nichts zu zitieren. Ich stimme einfach zu 🙂 .
            Perplex?
            Ne Anmerkung hätte ich noch, solange die theoretische Partei noch nicht korrumpiert wäre, würde sie sich mit aller Macht gegen Deine Andeutung wehren, sie würde politische Ziele verfolgen. 😉

            Das Interessante sind die Konsequenzen, die diese logische Richtigstellung nach sich zieht. Der kleine Unterschied zwischen
            – es ist (theoretisch) unmöglich
            und
            – es ist (theoretisch) möglich
            . Der könnte nämlich die Grundlage sein, diese ganze libertär/voluntaristische Selbstzerfleischung der letzten Wochen zu einer konstruktiven Diskussion zu machen.
            Aus „Alle Parteien sind Verbrecher“ wird dann „Wir sind überzeugt, dass alle Parteien zu Verbrechern werden“.

            Übrigens geht aus Deiner Argumentation hervor, dass der Hautpgrund der Korruption die Schwäche der Partei in Kombination mit ihrer Machtgier sein könnte. Das Problem der Drift Richtung Korruption steigt aber sogar noch durch die Stärke bzw. Macht. Fange ich bei 10% an, sind die Verlockungen ungleich größer. Damit unterstreiche und verstärke ich Dein Argument noch.
            Für mich ist die Frage also: Kann man eine strikte Trennung von jeglicher Macht erreichen? Das wäre ein Automatismus, der zwingend auf jegliche Machtausübung der Parlamentarier mit dem Entzug dieses Parlamentarier-Status und der Parteimitgliedschaft, und wenn möglich auch nachteiliger finanzieller Folgen reagiert. Du meinst, den wird niemand finden. Ich meine, den hat noch niemand gefunden. Ich bin pessimistisch, wenn ich mir die Geschichte anschaue.
            Ich habe aber auch an mir selbst erlebt, wie ich bis vor wenigen Jahren von der Notwendigkeit eines Staates überzeugt war, selbst wenn mir seit meiner Jugend klar war, dass er meist mehr schadet als nützt.
            Was mich von seiner völligen Nutzlosigkeit überzeugt hat, waren Ideen, wie seine wenigen nützlichen Funktionen durch viel effizientere private ersetzt werden können. Diese Ideen haben mein persönliches libertäres Schiffchen in meiner Vorstellung zum Schwimmen gebracht.
            Mein Partei-Beiboot, um da rüberzukommen, schwimmt (noch? sicher?) nicht, das ist echt schlecht abgedichtet. Ideen? Andere, bessere Beiboote ohne Machtlöcher?

          • FwF-sandman sagt:

            Hallo Sniko,

            ich freue mich über Deine grundsätzliche Zustimmung.

            Bleibt mir eigentlich nur noch, etwas auf die „Selbstzerfleischung“ einzugehen, die Du beschreibst.

            Wir sehen die eigentlich gar nicht. Als wir vor 2 Jahren begonnen haben, bezogen wir bereits unmissverständlich Stellung zur Politik. Wir haben unsere Meinung dazu nicht verändert.
            Diejenigen, die sich heute darüber aufregen, dass wir jetzt etwas provokativer damit umgehen, wussten das damals auch, und es hat sie gar nicht gestört. Wir hatten ein ziemlich gutes Verhältnis.

            Wir haben auch immer akzeptiert, dass es diesen Unterschied zwischen beiden Gruppen gibt und uns nicht über die andauernden Aufforderung zur politischen Mitwirkung aufgeregt. Es ist ja nun Teil der Arbeit einer Partei,
            für sich zu werben und die Leute an die Urne zu bekommen.
            Nun machen wir auch Werbung für unsere Ideen, zugegeben, mit provokanten Mitteln, wenden uns dabei aber in erster Linie an ganz normale Leute, die vielleicht unzufrieden sind und in der Regel noch nie etwas von Libertarismus gehört haben.
            Wir haben durch diese drastischen Titel erhebliche Aufmerksamkeit aus allen möglichen Gruppen erhalten.
            Aufregung kam jedoch nur von Seiten der einzigen libertären Partei, die anscheinend Wettbewerb nicht mag. Sie hat nach eigenem Bekunden Angst, dass wir ihr Wähler wegnehmen. 🙂
            Dabei sagen sie uns, unsere Argumente wären schwachsinnig, Blödsinn und unlogisch. Ich frage mich, was sie denn von ihren Wählern halten, wenn sie glauben, diese an eine Gruppe zu verlieren, die nur unlogischen Schwachsinn formuliert.

            Ich hätte eigentlich erwartet, dass seitens der größten libertären Partei aller Zeiten (kurz GRÖLIPAZ) ein Wettbewerb der Ideen begrüßt wird, ist Wettbewerb doch ein Kernpunkt der libertären Denke.

            Wir sind dabei entspannt und zerfleischen keinen. Im Moment habe ich den Hund eines Freundes zu Besuch, der jagt ab und zu seinen eigenen Schwanz. Jedesmal erinnert er mich an die GRÖLIPAZ.

          • nlen sagt:

            Aber Du ziehst den abgesoffenen Kahn hinter Dir eher, anstatt nach vorne zu schauen.

  6. pedrobergerac sagt:

    Wir brauchen keine Politiker. wir brauchen ein funktionierende Verwaltung und ein anderes Geldschöpfungsmodell.
    Unsere Welt ist in jeder Hinsicht bankrott: finanziell, wirtschaftlich, gesellschaftlich und moralisch. Der Grund für die globale Misere ist ein Finanzsystem, das auf jegliche Werte verzichtet, und „Geld“ willkürlich und in beliebiger Menge in Druckerpressen oder per Tastendruck am Computer in elektronischer Form erzeugen kann, ohne dabei eine reale Leistung erbringen zu müssen. Der ehemalige Direktor der „Bank of England“ und zweitreichste Brite seiner Zeit, Sir Josiah Stamp, erklärte in einer Rede anlässlich der Abschlussfeier an der University of Texas im Jahre 1927 vor etwa 150 Studenten selbstkritisch und in unmissverständlichen, klaren Worten die Funktionsweise eines schuldenbasierten Weltfinanzsystems:

    „….Das moderne Bankensystem erzeugt Geld aus dem Nichts. Dieser Prozess ist
    vielleicht der erstaunlichste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde.
    Das moderne Finanzwesen wurde in Ungerechtigkeit gezeugt und in Sünde
    geboren … „
    Die Bankiers besitzen die Erde. Wenn Sie ihnen diese wegnehmen, ihnen aber die Macht der Geldschöpfung lassen, dann werden sie mit einem Federstrich genug Geld schöpfen, um die Erde wieder zurückzukaufen.

    Würde der Staat, das Volk als wahrer Souverän, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er keine Kredite aufnehmen, ergo keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen.
    So aber bekommt er das Geld von den Banken und muss alles tun, was die Banken wollen. Damit das nicht so offensichtlich ist gibt es ein wenig Geplänkel mit der Bankenaufsicht und dem Bund der Steuerzahler, um uns Allen Sand in die Augen zu
    streuen.

    • Tim sagt:

      Hallo pedrobergerac,
      ich stimme dir insofern zu, dass unser Geldsystem Betrug und Ursache vieler Probleme ist. Aber warum sollte es besser sein die Kontrolle über dieses Betrugssystem in die Hände des Staates zu legen?

      Dadurch, dass die Banken vom Staat das Geldmonopol bekommen haben, sind sie zur Zeit anscheinend mächtiger als der Staat, benötigen aber immer noch sein Gewaltmonopol um uns notfalls zwingen zu können dieses Geld auch anzunehmen.

      Angenommen der Staat würde die Banken entmachten und an deren Stelle sein eigenes Geld erzeugen. Dann gibt es weiterhin zwei Sorten von Menschen: 1. diejenigen, die dazu berechtigt sind Zahlen auf Zettel oder Festplatten zu schreiben und 2. diejenigen, die dazu gezwungen werden ihre Zeit oder Arbeitserzeugnisse gegen diese Zahlen einzutauschen.

      Es bleibt also weiterhin Betrug, da hilft es mir persönlich wenig, wenn der Betrüger jetzt ein anderer ist.

      • pedrobergerac sagt:

        Man darf den Staat, gebildet durch das Volk als wahren Souverän, nicht mit unseren Politikern verwechseln.

        • Tim sagt:

          Okay, da habe ich unter Staat wohl etwas falsches verstanden. Aber bleibt das Problem nicht weiterhin bestehen, wenn der Staat also das Volk Luftgeld schöpft?

          Wer genau darf dann das Geld schöpfen? Alle? Und wer baut das Krankenhaus und gibt die Baumaterialien im Tausch für diese Art von Geld freiwillig her?

    • zap sagt:

      Wir brauchen nur Freiheit für das Individuum.

      Es ist egal ob eine private Gruppe das gesetzlich mit Gewalt geschützte Geldschöpfungsmonopol hat oder eine Gruppe von staatlichen Funktionären, die im Auftrag des Staates das Geldmonopol haben.
      Jedes Monopol lebt davon, das der Staat mit Gewalt und Reglementierungen die Menschen davon abhält selbst Geld oder Produkte anzubieten. Wir brauchen kein Model oder System ! Das einzige was wir wirklich brauchen ist die Freiheit der Kommunikation des Individuums. Mit Kommuniktion meine ich die Kommunikation der Güter und Dienstleistungen und auch die Kommunikation der Gedanken. Was wir überhaupt nicht brauchen sind irgendwelche Gruppen, die uns irgendein Geld aufzwingen, egal mit welcher Rechtfertigung auch immer. Am wenigsten brauchen wir Bevormundung und Herrschaft auch wenn es in schöne Worte wie, Volkssouvereign und Öffentliches Interesse verpackt ist.

      • Zef sagt:

        >Das einzige was wir wirklich brauchen ist die Freiheit der Kommunikation des Individuums.

        Schöner Gedanke!


        „Die Freiheit ist beständig kommunizierend“ (Kierkegaard)

  7. Philipp Hofmann sagt:

    Der verzweifelte Ruf nach vorgefertigten Lösungen ist die Narbe, die die Sozialisierung zur eigenen Unmündigkeit hinterlassen hat.

    Erst wenn dieses Rufen verstummt ist, ist der sinnlosen Gewalt, die durch die Ergebenheit der Menschen an falsche, aufgezwungene Autoritäten hervorgerufen wird, ein Ende gesetzt. Denn erst dann wissen die Menschen, dass jede Lösung richtig ist, die friedlich ist. Erst dann wissen die Menschen, dass der Ruf nach Lösungen überflüssig ist.

    Da große Teile der heutigen Generationen längst hoffnungslose Fälle sind, ist es richtig, wenn FreiwilligFrei immer wieder die Bedeutung der gewaltfreien Kindheit betont. Ein Mensch, der einfach nie gelernt hat, dass Gewalt zu irgendetwas Nutze sein soll, sucht instinktiv nach gewaltfreien Lösungen, erkennt Gewalt, auch wenn sie hinter schönen Worten versteckt ist und wendet sich angewidert von ihr ab.

  8. Zef sagt:

    Sie haben (und wollen) keine Macht, um andere zu zwingen,
    sie haben nur ihre eigene Konsequenz, ihren eigenen Gehorsam, um zu bewegen.

    Für die Welt des Geistes gilt,
    so auch für die Welt des Menschen, der mehr als nur Biomasse ist – soll es ja noch geben:)

    die Form („wie“) ist die Reduplikation des Inhalts („was“).

    Wo das Wie einer Wahrheit gerade die Wahrheit ist,
    wird das Verhältnis (und nicht irgendwelche „Dinger“) entscheidend.

    Gesetzt, es gäbe eine ewige absolute objektive Wahrheit:
    dann ist die hier vertretene subjektive Theorie der Ansicht, dass diese Wahrheit (nicht in sich selbst, aber), wenn sie sich zu einem Existierenden verhält, zu einem Paradox wird (welches kraft des Absurden abstösst).

    Anders gesagt: „Die objektive Ungewissheit, festgehalten in der Aneignung der leidenschaftlichsten Innerlichkeit, ist die Wahrheit, die höchste Wahrheit, die es für den Existierenden gibt“ (Kierkegaard, Nachschrift). Man beachte hier die Balance zwischen „fest“ und „ungewiss“.

    So können auch unterschiedlich Glaubende friedlich koexistieren:
    Das Wie jedes Glaubens (jeder Weltanschauung) ist der Glaube (die Weltanschauung). Immer ist das Wie entscheidend.

    Brüderlichkeit ist spontan, das heisst freiwillig, oder es gibt sie nicht.
    Erzwungene Brüderlichkeit ist Sklaverei.

    Egal worum es geht:
    keine (Was-)Dinger, sondern (Wie-)Verhältnisse.

    Zeig mir dein Wie und du zeigst mir dein Was,
    ganz ohne grosses Gerede.

    • Zef sagt:

      > “Die Tatsache, dass die Wege zum Ziel stets wichtiger sind, als das Ziel, ist ein großes Mysterium.”

      „… dass nicht die Wahrheit die Wahrheit sei, sondern der Weg sei die Wahrheit, das heißt, dass die Wahrheit nur im Werden, im Prozeß der Aneignung sei“ (Kierkegaard, Nachschrift).

      Dieses (subjektive) Denken setzt alles ins Werden (und schielt nicht auf „Resultate“). So kann Freiheit „werden“ und so ist „Werden“ die Veränderung der Wirklichkeit durch Freiheit.

      Und so (im Werden, nicht im Verkehrt-Halten) ist auch Wert-Schöpfung (d.h. das „Seid-fruchtbar!“) möglich.

  9. SDS sagt:

    Immer wieder werden in den Artikeln falsche Begrifflichkeiten verwendet.

    „Staat“ sind wir alle, alle Leute, die hier leben.

    Im Artikel gemeint ist natürlich „Regierung“ oder „Behörde“, aber wieso wird immer fälschlicherweise das Wort „Staat“ benutzt ??

    Die wahre Bedeutung von „Staat“ ist das Volk.

    „Größere Gemeinschaft von Menschen innerhalb festgelegter Grenzen unter einer hoheitlichen Gewalt“, Wahrig, deutsches Wörterbuch

    Die „hoheitliche Gewalt“ ist es, die im Artikel gemeint ist. Und das sollte man dann auch so sagen bzw. schreiben.

    Denn welchen Sinn ergibt der folgende Satz, wenn wir das nun erworbene Wissen darauf anwenden ?

    „Daraus schließen sie, dass der einzige Weg zur Abschaffung der Staatsmacht darin besteht, die Kooperation mit dem Staat einzustellen.“

    Also Abschaffung der Volksmacht, indem das Volk nicht mehr miteinander kooperiert ???

    Seid bitte präziser bei der Benennung, denn aus dem Artikel kommt nicht das rüber, was ihr damit gemeint habt, sondern das, was da steht.

    Und genau das ist es, was im Unterbewusstsein wirkt …

    • zap sagt:

      Volk und Staat sind nicht das gleiche.

      Ja es ist genau die Proaganda, die den Menschen immer wieder einredet, der Staat sind wir alle, um die Regierung zu legitimieren angeblich in unser allem Interesse zu handeln. Der Staat ist eine Ideologie, eine Lüge, eine billige Ausrede um persönliche Interessen oder die einer Gruppe zu vertuschen und hinter dem Mantel einer fiktiven Öffentlichkeit zu verbergen.

      • Zef sagt:

        Selbst das Abstraktum „Volk“ ist weniger als der geringste einzelne Mensch.

        Der Einzelne ist sogar mehr als die Art. Er ist die Kategorie, durch die die Zeit, die Geschichte, das ganze Geschlecht hindurch muss, nicht umgekehrt.

        „Wenn man gelernt hat, dass jeder Schuljunge “wir” sagen kann, dann lernt man, dass es doch ein bisschen mehr bedeutet “einer” zu sein; und wenn man sieht, dass jeder Kellerwirt das Spiel spielen kann, “die Menschheit” zu sein, so sieht man zuletzt ein, dass es mehr ist, ein einfacher Mensch recht und schlecht zu sein, als auf diese Weise ein Gesellschaftsspiel zu spielen“ (Kierkegaard).

        Ein quantitatives Mehr bringt keine einzige Qualität hervor. Niemals haben „Volk“ oder „Staat“ auch nur einen einzigen einzelnen Menschen hervorgebracht. Es ist ein törichtes, gänzlich unfruchtbares Gesellschaftsspiel.


        „Die Menge machts“, sagte der Kellerwirt und verkaufte das Bier unter dem Einkaufspreis.

        • Philipp Hofmann sagt:

          Ich bin ich.

          Ich bin kein Volk, kein „wir“, kein Staat, kein Bürger, keine Gesellschaft, kein „Gemeinwohl“, keine Staatsmacht, keine Volksmacht, keine Wählerstimme, keine Humanressource, keine Regierung, keine Behörde, kein Amt, keine Macht, keine Hoheit und auch kein Wahrigs Wörterbuch.

          Das alles sind nur unsinnige Konzepte, die die Menschen von ihrer Selbstbestimmung und ihren eigenen Wegen abbringen. Ein zähflüssiger, stinkender Brei der Gewalt, der sich über die Menschheit legen will, um alle Menschlichkeit zu ersticken. Überall schreit einem dieser widerliche Wortschaum entgegen und versucht, die Stimme des eigenen Herzens zu unterdrücken.

          • Zef sagt:

            >Ich bin kein Volk, kein “wir”, kein Staat, kein Bürger …

            Der „Volks-usw-Mensch“: Ein Selbst war er nicht, und ein Selbst wurde er nicht.

            >Überall schreit einem dieser widerliche Wortschaum entgegen und versucht, die Stimme des eigenen Herzens zu unterdrücken.

            Ja!

            Zef, der ich da bin

    • Michael Jelnikar sagt:

      Der Staat sind nicht wir und auch nicht das Volk!
      Staat, Volk, Demokratie und sonstige Begriffe sind lediglich instit. Konzepte, und damit nicht real! Sie existieren lediglich als Idee in den Köpfen der Menschen. Deshalb ist es auch so schwer sich vom Staat zu lösen, weil man quasi sich selber verändern muß, um das zu erreichen. Der Staat lebt nämlich von der freiwilligen aber auch unfreiwilligen Zustimmung der Beherrschten, ansonsten hätte der Staat keine Existenzgrundlage!

  10. Kehrberger, Silke sagt:

    Uff, bin durch meinen Enkel darauf gestoßen. Nun darf ich aber viel abgelagertes , verfestigtes in meinem Hirn versuchen zu transformieren. Es ist schon schwierig, aber auch begeisternd ungewohnte zu denken. Freiheit kann nur jeder für sich erarbeiten, hat viel mit Selbstverantwortung zu tun. Dies nur in Kürze, werde mich eingehender mit diesen Gedanken beschäftigen. Silke kehrberger

  11. Marius sagt:

    Ist Wählen eigentlich das einzige Thema, das FwF noch hat? Wollt ihr nicht mal wieder was über gesellschaftliche und ökonomische Freiheit schreiben? Den Staat an konkreten realitätsbezogenen beispielen entlarven? Das Thema Wählen wird jetzt schon zum gefühlt zehntausendsten Mal durchgekaut.

    • michael sagt:

      es gibt gefühlte 1000000 sites die immer wieder über das selbe wirtschaftszeug schreiben, welches seid gefühlten jahrhunderten immer wieder wiederholt wurde und es hat absolut nichts gebracht, oder? und jetzt sollen wir etwas, was bisher seid einer ewigkeit nichts gebracht hat nochmal zum gefühlten 1millionsten mal wiederholen? über eine sache, über die es schon gefühlte 1000000 gute bücher geschrieben wurden?
      es gibt nur 1 seite die sich mit dem thema wählen beschäftigt..und wenn du ersnthaft denkst, daß man mit 3 artikeln und videos das thema ins bewußstsein der menschen bringt, dann denkst du falsch….aaaalso, wenn man echte kritik üben möchte, dann muß man wissen was das ziel desjenigen ist, um ihn tatsächlich konstruktive hilfe leisten zu können…alles andere ist nichts konstruktives und somit uninteressant…
      das du eine subjektive präferenz für bestimmte themen hast, ist völlig ok, es ist auch ok, wenn du sie aussprichst, versteh mich da bitte nicht falsch, aber es hat keinen sinn und zweck in meinen augen, aus besagten gründen….mal davon abgesehen, daß wir mehr als genug ökonomische inhalte haben.

      • Marius sagt:

        Als ob es eine Rolle spielt, ob jetzt die paar Libertären in Deutschland wählen. Wie viele sind das? 2%? Und wenn die morgen alle zur Wahl gehen? Welchen Unterschied macht das? Null Komma nix. Wer diese Seite besucht, wird erschlagen mit Artikeln zum Thema wählen, obwohl es eigentlich sinnvoller wäre, solche Leute mit Artikeln zu versorgen, wieso der Staat aus gesellschaftlichen und ökonomischen Gesichtspunkten ein Schuss ins eigene Knie ist. Lionsofliberty hat genau einen Artikel übers wählen. Und sonst beschäftigt sich die Seite viel mehr mit Inhaltlichem. Erst mal müssen sie Leute vom Libertarismus überzeigt werden. Wenn es dann genug Libertäre gibt, ist es ohnehin egal ob die Wählen. der Staat zerfällt ja dann sowieso.

        • FwF-sandman sagt:

          Sehe ich auch so.

        • michael sagt:

          niemand hält dich und andere auf en masse artikel zu schreiben über all die themen die du dir wünscht.
          rumheulen und irgendwelche kommentare schreiben, die eh keiner liest nenne ich einen schuß ins knie.

          also wenn du etwas für sinnvoll erachtest, dann hör auf zu flennen und MACH es einfach!ich mach das, was ich für sinnvoll erachte und es geht mir ehrlich gesagt am arsch vorbei,
          was leute, die eh nichts machen dazu sagen… es gibt voluntaristen die was schreiben könnten, aber sie ziehen es vor ein rosa tütü anzuziehen und in der ecke zu weinen, anstatt mal ausm arsch zu kommen…dafür kann ich nichts, wenn das so faule säcke sind.

          und du hast recht, mich interessiert es auch nicht, ob eine hand voll leute die sich libertär nennen, wählen gehen oder nicht…in meinen augen sind es eh keine libertäre…sondern sie ziehen die prinzipien der freiheitlichkeit in den dreck, indem sie menschen die auf den weg in die freiheitlichkeit sind, wieder in den etatismus ziehen.
          mit wirtschaftlichen themen erreichst du keine sau !

          wenn du dir die tatschane betrachtest, habe ich mit meiner strategie sehr viel mehr leute erreicht als du..in diesem sinne ist es total dumm, mir sagen zu wollen, wie ich es besser machen könnte, wenn du überhaupt keinen plan hast, wie man es besser macht.

          also solange du mir nicht harte fakten zeigst, daß du plan hast von was du redest, ist es einfach nur heiße luft die du da von dir gibst….mal davon abgesehen, daß du mit deinen substanzlosen aussagen eh zur absoluten minderheit gehörst…das meiste feedback ist mehr als positiv…also werde ich nen teufel tun, auf eine minderheit wie dich zu hören, die rein praktisch nichts vorzuweisen hat, außer eine lange reihe von niederlagen.

          zeig mir, daß du es besser kannst, dann können wir gerne ein ernsthaftes gespräch über strategie halten…aber solange du mit deinem faulen arsch und ner chipstüte in der hand lediglich nichtssagende töne von dir gibst, brauchst du nciht erwarten, das ein macher wie ich, auf eine labertasche wie dich hört.
          also, zeig mir deinen yt-channel, deinen blog und die dazugehörigen statistiken, damit ich sehen kann, das du kompetent bist…solange du das nciht machen kannst, gehörst du zur fraktion der verlierer, die nur leute aufhalten mit ihrem gelaber.

          also bettel nicht bei anderen rum dinge zu tun, die du selber machen könntest, wenn du nicht so faul wärst…ich tu das auch nicht…
          das unterscheidet macher von labertaschen.

          • Marius sagt:

            Diese Antwort strotzt ja nur so vor respektvollem Gegenüber und argumentativen Aussagen.

            „niemand hält dich und andere auf en masse artikel zu schreiben über all die themen die du dir wünscht.
            rumheulen und irgendwelche kommentare schreiben, die eh keiner liest nenne ich einen schuß ins knie.

            also wenn du etwas für sinnvoll erachtest, dann hör auf zu flennen und MACH es einfach!ich mach das, was ich für sinnvoll erachte und es geht mir ehrlich gesagt am arsch vorbei,
            was leute, die eh nichts machen dazu sagen… es gibt voluntaristen die was schreiben könnten, aber sie ziehen es vor ein rosa tütü anzuziehen und in der ecke zu weinen, anstatt mal ausm arsch zu kommen…dafür kann ich nichts, wenn das so faule säcke sind.“

            Was für ein starkes Argument? Ne mal ehrlich: Was ist das für ein Argument? Zu sagen: „ich mal halt, was ich will und jetzt lass mich in Ruhe“, ist kein Argument. Die Frage ist, ob das sinnvoll ist und wieso du das tust. Dass du es tust kann ich auch sehen. Libertäre können derzeit gar niemanden wählen, weil es keine Libertären zur Wahl gibt. In so fern kannste niemanden hier kritisieren.

            „wenn du dir die tatschane betrachtest, habe ich mit meiner strategie sehr viel mehr leute erreicht als du..in diesem sinne ist es total dumm, mir sagen zu wollen, wie ich es besser machen könnte, wenn du überhaupt keinen plan hast, wie man es besser macht.“

            Da sollte man vielleicht differenzieren. Hast du so viele Leute erreicht, weil da kluge Artikel auf der Seite hier über Mindestlohn, verlogene Politiker, Marktwirtschaft sind oder wegen den Anti-Wahl-Artikeln? Wieso ist Murray Rothbard so bekannt geworden? Wohl nicht, weil er die ganze Zeit gesagt hat: Wählt nicht!! Sondern weil er gesagt hat: Der Staat ist aus folgenden 9999 Gründen Mist.

            „auf eine Minderheit wie dich zu hören, die rein praktisch nichts vorzuweisen hat, außer eine lange reihe von Niederlagen.“

            Welche Niederlagen bitte?

          • michael sagt:

            war ja eindeutig klar, daß du absolut nichts vorzuweisen hast, außer heiße luft !
            du hast keine ahnung, wie man mehr leute erreicht…..genau wie ich gesagt habe.
            das einzige was du kannst ist machern auf den sack gehen, indem du respektlos bist ! dann erwartest du respekt?

            du kannst weder artikel schreiben, noch videos machen… du kannst keine leute erreichen…du kannst nur nichtsnutze kommentare an leute schreiben, die dineg erreichen, von denen du theoretisierst von deinem sofa aus.

            nochmal zum mitschreiben, weil du argumente nicht erkennen kannst:
            du hast absolut NICHTS vorzuweisen, wie man dinge erreichen kann, von denen du schreibst ! ich habe dich nach gegenbeweisen gefragt, die du offensichtlich nciht bringen konntest.
            es ist sinnvoll, auf leute zu hören, die bewiesen haben, daß sie wissen von was sie sprechen, also nachweisen können, daß deren theorie auch in der praxis erfolg hat.
            hast du ein gegenargument dafür?
            was ist klüger? auf eine laberbacke zu hören, die nachweislich nichts erreicht hat, oder auf einen macher, der nachweislich weiß von was er spricht??

            ich sage, zeig mir, daß du weißt von was du sprichst, dann reden wir.

            was ist dein gegenargument?

            ich soll auf dich hören, weil du weißt, wie man heiße luft in kommenaren fabriziert?

            ich habe dich nach beweisen gefragt, mir zu zeigen, daß du ernstzunehmen bist! bist du aber nicht.

            ist dein gegenargument ich soll auf dich hören obwohl du keine ahnung hast von was du sprichst?nachweislich!!?? ernsthaft?? facepalm!

            laberbacken wie dich gibt es wie sand am meer im netz… wo komme ich hin, wenn ich auf all die versager höre?? genau da wo die versager sind…nämlich nirgends.
            willst du das wir da landen wo du bist??? indem wir unbewiesenen theorien folgen von einem versager?
            und das ist keine respektlosigkeit sondern eine tatsache! für mich sind laberbacken, die nichts vorzuweisen haben aber ständig leute volllabern, wie man es besser machen könnte versager.

            eigentlich schlimmer als versager, weil du noch nichtmal dinge ausprobierst…versager testen wenigstens ihre theorien…sowas kann ich respektieren…

            aber leute die nicht die eier haben und lieber bei leuten betteln, sie sollen die arbeit machen, die sie selber machen sollten, sinbd echt das aller letzte!

            mein tip: komm endlcih verdammt nochmal ausm arsch und werde von ner laberbacke zu nem macher…dann hast du dir auch respekt verdient…und wenn deine sacen gut sind, dann helfe ich sogar sie zu verbreiten…
            aber mit deinen kommentaren kann ich nichts anfangen.

          • FwF-sandman sagt:

            Seine Sachen sind gut und er ist keine Laberbacke. Dein Ton ist unterirdisch.

          • Hermann Messmer sagt:

            Ich wünsche mir, das im Sinne der Freiwilligkeit und der Freiheit Gäste wohlwollend begrüßt werden, auch wenn Sie kritische und provokative Anmerkungen äußern. In einer voluntaristischen Gesellschaft wird sicherlich die Deeskalation und Vergebung eine wichtige Rolle spielen. Ich achte diese Seite und das Hausrecht der Betreiber sehr, Die Seite gibt sehr interessante Hinweise und regt zum Nachdenken an. Ich bin auch ein Freund von glasklaren Prinzipien. Dennoch können die Prinzipien einladend und friedvoll vertreten werden. Es ist völlig ok in einem Deutschland das voll Wahlplakaten hängt gegen das Wählen zu argumentieren. Die erfolgreiche Werbung von Voluntaristen darf aber nicht mit den geklickten Likes verwechselt werden. Suchende Fast-Voluntaristen finden diese Seite. Sie sollten nicht vertrieben werden. Das schadet der Idee.
            Friedvolle Grüße
            Hermann

    • FwF-sandman sagt:

      Tja, Marius. Ich bin da ganz Deiner Meinung. Wahrscheinlich muss erst die Bundestagswahl gelaufen sein.

  12. Alex. sagt:

    Ich befasse mich erst seit wenigen Tagen mit dem Begriff „Voluntarismus“ und dem, was sich dahinter verbirgt.

    Viele Aussagen sind für mich als Theorie stimmig, manches muss ich noch „behirnen“. Aber das wird auch seine Zeit brauchen, bin ich doch in einem realen Leben verhaftet und muss dieses bewältigen. 😉

    Was ich aber bislang nicht fand, sind konkrete Ansagen, wie sich unsere vielfältigen Gesellschaften von der Theorie zur praktischen Umsetzung wandeln können.

    Was sind die Schritte & Aktionen, die Einzelne unternehmen können um daran mitzuwirken, oder andere Menschen zum Mittun zu bewegen?

    • michael sagt:

      dies ist peters erster vortrag, wo er auf deine frage eingeht.
      der zweite vortrag(noch nicht online), geht dann noch mehr darauf ein.
      https://www.youtube.com/watch?v=5Dy4Wv8EGaA

      Wie kann eine freie Gesellschaft erreicht werden? – Das ist die Frage aller Fragen. Im Gespräch mit Roberto erklären Michael und Peter von FreiwilligFrei, warum der Ausgangspunkt einer freien Gesellschaft nur das freie Individuum sein kann und wie es jeder Einzelne es selbst in der Hand hat, sich zuerst gedanklich zu befreien und anschließend Schritt für Schritt auch praktisch im täglichen Leben. Erst die Summe individueller freiheitlicher Handlungen führt im Ergebnis zu einer freien Gesellschaft. Der Ansatz beim Individuum hat mehrere entscheidende Vorteile: Die Lebensqualität des Einzelnen verbessert sich sofort, die Veränderung der Gesellschaft zum Positiven beginnt unmittelbar und sie vollzieht sich vollkommen gewaltfrei.

      Auf eine politische Veränderungen zu warten, die nie kommem oder auf eine Revolution, die entweder ebenfalls nie kommt oder die Lebensqualität zunächst massiv sinken lässt und die das Risiko in sich trägt, als Ergebnis noch stärkere Ketten um die Arme und Beine zu tragen – das alles bringt niemanden weiter. Es wurde in der Menschheitsgeschichte schon zu oft, meist vergebens oder sogar mit verheerenden Ergebnissen ausprobiert. Es gibt überhaupt keinen Grund, die Versuche kollektivistischer Gesellschaftsklempnerei, die zum Scheitern verurteilt sind, immer und immer wieder zu wiederholen.

      Eine gewaltfreie Evolution ist das Ergebnis individueller Handlungen auf der Grundlage richtiger Prinzipien. Dieser Podcast ist ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne sein eigenes Leben in die Hand nimmt, nach freiheitlichen Prinzipien ausrichtet, mit gutem Beispiel vorangeht und auf diese Weise die Attraktivität von Freiheit im Kontrast zur Abscheulichkeit von Gewalt und Zwang vorlebt.
      https://www.youtube.com/watch?v=ymNvE_7Xz-s

      Verweigerung der Zustimmung – ohne mich!http://www.freiwilligfrei.info/archives/5082

      https://www.youtube.com/watch?v=X5cSdXf3UbA

  13. Alex. sagt:

    Danke – in Teilaspekten haben mir die Antwort und die Videos weiter geholfen.

    Trotzdem bin ich noch sehr skeptisch, ob die persönlichen Evolutionen überhaupt eingeleitet werden können, in einem Umfang, der auch Gesellschaften verändern kann.

    Es gibt zu viele Menschen, die sicherlich nicht bereit sind (egal aus welchen Gründen…) sich mit diesen Dingen auseinander zu setzen – ergo werden sie auch keine Paradigmenwechsel einleiten für sich selbst und sich nicht verändern.

    Bislang sehe ich keine Chance die theoretischen Vorteile des Voluntarismus „Flächen deckend“ zu etablieren – für mich selbst kann ich mir durchaus vorstellen, meinen bisherigen, schon sehr ähnlich gelebten Weg, noch bewusster weiter zu gehen und im Kleinen „dezent missionarisch“ zu wirken.

    Wenn man es nicht mit Gandhi halten will (oben zitiert: „Wie Gandhi sagte, muss der Wahrheitssuchende dazu bereit sein, am Ende die Früchte seiner Arbeit nicht ernten zu können“) bleibt statt Evolution nur Revolution.
    Auch wenn es „nur“ um das Erreichen einer Zwischenstufe, deren Sinn es dann ist, Voluntarismus zu etablieren, geht, es widerspricht den Grundsätzen der Freiwilligkeit, weil es eben neue Obrigkeit und Regulative herstellt.
    Ich glaube auch Lenin sah das irgendwie ähnlich – das Resultat ist ja bekannt. 🙁

    Was bleibt also?
    Nur die Hoffnung, dass die Evolution irgendwann das (DERZEIT!) „richtige“ Ergebnis bringt, bzw. auch in der bestehenden Unfreiheit, die persönliche Freiheit soweit es geht zu beanspruchen und zu pflegen.

    Mein Conclusio: Ich werde das Thema weiter wohlwollend beobachten und eben an mir selbst arbeiten….

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