Über die Meinungsfreiheit

On 12. Januar 2013, in Philosophie, by FreiwilligFrei
Meinungen sind keine Handlungen. Meinungen können gedacht oder gesagt werden. Indem man etwas denkt oder sagt, verändert man nichts in der Welt. Man verändert keinen Menschen, man verändert keine Gesellschaft, man verändert nichts. Man legt Zeugnis über den Standpunkt ab, den man gerade vertritt.
Selbst im Falle von Meinungen, die man für extrem hält, legt der sie Vertrende lediglich ein Zeugnis darüber ab. Der für extrem gehaltene Gedanke oder das für extrem gehaltene Wort, ist keine Handlung, bei der man einen Menschen oder eine Gesellschaft verändert. Es ist ein Standpunkt, den ein Mensch vertritt.
Meinungen verändern lediglich in solchen Fällen einen Menschen oder eine Gesellschaft, wenn der Mensch, respektive die Gesellschaft, diese Meinung freiwillig annimmt. Wenn ein Mensch eine Meinung unfreiwillig annimmt, so ist im allgemeinen davon die Rede, jemandem eine Meinung aufgezwungen zu haben. Einem Menschen eine Meinung aufzuzwingen durch die Androhung von Gewalt, bedeutet, die Grenze von einer Meinung hin zu einer Handlung zu überschreiten.
Meinung ist von Handlung wesentlich zu unterscheiden. Eine Meinung ist nichts anderes als eine geistige Position. Wo Menschen frei sind, dürfen geistige Positionen jede beliebige Form annehmen. Die Meinung bleibt auf den Menschen, der sie besitzt, beschränkt, und kann nur dann weitergegeben werden, wenn sie freiwillig von jemand anderem akzeptiert wird. Wo eine Meinung unfreiwillig übertragen wird, wird die Grenze von Meinung und Handlung überschritten. Diese Grenzüberschreitung ist jedoch nicht der Meinung zur Last zu legen, die eine geistige Position verkörpert, sondern der Handlung, die in physischer Form verkörpert wird.
Man darf alles denken, man darf alles sagen, aber man darf nicht alles tun. Alles zu tun, wäre in etwa das selbe, wie die Narrenfreiheit eines Diktators, der negative Freiheit mit positiver Freiheit verwechselt.
Negative Freiheit meint das anarchistische Ideal des -in-Ruhe-gelassen-werdens.
Gedanken und Worte können geächtet oder widerlegt werden. Hierzu bedarf es jedoch ebenso jener Freiheit, die auch anderen gegeben sein muss, gegenteiliges zu denken und zu sagen. Der Weg um geistige Positionen zu verbreiten, ist der offene Diskurs. Gedanken und Worte sind keine Handlungen, die einen Menschen berauben oder ihn töten. Dieser Unterschied zwischen Meinung und Handlung ist essentiell für den Spagat zwischen der individuellen Freiheit von Menschen und dem Recht, dass Menschen gegeben sein muss, von anderen in Ruhe gelassen zu werden.
Im Falle, dass zu Handlungen aufgerufen wird, die sich moralphilosophisch als unmoralisch bezeichnen lassen, gilt es zu unterscheiden zwischen dem Aufruf und der Tat. Aufzurufen ist nicht die Tat an sich. Das Wesen der Tat obliegt seinerseits der Haftbarkeit mit der man sich diese Tat erkauft. Die Konsequenz, einen anderen Menschen entgegen dessen Willen zu etwas zu zwingen, hat eine Konsequenz in der zukünftigen Freiheit desjenigen Menschen, der zum Mittel des Zwanges gegriffen hat. Doch bevor dies erfolgt ist, lässt sich nichts bestrafen. Denn es gibt keinen Automatismus, der vom Aufruf zur Tat führt. Der Aufruf selbst ist seinem Wesen nach eine ganz andere Tatsache als die Tat, zu der aufgerufen wurde. Beides gilt es unter einem anderen Mondschein zu betrachten. Das eine ist nicht das andere !
Wenn es sich uns so darstellt, dass das gesagte Wort, das geschriebene Wort eine Handlung sein kann, die man bestrafen müsse, weshalb nicht auch Gedanken bestrafen, die ebenso Unfrieden stiftend sein können ? Was sollte der Grund dafür sein, dass Gedanken frei sein sollten, jedoch nicht das aussprechen oder aufschreiben der selben ?
Das Prinzip der Meinungsfreiheit basiert auf dem Prinzip der Trennung zwischen Denken/Reden/Schreiben einerseits und dem Tun andererseits. Nur aufgrund dieser Trennung ist die Vorstellung von Meinungsfreiheit überhaupt erst denkbar. Sie unterscheidet sich sowohl als Begriff als auch in ihrem Wesen von dem, was unter Handlungsfreiheit zu verstehen ist.
Wäre all dies das selbe, so würde das menschliche Leben im Chaos oder im Totalitarismus versinken. Im Falle, dass Meinungsfreiheit gleich Handlungsfreiheit wäre, würde Meinungsfreiheit dazu führen, dass jedwede vorstellbare Handlungsfreiheit daraus erwächst, die keine Grenzen mehr kennt. Alles was man denken darf, würde in Abfolge des zugrunde gelegten Automatismus, zu einer Handlung führen. Somit wäre denken gleich handeln. In diesem Sinne würde das Chaos ausbrechen, bei dem jeder die Handlungsfreiheit besäße, das Recht des Stärkeren gegen andere Menschen anzuwenden, weil er die Freiheit hätte, sich dieses Recht zu denken.
Die Annahme, dass Meinungsfreiheit gleich der Handlungsfreiheit wäre, bedingt, dass die Maßnahme, diesen Zuständen Einhalt zu gebieten, eines totalitären Staates bedürfte, der die Gedanken der Menschen versucht, zu kontrollieren, da Meinungsfreiheit zu Handlungen führen würde, die ohne Kontrolle, einen Zustand von Chaos verursachen.
Wenn man die Begrifflichkeiten nicht scharf genug voneinander trennt, vermischt man sie. Aus dieser Vermischung folgt ein gesellschaftspolitischer Zustand, der von keinem, der daran Beteiligten gewollt werden sollte, da nicht ersichtlich ist, weshalb nicht jede Meinung, grundsätzlich eine Gefahr darstellen kann, für jene, die sie nicht vertreten. Conclusio: Jede Meinung, die der Obrigkeit missfällt, ist in einer solchen Gesellschaft der Gefahr ausgesetzt, zensiert, verfolgt oder bestraft zu werden.

 

 

25 Responses to Über die Meinungsfreiheit

  1. Jean Crine sagt:

    Meinungsfreiheit ist gut wenn sie akzeptiert wird , was aber in Luxemburg , Deutschland , Frankreich oder sonstwo in Europa ein Problem zu sein scheint , denn nicht umsonst werden Patriotische Gruppen wie NPD , DVU , Republikaner , andere Patrioten wie die luxemburgische Nationalbewegung per Gesetz verboten , niedergetrampelt und totgeschwiegen und boykottiert . Also kann man die Meinungsfreiheit ad absurdum führen , wenn man gleich als Rassist , Nazi , Ausländerfresser oder sonstwas betitelt wird , und das nur weil man seine Meinung vertritt , welche den anderen doch nicht in den Kram passt , und man seine Heimat nicht von fremden Einflüssen mehr schützen darf . Mit der Meinungsfreiheit ist es , als werfe man einen Stein in eine Hundemeute . Einer jault immer .

  2. Muriel sagt:

    Nee, dem kann ich nicht ganz zustimmen.
    Natürlich ist Sprechen eine Handlung, und natürlich kann ich etwas verändern, indem ich etwas sage, insbesondere den Zustand des Gehirns eines anderen Menschen.
    Das kann ich mit Gedanken nicht. Deswegen sollten Gedanken in jedem Fall straffrei bleiben, aber auf Sprache lässt sich das nicht so umfassend übertragen.
    Nun bin ich zum Strafrecht sowieso etwas geteilter Meinung und nicht überzeugt, dass Strafe überhaupt eine gute Idee ist, aber wenn wir die Handlung bestrafen, halte ich es jedenfalls für gut vertretbar, auch die Anstiftung zu bestrafen. Wenn ich jemandem Geld dafür verspreche, einen Dritten zu töten, und derjenige das tut, habe ich den Tod dieses Menschen verursacht.
    Man kann nun infrage stellen, ob eine Strafe dafür angemessen ist, und was wir damit erreichen würden, aber sie einfach auszuschließen, weil ich ja nur gesprochen habe, und sonst nichts (Wir können der Einfachheit davon ausgehen, dass ich nicht wirklich bezahlt habe.), halte ich für nicht überzeugend.

    • KielerTraditionalist sagt:

      Zitat: „Wenn ich jemandem Geld dafür verspreche, einen Dritten zu töten, und derjenige das tut, habe ich den Tod dieses Menschen verursacht.“

      Und wenn ich eine Regierung wähle (bezahle), damit diese mir meine Annehmlichkeiten des Lebens (=>Kinderarbeit, Elend und Tod in den Lieferantenländern) sichert, dann bin ich dafür ebenso verantwortlich. Oder doch nicht? Diese Denkrichtung führt zielsicher in die Entmündigung der/des Menschen, denn „wer tötet, weil er dazu angestiftet wurde“ ist sicher kein Werkzeug, sondern ein Täter! Wer dies anders sieht, ist für alles außer sich selbst verantwortlich – und hat somit das Zeitalter der Aufklärung (=> kategorischer Imperativ) erfolgreich für sich ignoriert!

      • freedomforce sagt:

        Yeah Hommie, nur hast du das Verhältnis von Kinderarbeit zu Elend und Tod falsch gedeutet. Der Boykott von Kinderarbeit führt u. U. zu Elend und Tod in den Lieferantenländer.

        Technisch betrachtet ist sogar Denken eine Handlung, nur eben keine besonders wirksame, was die Außenwirkung betrifft. Gleiches trifft auf das Reden zu, denn außer den Raum, den dein emitierter Schall beansprucht, ist die Wirkung dieser „Handlung“ begrenzt.

        Die einzige Handlung, die sich das Stimmvieh schuldig macht, ist die Legitimierung von Verbrechen.

        • Muriel sagt:

          Stimmvieh, hm? Wie denn nun? Vieh oder schuldig? Beides geht doch wohl schlecht zusammen.

          • freedomforce sagt:

            Durch die eigene Handlung Verbrecher zu legitimieren und damit williges Vieh für Leviathan und Zöglinge darzustellen, ja, das funktioniert. 😉

  3. Muriel sagt:

    Worauf willst du hinaus?
    Ja, natürlich ist jeder für die Regierung mit verantwortlich, die er wählt, und natürlich ist, wer einen Menschen tötet, definitionsgemäß Täter.
    Und?

  4. In diesem Essay „Über die Meinungsfreiheit“ wird etwas kurz referiert, was die Reihenfolge eines Agenz betrifft.
    An erster Stelle steht ein Raum, der ganz allgemein und wertfrei die Idee umfasst. Diese ist unabhängig von lebenden Menschen in ihrem eingeschränkten Lebenszyklus, von Raum-Zeit.. Man könnte die Idee „Licht“ nennen, oder Energie.
    An zweiter Stelle steht das Erleben der Idee von einem lebendigen Menschen, den man mit „Ich“ erfassen kann.. sofern er sich auf die reine, übergeordnete Idee beschränkt, also die grundsätzlichen Tatsachen des Lebens, kann dieser sagen: „Ich bin das Licht.“
    Sobald jemand sich im eingeschränkten Raum der Meinungen befindet, muss er zunächst die Rolle des Glaubens umreissen, er sagt also, das Geschriene hier ist Licht, verursacht durch den Bildschirm, welches durchbrochen ist von Symbolen, die man als schwarze Buchstaben in deutscher Sprache einen Teil der umfassenden Idee wiedergibt, was meine Meinung ist, um eine bestimmte Reihenfolge darzustellen.
    Diese formulierte Nachricht, was ja sicherlich die Gedankengänge des Lesenden beeinflusst, hat eine Absicht, nämlich diese, MEINE Meinung zu DEINER Deinung zu machen, was all diese Handlungen von Dir und mir in Zukunft zurechtrückt, egal wie sie aussehen.. das heißt, Deine und meine Agenda werden in gleicher Weise durch diese Nachricht des Zurechtrückens bewegt, um sich positiv in weiteren Handlungen auszuwirken.

  5. In diesem Essay „Über die Meinungsfreiheit“ wird etwas kurz referiert, was die Reihenfolge eines Motivs zum Tun betrifft. Ich möchte folgende Berichtigung hinzufügen:
    An erster Stelle steht ein Raum, der ganz allgemein und wertfrei die Idee umfasst. Diese ist unabhängig von lebenden Menschen in ihrem eingeschränkten Lebenszyklus, von Raum-Zeit.. Man könnte die Idee „Licht“ nennen, oder Energie.
    An zweiter Stelle steht das Erleben der Idee von einem lebendigen Menschen, den man mit „Ich“ erfassen kann.. sofern er sich auf die reine, übergeordnete Idee beschränkt, also die grundsätzlichen Tatsachen des Lebens, kann dieser sagen: „Ich bin das Licht.“
    Sobald jemand sich im eingeschränkten Raum der Meinungen befindet, muss er zunächst die Rolle des Glaubens umreißen, er sagt also, das Geschriebene hier ist Licht, verursacht durch den Bildschirm, welches durchbrochen ist von Symbolen, die als schwarze Buchstaben in deutscher Sprache einen Teil der umfassenden Idee wiedergeben, was meine Meinung ist, um eine bestimmte Reihenfolge darzustellen.
    Diese formulierte Nachricht, was ja sicherlich die Gedankengänge des Lesenden beeinflusst, hat eine Absicht, nämlich diese, MEINE Meinung zu DEINER Deinung zu machen, was all diese Handlungen von Dir und mir in Zukunft zurechtrückt, egal wie sie aussehen.. das heißt, Deine und meine Agenda werden in gleicher Weise durch diese Nachricht des Zurechtrückens bewegt, um sich positiv in weiteren Handlungen auszuwirken. Manche können es „Christusbewusstsein“ nennen, wir lernen ja alle voneinander, und das ist das MOTIV vom Zusammenleben und Wirken aller Menschen.

  6. Helga sagt:

    „[…]Die Toleranz, die Reichweite und Inhalt der Freiheit erweiterte, war stets parteilich intolerant gegenüber den Wortführern des unterdrückenden Status quo. Worum es ging, war nur der Grad und das Ausmaß der Intoleranz. In der festgefügten liberalen Gesellschaft Englands und der Vereinigten Staaten wurde Rede- und Versammlungsfreiheit selbst den radikalen Gegnern der Gesellschaft gewährt, sofern sie nicht vom Wort zur Tat, vom Reden zum Handeln übergingen. […]“

    http://www.infopartisan.net/archive/1967/2667108.html
    Herbert Marcuse
    Repressive Toleranz

    in: Wolff, Moore, Marcuse: Kritik der reinen Toleranz;
    1965, deutsch bei Suhrkamp Ffm 1996

  7. Also, für mich ist etwas Aussprechen definitiv eine Handlung ,weil es mein Wille ist es zu tun. Auch aktives Nachdenken ist eine Handlung. Einzig mich unwillkürlich heimsuchende Gedanken sind nicht als Handlung zu betrachten. Es kann sehr wohl der Fall eintreten, dass jemand mit Worten Gewalt gegen mich initiiert. Leute ganz so einfach wie Ihr Euch das manchmal vorstellt, ist das mit der Logik dann wohl auch nicht. …und ich quatsch mir die Welt wie sie mir gefällt 😉

  8. In dem Artikel gibt der gute Thommy quasie zu, dass das ganze gequatsche hier zu nichts führt. Zitat: „Indem man etwas denkt oder sagt, verändert man nichts in der Welt. Man verändert keinen Menschen, man verändert keine Gesellschaft, man verändert nichts.“

    Ich bin da anderer Meinung.

    • freedomforce sagt:

      Was schädigt dich unmittelbar, wenn dich jemand niederschlägt oder dir androht Pfüscht zu verteilen?

      Natürlich verändert man nichts in der Welt, es sei denn man ist Merlin der Zauberer, und ob es dich interessiert, ob jemand dich einen Arschclown oder einen Vaterlandsverräter schimpfte, entscheidetest du immer noch selbst. 😉

      Bevor du als jemanden niederschlügst, weil er Schall emitierte, müsstest du zwischen Merlin dem Zauberer und einem Normalsterblichen unterscheiden, den Lezterer könnte dir völlig egal sein. 🙂

  9. svhtr sagt:

    Hallo,
    was ist mit dem Verbot den Holocaust zu bestreiten…
    Für die Toten, vor allem Juden, ist es eine Beleidigung wenn beahuptet wird, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat.
    Was meint ihr, wie so was geregelt werden sollte?
    Und sollte auch eine Strafe dafür gesetzt werden?

    • freedomforce sagt:

      Tote kann man nicht beleidigen, und selbst wenn 5% der Überlebenden beleidigt wären, rechtfertigte das keine staatliche Gewalt. 😉

      Ich wäre an deren Stelle eher entsetzt, dass man hierzulande mit NS-Methoden gegen Andersdenkende vorgeht.

      Zu behaupten, jemand wäre wegen einer bestimmten Schwingung von Stimmbändern oder niedergeschriebenen Gedanken beleidigt, um meinerseits Gewalt zu rechtfertigen, wäre „Demagogie vom Feinsten.“

      Dinge in Art und Umfang in Frage zu stellen entspricht einem vernünftigen Menschen. Ein Blutzoll für Befindlichkeiten nicht.

    • FwF-sandman sagt:

      Ich verstehe die Frage ehrlich gesagt nicht. Die Aussage, es habe den Holocaust nicht gegeben ist nach derzeitigen Erkenntnissen schlicht falsch. Es hat auch Millionen von Toten unter anderen Diktatoren gegeben. Stalin, Mao, usw..

      Wieso sollte es strafbar sein, falsche Aussagen zu machen. Wie Tote sich beleidigt fühlen können erschließt sich mir auch nicht.

      Wenn ich die Behauptung aufstelle, die Sonne kreise um die Erde, mache ich nicht nur eine falsche Aussage, sondern auch eine über mich selbst und meinen Intellekt.

      Leugne ich den Holocaust, ist es auch so. Entweder gibt es freie Meinungsäußerung, dann kann ich behaupten, der Weihnachtsmann sei eine Ziege und Hitler wäre der Osterhase. Ich kann auch sagen, Du wärest ein Schafskopf. Na und? Eine Beleidigung ist nichts anderes als eine Reihe von Lauten, die eine bestimmte Reaktion erzeugen soll. Sage ich, Du wärest ein Schafskopf, wäre das eine. Es liegt an Dir, ob Du in der von mir gewünschten Weise reagierst. Tust Du das nicht, habe ich mich lächerlich gemacht, weil ja jeder empirisch sehen kann, dass Du ein Mensch und kein Schafskopf bist.
      Sagt jemand, es hätte den Holocaust nicht gegeben, ist das meiner Meinung nach ein anderer Zusammenhang. Er will keinen Beleidigen, sondern eben diese These aufstellen (aus welchen Gründen auch immer). Dann kann man anhand der bekannten Sachverhalte prüfen, ob die These stimmt oder nicht.

      Wie Du siehst sind wir also völlig emotionslos, was diese Dinge angeht. Ich glaube der derzeitigen, wissenschaftlichen Stand, dass der Nationalsozialismus ca. 6 Mio Juden und der Stalinismus bis ca. 20 Mio.Russen getötet hat. Wenn einer das leugnet, sollte er wissenschaftliche Argumente vorbringen, die seine These stützen, kann er das nicht, ist es eben Geschwätz.

      • freedomforce sagt:

        Wenn ich die Behauptung aufstelle, die Sonne kreise um die Erde, mache ich nicht nur eine falsche Aussage, sondern auch eine über mich selbst und meinen Intellekt.

        Die Aussage über Intellekt und Person ist genau das was von anderen Menschen interpretiert wird. Ebenso bedeutungslos wie die Aussage selbst. Man weiß nicht, ob der Typ ein Schwätzer ist, Erkenntnisse über Datenfälschungen hat oder andere gewichtige Gründe vorliegen.

        Das Miese an der ganzen Story ist letztendlich, dass jemand behauptet zu wissen, wie eine bestimmte Personengruppe fühlt und das implizierte Missfallen dieser Gruppe als Rechtfertigung von Zwang und Gewalt heranzieht.

        Die Lebensgrundlage vieler 68er ist der ewige Nazi, da sind sie nicht kleinlich, wenn es um Zwang und Gewalt gegen echte oder phantasierte Lieblingsfeinde geht, da kann der Holo*dingsbumsda* nicht genug Menschenopfer gefordert haben. 😉

      • Heiko sagt:

        Ihr sagt also, es macht keinen Unterschied, ob jemand die Wahrheit sagt, oder nicht? Bei verifizierbaren Wahrheiten, nun ja. Aber Religionen sind nicht zu verifizieren. Trotzdem werden Kinder von Beginn an belogen, und sie glauben bis ans Lebensende. Oder auch: Wer eine Aussage als erster tätigt, hat hohe Chance glaubwürdiger zu sein, als derjenige, der ihn widerlegen will. Im Kleinen vielleicht nur eine Anekdote wert, im Großen äusserst bedenklich. Das seid ihr aber bedenkenlos bereit zu akzeptieren… Das wirft ein neues Licht! Gerade weil ihr hauptsächlich schwer verifizierbare Meinungen verbreitet…

  10. freedomforce sagt:

    @FwF-sandman

    Ob es eine Beleidigung gibt enscheided der Betroffene selbst, man kann vielleicht Tendenzen aufzeigen, aber allgemeingültige Aussagen lassen sich nicht wirklich treffen.

    Eine Beleidigung ist eine Folge von Lauten, die jemanden’s Eitelkeit tangieren, in dem sie Missfallen auslösen. 🙂

    • Eine immer wieder ausgesprochene Beleidigung kann einen Menschen psychischen Schaden zufügen. Das Thema Rufmord sollte man nicht ausser acht lassen. Nochmal: Mit Worten kann ich Gewalt initiieren. Das kann dann über psychische Gewalt hinaus bis zu physischen Gewalt gehen. Stell Dir bitte folgendes vor. Ein Mann wird in seiner Wohngegend unberechtigt als Kinderschänder verleumdet ,verliert dadurch sein komplettes soziales Umfeld und bringt sich letztendlich aus Verzweiflung selbst um. Wer hat hier die Gewalt initiiert?

      • Muriel sagt:

        Es gibt in diesem Fall keine Gewalt. Und wenn wir schon jemanden für diesen Vorgang bestrafen wollen, hielte ich es für abwegig, nur den zu strafen, der die falsche Behauptung in die Welt gesetzt hat. Er hat den Suizidenten eigentlich noch am wenigsten geschädigt. Das waren vielmehr die Menschen, die sich aufgrund eines haltlosen Gerüchts von ihm abgewandt haben. Moralisch finde ich deren Verhalten eher noch verwerflicher als das des Verleumders.
        Ob nun Strafe grundsätzlich ein sinnvolles Mittel ist, eine Gesellschaft zu errichten, in der Menschen solche dummen Fehler vermeiden, und in der niemand durch stupiden Hass und Unwissenheit seiner Mitmenschen in solche Verzweiflung getrieben wird, dass er seinem Leben ein Ende setzen will, halte ich für höchst zweifelhaft.

        • Muriel, ich habe nichts von Bestrafung gesagt. Ich halte nichts von Bestrafung durch unbeteiligte Dritte.

          • Muriel sagt:

            Da hast du Recht (Also, beurteilen kann ichs natürlich nur für den ersten Satz, aber ich wills beim zweiten auch annehmen), und ich bitte um Entschuldigung. Ich habe mich zu einem vorschnellen Schluss verleiten lassen, das war falsch.
            Ansonsten erhalte ich meine Einwände natürlich aufrecht.

  11. Kurt Gluth sagt:

    Aussprechen ist sicherlich im direkten Sinne keine unmittelbar Tatsachen schaffende Handlung… aber allenfalls vordergründig und die Tatsache ignorierend, dass Menschen in vielfacher Hinsicht duch Aussprüche manipulierbar/beeinflussbar (und damit auch zu Handlungen direkt veranlasst werden können) sind.
    Wie alle wissen, gibt es genug Menschen, die nicht ’souverän‘ genug sind, sich nicht provozieren zu lassen – und genau da fängt es an. Wer dieser Tatsache gewahr ist, kann sehr wohl durch geschickt gewählte Aussprüche Tatsachen schaffen – wenn auch nur mittelbar.
    Es sollte doch langsam jedem Menschen geläufig sein, dass vom ‚Idealfall‘ eines Menschen auszugehen barer Unfug ist – es ist praktisch nicht zu finden.
    Wohl ist es so, dass letztlich die Täter sind, die TUN, aaaber ich persönlich kenne genug Menschen, die in ihrer Vergangenheit (durch Eltern, Verwandschafts-/Bekanntschaftsumfeld) derart geistig verkrüppelt wurden, dass sie morden würden, wenn es nur ‚die Richtigen‘ auf ‚die Richtige Art und Weise‘ zu ihnen sagten. Sich nun hinzustellen und diese als Täter zu brandmarken, die aber, die diesen Zombies die Menschwerdung schon in der Kindheit versagt haben, lediglich als ‚Aussprecher‘ hin zu stellen ist schon arg ignorant.
    Immer wieder ignoriert wird nämlich, dass Menschen in jungen Jahren eben keine (oder nur geringe) psychische Abwehrfähigkeiten haben (wie auch? Sie müssen ja – wie so vieles – ebenfalls erst mal gelernt werden). Daraus wird in unseren Systemen in der Form Kapital geschlagen, dass dem kindlichen Verstand gewisse Muster aufgeprägt werden. Leider sind die aber nicht so beschaffen, dass sich aus solchen Kindern freie Geister entwickeln können, sondern man legt letztlich in der Kinder Köpfe schon die Ösen, in die später die ‚gesellschaftlichen‘ Ketten geschmiedet werden.
    Das sollte man bedenken, wenn man von Aussagen lediglich als Aussagen ausgeht, die aber nicht automatisch Tatsachen schffen. Ich würde sagen: Im Idealfall ist das so, in der Realität ist es aber vollkommen anders.

  12. Heinz Büschel sagt:

    Es gibt keine MEINUNGSFREIHEIT !!!
    In jeden Beitrag der Medien wir die Zensur durchgeführt und kontroliert was der User meint frei zu denken und dieses mitteilen möchte! Passt der Beitrag aber nicht in das Konzept des Verlages oder der Öffendlichkeit wird es kosequent gestrichen! Man hat einfach keine Möglichkeit Irgentwo seine Meinung gegen Irgendwelchen Quatsch der geschriben oder gesagt wird los zu werden! Immer nur das was gerade angesagt ist weiter zu verbreiten ohne eigene Meinung zu haben hat mit Meinungsfreiheit der Deutschen nichts zu tun. Über die sogenannte Pressefreiheit kan ich nur lachen ! Die Presse und das Fernsehen erlauben sich die Freiheit die Meinung der Bürger zu Manipulieren und so zu steuern das andere Interessen als Ihre eigenen nicht aufkommen und es ihnen nicht aus dem Ruder läuft! Als Beispiel: die Wulf Affäre !!! Hier war Bild hervorragend aufgestellt bis zum Schluss. Nicht das man jetzt denkt ich hätte was für Herrn Wulf übrig, im gegenteil ! Aber es zeigt deutlich wie in Deutschland und wer die Öffendliche Meinung macht!

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