Vorsicht vor staatlichen Statistiken

On 30. Januar 2013, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei
Immer wieder, im Kreislauf der 4 Jahreszeiten, bewegen sich auch die gesellschaftspolitischen Themen mal näher auf uns zu, um dann anderen politischen Aspekten unseres Lebens für eine gewisse Zeit Platz zu machen. Doch ihnen gemein sind die Zyklen, in denen sie auftreten. So zum Beispiel die immer wiederkehrende Debatte über Lohngleichheiten und Lohnungleichheiten zwischen Männern und Frauen.
Angenommen, DU lieber Leser, willst mich davon überzeugen, dass die Lohngleichheiten immens sind, und legst mir zum Versuch eines Beweises eine Statistik vor, die das Bundesamt für Statistik ausgegeben hat. Was denkst du nun, was ich darauf sagen werde ? Moment, ich zeige es dir:
Glaubst du einer Statistik vom Staat, wenn du weisst, dass der Staat um seinen Einfluss zu vergrößern, jede Statistik manipuliert  ?
Anders gesagt:
1. Der Staat will stets seinen Einfluss ausweiten. Das ist eine historische Tatsache.
2. Wenn man DAS weiss, kann man dem Staat dann noch irgendetwas glauben ? oder..
3. hat man nicht viel mehr den Verdacht, dass alle Statistiken nicht insofern geschönt oder verzerrt werden, sodass sich damit die Gesellschaft derart politisieren lässt, damit sie für weitere staatliche Eingriffe zur Wahlurne geht ?
4. Wenn DU, lieber Leser, den 1. Punkt nicht so siehst und entgegen der historischen und tatsächlichen Betrachtung, den Staat als eine menschenfreundliche Instanz betrachtest, was auch damit zu tun hätte, dass dir das Wissen über die Entstehungsgeschichte fehlen würde, dann wäre mir klar, dass du die Schlussfolgerungen der Punkte 2 und 3 auch ablehnst und wir somit zu keinem gemeinsamen Nenner kommen würden.
5. Aus moralischer Sicht braucht es keine Lohngleichheit zu geben. Niemand darf gezwungen werden einen bestimmten Lohn zu zahlen. Lohnzahlungen sollten auf freiwilligen Lohnvereinbarungen beruhen. Weder gibt es solche, da auch hier der Staat regulierend eingreift, noch gibt es einen freien Arbeitsmarkt, auf dem sich schlicht ein Konkurrenzkampf zwischen Unternehmern um Mitarbeiter ausbreiten würde, der unabhängig davon, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, ein Anliegen hätten, mehr zu zahlen als die Konkurrenzfirma, um diesen/diese Angestellte zu bekommen.
 

6 Responses to Vorsicht vor staatlichen Statistiken

  1. Kurt Gluth sagt:

    Der Beitragschreiber läuft bei mir offene Türen ein, da mir längst bekannt ist: Staaten (also die Politik-Marionetten) glauben generell nur den von ihnen selbst oder von ihren Beauftragten manipulierten Statistiken.
    Davon sind ausnahmslos alle Statistiken betroffen – immerhin kann man ja den Umstand ausnutzen, dass der Großteil der Zielgruppe wenig Ahnung von Statistik (beschreibender wie darstellender) hat… wenig genug, um umpassende Maßstäbe nicht als solche zu erkennen (was die häufigste Manipulation darstellt, kann man doch sagen, die Daten sind richtig… na ja, aber in einer Art dargestellt, der dem betrachtenden ‚Auge‘ gewisse Schlussfolgerungen aufdrängt – was bei neutraler und sachdienlicher Darstellung nicht geschieht). Und unschön aussehende Daten werden anders gefälscht oder ganz einfach mal verschwiegen (denn: „Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß” – so funktionieren immerhin genug Menschen).

  2. markus_eserver sagt:

    Naja, ich halte es für gefährlich, Statisiken anzuprangern, nur weil sie vom Staat kommen. Man kann nie garantieren, dass hinter Nicht-Staatlichen Statistiken auch wirklich kein Staat steckt. Letztendlich kommt es nicht darauf an, wer eine Statistik publiziert. Wichtig ist nur, dass man die Daten prüfen kann, und ich denke mal, dass das so gut wie nie der Fall ist.

    Und selbst, wenn die Daten stimmen, kann man sich noch über die Relevanz der Statistiken streiten, da man viel verzerren kann, ohne im eigentlichem Sinne zu betrügen.

    Auf der Piratenpartei Mailingliste hat mal ein libertärer gejammert, dass die Steuerlast immer höher wird. Daraufhin hat ein Etatist geantwortet, dass dies nur Neoliberale Propaganda wäre und in Wirklichkeit die Nettosteuerquote in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gefallen ist.

    Das lustige ist: Die Nettosteuerquote ist in den letzten Jahrzehnten tatsächlich gefallen… Ich werde das Rätsel hier nicht auflösen. Und wenn ihr wollt, dann könnt ihr das Rätsel mal versuchen zu lösen.

    Ein Etatist behauptet: Die Steuerlast ist nicht gestiegen. Das ist nur neoliberale Propaganda. Die Nettosteuerquote ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gefallen.

    Frage: Wie passt das in „unser“ Weltbild?

    Viel Spaß beim Lösen dieses Rätsels! Google hilft…

    • Kurt Gluth sagt:

      „Naja, ich halte es für gefährlich, Statisiken anzuprangern, nur weil sie vom Staat kommen.”
      Darf man mal erfahren, was das jetzt für eine Form der Argumentation darstellt?
      Schön, ich halte die hier oft zu findende Haarspalterei, die eher geeignet ist, die Spaltung der Spaltung des gesplissten Haares dediziert nachzuvollziehen nicht wirklich für sinnvoll. Der Staat – für die Einen die ach-so-bösen Politiker, für andere nur die bösen Politiker bestimmer couleur, wieder andere erkennen nicht, dass Politiker fast immer gar nichts sind als Marionetten (weil sie ihre geliebte heilige Kuh – das Großkapital – nicht anprangern können/wollen) und fast alle ignorieren auf Teufel-komm-raus die Tatsache, dass das gesamte Volk (der schon wieder ach-so-armen Bürger) diesem System seinen Segen in regelmäßig wiederkehrenden Ritualen feierlich in Form von Wahlzetteln überreicht, auf denen auch stehen könnte: „Wir (Wähler) gehören Euch“.
      Statistiken sind – fertigt man sie gewissenhaft und mit Sachverstand an – eine überaus ergiebige Informationsquelle. Sicherlich wird das auch genutzt (z.B. war die Volkszählung alles andere als nur eine Zählung! Wer aber denkt hier schon an Statistik…?). Statistiken aber, die zu ‚Demonstrationszwecken‘ angefertigt werden, die also letztlich anderen Menschen vorgelegt werden sollen (und damit nicht primär Informationen deren Ersteller bringen sollen), haftet fast immer eine manipulative Komponente an. Denn
      1) hat die Zielgruppe nur selten ausreichendes Fachwissen, um realistische Erkenntnisse aus den Daten ziehen zu können (pseudo-unbewusste Manipulation)
      2) können durch ‚geschickte‘ Darstellung Eindrücke bei mathematisch-statistisch unerfahrenen Menschen hervorgerufen werden, die bei einer bewusst neutralen Darstellung niemals hätten entstehen können (oder doch zumindest so gut wie nie) – das ist nun bewusste Manipulation
      3) ist durch geeignete Auswahl der Quelldaten aus der Gesamtzahl aller zur Verfügung stehenden Daten durch einfaches ‚Unterschlagen‘ ganzer Statistiken schnell jemand mal a) in Panik versetzt oder b) in Sicherheit gewiegt.

      Ich behaupte, dass Statistiken von allen möglichen Personen und Personengruppen missbräuchlich verwendet werden, ABER missbräuchliche Verwendung durch staatliche Organe implizieren in der Regel Manipulation des Volkes durch die Staatsorgane – und damit Manipulation der Wähler (einer pseudo-demokratischen Wahl) durch die gewählten Volksvertreter. Was also soll an solchen Staatsorganen/Volksvertretern noch ‚demokratisch‘ funktionieren, wo soll da noch ein Rest von Rechtsstaatlichkeit verborgen sein?????

      Um nun Entgegnungen vorzubeugen: Ich hoffe, die genannten Begriffe sind auch denen noch nachvollziehbar, die immer noch an das Märchen von unserer Demokratie glauben, an ‚Recht und Ordnung‘ (was für eine Lachplatte!) und an eine Situation allenfalls, die durch ‚Wahlen ganz bestimmt‘ korrigiert werden könnte.
      Nun geht es aber hier um im Auftrag staatlicher Organe erstellte und manipulativ verwendete Statistiken…
      Leute, wenn die Initiatoren der Wahlen ihr ‚Reich‘ auf Lug und Trug (u.a. =Statistiken) gründen, ihren Amigos in Wirklichkeit treuer ergeben sind dem Volk (dem sie ja eigentlich per Definition ihre Funktion eigentlich erst zu verdanken haben), dann kann doch wohl niemand so dämlich sein anzunehmen, dass durch eine (durch Betrüger initiierte, durchgeführte und letztlich umgesetzte) Wahl dieser Riesenbetrug abgestellt werden könnte. Wer wird sich denn schon als Wissender (!!!) den Ast absägen, auf dem er/sie sitzt??? Man mag dem Betrugsverein alle möglichen unlauteren Absichten unterstellen – sie aber für dumm verkaufen ist mit Abstand die größte aller Dummheiten, die man sich antun kann!

      Statistiken, die durch staatliche Organe beauftragt werden und letztlich gegen uns als Volk eingesetzt werden, sind eine ganz andere Qualität als solche, die uns die Industie (beispielsweise) zumutet. Diese ist schon immer als rein eigennützig bekannt und kaum ein halbwegs vernünftig denkender Mensch wird deren ‚Ehrlichkeit‘ auch nur vermuten. Aber die Politik? Minister, Kanzler, Präsident,… wie sie alle heißen, sind doch eigentlich die ‚höchsten Diener des Staates‘ (wie sie immer wieder mal behaupten – speziell gern vor Kameras) – ja zum Donnerwetter: WER IST DENN DIESER STAAT DANN??????? Uns manipulieren sie – also dienen nicht sie uns, sondern viel eher wir ihnen. Aber wem dienen sie (denn sie dienen sehr wohl – DAMIT lügen sie nicht)…? Na, fällt der Groschen?

      Das musste ich jetzt an dieser Stelle mal loswerden… 😀

  3. hhschmidt sagt:

    Es sagt doch alles, wenn politische Entscheidungen auf Grundlage von Statistiken getroffen werden. Das kommt einem Eingeständnis gleich, dass jeweilige Entscheidung keine Allgemeingültigkeit besitzt, also nur im konkreten Kontext „richtig“ ist – aber schon bald falsch sein muss, da der Kontext nicht mehr gegeben ist.

    Es hat schon einen Grund, warum die Österreichische Schule keiner Statistik oder Formeln bedarf. Die Forderung nach geringerer Staatlichkeit ist zu jeder Zeit an jedem Ort richtig, selbst wenn die „Nettosteuerquote“ in den letzten Jahrzehnten stark gesunken sein sollte.

  4. waletzky nornert sagt:

    Grüss Gott. Da geht ein wissbegieriger wahrheitssuchender eines schönes Tages zum Statistischen Zentralamt und fragt dem Portier“ Ist das das Satistisches Zentralamt ? Der Portier, Ha, Ha ,.Ha……………………………………………………………

  5. P.S sagt:

    Liebe FwF
    Obwohl ich oftmals eurer Meinung bin hier möchte ich widersprechen. Die Güte einer Statistik kann nur durch eine Analyse der Statistikerstellung bewertet werden. Kollektivalistisch den staatlichen Statistikern Polemik vorzuwerfen ist falsch. Wenn eine Statistik vom Staat mit allgemein anerkannten statistischen Mitteln durchgeführt wird und eine angemessene Grunddatenmenge zur Hand nimmt ist die Statistik genauso gut wie eine private welche mit den gleichen Methoden durvhgeführt wurde. Selbstverständlich nur wenn man den Aspekt der Steuerfinanzierung der staatlichen Statistik außer Acht lässt. Alle Interessensgruppen(leider auch der Libertarismus) bedienen sich polemischen Statistiken. Nicht einmal eine Statistik an sich ist relevant sondern welche Statistiken zu Rate gezogen werden. Man sehe sich die ökonomischen Statistiken an mit welchen z.b Attac seine sozialistisch etatistische theorien untermauern will Oder diese lächerlichen Statistiken mit denen feministinnen versuchen ihre Theorien zu stützen. Ich bin zum Beispiel davon überzuegt das Frauen 20% weniger verdienen allerdings nicht für gleiche Arbeit. Auf diese viel und häufig diskutierte Statistik möchte ich gleich mal eingehen . In diesen Statistiken wird pro kopf gerechnet was die ganze Statistik komplett verfälscht. In den ordentlichen Statistiken zu diesem Thema wird von einem Lohnuterschied von 4-8 % gesprochen und das noch ungeachtet der Branchen und unter Ausklammerung der Beamten. Selbstverständlich gibt es auch viele polemische staatliche Statistiken. So zu, Beispiel der deutsche Armutsbericht oder ein sehr gravierendes Beispiel die österreichische Armutsstatstik des jahres 2008 hier wurden von den Sozialisten einfach die Kriterien für Armut nach oben geschraubt somit kam man dann obwohl sich die Armutslage nur leicht verschlechtert hatte auf weit mehr Arme als im vorigen Jahr.

    Das die Industrie eigennützig handelt ist klar allerdings ist das kein Problem. Doch die Industrie benötigt statistisch genaue Daten zur Planung von Projekten Investitionen etc. Das ermöglichen Statistikunternehmen welchen ich aufgrund des Korrektivs des Wettbewerbes Ehrlichkeit durchaus unterstelle.Das ist nicht die Manipulation durch den Staat an sich sondern durch Interessensgruppen. Ich glaube des weiteren nicht daran das irgendwelche Statistiken unterschlagen werden sondern das sie nicht gelesen werden. Zuletzt muss ich sagen das man fehlende Affinität für Statistiken nicht dem Staat in die Schuhe schieben kann.

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