von Hermann Meßmer

Ich sehe mit Sorge, dass ein Teil unserer Mitmenschen die Beziehung der Arbeit zum Leben nicht  mehr als notwendige Lebenswirklichkeit erlebt.
Ich sehe mit Sorge, dass unsere arbeitsteilige Welt mit einer starken Dienstleistungsgesellschaft keinen kurzen und sofort verständlichen Bezug der selbst geleisteten Arbeit zu den lebensnotwendigen materiellen Gütern mehr schafft. Der Kapitalismus schafft im produktiven Sektor mit Fabriken und den optimierten, atomisierten Arbeitsschritten eine sehr lang Kette von Beziehungen. Die Kopplung des Arbeiters an den letzten Leistungsempfänger, der das Produkt auch tatsächlich für sich selbst nutzt, diese lange Kette des Miteinanders ist schwer fassbar obwohl sie doch so einfach aufgebaut ist.
Wenn dann der Staat auch noch als Leistungsempfänger und Leistungsverteiler dazwischen hängt, ist diese Verbindung zwischen Arbeitsleistung des Arbeitenden und Entlohnung durch den Endkunden im geistigen Nebel verschwunden. Die Verbindung von der arbeitenden Hand, die das Korn mit dem Mähdrescher erntet, hin zu dem Käufer der Packung Kekse im Supermarkt ist den meisten Menschen unbegreiflich.
Der Arbeiter will möglichst viel Geld für seine Arbeitsleistung, für die geleisteten Arbeitsstunden auf dem Mähdrescher haben, der Käufer der Kekse will möglichst wenig Geld dafür im Supermarkt ausgeben. Bei all den Schnittstellen in diesem Ablauf vom Anbau, von der Ernte, des Transportes, der Weiterverarbeitung usw. ist es immer wieder dasselbe, derjenige der anbietet möchte viel Entlohnung haben, derjenige der entgegennimmt möchte möglichst wenig geben.

Beide sind Anbieter. Beide sind Empfänger. Beide teilen sich Arbeit.

So banal diese Feststellung auch ist, das ist die Verbindung der Menschen miteinander. Wir Menschen sind durch geleistete und noch zu leistende Arbeit verbunden. Diese Verbindung besteht auch bei der unentgeltlichen Arbeit, z.B.  im Haushalt, bei der Hilfe beim Nachbarn, bei der Erziehung der Kinder.  Dieses Wissen gilt es in uns, in unseren Kindern bewusst zu halten.

Heute ist es erlebte Normalität für viele Menschen, dass sie lange Zeit nicht arbeiten müssen oder auch nicht können. Es darf keine Normalität für diese Menschen werden, nicht zu verstehen weshalb sie dabei nicht verhungern. Und sie dürfen dabei auch nicht lernen, dass damit keine Verpflichtung erwächst.

Kinder wachsen aber heute auf, und lernen, dass Sie  ein „Recht“ auf Schulbildung, auf Bafög, auf Arbeit, auf Wohngeld, auf staatliche Leistungen … haben. Sie lernen dabei kaum, dass diese scheinbaren Rechte für ein friedvolles Zusammenleben ohne Verpflichtungen keinen Sinn machen. Wer nur Rechte für sich beansprucht, ohne dass er damit eine entsprechende Pflicht verbindet, wird zum Ausbeuter.

Aber genau das ist heute Normalität. Die Rechte werden als so elementar verstanden, sie dürfen eingeklagt werden. Sie dürfen scheinbar niemandem vorenthalten werden. Was ist mit den Pflichten? Jahrelange Schulausbildung und dann keine Lust zu arbeiten. Jahrelange Versorgung durch den Staat und dann, krasses Beispiel der Lottogewinn. Gibt es eine Verpflichtung zur Zurückzahlung der Versorgungsbezüge?

Pflichten entstehen kaum noch. Die Wähler in einer Demokratie sorgen für diese Absurdität. Politiker werden für das Geben gewählt, Politiker die Pflichten einfordern werden nicht gewählt. Die Höhe der Besteuerung wird verschleiert durch unsichtbare Arbeitgeberanteile, durch Gebühren und Abgaben. Geld wird in einem Geldsystem zusätzlich ohne Arbeitsleistung geschaffen. Pflichten sind damit nicht bewußt verbunden.
Und das ist der eigentliche Wahnsinn. Dies zu erleben und daraus zu lernen, dass keine Verpflichtung, keine Verantwortung erwächst, ist grundverkehrt für das menschliche Zusammenleben.

Der Staat vereinfacht das im weiteren Leben in einer beängstigenden Perfektion. Mitmenschen, die  ihre Ansprüche deutlich reduzieren und nichts mehr arbeiten, sehen denjenigen Menschen nicht mehr in die Augen, welche Ihnen diese Freizeit ermöglichen. Und es entsteht kein Gefühl der Verbundenheit und schon gar nicht das einer Verpflichtung. Sie haben sogar das „Recht“ sich weitere Leistungen zu erklagen, den Anwalt darf letzten Endes auch noch der Verklagte bezahlen, egal wie die Klage ausgeht. Der Lerneffekt ist, dass für empfangene Leistung nicht gearbeitet werden muss oder eine Schuld entsteht, die auch getilgt werden muss.

Niemand kann allen Ernstes heute beschließen angestellter Friseur zu werden und sich in 4 Jahren über die niedrige Bezahlung beschweren und vom Staat fordern, dass man von 40 Stunden Wochenarbeitszeit gut leben können muss. Niemand darf allen Ernstes in der Jugend es sich so einfach wie möglich machen, nicht zu lernen was in der Gesellschaft gebraucht und entsprechend hoch entlohnt wird und dann nach kurzer Zeit sich beklagen, dass man am Verkaufsstand als ungelernter Arbeiter nur 6,50 Euro in der Stunde bekommt. Der Marktpreis zeigt eindeutig: Die Idee des anstrengungslosen Erwachsenwerdens hatten zu viele Mitmenschen. Zur Eigenverantwortung gehört eben auch der Blick in die Zukunft. Die Anstrengung sich für einen Beruf vorzubereiten, von dem man leben kann und der wenn möglich auch Spaß macht ist notwendig. An erster Stelle steht dabei, dass man davon leben können muss. Heute und in nächster Zukunft werden z.B. technische Berufe gebraucht. Kinder den Spaß daran zu vermitteln ist richtig aber nicht ausreichend. Unsere Schulen lehren, dass ein Beruf Spaß machen muss, dass es darauf ankommt was man werden möchte. Die Kinder müssen frühzeitig aber ebenso eine Vorstellung davon bekommen  was knapp ist, was in der arbeitsteiligen Gesellschaft gebraucht wird und entsprechend gut bezahlt wird. Wenn nur der Spaß bei der Entscheidung an erste Stelle gesetzt wird, muss es selbstverständlich sein, dass die mögliche Konsequenz einer geringen Bezahlung nicht andere Menschen zu tragen haben.

Und genau deshalb halte ich das bedingungslose Grundeinkommen für grundverkehrt, da das Gebäudefundament, die Trennung von Leistung zur Entlohnung eine Lebenslüge ist.  Der Anreiz des Betruges oder des faulen Lebens wird so mächtig, dass die Leistungserbringer am Ende die Leistung verweigern. Der Glaube, alle wollen freiwillig arbeiten, berücksichtigen was gebraucht wird, den Spassfaktor in die zweite Reihe schieben und das System nicht ausnutzen ist zu dünn um darauf eine Gesellschaftsvision mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu gründen. Ein wichtiges Indiz, dass es nicht funktionieren wird, ist das völlige Fehlen eines Beispiels in der Gegenwart oder der Vergangenheit, was auf freiwilliger Basis beruht und den Wohlstand erhält oder mehrt. Das System kann nur mit Zwang eingeführt werden, mit dem Zwang, dass die leistungsbereiten Menschen mitmachen müssen.

Zur Verbindung der Menschen gehört die Arbeit. Wer von der arbeitsteiligen Welt profitieren, in Ihr Leben will muss arbeiten. Dabei hat der Mensch das wichtigste Tauschgut zur Verfügung – seine Arbeitsleistung.  Geistige Arbeitsleistung oder körperlich Arbeitsleistung. Mit beidem kann viel erreicht werden. Überall wo diese Wahrheit geleugnet wird beginnt der Betrug am Mitmenschen.

Aber dort wo auf ehrliche Art durch jahrelange Arbeit Kapitalgüter entstanden sind, kommen unserer Sozialisten und Kommunisten und tun so, als ob es nicht möglich ist Kapitalgüter auf ehrliche Weise zu erarbeiten und begeistern die Menschen für das erzwungene Umverteilen. Die Texte, die in den Schriften zu lesen sind, sprechen eine Sprache des Krieges. Klassenkampf, Revolution, Ausbeutung und Widerstand. Es soll Feindschaft geschaffen werden. Und wie bei Marx und Engels wird prognostiziert dass alles schlechter wird. Marx und Engels haben das für Europa vorhergesagt. Hier in Europa sahen es die Arbeiter anders, die Revolution kam nicht. Die Verelendung fand nicht statt. Heute brauchen die Sozialisten und Kommunisten Statistiken und Prozentzahlen um den Bezug zum tatsächlichen Leben zu verschleiern. Noch besser geeignet ist die Dritte Welt in der jetzt alles schlechter wird. Es wird vereinfacht und verzerrt, es wird Feindschaft gepredigt bis die Lüge geglaubt wird. Die Medien zeigen ein anderes Bild, obwohl sie doch überwiegend in das gleiche Horn blasen. Man sieht in den Städten in den Ländern der Dritten Welt Straßen, Fahrräder, Ochsenkarren, Motorräder, Autos, Handys. Eine sich entwickelnde Infrastruktur die kaum Schritt hält mit dem enormen Bevölkerungswachstum. Die Bevölkerung wächst und wird eben nicht mehr durch Hunger und Krankheit konstant gehalten. Eine Situation wie in Mitteleuropa vor 300 Jahren.
Hier gab es Kinderarbeit und die Bevölkerung ist zu Wohlstand gekommen. Es gab Arbeit. So hart es auch ist, ohne Arbeit wären viele Kinder in Mitteleuropa verhungert. Die Kinder haben mit Ihrer Arbeit als Kind und später als nicht vorher verhungerter Erwachsener zum Wohlstand beigetragen. Arbeit, die was geschaffen hat, produktive Arbeit. In Mitteleuropa, in der ersten Welt besteht glücklicherweise die Kinderarbeit nicht mehr. Wir sollten unsere eigene Geschichte dennoch kennen und verstehen, wenn wir heute etwas zur dritten Welt sagen. Unsere Kinder sollten das verstehen lernen. Bevölkerungswachstum und Kinderarbeit gab es auch in Mitteleuropa. Produktive Arbeit schafft Güter und Wohlstand. Der Weg dahin führt über schlechteste Arbeitsbedingungen ohne Kapitalgüter hin zu guten Arbeitsbedingungen mit Kapitalgütern. Das ist kein Plädoyer für schlechte Arbeitsbedingungen oder Kinderarbeit, es zeigt nur den Weg zum Wohlstand und wie unsere eigenen Kapitalgüter entstanden sind.

Bildung und Fleiß ist der wichtigste Schlüssel dazu, und bei jedem Einzelnen das Wissen und Selbstvertrauen in die eigene Arbeitsleistung.

Am besten ist es bei sich selbst anzufangen. Für unsere Sozialisten und Kommunsten deshalb noch die Selbstdarstellung, ein kleines Beispiel dafür, dass das von ihnen benutzte Klassenmodell, dieses Lähmungs-Modell nichts aussagt, staatdessen Menschen in eine geistige Ohnmacht gefangen nehmen soll und als Lüge missbraucht wird.

Ich bin auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen.
Ich bin ohne Guthaben ins Studium gegangen. Ich habe in meinem Leben nichts geerbt oder gewonnen.
Ich hatte nach meinem Studium ca. 2.000,– DM gespart, dazuverdient durch Nebenjobs, aber auch 27.000,– DM Bafög-Schulden gehabt. (Studium 1983-1987 – Volldarlehen).
Ich habe die Bafög-Schulden an die BRD zurückgezahlt.
Ich habe Studenten im Studium kennengelernt, die sich im ASTA die politischen Kampfparolen ausgedacht haben. Christen, Konservative, Sozialisten, Kommunisten. Ich habe stattdessen  gearbeitet oder gelernt. Ich habe gleichaltrige kennengelernt, die mit 23 mit dem ersten verdienten Geld in den Urlaub geflogen sind. Ich bin das erste Mal mit 41 in den Urlaub geflogen. Ich habe Geld in jungen Jahren gespart.

Heute bin ich Unternehmer, Geschäftsführender Gesellschafter einer Maschinenbaufirma. Privat Schuldenfrei und bürge mit all meinem Hab und Gut für die Firma.

Ich lasse mir nicht erzählen, dass es nicht möglich ist sich als armer Junge Kapitalgüter und Wohlstand zu erarbeiten. Dass ich als Arbeiter und Angestellter von Unternehmern- ausgebeutet worden bin. Ich bin keine Ausnahme im Leben. All die Parolen, die Menschen wie mich zu einer Ausnahme abstempeln wollen,die mir viel Glück im Leben unterstellen sind nötig um die Lüge im Klassenmodell aufrecht zu erhalten und den Blick weg von der geleisteten Arbeit zu lenken.

Ich verstehe all die Wünsche nach dem besseren Leben ohne Arbeit, ohne Risiko. Sie werden in der Regel nicht in betrügerischer Absicht geträumt. Aber diese Wünsche lassen die Realitäten außer Acht. Grundnahrungsmittel und Wohlstand entstehen durch Arbeit. Und dort wo die Notwendigkeit der Arbeit zum Lebenserhalt und Schaffung und Erhalt des Wohlstandes durchbrochen wird, in unserem Sozialsystem, in dem ohne Leistung und Verpflichtung Ansprüche erwachsen, oder in unserem Geldsystem, in dem leistungsloses Gelddrucken zu astronomischen Verdiensten führt, dort steckt der Betrug verschleiert im System.

Wer sich den Blick für den Zusammenhang zwischen Arbeit und Entlohnung erhalten hat, wird schnell den Betrug an der jeweiligen Stelle im System erkennen.

Und auch ich kann nur gut Leben und Erfolgreich sein wenn ich das auch meinen Mitmenschen ermögliche, wenn der Prozess der Arbeitsteilung gut funktioniert und gefördert wird, wenn ich bereit bin dafür meinen Anteil jenseits vom Spassgedanken zu leisten. Und dabei vergesse ich nicht meine Mitmenschen um mich herum. Freiwillig helfen ist mir eine Freude, eine große Freude. Gezwungen werden zu helfen zerstört aber meine Hilfsbereitschaft. Faulen Menschen möchte ich nicht helfen. Das macht mir heute schon keine Freude. Diese Hilfe spare ich mir lieber auf und habe umso mehr  für Kinder und Kranke. Wer spart, kann an richtiger Stelle das Ersparte mit Freude ausgeben.

Ayn Rand’s Buch „Der Streik“ sollte für diese Gedankengänge eine gut lesbare Romangrundlage sein. Und es spricht eine deutliche Sprache.

Das Buch ist mehr als 50 Jahre alt, die politischen Konzepte zur Regulierung der Wirtschaft sind aber aus unserer Gegenwart abgeschrieben. Dagny Taggert, die Hauptdarstellerin kann noch so viele Ideen, Leistungsbereitschaft und guten Willen haben, die staatliche Regulierungswut und der sozialistische Gerechtigkeitsgedanke stoppt am Ende die letzte Eisenbahn auf ihrer Eisenbahnlinie. Der Prozess der Arbeitsteilung und der persönlichen Verantwortung wird dort wie bei uns durch das unfreiwillige und wirtschaftsfremde Staatswesen zunehmend missachtet. Auf die Landwirtschaft projiziert: am Ende fährt kein Mähdrescher, keine Erntemaschine mehr. Oder es wird auf den Feldern fasst nur noch Energie statt Nahrung angebaut. Und dann unterhalten wir uns wie in dem Roman über fehlende Nahrungsmittel und nicht über den Luxus wie schnelle Autos.

Ein freier, verantwortungsbewusster Mensch ohne staatlichen Zwang in einer freien arbeitsteiligen Welt bekommt sein Leben viel besser hin.

Ein deutscher Dichter konnten das schon vor 200 Jahren sehr präzise und schöner formulieren:

……..
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mensch und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn!
……………

Faust’s Vision von Johann Wolfgang Goethe

 

 

 

40 Responses to Streitschrift für Arbeit und gegen Sozialismus

  1. freedomforce sagt:

    Sozialismus ist nicht das Gegenteil von Erwerbsarbeit, aber der Unterschied zwischen Arbeitszwang und freiwilliger Erwerbsarbeit.

    Natürlich haben die Nettostaatsprofiteure Verplichtungen, Leviathan folgsam zu sein, ihn mit Macht zu mästen. Letzteres ist eher eine Folge aus der Folgsamkeit.

    Und genau deshalb halte ich das bedingungslose Grundeinkommen für grundverkehrt, da das Gebäudefundament, die Trennung von Leistung zur Entlohnung eine Lebenslüge ist. Der Anreiz des Betruges oder des faulen Lebens wird so mächtig, dass die Leistungserbringer am Ende die Leistung verweigern. Der Glaube, alle wollen freiwillig arbeiten, berücksichtigen was gebraucht wird, den Spassfaktor in die zweite Reihe schieben und das System nicht ausnutzen ist zu dünn um darauf eine Gesellschaftsvision mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu gründen.

    Ein System, das darauf basiert, dass man etwas angeblich bedingungslos erhält, nutzt man nicht aus, indem man etwas angeblich bedingungslos erhält, das wäre ein Wiederspruch. Außerdem macht eine sinnstiftende Tätigkeit bis zu einem gewissen Grad auch Spaß. Was nicht zwangsläufig eine Erwerbsarbeit entsprechen müsste.

    Die Vergnügunssüchtigen und Faulen werden nicht plötzlich zum Workaholics und Unternehmern mutieren, nur weil sie ihre Neigungen ausleben können, die Anderen sich etwas dazuverdienen wollen, weil sie nicht im Schlaraffenland lebten, sondern ihre Kaufkraft recht suboptimal wäre.

    Ne ne, das BGE kann nicht nur deshalb nicht funktionieren, weil der neue Mensch noch nicht gebohren ist, dieses kollektivistische Armeisenwesen, die Kaufkraft dessen wäre auch schlaraffenlanduntypisch niedrig. 😉

  2. freedomforce sagt:

    Die Begriff Recht und Pflicht ergeben in einem zwangbasierten System überhaupt keinen Sinn. Es gibt kein Recht auf das Geld anderer Leute, also kann daraus auch keine Pflicht erwachsen, ihnen das Wohnzimmer zu tapezieren oder das Auto zu waschen. 😉

  3. Hermann Meßmer, Sie haben recht, ein bedingungsloses Grundeinkommen ist Unsinn, denn allein schon die Tatsache, man lebt, ist so bedingungslos, wie als „Grundeinkommen“ unverstanden.
    Die gesamte verkorkste Soziale Ordnung, vermischt mit dem Betonsockel des Kapitalismus ist im selben Moment zum Abbruch verurteilt, indem man erkennt, dass „Geld“ nur ein Scheinwert ist, und jeder Geldschein mitsamt dem Kontostand als wertlos erkannt wird, in Beziehung zu dem Selbstwert des eigenen Lebens.
    Das Leben ist der Wert an-sich.
    Die gesamte Welt, bestehend aus individueller „Umwelt“ und seinen „Beziehungen“ zu anderen Menschen, besteht und fällt mit dem Selbstwert, und genau daraus kann man die Welt, wie seine Lebensverhältnisse neu gestalten. In meiner Website komme ich nach meiner geistigen Forschungsarbeit zum Schluss, die gesamte Historie, die ursächlich für die kompromittierenden Fehlwege zu betrachten ist, das Jahr NULL genau zu beachten, das ist nämlich „Christi Geburt“.
    Und „Christi Geburt“ ist die vollendete „Rettung der Menschheit“, um DIE GESAMTE WELT im Sinne des Christusbewusstseins neu zu gestalten; als erstes lassen wir die Kreuzigung des Menschen weg, sämtliche Arbeitsschritte zu diesem Erfolg sind der Schlüsselpunkt des heutigen Dilemmas.

  4. svhtr sagt:

    Hallo,
    ich habe einige Fragen:
    Gibt es im Sozialismus Privateigentum?
    Stimmt es, dass teilweise die Meere Großkonzernen gehört?
    Oder sind alle Meere Gemineigentum→niemandes Eigentum!?

    Gruß

    • Hermann sagt:

      Auch Hallo,

      ich nehme mal die Definition laut Duden:

      1. (nach Karl Marx die dem Kommunismus vorausgehende) Entwicklungsstufe, die auf gesellschaftlichen oder staatlichen Besitz der Produktionsmittel und eine gerechte Verteilung der Güter an alle Mitglieder der Gemeinschaft hinzielt.

      2.politische Richtung, Bewegung, die den gesellschaftlichen Besitz der Produktionsmittel und die Kontrolle der Warenproduktion und -verteilung verficht.
      ——
      Also gibt es im Sozialismus Privateigentum.
      ——
      Zu dem Thema Meere:
      Das wird nur im Schutze von Staaten und deren Ansprüche (200 Meilen-Zone – siehe WikiPedia) oder dergleichen heute gehen. Für die Offshore-Windparks, bei denen im Meer gebaut wird oder bei Ölplattformen wird es sicherlich im Schutze von Staaten Regelungen und vermutlich Abtretungen an Großkonzerne geben.

      • svhtr sagt:

        Gemeineigentum ist kein Privateigentum.
        Warum behauptest du, dass es im Sozialismus Privateigentum gäbe. Kannst du mir vielleicht ein Beispiel nennen?
        Und zu den Meeren:
        Also dürfen Regierungen und/oder Konzerne (auch private) nur 200 Seemeilen (+20-30) von der Küste entfernt Eigentum haben.→ teilweise Privateigentum
        Und auf hoher See darf man nicht fischen und somit hat niemand Eigentum dadrauf und somit besteht dort keine Überfischungsgefahr?

        Gruß

        • Ralf Karnowsky sagt:

          Hallo svhtr,
          wie Hermann bereits schrieb, definiert sich der „Sozialismus“ (nach der ‚reinen Lehre‘) durch das Gemeineigentum an Produktionsmitteln – allerdings gab es selbstverständlich Privateigentum (z.B. Konsumgüter). Stelle also bitte in Zukunft die Fragen präziser.

          In der praktischen Umsetzung – wie bspw. in der DDR – merkte man beim Aufbau des Sozialismus jedoch sehr schnell, dass es zu massiven Versorgungsproblemen kommt, wenn man alle Produktionsmittel sofort in Gemeineigentum überführt. Aus diesen Grund ließ man nominell sowohl Privateigentum (Einzelhandel, kleinere Mittelständler, Handwerk, Gastronomie) als auch genossenschaftliches Eigentum (PGH, LPG) zu. Es kam allerdings hinsichtlich des Privateigentums immer wieder zu „Enteignungswellen“ (siehe: bspw. „Aktion Rose“ 1953; die letzte erfolgte 1972/73).

          All das ist jedoch nicht entscheidend: Das Eigentum an Produktionsmitteln stand – wie gesagt – lediglich auf dem Papier, die Staatsmacht hatte die Verfügungsgewalt über dasselbe. So mussten sich alle Betriebe – egal welche Eigentumsform sie hatten – den Vorgaben des Planes beugen. Hier wurde festgelegt, welche und wie viele Produktionsmitteln ihnen zugeteilt wurde, was und in welcher Menge sie zu produzieren hatten und welche Preise sie für ihre Güter verlangen konnten (EVP).

          • svhtr sagt:

            Danke.
            Also herrscht im Soziaismus Planwirtschaft.

          • Ralf Karnowsky sagt:

            Richtig.
            … und es kann auch gar nicht anders sein: wenn sich das Eigentum an Produktionsmitteln (genauer gesagt: die Verfügungsgewalt) in einer Hand befindet (hier:“Gesellschaft“), kann es keine Tauschwirtschaft geben. Mit wem sollte einer tauschen, wenn ihm alles gehört – bzw. wenn er über alles verfügen kann? Dazu sind mindestens zwei, in der Regel mehrere Eigentümer notwendig. Nebenbei gesagt: dass ist auch die Ursache für den Tatbestand, dass es im Sozialismus kein Geld (=Tauschmittel) gibt, sondern lediglich Zahlungsmittel.
            Aus diesem Grund muss es eine wie auch immer geartete Instanz geben, die die Ressourcen verteilt, den Arbeitskräftestrom lenkt, die Produktion organisiert usw. – im real existierenden Sozialismus der DDR war dies die ’staatliche Plankommission‘, die dem Ministerrat unterstand.

        • Hermann sagt:

          Ich glaube, dass es im Sozialismus auch Privateigentum geben soll. Z.B. die Armbanduhr oder der Küchentisch wird sicherllich Privateigentum bleiben sollen. Die zitierte Definition geht von einem gesellschaftlichen Besitz der Produktionsmittel aus.
          (Aber eine gute Antwort sollte ein überzeugter Sozialist geben. Da kann ich zum Glück nicht helfen.)

          Bitte verwechsele nicht den Eigentumsbegriff mit der Nutzung einer Ressource. Der Fischfang in den Meeren ausserhalb der Zonen wird ohne Eigentumsrecht an dem Meer durchgeführt. Ganz nach dem Motto, wer zu erst kommt hat den Fisch.
          Dass darfst auch Du machen, solange kein Eigentümer da ist, der Dir das verbietet.

          Liebe Grüße

          • svhtr sagt:

            Wie kann man denn bei den Meeren Eigentümer werden?
            Wenn der Staat das entscheidet… woher nimmt dann der Staat das Recht dafür?
            Und wie kann man den „Kaufpreis“ für das Eigentum dieses Meergebietes berechnen, wenn es weder mir noch dir gehört? Es gibt dafür kein Bewertungsmaßstab.

          • Hermann sagt:

            „Woher nimmt dann der Staat das Recht dafür?“
            Na wie üblich, mit Gewaltandrohung, mit den hübschen grauen Schiffchen mit Kanonen drauf.

            Zu Offshore-Windkraftanlagen hab ich folgendes gefunden:
            http://www.subventionsberater.de/technik/rechti.html

            Wie das mit dem Eigentum aussieht, oder über Pachtverträge geht: Ich habe keine Ahnung. Auch zum Kaufpreis: Auktion? Keine Ahnung.

            Kann Dir da leider nicht weiterhelfen.

            Liebe Grüße

          • FwF-sandman sagt:

            Hi,

            das sind unglaublich gute Fragen. Ich glaube nicht, dass da überhaupt schon jemand Antworten hat.
            Ich bin der Meinung, dass es immer erst einen Besitz an etwas geben muss, bevor man sich darüber Gedanken machen kann, ob dieser Besitz auch gerechtfertigt ist und Eigentum sein kann.
            Wenn es so ein Eigentum gibt, kann der Kaufpreis problemlos gefunden werden, indem sich ein Verkäufer und ein Käufer auf eben diesen einigen. Der Bewertungsmaßstab ist immer subjektiv.

          • svhtr sagt:

            Ja klar, beim (Privat)Eigentum kann man den Kaufpreis schnell finden aufgrund der subjektiven Bewertungsmaßstäbe. Aber ich möchte wissen, wie ich den Kaufpreis für ein bestimmtes Gebiet berechnen kann das keinem gehört (Gemeineigentum!)? Das geht nicht. Bleiben wir beim Beispiel des Fischfangs: Die Meere sind Gemeineigentum. Ich gehe als Fischer so schnell wie möglich fischen, um das Gebiet für mehr Zeit nutzen zu können als andere Fischer. Das tun auch andere Fischer und schnell kommt es zur Überfischung und die Meere sind unbrauchbar zum Fischfang. Somit gehört es niemanden mehr.
            Bevor das passiert möchte ich aber ein Privateigentum des Gemeineigentums haben. Jetzt nochmal zur Frage: Wie kann ich den Kaufpreis ermitteln für ein Gebiet das jedem gehört→ Also niemanden und von wem soll ich mir das „abkaufen“?
            Oder wie kann ich etwas verkaufen was auch nicht mir gehört?

            Wenn die Meeresgebiete des Fischfangs privatisiert wären könnte es nicht zur Überfischung kommen. Weil der (Privat)Eigentümer darauf achtet wie viele auf sein Gebiet fischen.
            Aber hierzu habe ich auch eine Frage:
            Wer erlaubt die Privatisierung?
            Volksabstimmung? Ist unmoralisch wenn auch nur ein einziger dagegen ist, weil er gezwungen wird.
            Und auch hier die Frage: Wenn ich ein Gebiet kaufen möchte wen soll ich das Geld geben? Und wer entscheidet den Preis?

            Ich hoffe meine Fragen sind jetzt klarer geworden und können so leichter beantwortet werden.

            Gruß

          • isomorph sagt:

            Hallo svhtr,

            zuerst wollte ich festhalten, dass die Meere heute nur so überfischt sind, da Fischfang staatlich extrem subventioniert wird, Japan, Norwegen, Russland, Deutschland, usw.

            Staaten fahren genau so einfach raus aufs Meer und nennen dies dann ihres, so wie jeder Mensch es tun könnte. Nur ist den Staaten der intersubjektive Respekt auf ihren Besitzanspruch völlig egal. Staaten haben ja Kanonen, falls ihr Eigentum nicht Respektiert wird.

            Im Voluntarismus gibt es keine Instanz, die Grund und Boden und Eigentum generell, verwalten und verteilen könnte. Eigentum und Preise ergeben sich also einzig aus dem intersubjektiv respektierten Besitzanspruch. Und nicht mehr aus Kanonen.

            lg

          • Hermann sagt:

            Hallo svhtr,
            in einer heutigen Gesellschaft mit Staaten ist sicherlich eine Möglichkeit einen Marktpreis zu finden die Durchführung einer Auktion (Versteigerung). D.h. der entsprechende Staat bietet die Fläche Meer zum Verkauf an. Jeder darf dann dafür ein Preisangebot angeben. Der Kaufinteressent mit dem höchsten Preisangebot bekommt die Fläche. Der Preis ist damit ermittelt.
            Das funktioniert so wie mit den Mobilfunklizenzen, bei denen eine Telekom, ein Vodafone, eine E-Plus…. mitgeboten haben und sich entsprechende Funkfrequenzbänder gekauft haben. Die Erlöse sind in die Staatskasse geflossen. Es waren mehrere Milliarden an Euros. Dabei wurde allerdings nur die zeitlich befristete Nutzung angeboten, also eine Pachtpreis vereinbart. Auch für die Meerflächen könnte eine Pacht ausgehandelt werden.
            Mit Meerflächen ausserhalb der 200 Meilen-Zonen wird das heute vermutlich nicht gehen, da kein Staat durch die internationalen Verträge als Eigentümer gilt. Für Flächen innerhalb der 200 Meilen Zone könnte das so gehen.
            Die heutige Nutzung der Meere ist aber auch durch einen wirtschaftliche Punkt begrenzt: Je weniger Fische in einem Gebiet gefangen werden können, um so unwirtschaftlicher wird es für den Fischfänger. Dies bleibt als Hoffnung, dass die Meere eben nicht komplett leergefischt werden. Es lohnt sich einfach nicht den letzten Fisch zu fangen, der gefangene Fisch würde zu teuer.
            Natürlich stimme ich Dir sonst zu. Würde es sich um Privateigentum handeln, wäre ein langfristig sinnvoller Umgang sehr wahrscheinlich. Dies gilt aber für alle heute noch nicht knappen Resourcen wie Meeresfläche, Luft, ….. Das kann sich im Laufe der Zeit aber ändern. Die Naturvölker früher hatten kein wesentliches Problem mit der Landnutzung, da es für die geringe Bevölkerungsdichte kein knappes Gut war. Erst mit der stark steigenden Bevölkerungsdichte wurde es knapp. Und das Problem wurde mittels der Nutzung, der Inbesitznahme gelöst. Heute gibt es für Land in den entwickelten Ländern Eigentumsrechte an knappen Landflächen. Eigentums“rechte“ die respektiert werden.

            Liebe Grüße

  5. svhtr sagt:

    Also im Voluntarismus gibt es keine Instanz…
    Wer entscheidet über das Eigentum der Meere? Wenn nur eine Person gegen die Erlaubnis des (Privat) Eigentums ist, dann ist es unmoralisch, wenn es doch erlaubt wird.
    Wenn es aber (wie es beim Minimalstaat sein könnte) vom Staat erlaubt ist… woher nimmt sich der Staat das Recht dafür?
    Ich möchte wissen wie das Eigentum beim Voluntarismus in Bezug zu den Meeren geregelt wird.

    • michael sagt:

      „Ich möchte wissen wie das Eigentum beim Voluntarismus in Bezug zu den Meeren geregelt wird.“

      das ist eine typisch etatistische frage. wir wurden darauf konditioniert, daß wir menschen haben, die uns (angebliche) lösungen vorgeben mit denen dann angeblich probleme gelöst werden für alle menschen zu allen zeiten und umständen.

      selbst wir als voluntaristen können nicht in die zukunft sehen und vorhersagen, wie nun eine friedliche gesellschaft von grund auf anders funktionieren wird.

      die einzige antwort die ich dir geben kann: besser als jetzt und vor allem ohne gewalt.

      • AltFryRhätien sagt:

        „besser als jetzt und vor allem ohne Gewalt“

        Ausser natürlich seitens der „Guten“, die ja waffentechnisch massiv aufgerüstet werden müssen.

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo svhtr,

      ich sehe im Moment kein „Eigentum“ an Meeren in einer voluntaristischen Welt. Erstmal müsste die Inbesitznahme gerechtfertigt sein. Dann müsste dieser Besitz auch noch intersubjektiv respektiert werden.

      • svhtr sagt:

        Wie kann den eine Inbesitznahme gerechtfertigt sein?

        • FwF-sandman sagt:

          Oh, darauf könnte ich jetzt einen Aufsatz schreiben. Vielleicht meldest Du Dich in unserer Community an. Dort wird das gerade diskutiert.

          • isomorph sagt:

            Hallo, also nochmals, heutige Überfischung ist nur durch staatliche Subventionen so extrem. Das sieht so aus, dass Staaten international möglichst hohe Fangquoten aushandeln und dann ihre Fischerei dermassen subventionieren, dass diese Quoten überhaupt erst erreicht werden können, mit Fangmethoden, die sicher nicht intersubjektiv respektiert sind, dafür gesetzlich legitimiert.

            Im voluntarismus jedoch werden sich Fischunternehmen wie z.B. Nordsee, sich intersubjektiv nicht respektierte Fangmethoden auch nicht leisten können. Vermutlich werden Unternehmen wie Nordsee auf ein möglichst „grünes“ Image bedacht sein (müssen).
            lg

          • svhtr sagt:

            @isomorph

            Und was ist wenn sich nur einer dagegen spricht. Ist es dann immer noch intersubjektiv respektiert?

          • isomorph sagt:

            Nein. Ab diesen Zeitpunkt nicht mehr. Dann muss sich mit dem Einspruch auseinander gesetzt werden, in irgend einer Form.

          • freedomforce sagt:

            Das wird erst zum Problem, wenn dieser Jenige handelt. Es gibt keine Knappheit an Gütern, es gibt eine Knappheit an Handlungsoptionen. Nur durch handelnde Menschen werden Güter erst knapp.

            Ob in China ein Sack Reiß umfällt oder das Kommi-Arschloch deine Begründung eines Eigentumsanspruchs nicht akzeptiert, shafft zumindest noch keinen Konflikt. 🙂

          • svhtr sagt:

            Und wo genau?

          • Hermann sagt:

            Forum/Philosophie/Mein Eigentumsfaden

            und

            Forum/Philosophie/Gedanken zum Eigentum

            Ich würde mich freuen.

  6. Helga sagt:

    „“Ich verwünsche die, die aus dem Irrtum eine eigene Welt machen und doch unablässig fordern, dass der Mensch nützlich sein müsse.“
    -Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 263″

    • Hermann sagt:

      „Es kann niemand sich ins Leben wagen, als wenn er es im Notfall durch
      Handwerkstätigkeit zu fristen versteht.“

      Johann Wolfgang Goethe

      Und jetzt lass ich den lieben Goethe weiterschlafen. 🙂

      • AltFryRhätien sagt:

        Aneignungsberechtigung? Fischerei? Wem „gehören“ die Meere und die Grundwasserströme? Wem die Gletscher? Was ist „Eigentum“ (die Römer verstanden etwas anderes darunter, als die Germanen, deren Begriff ich bevorzuge)? Wer legt in welchem Verfahren fest, was Eigentum sein soll? Was ist ein Vertrag? Unter welchen Bedingungen soll er als zustandegekommen gelten? Wollen wir die totale Beliebigkeitswelt? Wie entstehen „Pflichten“, wenn es gar kein „Recht“ geben soll?

        Okay, Goethe darf man zitieren, das Grundgesetz offenbar nicht. Bei Aldous Huxley steht der Entscheid derzeit noch aus.

        • Hermann Messmer sagt:

          Ganz ruhig.
          Eine Pflicht entsteht durch das sich verpflichten.Es geht dabei darum, seine eigene Handlungsfreiheit zu beschänken. Für den gegenüber, demjenigen dem ich mich verpflichtet habe, entsteht ein Recht.
          Eine völlig logische Reihenfolge. Wenn nun die Pflichten und die Rechte genannt oder niedergeschieben sind, kann jeder Dritte den Vertrag zur Kenntnis nehmen und auch objektiv entscheiden, ob der Vertrag eingehalten wird. Er braucht sich keinen Gedanken um „sinnvoll“ oder „Gesetz“ oder „Verfassung“ machen.
          Mir ist schon klar, dass das Wort „Pflicht“ heute mit dem allgegenwärtigem Neusprech nicht mehr korrekt in den Köpfen gedacht wird. Steuerpflicht, Schulpflicht, Wehrpflicht…. Wer heutzutage das Wort „Zwang“ nicht aussprechen will, versucht es mit „Pflicht“. Die allermeisten dämlichen Zeitgenossen merken es noch nicht mal.

          • AltFryRhätien sagt:

            Bitte bezeichne unsere Zeitgenossen nicht als dämlich. Schon unsere Damen sind nicht erfreut darüber.

            Und schon wieder dieser (dieses?) „Neusprech“. Ich habe behauptet, der Ausdruck gehe auf Aldous Huxley, Brave New World (oder George Orwell, 1984) zurück, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Man macht sich hier jedoch offenbar verdächtig, wenn man sich auf vorhandene Literatur beruft. Also hast Du wohl die alleinige Deutungshoheit über „Neusprech“. Da warte ich doch gerne nach wie vor darauf, dass der Ausdruck mir beim fünften oder sechsten Ersuchen darum vielleicht einmal erklärt (mit einer allgemein verständlichen und brauchbaren Begriffsbestimmung versehen) wird. (Allerdings habe ich bei vielen Texten hier den Eindruck, dass Allgemeinverständlichkeit eher in den hinteren Prioritäten figuriert.) Aber, wie Emil sagte: „Was noch ist, kann nicht werden.“

          • Hermann Messmer sagt:

            Ich gebe auf, Du hast verloren.

  7. Xazas sagt:

    Sehr geehrter Herr Messmer,

    ich bin eben wie zufällig auf freiwilligfrei.de gestoßen und habe wie zufällig auf den ersten ins Auge springenden Artikel geklickt. Ich bin begeistert. Ich habe selten einen Artikel gelesen der mir so aus der Seele gesprochen hat.
    Beim lesen habe ich die ganze Zeit auf etwas unbestimmtes gewartet, als sie dann auf Atlas Shrugged verwiesen haben war mir klar was es war.
    Ein großartiger Artikel kann ich nur sagen.

    • Hermann sagt:

      Vielen Dank für die Blumen und herzlich willkommen.

      Ich fühle mich oft wie Dagny Taggert.
      Hier bei FwF sind Einige aber schon längst bei John Galt angelangt.
      Und von John Galt kann Dagny Taggert schon noch einiges lernen.

      Liebe Grüße
      Hermann Messmer

  8. freedomforce sagt:

    Niemand kann allen Ernstes heute beschließen angestellter Friseur zu werden und sich in 4 Jahren über die niedrige Bezahlung beschweren und vom Staat fordern, dass man von 40 Stunden Wochenarbeitszeit gut leben können muss. Niemand darf allen Ernstes in der Jugend es sich so einfach wie möglich machen, nicht zu lernen was in der Gesellschaft gebraucht und entsprechend hoch entlohnt wird und dann nach kurzer Zeit sich beklagen, dass man am Verkaufsstand als ungelernter Arbeiter nur 6,50 Euro in der Stunde bekommt.

    Wenn der Staat Arbeit totreguliert, dann ist es doch nur folgerichtig, dass er mit dem geraubten Geld für seine Kollateralschäden haftet. Märkte funktionieren unter den unmöglichsten Bedinungen, aber zu implizieren, dass 6,50€ / Stunde nur das Ergebnis falscher Entscheidungen wäre, ist realitätsfremd.

    Kinder wachsen aber heute auf, und lernen, dass Sie ein „Recht“ auf Schulbildung, auf Bafög, auf Arbeit, auf Wohngeld, auf staatliche Leistungen … haben. Sie lernen dabei kaum, dass diese scheinbaren Rechte für ein friedvolles Zusammenleben ohne Verpflichtungen keinen Sinn machen. Wer nur Rechte für sich beansprucht, ohne dass er damit eine entsprechende Pflicht verbindet, wird zum Ausbeuter.

    Das Einzige, was du ausbeutest ist gerade die deutsche Sprache. Im falschen System wird ausgebeutet, aber es sind nicht die Empfänger der Leistungen, die ausbeuten, und es gibt auch kein Recht auf Leistung, weil durch Schutzgelderpressung kein Recht begründet werden kann. Das System funktioniert wunderbar, nur das System ist nicht wunderbar.

    Unsere Schulen lehren, dass ein Beruf Spaß machen muss, dass es darauf ankommt was man werden möchte. Die Kinder müssen frühzeitig aber ebenso eine Vorstellung davon bekommen was knapp ist, was in der arbeitsteiligen Gesellschaft gebraucht wird und entsprechend gut bezahlt wird. Wenn nur der Spaß bei der Entscheidung an erste Stelle gesetzt wird, muss es selbstverständlich sein, dass die mögliche Konsequenz einer geringen Bezahlung nicht andere Menschen zu tragen haben.

    Dummerweise ist das Ergebnis einer zu geringen Bezahlung nicht das alleinige Ergebnis der Marktteilnehmer. Die Preissignale werden massiv staatlich verwässert, durch Subventionen, Vätternwirtschaft, etc.

    Das Kiddies in einer Phase der Orientierungslosigkeit Spaß an erste Stelle setzen, weil die Wenigsten von ihnen Business-Analysten by nature sind, ist auch verständlich, nur wäre es realitätsfremd, sich nur einseitig daran zu orientieren.

    Die Marktchancen würde ich dem allerdings entweder über- oder gleichordnen. Wärst du ein verhungernder Neger, würdest du andere Priorität setzen, als wenn du eine ausgebildete Fachkraft mit Mismatcharbeitslosigkeit wärst.

    • Hermann sagt:

      …..“Wenn der Staat Arbeit totreguliert, dann ist es doch nur folgerichtig, dass er mit dem geraubten Geld für seine Kollateralschäden haftet. Märkte funktionieren unter den unmöglichsten Bedingungen, aber zu implizieren, dass 6,50€ / Stunde nur das Ergebnis falscher Entscheidungen wäre, ist realitätsfremd.“

      Das ist sicherlich richtig, nicht jeder wird in der Lage sein, eine hochbezahlte Arbeit zu leisten. Das darf aber nicht davon ablenken, dass derjenige trotzdem zum Ausbeuter wird, wenn er das existierende System dazu benutzt, andere zu zwingen für diese mangelnde Fähigkeit zu bezahlen. Selbst unbewußt wird derjenige zum Ausbeuter. Nur der Fakt der Ausbeutung zählt dabei. Nicht das Bewußtsein des Vorganges.

      ….“Das Einzige, was du ausbeutest ist gerade die deutsche Sprache. Im falschen System wird ausgebeutet, aber es sind nicht die Empfänger der Leistungen, die ausbeuten, und es gibt auch kein Recht auf Leistung, weil durch Schutzgelderpressung kein Recht begründet werden kann. Das System funktioniert wunderbar, nur das System ist nicht wunderbar.“

      Nichts liegt mir ferner als das System zu verteidigen oder die deutsche Sprache auszubeuten, aber jeder der seine Faulheit siegen lässt und sich im sozialen Netz ausruht ist ein Ausbeuter. Selbstverständlich erkenne ich an, dass es den allermeisten kein bisschen bewusst ist das sie zum Ausbeuter werden. Nur der Fakt zählt für mich, dass Mitmenschen die nicht leistungsbereit sind, von meiner Arbeitsleitung durch Zwang im realen System profitieren. Dass es ein falsches System ist, unterschreibe ich, gar keine Frage. Etwas unangenehm ist mir dabei hier, dass in dieser Diskussion der Fokus auf die Schwächsten im System gerichtet ist. Sehr viel schlimmer ist wirklich das falsche System, in dem leistungslos Kaufkraft durch Inflation (Gelddrucken, Teilreservesystem) erworben wird, welche zum Erwerb von realen Güter und der dafür notwendigen Arbeitsleistung führt.

      …“Dummerweise ist das Ergebnis einer zu geringen Bezahlung nicht das alleinige Ergebnis der Marktteilnehmer. Die Preissignale werden massiv staatlich verwässert, durch Subventionen, Vätternwirtschaft, etc.
      Das Kiddies in einer Phase der Orientierungslosigkeit Spaß an erste Stelle setzen, weil die Wenigsten von ihnen Business-Analysten by nature sind, ist auch verständlich, nur wäre es realitätsfremd, sich nur einseitig daran zu orientieren.
      Die Marktchancen würde ich dem allerdings entweder über- oder gleichordnen. Wärst du ein verhungernder Neger, würdest du andere Priorität setzen, als wenn du eine ausgebildete Fachkraft mit Mismatcharbeitslosigkeit wärst.“

      Die Kiddies sind nicht alleine. Die Verantwortung der Eltern bleibt auch in unserem falschen aber realen System mit Schulzwang erhalten. Die Eltern haben durchaus einen bedeutenden Einfluß auf ihre Kinder und deren Berufsvorstellungen. Aber an Ausreden wird es in keinem System fehlen. Auch nicht in unserem falschen, aber realem System nicht.

      Liebe Grüße
      Hermann

  9. MacPaul sagt:

    Danke für den deutlichen Titel. Wenn jemand so daneben und für Arbeit ist, weiß man sofort, was man von so einem Artikel zu halten hat und kann sich das Lesen sparen.
    Das Schreiben des selben hätte man sich allerdings auch sparen können.

    • Hermann Messmer sagt:

      @MacPaul
      Wie wäre es mit einer diskussionswürdigen Argumentation? Wenn ich doch so daneben bin, dann erleuchte mich bitte mit Deinem Wissen.

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