von heikophilo

Der Inhalt des NAP

Grob gesagt, stellt das Nichtangriffsprinzip (non aggression principle) NAP fest, dass es nicht legitim ist, jemandem Gewalt anzutun und auch nicht, Gewalt anzudrohen, sofern man sich nicht bloß gegen Gewalt wehrt. Statt „nicht legitim“ kann man auch sagen, mit Gewalt Angreifen oder Drohen sei moralisch falsch oder ethisch falsch.

Die Begründung für das NAP

Die Herleitung habe ich ausführlicher in meiner Videoserie zur Moral, insbesondere Teil 3, erklärt. Hier nur kurz eine Zusammenfassung: Gewalt definiere ich als eine selbstbestimmte Handlung mit der Absicht, die Selbstbestimmung eines anderen Menschen zunichte zu machen. In einem Beispiel zwischen dir und mir heißt das: Du willst aufstehen (deine Selbstbestimmung), aber ich drücke dich in den Sessel (meine Selbstbestimmung). Das ist deswegen moralisch falsch, weil bei der Gewalt die eine Selbstbestimmung willkürlich, d. h. ohne sachliche Gründe einer anderen Selbstbestimmung vorgezogen wird, obwohl beide Selbstbestimmungen gleichwertig sind.

Wer verstößt im Staat gegen das NAP?

Um uns klar zu machen, wie das mit der Gewalt im Staat läuft und wer auf welche Weise dabei schuldig wird, das NAP zu verletzen, nehmen wir ein Beispiel: Wir nehmen an, ich habe mein Auto falsch geparkt, aber zahle das Knöllchen nicht, weil das Verbotsschild nicht gut zu sehen war. Die Bußgeldstelle akzeptiert das nicht und beantragt bei Gericht Erzwingungshaft, weil sie mich für einen Querulanten hält. Ein Richter gibt dem Antrag aufgrund eines Gesetzes statt und ich bekomme eine Aufforderung, an einem bestimmten Tag im Knast zu erscheinen. Da ich das nicht tue, kommt eines weniger schönen Tages die Polizei und nimmt mich mit. Ich wehre mich, und mache mich damit strafbar, aber die sind stärker. (So geschehen hier: http://www.autobild.de/artikel/beugehaft-fuer-nicht-gezahlten-strafzettel-35577.html)

1. Polizisten und Justizvollzug

Die Polizisten wenden im Beispiel unmittelbare Gewalt an. Sie nutzen ihre Selbstbestimmung, um meine zunichte zu machen und bringen mich ins Gefängnis. Dieses Einsperren in ein Gebäude macht auch meine Selbstbestimmung zunichte. Die Polizisten verletzen also das NAP.

2. Richter

Aber endet die Verantwortung beim Polizisten? Er hat doch eine Anordnung vom Richter bekommen, dass er mich ins Gefängnis bringen muss. Und es ist sein Job, die Anordnungen des Richters zu vollstrecken. Schließlich hat er folgenden Eid geleistet:

„Ich schwöre,
dass ich das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können verwalten,
Verfassung und Gesetze befolgen und verteidigen,
meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“

(§ 46 Beamtengesetz des Landes NRW)

Der Richter, der die Vollstreckung angeordnet hat, musste davon ausgehen, dass der Polizist den Befehl auch ausführt. Der Richter wendet zwar keine unmittelbare Gewalt an, aber er delegiert die Gewaltanwendung an jemanden, der sich vorher durch Eid dazu verpflichtet hat, diese Delegation zu akzeptieren. Aus Sicht des Richters handelt sich bei einem Polizisten nicht um einen freien Menschen, sondern um ein Werkzeug seines richterlichen Willens. Insofern hat auch der Richter einen Anteil an der moralischen Verantwortung für die Gewalt des Polizisten. Der Polizist selbst bleibt jedoch auch verantwortlich, da er den Eid überhaupt geschworen hat und da er tatsächlich kein Werkzeug des Richters ist, sondern ein freier Mensch. Er hat schließlich trotz Eid jederzeit die Entscheidungsfreiheit, seinen Eid zu missachten und das NAP einzuhalten.

Der Richter verletzt also auch das NAP.

3. Abgeordnete

Aber endet die Verantwortung beim Richter? Er hat doch nur ein Gesetz ausgelegt und dem darin festgelegten Recht zur Geltung verholfen. Und es ist sein Job, die Gesetze sinnvoll auszulegen und ihnen Wirkung zu verleihen. Schließlich hat er folgenden Eid geleistet:

„Ich schwöre, das Richteramt getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und getreu dem Gesetz auszuüben, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen.“

(§38 des Deutschen Richtergesetzes)

Die Abgeordneten, die alle für die Gewalt der Polizisten gegen mich relevanten Gesetze beschlossen haben, mussten davon ausgehen, dass die Richter die Gesetze verstehen und vollstrecken lassen. Sie haben zwar keine unmittelbare Gewalt angewendet, aber sie haben die Gewaltanwendung an jemanden delegiert, der sich vorher durch Eid dazu verpflichtet hat, diese Delegation zu akzeptieren. Aus Sicht des Abgeordneten handelt sich bei einem Richter nicht um einen freien Menschen, sondern um ein Werkzeug seines politischen Willens. Insofern hat auch der Abgeordnete einen Anteil an der moralischen Verantwortung für die Gewalt des Polizisten. Der Richter selbst bleibt jedoch auch verantwortlich, da er den Eid überhaupt geschworen hat und da er tatsächlich kein Werkzeug des Abgeordneten ist, sondern ein freier Mensch. Er hat schließlich trotz Eid jederzeit die Entscheidungsfreiheit, seinen Eid zu missachten und das NAP einzuhalten.

Der Abgeordnete, der mit einer verabredeten Parlamentsmehrheit das Gesetz erlassen hat, verletzt also auch das NAP.

Im selben Sinne trifft eine moralische Verantwortung für die Gewalt gegen mich

a) die Abgeordneten des Parlamentarischen Rats und der damaligen Länderparlamente, die für das Grundgesetz gestimmt haben,

b) den Bundespräsidenten, der alle relevanten Gesetze unterschrieben hat, und

c) den Bundeskanzler und seine Minister, die mit ihrem Amtseid die Ausführung aller Gesetze verantworten, die gegen mich verwendet werden.

Der Staatsapparat wird also durch Amtseide zusammengehalten, die den Gehorsam der Beamten sichern sollen. Sie fügen die Gewaltmaschine zusammen, mit der der politische Wille der Abgeordneten gegen unwillige Bürger durchgesetzt wird.

Was ist mit dem Wähler?

Den Ursprung der Verantwortungskette für die Gewalt gegen mich stellt das Parlament dar. Die Abgeordneten sind nur ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich, sie sind keine Verpflichtungen eingegangen, irgend jemandem Gewalt anzutun. Daher können sie die Verantwortung auch nicht an die Wähler weitergeben. Selbst wenn die Wähler eines Abgeordneten allesamt Gewaltanwendung gegen mich als Steuerhinterzieher befürworten, ist der Abgeordnete doch frei in seiner Selbstbestimmung, was er in seinem Amt tut. Er ist keinen feierlichen Vertrag mit dem Wählerwillen eingegangen, wie das alle Beamten des Staates mit ihrem Dienstherrn getan haben. Diese Unverbindlichkeit von Wahlversprechen und die fehlende Kontrolle des Volkes über die Abgeordneten wird ja oft genug beklagt. Insofern macht sich auch ein Abgeordneter allein dadurch, dass er im Parlament sitzt, nicht eines Verstoßes gegen das NAP schuldig. Erst das Ingangsetzen der Gewaltmaschine des Staates durch Beschließen eines Gesetzes führt zu einem Verstoß gegen das NAP.

Wählen ist damit erst recht kein Verstoß gegen das NAP, genauso wenig wie Nicht-Wählen. Es zwingt niemanden zu etwas, sondern legt nur fest, welche Abgeordneten im jeweiligen Parlament sitzen.

Zur moralischen Problematik des Wählens

Ich meine, es ist jedem auch nur ansatzweise moralisch reifen Menschen klar, dass ein Verstoß gegen das NAP ein moralisches und menschliches Problem ist. Da die meisten Menschen sich nicht klar machen, dass der Staat auf Gewalt basiert, ist es so wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen und mit immer neuen Einblicken diese Einsicht zu fördern, damit immer weniger Menschen bereit sind, Teil der Gewaltmaschine zu werden oder sie zu unterstützen.

Was aber ist mit dem Wählen? Können wir uns diesbezüglich zurücklehnen und die Leute einfach wählen lassen, weil Wählen ja nicht gegen das NAP verstößt?

Auch hier sehe ich das Hauptproblem darin, dass die meisten Menschen sich gar nicht klar machen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich am politischen Prozess beteiligen. Daher ist es neben der Aufklärung über die willkürliche staatliche Gewalt wichtig, darüber aufzuklären, was ein Wahlkampf ist. Ich fasse es hier noch einmal zusammen: Politiker, die Abgeordnete werden wollen, werben im Wahlkampf darum, die Legitimation zu erhalten, die Gewaltmaschine des Staates zu bedienen. Sie machen Vorschläge, auf wen die Gewalt des Staates gerichtet werden soll. Das bedeutet, dass wenn man zur Wahl geht, man sich an einer Verabredung zur Gewalt beteiligt. Man übt selbst zwar keine Gewalt aus und droht auch keine an, aber überlässt billigend diese schmutzige Arbeit den späteren Abgeordneten.

Nach meiner Erfahrung verlieren die Leute schnell die Lust, zur Wahl zu gehen, wenn ihnen dieser Zusammenhang klar wird. Sich an einer solchen banalen, aber gefährlichen Ungeheuerlichkeit, wie es der Erlass von Gesetzen ist, zu beteiligen, liegt den meisten moralisch wachen Menschen völlig fern, wenn sie erst einmal sehen, dass mit einer Wahl die Gewaltmaschine des Staates bloß auf neue menschliche Ziele eingerichtet wird. Einmal heißt es, man darf keine Glühbirnen mehr verkaufen, ein anderes mal muss man noch einen Aufkleber mehr auf seinem Auto haben, um noch fahren zu dürfen. Daher kann von Zurücklehnen beim Thema Wählen keine Rede sein.

Auch wenn Wählen kein direkter Verstoß gegen das NAP ist, so ist es doch eine genauso wichtige Aufgabe, darauf hinzuweisen, welche abstoßenden Vorgänge man damit unterstützt, nämlich die Tätigkeit der Gewaltmaschine des Staates.

 

70 Responses to Das Nichtangriffsprinzip, Wählen und die Gewaltmaschine Staat

  1. Danke für dieses Essay ‚Das Nichtangriffsprinzip, Wählen und die Gewaltmaschine Staat‘
    Die Gewaltmaschinerie eines jeden Staates endet erst dann, wenn ein Mensch im Bewusstsein seines Menschseins sich nie mehr auf die nebulösen Machenschaften von Nationen einlässt, die einzig im Sinne haben, seine Volksmassen zu bewegen, damit übereinzustimmen, Machtzuwachs und Wirtschaftswachstum sei a priori ihr Sinn und Zweck. Im Umgekehrten Sinne wird behauptet, ohne nationale Zugehörigkeit und somit Unterordnung zu ihrer jeweiligen Rechtsform wäre der Mensch einem chaotischen Untergang geweiht.
    In dieser Erziehungsgrundlage von frühester Kindheit an (S. Meldegesetze)beherrscht jedes Staatssystem die gesamte Menschheit, die sie ergo daran hindert, den Begriff „Menschheit“ begrifflich und mental überhaupt zu fassen.
    Siehe auch „Apfelgeld“ in meiner Website http://www.c-d-f.eu, wo diese gesamte Seite hier integriert ist.

  2. Holla sagt:

    Nach folgendem Zitat, hätte ich eine Anregung für einen Artikel:

    Verstößt Autofahren (mit Verbrennungsmotor), oder auch Rauchen in der Öffentlichkeit nicht gegen das NAP, da hier Menschen geschädigt werden?

    • FwF-sandman sagt:

      Sehr schwer. Erstmal müsste der Geschädigte eine Schädigung feststellen. Wenn neben mir einer raucht oder ein Auto den Motor laufen lässt, merke ich keine Schädigung. Außerdem habe ich ja auch die Alternative, den Ort des Geschehens zu verlassen. Tritt irgendwann eine Schädigung auf (nach 50 Jahren) ist es schwer, denjenigen zu ermitteln, der nun den Schaden verursacht hat. Vielleicht hast Du auch einfach die Alternative des Weggehens nicht genutzt und Dein Leben lang als Nichtraucher in einer Raucherkneipe gehockt.
      Wenn Menschen miteinander zusammenleben, gibt es Risiken. Will man die nicht, muss man wohl in den Wald gehen und in einer Höhle leben, bis der Bär des Weges kommt.

      Fazit: Das Leben birgt das Risiko des Todes.

      • waletzky nornert sagt:

        Hallo lieber Freund . Das hast du wunderschön erklärt. Und so ist es in allen Belangen.Selbst ist der mensch für sich alleine verantwortlich.Nicht die schuld immer bei den anderen suchen,oder leben wir noch immer im Mittelalter ???????????

  3. Zef sagt:

    >die Gewaltmaschine Staat

    Ist es zu einer „Identifikation mit dem Aggressor“ gekommen, wird intellektuelle Aufklärung allein, wenig verändern. Bei sehr frühen Identifikationen spricht man von „Introjektionen“. Sie sind fest mit dem “Ich” verbunden, d.h. „ich-synton“.
    http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/112/identifikation-und-introjektion/

    Deshalb ist der Politik die „Lufhheit über den Kinderbetten“ stets wichtig.
    Auch Hitler wusste: „Das Erfassen des Staatsgedankens muss bereits mit dem Beginn des Verständnisses durch die Schule erzielt werden“ (Punkt 20 seines Programms von 1920).


    „Wie man das Gute nicht ohne Freiheit vermag,
    so vermag man ohne Freiheit auch nicht darin zu bleiben“ (Kierkegaard)

  4. Was für ein Niveausprung 😉 Danke Heiko!
    Ich möchte aber trotzdem nochmal darauf hinweisen, dass es demnächst evtl. eine Partei zu wählen gibt, deren Mandatsträger weder Ämter annehmen noch Gesetze beschliessen, die den Menschen die Selbstverantwortung der Entscheidung abnehmen. Ich wollte einfach nochmal dran errinnern 🙂

  5. Ansonsten teile ich Deine Einschätzung voll und ganz.

  6. Soma sagt:

    An meinem Kanal lässt sich auch ersehen, das ich mit allen freiwillig zusammenarbeite, welche sich gegen die Tyrannis stellen und sich der Freiheit verpflichten. So sehe Euch, die PdV, das Mises-Institut, libertäre Medien wie Recentr, das EF-Magazin etc. als die Frontlinien im Kampf gegen das Unrechtssystem und die Knechtschaft an.

    Wenn es da so starke Bedenken gegenüber der PdV gibt, wäre es doch sicher besser, wenn Vollblut-Volontaristen Mitglieder werden würden. Ich würde mich jedenfalls mit dem Umstand, mehr Leute Eures Schlages in der Partei zu wissen, deutlich sicherer fühlen. Und Ihr hättet mit Sicherheit einen positiven Einfluss.

    Ihr wäret sozusagen, das volontäre Gewissen im libertären Gefüge. 🙂

    Verzeiht mir meine Träumereien. Ich fand den Gedanken nur so schön. 😉

    • FwF-sandman sagt:

      Soma, ich würde Dir gerne einige Fragen stellen. (Natürlich will ich damit auf etwas hinaus, aber das verrate ich natürlich nicht :-))
      Du hast Dich ja nun schon mit diesen Themen beschäftigt.

      1. Frage: Was denkst Du, wenn Du diese Aussage liest? „Schrift hat keinerlei Bedeutung!“

      • Michael Jelnikar sagt:

        Ich bin zwar nicht Soma, aber ich ahne worauf du hinauswillst!

      • Soma sagt:

        Die Feder ist mächtiger als das Schwert. 🙂

      • Soma sagt:

        Vielleilcht solltes Du etwas präziser sein, aber ich glaube ich weiss worauf Du hinaus willst. Egal, nächste Frage bitte. 🙂

        • FwF-sandman sagt:

          Nee, ich brauche schon die Antwort, darauf will ich ja aufbauen. Tip: Vergleich zwischen Inhalt der Aussage und Form der Aussage

          • mielia sagt:

            Verstehe ich das richtig, dass Wählen
            zwar insofern problematisch ist, als dass es eben jedweden Gewählten dazu legitimiert zu regieren und damit Gewalt anzuwenden; dass Wählen bedeutet (Eigen-)Verantwortung für eigenes Handeln abzugeben,
            aber damit noch nicht das NAP verletzt?

            Soll es evtl. darauf hinauslaufen?

            Weil, wenn man sich so >>Wählen ist ein Gewaltverbrechen<>Wählen ist ein Gewaltverbrechen<< aus.

            Ich bin gespannt.
            Auf eine Auflösung. Wenn es denn eine brauch.
            Ggf. finde ich vorher hoffentlich selbst für mich eine :D.

            Gruß,
            Mielia

          • michael sagt:

            hallo

            ich kann ja mal meine meinungb dazu abgeben…ich kopiere mal einen kommentgar den ich zu dem thema abgegeben habe, weil ich jetzt grad keine zeit habe, daß alles nochmal zu schreiben:)

            also, für mich fängt klar die kette der verantwortung für die gewalt beim wähler an, weil ohne wähler, kein parlament etc.
            dh. die verantwortung der aggressionen fängt bei der legitimation des wählers an.
            ohne wähler, würde die kette nicht existieren, oder?
            da die kette beim wähler beginnt, ist er für die existenz der kette(ger gewalt) verantwortlich.

            man ist entweder für etwas verantwortlich oder man ist es nicht oder?

            ich würde zwischen konkret verantwortlich und verantwortlich trennen, im sinne davon, daß der polizist ganz konkret für sein direktes handeln verantwortlich ist, dem bürger gegenüber.
            der staatsanwalt ist konkret für den befehl an den politisten verantwortlich, konkret an diese person die gewalt auszuüben…oder auch der richter etc…

            irgendwann vorher kommen die allgemeinen gesetze die verabschiedet und legitimiert werden, die die konkreten befehle die zur ganz konkreten gewalt führen.

            diese kette der legitimierung fängt aber nicht beim parlamentarier an, denn er wurde zuvor durch den wähler legitimiert der ihn legitimiert gesetze/wünsche zu erlassen, die zu ganz konkreter gewalt führen.

            oder auch anders ausgedrückt:
            der wähler ist konkret für die kette der verantwortung für die gewalt verantwortlich, jedoch beginnt die konkrete ausübung von gewalt gegen eine bestimmte person erst wie oben später an.

            jetzt ist halt die frage, wie man das nap definiert oder wie man allgemein aggression auslegen will.

            sagt man aggression ist es erst dann, wenn man eindeutig die kette zu einer bestimmten person ziehen kann, dann wäre das in der regel, richter oder staatsanwalt oder vielleicht nur polizist.

            oder man spricht von dem system, welches die grundlage der ausübung für die gewalt gegen diese bestimmte person ist.
            bei der 2ten variante ist der wähler eindeutig mit im spiel…
            bei der ersten nicht.

            in meiner argumentationskette ist der eid, ein künstliches element,welches eine künstliche trennlinie beim wähler zieht, welches im prinzip keine rolle spielt.

            aber in beiden varianten ist der wähler in der kette der gewalt inbegriffen…ja sogar das erste glied…der ursprung der kette, wenn man so will.

          • Geo sagt:

            „also, für mich fängt klar die kette der verantwortung für die gewalt beim wähler an, weil ohne wähler, kein parlament etc.“
            Falsch, die Bundestagswahlen setzten keine Mindestbeteiligung voraus, selbst wenn die Fantasie wahr wird und alle außer den Politikern selbst nicht zur Wahl gehen (warum sollten sie das nämlich nicht weiterhin tun?), kommt ein Parlament zustande. Die Rechnung ist also eher, ohne Wähler, die keine Ausbeuter-Parteien wählen, besteht das Parlament nur noch aus von-sich-selbstgewählten Ausbeutern. (Parteien, die keine Ausbeuter darstellen, sind jene die Umverteilung des Vermögens & Ausbreitung der staatlichen Befugnisse nicht befürworten oder durchsetzen und den Weg in eine freiheitlichere Gesellschaft wieder legalisien)

            „irgendwann vorher kommen die allgemeinen gesetze die verabschiedet und legitimiert werden“
            Nicht notwendigerweise, das Parlament kann Gesetzte ebenfalls aufheben, wenn Gesetz = Zwang ist, ist im Umkehrschluss das Aufheben von Gesetzen bzw. anderen Befugnissen des Staates = die Aufhebung des Zwanges ==> Menschen, die solches, sei es auch im Parlament, anstreben & durchführen, verstoßen nicht gegen das NAP.

          • FwF-sandman sagt:

            Hi miela, in dem von Dir erwähnten Video wird ja die provokante Überschrift bereits im Inhalt relativiert. Die meisten übersehen das leider.

            Ein Beispiel: Ich lasse meinen 13 jährigen Sohn mit meinem hochgerüsteten Wagen fahren, weil ich müde bin und auf dem Beifahrersitz schlafen will. Ich übergebe ihm also die Verantwortung. Ich habe keinen Einfluss mehr, ob er nach links oder rechts lenkt.
            Nun baut er einen Unfall. Ich habe den Unfall zwar nicht direkt verursacht, aber in Kauf genommen, dass er passiert. Ich werde also die Verantwortung nicht los.

            Beim Wählen ist es ähnlich. Der Wähler gibt keinen direkten Auftrag an einen Abgeordneten. Er kann auch nicht in der Form davon ausgehen, dass die Parlamentarier ihre Wahlversprechen halten, ich glaube, da sind wir einig. Er gibt also die Verantwortung aus der Hand und nimmt billigend in Kauf, dass sich eine Regierung bildet, die herrscht.

            Der Wähler wird seine Verantwortung auch nicht los, gerade weil er sie abgibt. Im Unterschied zu den Hierarchiestufen im Herrschaftsapparat fehlt aber der kausale Zusammenhang zwischen der einzelnen Stimme irgendeines Wählers und der Handlung irgendeines Polizisten.

            Das ist alles sehr tückisch, was ja auch gewollt ist.

          • Andi sagt:

            > ohne wähler, würde die kette nicht existieren, oder?

            Ist das nicht das alte Argument von Marx in neuen Kleidern? Wohin hat es bislang geführt? Ohne Leben gibt es keine Konflikte! Doch ist das wirklich ein guter Grund, das Leben zu bekämpfen? Kann es einen guten Grund geben?

            Ich freue mich jedenfalls, dass fwf zur Sachlichkeit zurückfindet. Schade, dass ich auf dem Weg dorthin mein Community-Profil an die Emotionen eines Admins verloren habe. Ich mag es im Augenblick verzeihen. Für die Zukunft hinnehmen, kann ich es jedoch nicht, wenn ich Gefahr laufe zensiert oder erneut gelöscht zu werden.
            Viel Glück!

          • FwF-sandman sagt:

            „Schade, dass ich auf dem Weg dorthin mein Community-Profil an die Emotionen eines Admins verloren habe.“

            Haben vielleicht Deine eigenen Emotionen auch einen Anteil daran?

            Ist Freiheit nicht auch das Recht, selbst zu entscheiden, wen man links liegen lassen will?

            Hier auf dem Blog gibt es Regeln („Neu hier“), deren Verletzung zu Blockierungen führen können.

          • Equality 7-2521 sagt:

            @michael
            Aus meiner Sicht könnte eine solche Kette aber auch nur zu dem Wähler gezogen werden, der sich bewusst für Gewalt entschieden hat. Also z.B. zu dem LINKE-Wähler. Wenn der Bürger bewusst für Steuern abstimmt, fällt ihm in diesem Sinne auch ein Teil der Verantwortung für die resultierende Gewalt zu. Wenn es aber abzusehen ist das die gewählte Partei keinerlei Gewalt initiieren wird oder solche fordert bzw. fördert, spreche ich ihn von der Verantwortung für die Gewalttaten des Staatsapparates frei.

            Ein Leben nach dem Nichtaggressionsprinzip kann auch unabhängig von der Politik anderen Menschen schaden. In einem solchen Fall halte ich es für klug zwischen Ursache und Verantwortung zu unterscheiden.

            Der Schmetterling ist vielleicht die Ursache des Sturmes der sich aufgrund seines Flügelschlages ausbreitet. Verantwortung trägt er dafür aber nicht. Zur Verantwortung gehört aus meiner Sicht eine bewusste Entscheidung.

            Wenn FwF z.B. beweisen könnte das die Wahl der PDV Gewalt fördert, sehe ich auch den Wähler der PDV in Verantwortung für diese Gewalttaten.

            freisinnige Grüße

          • michael sagt:

            ich denke mal, daß wir uns inzwischen einig sein sollten, daß ein libertärer politiker und wähler zu sein, ein performativer widerspruch ist.
            von da aus, ist eigentlich schon jede weitere argumentation, die auf konsistent beruhen soll nicht mehr existent.

            aber laß uns einfach mal aus spaß weiter spinnen und deine fragen betrachten.

            “ Wenn es aber abzusehen ist das die gewählte Partei keinerlei Gewalt initiieren wird oder solche fordert bzw. fördert, spreche ich ihn von der Verantwortung für die Gewalttaten des Staatsapparates frei.“
            schau einfach mal ins parteiprogramm und schau nach, ob die partei steuern verlangt… dies sollte die frage nach dem fordern von initiierter gewalt eindeutig beantworten.

            dann weiß auch jeder pdv-wähler, daß die pdv die bezüge kürzen, ja sogar in bereichen abschaffen will( sozialhilfe,subventionen, militärausgaben..usw), die der jetzige staat zahlt.
            hast du mitbekommen, was passiert, wenn das passiert? die ganzen abhängigen dieser bezüge gehen auf die straße und machen krawalle, wenn die gestohlenen goodies gekürzt werden.
            was wird dann passieren? was ist der plan?
            krawalle zulassen oder polzei/armee zur befriedung rausschicken? sowas nenne ich absehbar gewalt gegen menschen fördern/fordern…

            so wie jetzt der begriff kapitalismus für genberationen ein unwort geworden ist, wird libertarismus ein unwort werden…mit krawallen, sozialen kürzungen etc in verbindung gebracht werden.

            das sind jeztzt nur einige wenige argumente auf die schnelle.

            ich gehe davon aus, daß du die ganzen videos und artikel kennst, wo wir en masse stimmige argumente und verschiedene blickwinkel bringen…ich will das nicht alles nochmal extra wiederholen.

            du willst nicht bei der sinkenden titanic vom kapitän zum kapitän befördert werden, so das in der gechichte dein name mit dem sinken der titanik in verbindung gebrcht wird.

            das alles würde unsere freiheitlichen bemühungen für sehr sehr lange zeit in den abgrund reißen.

            dann laß uns lieber unseren prinzipien treu bleiben und von innen und außen stimmig bleiben.

          • waletzky nornert sagt:

            Hallo lieber Freund . Das hast du wunderschön erklärt. Und so ist es in allen Belangen.Selbst ist der mensch für sich alleine verantwortlich.Nicht die schuld immer bei den anderen suchen,oder leben wir noch immer im Mittelalter ???????????

          • waletzky nornert sagt:

            hallo lieber freund. „Das WÄHLEN beruht meistens auf IRRTUM“ leider. Irren ist menschlich aber die Konsequenzen durch einen Irrglauben(Irrtum) hat sehr oft katastrophale Folgen das nicht mehr oder nur mehr schwer rückgängig zu machen ist.Also seid bei Wahlen auf der Hut.Die Wahlen sind NUR BAUERNFÄNGEREI, das war immer schon so. Bitte aufwachen

      • freedomforce sagt:

        Tautologischer Schwachsinn, weil logisch inkonsistent.

        • FwF-sandman sagt:

          Nee.

        • Geo sagt:

          Daraus „dann weiß auch jeder pdv-wähler, daß die pdv die bezüge kürzen, ja sogar in bereichen abschaffen will( sozialhilfe,subventionen, militärausgaben..usw), die der jetzige staat zahlt.
          hast du mitbekommen, was passiert, wenn das passiert? die ganzen abhängigen dieser bezüge gehen auf die straße und machen krawalle, wenn die gestohlenen goodies gekürzt werden.
          was wird dann passieren? was ist der plan?
          krawalle zulassen oder polzei/armee zur befriedung rausschicken? sowas nenne ich absehbar gewalt gegen menschen fördern/fordern…“ erkennt man, dass jemand sich nicht so wirklich mit den Steuerverteilungen der BRD auskennt. Das ist auch ein Argument, das SO eins zu eins von linken Gutmenschen gebracht wird. Keiner wird von heute auf morgen die Menschen verhungern lassen, die auf Grund des heutigen Systems auf Hilfe angewiesen sind. Militärausgaben für Übersee-Abenteur, Subventionen von Unternehmen und pseudo-inovativen Ideen a la Windrad (nur so als einige Beispiele) haben aber NICHTS damit zu tun und gehören SOFORT als erstes weg, wenn wir aus dem heutigen System der Verschuldung und Verarmung rauskommen wollen. Außerdem, warst du nicht derjenige, der in einem Vortrag sehr richtig mal sagte, dass Die Sklaverei sofort abgeschafft werden müsste, wenn es sie gibt und nicht erst nachdem die Frage geklärt wird, wer dann auf den Feldern arbeitet soll ? Was hat sich auf einmal daran geändert, wenn die PDV es versucht ?

          • Equality 7-2521 sagt:

            Menschen sind höchstens bereit für Moral und Idealismus Opfer zu bringen. Und das kürzen von Bezügen und Abhängigkeiten stellt ein Opfer da. Eine Partei die lediglich rational argumentiert warum dieses kürzen für die Wirtschaft besser sei, wird nicht gewählt werden. Der Abhängige sieht nur seinen unmittelbaren Verlust. Er wird lieber eine Partei wählen die ihm noch mehr Umverteilung verspricht, und dazu noch behauptet das diese Umverteilung moralisch sei. Wie kann jetzt aber eine Partei behaupten das Umverteilung unmoralisch ist, und gleichzeitig Umverteilung fordern? … Und eine Partei MUSS Umverteilung fordern, denn eine Abschaffung der solchen käme einer Abschaffung des Staates gleich. Das zu fordern würde zum Verbot der Partei führen. Es ist schwer zu glauben, aber die PDV wird den Staat nicht abbauen können. Eine Demokratie unserer Größe führt immer nur in eine Richtung …

          • waletzky nornert sagt:

            Hallo. „DER STAAT“ ist nur aufgebaut auf ein Konstrukt, Also FIKTIV (Fiktion) und mehr nicht.Alles andere ist Schwachsinn und das seit hunderte Jahre . Bitte erst einmal nach denken,denn „DENKEN“ ist die schwerste Arbeit und dafür haben die meisten Menschen keine Zeit mehr.Sehr sehr viele Menschen laufen tag für tag einen Phantom nach(Irrglaube,Aberglaube,wahnvorstellung,Sicherheitsdenken,Gesetzeswut,Vorschriftenwut,weiteres Leben nach Vorbilder(Vorbilderunwesen) ,die meisten haben nur mehr ZAHLEN in der Birne. Sie leben wie eine Rechenmaschine,Roboter ,kaufsüchtig und vieles mehr wem soll das noch wundern? Leben heist nicht Kaufen und Verkaufen, sondern einfach nur Leben,z.B wie wärs mit Lebensfreude, lieben, lachen, mit der Natur leben es ist ja alles da auf was wartet ihr liebe Mitmenschen????

          • Equality 7-2521 sagt:

            Leben heißt in erster Linie Bedürfnisse befriedigen. Welche Bedürfnisse DU für befriedigenswert erachtest interessiert hier erst mal niemanden.

            Ich kann diese linke ach so edle Gesellschaftskritik nicht mehr hören …

    • Equality 7-2521 sagt:

      @michael
      Ok, betrachten wir es als Spinnerei.

      > schau einfach mal ins Parteiprogramm

      Ja, es wird Gewalt gefordert. Diese Forderung ist dem Staatswesen inhärent. Ein Staat ohne Steuern ist nicht vorstellbar. An dieser Stelle ist der Widerspruch und die fehlende Konsistenz der libertären Politik auszumachen.

      Die Teilnahme an der Politik beinhaltet die Verwaltung der grundlegenden Funktionen des Staates. Das ist die Kollaboration mit der Staatsgewalt.

      Man stelle sich eine Situation vor, in der eine libertäre Partei soviel Zustimmung in der Bevölkerung erhält, das sie tatsächlich etwas ändern könnte. An diesen Punkt sähe ich das Staatswesen fundamental in Gefahr … eine riesen Chance. Der Umstand das sich diese Unzufriedenheit jetzt in einer Partei entlädt sorgt aber wieder für den Schutz des Staates an sich. Eine Partei kann den Staat nicht nur nicht abschaffen, sie schützt ihn sogar noch in brenzligen Situationen. Solange ein Rest Staat übrig bleibt, wird dieser Staat auch wieder wachsen. Das ist dem Sozialismus inhärent. Sozialismus = „vorwärts immer, rückwärts nimmer“ Ein streichen der Bezüge würde großen Widerstand nach sich ziehen. Einziger Umweg wäre eine Inflation, welche aber auch wieder eine Steuer darstellt. Es wird soviel Energie für die Parteiarbeit aufgebracht und letztenendes ist das Energie für das Staatswesen … das ist wirklich traurig. Das der Name des Libertarismus durch den politischen Prozess unweigerlich durch den Dreck gezogen werden muss, ist ein weiteres gewichtiges Argument gegen „Parteilibertarismus“. Worte haben Macht, und wenn es am Ende keine Worte mehr gibt unsere Idee zu kommunizieren, können wir auch nicht verstanden werden. Das wusste bereits George Orwell.

      Beim schreiben wird mir klarer warum ihr auch dem „libertären“ Wähler Verantwortung für die Staatsgewalt zukommen lassen wollt. Auch wenn der Politische Prozess nicht immer Gewalt initiiert, so schützt er doch die bestehende.

      Dieser „Schutz“ manifestiert sich aber hauptsächlich auf der Gedankenebene. Daher ist es sehr schwer direkte Verantwortlichkeiten zu definieren. Wer weiß schon wie sich konkrete Umstände auf die Gedanken des Einzelnen auswirken? Feststellbar sind da nur Tendenzen …

      Die geforderte Gewalt der PDV ist so gering, das in der politischen Praxis initiierende Gewalt nicht absehbar ist. Eine Wahl dieser Partei könnte daher auch nicht direkt mit initiierender Gewalt in Verbindung gebracht werden. Daher dürfte diese Wahl auch kein Verstoß gegen das Nichtaggressionsprinzip sein. Hier wird´s aber schon wieder knifflig. Wahrscheinlich ist eine so genaue Diskussion aber auch unnötig … wo doch bereits klar ist das Politik der Freiheit im Weg steht.

      Freisinnige Grüße

  7. Soma sagt:

    Es ist eine direkte Aussage und eine pauschale vom Inhalt.
    Würde ich nicht unterschreiben.

    • FwF-sandman sagt:

      Es handelt sich um einen Widerspruch. Die Form der Aussage (sie wurde geschrieben) widerspricht dem Inhalt (Schrift ist bedeutungslos).
      Die Aussage ist also wertlos.

      Frage 2: Was bedeutet es, ein Anarchist zu sein? (Antwort in einem Satz und so präzise wie möglich.) 🙂

  8. Soma sagt:

    Dem Ideal folgend/anstrebend, Frei von jeglicher Fremdherrschaft zu werden/sein.

    • FwF-sandman sagt:

      Ja, könnte man so sagen. Um es ganz präzise zu formulieren müsste man die Bedeutung des Begriffs „Anarchie“ ansehen. „An“ ist eine Verneinung und „archie“ bedeutet Herrschaft.

      „Keine Herrschaft“ ist also die Bedeutung und das ist durch aus auch so gemeint. Es geht also nicht um ein bisschen Herrschaft oder um die Halbierung der Herrschaft.
      Wir bei fwf sind Anarchisten, genau gesagt Anarchokapitalisten (es gibt auch andere)
      Unser Ziel ist es, die Philosophie des Anarchokapitalismus zu bewerben.

      Frage 3: Was ist Parlamentarismus? Nachzuschlagen hier: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17991/parlamentarismus

      • Soma sagt:

        Der Euphemismus für Politiktheater und Scheindemokratie. 🙂

        • FwF-sandman sagt:

          🙂

          Eine Herrschaftsordnung.

          Frage 4:Wenn sich jemand in ein parlamentarisches Amt wählen lässt, um damit die Idee des Anarchismus zu bewerben, dann ist das was? (Tip: Frage 1)

          • Soma sagt:

            🙂 Großartig!

            A.) Wird von PdV nicht der Anarchismus per Definition beworben, sonst würden Sie wegen Verfassungsfeindlichkeit sofort verboten.

            B.) Sind das auch Anarchokapitalisten nach Baader(Obwohl mir nicht bekannt ist, das Er sich selbst je so bezeichnete), aber Baader trifft es ja wohl.

            C.) Bin ich der Überzeugung, das der Weg über den Minimalstaat zwangsläufig im Volontarismus mündet. Weil es schlicht natürlich ist.

            Und mir ist, bis auf den Umstand das sich die PdV logischerweise der Politik bedienen muss, schleierhaft in wie fern sich die Philosophie und Ziele mit den Euren unterscheiden.

            Seid Ihr denn ausreichend vertraut mit der Partei?
            Nebenbei, ich bin kein Mitglied.

            Meine Vorstellung, vielleicht auch Wunschvorstellung ist, dass die Rahmenbedingungen für eine freie Gesellschaft ohne Zwänge über den politischen Weg geschaffen werden. Das ist der schwerste Teil.

            Es ist traurig und fast schon absurd das Anarchokapitalisten andere Anarchokapitalisten kritisieren, weil Sie sich der Politik bedienen und wegen irgendwelchen begrifflichkeiten.

            Oder was übersehe ich???

            Jedenfalls Danke für Eure Arbeit.
            Ich schaue die Tage mal wieder vorbei.

            Macht´s gut

          • FwF-sandman sagt:

            Du hast meine Frage nicht beantwortet:

            Die Antwort wäre: Ein Widerspruch

            Ein Anarchist kann also nicht zur selben Zeit Herrschaft prinzipiell ablehnen und sich zu einem Teil des Herrschaftssystems machen und trotzdem glaubhaft die Fahne des Anarchismus aufrecht halten. Es führt unweigerlich in einen Widerspruch.

            Oliver Janich wird häufig wegen seiner Beschäftigung mir sogenannten Verschwörungstheorien (9/11, usw.) kritisiert. Es wird gesagt, dass das hinderlich sein für den Erfolg der Partei.
            Ich teile diese Kritik überhaupt nicht, da es ja jedem selbst überlassen ist, womit er sich beschäftigt.
            Interessant ist aber die Art, wie er mit dieser Kritik umgeht. Er sagt es wäre völlig egal, was der Vorsitzende so denkt, das einzige, was zählt ist das Programm. Es könne auch nicht unterwandert werden, weil man das sofort merken würde,….

            Das stimmt. Das einzige, was zählt ist das Programm:

            „ Präambel

            Das Grundsatzprogramm ist unsere Idealvorstellung einer lebenswerten Zukunft.

            Die Partei der Vernunft vereinigt Menschen ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, des Geschlechts und des religiösen Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer vom freien Geist getragenen Gesellschaftsordnung mitwirken wollen.“

            Da viele PDVler von sich sagen, die wären Anarchisten und wollten über die Politik den Anarchismus erreichen, muss ich nun sagen, dass es leider gar nicht relevant ist, was diese PDVler letztendlich wollen. Relevant ist, was sie im Höchstmaß über den politischen Weg fordern können, nämlich den demokratischen Rechtsstaat nach ihrem Geschmack.

            Mehr lässt leider weder das Programm, noch das parlamentarische System selbst zu. Alles andere wäre nämlich verboten.

            Das was die PDV höchstens erreichen KÖNNTE (nicht mal in der Theorie), können Anarchisten also nicht wollen. Es ist sogar genau das, was Anarchisten gerade nicht wollen.

            Vielleicht konnte ich Dir ein wenig deutlich machen, dass die Sache nicht ganz so pauschal zu beurteilen ist. Wer weiß heute schon, was „libertär“ bedeutet.
            Für Anarchisten sind einige Libertäre Sozialisten.:-)

          • Soma sagt:

            OK….
            Die Antwort auf die Frage, war ja offenkundig.

            „Verschwörungstheoretiker“ bin ich selbst.

            Die Schaffung eines dem. Rechtsstaates nach dem Gusto der PdV ist gewaltiger Sprung nach vorne und definitiv mehr als wir jetzt haben.

            Demokratie im Sinne, das sich die Leute in der Kommune absprechen, was Sie und mit wieviel Geld bei sich vor Ort machen oder umsetzen wollen.

            Ein Rechtsstaat, weil er sich nicht mehr in die Angelegenheiten der Bürger einmischen darf und auch keine amerikanischen Proxy-Kriege/Einsätze ausführen darf.

            Einen Libertären mit einem Sozialisten zu vergleichen ist… ganz schön hart.
            Das ist kein Schlag ins Gesicht mehr, sondern ein Tritt in die…
            Aber OK, vielleicht haben es einige auch noch nicht verstanden und faseln noch irgendwas von Umverteilung und Kollektivismus.

            Und wenn ich mir dann des Nächtens die armen Schlucker besehe, die bei der Kälte die Mülltonnen nach Pfandflaschen durchsuchen, motiviert mich das, das PProgramm schnellstmöglich zur Realität werden zu lassen.

            Außerdem behindert es keinen von Euch bei Eurem vorhaben, sondern es begünstigt Euch…

            Mist, ich komm zu spät…. Bye

          • FwF-sandman sagt:

            „Die Schaffung eines dem. Rechtsstaates nach dem Gusto der PdV ist gewaltiger Sprung nach vorne und definitiv mehr als wir jetzt haben.“

            Das ist aber nicht das, was ein Anarchist will.

            „Demokratie im Sinne, das sich die Leute in der Kommune absprechen, was Sie und mit wieviel Geld bei sich vor Ort machen oder umsetzen wollen.“

            Die Grenze ist der „demokratische RechtsSTAAT“. Das bedeutet Parlamentarismus und Gewaltmonopol. Ob es das auf kleinster Ebene gibt ändert prinzipiell nichts.
            Würde das mit dem Programm gemeint sein, was Du interpretierst, würde dort stehen „freiwilliges demokratisches Prinzip“. (so wie im Pudezüchterverein, man kann austreten)
            Das geht in einem demokratischen Rechtsstaat nicht.

            „Einen Libertären mit einem Sozialisten zu vergleichen ist… ganz schön hart.“

            Ich weiß, aber das kommt auf die den Libertären an. Auch in der FDP gibt es die.

            „Außerdem behindert es keinen von Euch bei Eurem vorhaben, sondern es begünstigt Euch…“

            Naja, würde die Energie in zielführendere Wege fließen, wäre das besser für uns.

            Bye

  9. zap sagt:

    Sehr schöne Argumentationslinie vom Heiko.

    Der Staat iniitiert Gewalt gegen uns, soweit sind wir einig. Wählen bringt nichts heisst es hier, denn auch Wählen ist Gewalt. Alle Wähler verstossen gegen das Nicht Angriffsprinzip, denn Wählen ist die Aufforderung und das Einverständnis an andere staatliche Gewalt auszuführen heisst es immer wieder.

    Nicht Angriffsprinzip ist Ok und ich unterstütze es zu 100%.
    Wenn ich so vehement das Nicht Angriffsprinzip predige und Politik ein Angriffsprinzip ist. Wie sieht es mit dem Verteidigungsprinzip aus ? Gibt es ein solches Prinzip ?

    Ist es ok, mich mit Gewalt gegen den Staat zu verteidigen, wenn ich mit Gewalt angegriffen werde ? ist es ok andere zur Verteidigenden Gewalt gegen den Staat aufzurufen, weil ich in der Minderheit bin und keine Chance habe mich alleine gegen eine organisierte Bande zu verteidigen ?

    Das Problem der Gewalt bleibt aber weiterhin bestehen, denn mit der Existenz des Staates sind wir weiterhin der iniitierenden Gewalt ausgesetzt. Was tun ? Gibt es im Leben Situationen in denen Angriff die einzige Verteidigung ist ?

    Sollen wir das politsche Feld aufgeben und uns soweit wie möglich ducken um den ständigen Schlägen zu entgehen und die letzten Nieschen zu finden, in denen wir noch ein wenig Ruhe haben. Sollen wir darüber froh sein, wenn es uns gelingt wenigstens unseren Arsch aus dem Schussfeld zu halten ?

    Was wäre zu einer Partei zu sagen die z.B NAP heisst und deren Programm einfach nur darin besteht, Politik komplett abzulehnen und für volle individuelle freiheit steht. Keinen Vorsitzenden hat und keine Abgeordneten, sondern einfach nur das freiwillige Einverständnis Politik abzulehnen und frei in Ruhe leben zu können. Die man aber wählen kann ?…. einfach mal in den Raum gedacht ,-)

  10. Soma sagt:

    Noch eine Kleinigkeit.
    Besucht meinen Kanal!
    Ich brauche Klicks und pos. Bewertungen für die gerechtere Umverteilung 🙂

  11. Peter sagt:

    Hallo heikophilo,

    Ich halte Deinen Artikel für weitgehend gelungen und stimme ihm auch in großen Teilen zu. Im Absatz zu den Wählern und deren Verantwortung begehst Du jedoch in Deiner Argumentation zumindest einien schwerwiegenden Fehler:

    Du schreibst: „Den Ursprung der Verantwortungskette für die Gewalt gegen mich stellt das Parlament dar. Die Abgeordneten sind nur ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich, sie sind keine Verpflichtungen eingegangen, irgend jemandem Gewalt anzutun. Daher können sie die Verantwortung auch nicht an die Wähler weitergeben.“

    Es kommt doch in diesem Fall nicht darauf an, ob die Abgeordneten Verantwortung an die Wähler weitergeben, sondern eher andersherum, ob die Wähler Verantwortung an die Abgeordneten weitergeben! Oder richtiger gesagt, ob Wähler durch ihre Wahlbeteiligung der Ernennung von bestimmten Menschen zu Regierenden zustimmen! Denn die Frage bleibt, ob die Wähler damit auch die Verantwortung auf die Gewählten übertragen (und damit keine Verantwortung dafür mehr hätten), oder ob sie nicht gerade durch die Ernennung von Regierenden für alle deren Taten (zumindest in diesem Amt) mitverantwortlich sind.

    Eine kleine Analogie dazu: Stelle Dir eine Wohngemeinschaft vor, die über kollektive Vorräte wie z.B. Nahrung, Waffen und Geld verfügt. Es wird per demokratischer Wahl entschieden, wer den Schlüssel zum Zimmer erhält, in dem diese Vorräte gelagert werden, und über diese „im Namen der Mitglieder der Wohngemeinschaft“ verfügen darf. Wer ist nun alles verantwortlich, wenn der „Auserwählte“ nun mit diesem Kollektiveigentum unmoralisch handelt. Würdest Du wirklich die von jeder Verantwortung freisprechen, die den Täter durch dessen Wahl ermächtigt haben? Ich nicht: Wenn sich keines der Mitglieder der Wohngemeinschaft an der Anlegung von kollektiven Vorräten beteiligt und durch Beteiligung an der Wahl an der Etablierung eines „Verfügungsrechts“ auf diese Vorräte durch den „Auserwählten“ zugestimmt hätte, dann hätte der Täter seine Taten nicht in dieser Art durchführen können. Damit können die Wähler (und in gewissem Maße auch diejenigen, die helfen, die kollektiven Vorräte anzulegen) durchaus als mitverantwortlich für die Taten betrachtet werden. Das muss nicht heißen, dass die Wähler die gleiche Verantwortlichkeit (für diese Taten) tragen, wie der Täter! Aber eine ihrerseitige Mitverantwortung ist gut argumentierbar.
    Daran ändert sich übrigens nicht, wenn durch die Wahl den Gewählten eine Art Blankoscheck augestellt wird. Falls ein Wähler weiß, dass er dem kollektiv Gewählten einen Freischein ausstellt, kann sogar seine eigene Mitverantwortung an den Taten gesteigert sein, als wenn er dem Täter nur einen eng eingegrenzten „Auftrag“ geben würde!

    Du anerkennst später in Deinem Artikel, „dass wenn man zur Wahl geht, man sich an einer Verabredung zur Gewalt beteiligt“ und dass man damit die Taten billigt. Du sagst andererseits dass Wählen kein Verstoß gegen das Non-Aggression-Principle ist.

    Da ist also der „Auserwählte“ der Wohngemeinschaft. Er bedroht und schlägt andere Menschen. WG-Bewohner A stellt sich hinter ihn (durch Wahl/Billigung). A sagt dem „Auserwählten“, dass dieser sein Vertreter ist. A schlägt niemanden, er gibt ihm nicht einmal direkt die Waffe in die Hand. A gibt jedoch dem „Auserwählten“ den Schlüssel zur Waffenkammer und die Erlaubnis, über diese Waffen zu verfügen. Dieser nimmt die Waffe und begeht damit seine Taten an Unschuldigen.
    Nach Deiner Argumentation, heikophilo, ist das nun kein Verstoß von WG-Bewohner A gegen das Non-Aggression-Principle, da er ja niemandem direkt etwas angetan, oder zu etwas gezwungen hat. Wenn Du das Non-Aggression-Principle so interpretierst/definierst, dann halte ich es in dieser Form für unzureichend, wenn nicht gar fehlerhaft und irreführend.

    Es könnte sogar argumentiert werden, dass jederlei Unterstützung des Täters eine gewisse Beteiligung an der Gewalttaten des Täters darstellt: Jede Wahlbeteiligung, jede Art von Anerkennung und Legitimierung des Amtes des „Auserwählten“, jede Art von Zahlung an die Gemeinschaftskasse! Ja, es könnte sogar argumentiert werden, dass die Bewohner der WG sogar die Wohngemeinschaft mit dem Täter aufkündigen „müssten“, um den Täter nicht zu unterstützen.
    Ich möchte an dieser Stelle sogar den „Frevel“ begehen, die Frage zu stellen, ob es nicht sogar moralisches Handeln darstellen könnte, wenn man dem Täter mit Gewalt seine Waffe abnimmt (falls er diese nicht freiwillig hergibt), oder den Täter (notfalls mit Gewalt) der gemeinsamen Wohnung verweist. Wäre ein solcher eindeutiger Verstoß gegen das – wie oben definierte – Non-Aggression-Principle moralisch verwerflich? Ich halte dies für eine Frage, die NUR jeder einzelne Mensch jeweils in einer bestimmten Situation treffen kann. Daher halte ich persönlich die Postulierung eines solchen allgemeinen Prinzips (und wie manchmal gesehen als „wichtigstes“ Prinzip) für wenig hilfreich und gegebenenfalls sogar schädlich. Auch wenn ich persönlich in den allermeisten Fällen sicher ein Verhalten nach diesem „Prinzip“ befürworte und selbst ausübe.

    Die Aussage, dass man durch Beteiligung an staatlichen Wahlen (und ggf. die anderen Formen von Unterstützung) nicht an der Durchführung von Aggressionen gegen andere unterstützend beteiligt ist, kann daher als Ausrede angesehen werden, um sich selbst von einer Beteiligung an diesen Missetaten freizusprechen, um sich selbst eine weiße Weste einzureden. Ich halte es für eine plumpe und kurzsichtige Ausrede, die offengelegt und durch verantwortliches Handeln des Einzelnen überwunden werden sollte.

    Grüsse, Peter

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Peter,

      danke für Deinen Kommentar, ich bin zwar nicht Heiko, aber würde trotzdem gerne dazu Stellung nehmen.

      „Es kommt doch in diesem Fall nicht darauf an, ob die Abgeordneten Verantwortung an die Wähler weitergeben, sondern eher andersherum, ob die Wähler Verantwortung an die Abgeordneten weitergeben! Oder richtiger gesagt, ob Wähler durch ihre Wahlbeteiligung der Ernennung von bestimmten Menschen zu Regierenden zustimmen! Denn die Frage bleibt, ob die Wähler damit auch die Verantwortung auf die Gewählten übertragen (und damit keine Verantwortung dafür mehr hätten), oder ob sie nicht gerade durch die Ernennung von Regierenden für alle deren Taten (zumindest in diesem Amt) mitverantwortlich sind.“

      Du hast völlig recht. Natürlich geben die Wähler ihre Verantwortung ab. Sie nehmen durch die Wahl auch eine Regierungsbildung billigend in Kauf. Darum geht es aber hier nicht primär. Es geht primär um den moralischen Aspekt und den Bezug zum NAP innerhalb der Verantwortungskette.

      Ich schreibe gerade an einem weiteren Artikel, der die Sache dann aus einer anderen Perspektive beleuchtet und Deine Einwände abdeckt. Diese Medaille hat nämlich zwei Seiten. Das ist echt tückisch.

      • Peter sagt:

        Hallo FwF-sandman!
        Danke für Deinen Kommentar, über den ich mich natürlich auch gefreut habe 🙂

        Ich freue mich schon auf Deinen demnächstigen Artikel!

        Nur eine kleine Anmerkung zu Deinem Kommentar, die eventuell nur eine sprachliche Angelegenheit ist. Du schreibst: „Natürlich geben die Wähler ihre Verantwortung ab.“ Ich hätte beinahe in meinem obigen Kommentar etwas ähnliches geschrieben, bevor mir deutlich wurde, dass ich das eigentlich gerade NICHT meine.
        Meiner Ansicht nach geben die Wähler ihre Verantwortung ja gerade nicht ab, sondern behalten sie! Die Verantwortung der Wähler umfasst durch ihre Wahl nun „nur“ in gewisser Art zusätzlich auch noch die Taten, die „in ihrem Namen“ ausgeübt werden. Wie gesagt, ich vermute, dass Du es eigentlich auch anders gemeint hast, als es schliesslich im Kommentar gelandet ist. Oder nicht?

        Grüsse, Peter

        • FwF-sandman sagt:

          Also ich präzisiere:

          Die Wähler geben die Verantwortung an die Parlamentarier ab. Gerade damit damit behalten sie die Verantwortung, dass das System bestehen bleibt, da das System genau darauf ausgelegt ist.

          Ist das deutlicher geworden, wie ich das meine?

          • freedomforce sagt:

            Das System wäre auch ohne die Stimme des Wählers illegitim, nur diese Illegitimität wäre dann natürlich deutlicher.

            Papier kann nichts bewirken, nur Menschen können dies. 🙂

          • Peter sagt:

            Mmmh, ich denke … ja.

            Ich sehe es eher so, dass die Wähler höchstens versuchen, ihre Verantwortung abzugeben, dass sie sie jedoch (zumindest zu einem gewissen Teil?) weiter selbst haben. Und dass sie durch ihre versuchte Weitergabe von Verantwortung an ein System Staat (bzw. dessen einzelne „Vertreter“) zusätzlich Verantwortung für die Existenz/das Bestehenbleiben dieses Systems haben.

            Ich freue mich – wie gesagt – über Deinen Artikel darüber, weil ich neugierig bin auf Deine Sichtweise zum Thema Verantwortung. Insbesondere weil ich denke, dass Verantwortung in Hinblick auf Freiheit und Individuen ein zentrales Thema ist, bei dem individuelle und subjektive Auffassungen entscheidend sind und sich gegenseitig beeinflussen und verfeinern können.

            Viele Grüsse, Peter

          • FwF-sandman sagt:

            Hallo Peter,

            es ist immer noch schwammig und das liegt ausschließlich an mir.

            Ich schrieb weiter oben an mielia einen Absatz bezüglich meines Sohnes. Auch bei dem war ich unpräzise. Ich versuche es noch mal und stelle dabei jeweils die Geschichte mit meinem Sohn der Geschichte mit der parlamentarischen Wahl gegenüber.

            Sohn: Stellen wir uns vor, ich setze meinen 13 jährigen Sohn vor das Lenkrad meines Wagens, weil ich müde bin und auf dem Beifahrersitz schlafen will.
            Wähler: Ebenso übergeben die Wähler den Parlamentariern die Macht, die Geschicke der Gesellschaft zu lenken.(blöd formuliert, aber Du weißt, wie ich das meine)

            Sohn: Er hat also die direkte Kontrolle über die Lenkbewegungen, das Gaspedal und die Bremse. Wenn jemand etwas kontrolliert, hat er auch Verantwortung für das, was er da kontrolliert.
            Wähler: Die Parlamentarier handeln nun, wie sie es für richtig halten, während die Wähler auf dem Beifahrersitz pennen.

            Sohn: Jetzt baut mein Sohn einen Unfall.
            Wähler: Die Parlamentarier treffen Entscheidungen, die zu unmoralischen Handlungen seitens des Herrschaftsapparates führen.

            Sohn: Jeder vernünftige Mensch wird jetzt sagen, dass ich ihm die Kontrolle nicht überlassen durfte.
            Wähler: Wir bei fwf sagen, dass man den Parlamentariern nicht die Macht geben sollte, Entscheidungen über andere Menschen zu treffen.

            Meine Aussage ist jetzt, dass die Wähler durch die Wahl zwar die Macht an die Parlamentarier übertragen, aber die Verantwortung genauso wenig los werden, wie ich, wenn ich meinen Sohn fahren lasse.
            Diese Verantwortungskette ist ein Trugbild. Die Politik schiebt die Verantwortung auf die Wähler, die ihnen ja den Auftrag gegeben haben (was nicht stimmt). Die Wähler sagen, sie wären unschuldig, denn sie haben ja die Macht abgegeben. Das stimmt zwar,das macht sie nur nicht unschuldig.

            Was wir die ganze Zeit versuchen, klarzumachen ist, dass es sehr wohl eine Verantwortung bei den Wählern gibt, weil sie sie nicht delegieren können. Das System ermöglicht lediglich eine Verantwortungsverschleierung.

            Bei Hitler war ja auch nie jemand schuld, weil man immer nur Befehlen gehorchte. Das ist ein ganz gefährliches System, in dem wir leben.

          • Peter sagt:

            Hallo Sandman!

            Ich habe mich sehr über Deinen Kommentar gefreut, weil Du geschafft hast, klar und anschaulich das zu formulieren, was ich versucht habe gedanklich zu erreichen! Was ich versucht habe zu sagen, aber leider mangels gedanklicher Klarheit leider nicht hinbekommen habe. Ich denke, Deine Differenzierung von Macht und Verantwortung bringt hier wirklich die notwendige Klarheit.

            Vielen Dank und viele Grüsse, Peter.

          • FwF-sandman sagt:

            Vielen Dank Peter,

            wir müssen bedenken, dass dieses System es ermöglicht, die Verantwortung so zu verschleiern, dass sie nicht mehr irgendeinem Subjekt zugewiesen werden kann.

            Daher sollten wir uns lieber darauf konzentrieren, den Menschen klarzumachen WARUM dieses System illegitim ist und das es nicht über den politischen Weg zur Freiheit kommen kann. Nicht man theoretisch. Das will ich versuchen, in meinem Artikel, den ich gerade schreibe, zu zeigen.

      • Andi sagt:

        Ich freue mich sehr über Heikos Artikel, und wie damit hier umgegangen wird. Hut ab!!

        Ich will einen Gedanken gerne dazugeben, der mir an Peters Argumentationskette auffällt, die ich ebenfalls sehr begrüße.

        Es ist ein schmaler Grat, der sich befindet zwischen einem Parlament und einer Regierung. Hier zu unterscheiden halte ich für unabdingbar, um die Verkettung der Gewalt nicht zu vernebeln.

    • heikophilo sagt:

      Hallo Peter!

      Du beginnst deinen Kommentar wie folgt:
      „Ich halte Deinen Artikel für weitgehend gelungen und stimme ihm auch in großen Teilen zu. Im Absatz zu den Wählern und deren Verantwortung begehst Du jedoch in Deiner Argumentation zumindest einen schwerwiegenden Fehler:“

      Bevor ich auf den Inhalt eingehe, möchte ich auf die Beziehungsbotschaft in diesem Absatz eingehen. Sie ärgert mich nämlich, ich fand sie anmaßend und respektlos. Ich möchte hier keine Rüge austeilen, sondern auf die Wertverletzung hinweisen, die meinem Empfinden nach in dem Absatz enthalten ist.
      Wer spricht so, wie der Absatz formuliert ist – feststellend, beurteilend? Für mich paßt ein Lehrer, ein Experte, der überlegenes Wissen oder überlegene Übersicht hat. Welche Beziehung nimmt er auf? Er ist sachbezogen, bezieht sich aber nicht auf mich, den Autor des Textes. Er tritt auch nur als Intellekt in Erscheinung: Er hält für gelungen, stimmt zu und findet einen Fehler.
      Dieser Fehler hat es in sich: Ich werde in Kenntnis gesetzt, dass ich ihn „begangen“ habe, etwas, was man sonst mit Unrecht tut, und er sei schwerwiegend. Darüber hinaus muss ich befürchten, dass noch mehr schwerwiegende Fehler in meiner Argumentation sind, denn ich begehe „zumindest“ einen.

      Ich fände eine andere Art der Ansprache angemessen. Ich bin stolz auf meinen Artikel und ich bin jemand, der sich durch gedankliche Klarheit auszeichnet. Falls ich mal einen Fehler mache, bin ich sehr an der Wahrheit interessiert und brauche keinen kräftigen Schubs, um Neugier für Probleme in meinem Denken zu entwickeln. Und wenn mich jemand bei einem Schnitzer ertappt, wünsche ich mir wenigstens gedachtes Mitgefühl für die peinliche Situation, die das wäre.
      Soweit als Rückmeldung zur Beziehungsaufnahme, so wie sich sie wahrnehme.

      Nun zum Inhalt:

      Verantwortlich ist jemand für die Folgen seiner Entscheidungen. Ich bin also verantwortlich dafür, dass mein Artikel hier veröffentlicht ist. Aber bin ich auch verantwortlich dafür, dass du jetzt hier darauf antwortest? Ohne meinen Artikel gäbe es deinen Kommentar nicht, aber was folgt daraus? Ich habe meinen Artikel auf einer Seite veröffentlicht, auf der Kommentare abgegeben werden können. Ich habe also das Abgeben von Kommentaren gefördert. Aber dass du dich entschieden hast, einen Kommentar auf meinen Artikel zu schreiben, konnte ich nicht vorhersehen. Dafür bist du allein verantwortlich. Wenn du mir vorwerfen würdest, dass ich dir eine halbe Stunde deines Tages verdorben hätte, weil du aufgrund meines Fehlers den Kommentar schreiben musstest, würden alle erkennen, dass du die wahren Verantwortungsverhältnisse falsch darstellst.

      Übertragen auf den Vorgang des Wählens, was heißt das? Ich habe ein Kreuz auf einem Wahlzettel gemacht. Ich weiß, dass dieses Kreuz gezählt wird und dass nach der Anzahl der Kreuze aller Wähler die Abgeordneten bestimmt werden. Was wäre passiert, wenn ich das Kreuz nicht gemacht hätte? Nichts.
      Der allgemeine öffentliche Eindruck, die Gewalt des Staates sei legitim, bleibt bestehen. Die Gewalttaten, die von den Abgeordneten ausgehen, finden unverändert statt. Selbst in dem total unwahrscheinlichen Fall, in dem meine Stimme über einen Sitz entscheidet, wird der Konkurrent keine moralisch besseren oder schlechteren Entscheidungen treffen.
      Ob ich zur Wahl gehe oder nicht, ist daher vom Standpunkt der moralischen Verantwortung für staatliche Gewalt völlig belanglos.
      Vergleichen wir damit die Situation des Abgeordneten. Ein Abgeordneter weiß, wie die Abstimmung laufen wird, und es gibt in der Vergangenheit genügend Korruptionsdramen über Abstimmungen, in denen es auf jede Stimme ankam. Der Abgeordnete weiß also, was geschieht, wenn er abstimmt. Mit Auszählung der Stimmen setzt sich ein Prozess in Gang, durch den die Gewaltdrohung des Staates auf alle Bürger gerichtet wird, die gegen das Beschlossene verstoßen. Dieser Prozess ist automatisch und mechanistisch, er lässt sich bildlich mit dem Abdrücken einer Schusswaffe vergleichen. Insofern ist der Abgeordnete direkt für die Gewalt des Staates verantwortlich.

      Genau an dieser Stelle der persönlichen Wirksamkeit hinkt dein Vergleich der WG. Bei einer WG denkt man unwillkürlich an ungefähr höchstens fünf Leute. Wenn die sich absprechen, haben sie zusammen und auch jeder Einzelne sehr wohl einen Einfluss darauf, wie mit der Vorratskammer umgegangen wird, und sie haben deswegen auch eine erhebliche Verantwortung. Das ist beim Wähler eben nicht so. Was „die Wähler“ angeht, argumentierst du durchgehend kollektivistisch, so wie es die Legitimationsfabrikanten für die Gewalt des Staates tun.
      Hah! Und nun kommt die Retourkutsche: Dies ist ein Fehler in deiner Argumentation, der deinen Vorwurf, ich hätte einen Fehler in meiner Argumentation, unbegründet macht.

      Von der Art von Verantwortung, die ich bisher diskutiert habe und die mit dem individuellen Bewirken von Gewalt zu tun hat, ist die Art von Verantwortung zu unterscheiden, die mit der Unterstützung und Bejahung von gefährlichen Ideen zu tun hat. Ein Wähler unterstützt – meistens unwissend, umso schlimmer, wenn er wissend ist – ein Gewaltsystem, das er als Wähler nicht stoppen oder befördern kann. Hier geht es nicht um die Beteiligung an konkreten Gewaltakten, hier geht es um die Beteiligung an der Legitimierung von Gewalt, also um Gedankenverbrechen (der musste sein, hehe). Es ist korrupt, antisozial und abstoßend, Gewalt zu befürworten, aber mit dem NAP hat das nix zu tun.

      • Peter sagt:

        Hallo Heiko,

        Danke für Deine ausführliche Antwort! Es tut mir leid, dass mein Kommentar Dich verärgert hat und offensichtlich und von mir unbeabsichtigt anmaßend und respektlos bei Dir ankam! Ich fand Deinen Artikel wirklich sehr gelungen, freue mich über jedes Engagement von Euch allen hier bei Freiwillig Frei und schätze Eure einzigartigen Artikel und Videos sehr. Ansonsten würde ich sicher nicht alle Eure Artikel lesen und mir die Zeit nehmen, Lob und Kritik anzubringen. Ich würde mich freuen, wenn meine Kritik nicht als Kritik am Schreiber, sondern als Kritik am Geschriebenen, oder noch lieber als Anregung aufgefasst wird. Danke daher, dass Du deutlich gemacht hast, dass mir dies Deiner Ansicht nach nicht gelungen ist. Ich werde in Zukunft noch stärker versuchen, unsachliche oder ggf. als persönlich angreifend auffassbare Worte zu vermeiden, und meine hohe Wertschätzung Eurer Gedanken und Arbeit deutlicher zu machen. Ich wünschte, ich hätte geschrieben: „Der Absatz zu den Wählern und deren Verantwortung enthält jedoch meiner Ansicht nach einen Fehler“.

        Und damit zum Inhalt:
        Ich möchte zunächst auf den Absatz zum „Kreuz machen“ in Deinem Kommentar eingehen. In diesem Absatz steht:“Was wäre passiert, wenn ich das Kreuz nicht gemacht hätte? Nichts.“
        Auch meiner Ansicht nach ändert sich durch das machen eines Kreuzes durch einen Wähler auch fast nichts. Aber eben nur fast nichts. Ein Kreuz mehr. Und ich stimme mit Dir überein, dass quantitativ ein gewaltiger Unterschied besteht zwischen einem Kreuz eines „Normalos“ bei einer Wahl gegenüber einem „Kreuz“ eines Abgeordneten bei einer Entscheidung z.B. im Bundestag. Vom Prinzip her sehe ich jedoch keinen wirklichen Unterschied.
        Ich stimme Dir natürlich auch zu, dass die Größenordnung der Verantwortung in meiner WG-Analogie eine andere ist als die der „WG Staat“. Dies entkräftet jedoch meiner Ansicht nach die Analogie nicht. Ich sehe auch in Deinem Kommentar keine Entkräftigung oder gar Offenlegung eines Fehlers in der WG-Analogie. Auch die – für mich verwunderliche Behauptung – ich argumentiere kollektivistisch führt nicht dazu. Warum ist das eine kollektivistische Argumentation? Weil ich in einer Analogie zu einem kollektivistischen System das Wort „kollektiv“ mehrfach verwende? Ich würde mich freuen, wenn Du das detaillieren könntest.

        Ganz verblüfft hat mich Dein letzter Absatz. Da steht „Ein Wähler unterstützt […] ein Gewaltsystem, das er als Wähler nicht stoppen oder befördern kann. Hier geht es nicht um die Beteiligung an konkreten Gewaltakten, hier geht es um die Beteiligung an der Legitimierung von Gewalt, also um Gedankenverbrechen“
        Was ist für Dich hier der qualitative Unterschied zwischen unterstützen und [be]fördern?
        Wenn A zu B sagt, dass B einen Unbeteiligten C beklauen, verletzen und einsperren darf, dann ist A kein bischen daran beteiligt, falls B tatsächlich C beklaut, verletzt und einsperrt? Ja, er klaut nicht selbst. Ja, er schlägt nicht selbst zu! Ja, er hält die Tür nicht zu! Aber unbeteiligt? Keine Verantwortung? Meiner Ansicht nach ist A mit beteiligt und mit verantwortlich. Auch wenn es indirekt über den Weg der Legitimierung geht – und genau dadurch.

        Viele Grüsse, Peter.

        P.S. eine halbe „unverdorbene“ Stunde später: Bitte lasse Dir durch mich nicht die Freude am Schreiben und Argumentieren oder gar Deine klaren Gedanken nehmen. Ich würde es sehr bedauern, da ich mich schon auf Deinen nächsten gelungenen Artikel freue. Und ich bin da sicher nicht der Einzige.

        • heikophilo sagt:

          Hallo Peter,
          ich bin erfreut, wie souverän du mit meiner Kritik umgegangen bist. Respekt! Und vielen Dank für die Klarstellung deiner Ziele. Mit dem geänderten Kritiksatz bin ich völlig einverstanden, was mir zeigt, dass du mich so verstanden hat, wie ich es mir gewünscht habe.

          Der qualitative Unterschied der WG Staat zu der WG Parlament und der WG Studenten ist, dass die Mitglieder der WG Staat durch Bekanntgabe ihres geplanten Abstimmungs- oder sonstigen Verhaltens nicht die Handlungen der anderen Mitglieder beeinflussen können, während das die Mitglieder der anderen beiden WGs tun. WG Studenten und WG Parlament können miteinander diskutieren, und das hat einen Effekt auf das Gesamtergebnis. Beim Parlament sind es mehr die Fraktionen als das ganze Parlament, aber dennoch bilden sie eine psychologische Gruppe, während die WG Staat nur ein Konstrukt ist. Der Wähler hat daher als Gruppe keine Existenz, das Parlament und die Studenten-WG dagegen schon.

          Insofern ist auch deine Argumentation mit „den Wählern“ als Gruppe kollektivistisch in dem Sinn, dass einem Kollektiv Existenz unterstellt wird, das in der wirklichen Welt gar nicht existiert.

          In meinem Absatz, der mit dem spitzen Wort Gedankenverbrechen endet, meine ich mit unterstützen, dass man einer Idee Legitimation verschafft, also den Anschein von einem moralischen OK vermittelt. Das hat meines Erachtens mit dem NAP nichts zu tun, auch wenn es ethisch anrüchig ist – weiß nicht, wie ich das besser ausdrücken soll. Der Unterschied zum NAP ist, dass man jemanden, der Gewalt illegitim ausübt, in den Arm fallen darf, wenn das im Sinne des Opfers ist. Jemandem, der ein Gedankenverbrechen begeht, darf man nicht in den Arm fallen, weil er keine Gewalt begeht. Was würde das auch bringen. Es geht eben um die gedankliche, moralische Unterstützung von Gewalt. Die ist auch gefährlich, schlimm, anrüchig, aber berührt nicht das NAP. Es ist eine andere Sorte von Übel, für die man auch verantwortlich ist, aber diese Verantwortung hat andere Konsequenzen, als wenn man gegen das NAP verstößt. Da wird unmittelbar ein Wille einem anderen aufgezwungen, beim „falschen“ Denken nicht.

  12. Zef sagt:

    Zwang und Freiheit sind einander so diametral, so feindlich, dass das mindeste Beugen nach der einen Seite, das Gegenteil für die andere Seite ist.

    Diesen Daseinqualitäten gegenüber gibt es kein „Mediieren“ oder begriffslogisches Versöhnen im Sinne der hegelianistischen Dialektik. Hier gilt das Entweder-Oder.

    „Die wahre positive Freiheit hat in alle Ewigkeit das Böse außer sich … und sie wird nicht dadurch vollkommen, dass sie das Böse mehr und mehr aufnimmt, sondern dadurch, dass sie es mehr und mehr ausschließt; Ausschließen aber ist das gerade Gegenteil von Mediation“ (Kierkegaard).


    „Nimm ein Brechmittel,
    mach dass du aus der Halbheit herauskommst“ (S.K.)

    • Zef sagt:

      >Brechmittel

      Freiheit, die sich nicht „spontan“, sondern durch „Programm“ entwickelt, ist als Freiheit überhaupt nicht da.

      Das „Werden“ ist die Veränderung der Wirklichkeit durch Freiheit. Jede andere Veränderung der Wirklichkeit ist kein „Werden“, sondern ein „Halten“ im Verkehrten.

      Die einzige Blume, die das Verkehrt-Halten hervorbringt, ist die Neurose. Neurose ist Verkehrt-Halten!

      Als Voluntachrist (das Freiwillige ‚ist‘ das Christliche) weiss ich, dass jeder Mensch (mich eingeschlossen) „Sünder“ (Verkehrt-Halter) ist. Aber es ist ein Unterschied, ob man sich die „Sünde“ (das Verkehrt-Halten) schön redet, oder sich unter die „Forderung der Idealität“ beugt.

      „Die Idealität weiß ich durch mich selbst, und weiß ich sie nicht durch mich selbst [sondern etwa durch die Zeitung oder den Janhagel der Hauptstadt], so weiß ich sie gar nicht“ (Kierkegaard).

      Nebenwirkungen:
      Das Verkehrt-Halten aufzugeben, kann schwindlig machen.
      Doch dies ist nur ein Moment. Hält man diesen Augenblick aus ohne nach „Programm und Partei“, nach „System und Apparat“ zu greifen, dann siegt man schon.


      „Fürchte Dich nicht, Du sollst siegen!“ (Kierkegaard)

  13. Zef sagt:

    >die Gewaltmaschine Staat

    und die „Lufthoheit über den Kinderbetten“

    Stichworte: Identifikation unter Angst, Identifikation mit dem Aggressor, Introjektion
    http://www.medizin-im-text.de/blog/2012/112/identifikation-und-introjektion/

    Starke, frühe Identifikationen werden auch Introjektionen genannt. Sie sind fest mit dem “Ich” verbunden, d.h. „ich-synton“. Ich-syntones wird auf dem ersten (und auch zweiten) Blick nicht als „fremdartig/falsch“ erkannt.

    In Punkt 20 seines Programms von 1920 formulierte Hitler folgende Erziehungsvision: „Das Erfassen des Staatsgedankens muss bereits mit dem Beginn des Verständnisses durch die Schule erzielt werden“

    Je früher der „Borg“/Staats-Virus implantiert wird, desto besser das Hörigkeitsverhältnis.

  14. Equality 7-2521 sagt:

    Ein paar Gedanken zur Verantwortung meinerseits:

    Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. Diesen Raum kann der Mensch nutzen um sich für eine passende Reaktion zu entscheiden. Für die Wahl der Reaktion ist das Bewusstsein zuständig. Für jede bewusste Entscheidung trägt der Mensch Verantwortung. Wird der Mensch geboren, besitzt er noch kein Bewusstsein … zumindest hat er noch nicht die Möglichkeit verschiedene Entscheidungen abzuwägen. Er kann also noch keine Verantwortung für sich übernehmen. Die Mutter hat das Recht sich als erstes die Verantwortung für ihr Kind anzueignen, denn es entstammt ihrem Körper. Da sie nun Verantwortung für das Kind besitzt, kann sie diese natürlich auch teilen, z.B. mit dem Vater. Im selben Maß wie sich das Bewusstsein des Kindes entwickelt, entwickelt sich nun auch die Verantwortung die das Kind für sich übernehmen kann. Bis es sich dazu entscheidet die Verantwortung für sich in vollem Umfang wahrzunehmen, also die eigenen Entscheidungen zu treffen, kann es sich dazu entschließen Verantwortung an seine Eltern abzugeben. Also seine Entscheidungen von ihnen treffen zu lassen. Die Verantwortung wird dynamisch an das Kind weitergegeben, und zwar in dem Tempo in dem es das Kind selbst für richtig hält. Aus meiner Sicht hat jeder Mensch ein natürliches Recht auf Selbstverantwortung. Dieses Recht ist an das Recht auf Selbsteigentum gekoppelt. Zur Erinnerung: Verantwortung geht immer einher mit einer bewussten Entscheidung. Wenn ich jemandem Verantwortung abgebe, heißt das also das ich ihn meine Entscheidungen treffen lasse. Er darf über meine Reaktionen bestimmen. Hat er sich damit einverstanden erklärt, trägt er nun auch die Verantwortung für meine aus seinen Entscheidungen resultierenden Reaktionen. Da ich mich aber auch bewusst dazu entschieden habe mich an seine Entscheidung zu halten, trage ich selbst auch Verantwortung für meine Reaktion. Ich teile also die Verantwortung und behalte sie trotzdem in vollem Umfang. Vergleichbar ist das vielleicht mit geteilten Daten → am Ende gibt es mehrere Gleichwertige Kopien. Der einzige Unterschied besteht vielleicht darin, das ich die geteilte Verantwortung jederzeit in vollen Umfang rechtmäßig wieder an mich reißen kann.

    Es sollte klar sein, dass man nur abgeben kann was man selbst besitzt. Man kann dem Politiker also keine Verantwortung für andere mündige Menschen geben. Das wäre unlogisch. Trotzdem ist auch die Wahl eine bewusste Entscheidung. Und der Mensch trägt aus meiner Sicht die gesamte Verantwortung für die absehbare Folgen seiner Entscheidungen. Also alle Folgen denen nicht das reine Chaosprinzip zugrunde liegt …

    Freisinnige Grüße

    PS: Ich hab zwar von einem Recht auf Selbstverantwortung gesprochen, aber eigentlich ist es gar nicht möglich dieses Recht nicht wahrzunehmen solange man ein funktionierendes Bewusstsein besitzt. Ob man die Entscheidungen die andere für einen treffen akzeptiert oder nicht liegt IMMER in der eigenen Verantwortung.

    • FwF-sandman sagt:

      Großartig, Equality! Volle Zustimmung. 🙂

    • Equality 7-2521 sagt:

      … noch zum Diebstahl von Verantwortung: wenn ich jemandem Verantwortung stehle, entreiße ich ihm die Möglichkeit einer freien Entscheidung. Ich zwinge ihn zu einer Reaktion und nehme ihm in dem Maße die Verantwortung für diese Reaktion ab in dem mein Zwang seine Entscheidungsfreiheit einschränkt. Es haben zwar beide Parteien Verantwortung für die Reaktion, jedoch in einem anderen Verhältnis als bei freiwillig geteilter Verantwortung.

  15. Brunhild sagt:

    Die Willkür des „States“-sprich – unserer Politiker -stinkt mehr und mehr zum Himmel!
    Wann bitte hat das ein Ende- wann bitte sind wir ALLE bereit endlich in allen Bereichen unseres Daseins AUFZUWACHEN???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



FreiwilligFrei.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de