Politiksüchtiger Libertärer (PL): Der Erfolg der Partei der Libertären hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die libertären Ideen in der Öffentlichkeit bekannter geworden sind. Ich bin gespannt, zu erfahren, warum Sie die PdL nicht unterstützen und sogar kritisieren.

Voluntarist (V): Sie sprechen zwei Fragen an, die geklärt werden müssen. Erstens kritisiere ich die politische Seite der PdL, also ihre Bemühungen, Libertäre in ein politisches Amt zu bekommen. Mit Aufklärungsbestrebungen habe ich kein Problem. Auch nicht mit Organisationen, die den Staat zurückdrängen wollen. Zweitens ist es richtig, dass die PdL mehr Bekanntheit erreicht hat. Aber es ist fraglich ob diese Bekanntheit freiheitliche Ideen wirklich unterstützt. Schließlich wurde diese Bekanntheit mit einer Verbindung zu einer politischen Partei erkauft und das Wesen der Politik ist  gegen die Freiheit gerichtet.

PL: Aber in der Öffentlichkeit wird die Partei in Verbindung mit Freiheit wahrgenommen. Das ist das Wichtigste.

V: Die Frage drängt sich auf, ob eine politische Partei sich wirklich kompromisslos für Freiheit einsetzen kann. Meine Antwort lautet: „Nein“ und deswegen lehne ich die PdL ab.

PL: Dem kann ich nicht zustimmen. Die Partei der Libertären setzt sich für die Aufhebung ungerechter Gesetze ein. Das Endziel der Partei der Libertären ist eine freie Gesellschaft, das sollten Sie nicht vergessen.

V: Lassen wir mal die Wahlkampfrhetorik und sehen wir uns die Realität an. Dass das Ziel der Partei der Libertären eine freie Gesellschaft ist, ist leicht dahingesagt. Es gibt keine Partei, die sich gegen eine „freie Gesellschaft“ aussprechen würde. Worauf es wirklich ankommt, ist folgendes: Was macht die Partei der Libertären zu einer politischen Partei? Was ist ihr wesentliches Merkmal? Anders ausgedrückt, was hat die Partei der Libertären ebenso wie andere politischen Parteien an sich, das sie von unpolitischen Organisationen unterscheidet? Die Antwort ist einfach: Die Partei der Libertären will an die politische Macht. Das unmittelbare Ziel der Partei der Libertären ist es, die Kontrolle über den Staatsapparat ihren politischen Wettbewerbern zu entreißen. Das ist ebenso wie in jeder anderen politischen Partei zwangsläufig so. Die Partei der Libertären nimmt ebenso wie alle anderen an einer politischen Auktion teil, in der die Kontrolle über den Staatsapparat an denjenigen geht, der die meisten Wählerstimmen bieten kann.

PL: Sie sind wirklich auf dem Holzweg. Die Partei der Libertären strebt nicht nach Macht. Im Gegenteil, sie will die Macht reduzieren, indem sie den Staat abbaut. Die Wahl in politische Ämter ist einfach nur ein Mittel, um dieses ehrenvolle Ziel zu erreichen.

V: Lassen Sie uns eines klarstellen: Macht zu haben und Macht auszuüben sind zwei verschiedene Dinge. Diejenigen, die den Staat kontrollieren, verfügen über eine enorme Macht, egal ob sie sie in bestimmten Situationen ausüben oder nicht. Die politische Macht entspricht der Möglichkeit, mit rechtlichen Sanktionen gegen andere gewaltsam vorzugehen. Das ist ein integraler Bestandteil von politischen Ämtern. Ein Staatsbeamter, egal ob libertär oder nicht, hat erhebliche Macht über wehrlose Bürger. Es ist widersprüchlich, zu behaupten, dass man ein politisches Amt anstrebt, aber keine Macht. Macht ist ein Wesensmerkmal von politischen Ämtern.

PL: Aber das ist bloße Semantik! Ein libertärer Politiker hat „Macht“ im rechtlichen Sinne, aber er würde sie nicht dazu einsetzen, Unrecht zu begehen. Er würde seine Macht dazu verwenden, andere Politiker zu bekämpfen und Gesetze, die in die Freiheit eingreifen, abzuschaffen.

V: Sie haben gerade mein Argument bestätigt. Die Macht des Gesetzes, die Sie so verharmlosen, ist es, was einen Politiker ausmacht. Ein Politiker kann sich mit seinem Nachbarn oder anderen Politikern zusammentun und darüber abstimmen, Menschen zu berauben, und er kann die Macht des Gesetzes dazu verwenden, die Rechtmäßigkeit so einer Abstimmung zu stützen. Aber wenn ich und meine Nachbarn gemeinsam darüber abstimmen, jemanden zu berauben, können wir dazu keine Gesetze verwenden. Der Politiker hat diese politische Macht und der Privatmann hat sie nicht. Diese Eigenschaft des politischen Amtes darf niemals vergessen werden.

Sie geben zu, dass auch ein libertärer Politiker diese Macht hat, wenn er gewählt wird, aber Sie gehen davon aus, dass er sie für wohltätige Zwecke verwenden wird. Sie verlassen sich auf die vermuteten Motive des libertären Politikers, also seine ehrlichen Absichten, während ich die Realität des politischen Amtes betrachte. Ich will, dass keiner politische Macht hat, auch nicht, wenn jemand angeblich nur guten Absichten damit verfolgt. Ich protestiere gegen das politische Amt selbst und die damit verbundene Macht. Ehrlich gesagt, vertraue ich kein bischen in die Absichten und die psychische Verfassung eines Politikers.
PL: Sie scheinen den libertären Politikern nicht darin zu vertrauen, dass sie ihr Wort halten. Nun, wir leben in einer unvollkommenen Welt ohne absolute Garantien. Wir hoffen, dass libertäre Politiker ihre Versprechen nicht brechen. Wenn sie das tun, werden wir die ersten sein, die sie verurteilen werden.

V: Die Frage des Vertrauens ist ziemlich nebensächlich. Ob ich einem Politiker vertraue oder nicht, ist nicht wichtig, obwohl es zu einem interessanten Problem führt: Soll der Spruch „Macht korrumpiert“ jetzt auf einmal nicht mehr gelten und eher „Macht korrumpiert, außer wenn man libertär ist“ heißen? Es gibt keinen Grund, warum Libertäre weniger anfällig für die Verlockungen der Macht sein sollen, als gewöhliche Sterbliche.

Aber wie gesagt, das ist nicht so wichtig. Möglicherweise kann ich bestimmten libertären Politikern vertrauen, aber ich will immer noch nicht, dass er die politische Macht über mich hat. Libertäre betonen, dass Freiheit ein natürliches Recht ist. Wenn ein rechtliches oder politisches System gegen dieses Recht verstößt, dann ist das System zu einem gewissen Grad ungerecht. Libertäre sollten sich dieser Ungerechtigkeit eigentlich widersetzen. Wir sollten versuchen, den Mechanismus loswerden, der es einer einzelnen Person in einem politischen Amt gestattet, Gewalt gegen andere Menschen einzusetzen.

„Wählen Sie mich ins Amt“, verkündet der libertäre Politiker, „geben Sie mir enorme Macht über Sie und Ihr Eigentum, aber seien Sie versichert, dass ich diese Macht nicht missbrauchen werde.“ Ich antworte: „Es gibt kein Recht auf so eine Macht – und als Vertreter des Libertarismus sollten Sie das auch wissen. Sie sollten zurücktreten. Sie sagen, dass Ihre Kampagne ehrlich und direkt sei, Herr Möchtegern-Abgeordneter. Aber ich kann überall nachsehen und nirgendwo die Aussage finden: „Abgeordneten-Ämter, wie wir sie kennen, sollten abgeschafft werden.“ Das ist nachvollziehbar, weil es Sie in Widersprüche verwickeln würde. Dann könnten Sie sogar von einem Dreijährigen gefragt werden: „Aber Herr Möchtegern-Abgeordneter, wenn das Amt des Abgeordneten an sich wegen seiner eingebauten politische Macht falsch ist, wie kann man dann mit gutem Gewissen uns dazu auffordern, Sie in ein Abgeordneten-Amt zu wählen?“

PL: Sie verlieren sich nur in technischen Fragen. Die Unvereinbarkeit von Libertarismus und einem politischen Amt ist theoretischer Kram. Betrachten wir einfach die reale Welt. Ich weiß immer noch nicht, warum ein libertärer Abgeordneter nicht konsequent und gewissenhaft für die Beseitigung von ungerechten Gesetzen eintreten sollte.

V: Wenn Sie das nicht sehen, liegt es daran, dass Sie – um Plato zu zitieren – zwar Augen im Kopf haben, aber keine Intelligenz. Sie sehen die Antwort nicht, weil Sie nicht die richtige Frage stellen. Man kann nicht mit der Vorstellung von einem „libertären Abgeordneten“ beginnen und dann fragen, ob diese Person vertrauen kann. Das grundlegende Problem liegt zunächst einmal in der Vorstellung von einem „libertären Abgeordneten“.

„Libertär“ und „Abgeordneter“ oder jedes andere politische Amt sind wie ein Quadrat und ein Kreis. Das eine kann nicht gleichzeitig das andere sein. Bei den sogenannten „technischen Fragen“, die Sie angesprochen haben, handelt es sich um das Gesetz der Widerspruchsfreiheit.

Was bedeutet es, in dieser Gesellschaft ein Abgeordneter zu sein? Unter anderem bedeutet es das Privilleg zu haben, Gesetze zu erlassen, ohne auf die Gerechtigkeit dieser Gesetze berücksichtigen zu müssen, und es ermöglicht einem, große Mengen von gestohlenem Geld zu verschwenden. Solche Befugnisse, die sich aus dem Amt eines Abgeordneten ableiten, sind unvereinbar mit freiheitlichen Prinzipien. Libertäre sollten demnach nicht gegen diesen oder jenen Abgeordneten sein, sondern gegen das Amt des Abgeordneten an sich.

PL: Aber könnte eine Libertärer nicht ein politisches Amt annehmen, obwohl er sich vollkommen im Klaren darüber ist, dass die damit verbundene Macht nicht rechtens ist? Er muss schließlich nicht alle Optionen nutzen, die ihm rechtlich zur Verfügung stehen. Als ein Libertärer, würde er wissen, dass er kein Recht dazu hat ungerecht zu handeln, unabhängig von seiner politischen Situation.

V: Sie verwechseln das Subjekt mit dem Objekt. Ein Mensch kann alles glauben, was er will. Ein libertärer Abgeordneter kann sich selbst einreden, dass er nicht die Macht seines Amtes ernstnimmt. Er kann sich einreden, dass er wirklich und wahrhaftig gegen den Staat ist, obwohl er ein Agent und Angestellter des Staates ist. Ich denke, es ist genauso gut möglich, dass ein Armeegeneral sich einreden kann, dass er trotz seines Berufs gegen das Militär ist. Ob diese Art der Unterwanderung gute Strategie ist, ist ein Thema für ein anderes Gespräch. Aber es bleibt bei den Fakten. Das Amt des Abgeordneten definiert sich unabhängig von den Wünschen der einzelnen Abgeordneten. Die Macht, die ein politisches Amt gewährt, hängt nicht von den geheimen Wünschen der libertären Politiker ab, und das ändert sich auch nicht, wenn der Politiker während des Amtseids die Finger hinter dem Rücken kreuzt.

Man kann nicht die Rechtmäßigkeit des Amts des Abgeordneten ablehnen, so wie das Libertäre logischerweise tun müssten, und gleichzeitig für jemanden eintreten, der in diese Position soll. Man kann kein Abgeordnetenmandat annehmen, obwohl man ganz genau weiß, was das bedeutet, und gleichzeitig von freiheitlichen Prinzipien sprechen.

Betrachten wir einen Extremfall: Wenn wir in einer Diktatur gelebt hätten, wäre die PdL dafür eingetreten, dass ein Libertärer das Amt des Diktators bekommt, oder wäre es besser gewesen, für die Abschaffung der Diktatur zu kämpfen?

PL: Abschaffung muss sicherlich das Ziel eines jeden Libertären sein. Dies bedeutet nicht, dass die Abschaffung nicht durch die erste Methode erreicht werden könnte. Ein „libertärer Diktator“, der die Macht seines Amtes nicht einsetzt, wäre besser als ein authentischer Diktator. Meinen Sie nicht auch?

V: Wenn es keine andere Wahl als einen Diktator gibt, dann bevorzuge ich den „guten Diktator“. Aber auch dieser „gute Diktator“ ist immer noch ein Diktator. Und wenn eine Gruppe selbsternannter „Libertärer“, ihre Zeit, Energie und Ressourcen investieren, einen ihrer Ansicht nach „guten Diktator“ an die Macht zu bringen, um den aktuellen zu ersetzen, dann hätte ich ernste Zweifel an ihrer freiheitlichen Einstellung. Und ich würde ihren Kandidaten für die Position des Diktators weiter als bedrohlich empfinden sehen, wenn auch als weniger bedrohlich als beim jetzigen Diktator.

PL: Also würden Sie einen „libertären Diktator“ unterstützen?

V: Nein, ich würde keinen Diktator unterstützen. Ich könnte den libertären Diktator gegenüber des aktuellen Diktators bevorzugen, aber ich würde ihn nicht unterstützen. Wenn ich die Wahl zwischen Mr. Jones habe, der mir den Kopf abhacken will, und zwischen Mr. White, der meine Hände abhacken will, dann bevorzuge ich Mr. White gegenüber Mr. Jones, da ich lieber meine Hände verliere, als meinen Kopf. Aber ich würde sicherlich weder Mr. Jones oder Mr. White unterstützen. Beide sind meine Feinde, auch wenn der eine relativ gesehen weniger schädlich ist, als der andere.

Den zentralen Punkt dürfen wir nicht übersehen: Den libertären Diktator gegenüber einem anderen Diktator vorzuziehen. Es gibt deutliche Unterschiede im Ausmaß der Gewalt. Aber darauf kommt es nicht an. Es kommt auf die Frage an, ob ein Libertärer zur gleichen Zeit ein Diktator sein kann. Können Libertäre einen guten Diktator wirklich aktiv unterstützen und fördern, nur weil er vielleicht der beste Diktator ist, der gerade zur Verfügung steht? Das ist tatsächlich eine besondere Situation und es würde Libertäre dazu zwingen, das kleinere von zwei Übeln zu unterstützen.

Kurz gesagt, ich würde einen Libertären nicht unterstützen, der für die Position eines Diktators kandidiert, weil sich Libertarismus und die Position eines Diktators gegenseitig ausschließen. Ich kann ihn als „Diktator mit guten Absichten“ bezeichnen, aber er ist nicht libertär. Und wenn ich meinen Prinzipien wirklich treu bleiben will, stelle ich mich gegen ihn. Meine Prinzipien gestatten keine Ausnahmen für „Diktatoren mit guten Absichten.“

Ebenso könnte Ihr libertärer Abgeordnete weniger Schaden anrichten und vielleicht sogar einige positive Dinge tun, wenn man ihn mit den Politikern anderer Parteien vergleicht. Er senkt vielleicht zum Beispiel die Steuern oder verhindert Krieg. Aber weniger Steuern und mehr Frieden sind keine speziellen libertären Positionen. Einige Konservative und Liberale befürworten genau das gleiche. Was Libertäre von ihnen unterscheidet, sind die Rechte des Individuums. Sie sind die Grundlage für den Widerstand gegen Steuern und Krieg. Die wichtigste Aufgabe von Libertären ist es, den Staat als eine herrschende Elite zu entlarven, die die grundlegende Ursache von Steuern und Krieg ist. Der repressive Charakter des Staates ist der Kern der libertären Theorie, und dieser Kern fordert von Libertären, eine prinzipielle Haltung gegen den Staat an sich einzunehmen. Der Staat ist eine Institution mit verschiedenen Stufen der Autorität. Es ist diese Autorität, die die Gewalt rechtfertigt. Und dagegen müssen sich Libertäre widersetzen.

Sie sehen also, dass Libertäre sich strikt gegen alle Abgeordneten, alle Präsidenten usw. stellen müssen. Ihre Ämter und Befugnisse sind wesentliche Bestandteile des Staatsapparates. Was  bedeutet es schließlich, den Staat abzulehnen, wenn sich diese Ablehnung ausgerechnet in Form von Ämtern und Institutionen der staatlichen Macht manifestiert? Lehnen wir Präsident Carter ab, weil er falsche Ideen hat? Nein. Wir lehnen ihn ab, weil er gefährlich ist. Und er ist gefährlich, weil er Präsident ist. Millionen von Menschen können noch schlimmere Ideen als Carter haben, aber das spielt keine Rolle, solange sie nicht dazu in der Lage sind, ihre Ansichten auch durchzusetzen. Die Gefahr liegt nicht in Carter, sondern in der Position des Präsidenten. Carter bezieht seine Macht aus dem Amt und der rechtlichen Deckung dieses Amtes. Das politische Amt selbst ist die grundsätzliche Gefahr, und das ist es, was wir beseitigen müssen. Sicherlich ist Carter ist ein gefährlicher Mann, aber jeder, der Präsident ist, ist gefährlich. Das Amt des Präsidenten beinhaltet eine politische Macht in einem ungeheuren Ausmaß, und jede Person, die dieses Amt inne hat, muss bei aufrichtigen Libertären auf Widerstand stoßen. Auch wenn diese Person selbst ein Libertärer ist.

PL: Nun, Ihre Ziele sind lobenswert, aber Sie leben in einer Fantasiewelt. Sie glauben doch nicht wirklich, dass politische Ämter einfach so verschwinden werden, oder?

V: Nein, aber was ich vor allem nicht glaube ist, dass eine Gruppe von Libertären an die Macht kommt und eine Regierung bildet und dann versucht, die Quellen der Macht und die Lebensadern des Staates zu beseitigen. Diese Vorstellung nenne ich eine Fantasiewelt.

PL: Also, was schlagen Sie stattdessen vor? Zu kritisieren ist leicht, aber eine Alternative vorzulegen, ist es nicht.

V: Lassen Sie uns zuerst einmal eines klarstellen: Hier geht es nicht – ich wiederhole: es geht nicht – um irgendeine Strategie. Sie, die Befürworter der Partei der Libertären scheinen Schwierigkeiten damit zu haben, das zu verstehen. Deswegen muss ich das besonders betonen. Ich unterstelle der Partei der Libertären an dieser Stelle keine falsche Strategie. Obwohl das ein sehr gutes Thema für eine weitere Diskussion wäre. Hier geht es nicht darum, wie man ans Ziel kommt.

PL: Aber wir sind uns doch darüber einig, dass eine freie Gesellschaft etwas sehr Wünschenswertes ist. Es kommt mir nur so vor, dass wir nur unterschiedliche Wege sehen, diese freie Gesellschaft zu erreichen.

V: Ja, Ihre und und meine Ziele stimmen überein. Aber ich sage nicht einfach nur, dass der politische Weg, dieses Ziel zu erreichen, ineffizient ist. Vielmehr sage ich, dass der politische Weg an sich nicht mit den grundlegenden libertären Prinzipien vereinbar ist, weil er ihnen widerspricht.

Ich zeige das einmal an folgendem Beispiel: Ich sage, dass ein grundlegendes Ziel in meinem Leben ist, eine Menge Geld zu verdienen. Sie geben zu, dass dieses Ziel an sich nicht zu beanstanden ist. Dann überfalle ich eine Bank. Sie sind total entsetzt und wollen wissen, wie ich so etwas tun kann. Ich antworte einfach, dass wir eine strategische Meinungsverschiedenheit haben. Wir sind uns einig, dass mein Ziel in Ordnung geht, aber wir sind uns nicht über den Weg einig, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll. Wir streiten darüber, wie man von A nach B kommt. Und jetzt verlange ich von Ihnen eine alternative Strategie für mich, um reich zu werden. Na klar, sage ich, mein Plan ist sicher nicht perfekt, aber was können Sie Hardliner mir denn für eine Alternative bieten? Bevor Sie meine Strategie angreifen, verlange ich von Ihnen eine Alternative.

Wie würden Sie darauf antworten? Ich vermute, dass Sie mir sofort unterstellen werden, dass ich die Position geändert habe. Sie werden mich darauf hinweisen, dass der Einwand gegen den Bankraub nicht einfach nur eine Frage der Strategie sei, sondern dass er tiefgehende moralische Aspekte beinhaltet. Und Sie würden sagen, dass Ihr Protest gegen mein Handeln nicht aus strategischen Gründen erfolgte, sondern aus moralischen Gründen. Also erst wenn ich die moralischen Einwände gegen den Bankraub überwinden kann, wird Frage nach der richtigen Strategie relevant. Die Forderung nach alternativen Strategien kann nicht über die Fragen der Moral gestellt werden.

Also, um wieder auf das Thema des politischen Handelns zu kommen, beantworte ich Ihre Frage auf die gleiche Weise. Okay, sprechen wir ein paar Tage lang über die Frage der Strategie. Wir können über Bildung, moralische Appelle, alternative Institutionen, Schattenwirtschaft, zivilen Ungehorsam, oder was auch immer sprechen – aber darum geht es hier nicht. Ich sage, dass politisches Handeln für sich betrachtet, einen zutiefst anti-libertären Aspekt beinhaltet. Dazu zählt der Versuch, Libertäre in öffentliche Ämter zu wählen – und das ist das Problem um das sich politische Libertäre zu allererst kümmern müssen. Zeigen Sie mir, dass politisches Handeln im Einklang mit libertären Prinzipien erfolgen kann, und dann können wir die Frage der Strategie diskutieren.

PL: Aber irgendwann müssen Sie sich mit der Frage der Strategie beschäftigen. Wenn Sie die politischen Mittel an sich verwerfen, bleibt Ihnen herzlich wenig übrig, um eine freie Gesellschaft zu erreichen. Wenn Ihre Prinzipien dazu führen, dass Sie untätig bleiben müssen, dann stimmt etwas mit Ihren Prinzipien nicht.

V: Diese Aussage ist ziemlich merkwürdig. Sie setzen Aktivismus mit politischem Handeln gleich. Etwas zu tun, bedeutet für Sie, etwas Politisches zu tun. Sie betrachten einen anti-politischen Libertären als Nicht-Aktivisten. Und das ist ein Mythos, der in der Libertären-Szene großen Schaden anrichtet. Wenn Mitglieder der Partei der Libertären erfahren, dass ich nicht Mitglied „der Partei“ bin, werde ich oft mit der lächerlichen Bemerkung begrüßt: „Oh, du bist ein Freiheitsaktivist mit einem kleinen F.“ Ich habe dabei immer das Gefühl, folgendes antworten zu müssen: „Ja genau, und du bist ein Vollidiot mit einem ganz großen V.“

PL: Okay, also Sie sind gegen Untätigkeit oder Passivität. Aber wie sollten Liberäre aus Ihrer Sicht, aktiv werden?

V: Ich werde Ihnen sagen, was ich als die größte Herausforderung betrachte, vor der Libertäre heute stehen. Und daraus können Sie eine beliebige Anzahl verschiedenster Strategien ableiten. Zuerst die grundsätzliche Frage.

Der Kampf gegen den Staat ist nicht nur ein Kampf gegen die bloße Macht – der Kampf wäre viel einfacher, wenn das so wäre. Das Wesen des Staates ist nicht die ihm innewohnende Gewalttätigkeit an sich, sondern die Legitimation dieser Gewalt. Der Staat nutzt die Bestätigung durch das Recht, seine kriminellen Handlungen zu legitimieren. Das ist es, was den Staat von einem ganz gewöhnlichen Verbrecher auf der Straße unterscheidet.

Der Staat ist in Wirklichkeit leider nicht das, was von den meisten Amerikanern angenommen wird. Die libertäre Sicht auf den Staat, widerspricht der Meinung der überwiegenden Mehrheit der Amerikaner. Bei bestimmten Punkten können wir sicher eine Übereinstimmung erzielen. Aber den Staat im Wesentlichen als eine kriminelle Bande zu betrachten, ist weitaus radikaler, als die meisten Amerikaner zu akzeptieren bereit sind.

Dieses definiert unser oberstes Ziel bei der Aufklärung. Wir müssen die Unrechtmäßigkeit des Staates in das Licht der Öffentlichkeit zerren. Wir müssen die Menschen davon überzeugen, die gleichen moralischen Maßstäbe an den Staat anzulegen, wie die Menschen sie an alle anderen und an sich selbst anlegen. Wir müssen die Menschen nicht davon überzeugen, dass Diebstahl falsch ist. Wir müssen sie nur davon überzeugen, dass es zwischen dem Diebstahl durch eine Person und dem Diebstahl durch den Staat im Namen der Besteuerung, keinen Unterschied gibt. Wir brauchen die Menschen nicht davon überzeugen, dass Mord falsch ist. Wir müssen sie nur davon überzeugen, dass zwischen dem Mord durch einen Menschen und dem Mord durch den Staat im Namen des Krieges oder der Landesverteidigung, keinen Unterschied gibt.

Wie ich schon sagte: Politische Macht ist Gewalt mit dem Anstrich der Rechtmäßigkeit. Voluntaristen sind möglicherweise nicht dazu in der Lage, jegliche Gewalt zu stoppen – das wäre tatsächlich ein unrealistisches Ziel – aber sie können die moralische Rechtfertigung politischer Gewalt beseitigen. Die Unrechtmäßigkeit politischen Handelns herauszustellen, erfordert alles, was wir an Überzeugungkraft aufbringen können. Kandidaten für politische Ämter bereitzustellen oder zu unterstützen, ist das krasse Gegenteil davon, was wir erreichen wollen.

Man kann den Staat nicht konsequent als eine Bande von Kriminellen hinstellen und gleichzeitig versuchen, die eigenen Leute in die Reihen dieser kriminellen Klasse einzuschleusen. So eine Heuchelei wäre für alle sofort offensichtlich. Also entweder lehnen Libertäre jegliches politisches Handeln ab, oder Sie müssen Ihre grundlegenden Prinzipien die Toilette hinunterspülen, um die eklatante Inkonsistenz zwischen ihren Handlungen und den proklamierten Absichten zu verstecken. Manche bezeichnen die Verabschiedung von den eigenen Prinzipien als praktisch. Ich nenne sie unehrlich und heuchlerisch.

PL: Sie glauben also nicht, dass Libertäre für politische Ämter kandidieren sollten. Bedeutet das auch, dass Libertäre nicht wählen sollten?

V: Auf jeden Fall. Aber es ist komplizierter als einfach nicht zur Wahl zu gehen. Libertäre sollten der Abstimmung an sich widersprechen – dem Mechanismus, aus dem die politische Macht entsteht. Politische Macht wird durch den Wahlprozess legitimiert. Das Wahlsystem beruht auf der Grundlage, dass Macht in entsprechend der Beteiligung an der Wahl verliehen wird. Libertäre müssen sich gegen diesen gewissenlosen Prozess stellen. Gegen den Mechanismus, durch den einige Personen zu unrecht Macht über andere erhalten.

Die Wahlstimme setzt das Unrecht hinter der Gewalt außer Kraft und gibt ihm den Anstrich der Rechtmäßigkeit. Wenn es Libertäre wirklich ernst mit der Freiheit meinen, dann kann und darf der Kampf der Libertären nicht nur darin bestehen, gegen diese oder jene Ungerechtigkeit vorzugehen. Der Kampf muss sich gegen das politische System richten, das die Ungerechtigkeit als solche hervorruft. Libertäre können nicht die Stimme für eigene Ziele benutzen, so als ob die Stimme moralisch neutral wäre. Die Wählerstimme ist das Instrument des Staates, die Illusion der Legitimität aufrecht zu erhalten. Eine libertäre Organisation kann die Legitimität des Staates nicht angreifen und gleichzeitig für Wählerstimmen werben.

PL: Das klingt, als ob das Ankreuzen auf einem Wahlzettel eine gewalttätige Handlung sei. Aber das ist es nicht, und es gibt keine Möglichkeit, beides gleichzusetzen, vor allem wenn man seine Stimme für einen Libertären abgibt.

V: Das Wählen ist nicht ein gewalttätiger Akt im engeren Sinne. Aber in diesem Sinne begehen Politiker ebenfalls keine Gewaltakte. Ein Präsident oder Abgeordneter geht nicht persönlich hin und nimmt Menschen in Haft, die ihre Gesetze missachten. Präsident Carter hat möglicherweise nie persönlich einen Gewaltakt in seinem Leben begangen. Präsident Johnson war nicht persönlich in Vietnam, um Vietnamesen zu ermorden. Bedeutet das aber, dass diese Politiker aus der Sicht eines Libertären nicht die Menschenrechte verletzt haben? Natürlich nicht. Es handelt sich um eine Befehlskette, in der sich die oberen Ränge nicht selbst die Hände schmutzig machen müssen. Präsident Johnson hatte aber nicht das moralische Recht dazu, die Ermordung unschuldiger Vietnamesen zu veranlassen, und kein Politiker hat das moralische Recht, die Rechte der Menschen zu verletzen, auch wenn diese Verletzungen gering sein mögen.

Übertragen wir diesen Gedanken auf die Wahlkabine. In ein öffentliches Amt gewählt zu werden, bedeutet Gewalt unter dem Anschein der Rechtmäßigkeit ausüben zu dürfen. Das ist eine Tatsache, die unabhängig davon ist, ob es uns gefällt oder nicht und unabhängig davon ist, ob ein bestimmter Politiker seine Macht ausnutzt oder nicht. Aber dazu gibt kein entsprechendes moralisches Recht. Das politische Recht, Gewalt ausüben zu dürfen, ist eine juristische Fiktion ohne jegliche moralische Grundlage.

Ich sage daher, dass keine Person das moralische Recht darauf hat, zu „wählen“. Eine Person in ein Amt zu wählen, gibt dieser Person eine moralisch unrechtmäßige Autorität über andere. Für einen Präsidentschaftskandidaten abzustimmen, gibt dieser Person die gesetzliche Grundlage dafür Ungerechtigkeiten begehen zu können. Nehmen wir an, dass ein Parteimitglied der Libertären für Ed Clarks [Anm. d. Übers.: Präsidentschaftskandidat der Libertären Partei bei der US-Wahl 1980] Präsidentschaft gestimmt hätte. Wenn Ed Clark gewählt worden wäre, hätte er in seiner Eigenschaft als Präsident, das Recht auf Gewaltausübung. So hätte er den „nationalen Notstand“ ausrufen können und die Inhaftierung von politischen Dissidenten veranlassen können. Aber es gibt kein solches moralisches Recht. Es ist entspricht dem Ansichreißen von Rechten. Und so wie Ed Clark nicht das moralische Recht dazu hat, diese Art von Macht zu erhalten, so hat auch niemand das Recht, ihm diese Macht zu geben oder diese Macht zu legitimieren.

Wenn ein Libertärer die Wahlkabine betritt, versucht er, eine Person in ein Amt zu heben, die ungerechte Macht über mich hat. Aber nun behauptet der Libertäre, dass sein Kandidat diese Macht nicht missbrauchen wird. Meine Antwort darauf lautet, dass das irrelevant ist, selbst wenn es wahr sein sollte. Allein einer Person diese Macht zu geben, ist das Problem. Ein Libertärer hat nicht das Recht dazu, Gewalt gegen mich einzusetzen, also kann er ein solches Recht auch nicht seinem politischen Favoriten geben. Wie ein Libertärer seinem politischen Kandidaten so ein Recht gewähren kann, ohne die geringsten Skrupel dabei zu haben und obwohl alle Libertären wissen, dass man Rechte nicht übertragen kann, die man gar nicht hat – das entzieht sich meinem Verständnis.

PL: Nochmal: Ich finde Ihren Standpunkt sympathisch, aber ich muss Sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. In einer idealen libertären Gesellschaft dürften solche Stimmrechte, wie wir sie kennen, gar nicht existieren – einverstanden. Aber in dieser Welt zählen Wählerstimmen zur Methode, mit der politischer Wandel bewirkt werden kann – zum Besseren oder zum Schlechteren. Für Libertäre ist die Stimmabgabe zu vergleichen mit Selbstverteidigung. Die Regierung setzt Gewalt gegen uns ein. Sie wird es auch weiterhin tun. Es sei denn, wir wehren uns dagegen, mit ihren eigenen Waffen, wenn nötig. Sie wollen doch das Recht der Libertären auf Selbstverteidigung nicht in Frage stellen. Die Stimmabgabe lässt sich so nutzen, ohne sie moralisch gutzuheißen.

V: Jetzt werfen Sie mir schon wieder vor, nicht in der realen Welt zu leben. Vielleicht gilt dieses mehr für Sie, als für mich. Ich habe mich dafür ausgesprochen, einen harten, prüfenden Blick auf die Welt der Politik zu werfen. Was ist der Staat? Was ist das Wesen eines politischen Amtes? Sie sagen, dass dies unerheblich sei? Warum? Weil libertäre Kandidaten voll von guten Absichten sind. Sie werden sich in den Staat hineinschleichen und die Quelle dieser ungeheuren Macht gegen sich selbst richten. Sie werden die Wahl gewinnen und die ganzen schlechten Politiker werden demütig ihre Niederlage anerkennen, ihr Spielzeug einsammeln und nach Hause gehen, um einer ehrlichen Arbeit nachzugehen.

Dann habe ich gesagt, dass die Wahl dazu führt, dass jemand anderes in Ihrem Namen handelt und dass Sie andere nicht moralisch legitimieren können, weil sie das Recht dazu gar nicht haben. Außerdem habe ich darauf hingewiesen, dass die Wahl die Grundlage politischer Rechtmäßigkeit ist. In den Köpfen der meisten Amerikaner ist sie die Wurzel der politischen Autorität. Das ist Fakt, ob es uns gefällt oder nicht. Sie antworten, dass das keine Rolle spielt und dass Libertäre dieses unbequeme Detail einfach übersehen können. Sie sagen, dass andere Leute ruhig denken können, dass Wählen und der politischen Prozess in Ordnung seien, wenn libertäre Kandidaten ins Amt kommen können, so wie das bei jeder anderen politsichen Partei ist und dass wir die Menschen deswegen zum Wählen ermutigen sollen.  Diese armen dummen Menschen. Sie waren sich offensichtlich nicht darüber im Klaren darüber, dass wir entgegen unserer nach außen verkündeten Absichten eigentlich gegen das Stimmrecht und gegen politische Macht sind. Tief im Inneren sind wir wirklich gegen diese Dinge. Es ist nur so, dass wir uns verteidigen müssen.

Auf Ihren Einwand der Selbstverteidigung, antworte ich: Na schön, verteidigen Sie sich doch, aber lassen Sie mich damit in Ruhe. Zu Wählen ist gerade deswegen falsch, weil Sie mich nicht in Ruhe lassen. Wenn Sie Ihren Kandidaten zur Selbstverteidigung ins Amt wählen, wird seine Macht nicht auf Sie persönlich und alle diejenigen beschränkt, die ihn gewählt haben. Er bekommt Macht über mich, und andere wie mich.

Wenn Sie die Wahlkabine betreten, begehen Sie einen Akt der enormen Anmaßung. Sie maßen sich an, dass Sie das Recht dazu hätten, einen politischen Schutzengel für mich zu ernennen – einen wohlwollenden Schutzengel, werden Sie behaupten, aber dennoch einen Vormund. Jetzt muss ich meine Frage an Sie als Libertären noch einmal wiederholen: Woher haben Sie dieses Recht? Sie haben keine besondere Befugnis über mich. Wie haben Sie dann das Recht erhalten, einen Vormund für mich zu ernennen? Woher nehmen Sie sich die Frechheit, sich dafür einsetzen, dass Ed Clark oder jemand anderes die Macht über mein Leben und meinen Tod und über dem Millionen anderer Amerikaner haben soll? Sie behaupten, aus Notwehr und Selbstverteidigung. Ich behaupte, dass Ihre Stimme weit über den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei Notwehr hinausgeht.

PL: Sie legen großen Wert auf den abstrakten Begriff der politischen Macht, den Sie als Rechtsanspruch auf Gewaltausübung deklarieren, und Sie behaupten, dass die Abstimmung dieser Macht Legitimation erteilt, unabhängig davon, ob ein bestimmter Politiker diese Macht einsetzt. Vor allem deswegen schließen Sie politisches Handeln aus. Es scheint mir, dass Sie eine Strategie mit großem Potenzial zuliebe abstrakter Begriffe opfern. Wir haben es mit realen Problemen zu tun, mit Fragen des wirtschaftlichen Überlebens und sogar mit Entscheidungen über Leben und Tod. Wenn wir Politiker wählen können, die den Staat zurückdrängen können und die nicht diese Macht ihrer Ämter missbrauchen, dann sage ich, dass wir einen großen Beitrag zur Freiheit leisten.

V: Vieles von dem, was ich gesagt habe, berücksichtigen Sie nicht. Ich als Individuum kann politisches Handeln nicht irgendwie verbieten. Ich sage aber, dass politisches Handeln mit libertären Prinzipien unvereinbar ist. Sie finden das unbequem, und Sie beschweren sich. Ich sage, wenn Sie sich beschweren, dann beschweren sich über die Prinzipien und nicht über mich. Politisches Handeln steht im Widerspruch zu libertärer Opposition – sie legitimiert politische Macht und Gewalt. Libertären Prinzipien treu zu bleiben setzt voraus, dass politisches Handeln abgelehnt wird. Ich akzeptiere den Libertarismus, und diese Akzeptanz zwingt mich dazu, politisches Handeln abzulehnen.

Wenn ich höre, dass politisches Handeln eine gute Strategie sein soll, mit der libertäre Ziele zu erreichen sind, kann ich deshalb nur antworten: Selbst wenn das wahr wäre, was ich nicht akzeptieren kann, würde es an der Richtigkeit dieser Feststellungen nichts ändern. Der Dichter Heine schrieb einmal: „Unsere Ideen gehören nicht uns, sondern wir gehören ihnen. Sie beherrschen uns und zwingen uns in die Arena, in der wir wie Gladiatoren für sie kämpfen müssen.“ Also stehe ich hier, als jemand, der die Konsistenz des Libertarismus geprüft hat, und bin dazu gezwungen in die Arena einzutreten, um gegen politisches Handeln zu kämpfen.

PL: Anti-Partei-Typen wie Sie finde ich faszinierend. Es gibt Tausende von engagierten Libertären, die hart daran arbeiten, die Dinge in Amerika zu verändern, und Sie, die Hardliner und Puristen sitzen weit entfernt in Ihrem Elfenbeinturm. Worte, Worte, Worte! Wenn Libertäre Leuten wie Ihnen zuhören würden, würde niemand etwas tun und die Macht des Staates würde weiter steigen. Ich schätze, Sie werden auch weiterhin Ihre Prinzipien großspurig verkünden, wenn der Staat zu Ihnen kommt, um Sie ins Gefängnis zu stecken.

V: Wenn der Staat mich abholt und ins Gefängnis steckt, ja, dann werde ich immer noch meine Prinzipien aussprechen, vor allem, wenn es sich dann um einen „libertären“ Staat handelt, der mich ins Gefängnis steckt. Sie beschuldigen mich des Purismus. Ich antworte: „Na und?“ Wenn „Purismus“ eines bedeutet, dann ist das, prinzipientreu zu bleiben. Auch wenn scheinbar kurzfristige Gewinne in Aussicht stehen. Was ist die Alternative? „Impurismus?“ „Korruptismus?“ „Ausverkaufismus?“

Solange wir noch diskutieren, können wir zur Frage der Strategie zurückkehren, von der sich anscheinend so überzeugt sind. Kommt es Ihnen nicht immer wieder paradox vor wie Libertäre einerseits wahnsinnig innovativ sind, wenn es um freie Alternativen am Markt geht, und zugleich so konservativ und orthodox sind, wenn es um den Bereich der politischen Strategie geht. Ich meine, Libertäre skizzieren unermüdlich Konzepte des freien Marktes für Straßen, Kanalisation, Versorgungsunternehmen, Wohlfahrtsverbände, Schulen, Polizei und sogar Gerichte. Wenn Kritiker beispielsweise ein Bildungssystem des freien Marktes ins Lächerliche ziehen, ermutigen sie sie, ihr Denken zu erweitern und die Vorstellung abzulegen, dass, nur weil Regierung in der Vergangenheit für etwas gesorgt hat, es in der Zukunft nicht so weitergehen muss. Offenes, phantasievolles Denken ist hierzu der Schlüssel.

Aber jetzt kommt die Frage der politischen Strategie ins Spiel und die phantasievollen Libertären werden plötzlich sklavisch orthodox. „Wie können wir etwas verändern“, fragen sie, „Ohne politische Aktionen? Niemand wird uns Aufmerksamkeit schenken, vor allem nicht die Medien. Jeder weiß, dass man genug Wählerstimmen aufbringen muss, bevor man die Dinge wesentlich verändern kann. Wir müssen Petitionen unterschrieben, wir müssen unsere Leute auf den Stimmzettel bekommen, wir müssen sie ins Amt wählen – das ist der einzige effektive Weg, um unsere Ziele umzusetzen. “

Zu solchen politischen Libertären, sage ich: „Wenn du nur einen Bruchteil deiner Zeit, die du in die Prüfung von Alternativen für politisches Handeln gesteckt hast, zum Beispiel für Alternativen zu öffentlichen Straßen, zur Energieversorgung, usw., einen Bruchteil der Tausende von Dollar und der Tausende von Stunden, die du verschwendet hast, um Petitionen zu unterschreiben und politischen Kampagnen hinterherzulaufen. Wenn du nur einen Bruchteil dieser Energie und dieses Geldes in unpolitische Alternativen investiert hättest, hätte es eine Entwicklung gegeben, deren Ausmaß du heute für unvorstellbar hältst.“

PL: Aber Sie vergessen doch die Regierung und ihre repressiven Gesetze. Irgendwann muss jemand damit beginnen, diese Gesetze aufzuheben. Bildung, Schattenwirtschaft, ziviler Ungehorsam, alternative Institutionen – das klingt alles ganz gut, aber was nützt es, wenn wir die Gesetze und Verordnungen, die unsere Freiheit einschränken, nicht aufheben? Und diese Aufhebung entspricht zwangsläufig politischem Handeln.

V: Erstens ist es nicht wahr, dass die Gesetze aufgehoben werden müssen, damit sie nicht mehr wirksam sind. Es gibt Tausende von Gesetzen die heute praktisch tot sind, weil die Öffentlichkeit deren Durchsetzung nicht tolerieren würde.

Zweitens gibt es immer viel politische Umwege um bestehende Gesetze herum, um das zu tun, was in der breiten Öffentlichkeit beliebt ist. Gesetze werden unwirksam oder aufgehoben, sobald es unmöglich wird, sie durchzusetzen, weil die die öffentliche Meinung sich gegen sie dreht.

Das bringt mich zu einem fundamentalen Unterschied, zwischen dem, was Libertäre Ihrer Ansicht nach anstreben sollten und dem, was sie meiner Ansicht nach tun sollten. Sie konzentrieren sich auf den politischen Prozess. Ich sage, dass diese Konzentration auf den politischen Prozess die Legitimität dieses Prozesses verstärkt. Sie sagen den Leuten in der Tat, dass der Weg zu ihren natürlichen Rechten darin bestehen soll, die Regierung um Erlaubnis zu bitten. Wenn ihnen die Regierung die Erlaubnis erteilt, ihre Gewinne zu behalten, oder ihre Kinder selbst zu unterrichten, oder einen bestimmten Lebensstil zu leben, dann ist es okay, das so zu tun. Es läuft alles schön ordnungsgemäß nach den Spielregeln des Staates.
Ich sage genau das Gegenteil. Und zwar, dass Libertäre eine gründliche und kompromisslose Respektlosigkeit gegenüber der Regierung und ihrer Gesetze heranzüchten sollten. Wir sollten den Leuten in aller Deutlichkeit sagen, dass die Verfügungen der Regierung in keinster Weise moralisch legitim sind. Dass sie das gleiche sind, wie die Regeln der Mafia. Wir müssen daran arbeiten, den Staat zu minimieren, indem wir ihn entmystifizieren, indem wir ihn bloßstellen.

Natürlich gibt es da das praktische Problem der Vermeidung von Strafen und Einzelne werden lieber die Gesetze befolgen, um einer Bestrafung zu entgehen. Aber eine Regierung, die allein auf die Angst verlassen muss, die gefügig macht, kann nicht lange überleben. Alle Regierungen müssen sich in den Anschein von Rechtmäßigkeit einhüllen, um ihre Duldung durch ihre Untertanen zu erreichen.

Libertäre müssen versuchen, diesen Anschein der Rechtmäßigkeit zu entfernen. Sie müssen den Leuten sagen: Ihr habt ganz bestimmte Rechte. Und daran ändert eine Regierung nichts. Die Regierung besteht aus Verbrechern und Dieben. Seid auf der Hut, beobachtet sie mit Vorsicht, denn diese Verbrecher und Diebe sind mächtig. Aber lasst euch nicht von ihnen beeindrucken. Gebt ihnen weder Respekt noch moralische Bestätigung. Behandelt sie wie jede andere Verbrecherbande.

Wenn diese Respektlosigkeit auf breiter Ebene entsteht, dann behaupte ich, dass wir eine Wiedergeburt der Freiheit erleben werden. Mit einer Zustimmung von einem Prozent der Bevölkerung würde Politik zu einer Lachnummer werden. Ein Gesetz nach dem anderen konnte verabschiedet werden, und niemanden würde das interessieren. Die Regierung würde durch Vernachlässigung sterben.

Das ist es, was ich Libertären im Gegensatz zu politischen Handlungen empfehlen würde. Und der Lohn für eine solche Anstrengung wäre nicht weniger als die Demontage der Regierung. Ich gebe zu, dass die spektakulären politischen Kampagnen wegfallen würden. Es gäbe weder Kampagnen, noch einen Medien-Hype. Es wäre eine stille Revolution und eine, die weitgehend dezentralisiert abläuft. Dutzende von verschiedenen Strategien würden entstehen. Es würde lange Zeit in Anspruch nehmen und es wäre unauffällig und unspektakulär. Es gäbe, wenn überhaupt, nur wenige Machtpositionen, um die gekämpft werden müsste. Einsatzbereitschaft und Wissen sind dazu nötig. Aber es könnte tödlich enden.

Wie gesagt, diese strategische Vision ist unvereinbar mit politischem Handeln. Wir wünschen uns, dass sich die Menschen anderswo als in Regierungen auf die Suche nach ihrer Freiheit begeben. Wir wünschen ihnen, der Regierung mit verächtlicher Gleichgültigkeit entgegenzutreten. Das kann nicht durch politisches Handeln erreicht werden.

 

„Party Dialogue“ erschien zuerst in New Libertarian (Vol. IV, Nr.8, Dezember 1980 – Feb. 1981) Box 1748, Long Beach, CA 90801

 

Original:
George H. Smith – Party Dialogue
http://voluntaryist.com/nbnb/party_dialogue.html

Übersetzung, redaktionelle Überarbeitung:
Peter Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikelfoto: http://www.flickr.com/photos/kioko/3533571625/sizes/o/in/photostream/  von daveblume

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71 Responses to Politiksüchtige Libertäre – Augen im Kopf und trotzdem blind

  1. Spatzenschrot sagt:

    Also was wollt ihr damit jetzt sagen? Das es nichts bringt eine libertäre Partei zu wählen weil man den Ring Saurons nicht für das gute verwenden kann?

    Also soll man Gesetzesdurchsetzungen einfach nicht mehr tolerieren anstatt Gesetze abzuschaffen? Soll man jetzt also keine Steuern mehr zahlen und sich bewaffnet auf das anrücken der Polizei einstellen? Den Staat „wegerziehen“ ist keine Antwort wenn die Cops vor der Tür stehen mit Tränengas und Rammbock. Der Hase sagt zum Fuchs ja auch nicht, ich werde einfach das Hasen jagen wegerziehen.

    Das ganze ist ein Haufen Text mir wenig Aussage und ich hab das Gefühl wieder viel Zeit verschwendet zu haben, weil sich Libertäre und Voluntaristen wieder nicht drauf einigen können wer der freiheitlichere ist.

    • Selfowner sagt:

      „Empirisch gesehen haben alle libertäre und freie Marktleute in den letzten 300 bis 400 Jahren, die den politischen Weg gehen wollten, um Freiheit zu erreichen, den Staat vergrößert und vergrößert und vergrößert.“

      Stefan Molyneux

      Hast du den Artikel überhaupt gelesen? WIe kann man nur wie ein Staazi denken und sagen “ Es ist zwar nicht perfekt, aber ich sehe jetzt mal über die ganze Gewalt die Meine Handlungen hervorrufen hinweg und sage einfach es gibt keine bessere Strategie.“ Ernsthaft les den Artikel und verstehe ihn, es geht nicht darum welche Strategie besser ist sondern welche Strategie moralisch ist und wer auch nur ein klein bisschen Ahnung von Geschichte hat, der wird bereits verstanden haben, dass der Weg des korrupten Systems nicht funktioniert.

      Freiheitliche Grüße

      • Spatzenschrot sagt:

        Ouh ja klar ich bin dann wieder der Staatzi. Hey mir wärs auch lieber wenn sich der Spuck einfach dadurch beenden liese, indem die Steuerakten in Flammen aufgehen. Aber auf der Seite behauptet man hier ja im Pussy Ton, eine gewalttätige Revolution wäre so dumm, das man darauf garnicht eingeht. Was auch Sinn macht da man ja nicht über sowas reden ‚darf‘.

        Also lass mal hören und erzähl mir bitte nichts von „Staat wegerziehen“ wenn die meisten hier, selbst die mit Kindern, immernoch im Schulpflicht Gehege Deutschland sitzen.

        • Philip sagt:

          Und wie viele Schüler unterhalten sich im Unterricht über Computerspiele, Erlebnisse und Freizeitaktivitäten, statt der Konditionierung zu folgen?

          In meiner Schulzeit war mir Mathematik wichtig und meine Deutsch-Test waren in Spiegelschrift. I sagte zum Lehrer, er müsse das Blatt einfach nur verkehrt herum auf den Tageslichtprojektor legen um es zu korrigieren.
          Es war ein Protest gegen die Lärm-Bedingungen während des Tests und die Noten waren mir egal, den was sagen Noten schon aus wenn man sich nicht konzentrieren kann?
          Und während dem Nachsitzen lernte ich eben meine eigene Mathematik im Kopf. Wo ich dafür war, war mir egal solange es nicht zu laut war – was ja eigentlich schon Folter ist wenn man Lärm nicht ohne Kopfschmerzen erträgt.

          Bei Wahlen ist es genauso. Was sagt eine Wahl schon aus wenn alle nur der lautesten Stimme folgen und alle unter der 5%-Hürde nicht angehört werden?
          Wahlen werden manipuliert, alleine schon dadurch dass viele nur die CDU/CSU,SPD,Grüne,Linke-„Einheitspartei“ wählen weil alle anderen die 5%-Hürde nicht schaffen.

  2. freedomforce sagt:

    Jo Michael, die libertäre Position ist schon definitorisch unvereinbar mit Politik. Ein PDVler hätte illegitime Macht über Menschen, egal wofür er sie nutzte.

    • Equality 7-2521 sagt:

      Die illegitime Macht ist an das Amt geknüpft. Egal ob da jetzt ein Libertärer sitzt oder nicht. Libertäre Positionen sind nicht unvereinbar damit politische Ämter zu besetzen, sondern damit Zwang und Gewalt auf andere auszuüben.

  3. Hanz sagt:

    Vulgärvoluntarismus – leider. Ein „politisches Amt“ ist nicht weiter als eine Abstraktion. Nur weil jemand plötzlich ein „politisches Amt“ inne hat, ist erstmal noch gar nichts anders. Ein „politisches Amt“ ist kein Ding oder Wesen, so wenig wie „der Staat“. Nur konkrete Handlungen können Recht oder Unrecht sein, keine Abstraktion a la „politisches Amt“. Mit dieser Abstraktion wird nichts anderes bezeichnet, als dass sich bestimmte Individuen (Staatsbedienstete, aber auch Untertanen) zu einem anderen Individuum („Politiker“) auf eine bestimmte Weise verhalten, nämlich dessen Anweisungen folgen. Das und nichts anderes ist die Macht des Politikers. Macht meint generell nichts anderes, als dass man die Möglichkeit hat, andere Menschen zu einem Handeln (oder Unterlassen) im eigenen Sinne zu veranlassen. Ob man diese nun nutzt, um seinen Willen durchzusetzen oder nicht, ist in der Tat eine Frage der moralischen Bildung. Und wenn man moralisch gebildet ist und demnach es als eine schlechte Sache ansieht, andere zu veranlassen, den eigenen Willen gegen wieder andere durchzusetzen, dann kann man natürlich auch ein „politisches Amt“. Denn genau auf moralische Bildung baut doch schließlich der Voluntarismus. Schließlich haben viele Menschen, auch solche ohne Zuschreibung der Abstraktion „politisches Amt“, die Möglichkeit (Macht), andere zu veranlassen, Gewalt gegen Dritte auszuüben, und jeder kann die Gewalt jederzeit auch selbst ausüben, wenn er dies möchte. Die Macht über Leben und Tod hat also jeder Mensch und die voluntaristische Aufklärung zielt doch einfach „nur“, Gewalt gegen friedliche Mitmenschen nicht auszuüben. Das ist doch aber unabhängig von den Mitteln, die einem Individuum zur Verfügung stehen.

    • hhschmidt sagt:

      „Die Macht über Leben und Tod hat also jeder Mensch und die voluntaristische Aufklärung zielt doch einfach “nur”, Gewalt gegen friedliche Mitmenschen nicht auszuüben.“

      Impliziert das, dass Gewalt gegen unfriedliche Menschen ausgeübt werden darf? Denn m.E. sind bereits solche als unfriedlich zu bezeichnen, die sich Aufwandsentschädigungen aus – beispielsweise – Stadtratsmitgliedschaften bedienen. Denn solchen Aufwandsentschädigungen gegenüber „ehrenamtlich Tätigen“ (sehr abstrakt, oder?) geht Gewalt gegen das Eigentum und den Selbstbesitz eines Individuums voraus.

  4. Ben sagt:

    Hallo Michael,

    ich vermute, diese Debatte basiert auf der Annahme, Freiheit sei erst zu erreichen,
    wenn es eine Mehrheit dafür gäbe.

    Korrigier mich bitte, wenn ich mit dieser Einschätzung nicht richtig liegen sollte.

    Wenn Deine Gedanken aber auf dieser Annahme beruhen, kannst Du Dir
    die Zeit sparen, denn diese Annahme ist falsch.

    Ayn Rand’s Roman „Der Streik“ beschäftigt sich mit der Frage, wie die freiheitsfeindlichen Plündererstrukturen in dem heutigen Ausmaß überhaupt erst entstehen konnten und wie sie wieder beseitigt werden.

    Mehrheiten spielen dabei keine Rolle.
    Der Verstand tut es.Wen interessiert, wie das gemeint ist, empfehle ich dieses Buch.

    Darüber hinaus finde ich es grundsätzlich begrüßenswert, Menschen auf den Gedanken der Freiheit aufmerksam zu machen.

    Ob das hier auf fwf geschieht oder durch Ron Paul, die PDV
    oder wen auch immer, ist für mich dabei zweitrangig.

    Mich ärgert nur, daß in zunehmend mehr fwf-Beiträgen die Emotionalität
    über Sprache und Logik gestellt wird.
    (So ist z.B. Wählen kein(!) Gewaltverbrechen.Das ist Fakt.)

    Wenn fwf wieder zu Definition und Logik als Maßstab für veröffentlichte Beiträge zurückkehrt, würde mich das sehr freuen.

    Viele Grüße aus dem Bildungsexil von Ben

    • michael sagt:

      „ich vermute, diese Debatte basiert auf der Annahme, Freiheit sei erst zu erreichen,
      wenn es eine Mehrheit dafür gäbe.“
      sie basiert eher darauf, daß freiheit nicht verhandelbar ist… ich kann auch nicht nachvollziehen, wie du auf die aussage anhand des artikeltextes kommst…zeig mir doch bitte den textausschnitt, damit ich es logisch nachvollziehen kann.

      „V: Wenn der Staat mich abholt und ins Gefängnis steckt, ja, dann werde ich immer noch meine Prinzipien aussprechen, vor allem, wenn es sich dann um einen „libertären“ Staat handelt, der mich ins Gefängnis steckt. Sie beschuldigen mich des Purismus. Ich antworte: “Na und?” Wenn “Purismus” eines bedeutet, dann ist das, prinzipientreu zu bleiben. Auch wenn scheinbar kurzfristige Gewinne in Aussicht stehen. Was ist die Alternative? “Impurismus?” “Korruptismus?” “Ausverkaufismus?”

      „Darüber hinaus finde ich es grundsätzlich begrüßenswert, Menschen auf den Gedanken der Freiheit aufmerksam zu machen.“
      vielleicht bist du auch hier so nett und kannst mir zeigen, wo im text das gegenteil gesagt wird oder wo ich das gegenteil sage.

      „Mich ärgert nur, daß in zunehmend mehr fwf-Beiträgen die Emotionalität
      über Sprache und Logik gestellt wird.
      (So ist z.B. Wählen kein(!) Gewaltverbrechen.Das ist Fakt.)“

      wenn deine aussage richtig ist, dann müßtest du mir ja einfach zeigen können, wo im folgenden zitat logische fehler sind.

      Das Wahlkreuz des Wählers für sich betrachtet ist keine Gewalttat – das ist klar. Ein Wahlkreuz zu machen ist nicht das gleiche wie eine Pistole abzufeuern, die auf einen Verweigerer zielt. Der Wähler hat keine Gewalt eingesetzt, ebensowenig wie die Gesetzgeber, der Präsident oder die Richter, wenn sie ein Gesetz verabschieden oder ein Urteil verkünden. Trotzdem haben alle diese Leute ein autoritäres System, das am Ende Menschen mit Gewalt zum Gehorsam zwingt, unterstützt oder sich daran beteiligt.

      Die Wähler, Amtsinhaber und anderen Beteiligten der Regierung sind also Mittäter oder Komplizen der Polizisten, Soldaten und Gefängniswärter, die tatsächlich physische Gewalt dazu einsetzen, um die Verweigerer zu unterwerfen. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Verfahren vor internationalen Gerichten, bei denen sowohl gewählte Amtsinhaber als auch Diktatoren rechtmäßig als Kriegsverbrecher verurteilt wurden – als rechtlich Verantwortliche für Verbrechen, die sie zwar nicht mit ihren eigenen Händen begangen haben, die aber infolge ihrer Befehle verübt wurden. Diejenigen, die also den Soldaten den Befehl erteilen, unschuldige Zivilisten umzubringen, sind verantwortlich, auch wenn sie nicht persönlich die Waffen auf sie gerichtet und geschossen haben.

      Obwohl dieses Prinzip der Verantwortlichkeit noch nie von der politischen Führung bis auf diejenigen zurückverfolgt wurden, die an den Wahlen teilgenommen haben, sollte nun eines klar sein: Die Kette der Verantwortung beginnt bei denjenigen, die Gewalttaten begehen, sie reicht über diejenigen, die die Befehle dazu erteilen bis zu denen, die zur Wahl gehen, aus denen die Ermächtigung der politischen Führer hervorgeht.“

      ich kann in deinem kommentar keine widerlegung der aussagen dieses artikeltextes sehen.
      bisher kamen von den kritikern ausschließlich emotionale und irrationale antworten, ad hominems und strohmannargumente OHNE auf den inhalt der texte einzugehen…das ist sehr bezeichnend und spricht für sich.
      zusätzlich hatten die kritiker keine fakten, die die aussagen widerlegen können…so auch du bisher nicht.

      leider bist auch du den artikeltext nicht inhaltlich angegangen.

      zeig mir doch bitte die artikelabschnitte, die mit reiner emotionalität und ohne logik vorgehen, weil ich kann keine entdecken und ohne beweise es leider nur eine reine emotionale aussage ist.
      da wir ja in letzter zeit einige solcher videotexte veröffentlicht haben, sollte es kein problem sein, sehr viele beispiele als logischen beweis anzuführen.
      hab keine hemmung, ruhig alle testpassagen, die unlogisch sind, hier reinzuposten und zu erklären was daran unlogisch ist.
      ich bin wirklich gespannt, wieviel dabei rauskommt.
      ich denke nicht, daß ich dir die funktion von überschriften erklären muß.

      dazu kommt, daß du und dein handeln das lebende beispiel für unsere argumentation bist 🙂 !
      du hast nicht auf politiker gewartet und auf irgendwelche wohlklingenden worte(lügen) vertraut, sondern hast selbstbestimmt dein leben in die hand genommen, um deiner familie- vor allem deinem kind- eine freiere und zwanglosere zukunft zu geben.
      du lebst vor, wie man hier und jetzt zu persönlicher freiheit kommt, was ich sehr respektiere und zu dem ich aufschaue.
      wenn nur ein bruchteil der politikjinkies deinen weg gehen würden, dann wären wir einer freien gesellschaft sehr viel näher.
      nicht politiker, nicht politische reden inspirieren menschen, sondern handeln wie deines inspirieren menschen.
      das sieht man an den reaktionen von den interviews, die wir mit dir gemacht haben.
      grad letztens, hat das letzte interview eine mutter, die überzeugt ihr kind in die schule schickt, sehr berührt und zum umdenken gebracht und eine weitere mutter, die mich nach alternativen gefragt hat und ich ihr das interview geschickt habe.

      • Equality 7-2521 sagt:

        >“Das Wahlkreuz des Wählers für sich betrachtet ist keine Gewalttat …

        Das ist der Unterschied zwischen Gewalt und Zwang.
        Der Politiker der Gesetzte verabschiedet zwingt die Bürger, übt aber keine Gewalt aus.
        Der Politiker der keine Gesetze verabschiedet zwingt niemanden zu irgendetwas.

        Zwang geht im politischen System immer der Gewalt voraus.
        Ein Gesetz zu verabschieden heißt zu zwingen, heißt Gewalt zu initiieren. Kein Gesetz verabschieden heißt nicht zu zwingen, heißt nicht Gewalt zu initiieren.

        >Die Wähler, Amtsinhaber und anderen Beteiligten der Regierung sind also Mittäter oder Komplizen der Polizisten, Soldaten und Gefängniswärter, die tatsächlich physische Gewalt dazu einsetzen, um die Verweigerer zu unterwerfen.

        Wenn diese Menschen Gesetze und damit Zwang und Gewalt unterstützen trifft das zu. Tun sie das aber nicht, trifft es nicht zu.

        >Die Kette der Verantwortung beginnt bei denjenigen, die Gewalttaten begehen, sie reicht über diejenigen, die die Befehle dazu erteilen bis zu denen, die zur Wahl gehen, aus denen die Ermächtigung der politischen Führer hervorgeht

        Trifft höchstens zu wenn für Gesetze und damit für Zwang und Gewalt gewählt wurde.
        Die Ermächtigung der politischen Führer geht aus einem Wahlergebnis hervor, nicht aus der Wahl an sich … eigentlich nicht mal das, das Wahlergebnis liefert sogar nur die Lieblingsbegründung der politischen Führer für ihre Ermächtigung.

    • Michael Mahrenholz sagt:

      Hallo Ben nur kurz zu meiner Idee das die persöhnliche Freiheit bewegt.Selbst erlebtes kann uns weiter helfen.Zwei beamten nehmen mich mit natürlich ohne Handschellen. Oder man emphielt mir die Nervenklinik unter dem Motto mach mal Pause.da stellt sich doch die Frage was ist Freiwillig und was Zwang oder? noch ein beispiel aus meinem Leben ein junger mann habe ich durch zufall vor seiner „Gruppe“ beleidigt und er wollte mich dafür verprügeln Ok dachte ich mir na Und er tat es und ging mit zwei aus seiner Gruppe fort, da ich blutig am Boden lag standen plötzlich 17 aus seiner Gruppe bei mir und nun.Also Gewalt wird nie eine Lösung sein. Wer wohl hier gewonnen hat kann sich jeder selbst denken. Man kann auch durch enorme Schwäche so manches auslösen oder? Das schlimmste für männer ist denke ich mal Schwäche zu zulassen und spontan andere somit ungewollt zu belehren.Eigentlich entscheidet jeder freie mensch blitzschnell aus der Situation heraus um andere nicht zu gefärden. denn auf der strasse bist nun mal allein(ohne Partei) und das ist auch gut so.Mit 54 Jahre jung bin ich mir treu geblieben weder Partei noch Religion.oder sollte die Freiheit eine neue religion werden?wenn ich dem gegenüber respektiere so wie er ist ,sind beide Frei.

  5. Dreamer sagt:

    Es reicht schon, wenn die Leute davon überzeugt sind, daß ein gewisser Anteil des Volkes die Regierung zu Erpressung, Raub, Entführung und Mord legitimiert hat (reale Wahlbeteiligung hin oder her). Das ändert natürlich nichts daran, daß es zutiefst unmoralisch ist, „wählen“ zu gehen.

  6. Taylor sagt:

    Wir (Menschen) sind heute allgemein freier und reicher als vor 200 Jahren, zu verdanken haben wir das der Marktwirtschaft und einem immer stärker werdenden Bewusstsein für Individualität.
    Wie Mises einmal Sagte, die guten Ideen werden sich durchsetzen, weil sie gute Ideen sind.
    Der natürliche Trendverlauf ist mehr Freiheit, es stimmt das die EU an Einfluss gewinnt, aber in den 70ern glaubte auch niemand das die UDSSR in 20 Jahren am ende sein wird. Jedes mal wenn sich ein System selbst zerstört wächst ei neues daraus welches immer etwas freier als das vorherige ist, so war es die letzen 2000 Jahre, und so wird es die nächsten 2000 Jahre sein.

    Und natürlich kann eine Partei konsequent für Freiheit einstehen. Gerade Libertäre sollten nicht wie eine Sekte auftreten (was aber leider viele tun), sondern eher als Aufgeklärte und Intelligent Menschen, die eines eint, und zwar der drang nach einem Wandel in der Gesellschaft, hin zu mehr Freiheit des einzelnen. Jeder Schritt ist dabei wünschenswert, egal ob politisch oder gesellschaftlich.

  7. Philipp Hofmann sagt:

    Hut ab, FreiwilligFrei! Damit macht Ihr Euch sicher keine Freunde unter denen, die der Politiksucht verfallen sind. Sie werden euch für diesen Artikel hassen, egal ob BGEler, Zeitgeistler, Sozialistenromantiker, PDVler, Andreas Poppler usw.
    Ich habe mich lange gefragt, was denn der Unterschied zwischen Libertarismus und Voluntarismus ist. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.
    Auch der Titel trifft den Nagel voll auf den Kopf. Politische Libertäre kann man nicht besser beschreiben. Sie haben die Missstände zwar erkannt und sehen sie klar und deutlich, aber sie sind durch den konstanten Strom der Politikdroge in ihr Gehirn nicht mehr dazu in der Lage, mit diesen Erkenntnissen rational umzugehen. Sonst würden sie genau so klar erkennen, dass Politik immer anti-freiheitlich ist und dass Politik deshalb nicht der Weg zur Freiheit sein kann.
    Mit solchen Artikeln wascht ihr den Politiksüchtigen richtig den Kopf und ihr setzt sie auf kalten Entzug. Das ist für sie unangenehm und schockierend und sie beginnen zu jammern und zu klagen und zu schreien. Das sieht man hier im Kommentarbereich schon ganz deutlich. Einige ticken vollkommen aus obwohl sie den Text nicht mal zuende gelesen haben.
    Es gibt nichts wohlklingenderes in meinen Ohren als die emotionalen Schmerzensschreie von Politiksüchtigen, die auf kalten Entzug gesetzt sind. Je lauter diese Schmerzensschreie, desto besser und desto deutlicher wisst ihr, dass ihr auf dem richtigen Weg seid. Die unheilbar an der Politiksucht erkrankten Leute werdet ihr verlieren, wenn ihr so weitermacht. Dafür wird aber die Verbindung zu Leuten, die nichts mit Politik anfangen können, umso stärker. Und man darf ja nicht vergessen, dass es sich bei diesen Leuten auch um die Mehrheit der Menschen handelt. Es sind diejenigen, die so wenig Interesse an der Politik haben, dass sie nicht zur Wahl gehen. Es sind diejenigen, die offen für echte Freiheit sind und diese in ihrem Privatleben aus voller Überzeugung schon lange leben, während Politiker einfach nur den Glanz der Freiheit für ihre politische Rhetorik missbrauchen wollen.
    Ich danke euch!

    • Equality 7-2521 sagt:

      >Es gibt nichts wohlklingenderes in meinen Ohren als die emotionalen Schmerzensschreie von Politiksüchtigen, die auf kalten Entzug gesetzt sind.

      Narzisstische Persönlichkeitsstörung?

      >Sonst würden sie genau so klar erkennen, dass Politik immer anti-freiheitlich ist und dass Politik deshalb nicht der Weg zur Freiheit sein kann.

      Gesetze abzuschaffen ist anti-freiheitlich?
      Ich erkenne es wirklich nicht. Da setzt wohl mein Verstand aus. Logisch ist das für mich nicht. Dafür gibts aber ne einfache Erklärung: Politiksucht. Ich bin einfach krank, geisteskrank.

      Meine Empfehlung an dich: Diskutiere nicht mit mir. Versuch dich nicht an logischen Schlüssen. Ich verstehe sie sowieso nicht. Red dir lieber in einem Kommentar den Frust von der Seele und Schimpf auf mich. Blicke einfach auf mich herab und rede dir ein aufgrund deiner glasklaren Moral und deinem blitzgescheiten Verstand was besseres zu sein als ich. Distanziere dich von mir und ignoriere mich. Ich bin nur ein Fleck an deinem Schuh. Dann gehts dir besser … glaub mir.

      • Philipp Hofmann sagt:

        >Narzisstische Persönlichkeitsstörung?

        Nein, nicht ganz, es ist anders: Ich bin süchtig nach Freiheit wie ein Drogenabhängiger nach Drogen. Ich bekenne mich dazu. Wenn man mir meine Freiheit wegnimmt, reagiere ich halt so. Tut mir Leid, ich bin schuldig. Danke auch für die Empfehlung, nicht mit Dir zu diskutieren, an die ich mich gerne halten werde. Alles, was es zu diesem Thema zu diskutieren gibt, steht sowieso schon im Artikel.

        P.S.: Es geht mir sehr gut, danke der Nachfrage.

        • Equality 7-2521 sagt:

          Ich würde dir ja jetzt gerne erklären warum dir das Wählen nicht die Freiheit wegnimmt da ich Mitleid mit dir habe.

          Leider hast du dir gewünscht nicht mit mir zu diskutieren.

          • Philipp Hofmann sagt:

            Wir beide müssen auch nicht diskutieren. Der Sachverhalt, den Du mir erklären willst, ist im Artikel schon thematisiert und begründet. Du kannst einfach die entsprechenden Textteile hier reinkopieren und argumentativ auseinandernehmen.

      • Kurt Gluth sagt:

        Deine Beitrag hier ist schon so selbstkommentierend, … Du hast Dich hier mit allen Regeln der Kunst mit wenigen Worten demaskiert – fein gemacht!

        Tja, getretener Hund bellt!

  8. heikophilo sagt:

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass Gedanken schon so klar und früh aufgeschrieben worden sind, die mir total neu und revolutionär vorkommen. Auch hier ist das so. 1980 hat jemand diese ganze Sache schon so schön aufgefächert, alle wesentlichen Argumente schön gegeneinander gestellt. Ich bin wieder mal erstaunt, obwohl ich es besser weiß.
    Mir zeigt das, wie wichtig es ist, immer wieder die Botschaft unter die Leute zu bringen, dass der Staat eine gewaltsame Truppe ist, zu der man besser gebührenden Abstand hält.

  9. Michael Mahrenholz sagt:

    Eigentlich tragen die schwächsten der gesellschaft ne Uniform ? was würde wohl passieren wenn echte freie Menschen das selbe tun—es wäre Krieg also kann man daraus wohl schliessen das auf der Strasse wohl mehr freie echte menschen sind.wir sind ja wohl mit Fkk gross geworden und nicht mit Politkern(Baujahr 58)2mal Diktatur reicht wohl und jetzt EU?

  10. Equality 7-2521 sagt:

    @Phillip Hoffman
    Ich hab mir den Artikel nochmal angeschaut, aber nichts gefunden was mich ins schwitzen gebracht hätte. Vielleicht willst du mir ja doch erklären warum dir das Wählen die Freiheit nimmt?

    >das Wesen der Politik ist gegen die Freiheit gerichtet.
    Politik soll die Lebensumstände der Menschen verbessern. Um das zu erreichen werden Gesetze verabschiedet und wieder aufgehoben. Gesetze zu verabschieden verschlechtert in der Regel die Lebensbedingungen. Auf jeden Fall richten sich Gesetze aber gegen Freiheit. Gesetze aufzuheben stellt den Ursprünglichen besseren Zustand wieder her. Dies richtet sich nicht gegen die Freiheit, ist aber Bestandteil der Politik.

    >Die Frage drängt sich auf, ob eine politische Partei sich wirklich kompromisslos für Freiheit einsetzen kann. Meine Antwort lautet: “Nein” und deswegen lehne ich die PdL ab.
    Das ist eine Subjektive Einschätzung … zunächst ohne Logik und Begründung. Ich sehe da aber auch Schwierigkeiten. Aus meiner Sicht kann sich die Partei nicht für die Abschaffung des Staates aussprechen, da sie sonst verboten werden würde. Das ist aber auch schon der Einzige Kompromiss. Ansonsten steht dem Kampf gegen Unterdrückung nichts im Weg.

    >Das unmittelbare Ziel der Partei der Libertären ist es, die Kontrolle über den Staatsapparat ihren politischen Wettbewerbern zu entreißen.

    Na sicher ist es das. Sonst könnte Sie ja auch keine Gesetze aufheben. Wenn ein Politiker aus der PdL aber ein Gesetz verabschieden würde, wäre er kein Libertärer mehr, und müsste folglich aus der Partei ausgeschlossen werden.

    >Die politische Macht entspricht der Möglichkeit, mit rechtlichen Sanktionen gegen andere gewaltsam vorzugehen. Das ist ein integraler Bestandteil von politischen Ämtern. Ein Staatsbeamter, egal ob libertär oder nicht, hat erhebliche Macht über wehrlose Bürger.

    Das Amt hat die Macht. Sie wird ihm in seiner Funktion als Beamter geliehen. Der Libertäre Staatsbeamte hat dann also eine erhebliche Macht, er nutzt sie aber nicht aus. Er wäre kein Libertärer mehr und würde folglich aus der Partei ausgeschlossen werden müssen.

    >Der Politiker hat diese politische Macht und der Privatmann hat sie nicht. Diese Eigenschaft des politischen Amtes darf niemals vergessen werden.

    Ok, merk ich mir.

    >Ich protestiere gegen das politische Amt selbst und die damit verbundene Macht.

    Ja mach das, ich unterstütze das. Tue ich aber auch.

    >Ehrlich gesagt, vertraue ich kein bischen in die Absichten und die psychische Verfassung eines Politikers.

    Das ist dein gutes Recht. Ich will dich nicht zwingen zu wählen.
    >„Macht korrumpiert, außer wenn man libertär ist“ heißen? Es gibt keinen Grund, warum Libertäre weniger anfällig für die Verlockungen der Macht sein sollen, als gewöhnliche Sterbliche.

    Macht korrumpiert. Ja. Das ist auch bei libertären eine Gefahr. Was nützt es aber einen Libertären zu bestechen wenn er nicht mit Gesetzen für dich eintreten wird? Tut er es doch wäre er kein Libertärer mehr und müsste folglich aus der PdL ausgeschlossen werden.

    >Möglicherweise kann ich bestimmten libertären Politikern vertrauen, aber ich will immer noch nicht, dass er die politische Macht über mich hat.

    Das will der Libertäre auch nicht. Er will diese Ämter auch abschaffen, er darf dafür nur nicht öffentlich eintreten. (wenn doch → kein Libertärer → Ausschluss)

    >Libertäre sollten sich dieser Ungerechtigkeit eigentlich widersetzen. Wir sollten versuchen, den Mechanismus loswerden, der es einer einzelnen Person in einem politischen Amt gestattet, Gewalt gegen andere Menschen einzusetzen.

    Ich stimme zu. Privat kann sich der Libertäre ja auch dafür einsetzen.

    >Es gibt kein Recht auf so eine Macht – und als Vertreter des Libertarismus sollten Sie das auch wissen. Sie sollten zurücktreten.

    Er weiß es. Er nutzt die Macht nicht aus. Er spricht sich privat gegen diese Macht aus. ( wenn nicht → kein Libertärer → Ausschluss) Er bleibt jedoch im Amt um Gesetze aufzuheben. Dafür wurde er gewählt. Das entspricht seiner Überzeugung.

    >Aber ich kann überall nachsehen und nirgendwo die Aussage finden: “Abgeordneten-Ämter, wie wir sie kennen, sollten abgeschafft werden.”

    Natürlich kannst du das nicht. Das würde ja auch zum Verbot der Partei oder dem Verlust seines Amtes führen. Beides möchte er nicht verlieren, denn er möchte Gesetze beseitigen.

    >“Aber Herr Möchtegern-Abgeordneter, wenn das Amt des Abgeordneten an sich wegen seiner eingebauten politische Macht falsch ist, wie kann man dann mit gutem Gewissen uns dazu auffordern, Sie in ein Abgeordneten-Amt zu wählen?“

    Der Abgeordnete zwingt niemanden ihn zu wählen. Das Amt bleibt jedoch auch bestehen wenn er nicht gewählt wird. Er hat kein schlechtes Gewissen wenn er das Amt übernimmt, da er weiß das er damit Gewalt verhindern und abbauen kann.

    >Man kann nicht mit der Vorstellung von einem “libertären Abgeordneten” beginnen und dann fragen, ob diese Person vertrauen kann. Das grundlegende Problem liegt zunächst einmal in der Vorstellung von einem “libertären Abgeordneten”.

    Ein Amt zu übernehmen ist nicht unvereinbar mit libertären Positionen, sondern Zwang und Gewalt auszuüben.

    >„Libertär“ und „Abgeordneter“ oder jedes andere politische Amt sind wie ein Quadrat und ein Kreis. Das eine kann nicht gleichzeitig das andere sein. Bei den sogenannten „technischen Fragen“, die Sie angesprochen haben, handelt es sich um das Gesetz der Widerspruchsfreiheit.

    Erster logischer Fehler. Libertär sein heißt gegen Zwang und Gewalt zu sein und nicht keine politischen Ämter zu übernehmen. Es ist nicht widersprüchlich libertär und Politiker zu sein.

    >Das Amt des Abgeordneten definiert sich unabhängig von den Wünschen der einzelnen Abgeordneten.

    Kein Widerspruch.

    >Man kann nicht die Rechtmäßigkeit des Amts des Abgeordneten ablehnen, so wie das Libertäre logischerweise tun müssten, und gleichzeitig für jemanden eintreten, der in diese Position soll.

    Warum nicht? Ist doch lediglich eine Vertrauensfrage.

    >Man kann kein Abgeordnetenmandat annehmen, obwohl man ganz genau weiß, was das bedeutet, und gleichzeitig von freiheitlichen Prinzipien sprechen.

    Was bedeutet das? Das er in dieser Position Gesetze abschaffen wird?

    >Wenn wir in einer Diktatur gelebt hätten, wäre die PdL dafür eingetreten, dass ein Libertärer das Amt des Diktators bekommt, oder wäre es besser gewesen, für die Abschaffung der Diktatur zu kämpfen?

    Warum hier eine entweder/oder-Frage stellen? Der Libertäre Diktator könnte auf einen Schlag alle Gesetze abschaffen. Außerdem wird der Libertäre Diktator nicht der Forderung nach der Abschaffung seiner Position widersprechen, sonst wäre er nicht libertär.

    >Aber ich würde sicherlich weder Mr. Jones oder Mr. White unterstützen. Beide sind meine Feinde, auch wenn der eine relativ gesehen weniger schädlich ist, als der andere.

    Das Amt des Diktators ist dein Feind, nicht die libertäre Person in diesem Amt.

    … das geht dann noch zehn Seiten so weiter. Ich denke es ist klar was ich sagen will.

    freisinnige Grüße

    • Philipp Hofmann sagt:

      > Ich denke es ist klar was ich sagen will.

      Ja, jetzt ist es klar. Ich fasse zusammen:
      „Ich komme von meiner Politiksucht nicht los und würde niemals zugeben, dass ich politiksüchtig bin.“

      • Equality 7-2521 sagt:

        Nenn mir bitte einen unwiderlegbaren Grund, warum Politik nichts zur Freiheit beitragen kann und du hast mich geheilt. Versprochen.

        • Philipp Hofmann sagt:

          Den Spruch „das ist jetzt aber meine letzte Flasche Schnaps, danach höre ich aber wirklich damit auf“ habe ich schon von vielen Alkis gehört. Danach kommen tausend billige Ausreden und es wird weitergemacht.
          Tut mir Leid, aber ich habe keine Lust, mich um hoffnungslose Fälle zu kümmern. Ich kümmere mich lieber um die, die noch nicht an der Flasche bzw. Nadel hängen.

          • Equality 7-2521 sagt:

            Ich achte sehr auf Logik. Also nur zu, versuchs. Ist doch kein großer Aufwand. Ich werde nicht der Einzige sein der das ließt. Ich bin mir sicher das du damit auch dem einen oder anderen „Nichtsuchti“ helfen wirst.

          • michael sagt:

            verstehst du englisch?

          • Equality 7-2521 sagt:

            Ja. Aber um meiner Bitte gerecht zu werden sollte man ja wohl keine langen Aufsätze übersetzen müssen. Ein/zwei Sätze müssten genügen.

          • michael sagt:

            wir übersetzen das video eh ins deutsche, aber wenn du englisch kannst, dann kannste schonmal reinschauen, weil das die fage sein würde, die ich dir stellen würde.
            wenn du willst, schau rein….wenn nicht, auch ok:

            kannst ja mal sehen, ob du den beweis antreten kannst, um den dort gebeten wird.

            ansonsten hat phillip dir eine sehr valide frage gestellt.

          • Philipp Hofmann sagt:

            Du hast mich so nett darum gebeten, deshalb ausnahmsweise:

            Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg waren die Voraussetzungen für eine freiheitliche Gesellschaft ideal, es gab eine deutlich libertäre Einstellung und den Menschen war klar, einen Staat nur absolut minimal zulassen zu dürfen.

            Libertäre Politiker sind damals mit genau den gleichen Sprüchen gekommen, wie du und haben sogar eine äußerst freiheitlich gestrickte Verfassung inkraft gesetzt.

            Ist der amerikanische Staat daraufhin nun gewachsen oder nicht?

            Wie kann es sein, dass heute daraus ein totalitäres Monster mit dem größten Militär der Menschheitsgeschichte geworden ist?

          • Equality 7-2521 sagt:

            Das ist ein Grund dafür, das Politik kein Garant dafür ist das sich der Staat nicht ausdehnt. Dem widerspreche ich nicht. Dagegen kann das vereinzelte Abschaffen von Gesetzen wenig ausrichten. (abschaffen von Gesetzen = libertäre Politik) Parteien haben jedoch auch einen Einfluss auf die Gedanken der Menschen. Und ob die Menschen einen wachsenden Staat wollen oder nicht wollen, hängt von ihren Gedanken ab. Gegen den Willen der Masse kann die Regierung nichts ausrichten. Wenn die Masse also einen Minimalstaat will, bekommt sie einen.

            Nur zum festhalten: ich trete nicht dafür ein das Parteiarbeit das einzige Mittel sein sollte um zu einer Privatrechtsgesellschaft zu gelangen.

            Nun zur Widerlegung deines Grundes:
            Das Abschaffen von Gesetzen gehört auch zur Politik. Jedes abgeschaffte Gesetz ist ein Beitrag zu mehr Freiheit. Es ist historisch bewiesen das bereits Gesetze abgeschafft wurden. Folglich kann Politik einen Beitrag zu mehr Freiheit leisten.

            freisinnige Grüße

          • michael sagt:

            wir haben niemals behauptet, daß man nicht auch als politiker menschen informieren kann… janich macht das vorbildlich und es wäre super, wenn andere pdv´ler nur 5% seiner aufklärungsarbeit machen würden.

            libertäre versuchen seit 100ten von jahren den staat kleiner zu machen: ergebnis: er wird immer größer und größer und größer… im fall der usa> wie phillip auch treffend sagt, das optimalste experiment eines minimalstaates> haben wir als ergebnis die vernbichtenste und größte armee der menschheit!!! das kannst du nicht abstreiten.

            ich weiß nicht wie es bei dir aussieht, aber ich würde keine krebstherapie anwenden wollen, die nachgewiesener maßes den tumor extrem wachsen läßt…egal wie toll die ärzte mir das verkaufen wollen….

            wir können ja mal aufzählen, wieviel totalitäre gesetze hinzugekommen sind und wieviele abgeschafft wurden, die letzten100 jahre.
            ich denke wir wissen, wie die liste aussehen wird 🙂 sehr krass einseitig.

            nehmen wir einfach mal ron paul, der unbestritten der populärste libertäre politiker der letzten zeit war.
            wieviel gesetze hat er abgeschafft, im vergleich zu den polizeistaatsgesetzen die dazugekommen sind?!

            auch hier spricht die praxis eindeutig, gegen die theorie.

          • Philipp Hofmann sagt:

            Ich habe ja gesagt, dass es nichts bringen wird, jemandem, der an der Nadel hängt, seine Drogen auszureden.

            „V: Erstens ist es nicht wahr, dass die Gesetze aufgehoben werden müssen, damit sie nicht mehr wirksam sind. Es gibt Tausende von Gesetzen die heute praktisch tot sind, weil die Öffentlichkeit deren Durchsetzung nicht tolerieren würde.

            Zweitens gibt es immer viel politische Umwege um bestehende Gesetze herum, um das zu tun, was in der breiten Öffentlichkeit beliebt ist. Gesetze werden unwirksam oder aufgehoben, sobald es unmöglich wird, sie durchzusetzen, weil die die öffentliche Meinung sich gegen sie dreht.“

          • Equality 7-2521 sagt:

            @ michael
            ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen ist kein großer Aufwand. Und niemand hindert einen daran zusätzlich schwarz zu arbeiten oder Aufklärungsarbeit zu leisten. Das dieses Kreuz für eine libertäre Partei jetzt dazu führen soll das das Krebsgeschwür wächst, wage ich zu bezweifeln.

            @Philipp

            >Erstens ist es nicht wahr, dass die Gesetze aufgehoben werden müssen, damit sie nicht mehr wirksam sind.

            hab ich nicht behauptet

            >Zweitens gibt es immer viel politische Umwege um bestehende Gesetze herum, um das zu tun, was in der breiten Öffentlichkeit beliebt ist. Gesetze werden unwirksam oder aufgehoben, sobald es unmöglich wird, sie durchzusetzen, weil die die öffentliche Meinung sich gegen sie dreht.

            Da gebe ich dir Recht. Aber auch du kannst nicht bestreiten, das Gesetze einen gewissen Einfluss auf die Handlungen der Exekutive haben.

          • michael sagt:

            „Das dieses Kreuz für eine libertäre Partei jetzt dazu führen soll das das Krebsgeschwür wächst, wage ich zu bezweifeln.“
            ich habe gesagt, daß man nachgewiesener maßen das krebsgeschwür nicht kleiner macht, was ja das ziel der libertären parteien ist.

            das ist dieser weitverbreitete aberglaube, in denen menschen dann so viel hoffnung und teilweise auch sehr viel zeit/geld/energie reinstecken.

            man kann den staat nicht von innen bekämpfen…wie man auch die mafia nicht infiltrieren und zur heilsarmee machen kann.

            das wird suggeriert und es wird in den menschen diese fantasie aufrechterhalten… es ist eine irrationale religion, weil wie du siehst, die fakten leider dagegensprechen.
            es ist nicht das kreuz auf einem blatt, welches der gefährliche akt ist, sondern am meisten das kozept des staates, welches gefestigt wird was nichts anderes als unsichtbare gitterstäbe sind.

            hier gilt dieser teil des artikels:

            „Solange wir noch diskutieren, können wir zur Frage der Strategie zurückkehren, von der sich anscheinend so überzeugt sind. Kommt es Ihnen nicht immer wieder paradox vor wie Libertäre einerseits wahnsinnig innovativ sind, wenn es um freie Alternativen am Markt geht, und zugleich so konservativ und orthodox sind, wenn es um den Bereich der politischen Strategie geht. Ich meine, Libertäre skizzieren unermüdlich Konzepte des freien Marktes für Straßen, Kanalisation, Versorgungsunternehmen, Wohlfahrtsverbände, Schulen, Polizei und sogar Gerichte. Wenn Kritiker beispielsweise ein Bildungssystem des freien Marktes ins Lächerliche ziehen, ermutigen sie sie, ihr Denken zu erweitern und die Vorstellung abzulegen, dass, nur weil Regierung in der Vergangenheit für etwas gesorgt hat, es in der Zukunft nicht so weitergehen muss. Offenes, phantasievolles Denken ist hierzu der Schlüssel.

            Aber jetzt kommt die Frage der politischen Strategie ins Spiel und die phantasievollen Libertären werden plötzlich sklavisch orthodox. “Wie können wir etwas verändern”, fragen sie, “Ohne politische Aktionen? Niemand wird uns Aufmerksamkeit schenken, vor allem nicht die Medien. Jeder weiß, dass man genug Wählerstimmen aufbringen muss, bevor man die Dinge wesentlich verändern kann. Wir müssen Petitionen unterschrieben, wir müssen unsere Leute auf den Stimmzettel bekommen, wir müssen sie ins Amt wählen – das ist der einzige effektive Weg, um unsere Ziele umzusetzen. ”

            Zu solchen politischen Libertären, sage ich: “Wenn du nur einen Bruchteil deiner Zeit, die du in die Prüfung von Alternativen für politisches Handeln gesteckt hast, zum Beispiel für Alternativen zu öffentlichen Straßen, zur Energieversorgung, usw., einen Bruchteil der Tausende von Dollar und der Tausende von Stunden, die du verschwendet hast, um Petitionen zu unterschreiben und politischen Kampagnen hinterherzulaufen. Wenn du nur einen Bruchteil dieser Energie und dieses Geldes in unpolitische Alternativen investiert hättest, hätte es eine Entwicklung gegeben, deren Ausmaß du heute für unvorstellbar hältst.““

            laßt uns kreativ werden und die ideen von millionen von menschen ausprobieren, die aussichtsreicher sind… und das bitte ohne zwang.

            das konzept staat muß ausgetauscht werden durch freiheit und inspiration… und da ist es kontraproduktiv, die vielen leute in die politik zu ziehen und festzuhalten.

      • Equality 7-2521 sagt:

        @michael

        >ich habe gesagt, daß man nachgewiesener maßen das krebsgeschwür nicht kleiner macht, was ja das ziel der libertären parteien ist.

        jedes abgeschaffte Gesetz macht das Krebsgeschwür ein Stück kleiner. Im ganzen finden die Menschen natürlich Sozialismus sympathischer → der Staat wächst.

        >das ist dieser weitverbreitete aberglaube, in denen menschen dann so viel hoffnung und teilweise auch sehr viel zeit/geld/energie reinstecken.

        Ein Kreuz zu machen ist weder viel Zeit, noch viel Geld.

        >man kann den staat nicht von innen bekämpfen…wie man auch die mafia nicht infiltrieren und zur heilsarmee machen kann.

        Wenn man die Gesetze des Staates auch als Staat ansieht, kann man das sehr wohl. Den Staat an sich kann man von innen natürlich nicht bekämpfen. Aber genauso wenig kann man den Zwang des Staates von außen reduzieren solange der Staat existiert.
        Das eine zu tun schließt das andere zum Glück nicht aus.

        >es ist nicht das kreuz auf einem blatt, welches der gefährliche akt ist, sondern am meisten das kozept des staates

        Ich bin ein gutes Beispiel dafür das Konzept des Staates abzulehnen, und trotzdem zu wählen. Wenn ich das kann können das andere auch.

        Den Artikel kenne ich. Er gefällt mir.
        Aber du missverstehst mich. Ich möchte dir nicht raten viel Zeit und Geld in die Politik zu investieren, sondern einfach nur meine Entscheidung die PDV zu wählen verteidigen.

        >das konzept staat muß ausgetauscht werden durch freiheit und inspiration… und da ist es kontraproduktiv, die vielen leute in die politik zu ziehen und festzuhalten.

        vielleicht hast du da recht. Aber da sich diese Leute sowieso schon soviel Mühe geben mach ich trotzdem mein Kreuz.
        (und natürlich aus Selbstverteidigung)

        freisinnige Grüße

        • Philipp Hofmann sagt:

          >jedes abgeschaffte Gesetz macht das Krebsgeschwür ein Stück kleiner. Im ganzen finden die Menschen natürlich Sozialismus sympathischer → der Staat wächst.

          Ein Arzt, der ein Krebsgeschwür durch ein bischen Schnippeln hier und ein bischen Schnippeln da behandelt und eine Art „Gegenkrebs“ in den Körper einpflanzen will, ist kein Arzt, sondern ein Quacksalber und Scharlatan. Politische Libertäre handeln genau so und sind politische Quacksalber und Scharlatane.

          >Ein Kreuz zu machen ist weder viel Zeit, noch viel Geld.

          Genau, die Politiker machen es sich so leicht wie möglich, ihre Verantwortung für ihre Schandtaten loszuwerden. Dazu müssen sie nur zwei gekreuzte Striche vom Stimmvieh erhalten.

          >Wenn man die Gesetze des Staates auch als Staat ansieht, kann man das sehr wohl. Den Staat an sich kann man von innen natürlich nicht bekämpfen. Aber genauso wenig kann man den Zwang des Staates von außen reduzieren solange der Staat existiert.

          Der Staat und die Politik existieren vor allem in deinem Kopf. Dort gilt es, ihn zu bekämpfen. Die Droge befindet sich in deinem Körper. Dort muss sie raus. Es ist sehr wichtig, das zu verstehen, aber Du bist in deinem politischen Vollrausch wahrscheinlich schon lange nicht mehr dazu in der Lage.

          >Das eine zu tun schließt das andere zum Glück nicht aus.

          Oh doch. Das eine verursacht die Probleme, das andere beseitigt sie.

          >Ich bin ein gutes Beispiel dafür das Konzept des Staates abzulehnen, und trotzdem zu wählen. Wenn ich das kann können das andere auch.

          Das ist in sich widersprüchlich. Deine Handlung widerspricht deinen Worten. Eine Person, die etwas sagt und dann das Gegenteil von dem macht, was sie gesagt hat, ist kein „gutes Beispiel“. Genau das ist das Problem, um das es hier geht.

          >einfach nur meine Entscheidung die PDV zu wählen verteidigen.

          Du brauchst Dich nicht zu verteidigen. Entscheide selbst, ob Du nachdem Du Dir angemaßt hast, anderen durch dein Wahlkreuz einen Vormund mit Gewalt aufzwingen zu wollen, noch aufrichtig in den Spiegel schauen kannst und dich selbst „freisinnig grüßen“ kannst.

        • Equality 7-2521 sagt:

          @Philipp Hofmann – wenn du mit mir diskutieren willst, halt dich bitte auch an die Form. Es ist mir zuwider meine Zeit in dich zu investieren und zum Dank dafür Beschimpfungen an den Kopf geschmissen zu bekommen.

          >Politiker machen es sich so leicht wie möglich, ihre Verantwortung für ihre Schandtaten loszuwerden

          Jetzt erklär mir doch mal bitte die Schandtaten eines libertären Politikers.

          >Der Staat und die Politik existieren vor allem in deinem Kopf. Dort gilt es, ihn zu bekämpfen. Die Droge befindet sich in deinem Körper. Dort muss sie raus.

          Zeig mir die Stelle an der ich den Staat verteidigt habe.

          >Das eine verursacht die Probleme, das andere beseitigt sie.

          Das eine wie das andere verursacht Probleme.
          Das eine wie das andere beseitigt Probleme.

          [Staat ablehnen und gleichzeitig wählen]
          >Das ist in sich widersprüchlich.

          Die Wahl libertärer Politiker in bereits vorhandene Ämter unterstützt den Staat nicht und baut ihn auch nicht auf. Ein Widerspruch wäre es wenn die Wahl dafür sorgen würde das der Staat in irgendeiner Weise wächst. Tut sie aber nicht.

          >Entscheide selbst, ob Du nachdem Du dir angemaßt hast, anderen durch dein Wahlkreuz einen Vormund mit Gewalt aufzwingen zu wollen, noch aufrichtig in den Spiegel schauen kannst und dich selbst “freisinnig grüßen” kannst.

          Ich zwinge niemanden einen Vormund auf. Ich wähle damit mir der Staat nicht noch mehr stiehlt. Für mich alleine, nicht für dich. Das Bevormunden das du kritisierst besteht in Form des Amtes. Also unabhängig davon ob der Mensch der dieses Amt besetzt dir Vorschriften macht oder nicht. Da ich aber nie für ein neues Amt eingetreten bin, trage ich keine Verantwortung dafür das du bevormundet wirst.

    • Tobias Poley sagt:

      Ich bewundere deine konsequente Art, hier auf der Seite noch weiter zu posten. Ich bewundere dass du in der selben Präzision auf Kommentare eingehst, welche nicht auf Logik, wohl aber auf die Emotionale Ebene der Leserschaft abzielen. Ich habe das vergangene Jahr sehr gerne hier vorbei geschaut, habe FwF als umfangreiche Ergänzung von Oliver Heulers voluntarist.de gesehen und mich gefreut als dessen Arbeit zum Thema „GFK „ oder Kinder“erziehung“ ausführlich behandelt wurden. Seit Anfang letzten Monats scheint man sich allerdings auf Feindbildschaffung ein zu schießen und ist weniger an lösungsorientierten Ansätzen (außer die Feindbilder ab zu schaffen) interessiert.

      Ich wünsche dass du hier nicht irgendwann der letzte „Geistesgestörte“ bist, den es hier zu bekehren gilt und freue mich das du bis zum Ende deine Sachlichkeit nicht verlierst. Einem philosophischen Voluntaristen (Kein Zweck heiligt Zwang) auf „Freiwillig Frei“ von der Idee zu überzeugen dass eine Wahl (Mehrheitsherrschaft) zum Abschaffen von Gesetzen führt, geht wegen der „Mehrheitsherrschaft“ nicht, dies habe ich nun begriffen. Würden sie sich für einen politischen Weg aussprechen könnten sie Ihrem Namen „Freiwillig Frei“ nicht dieselbe Bedeutung beimessen wie Ihnen derzeit innewohnt.

      Ich wünsche dir daher Kraft und Ausdauer dich weiterhin deines eigenen Verstandes zu bedienen und Freiwillig Frei weiterhin viel Spaß bei der Feindbildschaffung.

      Freisinnige Inselgrüße
      tobias

  11. Zef sagt:

    In der Welt des Geistes, der Freiheit, des Selbst kann nicht auf irgendeine Weise gesiegt werden, sondern nur auf die wesentliche Weise. In der Welt des Geistes, der Freiheit, des Selbst ist die Form die Reduplikation des Inhalts.

    Geist, Freiheit und Selbst
    sind nicht wie Geld und Titel, Pferd und Wagen, Fackelzug und Hurraruf.

    „Der Einzelne ist die Kategorie des Geistes, der Geist-Erweckung,
    und der Politik so entgegengesetzt wie möglich“ (Kierkegaard).


    Geistlos = seiner als Geist sich nicht bewusst sein

    • Zef sagt:

      Spießbürgerlichkeit ist Geistlosigkeit

      „Der Spießbürgerlichkeit fehlt jede Bestimmung des Geistes, und sie geht im Wahrscheinlichen auf, innerhalb dessen das Mögliche sein bisschen Platz findet …

      Ohne Phantasie, die dem Spießbürger immer fehlt, lebt sie in einem gewissen trivialen Inbegriff von Erfahrungen darüber, wie es zugeht, was möglich ist, was zu geschehen pflegt, der Spießbürger mag im übrigen Bierzapfer oder Staatsminister sein.

      So hat der Spießbürger sich selbst … verloren. Um nämlich auf sein Selbst … aufmerksam zu werden, muss die Phantasie einen Menschen höher schwingen als bis zum Dunstkreis des Wahrscheinlichen …

      Aber Phantasie hat der Spießbürger nicht, er will sie nicht haben, verabscheut sie.“ (Kierkegaard, Krankheit zum Tode)

  12. Piet Noir sagt:

    Wir brauchen ein deutsches Blue Ridge Liberty Project

    http://www.youtube.com/watch?v=WItiPXm0kM8&sns=fb

  13. Equality 7-2521 sagt:

    >Politiksüchtige Libertäre – Augen im Kopf und trotzdem blind

    Ab wann ist man politiksüchtig?
    Ich fühle mich nicht als politiksüchtiger, da ich nur einmal alle 4 Jahre wählen gehe und mich dann nicht weiter um Politik schere.
    Ich habe kein TV und höre auch nicht im Radio Nachrichten.

    Natürlich gibt es auch Menschen die jeden Tag gebannt vor der Glotze sitzen, und sich stundenlang politisches Gewäsch auf Youtube anhören. Diese Menschen sind aus meiner Sicht wirklich politiksüchtig.

    Wie seht ihr das?

    • Zef sagt:

      Equality 7-2521
      >Ab wann ist man politiksüchtig?

      Der „Ausser-Sich-Seiende“ ist gefährdet; er erwartet auch alles von aussen.

      „Überall da, wo das innere Blühen der Individualität noch nicht begonnen hat, wo die Individualität noch geschlossen ist, wird von äußerer Geschichte die Rede sein. Sobald dagegen diese sozusagen aufblüht, fängt die innere Geschichte an.

      Die erobernde [„politische“] Natur ist immer ‚außer sich‘, die besitzende ‚in sich‘, daher bekommt die erste eine äußere Geschichte, die zweite eine innere“ (Kierkegaard)

      Wer sich selbst absolut wählt, ist (apriori) „besitzend“.
      Wer alles besitzt, muss schlechthin nichts „erobern“.


      Ich erschaffe mich nicht,
      ich wähle mich

      • Equality 7-2521 sagt:

        >Wer sich selbst absolut wählt, ist (apriori) “besitzend”.
        Wer alles besitzt, muss schlechthin nichts “erobern”.

        … sagte der leibeigene Bauer in den Kerkern des Königs.

        Manchmal erinnerst du mich an die Propheten bei „Das Leben des Brian“.

  14. nlen sagt:

    Partei-Libertäre

    Das zentrale libertäre Argument richtet sich gegen den Staat als Aggressor und insbesondere gegen ein Monopol darauf.
    Die zentrale libertäre Forderung richtet sich auf Entsagung des Staates, auf Austritt und Sezession.
    Die zentrale libertäre Strategie richtet sich danach. dieses Ziel so schnell und kompromislos wie möglich zu erreichen.
    Echte Anarcho-Kapitalisten haben gelernt, die soziologische Wirkung des Machtmonopols richtig einzuschätzen. Sie haben gelernt, dass staatliche Prozeduren dem Machterhaltungswettbewerb dienen und darauf ausgerichtet sind, dass der Staat das bleibt, was er ist. Ein Staat schafft sich nicht selbst ab. Das hat auch die Geschichte des klassischen Liberalismus eindrucksvoll bewiesen.

    Die Partei-Liberalen und Partei-Libertären haben das noch nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen, genau wie die meisten Menschen nicht verstehen, dass sie vom Staat verarscht werden, dass er sie in Wahrheit verarmt und schikaniert. Aber sie fallen der Propaganda zum Opfer, die ihnen eintrichtert, dass der Staat bestimmte Aufgaben erfüllen müsse wie etwa die Rechtsprechung. Dass dies ein hohler Unfug ist, ist den echten Libertären bekannt. Aber das Partei-Volk stört sich nicht besonders daran. Man stört sich auch nicht daran, dass man dem echten Libertarismus einen Bärendienst erweist, indem man öffentlich auftritt und für einen Libertarismus Werbung macht, der längst keiner mehr ist. Es wird versucht über die Institutionen der Gewalt einen Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit (des Pöbels) zu erheischen, mit der „Strategie“ irgendwelche Wahlerfolge zu erringen und dann anderes mehr. Das erste was sie als Partei aufgeben müssen, ist das zentrale Grundanliegen des Anarcho-Kapitalismus und Libertarismus. Sie bedienen sich staatlicher Instrumente, können also nicht mehr offen gegen den Staat als Aggressor eintreten und nicht mehr nur für Sezession, sondern stattdessen nur für alles mit dem man Wahlen gewinnen könnte. Würde man damit tatsächlich politischen Erfolg haben, würde das gleichzeitig den Tod der letzten, weichgekochten und übrig gebliebenen Prinzipien zur Folge haben, denn von nun an, gäbe es nichts Wichtigeres mehr in der Partei als das nächste Wahlergebnis, die Aufmerksamkeit der Medien und die politischen Pöstchen, die man dabei ergattern kann. Dabei werden automatisch die besten Pragmatiker und Politiker nach oben gespült bis der „Libertarismus“ als Begriff genauso verwaschen und umgedeutet worden ist, wie es mit dem des „(Neo-)Liberalismus“ längst geschehen ist.
    Genau wie es in erster Linie ein psychologisches Problem ist, dass ein Staat überhaupt entsteht und erhalten bleibt und für die breiten Massen fast unbemerkt rat- und kritiklos zu einem Monster wächst, so sind auch die Partei-Libertären ahnungslose Psychopathen oder Schlimmeres, vielleicht sogar gerissene Lügner wie andere Politiker.
    Das Schlimmste aber ist das kollektive Abschwören der Grundforderung nach der schnellst möglichen Abwesenheit von Staat zu streben und letztlich Propaganda FÜR einen Staat und staatliche Prozeduren zu machen und die echten Libertären als spleenige Idioten abzustempeln, denen man auch noch jede Chance nimmt, als solche echten Anarcho-Libertäre wahrgenommen werden zu können, denn jeder, der seine 5 Sinne noch beieinander hat und der Sache eines weichgespülten Libertarismus nun nicht gleich ablehnend gegenüber steht, glaubt nun, der Libertarismus — das seien ja die netten Leute von der Partei und der Rest?, das seien ja bloß ein paar verbohrte Utopisten.

    In Wahrheit haben sich diese Partei-Libertären, die sich so verhalten, als würden sie irgendwo im Elferrat sitzen, nie Gedanken gemacht, welchen Aufwand sie betreiben. Das braucht der Vorsitzende der Partei auch nicht, denn er hat ja sein nützliches Partei-Volk, das kostenlos Unterschriften sammelt, Mitgliedsbeiträge eintreibt und Plakate klebt, während sich der Vorstand persönlich profiliert. Es ist nun leicht abzusehen, dass eine Partei, die nur über die 5 Prozent kommen will, schon eine riesige Propaganda-Maschine ans Laufen bringen muss, die Hunderte Mann-Jahre und Hunderte Millionen Euros verbraucht hat, ehe sie ihren ersten Einzug ins Parlament erreichen kann. Und nun stelle man sich mal vor, was eine Kapitalgesellschaft mit dem gleichen Umfang an Ressourcen anfangen könnte, um die Strukturen zu organisieren, mit denen ein Austritt aus einem staatlichen Verbund möglich erscheint. Das sei nur als Alternative geboten, die aber mit Partei-Libertären sowieso nicht eintreten würde, weil die Partei-Libertären davon niemals zu überzeugen wären, und weil sie in Wahrheit eine Truppe von Volltrotteln und Spaß-Guerillas sind, die alles und den Teufel tun, aber nicht darüber nachdenken.

  15. Philipp Hofmann sagt:

    @Equality-2521

    Ich könnte daraufhin einfach nur Auszüge aus dem Artikel oben bringen, die das alles widerlegen. Aber mir geht es gar nicht darum, Dich von irgendwas zu überzeugen. Jeder Versuch ist genau so aussichtsreich, wie einen schwerst drogenabhängigen kurz vor dem Goldenen Schuss davon überzeugen zu wollen, clean zu werden. Entweder er merkt es endlich selbst oder er geht an seiner Abhängigkeit endgültig zugrunde. Das war schon von vorneherein klar.
    Mir geht es – ich korrigiere – mir ging es nur darum, zu zeigen, wie schwerwiegend und heimtückisch diese Abhängigkeit ist. So schwerwiegend, dass die einfachsten Zusammenhänge nicht mehr verstanden werden und dass die offensichtlichsten und unbestreitbarsten Fakten nicht als solche erkannt und anerkannt werden.
    Die Politik schafft es immer wieder, ihr widerliches und gefährliches anti-freiheitliches Wesen hinter einer Aura der Wohltätigkeit und hinter guten Absichten zu verstecken. Wenn also dann so einer wie ich daherkommt und behauptet, dass es Menschen gibt, die dem etatistischen Polit-Fanatismus so hoffnungslos verfallen sind, dass sie sich trotz ihrer zutiefst anti-freiheitlichen Handlungen als „freisinnig“ bezeichnen und dass nicht mal mehr ausreichend Vernunft dafür übrig ist, eins und eins zusammenzuzählen, dann glaubt mir das einfach keiner. Damit das die Leute glauben können, müssen sich die Politikfetischisten schon unter eigenem Namen entblößen, so wie Du es hier lehrbuchmäßig gemacht hast. So hast du wenigstens an einem Stück Aufklärung mitgewirkt und ein kleines Stück der Hässlichkeit und Gefährlichkeit von Politik offengelegt. Dafür sei Dir der Goldene Schuss auf dem Wahlzettel gegönnt, den Du Dir und Deiner menschlichen Würde in der Fixerstube namens Wahlkabine verpassen wirst.

    Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

    @nlen: ebenfalls like 🙂

    • Kurt Gluth sagt:

      Philipp, sobald in eines Menschen Kopf die Vernunft unterliegt ist immer die Unvernunft Gewinner. Leider sind viele Menschen diesem Sog der tausend- und millionenfachen Versprechungen gefolgt, andere tun es ihnen gleich. Ich sehe es ebenso: Überzeugen kann sich ein Mensch nur selbst – und wenn man es denn nicht sehen w_i_l_l, dann sieht man es auch nicht.
      Artikel wie der Leitartikel zeigen aber recht deutlich, wer wie zu was steht – auch ohne diese Überzeugung explizit auszusprechen. Daher sind solche Threads gelegentlich notwendig, um den Sumpf mal aufzuzeigen.
      Interessieren würde mich nur, ob hier (freiwilligfrei) alle Politik-Fans nur Überzeugungstäter sind, oder einige auch ein wenig mehr begriffen haben (also zu den überwiegenden Nutznießern zu rechnen sind).

    • Equality 7-2521 sagt:

      Ich hab mir große Mühe gegeben unsere Diskussion auf eine rationale Ebene zu heben. Ist Wählen unmoralisch? Raubt Wählen uns die Freiheit? Ihr habt mir aber nur wenig mit Rationalität geantwortet. Du sagst immer du könntest mich so leicht widerlegen und alles Stünde in dem Artikel. Warum tust du es denn nicht einfach? Ich hab dir ausreichend Raum dazu gegeben. Ich habe den Artikel gut gelesen. Ich werde da drin nicht Widerlegt. Stattdessen hast du Kampfbegriffe etabliert wie „Politiksucht“ oder „Politikfetischist“. Unterste Schublade ist das. Deine Ausführungen sind im wesentlichen Ausschmückungen dieser Begriffe. Ich kenne Gruppierungen die sich ähnlicher Mitteln bedienen. Mir fallen da Begriffe wie „Antisemit“ oder „Verschwörungstheoretiker“ ein. Du windest dich um die entscheidenden Fragen herum. Deine Ausschmückungen scheinen sich nicht an mich zu richten, sondern an die Mitleserschaft. Als wenn du Angst hättest das man über das nachdenkt was ich sage. Nach dem Motto „das ist ein schmutziges Kind, spiel nicht mit ihm“. Und stell es bitte nicht so hin als würde ich mich an der Politik ergötzen. Ich tue es nicht. Im Grunde gehst du nicht gegen eine nicht vorhandene Politiksucht an wenn du mit mir diskutierst, sondern gegen mein einziges Absolut, die Rationalität. Ich bin nicht so leicht bereit das aufzugeben. Ich wähle nicht weil ich mich an der Politik erfreue, sondern weil es keine logischen Gründe gibt die belegen das das Wählen schädlich ist. Natürlich werden Vermutungen angestellt das man die Privatrechtsgesellschaft schneller erreichen kann wenn man ganz auf die Politik verzichtet. Soll das aber ausreichend sein um hier Feindbilder erster Sahne aufzubauen? Ich denke nicht.

      Es ist mir unangenehm gegen Emotionalität mit Rationalität an zureden.
      Ich werde das in Zukunft unterlassen.

      freisinnigen Grüße

  16. Harry sagt:

    @nlen

    Toller Beitrag! Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen!Danke

  17. Zef sagt:

    >Sie beschuldigen mich des Purismus. Ich antworte: “Na und?” Wenn “Purismus” eines bedeutet, dann ist das, prinzipientreu zu bleiben.

    „Je idealer die Ethik ist, desto besser.

    Sie soll sich bloß nicht stören lassen, durch das Geschwätz, es helfe nichts, das Unmögliche zu verlangen; denn auf eine solche Rede zu hören, ist bereits unethisch, ist etwas, wozu die Ethik weder Zeit noch Gelegenheit hat.

    Die Ethik hat nichts zu tun mit Feilschen, und auf diese Weise erreicht man auch nicht die Wirklichkeit. Soll diese erreicht werden, dann muss die ganze Bewegung umgeschaffen werden“ (Sören Kierkegaard, Der Begriff Angst)


    Angst ist gefesselte Freiheit,
    nicht frei in sich selbst, sondern gefesselt in sich selbst (SK)

    • Zef sagt:

      >Angst ist gefesselte Freiheit

      Gesetze Freiheit ist ebenso nicht frei in sich selbst, sondern gefesselt in sich selbst, ins Gesetz. Freiheit geht hier nicht aus Freiheit hervor, sondern aus Angst. Angst ist gefesselte Freiheit. Angst gebiert Angst.

      „Angst ist der Schwindel der Freiheit, der entsteht, indem … die Freiheit nun hinab schaut in ihre eigene Möglichkeit … In diesem Schwindel sinkt die Freiheit ohnmächtig um“ (SK) – und wählt den ‚politischen Weg‘.

      Das ist der Sündenfall der Freiheit.

  18. Equality 7-2521 sagt:

    Zu zeigen das Wählen unmoralisch ist, ist nicht möglich.
    Zu zeigen das man mit Politik effektiv gegen den Staat angehen kann ist nicht nötig.
    Die Geschichte beweist uns eindrucksvoll das Gegenteil.

    Demokratie ist der Wettbewerb der Gauner. Dieser Wettbewerb wird durch Diebstahl subventioniert. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, muss eine Partei also gestohlenes Geld annehmen. Wenn eine Partei aber gestohlene Geld annimmt, ist es für sie nicht mehr möglich glaubwürdig gegen diesen Diebstahl einzutreten.

    „wes Brot ich ess, des Lied ich sing“

    Am Wettbewerb der Gauner teilzunehmen ist sehr frustrierend wenn man an moralischen Prinzipien festhalten will. Will man das nicht, kann man nicht mehr ernsthaft verlangen von moralischen Menschen gewählt zu werden.

    Auch wenn ich Wähler und Politiker nicht pauschal verurteilen kann, so muss ich nun doch empfehlen sich von der Politik fern zu halten.

    Freisinnige Grüße

    • Philipp Hofmann sagt:

      Ich habe in deinem letzten Kommentar nach Hinweisen für Ironie oder Sarkasmus gesucht, aber nichts gefunden. Eher Hinweise auf die Ansichten von Hans Hermann Hoppe und Henry David Thoreau, die ich teile. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich mich für den Fall, dass ich bei einigen meiner Kommentare zu weit gegangen bin, entschuldigen soll. Das ist nicht ironisch gemeint.

      • Equality 7-2521 sagt:

        In der Kommentarfunktion ist es schwer zu wissen wen man vor sich hat. Und so hatte ich das Gefühl das du anstatt mit mir zu diskutieren, mit einer Vorstellung von mir diskutiert hast, die ich aber garnicht bin. Wir haben die Diskussion beide sehr offensiv begonnen. Da führt eins zum anderen.

        Trotzdem konnte ich an der Diskussion wachsen, und möchte dir dafür danken. Auch wenn wir in Bezug auf die Moral beim Wählen sicher noch anderer Meinung sind.

        freisinnige Grüße

  19. Zef sagt:

    > Macht ist ein Wesensmerkmal von politischen Ämtern.
    —-
    Möglichkeit (hier: Macht zu haben) und Wirklichkeit (hier: diese Macht auch tatsächlich auszuüben) unterscheiden sich nicht im WESEN, sondern nur im Sein.

    Von ‚wesentlicher‘ Macht und Gewalt führt aber nie ein Weg zu ‚wesentlicher‘ Freiheit.

    Wesentliche Freiheit folgt allein der Bewegung: „durch Freiheit als Freiheit“


    „Die Möglichkeit der Freiheit ist, zu können“ (Kierkegaard)

    • Zef sagt:

      > Politische Macht ist Gewalt
      > mit dem Anstrich der Rechtmäßigkeit.

      Banale Gewalt ist schlicht böse. Zu einer höheren Form des Bösen kommt es, wenn das Böse als das Gute gesetzt ist, die Unfreiheit als Freiheit.


      Die Freiheit ist niemals in abstracto (SK)

  20. Soma sagt:

    Also, ich finde es nicht Ok, so gegen Libertäre zu wettern.
    Obendrein auch merkwürdig.

    Ich selber bin für die Konzepte des Volontarismus, Libertarismus und der Anarchie und sehe da auch keine Notwendigkeit mich festlegen zu müssen, weil alles mit Freiheit einhergeht.

    Ich bin der Überzeugung, das der Minimalstaat , bei Erreichung, sowieso ein Übergang ist zum Volontarismus oder der Anarchie ist. Im libertären Staat ist es jedem erlaubt, seine Kommune zu Gründen, sogar den Sozialisten :-).

    Das beste System wird sich ganz natürlich durchsetzen. Spontane Ordnung.
    Der V. hätte wohl die besten Karten und das libertäre Modell böte den idealsten Ausgangspunkt, da es nur ein schmaler Grad vom Ministaat zur Volontärgesellschaft ist. Mit solchen Artikeln schiesst Ihr Euch selber ins Knie und erzeugt darüber hinaus auch Spaltungen. Das kann doch in Eurem Sinne sein.

    An der Politik führt zunächst mal kein Weg vorbei, jedenfalls kein für mich ersichtlicher. Um die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gesellschaft großflächig, freiheitlich bilden zu können, muss die politische Macht über Uns erst gebrochen werden, sonst endet die permanente Verblödung und etatistische Erziehung nie.

    Das will der Libertäre erreichen, ist das erstmal geschafft, seid Ihr am Drücker und Ihr habt meine volle Unterstützung, auch jetzt schon. Aber ich helfe der PdV ebenfalls und fühle mich durch solche Artikel schon fast sabotiert, also BITTE, lasst Uns gemeinsam an einem Strang ziehen.

    • FwF-sandman sagt:

      Soma,

      ich verstehe ja, dass Du etwas tun möchtest, aber sage mir bitte:

      Was wäre, wenn wir wüssten, dass der Weg über die Politik den Staat nicht verkleinert und somit Dein Ziel gar nicht erreicht werden kann? Was wäre wenn es sogar noch schlimmer wäre, wenn jede Aktivität im politischen Sinne dieses System nicht schwächt, sondern wahrscheinlich sogar stärkt? Was wäre, wenn wir dafür Argumente hätten, die noch kein politisch aktiver Libertärer bisher adressiert hat? Was wäre, wenn unsere Argumente aus Sicht der politsch aktiven Libertären nicht wahr sein DÜRFEN, weil sonst die gesamte investierte Zeit, die geschaffenen Strukturen und vor allem die eigene Einstellung in Frage stellen müssten?

      Würdest Du dann auch noch sagen, es wäre nicht OK, wenn wir die Dinge beim Namen nennen?

      Verfolge bitte unsere Artikel dazu. In naher Zukunft werden wir uns weniger mit dem Wecken der Leute befassen, dass hat ja gut geklappt, sonst wärst Du nicht hier. Stattdessen kommen noch 2 oder 3 Artikel, die sich mit den Begründungen für unsere Haltung beschäftigen. Der erste ist gestern veröffentlicht worden.

      http://www.freiwilligfrei.info/archives/3966

      Die meisten politisch aktiven Libertäre werden das mit einem simplen „Ja, aber…“ quittieren, sonst müssten sie sich ja in Frage stellen. Mal sehen.

      • Soma sagt:

        Was wäre wenn… Was wäre wenn doch…
        Ich möchte nicht nur, ich tue auch.

        So wie jetzt, hat es das politisch noch nicht gegeben was die PdV darstellt und umzusetzen versucht. Mit solch klaren Bekenntnissen zur Wirtschaftsform, Politik und Aufklärung. Mit der klaren Aufforderung des Gründers Janich, dass wenn die politische Richtung auch nur im Geringsten abweicht, die PdV nicht zu wählen, da Sie dann unterwandert ist.

        Das gab es nicht bei Ron Paul(Rep), Johnson…
        Das hatte aber wenig mit den Libertären hier in Deutschland zu tun.
        Natürlich gab es Lippenbekenntnisse und den gegenteiligen Effekt in den USA, aber das hier ist etwas anderes und kann nicht verglichen werden. Am System und Geldsozialismus wurde auch nichts verändert, lediglich wurden liberale Ansätze eingebracht und weiter gelogen, was das Zeug hält.
        Hatte aber mit dem was jetzt passiert und umgesetzt werden will nichts gemein. Hier zu differenzieren wäre höchst angebracht.

        Das ganze Spektrum ist diesmal abgedeckt und lässt keinen Spielraum übrig für Politiker, Hochfinanz, Lobbyisten…
        Es sollen die Schnittstellen der Macht, der Zwangsausübung über Uns abgestellt werden, wie sollte ein Staat so wachsen?
        Das macht doch keinen Sinn.

        Sobald sich etwas am Programm oder der Linie ändern sollte, was der Freiheit widerspricht, egal mit welcher Begründung, was sofort auffällt, bin ich raus der Sache und die meisten PdV´ler ebenso.

        Wie gesagt, finde ich Eure Haltung gegenüber den Freiheitlichen doch etwas befremdlich.
        Und wenn das dann auch noch Wählerstimmen kostet(Ich weiss, aber im Falle PdV kein Verbrechen), profitieren die Sozialisten und das dann ist ebenfalls ein Gewaltverbrechen.

        Ich halte es für eine riesige Chance.

        Natürlich werde ich mich mit den Argumenten auseinandersetzen. Hoffentlich beziehen Sie sich aber nicht nur auf die USA.

        Und grundsätzlich, Libertäre sind nicht politiksüchtig, sondern verabscheuen sie genauso. Ein Leitsatz der PdV lautet: Politik löst keine Probleme, Politik ist das Problem.

  21. Soma sagt:

    *nicht in Eurem Sinne

  22. Soma sagt:

    Ach ja, dieses Bild im Bezug auf Libertäre ist verletzend und niveaulos.

  23. xaxl sagt:

    das drüber bitte löschen

    mich würde interessieren was jemand von FwF dazu sagt

    https://www.youtube.com/watch?v=EVyzFrN4xzU

    • michael sagt:

      jeder mensch hat das recht auf seine eigene meinung.
      freundschaften müssen auch mal meinungsverschiedenheiten aushalten.

      janich hat mehr getan für die freiheitlichkeit in deutschland, als manch anderer konsequenter libertärer labersack:)

      was wir inhaltlich davon halten, kann man ja in unseren zahlreichen artikeln und videos zum thema wählen sehen.

      • nlen sagt:

        Michael, du bekommst auch dein Fett weg.
        „Freiheitlichkeit“ wird üblicherweise so verwendet, dass man Freiheit verstaatlicht und dann in kleinen Portionen an das Volk verramscht. Das ist Teil der Propaganda. Der Artikel hier sagt das ja auch. Freiheit gehört nicht in die Hände der Politik. Ein „libertärer“ Politiker verramscht also die Freiheit. Es kommt nicht darauf an viel zu tun, dass evt. auch noch falsch ist. Es kommt darauf an, dass Richtige zu tun.
        Im Übrigen ist der Freiheitsbegriff wertlos für den Anarchismus. Ich strebe nicht nach mehr Freiheit, sondern insbes. nach meiner Entscheidungsfreiheit und Autonomie. Dafür gebe ich dann auch andere Teile der Freiheit auf.

    • nlen sagt:

      Wir haben ja gesehen wie „libertär“ die PDV ist. So libertär, dass sie ihren besten Mann in die Wüste schickt. Janich hat aber auch nichts Besseres verdient, weil er schon die Logik nicht verstanden hat, dass eine Partei immer Macht ansammelt. Die Diskussion darüber hat er ja selbst abgelehnt. Und hier jammert er, dass ihm niemand zuhören will.

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