Nichtwähler sind Helden

On 25. Mai 2014, in Gesellschaft und Politik, Videos, Wählen, Wählen, by FreiwilligFrei

Ist Wählen wirklich ein Gewaltverbrechen?

Unser letzter Beitrag zum Thema Wählen begann mit dem Satz „Wählen zu gehen ist das übelste Gewaltverbrechen, das ein Mensch in seinem Leben begehen kann.“ Ist das wirklich wahr?

Zuerst müssen wir die Begriffe „Wahl“ und „Gewalt“ klar definieren:

Der Begriff der Wahl entspricht der Stimmabgabe für eine Person, die für ein bestimmtes politisches Amt kandidiert. Um an einer politischen Wahl teilnehmen zu können, muss man in das Wählerregister eingetragen sein. Das setzt ein bestimmtes Alter voraus und den Wohnsitz innerhalb des Gebietes, für das die zu wählenden Personen zuständig sein sollen. An einem besonderen Wahltag erhält jede registrierte Person die Möglichkeit, im Geheimen zu einem Wahllokal zu gehen und seine Stimme einer oder mehreren Personen zu geben, die zur Wahl stehen. Am Ende des Tages werden die Stimmen gezählt und diejenige Person bzw. der Personenkreis, der die meisten Stimmen erhalten hat, wird zum Gewinner erklärt und eventuell für das neue Amt vereidigt.

Mit Gewalt meinen wir physische Gewalt. Zum Beispiel der Einsatz von Waffen mit der Absicht, jemanden zu verletzen, zu verstümmeln oder zu töten oder um jemanden einzusperren oder zu enteignen. Diese physische Gewalt wird von den Angestellten oder Beauftragten des Staates eingesetzt, also von Polizisten, Gerichtsvollziehern, Sicherheitskräften mit staatlichem Auftrag und Soldaten. Sie setzen die Gewalt gegen die Menschen ein, die die staatlichen Gesetze und Regeln missachten. Wir bezeichnen diese Menschen als „Verweigerer“. Bei den meisten Menschen reicht die Drohung mit Gefängnis normalerweise aus, um sie gefügig zu machen. Aber die schwerwiegendste Sanktion, die dem Staat und seinem Personal zur Verfügung steht, ist es, die Menschen zu töten, die ihre Kooperation verweigern. Einige bekannte Vorfälle sind der Tod von Randy Weavers Frau und Kind, das Massaker von Waco und John Stinger, der mormonische Schulpflichtverweigerer, der von einem „Gesetzeshüter“ 1979 erschossen wurde.

Welche Verbindung besteht also zwischen politischen Wahlen und denen, die im Namen des Staates Gewalttaten begehen? Warum wollen Politiker, dass möglichst viele Menschen an den Wahlen teilnehmen?

Dafür gibt es zwei wichtige Gründe: Erstens, je mehr Menschen zur Wahl gehen, desto eher können diejenigen, die für den Staat und die Regierung arbeiten, behaupten, im „Namen des Volkes“ zu handeln. Eine hohe Wahlbeteiligung ist gleichbedeutend mit einer hohen Zustimmung. Staatsbedienstete wie Politiker, Präsidenten und Richter benötigen den Anschein der Legitimität ihrer Handlungen, damit sie von einer großen Mehrheit der Bevölkerung als rechtschaffen und rechtmäßig angesehen werden. Zweitens, Regierungen speziell demokratische haben entdeckt, dass je höher der Anteil der Bürgerschaft ist, der die Regierung respektiert, desto weniger Gewalt durch die Regierung benötigt wird, um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Zusammengefasst heißt das, dass je mehr Legitimität eine Regierung erhält, desto weniger direkte Gewalt muss sie gegen ihre Gegner einsetzen. Eine Regierung, die es nötig hat, direkte Gewalt für ihre Ziele einzusetzen, würde schnell als das gesehen werden, was sie ist: Eine kriminelle Organisation.

Ein erfolgreicher Staat benötigt also Legitimität und einer der einfachsten Wege, um diese zu erreichen ist, eine hohe Wahlbeteiligung herbeizuführen. Aber welche Verantwortung haben nun die Wähler für die Handlungen der Regierung?

Indem er zur Wahl geht, erklärt sich jeder Wähler damit einverstanden unter dem System der Regierung zu leben. Durch seine Stimmabgabe sagt jeder Wähler: „Es ist gut und richtig, dass einige Menschen, die im Namen des Staates Gesetze verabschieden und Gewalt dazu einsetzen, um diejenigen Menschen zu bestrafen, die sich nicht daran halten.“

Das Wahlkreuz des Wählers für sich betrachtet ist keine Gewalttat – das ist klar. Ein Wahlkreuz zu machen ist nicht das gleiche wie eine Pistole abzufeuern, die auf einen Verweigerer zielt. Der Wähler hat keine Gewalt eingesetzt, ebensowenig wie die Gesetzgeber, der Präsident oder die Richter, wenn sie ein Gesetz verabschieden oder ein Urteil verkünden. Trotzdem haben alle diese Leute ein autoritäres System, das am Ende Menschen mit Gewalt zum Gehorsam zwingt, unterstützt oder sich daran beteiligt.

Die Wähler, Amtsinhaber und anderen Beteiligten der Regierung sind also Mittäter oder Komplizen der Polizisten, Soldaten und Gefängniswärter, die tatsächlich physische Gewalt dazu einsetzen, um die Verweigerer zu unterwerfen. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Verfahren vor internationalen Gerichten, bei denen sowohl gewählte Amtsinhaber als auch Diktatoren rechtmäßig als Kriegsverbrecher verurteilt wurden – als rechtlich Verantwortliche für Verbrechen, die sie zwar nicht mit ihren eigenen Händen begangen haben, die aber infolge ihrer Befehle verübt wurden. Diejenigen, die also den Soldaten den Befehl erteilen, unschuldige Zivilisten umzubringen, sind verantwortlich, auch wenn sie nicht persönlich die Waffen auf sie gerichtet und geschossen haben.

Obwohl dieses Prinzip der Verantwortlichkeit noch nie von der politischen Führung bis auf diejenigen zurückverfolgt wurden, die an den Wahlen teilgenommen haben, sollte nun eines klar sein: Die Kette der Verantwortung beginnt bei denjenigen, die Gewalttaten begehen, sie reicht über diejenigen, die die Befehle dazu erteilen bis zu denen, die zur Wahl gehen, aus denen die Ermächtigung der politischen Führer hervorgeht.

Kehren wir also zurück zur Ausgangsfrage: Ist die Aussage wahr, dass „Wählen zu gehen das übelste Gewaltverbrechen ist, das ein Mensch in seinem Leben begehen kann.“? Nehmen wir an, dass die Person, an die sich diese Frage richtet, kein Serienmörder ist oder irgendeine andere offene Form von Verbrechen begeht. Anders gesagt: Nehmen wir an, dass die meisten Menschen, die zur Wahl gehen, normalerweise ein friedliches Leben leben. Ist zur Wahl zu gehen wirklich das übelste Gewaltverbrechen, das sie in ihrem Leben begehen?

Vor dem Hintergrund der Überlegungen, die wir hier angestellt haben, lautet die Antwort „Ja.“.

Jeder Einzelne, der wählt, genehmigt die Gewalt, die vom Staat und seinen Angestellten gegen andere ausgeübt wird. Mit seinem Wahlkreuz legt er sich die Kette der Verantwortung für diese Gewalt um seinen eigenen Hals. Wählen ist ein Gewaltakt, weil jeder Wähler für sich das Recht beansprucht, allen anderen einen politischen Vormund aufzwingen zu können. Kein Wähler und auch keine Mehrheit von Wählern hat dieses Recht. Wenn sie behaupten, dieses Recht zu haben, dann sollen sie eindeutig erklären, woher dieses Recht kommen soll und wie das mit dem Gleichheitsgrundsatz und den Rechten auf Leben, Freiheit und Eigentum vereinbar sein soll.

Der amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau rief in seinem Essay „Ziviler Ungehorsam“ aus gutem Grund dazu auf, sich von jeglicher Wahlurne fernzuhalten.

„Wenn der Unterworfene seinen Gehorsam verweigert und der Beamte sein Amt niederlegt, ist die Revolution vollbracht.“
Henry David Thoreau

nach dem Artikel „Is Voting an Act of Violence?“ von Carl Watner

Teil 1:

 

Videoempfehlung:

 

 

58 Responses to Nichtwähler sind Helden

  1. Die Idee des Nationalismus ist der allgemeine Patriotismus, der letztlich dazu führt, die Landmasse der Erde in sogenannte „Staaten“ aufzuteilen, obwohl alle Menschen von Geburt an zur gleichen Rasse gehören, der menschlichen Rasse.
    Diese unterscheidet sich allgemein von der „Tierheit“, weil Menschen um ihre Vergänglichkeit wissen, und sich bei mangelnder SELBSTERFAHRUNG VOM TOD nur durch Beobachtung mit anderen Mitgliedern der Rasse ein Bild davon geschaffen hat, vor dem sich zu schützen gilt. Dann ist jeder Krieg nichts weiter, als zu verhindern, selber zum Opfer der anderen zu werden, das ist durch die Wahl, zu einem bestimmten Staat zu gehören, organisiert.
    Im Hintergrund haben sich zu diesem Zweck im Laufe der Zeit soziale Glaubensgemeinschaften gebildet, die eng verbunden sind mit Gottesbildern und sakralen Ordnungen, welche nie die gesamte Menschenmasse erreicht, sondern diese in verschiedene ‚Szenen‘ unterteilt, Religionen. Diese führen zu Konflikten mit parallel entstandenen Gemeinschaften, unter Umständen im gleichen politischen Raum (Staat), und daraus wurde ein Nationalbewusstsein. Die Regierenden erlassen Gesetze, um diese künstliche Sozietät zu halten, zu schützen und eine entsprechenende Infrastruktur zu geben, um damit andere bestehende Gemeinschaften auszubeuten, notfalls mit Gewalt und Ausrottung.. denn all diese Einrichtungen sind das ‚Geschäft‘, das man ‚Wirtschaft‘ nennt. Es geht darum, mit diesem Ziel zumindest gleichstarken Konkurenz zu machen, bzw. die kleineren auszu’merzen‘ (Bankrott), um dem WACHSTUMSZWANG der Gesamtorganisation zu dienen. Lange war dies auch Expansion mit faschistischen Zielen (fascis, das Rutenbündel, lat.).

    Das ist das alte Menschheitsbild. Und wir stehen nun kurz nach einem Neuanfang, ein paar Tage nach einem Wendepunkt diesen ALTEN GEISTES, wir stehen ALLE vor einer neuen BEWERTUNG unseres Lebens.
    – Freuet Euch und frohlocket, denn der Tag der Abrechnung mit dem Uneinsichtigen ist gekommen! Denn Gott trennte einst das Wasser vom Land für unsern Lebensraum, und alle ‚Länder‘ (statische Staaten) brechen demnach zur Zeit zusammen!

  2. Zef sagt:

    Schon die Infizierung mit dem Staatsgedanken ist ein Akt der Gewalt, eine aggressiv-destruktive Intrusion, die den Weg in die Individuation, ins Eigene abschneidet.

    Die Nichtwähler dieser grandiosen, omnipotenten (Staats-)Symbiose sind zweifellos Helden: Sie leisten Widerstand gegen die Entfremdung und Enteignung des Selbst. Sich selbst wählend, sind sie auf andere bezogen.

    Die Definition von Frederic Bastiat ist wunderbar, aber leider viel zu sanft, zu kultiviert:: „Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben“.

    Symbiosen sind monströse Hörigkeitsverhältnisse – mit unendlichem Anspruch, unendlicher Anmaßung, unendlichem Hass und unendlicher Destruktivität. Bei jeder Wahl wird darauf eingeschworen.


    „Fürchte dich nicht, du sollst siegen!“ (Kierkegaard)

    • Mary sagt:

      Ich dachte, daß für jeden Nichtwähler die Parteien nach Wahlquote trotzdem sich die Wahlkampfkostenpauschale aufteilen und kassieren. Deshalb gehe ich „wählen“ und streiche jede Partei durch, mache also den Zettel ungültig. Für eine ungültige Stimme bekommen sie nichts, oder?

  3. Equality 7-2521 sagt:

    Wenn ich wählen gehe unterstütze ich das System nicht. Ich halte Herrschaft auch für schlecht, daher gebe ich meine Stimme einer Partei die dafür steht nie einen Schritt Richtung Fremdbestimmung zu gehen. Wenn es also eine solche Partei gibt, ich ihr vertraue und ihr schließlich meine Stimme gebe, halte ich mich für genauso heldenhaft wie einen Nichtwähler in einem System ohne eine solche Partei.

    Ihr sagt eine freie Gesellschaft ist nur langsam und durch (Anti)Erziehung möglich*.
    Ich stimme dem zu.
    Jedoch sehe ich auch das der Staat gerne die Erzieher-Rolle übernimmt sobald das Kind schließlich erwachsen ist.
    Weniger Zwang durch den Staat ist aus meiner Sicht für eine freie Gesellschaft genauso wichtig wie weniger Zwang durch die Eltern in der Erziehung.

    Das eine ist durch jeden einzelnen erreichbar, das andere aber hauptsächlich durch eine Partei.

    … und wie soll eigentlich nach eurer Methode ** eine freie Gesellschaft erreicht werden, wenn der Staat die Oberhoheit über die Erziehung an sich reißt?

    mfg

    * Es ist schon eine Weile her das ich eure Texte gelesen habe. Wenn ich hier also falsch liege entschuldige ich mich.
    ** Änderung zum guten allein durch Änderung der Erziehung(/bzw. durch ihre Abschaffung 😉

    • Michael sagt:

      Hallo Equality 7-2521,

      Du hast Deine Meinung und das ist gut so. Du kennst doch auch den Spruch: Wissen ist Macht. …oder? Nun möchte ich Dir nur ganz kurz erläutern, warum ich Dir diese Frage gestellt habe. Weißt Du, dass unsere Politiker eine List anwenden, mit der sie uns regieren? Ein hinterlistige List, denn sie verwenden die Worte nicht so, wie wir sie verstehen! Das ist aber noch nicht einmal das Schlimmste, viel Schlimmer ist, dass sie uns zu all ihren Aufforderungen eine Einverständniserklärung abringen ohne dass wir es merken. Wenn Du zum Beispiel ein Schreiben bekommst und unter Bezugname auf das Aktenzeichen, antwortest, dann bist Du einverstanden, dass der Vorgang von ihnen weiterverfolgt wird. Wenn der Polizist Dich fragt: Wenn ich Sie jetzt auf Drogen untersuche, wäre das Ergebnis positiv oder negativ? … und Du antwortest: negativ. Dann hast Du ihm Dein Einverständnis gegeben, bei Dir einen Drogentest durchzuführen, mit allen sich daraus ergebenen Konsequenzen…
      Wer seine Rechte nicht kennt, der hat keine! Solange unsere Politiker uns nicht die Wahrheit sagen, wir in den Schulen nicht entsprechend ausgebildet werden und die Menschen nicht verstehen, dass sie mit dem Kreuz auf ihrem Wahlzettel nicht nur eine Partei wählen sondern viel mehr bewirken von dem sie nicht einmal etwas ahnen, solange sind unsere Politiker sicher und können die Menschen weiter in die Richtung treiben, in die sie sie haben wollen… zu gehorsamen Untertanen und letztendlich zu Sklaven…

      Herzliche Grüße,

      Michael

  4. Philipp Hofmann sagt:

    „Schon die Infizierung mit dem Staatsgedanken ist ein Akt der Gewalt, eine aggressiv-destruktive Intrusion, die den Weg in die Individuation, ins Eigene abschneidet.“

    Richtig. Es ist sozusagen erst einmal ein Gewaltakt gegen sich selbst. Eine Form von Selbstentmündigung und Selbstdemütigung, unehrenhaft und feige.

  5. Aha, denkt ihr durch nicht-wählen würde sich die Regierung auflösen?
    Wir sehen es doch jetzt schon an der EUdSSR, dass nicht gewählte „Kommission“ die größte Macht hat!
    @Manuel (von FwF):
    hast du nicht selbst in deinen Vortrag „Brauchen wir einen Staat“ gesagt, dass du bei der Partei der Vernunft (pdv) bist?
    Meiner Meinung nach, lässt sich das System nur von innen zerstören.
    Außerdem hier mal eine Gegenmeinung zu eurem Artikel: http://bit.ly/Rn5fHN

    • michael sagt:

      hier ein schöner kommentar zum von dir verlinkten artikel:

      Wählen entspricht einer Zustimmung zu den Regeln, wie Gewaltakte verübt werden sollen. Die Beteiligung an einer politischen Wahl ist daher gleichzusetzen mit einer aktiven Beihilfe zur Begehung von Gewaltakten. Allein schon deswegen ist der Gang zur Wahlurne etwas Widerliches.

      Es ist dabei egal, ob dabei jemand zur Wahl steht, der für “weniger schlimme” Gewaltakte eintritt und es ist auch völlig egal, wie sehr die Verantwortung für diese Gewaltakte atomisiert wird. Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein.

      Solange es keinen Wahlzwang gibt und ich die freie Wahl habe, nicht zur Wahl zu gehen, mache ich deshalb um jegliche politische Wahl einen ganz großen Bogen.
      Wählen entspricht einer Zustimmung zu den Regeln, wie (!) Gewaltakte verübt werden sollen. Die Beteiligung an einer politischen Wahl ist daher gleichzusetzen mit einer aktiven Beihilfe zur Begehung von Gewaltakten. Allein schon deswegen ist der Gang zur Wahlurne etwas Widerliches.

      Es ist egal, ob dabei jemand zur Wahl steht, der für “weniger schlimme” Gewaltakte eintritt oder für eine Senkung des Ausmaßes der Gewalt und es ist auch völlig egal, wie sehr die Verantwortung für diese Gewaltakte atomisiert wird. Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein und nicht einmal zu 0,000000001% von den Tätern als Begründung dafür herangezogen werden können, dass ihre Taten rechtens seien, da sie schließlich auch „in meinem Namen“ geschehen sollen.

      Ich möchte, solange und soweit dieses aus freier Entscheidung möglich ist (!), keinen Beitrag zu einer Gewaltmaschine wie den Staat leisten. Um wirklich sicherzustellen, dass ich nicht einmal für die Produktion der kleinsten Schraube dieser Gewaltmaschine verantwortlich bin, gibt es bzgl. politischer Wahlen nur einen Weg: nicht zu wählen.

      Solange es keinen Wahlzwang gibt und ich die freie Wahl habe, nicht zur Wahl zu gehen, mache ich deshalb um jede politische Wahl einen ganz großen Bogen.

      In den Videos von FreiwilligFrei wird die Problematik klar und nachvollziehbar dargestellt. Sehr viel klarer und plausibler, wie der Autor dieses Artikels versucht (verständlicherweise aufgrund seiner politischen Herangehensweise in gutmeinender Absicht) das Wählen irgendwie doch zu rechtfertigen oder zu befürworten. Gewalttaten gegen friedliche, unschuldige Menschen – und auch die Beihilfe dazu, z.B. durch die Beteiligung an einer Wahl – sind und bleiben durch nichts zu rechtfertigen.

      Die erheblichen Widersprüchlichkeiten und Probleme, die entstehen, wenn freiheitlich orientierte Menschen versuchen, Freiheit auf politischem Weg zu erreichen, wurden in der englischsprachigen Anarchistenszene intensiv diskutiert. Das Ergebnis ist bisher nach wie vor: Politik und Freiheit sind miteinander so unvereinbar und widersprüchlich, wie der Versuch, Friedlichkeit herbeizuprügeln. Die Begriffe politischer Anarchismus oder auch politischer Libertarismus sind in sich widersprüchlich.

      Es wäre mal an der Zeit, sich mit diesen Fragen und Widersprüchen sehr gründlich auseinanderzusetzen, anstatt – ebenso wie die etablierten Parteien – pauschal auf dem Nichtwähler herumzuhacken.

      • An sich verstehe ich deine Aussage „Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein.“ und kann sie auch nachvollziehen, aber alleine die Tatsache, dass du mir das Kommentar geschrieben hast, widerspricht deiner Aussage, denn

        du hast für dein Kommentar wohl ein Computer, Tablet-PC oder Smartphone verwendet. Für die Herstellung der Bildschirme von diesen Geräten benötigt man Coltan, dieses gibt es fast nur im Kongo und wird dort unter grausamen Methoden abgebaut.
        http://youtu.be/T7HCB4FwE2I

        Bei Foxconn (der Hersteller der Apple-Produkte) kommt es sogar häufig vor, dass die Mitarbeiter dort aus Verzweiflung sogar Selbstmord begehen! Benutzt du Apple-Produkte?
        http://youtu.be/TKfRksMbbSI

        Desweiteren glaube ich, dass du auch nicht alle deiner Kleidungsstücke von trigema oder so beziehst, oder?

        Nichts gegen dich persönlich, aber solltest du wenn deine Aussage deine Überzeugung widerspiegelt, diese auf´s ganze Leben und nicht nur auf´s Wählen übertragen?

        • michael sagt:

          danke, diese argumente bestätigen ja den artikel voll und ganz….sinbd also argumente gegen das wählen und nicht dafür.
          nimmst du nämlich den staat aus der gleichung, also die ursache, dann fällt das alles zu einem sehr großen teil weg !

          wählen bedeutet: egal wen und egal weshalb man wählt, heißt es IMMER, daß man einen repräsentanten für sich persönlich an die macht bringen will, der der minderheit per executive seinen willen aufzwingt(konsequenter weise bis zum tod).

          spätestens nach tolkins herr der ringe (der meines wissens auch anarchist war), wissen wir was der ring der macht aus menschen macht
          one ring to rule them all

        • anoTux sagt:

          ich finde dein Einwand noch interessant, klar es sterben Menschen daran das wir unsere Technik unsere Kleider und unser Essen haben. Die Medizin heilt auch nur diese Menschen die Geld oder in Reichen Ländern geboren sind…leider ist dies alles aber die Folge das wir zu Wahl gehen..z.B der Amerikanische Staat will denn Lebensstandart der Amerikaner unterstützen und geht dafür mit Gewalt Erdöl holen.. auch ich selbst gebe mir Extrem mühe keine Apple Produkte und co zu kaufen, ich esse auch kein Fleisch. Dennoch hört man auch hier immer diesen Spruch „Dieser Salat ist Tot, weil du kein Fleisch isst, iss ein Stein.“ ist das nicht einfach auch für dich eine Art der Selbstignoranz ? Sachen und Schulde auf anderen zuschieben ? Um sich selbst besser zu fühlen ?

  6. Zef sagt:

    „Darin liegt das Große bei Hiob, dass die Leidenschaft der Freiheit in ihm nicht erstickt oder beruhigt werden kann in einem verkehrten Ausdruck“ (Kierkegaard, Die Wiederholung).

    Wer sich als „Wähler“ identifiziert, ist bereits präokkupiert, mit dem Staatsvirus geschwängert, d.h. staatsbürger-ich-synton manipuliert.

    Wählen verbraucht die Kraft der Freiheit im Dienste der Unfreiheit. So wächst nur eins: die vereinte Kraft der Unfreiheit.


    „Der Einzelne ist die Kategorie des Geistes …
    und der Politik so entgegengesetzt wie möglich“ (Kierkegaard)

  7. Tobias Poley sagt:

    Die ausgesprochen gute Leistung dieser Seite welche ich seit Ihrer Gründung beobachte kann ich in den meisten Fällen blind unterschreiben. Den letzten Artikel die mich als Wähler vorzuverurteilen versuchen, kann ich allerdings nicht ganz folgen. In meinen Augen ein schöner Gedankengang, in sich jedoch nicht schlüssig.
    Wenn ich mehrfach für die Bewaffnung von Rentnern plädiere, durch die Verbrechen verhindert werden können, so muss ich auch damit rechnen dass bei einem Gewaltsamen übergriff meine eigene Waffe gegen mich gerichtet wird, so sie in die Gewalt meines Kontrahenten gerät. Ich bin jedoch wie Ihr der Meinung das Waffen Leben schützen können, Sklaven waren immer unbewaffnet und die meisten Gewaltverbrechen in Amerika sind in den Bundesstaaten welche die schärfsten Waffengesetze besitzen.
    Auch bei einer Wahl kann meine Stimme gegen mich gerichtet werden, immer dann, wenn es darum geht ob das Volk Demokratie immer noch wohlgesonnen ist.
    Demokratie ist jedoch Mehrheitsherrschaft! Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf abstimmen, was es als nächstes zu essen gibt. Das ich mich mit meiner Wahlberechtigung gegen unrecht zur Wehr setze ist daher mit einem Waffenbesitz zu vergleichen, eine Wahl daher wie Notwehr zu betrachten. Eine Partei die Freiheitliche Ansätze teilt, das Geldmonopol beim Staat abschaffen möchte, für weniger Staat eintritt, Steuern/Raub abschaffen möchte ist für mich daher eine erstklassige Möglichkeit Nein zum bestehenden System zu sagen.
    Und nein zum System zu sagen heißt bei Gott nicht die „Nein“ Partei zu wählen welche angeblich das BGE ins Gespräch bringen möchte! Das BGE ist ein weiterer kommunistisch/Sozialistische Umverteilungsmechanismus bei dem Steuern geraubt werden um sie dann wieder zu verteilen!
    Außerdem beunruhigt mich das Freiwillig Frei mit diesen Artikeln eine „Vorverurteilung“ vornimmt!
    Wenn ich über den Lissabonvertrag oder EU Reformvertrag die Todesstrafe einführe und
    meine Partei den Scheiß ratifiziert hat, dann kann man das ja im entferntesten noch nachvollziehen.
    Die Aussage das man aber durch den Gang zur Wahlurne das schlimmste Verbrechen begeht ist
    zu vergleichen mit dem Friedensnobelpreis für Barak Obama für kommende nicht geführte Kriege.
    Werfe ich meine Stimme in die Urne passiert nichts! Einige Stunden danach passiert nichts, erst wenn die Stimmen ausgezählt sind, eine neue Partei gewählt ist und diese Gewalt anwendet ist etwas geschehen. Ich werde also mit der Stimmabgabe nicht zum Mörder, sondern eventuel eine Partei die nicht das macht für das ich sie gewählt habe.

    Die meisten Parteien und damit meine ich wirklich fast alle! Sind gemeine Diebe, vielleicht sogar indirekte Mörder aber vor allem Lügner. Sie lügen das sich die Balken biegen um noch einige weitere Jahre Gewalt anwenden zu dürfen. Wähle ich allerdings eine Partei die diese Lügner
    abzuschaffen versucht, dann währe nichtwählen als unterlassene Hilfestellung zu werten!

    Ausführlicher und mit besseren Argumenten bringt das aber sicher Oliver Janich auf den Punkt.
    http://www.oliverjanich.de/der-libertare-nichtwahler-und-die-tucken-der-logik-2

    Herzliche Grüße an alle Freunde,
    Familienangehörige, Parteimitglieder, Klienten
    und natürlich auch an die Betreiber dieser Seite,
    danke für sehr viel gute Arbeit die Ihr leistet!

    Und zum Abschluss ein Zitat das mir immer wieder Mut macht meinen
    eigenen Standpunkt zu überdenken…

    „Wer A sagt, der muss nicht B sagen.
    Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“
    – Bertolt Brecht (Sozialist)

    PS: Im Falle der FDP könnte man das Zitat auch noch umwandeln,

    „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen,
    dass A nichts mehr mit B zu tun hat“
    (für all jene die sich seit 1971 von der FDP abgewannt haben oder dies noch tun!)

    • michael sagt:

      hallo tobias

      ich befürchte, daß du nicht wirklich auf die argumentation des textes eingehst(sie auch teilweise falsch wiedergibst) sie somit auch nicht wirklich widerlegt hast.

      ich zitiere mal 2 kommentare von anderen dazu:

      „Die Stimme gegen demokratisch „legitimierte“ Herrschaft zu erheben ist viel wirkungsvoller als sich daran zu beteiligen.
      Durch die Teilnahme am System sagst du doch im Prinzip, dass du die Herrschaft der Mehrheit und das „Recht“ des Stärkeren, als legitim ansiehst. Wie sonst könntest du die Legitimität der Herrschaft deiner Partei beanspruchen, sollte sie die meisten Stimmen bekommen.
      Wie kannst du Freiheit für dich fordern, wenn du dich an der Herrschaft über andere beteiligst?“
      Manuel Barkhau

      „Steht ausführlich oben im Artikel. Die Beteiligung an einer Wahl ist das Problem, nicht das, was man wählt.“
      Philipp Hofmann

      und zu dem verlikten artikel von janich…da ist am ende ein schöner kommentar von Philipp Hofmann, den ich hier auch schon irgendwo gepostet habe.

      lg

      • Equality 7-2521 sagt:

        Ich weiß dass ihr das Thema im Forum sicherlich schon bis zum Erschöpfen diskutiert habt. Aber diesen Punkt sehe ich noch nicht ein:

        „Durch die Teilnahme am System sagst du doch im Prinzip, dass du die Herrschaft der Mehrheit und das “Recht” des Stärkeren, als legitim ansiehst.“

        Wenn ich zur Wahl gehe leiste ich doch gleichzeitig keinen Schwur oder eine art Eid, das ich jetzt oder gar auf ewig die Staatsidee unterstütze?!

        Wenn ich also zur Wahl gehe halte ich es nicht für legitim das mein Repräsentant oder der Eines anderen Wählers dir irgendwelche Vorschriften macht. Mein Repräsentant hat mir das genaue Gegenteil versprochen. Er möchte die Vorschriften die seine Vorgänger gemacht haben abbauen. Außerdem beteuert er mir, NIE eine weitere zusätzliche Vorschrift zu erlassen. Natürlich kann er mein Vertrauen verlieren … er muss nur eine weitere Vorschrift erlassen. In dem Fall werde ich gerne wieder zum Nichtwähler.

        Ich lass mir jedenfalls nicht einreden das ich meine Seele verkaufe nur weil ich z.B. die pdv wähle. Und zum Gewaltverbrecher werde ich schon garnicht.(in dem Punkt seid ihr zum Glück etwas zurückgerudert)

        Ich möchte gerne eine freie Gesellschaft so bald wie möglich realisiert sehen. Aus meiner Sicht ist eine Freie Gesellschaft nur möglich wenn sie sich aus freien Menschen zusammensetzt. Für die Menschen ist es aber furchbar schwer einen freien Geist zu entwickeln wenn es da so ein ominöses Gebilde Namens Staat gibt, das sie Tag ein Tag aus im Hamsterrad laufen lässt und ihnen unter Gewaltandrohung irgendwelche Sinnfreien Forderungen aufdrückt.

        –> ich halte es also für furchtbar wichtig, dass es eine Kraft gibt, die sich dafür einsetzt schon heute die Menschen von zuviel staatlicher Willkür zu schützen … darauf zu warten das immer mehr Menschen den Staat ablehnen und wir dann quasi von jetzt auf gleich den Staat abschaffen können halte ich einfach für Träumerei.

        Außerdem gehören meine Kinder doch schon zum großen Teil dem Staat(Stichwort Schulzwang), wie sollen sie also lernen den Staat als solchen abzulehnen, wenn der Staat sie KOMPLETT unter Kontrolle hat? Er kann sie dann doch nach Lust und Laune Indoktrinieren oder etwa nicht?

        In der Praxis werden die staatlichen Medien immer eine Möglichkeit finden Nichtwähler als faule, uninteressierte und potentielle Antisemiten abzutun. Bei einer Partei mit einer klaren Aussage ist das aus meiner Sicht nicht so einfach.

        … “Die Stimme gegen demokratisch “legitimierte” Herrschaft zu erheben ist viel wirkungsvoller als sich daran zu beteiligen.“

        Erst einmal beteilige ich mich nicht an der Herrschaft sondern am Herrschaftsabbau, und zum andren würde ich gerne wissen worauf sich diese Wirksamkeitsaussage begründet.

        mfg

        PS: vielen Dank nochmal für eure Arbeit und die Zeit die ihr in lästige Kommentare wie den meinen steckt.
        Ich weiß das wirklich zu schätzen.

        • Philipp Hofmann sagt:

          Die Wahlteilnahme an sich kommt einer Unterschrift unter einen Vertrag gleich. Und bei einem Vertrag zählt das, was drinsteht und nicht das, was man sich hineinwünscht oder hereininterpretiert. Das was drinsteht ist per definitionem die Ausübung initiierender Gewalt.

          Mit der Wahlteilnahme an sich hast du dir den Mühlstein schon um den Hals gebunden und trägst einen Teil der Verantwortung dafür. Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus. Du musst selbst entscheiden, ob du nach der Wahlteilnahme wieder ohne Gewissensbisse in den Spiegel schauen kannst und mit dieser Verantwortung leben willst.

          • Equality 7-2521 sagt:

            Die ganze Idee des Staates verstößt gegen das Naturrecht. Der Vertrag den ich unterschreibe ist somit nichtig.

            Was am Ende zählt ist das was dabei herumkommt.
            Das alleinige Nichtwählen bewirkt bis zu dem Zeitpunkt wenn die Bevölkerung den Staat kollektiv abschaffen wird ersteinmal überhaupt nichts.

            das Unterschreiben des nichtigen „Wahlvertrages“ hat jedoch eine unmittelbare Auswirkung.

            Anstatt das ich mir einen Mühlstein um den Hals binde, hast du Blut an den Händen.
            Da draußen ist das kälteste aller Ungeheuer und zerstört hier und jetzt Menschenleben. Wenn ich etwas dafür tun kann dieses Ungeheuer zu zähmen, zumindest solange bis die Knaben die es sonst gerissen hätte zu verteidigungsfähigen Männern heran wachsen, dann tue ich das.

            Ich kann mit erhobenem Haupt in den Spiegel schauen. Deine Einstellung jedoch führt zu Verbitterung, denn du erklärst dir damit nahezu die gesamte Menschheit zum Feind.

          • Philipp Hofmann sagt:

            „Ich kann mit erhobenem Haupt in den Spiegel schauen.“

            Ja, du kannst dich beim Blick in den Spiegel dann damit rühmen, an der Beraubung, Erpressung, Folter, Tötung usw. Unschuldiger aktiv beigetragen hast und dir ganz kräftig dabei auf die Schulter klopfen. Damit verhältst du dich ebenso wie die Politiker, die ihren „aufopferungsvollen Einsatz für das Wohl der Allgemeinheit“ als ehrenvoll und tugendhaft darstellen.

            Ich dachte einmal, dass die Zusammenhänge, die in dem Video beschrieben werden, so einfach erklärt werden, dass auch das einfachste aller Gemüter sie eindeutig verstehen wird. Offensichtlich habe ich mich getäuscht.

      • Tobias Poley sagt:

        Warum sage ich im Prinzip, dass ich die Herrschaft der Mehrheit und das „Recht“ des Stärkeren, als legitim ansehe? Wenn dies eine Unterstellung sein soll, kann ich dies verneinen! Ich habe Angst vor einem Blutigen Ende, Angst davor das Straßen brennen und das Volk gegen sich selbst kämpfen muss, da sich Führende und Führer in Ihren Burgen und Bunkern verschanzen. In einem kleinen Land mit 300000 Einwohnern mag das funktionieren, doch du hast hier ein Land mit 82 Millionen Fußballexperten! Ein Land mit Kampfsportlern und Prostituierten, ein Land mit Professoren und Lehrkräften die Ihr leben Lang jungen und fast erwachsenen Menschen Wissen eintrichtern und jene nur weiter lassen wenn diese es auch wiedergeben können. Du hast ein Land mit Bauarbeitern welche morgens um 4:30 aufstehen um von 5:45 bis 16:00 Körperlich schwer zu arbeiten, dazwischen haben sie eine Frühstückspause und eine Mittagspause von 30 Minuten in der die „Bild“ Ihnen sagt was Sache ist! Abend hocken die meisten vorm TV und schauen sich „Blockbuster“ (Fliegerbombe welche mehrere Hausblöcke zertrümmern kann) an. Du lebst in einem Land in dem Eltern Ihre Kinder schlagen und in dem der Staat die Kinder weg nimmt, ein Land in der wir 80% Sozialismus haben, also Raub und Umverteilung.

        Es ist Wahnsinn wenn Ihr der Meinung seit, dass durch bloßes „Nichtwählen“ ein Held geboren wird und wenn es nur genügend von diesen Helden gibt, das gesamte Land in Frieden lebt.

        Bei einem Überfall kann Notwehr bedeuten, dass dir alles zur Waffe wird, was du einzusetzen vermagst. Meine Kinder werden ohne Gewalt erzogen, meine Frau, meine Arbeitskollegen, meine Mitmenschen brauchen vor mir keine Angst zu haben, ich setze sogar Mücken!!! aus dem Fenster, wenn sie mich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht attackiert haben.

        Doch das man durch eine Wahl zum Verbrecher wird ist so absurd und es ist schade das du es nur vertrittst, da du Ihn übersetzt hast.

        Mal angenommen wir schauen uns eine Familie an in der entschieden wird, was es als nächstes zum Essen geben sollte. Die zwei Kinder entscheiden sich für Nudeln mit heller Soße, meine Frau und ich würden aber gerne noch den von gestern übrig gebliebenen Nudelsalat und die Backkartoffeln essen. Und dazu lieber einen Gurken oder Tomatensalat machen. Die Kinder die hier vor eine Wahl gestellt werden beteiligen sich nicht an einem Verbrechen auch wenn sie mitessen, obwohl sie sich anders entschieden haben. Würde man nun den Verzehr von tierischem Eiweiß als Gewaltverbrechen sehen, dann könnte ich in diesem Gedankenexperimend den Nudelsalat auch gerne gegen Rührei austauschen und trotzdem sind meine Kinder keine Verbrecher.

        Demokratie ist in kleinen Gruppen überall zu finden, auch wenn dieses System auf eine Vielzahl an Menschen nicht anwendbar ist (zumindest nicht ohne Zwang und Herrschaft).

        Wenn ich allerdings die Wahl habe durch meine Stimme mich gegen Herrschaft, Gewalt, Besteuerung etc. aus zu sprechen, dann weise mir bitte ein Gewaltverbrechen nach!
        So wie die CDU keine Christenabschlachtung inszenieren kann da das C angeblich für „Christliche“ steht, so wird z.B. eine Partei der Vernunft immer an Ihrer Freiheitlichen Auffassung der Welt gemessen werden!

        Die angebliche Wiederlegung von Herr Janichs Artikel habe ich weder bei Philipp Hofmann noch bei dir gefunden, aber vielleicht muss ich mir eure Homepage nur ein zweites mal durchlesen.

        Ich kann verstehen wenn man sich nicht an Gewalt beteiligen möchte, auch das man dafür nicht zur Wahl geht kann ich nachvollziehen. Doch die Waffen die dem Bürger in die Hand gelegt werden heißen Wahl und wenn keine Partei deinen Standpunkt vertritt, dann schaffe eine! Da nie ein Teil des Landes über die anderen bestimmen kann, ist der einzige logische Schluss, dass ich durch meine Wahl eine Partei unterstütze, welche in manchen Augen auch radikal, das Gewaltpotenzial des Staates zerstört. Wie beim Schach kommt es in erster Linie nicht auf den Sieg, sondern auf deinen nächsten Zug an, aber vielleicht kennst du das Spiel gar nicht, da dort Bauern, Pferde, Läufer, Damen und Könige gegen einander gehetzt werden und sich gegenseitig schlagen müssen da es der Spieler befielt.

        Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Die Zukunft wird zeigen ob wir in Freiheit oder unter totaler und alles umfassender Kontrolle leben. Ich wähle bis dahin die Freiheit und setze mich für sie ein, denn ein „Nichtwählen“ würde nur dazu führen, das immer weniger über immer mehr bestimmen!

        Ich hoffe du dimmst meine konstruktive Kritik nicht persönlich
        und versuchst mir die vielen angeführten Punkte zu widerlegen,
        auch wenn ich es auch verstehe wenn man nicht antwortet, denn
        konstruktive Kritik kann manchmal auch anstrengend und nicht erbaulich sein.

        Freisinnige Inselgrüße
        Tobias

        • michael sagt:

          Phillip H:

          Wählen entspricht einer Zustimmung zu den Regeln, wie Gewaltakte verübt werden sollen. Die Beteiligung an einer politischen Wahl ist daher gleichzusetzen mit einer aktiven Beihilfe zur Begehung von Gewaltakten. Allein schon deswegen ist der Gang zur Wahlurne etwas Widerliches.

          Es ist dabei egal, ob dabei jemand zur Wahl steht, der für “weniger schlimme” Gewaltakte eintritt und es ist auch völlig egal, wie sehr die Verantwortung für diese Gewaltakte atomisiert wird. Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein.

          Solange es keinen Wahlzwang gibt und ich die freie Wahl habe, nicht zur Wahl zu gehen, mache ich deshalb um jegliche politische Wahl einen ganz großen Bogen.
          Wählen entspricht einer Zustimmung zu den Regeln, wie (!) Gewaltakte verübt werden sollen. Die Beteiligung an einer politischen Wahl ist daher gleichzusetzen mit einer aktiven Beihilfe zur Begehung von Gewaltakten. Allein schon deswegen ist der Gang zur Wahlurne etwas Widerliches.

          Es ist egal, ob dabei jemand zur Wahl steht, der für “weniger schlimme” Gewaltakte eintritt oder für eine Senkung des Ausmaßes der Gewalt und es ist auch völlig egal, wie sehr die Verantwortung für diese Gewaltakte atomisiert wird. Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein und nicht einmal zu 0,000000001% von den Tätern als Begründung dafür herangezogen werden können, dass ihre Taten rechtens seien, da sie schließlich auch „in meinem Namen“ geschehen sollen.

          Ich möchte, solange und soweit dieses aus freier Entscheidung möglich ist (!), keinen Beitrag zu einer Gewaltmaschine wie den Staat leisten. Um wirklich sicherzustellen, dass ich nicht einmal für die Produktion der kleinsten Schraube dieser Gewaltmaschine verantwortlich bin, gibt es bzgl. politischer Wahlen nur einen Weg: nicht zu wählen.

          Solange es keinen Wahlzwang gibt und ich die freie Wahl habe, nicht zur Wahl zu gehen, mache ich deshalb um jede politische Wahl einen ganz großen Bogen.

          In den Videos von FreiwilligFrei wird die Problematik klar und nachvollziehbar dargestellt. Sehr viel klarer und plausibler, wie der Autor dieses Artikels versucht (verständlicherweise aufgrund seiner politischen Herangehensweise in gutmeinender Absicht) das Wählen irgendwie doch zu rechtfertigen oder zu befürworten. Gewalttaten gegen friedliche, unschuldige Menschen – und auch die Beihilfe dazu, z.B. durch die Beteiligung an einer Wahl – sind und bleiben durch nichts zu rechtfertigen.

          Die erheblichen Widersprüchlichkeiten und Probleme, die entstehen, wenn freiheitlich orientierte Menschen versuchen, Freiheit auf politischem Weg zu erreichen, wurden in der englischsprachigen Anarchistenszene intensiv diskutiert. Das Ergebnis ist bisher nach wie vor: Politik und Freiheit sind miteinander so unvereinbar und widersprüchlich, wie der Versuch, Friedlichkeit herbeizuprügeln. Die Begriffe politischer Anarchismus oder auch politischer Libertarismus sind in sich widersprüchlich.

          Es wäre mal an der Zeit, sich mit diesen Fragen und Widersprüchen sehr gründlich auseinanderzusetzen, anstatt – ebenso wie die etablierten Parteien – pauschal auf dem Nichtwähler herumzuhacken.

        • Philipp Hofmann sagt:

          Deine Angst ist deine Angst. Dafür kannst du andere nicht verantwortlich machen, die nichts mit deiner Angst zu tun haben, indem du durch eine Wahlbeteiligung dich an der Ausübung initiierender Gewalt gegen sie beteiligst bzw. dadurch auch nur deine Zustimmung signalisierst. Das ist wie Beifallklatschen, wenn einer zusammengetreten wird.

          „Es ist Wahnsinn wenn Ihr der Meinung seit, dass durch bloßes „Nichtwählen“ ein Held geboren wird und wenn es nur genügend von diesen Helden gibt, das gesamte Land in Frieden lebt.“

          Voluntaristen denken nicht kollektivistisch, sondern individualistisch. Sie denken dadurch auch nicht in diesen Zusammenhängen. Dieses Denken ist typisch für Etatisten, die glauben, Ordnung, Frieden usw. entstünden durch Anordnung von oben herab. Das ist Herrschaftsdenken. Der individualistische Ansatz ist ein anderer. Nämlich: Nicht zu wählen ist in politischer Hinsicht die einzige Form der Sicherstellung, dass keinerlei Beteiligung an einem System erfolgt, das durch initiierende Gewalt gegen Unschuldige definiert ist.

          Unabhängig davon bin ich mir angesichts deiner Ausführungen immer noch nicht sicher, ob du den Text überhaupt gelesen hast. Gehe doch mal auf die Argumente im Text ein und eröffne nicht ständig irgendwelche Nebenkriegsschauplätze.

  8. Tobias Poley sagt:

    […] Wählen entspricht einer Zustimmung zu den Regeln,
    wie Gewaltakte verübt werden sollen. […]
    Wenn ich durch mein Kreuz Gewalt wähle, dann mag das zustimmen,
    wenn ich mich durch mein Kreuz dagegen entscheide, durch das Kreuz
    Regeln und Regulierungen aufbrechen möchte, Gewalt abschaffen möchte,
    dann stimme ich grade nicht für das bestehende System, auch wenn ich dessen
    Waffen nutze um mich zu währen, aus Angst (meine Angst) das andere zu Waffen
    greifen die direkt Menschen umbringen um sich Ihrer Fesseln zu befreien.

    […]Die Beteiligung an einer politischen Wahl ist daher gleichzusetzen mit einer aktiven
    Beihilfe zur Begehung von Gewaltakten. Allein schon deswegen ist der Gang zur
    Wahlurne etwas Widerliches. […]
    Deine Abneigung zur Wahl scheint darauf zurück zu führen,
    dass du bisher nur die Möglichkeit besaßt, dich zwischen Pest und Cholera
    zu entscheiden, zeige mir wie z.B. die PDV Gewalt ausübt, wenn sie bestehendes
    Unrecht Systematisch zurück fährt. Klar vertritt sie hier nicht die Interessen der Sozialistischen
    Einheitsparteien und wendet dadurch vielleicht auch Gewalt an, wenn Sie bestehende Arbeitsplätze
    die für eine Umverteilung nötig sind abschafft, doch ich beschwere mich ja auch nicht wenn
    jemand daher kommt und meinen Sklaventreiber der mich bisher beraubte, abschafft/beseitigt.
    Es wäre natürlich der gewaltfreiere Weg, wenn ich Generationen warte, bis sich bei den Nachfahren meines Unterdrückers die Erkenntnis breit macht, dass das was sie tun ein Unrecht ist.

    […]Es ist dabei egal, ob dabei jemand zur Wahl steht, der für “weniger schlimme” Gewaltakte eintritt und es ist auch völlig egal, wie sehr die Verantwortung für diese Gewaltakte atomisiert wird. Ich will nicht einmal zu 0,000000001% für die Ermordung Unschuldiger verantwortlich sein. […]
    Das klingt nach einer guten Christlichen Erziehung und es gleicht einem Gespräch mit einem Veganer der Felsenfest davon überzeugt ist, das er durch sein Leben niemanden umbringt. Wie Pontius Pilatus wäscht du deine Hände in Unschuld, denn lieber lässt du einen Passanten auf der Straße unter den Schlägen gewaltbereiter Jugendlicher sterben als dass du selbst eingreifst (reine Unterstellung). Einer der Aggressoren könnte ja durch deine Anwesenheit Schaden erleiden. Du wirst aber aus Liebe zum dort leidenden die Polizei rufen und durch diese „Wahl“ betrittst du einen Weg in dem auch du dich verantworten musst, denn durch das Benutzen von Schlagstöcken oder Waffen könnte den attackierten Jugendlichen etwas zustoßen was dann auf deine Entscheidung, das Telefon zu benutzen zurück zu führen wäre. Daher wirst du dich aus dem Konflikt heraushalten, schließlich gehört Polizei ja zur Exikutive, also der ausführenden Gewalt und damit möchtest du nichts zu tun haben. Kritisch wird es natürlich wenn der attackierte Passant deine Frau oder vielleicht sogar dein Kind ist, jaja, o.000000001%, der Idealist der jede Entscheidung seines Lebens bis zum Ende durchdacht hat!

    […]Ich möchte, solange und soweit dieses aus freier Entscheidung möglich ist (!), keinen Beitrag zu einer Gewaltmaschine wie den Staat leisten. […]

    Wenn du dich entscheiden könntest bei einem Staat nicht mit zu machen oder keinen Staat zu haben, dann hoffe ich das du möglichst lange nicht mitmachen musst, es wird für dich immer Schlupfwinkel geben oder Nischen in denen du dich vor der allumfassenden Kontrolle zurück ziehen kannst, ich setze mich allerdings friedlich für deren Abschaffung ein, denn solange es den Staat in seiner jetzigen Form gibt, kann ich nicht für die komplette Sicherheit meiner Kinder garantieren! Es gibt ja viele von euch die dann lieber auswandern in ein Land in denen Ihre Kinder nicht zu Schule müssen, doch wer den Begriff Heimat nicht nur als Belastung ansieht, der ist auch bereit in dem eigenen Land etwas ändern zu wollen.

    […]Solange es keinen Wahlzwang gibt und ich die freie Wahl habe, nicht zur Wahl zu gehen, mache ich deshalb um jede politische Wahl einen ganz großen Bogen.[…]
    Das ist deine freie Entscheidung welche ich auch akzeptiere, es zeigt auch dass dir bewusst ist, dass du um Entscheidungen und Wahlen im Leben nicht herum kommst. Politik hat nicht zwangsläufig etwas mit unserem Staat zu tun sondern kann auch im kleinen eine Entscheidung sein, ob z.B. von deinen Steuern ein Atomkraftwerk auf eurem Marktplatz gebaut werden soll, durch meine Wahl reduziere ich allerdings vorerst die die Steuern von 70% auf 25% um mich dann für den nächsten Schritt einer gewaltfreien Welt auszusprechen. Durch meine Entscheidungen fehlt das Geld für Atomkraftwerke auf Marktplätzen, durch meine Entscheidung werden Subventionen (Wettbewerbsvorteil für wenige) nach dem Rasenmäherprinzip abgeschafft, durch meine Entscheidung wird das Geldmonopol, das derzeit beim Staat im GG Art. 73. Abs. 4 und im Bundesbankgesetz § 35 geregelt ist, abgeschafft, wodurch sich in kurzer Zeit ein realgütergedecktes oder leistungsgedecktes Geld durchsetzen wird und was dadurch entsteht zaubert mir jedes mal wieder ein Lächeln ins Gesicht! Kriege wird man sich nicht mehr leisten können, es ist nicht möglich die Druckerpresse an zu werfen und mal eben ein Land zu bewaffnen, was dann mehrere Wochen, Monate oder Jahre gegen ein anderes kämpft. Wenn dich niemand dazu zwingt wertloses Papiergeld zu nutzen, wirst du es selbst auch nicht akzeptieren, eine daraus entstehende Währung hätte den Vorteil, das man keinen Krieg länger als eine Woche führen kann, mit einem Minimalstaat (was auch nur ein Schritt in die Richtung einer freien Gesellschaft, aber „der nächste“ ist.) währen sogar die Kriegsführenden nicht mehr bereit einen Krieg in einem weit entfernten Land zu führen!

    […]In den Videos von FreiwilligFrei wird die Problematik klar und nachvollziehbar dargestellt. Sehr viel klarer und plausibler, wie der Autor dieses Artikels versucht (verständlicherweise aufgrund seiner politischen Herangehensweise in gutmeinender Absicht) das Wählen irgendwie doch zu rechtfertigen oder zu befürworten.[…]
    Auch wenn ich nur vermuten kann das es sich hierbei um den Artikel von Oliver Janich handelt, so bleibt doch die Frage, warum??? Das dieses Youtubevideo schöne Gedankenansätze bringt, mag ich garnicht bestreiten, doch der Artikel http://www.oliverjanich.de/der-libertare-nichtwahler-und-die-tucken-der-logik-2 so du Ihn gelesen hast, beschreibt mehr als Logisch das jenes in eurem Video angeführtes Fazit, nicht haltbar ist! Sicher, ich kann mir die Finger wund schreiben und an deinem moralischem empfinden sicherlich nichts ändern, doch ich habe gehofft das irgendjemand sich ernsthaft mit einer Widerlegung der angeführten Argumentationskette von Herr Janich auseinander setzt und die Leser hier nicht mit einem „is so“ abspeißt!

    […]Es wäre mal an der Zeit, sich mit diesen Fragen und Widersprüchen sehr gründlich auseinanderzusetzen, anstatt – ebenso wie die etablierten Parteien – pauschal auf dem Nichtwähler herumzuhacken.[…]
    Ich glaube das in der freiheitlichen Szene niemand auf dir herum hackt, wie oben bereits geschrieben, ich akzeptiere deine Meinung, auch wenn meine nicht deine ist, doch ich lasse mich nicht kriminalisieren nur da ich mich politisch und unpolitisch für eine freiere Gesellschaft einsetze!

    […] Deine Angst ist deine Angst. Dafür kannst du andere nicht verantwortlich machen, die nichts mit deiner Angst zu tun haben, indem du durch eine Wahlbeteiligung dich an der Ausübung initiierender Gewalt gegen sie beteiligst bzw. dadurch auch nur deine Zustimmung signalisierst. Das ist wie Beifallklatschen, wenn einer zusammengetreten wird. […]
    Ich glaube das Beifallklatschen wirst du noch mal überdenken müssen beim oben angeführten Beispiel zum Thema Zusammentreten, denn ich werde auf der Straße, auch mit Körperlicher Gewalt einem Menschen in Notwehr zur Seite stehen. Wo unrecht geschieht wird Hilfe zwar nicht zur Pflicht, doch ich lebe besser wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten (politisch wie unpolitisch) einem Staats-Kapitalismus, Sozialismus, Semi-Sozialismus, Interventionismus, Korporatismus, Paternalismus, Demokratur, Etatismus oder auch gerne einer Bananenrepublik mit einem Kreuz und politischer wie auch philosophischer Arbeit einen Strich durch die Rechnung mache.

    @ Equality 7-2521: Ein schöner Beitrag, zu schade das es nur die selbe Worthülse ist, die dir entgegengeworfen wird.

    […]Die Wahlteilnahme an sich kommt einer Unterschrift unter einen Vertrag gleich. Und bei einem Vertrag zählt das, was drinsteht und nicht das, was man sich hineinwünscht oder hereininterpretiert. Das was drinsteht ist per definitionem die Ausübung initiierender Gewalt.[…]
    Deine Antwort in ehren, es beruhigt mich, das du bisher noch nie bei einer Wahl warst, sonst wüsstest du dass auf dem Wahlzettel kein Vertrag sondern eine Auswahl an Gruppen zu finden sind, welche verschiedene Parteiprogramme haben, an die sie sich mehr oder weniger halten. Da du ja alle Parteiprogramme gelesen hast und daher weist das man da nichts mehr rein interpretieren oder wünschen kann, als das was da drin steht. Du schreibst „per definitionem“ so zeige mir doch bitte wo in diesem Parteiprogramm initiierende Gewalt zu finden ist

    http://www.parteidervernunft.de/sites/default/files/grundsatzprogramm.pdf

    Was mich beruhigt ist, das wir das selbe wollen, uns über den Weg allerdings nicht einigen. Ich zwinge niemanden zur Wahl, doch ich fühle mich beleidigt oder sogar angegriffen, wenn man mir unterstellt, das ich durch meine Arbeit zu einem Gewaltverbrecher werde. Wir spielen Schach und das beruhigende an unserem Spiel ist, das gleich ob Du oder Ich gewinne, wir beide gewonnen haben, denn was ist schöner als Freiheit!

    Freisinnige Inselgrüße
    und allen Lesern und Schreibern
    einen gelungenen Jahreswechsel

    tobias

    • Herz sagt:

      Ich kann beide Standpunkte gut nachvollziehen…
      Die eine Seite bleibt sich und ihren Grundsätzen treu, die andere versucht aktiv etwas zu bewirken.
      Guten Rutsch ins neue Jahr!!
      Gruß aus Berlin
      Herz

    • Philipp Hofmann sagt:

      „… wenn ich mich durch mein Kreuz dagegen entscheide, durch das Kreuz
      Regeln und Regulierungen aufbrechen möchte, Gewalt abschaffen möchte,
      dann stimme ich grade nicht für das bestehende System, …“

      Mit deinem Gang zur Wahl erkennst du es an und bestätigst es.

      „… zu entscheiden, zeige mir wie z.B. die PDV Gewalt ausübt, wenn sie bestehendes
      Unrecht Systematisch zurück fährt. …“

      Mit deinem Gang zur Wahl erkennst du initiierende Gewalt an und bestätigst die Menschen, die sie ausüben. Im Video ist erklärt, dass es irrelevant ist, wen oder was man wählt.

      „Wie Pontius Pilatus wäscht du deine Hände in Unschuld,…“

      Nein. Nichtwählen ist ein Weg, um ganz sicherzustellen, keine unterstützende Funktion in der Gewaltmaschine des Staates einzunehmen.

      „… ich setze mich allerdings friedlich für deren Abschaffung ein, denn solange es den Staat in seiner jetzigen Form gibt, kann ich nicht für die komplette Sicherheit meiner Kinder garantieren!“

      Es gibt keinen friedlichen politischen Weg. Ebensowenig wie es viereckige Kreise gibt. Politik ist dadurch definiert, Menschen, die etwas nicht wollen, per Gesetz gewaltsam dazu zu zwingen.

      „Ich glaube das in der freiheitlichen Szene niemand auf dir herum hackt, wie oben bereits geschrieben, ich akzeptiere deine Meinung, auch wenn meine nicht deine ist, doch ich lasse mich nicht kriminalisieren nur da ich mich politisch und unpolitisch für eine freiere Gesellschaft einsetze!“

      Du setzt dich also für Gewaltfreiheit ein, indem du dich an der Beraubung, Bedrohung usw. von Unschuldigen beteiligst. Das ist die Auswirkung deiner Handlung, wenn du zur Wahl gehst. Deine Intention, dass weniger von ihnen gestohlen werden soll, ist dabei irrelevant.

      „Was mich beruhigt ist, das wir das selbe wollen, uns über den Weg allerdings nicht einigen. Ich zwinge niemanden zur Wahl, doch ich fühle mich beleidigt oder sogar angegriffen, wenn man mir unterstellt, das ich durch meine Arbeit zu einem Gewaltverbrecher werde.“

      Nochmal aus dem Video:
      Das Wahlkreuz des Wählers für sich betrachtet ist keine Gewalttat – das ist klar. Ein Wahlkreuz zu machen ist nicht das gleiche wie eine Pistole abzufeuern, die auf einen Verweigerer zielt. Der Wähler hat keine Gewalt eingesetzt, ebensowenig wie die Gesetzgeber, der Präsident oder die Richter, wenn sie ein Gesetz verabschieden oder ein Urteil verkünden. Trotzdem haben alle diese Leute ein autoritäres System, das am Ende Menschen mit Gewalt zum Gehorsam zwingt, unterstützt oder sich daran beteiligt.

      Aus der Rolle des Unterstützers bzw. des Beteiligten an Gewalttaten die an Unschuldigen verübt werden, kommst du nicht raus. Dass du dich angegriffen und beleidigt fühlst, ist nachvollziehbar. Aber manchmal ist es einfach unbequem, die Fakten anzuerkennen.

  9. Der Text zum Video ist nachdenkenswert. Was aber soll die nervige melodramatische Musik im Hintergrund. Das Video bewegt sich auf einem ähnlichen Pfad, wie die alte Aktion `Wahlabsage´, die ebenfalls ein Filmchen zum Thema `Nichtwähler´ bereitgestellt hat: http://www.youtube.com/watch?v=Hz6ogIDGrJo

  10. Michael H. sagt:

    Früher habe ich geglaubt, wenn ich wählen gehe, dass ich eine Partei wähle und mit der Zweitstimme noch einen Abgeordneten. Als ich festgestellt hatte, dass es egal ist, wo ich mein Kreuz hinmache, weil Aussagen vor der Wahl, nach der Wahl genau im Gegenteil umgesetzt wurden und die Politik im Land einfach ohne Änderungen immer weiter und weiter geführt wurde, sogar wenn sich die Köpfe und die führenden Parteien geändert hatten. Als ich mir Reden im Bundestag anhörte und sah, dass die Menschen, die im Saal saßen, gelangweilt, belustigt und geistig mit anderen Dingen beschäftigt, mir den Eindruck vermittelten, ich schaue einer undisziplinierten Schulklasse zu, bei der die hälfte der Klasse den Unterricht schwänzt habe ich mich entschieden, einfach mal genauer hin zu hören, was die Redner so von sich geben. Dann ist mir aufgefallen, dass ich den Eindruck hatte, dass sich jeder mit seinem Hobby beschäftigt. Jeder ist mit seiner winzig kleinen Welt, mit seinem, ach so überaus wichtigen Thema beschäftigt, das allerdings nur einen Bruchteil der Bevölkerung betrifft und die Abgeordneten nicht im Geringsten interessiert. Ich erkannte Profilneurotiker, Rhetoriker, machtgeile Menschen und Typen in Anzügen oder Kostümen, die nur labern aber nicht arbeiten wollen. Irgendwann stellte ich mir die Frage, welchen Sinn es hat, wählen zu gehen und da hatte ich eine seltsame Idee. Ich stellte mir die Frage, was würde ich tun, wenn ich ein Volk vollkommen unter Kontrolle bringen wollte und kam auf die alten Ideen die schon ewig in der Geschichte existieren. Ich würde das Volk teilen. Nicht in gut oder böse, nein, in Sozialdemokraten, Christdemokraten, Linke, Rechte, Grüne und sogenannte Liberale. Meine Programme würde ich so stricken, dass sich viele Menschen in mehreren Gruppen wieder finden und sie auf diese Art und Weise unschlüssig bleiben und über Versprechen durch die Führer der jeweiligen Gruppen von mir manipuliert werden können. Von mir wüsste ja niemand etwas. Dann würde ich regelmäßig Wahlen durchführen, damit sich die Menschen entscheiden müssen. Sie sollen sich aber nicht entscheiden wählen zu gehen oder nicht, sie sollen in mindestens einer Gruppe ein oder einige Versprechen finden, damit sie einen Grund haben, ihre Stimme abzugeben. Da sie ja eine Partei wählen und sich die Gesichter der Partei ändern können, da es, je mehr Parteien zur Wahl stehen, fast schon ausgeschlossen ist, dass eine Partei die absolute Mehrheit bekommt, werden immer mehrere Parteien die Regierungsverantwortung tragen, wobei das mit Verantwortung nichts mehr zu tun hat. In schwierigen Zeiten schreibe ich die Programme für die einzelnen Parteien so, dass vielleicht sogar 3 Parteien in der Regierungsverantwortung sind oder sich im Extremfall, sehr gegensätzliche Parteien in einer großen Koalition einigen müssen. Für die Wähler ist es dann selbstverständlich, dass nicht viel passieren wird, da die Programme dieser Parteien zu unterschiedlich sind und beide Parteien haben sogenannte Argumente, warum sie nicht handeln können, die Schnittmengen ihrer Programme sind einfach zu klein. Nun folgen Debatten über Debatten, aber so lange geredet wird, brauch halt nicht gehandelt zu werden…
    Dann ist mir ein erschreckender Gedanke gekommen. Was wäre, wenn mir von jemandem der viel mehr Geld und viel mehr Macht als ich hat, vorgegeben wird, was ich mit meinem Land tun soll?
    Nun beschäftigte ich ein wenig mit dem Finanzsystem, dem Wirtschaftssystem, der internationalen Politischen Landschaft, der Geschichte und ich war entsetzt von dem was ich fand.
    Die ganze Geschichte ist ein Lügenwerk, das Wirtschafts- und Finanzsystem ein riesiges Monopolyspiel, die Regierungen der Welt sind die Figuren auf dem Spielfeld, es geht nur um Rohstoffe, physische Werte und es geht um Macht. Das Geld ist nur ein Mittel, dieses Spiel, die Menschen, die Politiker, kurz gesagt die ganze Welt zu manipulieren. Damit das aber nicht auffällt, darf niemand das Geldsystem verstehen, kein Mensch darf die Gesetze durchschauen und um himmelswillen, darf niemand die Politik durchschauen.

    Was fange ich jetzt mit meinen Erkenntnissen an?

    Ich habe mir die Frage gestellt: Was bewirke ich mit meinem Kreuz eigentlich wirklich alles? …und ich habe einige Antworten gefunden. Lest selbst:

    1. Ich gebe meine Stimme ab und habe dann nichts mehr zu sagen.
    2. Ich bin einverstanden, dass ab jetzt andere für mich denken und entscheiden
    3. ich bin einverstanden, dass das Thema Staatsbürgerschaft nicht geklärt ist
    4. ich bin einverstanden, dass Deutschland unter die Feindstaatenklausel bei der UN fällt und kein Friedensvertrag mit den Alliierten existiert und auch nicht in Angriff genommen wird.

    5. Ich bin einverstanden, dass in einem Land ohne Verfassung lebe, in dem ich keine Rechte habe und in dem ich nicht über meine Rechte aufgeklärt werden darf.

    6. Ich bin einverstanden, dass alles so läuft wie es läuft
    7. Ich bin einverstanden mit unserem Geldsystem
    8. ich bin einverstanden mit den Gesetzen
    9. ich bin einverstanden mit den Sanktionen gegen Ungehorsam
    10. ich bin einverstanden mit Polizeieinsätzen, Wasserwerfern, Schlagstöcken usw.
    11. ich bin einverstanden mit Krieg
    12. ich bin einverstanden mit der Überwachung der Telefone und der E-Mails
    13. ich bin einverstanden mit Videokameras auf allen Straßen und Plätzen
    14. ich bin einverstanden, ich bin einverstanden, ich bin einverstanden….. mit allem was unsere Politiker so tun und lassen. Ich bin einverstanden, dass unsere Politiker bei den Banken Schulden machen, um die Banken zu retten. Ich bin einverstanden damit, dass die Steuern ständig weiter erhöht werden, die Freiheit eingeschränkt wird, ich entmündigt werde und Gehorsam von mir verlangt wird.

    Kurz gesagt, ich bin einverstanden mit allem was geschieht, gebe meine Verantwortung und damit meine Freiheit ab und füge mich einer Welt, in der ich nicht leben will.

    Das mache ich aber nicht mehr mit, ich bin eben nicht einvertanden mit all diesen Dingen, weil sie weder mir noch meinen Freunden, Verwandten, Bekannten und den wenigsten Menschen überhaupt nützen. Denen, denen diese Dinge noch nützen könnten, die brauchen sie nicht mehr, denn die haben alles was sie brauchen. Und jetzt mal ganz ehrlich, Macht braucht wirklich keiner!

  11. Tobias Poley sagt:

    Es ist für mich sehr traurig zu lesen das Ihr für Argumentationsketten und angewandter Logik anscheinend keinen Zugang habt, dies aber zu überspielen versucht in dem Ihr ein Video über „Definitionen & Logik“ hochladet!

    Eure Gebetsmühlenartig Zitierten wie „Mit deinem Gang zur Wahl erkennst du Gewalt an und bestätigst diese.“ […] „Mit deinem Gang zur Wahl erkennst du initiierende Gewalt an und bestätigst die Menschen, die sie ausüben.“ drehen sich im Kreis und stellen Behauptungen auf ohne auf die eigenen Argumente ein zu gehen.

    Genau wie ich seit Ihr Freiheitsliebend, lehnt aber den Weg über demokratische Wahlen ab. Die Argumentation läuft im Wesentlichen so: Die demokratische Wahl an sich sei ein unmoralischer Akt und daher wäre es auch unmoralisch an ihr teilzunehmen. Man „legitimiere“ damit den Staat und somit grundsätzlich seine Gewaltanwendung. Diese Haltung ist nicht logisch begründbar. Wie wir gleich sehen werden, verwechselt Ihr dabei Behauptungen mit logischen Schlüssen.
    Wir müssen uns daher zunächst mit den Grundsätzen der Logik beschäftigen. Hier ist die Wikipedia-Definition:

    Von klassischer Logik bzw. von einem klassischen logischen System spricht man genau dann, wenn folgende semantische Bedingungen erfüllt sind:

    Jede Aussage hat genau einen von genau zwei Wahrheitswerten , die meist als wahr und falsch bezeichnet werden. Man nennt dieses Prinzip das Prinzip der Zweiwertigkeit oder Bivalenzprinzip.
    Der Wahrheitswert einer zusammengesetzten Aussage ist eindeutig durch die Wahrheitswerte ihrer Teilaussagen und die Art, wie diese zusammengesetzt sind, bestimmt. Dieses Prinzip heißt das Prinzip der Extensionalität oder der Kompositionalität.

    Einfach ausgedrückt: Ich formuliere Aussagen so, dass sie entweder wahr oder falsch sein können. Wenn zwei wahre Aussagen dann logisch verknüpft sind, ist auch die verknüpfte Aussage wahr.
    Nehmen wir zunächst die Grundaussage des Libertarismus:

    1. Es ist unmoralisch, Gewalt gegenüber einem Menschen zu initiieren.

    2. Ich wähle ein libertäre Partei, um den Einfluss des Staates zu reduzieren (also initiierende Gewalt zu vermindern).

    3. Wenn ich eine libertäre Partei wähle, ist das nicht unmoralisch (verletzt also nicht Satz 1).

    Wenn 1. und 2. wahr sind, ist auch 3. wahr. Das dürfte unstrittig sein. Da Ihr den ersten Satz fraglos akzeptiert müsst (Ayn Rand behauptet nichts anderes), müsst Ihr euch notgedrungen auf den zweiten Satz stürzen (oder einen anderen Grund anführen, warum die Wahl unmoralisch ist, also etwa ein anderes moralisches Prinzip verletzt, als das der initiierenden Gewalt).

    Ziel von einem Libertären Wähler genau wie von euch ist eine Privatrechtsgesellschaft die auch von Prof. Dr. Hans-Hermann Hoppe treffend beschrieben wird. http://www.misesde.org/?p=4035
    Anders als Ihr möchte man als Wähler zu diesem Zustand einer Privatrechtsgesellschaft aber nicht durch „nicht Wählen“ kommen, sondern durch die Mehrheitsherrschaft einer Demokratie, also die Mehrheit in einer Gesellschaft nutzen um Gewaltanwendung (Subventionen, Besteuerung etc.) kontrolliert und zügig runter zu fahren. Prof. Dr. Hoppe ist übrigens der Meinung das wir erst einen Systemzusammensturz (brennende Straßen und Bürgerkriegsähnliche Zustände) verkraften müssen, bis man aus den Trümmern eine Privatrechtsgesellschaft erschaffen kann.

    Zunächst ein mal dürfte unstrittig sein, dass der Wähler einer libertären Partei den Staat reduzieren oder am liebsten sogar ganz abschaffen will. Davon zu trennen ist die Frage, ob das überhaupt möglich ist. Nehmen wir an, es ist möglich, dann haben wir kein Problem. 1,2 und 3 sind wahr.
    Nehmen wir an, es ist nicht möglich, stellt sich folgende moralische Frage:

    Angenommen, ein Arzt verschreibt einem Patienten eine Behandlungsmethode von der er glaubt, sie hilft ihm, sie hilft ihm aber nicht. Ist das unmoralisch? An dieser Stelle heißt es dann oft:

    Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das ist aber ein juristisches Prinzip, kein moralisches (und eine Frage der Überprüfbarkeit; das ist hier aber nicht relevant, weil wir bei der rein moralischen Betrachtung davon ausgehen, dass wir genau wissen, was der Arzt denkt). Niemand kann ernsthaft in Zweifel ziehen, dass sich der Arzt moralisch verhält, wenn er tatsächlich sein Bestes getan und sich einfach geirrt hat. Natürlich könnte man auch verlangen, dass jeder nur dann behandelt, wenn er ein Genie wie Dr. House ist. Viel Spass mit dem einen genialen Arzt auf dem Planeten! Rein juristisch wird tatsächlich geprüft, ob der Arzt fahrlässig gehandelt hat. Hat er es nach Ansicht eines Gerichtes nicht, ist er nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich aus dem Schneider.

    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die libertäre Partei den Staat nicht reduziert, kann das nicht dem Wähler angelastet werden. Wenn ich beispielsweise Herrn Meier beauftrage, Herrn Müller einen Scheck über 100 Euro zu übergeben und Meier bringt Müller stattdessen um, handle nicht ich unmoralisch, sondern Meier. Ihr müsst also logisch beweisen, dass eine Wahl nicht zu weniger Staat führen kann. Aber es gab immer wieder Phasen, in denen Parteien den Staat reduziert haben. Zwar hat niemand bisher den Staat ganz abgeschafft, auf jeden Fall aber reduziert und das ist Aussage einer Libertären Partei wie z.B. der pdv.

    Wenn Ihr Argumentiert, das der Wähler einer libertären Partei allein durch seine Wahl den Staat „legitimiere“, ist das zunächst einmal keine logische Aussage, sondern eine Behauptung, die unter anderem in den Videos „Wählen ist ein Gewaltverbrechen“ und „Nichtwähler sind Helden“ vertreten wird!

    Um Aussagen prüfen zu können, müssen die Wörter exakt definiert sein. So definiert Wikipedia das Wort „Legitimation“:

    Die Legitimation oder Legitimierung (aus lat.: lex, legis = „Gesetz“, „Rechtfertigung“) bezeichnet:
    juristisch eine Vollmacht , Beglaubigung , Ermächtigung bzw. oder anderer Nachweis der Berechtigung, im Familienrecht bei Kindern das Erlangen der Rechtstellung der Ehelichkeit, siehe Ehelichkeitserklärung und Unehelichkeit in der Politikwissenschaft die Rechtfertigung eines Staates für sein Handeln, siehe Legitimation (Politikwissenschaft) und Legitimationskettentheorie
    in der Soziologie die Rechtfertigung faktisch bestehender Ordnungen, Regeln und Herrschaftsformen, vgl. Legitimität […]

    Das sind also zunächst rechtliche Begriffe, keine moralischen. Die politischen und soziologischen Bedeutungen erklären, wie sich der Staat selbst bzw. der Soziologe ihn rechtfertigt, nicht wie ihn der Bürger rechtfertigt. Es gibt aber noch eine allgemeinere Definition, die uns schon näher an das Problem heranführt:

    Die Legitimation (urspr. aus dem lat. lex, “Gesetz”) bezeichnet umgangssprachlich eine Erlaubnis eine Handlung durchführen zu können; so gibt jemand eine mündliche oder schriftliche “Legitimation” als Beglaubigung oder Ermächtigung; juristisch eine Vollmacht, Beglaubigung oder einen Ausweis; zumal im Familienrecht eine Ehelichkeitserklärung, die einem nichtehelichen die Rechte eines ehelichen Kindes verleiht; in der Soziologie die Rechtfertigung faktisch bestehender Ordnungen.

    Der springende Punkt ist der Teil: „eine Erlaubnis, eine Handlung durchführen zu können.“ Nun behauptet Ihr, allein durch die Teilnahme an der Wahl gebe der Wähler dem Staat eine Erlaubnis jede Handlung durchzuführen, zum Beispiel die Steuern zu erhöhen. Nun, genau das macht der „libertäre“ Wähler nicht. Er wählt ja die Partei, die die Steuern senken will. Ihr argumentiert, alleine dadurch, dass viele Menschen wählen gehen, legitimiere sich der Staat. Das ist natürlich schon rein rechtlich Unsinn, aber auch faktisch. Dem Staat ist es herzlich egal, wie viele Leute wählen gehen. Die Politiker fordern zwar die Wähler dazu auf, zu wählen, aber das ist nicht mehr als der übliche Verkaufstrick: Wenn wir den Wählern sagen, dass sie wählen sollen, suggerieren wir, dass wir „gute Demokraten“ sind und dass Demokratie etwas Tolles ist.

    In Wirklichkeit meinen die etablierten Parteien sich selbst, wenn sie zum Wählen auffordern. Sie versuchen alles, um neue Parteien aus dem Prozess auszuschliessen (5% Hürde, Bürokratie usw.) Es geht ihnen also nicht um die Wahl an sich. Ihr behauptet, je weniger Menschen wählen gehen, desto „weniger“ wäre der Staat „legitimiert“. Wowereit wurde 2011 bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent von 28 Prozent der Wähler gewählt. Das bedeutet 83 Prozent der Berliner haben ihn NICHT gewählt. Bezweifelt irgendjemand, dass er der „regierende“ Bürgermeister ist? Libertäre vielleicht schon, aber das Video behauptet, dass das auch der Rest der Bevölkerung tut, wenn sie nicht wählt. Tut sie aber nicht. Sie haben ihn einfach nicht gewählt und fertig. Ob der Staat sich jetzt so rechtfertigt oder nicht ist Ansichtssache, mit Logik hat das nichts zu tun. Juristisch natürlich nicht, weil die Wahl auch gilt, wenn wenige wählen. Für die moralische Frage ist nicht ausschlaggebend, wie der Staat sich rechtfertigt, sondern ob der einzelne Bürger ihn durch seine Wahl rechtfertigt. Das widerlegt schon ein einziger Anarchist, wie Oliver Janich, der wählt.

    Als Legitimation des Staates könnte genau so gut ausgelegt werden, dass die Bürger Steuern zahlen, seine Straßen und sein Geld benutzen und vieles mehr. Ihr sagt dann, er hätte keine Wahl (!). Das ist aber eine Konstruktion in seiner Fantasie. An sehr vielen Stellen hat man die Wahl. Man könnte mit Tauschhandel durchkommen, private Straßen benutzen, wo sie angeboten werden, städtische Einrichtungen wie Schwimmbäder oder öffentliche Verkehrsmittel meiden usw. In Wirklichkeit verweigert er sich nur, wenn es ihm bequem erscheint, zum Beispiel beim wählen.
    Vielleicht wird alles klarer, wenn wir die Situation einmal umdrehen. Ist es möglicherweise unmoralisch, nicht zu wählen? Dazu müsste die Frage geklärt werden, ob unterlassene Hilfeleistung unmoralisch ist.

    Libertäre wie Rothbard sagen zwar, es gäbe keine „rechtliche“ Pflicht zur Hilfe, wohl aber eine moralische. Wenn Sie also akzeptieren, dass eine Nichthandlung auch eine Handlung ist (wie Mises betont) und Ihr euch bewusst entscheiden, jemandem nicht zu helfen, obwohl es zum Beispiel für euch kein Risiko darstellt (stellt es eines dar, ist es nicht unmoralisch), so können Ihr diese Nichthandlung als unmoralisch ansehen.

    Die „Legitimationsthese“ basiert auf einer reinen Vermutung, einer Konstruktion oder einem Wunschgedanken. Bisher hat sich jedenfalls noch kein demokratischer Staat von einer niedrigen Wahlbeteiligung von der Ausübung seiner Herrschaft abhalten lassen. Im Gegensatz dazu gibt es aber historische Beispiele, dass Parteien den Staat reduziert haben. Und selbst ohne Empirie: Egal, wie klein die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Staat reduziert wird, die Möglichkeit besteht. Beim Nichtwählen besteht sie nicht. Im Gegenteil:

    Wer nicht wählt, wird automatisch der Gewinner-Partei zugeschlagen, weil sonst die libertäre Partei mehr Stimmen bekommen hätte.

    Als allgemeines Moralprinzip taugt das allerdings nicht. Eine allgemeine “Pflicht” zur Hilfe gibt es nicht. Man kann nicht behaupten, dass jede Nichthandlung unmoralisch ist. Man müsste ja sonst ständig darüber nachdenken, ob man irgendwo helfen könnte. Aber beispielsweise ist jedem klar, dass es ethisch verwerflich ist, wenn ich ein Kind nicht vor den Ertrinken rette, wenn das für mich relativ risikolos machbar ist. Je höher das Risiko ist, desto größer meine “moralische Leistung” oder mein Mut, wenn Sie so wollen.

    Auch kann argumentiert werden, dass eine einzelne Stimme nichts bewirkt. Aber stellen Euch einfach mal vor, alle Liberalen hätten noch nie liberal gewählt. Wo stünden wir dann? (Eugen Richter beschrieb diesen Zustand bereits 1891 sehr treffend in seinem Buch „Sozialdemokratische Zukunftsbilder frei nach Bebel“ – http://de.scribd.com/doc/88754006/Eugen-Richter-Sozialdemokratische-Zukunftsbilder )

    Natürlich ist die FDP inzwischen überhaupt nicht mehr liberal (dafür gibt es jetzt die pdv), aber in den vergangenen Jahrzehnten konnte man damit den Staat zumindest ein bisschen in Zaum halten. Ich will damit nicht sagen, dass jeder Mensch, der nicht wählt, ein gewissenloser Verbrecher ist. Die grundsätzliche moralische Frage hängt nicht davon ab, wie groß meine “Schuld” ist. Fakt ist, mit der Wahl einer libertären Partei kann ich potenziell die Gewaltausübung des Staates reduzieren.
    Was aber gar nicht geht, ist jemanden, der eine libertäre Partei wählt, vorzuhalten er handle unmoralisch oder begehe gar ein “Gewaltverbrechen” oder wäre “ein Held” (die meisten dürften einfach faul sein oder zu angewidert von der Politik, als dass sich damit beschäftigen wollten, ob es nicht doch eine ordentliche, weil libertäre Partei gibt) wenn er nicht Wählen würde, man kann daher eurer Argumentationskette nichts abgewinnen da man es nicht logisch herleiten kann. Leider hat weder Michael H. der das Video einstellte noch Philipp Hofmann den Versucht unternommen, das logisch herzuleiten, sondern nur „gebetsmühlenartig“ auf die Videos verwiesen.

    Aber die enthalten eben keine logischen Aussagen! Ich will auch keineswegs die ansonsten hervorragende Arbeit von freiwilligfrei schmälern. Es handelt sich einfach um eine intellektuell interessante Frage. Und wenn man dann schon damit hantiert, dass Wählen ein Gewaltverbrechen sein soll, sollte man dies logisch widerspruchsfrei darlegen können. Die Videos sind eine nette Provokation, mehr nicht. Als Grundlage für eine logische Diskussion taugen sie nicht.
    Wie steht es, wenn praktisch niemand mehr zum wählen geht? Abgesehen davon, dass das sehr unwahrscheinlich ist: Wenn 100% der Bevölkerung plötzlich libertär wären, hätten vorher ja zumindest 50% die libertäre Partei gewählt. Die Veränderung wäre also schneller gegangen und vermutlich mit weniger Gewalt. Und das ist es doch auch was von euch gewünscht wird, oder? Zumindest ging ich bisher davon aus, grade auch da sich Manuel Maggio und Hauke Marxen in der Eigentümlich Frei Nr. 124 wie folgt äußerten: „Wir wollen einen philosophischen Anarchismus, der nichts mit Chaos oder Steineschmeißen zu tun hat.“

    Lehnen wir eine Wahl ab wird nach dem kompletten Zusammensturz unseres Staats-Kapitalismus, Sozialismus, Semi-Sozialismus, Interventionismus, Korporatismus, Paternalismus, Demokratur oder gerne auch Etatismus das Chaos herrschen! Wenn immer weniger Menschen über immer mehr entscheiden wird der Staat (das kälteste aller Übel wie es Friedrich Wilhelm Nietzsche schon damals treffend beschrieb) den Überwachungsstaat hoch fahren, da er sich vor der Bevölkerung fürchtet! Eric Arthur Blair beschrieb dies schon 1949 mit seinem Werk „Nineteen Eighty-Four“ mehr als zutreffend! Und genau das ist es was Ihr doch eigentlich nicht wollt, oder? Manuel Maggio und Hauke Marxen wollen einen philosophischen Anarchismus, das möchte ich auch sehr gerne! Philosophie ist die Liebe zur Weisheit, man versucht die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen. Mit der bisherigen Arbeit bin ich sehr zufrieden, doch der Seitenhieb zu Wahlen im allgemeinen (bei Sozialistischen Parteien mag dies alles gerne zutreffen da sie den Staat nicht abbauen sondern aufbauen und umverteilen wollen) stimmt mich doch sehr nachdenklich!

    Ein Staat in dem niemand mehr wählt, dürfte sich in einem Zustand befinden, in dem er alle Skrupel beiseite gelegt hat, Gewalt auszuüben. Diesen Zustand kann man mit oder ohne Wahl erreichen, ohne Wahl dauert es nur länger und der wahrscheinliche Kollateralschaden an der Bevölkerung ist deutlich höher!

    Dann kommt Ihr noch mit dem Argument, es wäre ein Widerspruch in sich, wenn sich ein Anarchist wie Oliver Janich überhaupt zur Wahl stellt. Auch das ist wieder ein Missverständnis. Genau so wie ein Unternehmer kein Kapitalist sein muss (viele sind es nicht), kann ein Politiker anarchistische Überzeugungen haben. Ein Anarchist ist nur jemand, der die These vertritt, dass man den Staat ganz abschaffen sollte. Wenn er sich sogar zur Wahl stellt, um diesem Ideal möglichst nahe zu kommen tut er sogar noch mehr als der Anarchist, der sich nur beschwert.

    Ihr sagte auch, es gäbe andere Methoden den Staat abzuschaffen. Auf die Rückfrage, welche, kam die Antwort: aufklären. Meine Rückfrage: Und was dann? Wenn alle aufgeklärt sind, wie installiert man die libertäre Gesellschaft? Das müsste ja auch wieder durch Wahl geschehen. Eure Antwort: Nein, zur Not müsste man 1000 Jahre warten, bis sich der Staat per „Evolution“ abschafft. Auf die Frage, wie denn der letzte Schritt der Evolution in tausend Jahren aussehen sollte, folgte keine Antwort mehr. Aber ich kann es ihm sagen. Man würde fragen: Wolle mern abschaffe? Wenn dann genügend Leute ja sagen, schafft man den Staat ab. Das nennt sich dann Wahl. (Anmerkung: auch eine Sezession kann nur durch Wahl oder Gewalt zustande kommen). q.e.d.

    Zum Schluss noch eine Analogie: Nehmen wir an, Ihr wäret bei der (privaten) Mafia (von mir aus weil man euch gezwungen hat). Ihr habt euch nur an kleineren Verbrechen beteiligt (ähnlich wie Ihr mit staatlichem Geld zahlt, von dem Ihr wisst, dass es nichts wert ist, oder die öffentliche Ubahn benutzt). Ein Mafiakollege will jemanden erschießen, der sein Schutzgeld nicht bezahlt. Ihr findet, das geht zu weit und erschießt den Kollegen, bevor er das Opfer abknallen kann. Ist das jetzt unmoralisch? Ist es unmoralisch, wenn ein Beamter oder Angestellter im Öffentlichen Dienst eine libertäre Partei wählt? Ist es moralischer, wenn Ihr sagt, er tritt jetzt aus der Mafia aus, aber den Mord lässt er zu? Er wäscht ja seine Hände in Unschuld. Er hat sich nicht an dem Verbrechen beteiligt. Das hat auch eine Logik. Sie nennt sich die Pontius Pilatus-Logik welche ich in meinem letzten Beitrag schon angeführt habe!

    Fazit: Wenn jemand behauptet, wählen wäre unmoralisch, sollte er es logisch nachweisen können. Besonders dreist finde ich, ausgerechnet Leuten die BEIDES tun, also Aufklären UND aktiv versuchen, etwas zu verändern, indem sie sich in einer libertären Partei engagieren, also mehr tun, als der der „nur“ aufklärt, zu unterstellen, sie wären unmoralisch. Das ist aber keine Logik mehr, sondern meine persönliche „Meinung“.

    P.S. Die etablierten Parteien lachen sich natürlich kaputt über die Libertären, die auffordern, nicht zum wählen zu gehen. Damit sinkt schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass es eine echte Opposition gibt.

    P.P.S. Auch Murray Rothbard erklärt in “Die Ethik der Freiheit”, dass wählen nicht unmoralisch ist:
    “Viele anarchistische Libertäre behaupten, es sei unmoralisch, Wählen zu gehen oder sich an politischen Aktionen zu beteiligen. Das Argument ist, dass der Libertäre dem Staatsapparat durch eine solche Teilnahme an staatlichen Aktivitäten seinen moralischen Segen geben würde. Doch eine moralische Entscheidung muss eine freie Entscheidung sein – der Staat hingegen platziert die Menschen einer Gesellschaft in ein unfreies Umfeld, in eine allgemeine Matrix des Zwangs. Der Staat existiert – bedauerlicherweise –, und die Menschen müssen also ganz zwangsläufig innerhalb dieser Matrix damit beginnen, ihre Bedingungen zu erleichtern.

    Lysander Spooner hat ja darauf hingewiesen, dass die Wahlteilnahme in einem Umfeld staatlichen Zwangs keine freiwillige Zustimmung impliziert. In Wirklichkeit ist es so, dass, wenn uns der Staat schon erlaubt, regelmäßig unsere Herrscher auszuwählen – so eingeschränkt diese Auswahl auch sein mag –, es mit Sicherheit nicht als unmoralisch erachtet werden kann, wenn man diese beschränkte Chance nutzt, um zu versuchen, sich der staatlichen Macht zu entledigen.
    Der Staat ist also nicht einfach ein Teil der Gesellschaft. Der überwiegende Teil dieses Buches zielt ja gerade darauf ab zu veranschaulichen, dass es sich beim Staat nicht – so wie es die meisten utilitaristischen Freimarktökonomen glauben – um eine legitime gesellschaftliche Institution handelt, die lediglich dazu neigt, bei den meisten ihrer Aktivitäten stümperhaft und ineffizient zu sein. Ganz im Gegenteil: Der Staat ist eine inhärent illegitime Institution organisierter Aggression, also organisierter und geregelter Verbrechen gegen die Menschen und ihr Eigentum.”

    Nachzulesen auch unter http://www.propagandafront.de/1150490/uber-den-richtigen-umgang-mit-der-staatsmafia.html

    Bei meinen Text habe ich mich bewusst an dem Artikel von Oliver Janich bedient den man unter http://www.oliverjanich.de/der-libertare-nichtwahler-und-die-tucken-der-logik-2 nachlesen kann.

    Am Ende noch ein Zitat von „Charlie Chaplin“ der aus einer Privatrechtsgesellschaft heraus meinen kompletten Zuspruch erhält!

    Macht brauchst du nur,
    wenn Du etwas Böses vorhast.
    Für alles andere
    reicht Liebe

    Mit diesen Worten schließe ich meine weiteren Kommentare die Sich wahrscheinlich nur noch im Kreis drehen, da oben genannte „Floskeln“ erneut herunter gebetet werden und wünsche euch auch für die Zukunft von Herzen alles Gute.

    Freisinnige Inselgrüße
    Tobias

    • Ben sagt:

      Hallo Tobias,

      genau so sehe ich das auch.

      Viele Grüße, Ben
      PS:Ich schwöre bei meinem Leben und meiner Liebe zum Leben, dass ich niemals um eines anderen Menschen willen leben werde noch von einem anderen verlangen werde, um meinetwillen zu leben.

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Tobias,

      „Es ist für mich sehr traurig zu lesen das Ihr für Argumentationsketten und angewandter Logik anscheinend keinen Zugang habt, dies aber zu überspielen versucht in dem Ihr ein Video über „Definitionen & Logik“ hochladet!“

      Sei Dir gewiss, wir haben sehr wohl Zugang und dazu und den Schlüssel auch nicht verlegt. 🙂 Grund zur Trauer besteht daher nicht.

      Wir müssen uns die Frage stellen, wie stark wir eigentlich provozieren wollen, denn diese Videos sind nichts anderes als Provokationen. Sage ich jemandem, er wäre ein Schwein, ist jedem klar, dass ich ihn nicht wirklich für ein Schwein (Tier) halte, sondern lediglich in einer drastischen Form mein Missfallen über seine Person ausdrücke.

      Ähnlich ist das in diesen Videos gemeint, wobei Deine Kritik völlig gerechtfertigt ist. Es handelt sich hier um ein philosophisch orientiertes Blog, und man könnte kritisieren, dass wir mit diesen Begriffen herumspielen, wenn wir uns ihrer Bedeutung doch eigentlich bewusst sein sollten.

      Stelle ich mir einen Gewaltverbrecher vor, sehe ich jemanden, der einem anderen in den Kopf schießt. Gibt es also einen Unterschied zwischen so einem und einem Wähler? Ich denke schon. Der Begriff Moral ist ebenso versaut, wie Kapitalismus und Anarchie. Jedes Mal wenn man sie benutzt, stößt man auf Menschen, die ihnen völlig andere Bedeutungen zumessen.

      Wir sehen unsere Aufgabe einerseits in der Produktion provokanter Videos, andererseits aber auch in philosophisch ernsthaften Inhalten. Du kannst mir glauben, dass die Balance zu halten, manchmal schwierig ist.

      In unserem Forum haben wir interessante Fäden zu all diesen Themen, so auch zum Thema der parlamentarischen Wahl.

      Ich lade Dich und jeden ernsthaft Interessierten ein, sich dort anzumelden und mit uns zu diskutieren.

      • michael sagt:

        kleine berichtigung:
        nur die überschrift ist provokant , alles andere nicht !
        ich sehe auch kein problem in der balance….dies ist lediglich eine unbewiesene aussage.

        in den texten wird EINDEUTIG erklärt was mit gewalttat gemeint ist:
        Das Wahlkreuz des Wählers für sich betrachtet ist keine Gewalttat – das ist klar. Ein Wahlkreuz zu machen ist nicht das gleiche wie eine Pistole abzufeuern, die auf einen Verweigerer zielt. Der Wähler hat keine Gewalt eingesetzt, ebensowenig wie die Gesetzgeber, der Präsident oder die Richter, wenn sie ein Gesetz verabschieden oder ein Urteil verkünden. Trotzdem haben alle diese Leute ein autoritäres System, das am Ende Menschen mit Gewalt zum Gehorsam zwingt, unterstützt oder sich daran beteiligt.

        Die Wähler, Amtsinhaber und anderen Beteiligten der Regierung sind also Mittäter oder Komplizen der Polizisten, Soldaten und Gefängniswärter, die tatsächlich physische Gewalt dazu einsetzen, um die Verweigerer zu unterwerfen. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Verfahren vor internationalen Gerichten, bei denen sowohl gewählte Amtsinhaber als auch Diktatoren rechtmäßig als Kriegsverbrecher verurteilt wurden – als rechtlich Verantwortliche für Verbrechen, die sie zwar nicht mit ihren eigenen Händen begangen haben, die aber infolge ihrer Befehle verübt wurden. Diejenigen, die also den Soldaten den Befehl erteilen, unschuldige Zivilisten umzubringen, sind verantwortlich, auch wenn sie nicht persönlich die Waffen auf sie gerichtet und geschossen haben.

        Obwohl dieses Prinzip der Verantwortlichkeit noch nie von der politischen Führung bis auf diejenigen zurückverfolgt wurden, die an den Wahlen teilgenommen haben, sollte nun eines klar sein: Die Kette der Verantwortung beginnt bei denjenigen, die Gewalttaten begehen, sie reicht über diejenigen, die die Befehle dazu erteilen bis zu denen, die zur Wahl gehen, aus denen die Ermächtigung der politischen Führer hervorgeht.“

        und wenn sich jemand sorgen um logik macht, dann sollte er sich lieber erstmal gedanken darüber machen, daß er gewalt akzeptiert,deligiert und legitimiert, um frieden zu erlangen !

        das etatisten probleme haben und emotional reagieren, wenn man die dinge ausspricht wie sie sind, ist nichts neues….vor allem die etatisten, die nicht wahr haben wollen, daß sie welche sind.

        in dieser talkrunde sieht man auch, daß es immer wieder die selben emotionalen und aggressiven reaktionen sind, die man als voluntarist bekommt, wenn man gegen diesen dummen aberglauben staat etwas sagt:

        hier ein weiteres video einer hervorragenden videoreihe:

  12. Philipp Hofmann sagt:

    „Eure Gebetsmühlenartig Zitierten …“
    Ich hoffe, dass FreiwilligFrei noch sehr viel mehr aufklärende Videos zu diesem Thema macht, denn es ist angesichts deines zusammenkopierten Kommentars ganz offensichtlich so, dass das dringend notwendig ist. Die Verwirrung scheint so groß zu sein, dass ein noch sehr viel häufigeres Wiederholen der Zusammenhänge erforderlich ist.

    Ein Politiker, der niemanden hat, in dessen Namen er handelt, ist dazu gezwungen, in eigenem Namen zu handeln. Ohne Wähler (damals war es z.B. die Kirche/Religion/Gott) ist er für seine Taten selbst verantwortlich und er wird keineswegs z.B. Massaker an der Zivilbevölkerung begehen können und darüber hinaus sich die Mordwerkzeuge durch erpresserische Methoden von der gleichen Zivilbevölkerung finanzieren lassen können.

    „Genau wie ich seit Ihr Freiheitsliebend …“
    Du kannst dir das Attribut der Freiheitsliebe nicht geben und dich gleichzeitig für den Gang zur Wahl (=Befürwortung von Gewalt) aussprechen.

    „Zunächst ein mal dürfte unstrittig sein, dass der Wähler einer libertären Partei den Staat reduzieren oder am liebsten sogar ganz abschaffen will.“

    Also, der Wähler will durch eine Rechtfertigung/Bestätigung/Vergrößerung des Staates/Beteiligung am Staatswesen mittels Wahlbeteiligung den Staat reduzieren oder sogar ganz abschaffen. Logik?

    „Der springende Punkt ist der Teil: „eine Erlaubnis, eine Handlung durchführen zu können.“ Nun behauptet Ihr, allein durch die Teilnahme an der Wahl gebe der Wähler dem Staat eine Erlaubnis jede Handlung durchzuführen, zum Beispiel die Steuern zu erhöhen. Nun, genau das macht der „libertäre“ Wähler nicht. Er wählt ja die Partei, die die Steuern senken will.“

    Die Beteiligung an einer demokratischen Wahl ist eine Ja-Stimme dafür, sich von der mehrheitlich gewählten Partei/Koalition/Gruppe beherrschen zu lassen und vor allem, dass andere von dieser Gruppe beherrscht werden. Egal wie diese Gruppe am Ende aussieht. So sind die Spielregeln. Die Verantwortung für das, was die mehrheitlich Gewählten tun, liegt somit bei jedem Wähler, unabhängig von dem, was er gewählt hat. Das ist nur einer der Punkte, auf den die Politik-Fetischisten – Entschuldigung, aber anders kann man es schon gar nicht mehr bezeichnen – ganz offenkundig weder eingehen können noch eingehen wollen.

    „Ihr argumentiert, alleine dadurch, dass viele Menschen wählen gehen, legitimiere sich der Staat. Das ist natürlich schon rein rechtlich Unsinn, aber auch faktisch.“

    Diese Aussage ist blanker Unsinn. Wenn niemand wählt, gibt es niemanden, der Macht beanspruchen kann, ohne sich auf andere berufen zu können, in deren Namen er diese Macht beansprucht und für rechtmäßig erklärt. Er handelt dann in eigenem Namen und muss wenn er Gewalt gegen Unschuldige ausüben will, dieses persönlich in eigenem Namen tun. Im heute üblichen Sprachgebrauch nennt man so etwas dann nicht „humanitären Hilfseinsatz“, sondern Verbrechen. Genau das ist im Video erklärt, nun habe ich es nochmal erklärt, weil mir sonst erneut der Verweis auf das Video vorgeworfen wird.

    „ Die Politiker fordern zwar die Wähler dazu auf, zu wählen, aber das ist nicht mehr als der übliche Verkaufstrick: Wenn wir den Wählern sagen, dass sie wählen sollen, suggerieren wir, dass wir „gute Demokraten“ sind und dass Demokratie etwas Tolles ist.“

    Die Motivation der Politiker, zur Wahl aufzurufen so zu verharmlosen, ist gefährlich. Das ist nicht nur ein billiger Verkaufstrick ohne Folgen, sondern ein Aufruf dazu, den Politikern die Möglichkeit zu geben, sich aus der persönlichen Verantwortung für ihre Taten stehlen zu können. Der Wähler, die Wählermehrheit bzw. die Wahlbeteiligung ist also anstelle alter, überkommener und aus heutiger Sicht völlig lächerlich erscheinender Götzenbilder gerückt, die vor der Demokratie dazu gedient haben, Herrschaft und Unterdrückung als gut und notwendig an die Bevölkerung zu verkaufen. Meine Hoffnung ist, dass die politische Wahl (als aktuell gültige Religion und Götzenanbetung) genau den gleichen Weg gehen wird, wie ihn diese Götzenbilder gegangen sind und dass sie auf dem Müllhaufen der Geschichte für immer entsorgt wird. FreiwilligFrei hat mit den Videos über die Wähler einen sehr wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Danke und mehr davon!

    „Libertäre wie Rothbard sagen zwar, es gäbe keine „rechtliche“ Pflicht zur Hilfe, wohl aber eine moralische. Wenn Sie also akzeptieren, dass eine Nichthandlung auch eine Handlung ist (wie Mises betont) und Ihr euch bewusst entscheiden, jemandem nicht zu helfen, obwohl es zum Beispiel für euch kein Risiko darstellt (stellt es eines dar, ist es nicht unmoralisch), so können Ihr diese Nichthandlung als unmoralisch ansehen.“

    Jetzt wird es besonders kurios. Ein friedliches Leben zu leben ist auf einmal „unmoralisch“. Unglaublich. Oh, hier kommt die Relativierung:

    „Eine allgemeine “Pflicht” zur Hilfe gibt es nicht. Man kann nicht behaupten, dass jede Nichthandlung unmoralisch ist. Man müsste ja sonst ständig darüber nachdenken, ob man irgendwo helfen könnte. Aber beispielsweise ist jedem klar, dass es ethisch verwerflich ist, wenn ich ein Kind nicht vor den Ertrinken rette, wenn das für mich relativ risikolos machbar ist.“

    Es soll also ethisch nicht verwerflich sein, ein Kind vor dem Ertrinken zu retten, indem ich es zusätzlich unter Wasser drücke (Annahme und Ausübung eines politischen Amtes) bzw. demjenigen, der das tut, die Möglichkeit gebe, es in meinem Namen zu tun (Gang zur Wahl). Sauber, sag ich! Starker Tobak.

    „Eugen Richter beschrieb diesen Zustand bereits 1891 sehr treffend in seinem Buch „Sozialdemokratische Zukunftsbilder frei nach Bebel““

    Einen Politiker zur Begründung der Notwendigkeit von Politik als Quelle zu verwenden ist das gleiche, wie Monsanto als Begründung für die Notwendigkeit von Gentechnik zu verwenden.

    „Leider hat weder Michael H. der das Video einstellte noch Philipp Hofmann den Versucht unternommen, das logisch herzuleiten, sondern nur „gebetsmühlenartig“ auf die Videos verwiesen.“

    Die Gebetsmühle muss noch einige male weitergedreht werden, denn der Groschen ist immer noch nicht gefallen:

    „Aber die enthalten eben keine logischen Aussagen!“

    Die Logik der Aussagen wurde mit den von Janich hier reinkopierten Textbausteinen nicht widerlegt. Siehe oben. Die Bedeutung von Begriffen so lange herumzudrehen bzw. mit Begriffen zu hantieren, die in den Videos gar nicht vorkommen (z.B. „unmoralisch“) bis vermeintliche Widersprüche entstehen, ist keine Widerlegung. Das ist bestenfalls als gut gemeinter und verzweifelter Versuch eines Pfarrers anzusehen, der anderen seinen Gott (demokratische Wahl) plausibel machen will.

    „Mit diesen Worten schließe ich meine weiteren Kommentare die Sich wahrscheinlich nur noch im Kreis drehen, da oben genannte „Floskeln“ erneut herunter gebetet werden und wünsche euch auch für die Zukunft von Herzen alles Gute.“

    Den Rest spare ich mir. Bei so unschlagbaren „Argumenten“ wie diesen, habe ich nämlich einfach keine Lust mehr.

    @FreiwilligFrei: Diese Diskussion zeigt, dass noch viele weitere Videos wie „Wählen ist ein Gewaltverbrechen“ und „Nichtwähler sind Helden“ notwendig sind. Der Irrglaube, mit politischen Mitteln (Gewalt) seien Politik und Staat (Gewalt) einzudämmen, scheint sich so tief in einige Menschen hineingefressen zu haben, dass hier wirklich noch richtig viel an Aufklärung erforderlich ist.

    • Michael H. sagt:

      „Leider hat weder Michael H. der das Video einstellte noch Philipp Hofmann den Versucht unternommen, das logisch herzuleiten, sondern nur „gebetsmühlenartig“ auf die Videos verwiesen.“

      Kleine Korrektur: Das Video wurde nicht von mir eingestellt. Eine logische Herleitung war auch nicht mein Ansinnen. Ich habe mir nur Gedanken darüber gemacht, was es bedeuten würde, wenn ich meine Stimme abgebe, denn es bedeutet nicht nur, dass ich eine Partei wähle weil ich mit dem Programm einverstanden bin. Was steckt also dahinter, was ist der Zweck einer Wahl in dieser bei uns üblichen Form?

      Wer das System verstanden hat und weiß, dass unser Land von einer Bande von Verbrechern regiert wird, der macht sich schon so seine Gedanken.
      Eine logische Herleitung ist demzufolge für mich nicht erforderlich, ich gehe da ausschließlich nach dem Zitat von Konfuzius, der Vor langer Zeit vom neuen Chinesischen Kaiser gefragt wurde, was er tun solle, um sein Reich gut zu regieren. Konfuzius antwortete:
      „Ich würde eine ehrenwerte Sprache benutzen, ich würde die Dinge bei ihrem richtigen Namen nennen, wenn wir die Dinge nicht bei ihrem konkreten Namen nennen, dann bedeuten Worte nichts mehr. Wenn Wörter nicht die Realität widerspiegeln, dann ist das was wir sagen, nicht das was gemeint ist. Wenn aber das, was wir sagen, nicht das ist, was gemeint ist, können wir nicht klar denken und nichts kann erreicht werden. Nur wenn wir die Dinge bei ihrem richten Namen nennen, ist es möglich wahrhaftig und ehrlich über die Dinge zu sprechen.

      Solange unsere Politiker ihre Begriffe und ihre Worte so wählen wie sie es tun, solange sie eine List anwenden, um genau das was Konfuzius gesagt hat, gegen uns zu mißbrauchen, solange kann ich nicht wählen gehen.

      Natürlich werde ich durch mein Nichtwählen keine Regierung abschaffen, es gibt aber andere Wege, dem ganzen Treiben Energie zu entziehen…

      • Philipp Hofmann sagt:

        Ich bin erleichtert, dass es doch Leute gibt, die das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren.

        „Natürlich werde ich durch mein Nichtwählen keine Regierung abschaffen, es gibt aber andere Wege, dem ganzen Treiben Energie zu entziehen…“

        Nichtwählen und die Konzentration auf andere Wege machen dich zum wahren Helden.

  13. Tobias Poley sagt:

    @ Philipp Hofmann:

    „Eine der Lehren der Reaktionspsychologie besagt, dass ein oft wiederholter Reiz zu einer Gewohnheit führe, und dass man jemand von einem Gedanken überzeugen könne, indem man diesen einfach immer wieder wiederholt.“ – Edward Bernays, „Propaganda“ S.53

    Schade dass du ohne nur eine einzige Seite von Eugen Richters Buch gelesen zu haben über diesen Menschen urteilst, nur da dir Wikipedia verraten hat dass er vor über 100 Jahren Politiker war und sich für Freiheit eingesetzt hat. Es ist ein sehr kurzes, gutes und empfehlendes Buch.

    @FwF-sandman:

    Auf die Einladung zurm Forumbeitrag muss ich leider verzichten, ich halte meine Zeit zu wertvoll als dass ich bereit bin mich einer auf mich militant wirkenden Nichtwählergemeinschaft aussetze um sich im Kreis drehenden Posts zu lesen die meinen Inhalt verdrehen. Ich schätze es nicht wenn Voluntaristen über andere urteilen ohne sie je kennengelernt zu haben. Ich hoffe dass die konsequenten Reposter von euch auch auf alles andere Staatsunterstützende verzichtet, und wünsche mir dass Ihr euch wie Heuchler fühlt wenn Ihr öffentliche Verkehrsmittel oder Einrichtungen benutzt oder anderweitig den Erhalt eines Staates begünstigt.

    Nach der Pontius Pilatus-Logik werdet Ihr beim Mafiabeispiel pfeifend wegsehen nur um initiierende Gewalt zu vermeiden die den Täter von seinem Mord abgehalten hätten.

    Trotzdem auch weiterhin euch alles Gute!

    Freisinnige Inselgrüße

    PS: […] On 28. Dezember 2012, in Gesellschaft und Politik, Videos, by michael […]

    • FwF-Manuel sagt:

      Hallo Tobias,

      wählen unmoralisch hin oder her, ich finde es etwas unfair wie du uns hier alle pauschal zuordnest oder wie auch immer man dazu sagen mag.

      Ich akzeptiere Dich ja auch wenn du der Meinung bist, das Wählen Sinn macht, aber wo ist das Problem, dass ich nicht zur Wahl gehen kann? Ich habe damit einfach Gewissens-Probleme, meine sehen aber so aus:

      Ich kann kein Recht weiter geben, welches ich nicht selber besitze, somit ist es für mich unmöglich zur Wahl zu gehen. Wenn ich etwas wählen kann, dann nur für mich alleine, denn ich habe nicht das Recht über irgendeinen Menschen auf dieser Welt zu verfügen oder zu herrschen. Das ist mein Logik-Problem beim Wählen.

      Wenn du das anders handhaben möchtest ist das doch voll ok, ich kann es nicht.

      Insofern ist das schon etwas weit hergeholt, mit wir sollen uns als Heuchler fühlen, wenn wir die U-bahn benutzen. Irgendwie passt das nicht, findest du nicht auch?

      lg Manuel

      PS: ich weiss das ich in meinem Alltag genug Dinge leiste die der Freiheit dienen, ich verlasse damit sehr oft meine Komfort Zone, ich würde mir wünsche andere würden auch etwas mehr in ihrem Leben ändern.

      Mit einmal in allen 4 Jahren ein Kreuzchen machen ist es halt nicht getan.

      Daher verurteile mich bitte nicht als „militant wirkenden Nichtwählergemeinschaft“ ich fühle mich dadurch etwas gekränkt.

      lg Manuel

      • freedomforce sagt:

        @FwF-Manuel

        Insofern ist das schon etwas weit hergeholt, mit wir sollen uns als Heuchler fühlen, wenn wir die U-bahn benutzen. Irgendwie passt das nicht, findest du nicht auch?

        Demzufolge müssten sich alle Russen, die in den 70er Jahren für die UDSSR arbeiten mussten erhängen, weil sie für den Staat gearbeitet hatten.

        Wenn der Staat einen künstlich in der Wahlfreiheit einschränkt, soll man deshalb zum Märtyrer seiner eigenen Ideologie werden?

        Okay, die Argumentation ist von Murray Rothard’s „Living in a State run world“ übernommen. Aber warum das Rad neu erfinden? 😉

        WTF? Militante Voluntaristen, das klingt irgendwie orwellsch oder habt ihr schon Leute gewaltsam daran gehindert, eine Wahlkabine zu betreten?

      • Lars sagt:

        Was mich dann interessieren würde ist, wie meint ihr, kommen wir zu einer Voluntaristischen Gesellschaft?
        Sieh das gleich als eine Frage, du hattest ja letztens angeboten da welche zu beantworten. Ich denke sie ist auch wichtig genug um sie per Text zu verfassen und nicht per utube Video untergehen zu lassen.

        Würde mich freuen bald ein RSS-Feed zu bekommen der da so ähnlich heißt wie: „Wie FWF hofft das wir zum Voluntarismus kommen“. Natürlich könnt ihr auch jeder einen schreiben und für fwf den Namen einsetzen. Die Antwort von Tommy (Nachname vergessen) würde mich auch interessieren.

        Grüße,
        Lars

      • Equality 7-2521 sagt:

        „Ich kann kein Recht weiter geben, welches ich nicht selber besitze, somit ist es für mich unmöglich zur Wahl zu gehen.“

        Genau, du kannst es nicht. Auch dann nicht wenn du es versuchst. Es ist unmöglich. Auch ich kann dir erst einen Apfel geben wenn ich einen besitze.

        Das Kreuz das ich mache legitimiert also niemanden. Es gibt nur Menschen die BEHAUPTEN das es sie zu etwas legitimiere.

        –> Mit dem Wahlkreuz gebe ich niemandem, auch nur zu 0.000001%, die Legitimation Gewalt auszuüben.

        Also bleibt die Frage wie ich denn nun die existierenden Gewalttäter davon abhalten kann Gewalt auszuüben. Und das möglichst schnell und effektiv.

        Ob ich dafür jetzt das Wählen einer Partei oder das Nichtwählen als geeignet ansehe ist im Endeffekt einfach eine taktische Erwägung.


        Ein paar Gedanken:

        Was ist Gewalt?
        Aus meiner Sicht liegt die Gewalt bereits in der Drohung. Wenn ich die Pistole auf jemanden richte und sein Geld fordere ist dies nach dieser Deutung also Gewalt.

        Wenn die LINKE in Form der geforderten Reichensteuer ihre Pistole auf die Wohlhabenden richtet wäre das dann Gewalt.
        Ist es bereits eine Drohung an die Reichen wenn ich die LINKE wähle?

        Wo ist die Pistole der PDV?

        Müsste man vielleicht auch bei den Wählern differenzieren?
        Also zwischen PDV und EINHEITSPARTEI Wählern?

        Die einen fordern ja schließlich Gesetze, die anderen ausschließlich ihren Abbau. Die einen Drohen also, die anderen befreien.

        Ich sehe aber auch das selbst die PDV, wenn sie denn Amt und Würden erhält, die existierenden Drohungen in Form von Gesetzen eine Zeit lang „verwalten“ müsste. Die verbeamteten PDV-Politiker würden in diesem Fall auch zu Gewalttätern werden. Ist der PDV-Wähler der das weiß also doch Gewalttäter?

        In meiner Brust ringen zwei Teufel.

        Einerseits verachte ich den Staat, halte ihn und seine Spielchen für absolut unmoralisch und möchte nichts mit ihm zu tun haben. Andrerseits sehe ich aber auch einen Weg ihn von innen heraus zu zerlegen, wenn ich bis zu einem gewissen Grad bei seinen Spielchen mitmache.

        Vielleicht gibt es ja auch mehrere Wege nach Rom.

        mfg

        PS: Mein Gefühl sagt mir das es effektiver ist den Weg über die PDV zu gehen, und nachhaltiger die Menschen gleich von der absoluten Staatenlosigkeit zu überzeugen. Das wäre aber sicherlich nochmal ein Thema für sich.

  14. freedomforce sagt:

    “Eine der Lehren der Reaktionspsychologie besagt, dass ein oft wiederholter Reiz zu einer Gewohnheit führe, und dass man jemand von einem Gedanken überzeugen könne, indem man diesen einfach immer wieder wiederholt.” – Edward Bernays, “Propaganda” S.53

    Schade dass du ohne nur eine einzige Seite von Eugen Richters Buch gelesen zu haben über diesen Menschen urteilst, nur da dir Wikipedia verraten hat dass er vor über 100 Jahren Politiker war und sich für Freiheit eingesetzt hat. Es ist ein sehr kurzes, gutes und empfehlendes Buch

    Nur auf ein Buch zu verweisen, das man gut findet, ohne Argumente zu wiederlegen oder eigene logische Wiedersprüche zu erkennen, ist ziemlich billig, da hilft auch ein Edward Bernays nicht weiter, da klassischer Strohmann-Popanz. 😉

  15. Tobias Poley sagt:

    Lieber Manuel,

    ich habe dich bewusst nicht angesprochen. So ich das überschaue sind bei euren zwei Wahlbeiträgen nur ein Kommentar von dir und das ist dieses. Ich habe weiß Gott nichts gegen „nicht Wähler“, vor allem gegen dich nichts, ich schätze Menschen die unsere Welt zum besseren wenden wollen. Vielleicht kannst du dich nun in mich hinein fühlen, der genau wie du im Alltag vieles auf die Beine stellt um sich dann von einer philosophisch Anarchistischen oder philosophisch Voluntaristischen Seite als Mörder oder indirekter Mörder bezeichnen zu lassen. Mir ist aufgefallen dass man mit der Zeit nur noch vom billigen initiierender Gewalt spricht, doch auch das tut Menschen wie mir weh. Ich war damals übrigens auch überzeugter Nichtwähler, halte in der jetzigen Situation meine Wahl allerdings für den richtigen Weg.

    @ freedomforce: Ich halte meine Aussage für angemessen. Militant in Form organisiertem und striktem auftreten, aufrufen zum herstellen vieler solcher Videos um die ach so verwirrten Menschen auf den „Gewaltlosen Pfad der Rechtschaffenheit“ zurück zu führen. Ich weiß dass die Überschriften provoziert gewählt sind, doch auch bei einem Straßenkampf zwischen kleinen Jungs wird provoziert bis einer den ersten Stein schmeißt.

    Ich hätte mir gewünscht dass Voluntaristen und Betreiber einer philosophischen Seite im Netz diese Videos übersetzt hätten und in der Beschreibung beigefügt hätten dass für Sie eine Wahl undenkbar ist, dies aber nur für Sie stehen können. Jemand der sich hinstellt und andere der Gewaltverbrechen bezichtigt muss damit rechnen dass jene auf die mit dem Finger gezeigt wird, nach Gewaltverbrechen bei den Beschuldigern suchen.

    Es ist zwar nachvollziehbar dass du dich durch das UDSSR Beispiel gut stellen möchtest, doch wir leben in Deutschland, keiner zwingt dich zur Straßenbahnnutzung oder zum Schwimmhallenbesuch. Würden alle diesen Weg gehen wäre genau wie bei der Wahl mit einer Entstaatlichung zu rechnen oder kannst du dir vorstellen dass die Straßenbahn und die Schwimmhalle weiter betrieben wird wenn keiner diese mehr aufsucht? Und genau so verhält es sich auch mit Wahlen, es ist für mich nicht vorstellbar dass niemand zur Wahlurne geht.

    Wer von euch also Wähler als Gewaltverbrecher bezeichnet da sie sich freiwillig bei einer staatlichen Wahl für die Absetzung des Staates einsetzen, der darf sich auch gerne als Heuchler fühlen wenn er freiwillige Straßenbahnen, Schwimmhallen sowie anderen öffentlichen Einrichtungen benutzt. Ohne die Nutzer dieser Einrichtung wäre kein Bedarf für sie und geraubte Steuern müssten nicht für die Bereitstellung und fortwährende Nutzung ausgegeben werden.
    Anders als Ihr werde ich euch jedoch nicht als Gewaltverbrecher bezeichnen, Ich habe kein Interesse an einer Gewaltspirale!

    Im Laufe unserer hier laufenden Diskussion bin ich zum Urteil gekommen dass ich genau wie Ihr richtig handelt und mir ist es nun egal von euch als Gewaltverbrecher bezeichnet zu werden.
    Wenn jemand durch „indirekte Gewaltausübung“ mit seinem Kreuz eine der vielen Sozialistischen Parteien wählt ist dies für mich wie ein Überfall der auf mich alle 4 Jahre verübt wird.
    Der Aggressor zieht seine „indirekte Waffe“ und trachtet mir nach meiner Freiheit, meinem Eigentum und meinem Leben. Ihr zieht es vor auf den Aggressor ein zu reden, ich ziehe meine „indirekte Waffe“ um so viel von meiner Freiheit, meinem Eigentum und meinem Leben zu behalten. Ob Ihr den Aggressor überzeugt bekommt, bezweifle ich. Ob ich den Aggressor mit meiner „indirekten Waffe“ erschossen bekomme ist auch fraglich (a. Da indirekte Waffe; b. er trägt eine Lederrüstung (5% Hürde)). Doch wenn der Überfall vorüber ist, werden beide Gruppen, Ihr wie ich weiterhin eine bessere Welt werben.

    In diesem Sinne…

    Freisinnige Inselgrüße

    • Philipp Hofmann sagt:

      Deine Worte …
      „Ich habe kein Interesse an einer Gewaltspirale!“

      … stehen im Widerspruch zu deinen Taten:
      „Ich war damals übrigens auch überzeugter Nichtwähler, halte in der jetzigen Situation meine Wahl allerdings für den richtigen Weg.“

      Wie bei einem typischen Politiker. Mehr muss man dazu gar nicht sagen.

      • Lars sagt:

        Dann sage du doch bitte wie wir da raus kommen? Durch nicht wählen werden wir auch nichts verändern. Und den Glauben das irgendwann alle zu irgendeiner Einsicht kommen werden ist Non Sense, eine Ausrede nichts zu tun, dieses Wunschdenken hört man meist von Kollektivisten.

        Um unselbstständige Kinder in das selbstständige Erwachsenen Dasein zu entlassen kann man sie nicht einfach auf die Straße setzen. Man, oder sie selbst, entlassen sich langsam, Schritt für Schritt. Daher sind wir halt für den Weg der PdV, Schritt für Schritt. Auch so das die, welche jetzt in das System eingezahlt haben und sich für später zB. eine Rente erhofft haben nicht komplett Leer ausgehen und quasi für die Katz gearbeitet haben. Würde man von Heute auf Morgen den Staat komplett abschaffen wäre einem Großteil unserer Mitmenschen sehr unfair gegenüber und sie würden sofort Sturm gegen die neue Idee laufen. Sollte nachvollziehbar sein.

        Aber kann ja sein das ihr Revolutionäre seit und keine Reformer. Da der erste Weg zu leicht zu manipulieren und lenken ist(sieht man ja in der Vergangenheit an allen Revolutionen), wähle ich den Zweiten.

        „Wie bei einem typischen Politiker. Mehr muss man dazu gar nicht sagen.“
        Solltest du aber. Die verallgemeinerst hier gerade alle. Scheint zumindest fast so.

        Grüße,
        Lars

  16. Michael H. sagt:

    Kein Mensch, der die Straßenbahnen, Schwimmhallen oder andere öffentliche Einrichtungen benutzt muss sich als Heuchler fühlen, schließlich zahlen wir alle unsere Steuern und finanzieren ein Staatsähnliches Gebilde, in dem wir keine Rechte haben. Wenn mir jemand vorwerfen würde, dass ich ja schließlich die Straßenbahnen, Schwimmhallen und die vielen anderen öffentlichen Einrichtungen benutze und das ein Grund für mich sein muss, wählen zu gehen, dann fasse ich mir doch nur an den Kopf. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ich frage mich schon heute, welche Legitimation ein Politiker hat, wenn seine Partei 36% der Stimmen bekommt aber nur 50% der Menschen wählen gehen. Dann wollen doch 82% der Bevölkerung diese Partei nicht haben. Woher nehmen sich diese Menschen also das Recht, Gesetze zu erlassen, im Namen des Volkes zu sprechen, am Grundgesetz rumzufuschen und ein ganzes Volk zu manipulieren, zu unterdrücken und abzuzocken?

  17. Randfigur sagt:

    Was ist mit einem möglichen Gegenbeispiel für die Wahlverbrecher-These?:
    Gesetzt den Fall ich schwäche oder zerstöre mit meiner Wahl das System, auch wenn ich mit meiner Wahl seine Spielregeln akzeptiere.

    Ich kann das Monster füttern, so wie die braven Wähler das tun, mit verwertbaren Stimmabgaben. Oder ich kann ihm Gift geben. Ich versuche das z.B. mit einem schön über den Wahlzettel geschmierten „Kollektivisten!“. Lächerlich für das System, noch, denn so etwas geht in der Masse unter, wird verdaut und erzeugt höchstens einen Viertel Pups. Besser also heldisch abwarten, bis niemand mehr füttert?
    Wenn nun aber genügend Leute dem Tierchen Gift verabreichen, vielleicht sogar eins, dass für andere sichtbar ist? Ab einer bestimmten Dosis (5%) bekommt es Pickel und Haarausfall, bei 10% wird es unheimlich träge, 25% erzeugt zeitweise lokale Lähmungen, 40% Koma. Sobald es mehr Gift als Futter bekommt, ist es endgültig vorbei mit dem Tier. Was ist das einzige, das ich dann noch beachten muss? Doch wohl nur, dass das Gift nicht als Nahrung nutzbar sein könnte, oder?

    Über das Gift kann man sich später unterhalten, immer schön in der logischen Reihenfolge bleiben…
    Wenn es so etwas gäbe, würde damit das Heldenepos weniger heldisch, und die Wahlverbrecher-These widerlegt?

  18. Zef sagt:

    >Nichtwähler sind Helden

    Jedenfalls sind An-Archisten ganz schnell fertig:
    Ich BIN An-Archist. Kann ich den An-Archismus (meta) wählen?
    Nein! Ergo.

    Zwischen dem Archismus und dem An-Archismus besteht ein existentieller Gegensatz, der sich nicht mediieren lässt. Jeder „Windowsprozess“ bleibt stets ein Windowsprozess und wird nicht zu „Linux“. Bessere Haftbedingungen verbleiben in der Haft und werden nicht zu Freiheit. No way!

    Vor dem Hintergrund der Haft sind bessere Haftbedingungen (graduell, quantitativ) natürlich schön. Vor dem Hintergrund der Freiheit (andere Qualität) sind sie natürlich ein Scheiss.

    Im Sinne der Freiheit gibt es nicht zwei Wege, obwohl da Wegscheide ist; es gibt nur einen Weg, der andere Weg ist der Abweg. Entweder / Oder.


    Ich erschaffe mich nicht,
    ich wähle mich

  19. Leser sagt:

    Guten Tag!

    Der Artikel von Gestern war spritzig und einleuchtend. Ich wunderte mich dass es da so viele Komentare gibt die diese Argumentation auch noch nach wiederholten Erklärungsversuchen nicht nachvollziehen können.

    Es ist wie „sich im Kreis drehen“ wenn man die Kommentare und die Antworten auf diese nach dem lesen der Artikel durchliest.

    Meiner Meinung nach war der Artikel von heute eigentlich garnichtmehr nötig. Wobei ein wiederholtes beleuchten der Thematik mit leicht verändertem Klang, gerade bei einem so wichtigem Thema, sicherlich hilft den Sachverhalt noch klarer und umfangreicher zu erfassen. Eine generell sehr zu empfehlende Übung.

    Viele Mitleser scheinen da in ihrem Freiheitsgedanken an ihre Grenzen zu stossen und/oder kommen einfach nicht an die unkompliziert ausgedrückte Grundaussage der beiden Artikel und an die Rückschlüsse die zu ihrer Aussage führen heran.

    Vermutlich ist den meisten die Demokratie, also das Recht des Stärkeren Gewalt auszuüben insgeheim schon ganz recht, und wählen dann zum Eigenschutz die Starke Seite/Partei. Während sie sich einreden eine Freie Wahl zu haben wählen sie aus Angst davor die eigene Unfreiheit eingestehen zu müssen die Meinung der Starken. Geiselsyndrom?

    Oder sie wählen eine kleine „Freiheitspartei“ und glauben das diese es ja ganz anders machen wird, und glauben somit alles in ihrer Macht stehende getan haben. Doch wenn diese kleine Freiheitspartei doch einmal mächtig werden wird, was sehr unwahrscheinlich aber immerhin möglich ist, ist es schnell vorbei mit Freiheit und vor Allem mit Gewaltfreiheit.

    Die letzte Wahl an der ich teilnahm führte zum völkerrechtswiedrigen Krieg, zur NATO-Bombardierung Jugoslawiens 1999 aus humaitären Gründen.Und ja, die Argumente sind erschlagend, daran bin ich als Wähler aus in beiden Artikeln genannten Argumenten mit Verantwortlich egal welche Partei ich gewählt habe.

    Seit ich nicht mehr wählen gehe habe ich kein einziges Gewaltverbrechen begangen oder in irgendeiner Weise der ausübung von Gewalt als legitimes Mittel zur Konfliktlösung/Machterhalt zugestimmt. Ich fühle mich sehr wohl mit dieser Gewissheit!

    Tolle Artikel! Vielen Dank!

  20. Erben sagt:

    echt sind wir wenns war is abba cht un mach nu weide so Heldn nich aufgebn Heldn

  21. Siegfried Xanten sagt:

    Ich beziehe mich auf „Antrittsrede des Bundeskanzlers“

    Grundsätzlich gebe ich der Aussage des Videos absolut recht.
    Einer Regierung zu vertrauen, sagt nur aus, das man zu bequem ist, selbst zu denken und zu handeln. Aber was ich bei diesem Video vermisse, ist eine vernünftige, durchführbare Alternative. Anarchie und nur zu sagen „ich bin aus Prinzip dagegen“ reicht nicht.

  22. Seppel sagt:

    Also so allmählich geht mir diese andauernde Glorifizierung von Nichtwählern gelinde gesagt ziemlich auf den Sack! Schonmal überlegt, wo die ganzen Nichtwahl-Prediger wie Per Bylund oder hier Henry David Thoreau überhaupt herkommen? Richtig: Amerika! Diese beziehen sich in ihren Schriften auf das amerikanische System. Ihre Aussagen dann auch auf das deutsche System zu übertragen, ist, da wir ein anderes System haben, ein typischer Äpfel und Birnen-Vergleich.

    Und jetzt überlegen wir mal, wie das politische System in Amerika aussieht: Die größte Macht hat dort hauptsächlich der Präsident. Nun wie wird dieser gewählt? Die Wähler wählen in ihrem Wahlkreis zunächst sogenannte Wahlmänner, die als Repräsentanten des Wahlkreises fungieren. Nun sind es aber direkt die Wahlmänner, die den Präsident wählen. D.h. die Wähler wählen nur indirekt. D.h. auch, wenn in einem Wahlkreis ein Stimmenverhältnis von 49 zu 51 Prozent herrscht, fallen die 49 Prozent hinterher komplett weg und haben keinen Einfluss mehr auf die Wahl des Präsidenten. Gut, an dieser Stelle kann ich den Frust der Leute dort gut verstehen. Schaut man sich die Wahlergebnisse der letzten Wahl mal etwas genauer an, wird man feststellen, dass die Anzahl der Stimmen zw. Romney und Obama mit ca. 66 zu 61 Millionen gar nicht mal soooo weit auseinanderliegen wie es immer kundgetan wird. Leider ist es aber auch so, dass Amerika gefühlt ein Zweiparteiensystem hat, da die anderen Parteien im Wahlkampf so ziemlich komplett untergehen und viele Amerikaner leider nur die Demokraten und Republikaner kennen, also noch weniger über ihr System Informiert sind als es die Deutschen sind. Zudem ist dort die Nicht- und Gewohnheitswähler-Problematik noch stärker ausgeprägt ist als hier. Wenn es hierzulande so weitergeht wie es bisher der Fall ist, werden wir auch bald dort enden!

    Und nun zu Deutschland: Hier hat der Präsident im Bundestag außer „Das Wort hat nun X von der Partei Y“ und dem Zur-Ruhe-Gerufe nicht viel zu melden (von Krisenzeiten jetzt mal abgesehen), sondern besitzt nach außen hin eher Repräsentativen Charakter. Auch sind die Wahlen hier direkt – im krassen Gegensatz zu Amerika. D.h. als Wähler habe ich hier wesentlich mehr Einfluss als drüben. Ergo wähle ich eine alternative Partei, so ist die Wahrscheinlichkeit WESENTLICH größer, dass diese auch in den Bundestag einzieht, als in Amerika.

    Zum Schluss noch etwas generelles: Wenn sich jetzt die Mehrheit dazu entscheidet, nicht wählen zu gehen – ob jetzt aus Faulheit oder um sich postwendend toll fühlen zu können, da man doch dieses System nicht unterstützt, ist dabei wumpe – bleiben aber immernoch die ganzen Gewohnheitswähler, die quasi die Lebensgrundlage der etablierten Parteien darstellen. Und eine Null-Prozent-Wahlbeteiligung ist auch eine komplette Illusion, da immer mindestens alle Parteimitglieder sowie Lobbyarbeitbetreibende wählen gehen werden, was nur auch wieder die Macht der etablierten festigt!

    Dass man als Wähler Einfluss haben kann, hat man ja direkt an der abgesoffenen FDP und der aufgestiegenen AfD bei der letzten Wahl gesehen, nicht zu vergessen das daraus resultierende Kopfzerbrechen der anderen etablierten Parteien

    Für mich sind Nichtwähler eher Idioten als Helden, die es zulassen, dass die etablierten immer mehr und immer weiter Narrenfreiheit genießen können und wüten dürfen, wie sie lustig sind. An dieser Stelle auch mal ein Zitat von Goethe für genau diese „Helden“: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!“

    Einfach mal zu Gemüte führen:
    http://www.politnetz.ch/artikel/15837-wer-in-der-demokratie-schlaeft-erwacht-in-der-diktatur-ein-plaidoyer-fuer
    http://weltderkultur.wordpress.com/2013/10/03/grunde-gegen-das-nichtwahlen/
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/nichtwaehler-replik-georg-diez

    Just my 2 cents

    lg
    Seppel

  23. Sebastian sagt:

    Nur eine Kleinigkeit: der 1979 getötete US-amerikanische Schulpflichtverweigerer hieß John Singer, nicht John Stinger wie es im Artikel heisst.

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