Einige Zuschauer waren beim Video „Fakten über das erzieherische Schlagen“ erstaunt darüber, wie weit das erzieherische Schlagen noch verbreitet ist. Der Zusammenhang des erzieherischen Schlagens mit teilweise schwerwiegenden Folgewirkungen ist sehr offensichtlich. Trotzdem haben wir in den Kommentaren immer wieder gesehen, dass das Schlagen verharmlost oder sogar verteidigt wird, da es in manchen Situationen praktisch als „alternativlos“ angesehen wird. Wir behaupten das Gegenteil und betrachten eine gewaltfreie, friedliche Kindheit als alternativlose Voraussetzung für eine friedliche Erwachsenenwelt.

Stefan Molyneux von Freedomain Radio, dem größten philosophischen Podcast im englischsprachigen Raum, erklärt in diesem Video grundsätzliche Zusammenhänge zwischen dem Verhalten von Eltern und ihren Kindern. Diese Zusammenhänge sind sehr einfach nachzuvollziehen und sollten für eine schöne Kindheit eigentlich vollkommen selbstverständlich sein. Er gibt ganz konkrete Tipps für einen rücksichtsvollen, umsichtigen und fairen Umgang mit Kindern, bei dem auch die Bedürfnisse der Eltern nicht zu kurz kommen.

Als Beispiel geht er auf den richtigen Umgang mit Wutanfällen, mit Gejammer und Geschrei bei Kleinkindern ein. Das Ergebnis seiner Analyse lautet nicht, dass es sich bei immer wiederkehrenden Wutanfällen normalerweise nicht um eine Verhaltensstörung der Kinder handelt, sondern nur um eine Antwort auf die Verhaltensstörungen ihrer Eltern.

Hi hier ist Stefan Molyneux von Freedomain Radio. Zeit für eine neue Runde der philosophischen Kindererziehung. Dieser Hörer fragt in einer E-Mail: „Was soll ich als Voluntarist tun, wenn mein Kleinkind nicht vom Spielplatz nach Hause gehen will? Ich sage ihm, dass ich nach Hause gehe und dass ich es allein lasse und ich verstecke mich so, dass es mich nicht sehen kann. Aber das ist ihm egal.“

Erstens: Achtet auf eure Beziehung zum Kind, droht nicht damit, es zu verlassen. Das ist nicht gut, das ist gefährlich und hat einen sehr schlechten Einfluss. Fügt der Beziehung keinen Schaden zu, ihr seid die Lebensader für euer Kind. Ein Kleinkind kann Essen oder Wasser oder ein Zuhause oder Entspannung oder Unterhaltung nur bei euch bekommen. Es ist wie wenn man dem ungeborenen Kind damit droht, die Nabelschnur zu durchschneiden. Es ist unklug, damit zu drohen, die Beziehung zu eurem Kind zu zerstören.

Ich kann verstehen, wie dieser Frust entsteht. Ich bekomme viele solche Fragen zugeschickt. Viele davon beantworte ich nicht in der Öffentlichkeit wegen der Privatsphäre. Oft wird gefragt: „Mein Kind hat einen Wutanfall im Supermarkt, mein Kind isst kein Gemüse, mein Kind … was soll ich tun, wenn das passiert?“

Das ist so, wie wenn man sagt: „Stef, was soll ich machen? Ich stehe gerade am Start des Boston Marathon, was soll ich tun?“ – und meine Antwort lautet: Wenn du das fragen musst, dann hast du nicht trainiert und dich nicht vorbereitet. Du bist einfach nicht bereit und willst jetzt alles nachholen. Wer nicht vorbereitet ist, neigt dazu, aggressiv zu reagieren. Wenn Menschen zum Beispiel nicht auf das Leben vorbereitet sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie Diebstahl begehen usw.

Und Menschen, die sich nicht Monate oder Jahre vorher auf die unvermeidbaren Konflikte mit Kleinkindern vorbereitet haben, neigen in einer Situation emotionaler Eskalation dazu, zu drohen.

Also, das erste, was ihr verstehen müsst ist, dass ihr als Eltern – und ich mach das zu Hause genau so, ich sitze nicht in irgendeinem unantastbaren Elfenbeinturm – wenn ihr euch in einer Konfliktsituation mit euren Kindern befindet, dann habt ihr es als Eltern versäumt, euch auf diese Situation vorzubereiten. Es ist wichtig, das anzuerkennen, um nicht euren Kindern die Schuld dafür zu geben, wofür ihr selbst verantwortlich seid.

Oft heißt es: „Was soll ich denn tun, wenn meine Tochter nach dem heißen Wasserkocher greift.“ usw. – aber ihr als Eltern habt es nicht geschafft, euer Kind vor dem Wasserkocher zu schützen, ihr habt versagt, ihm die Situation zu erklären, ihr habt versagt, den Griff außer Reichweite zu drehen, das Kind aus der Küche rauszuschicken, was auch immer nötig ist.

Also, meine Tochter mag gekochte Eier auf Toast und jedes Mal, wenn ich den Topf mit dem heißen Wasser vom Herd zur Spüle trage, muss meine Tochter ganz raus aus der Küche. Also Vorbereitung ist alles.

Hier ein paar Beispiele, wie ihr diese Konflikte lösen könnt. Man kann ein Kind nicht so erziehen, dass es gar keine Konflikte gibt, das wäre ziemlich ungesund, das wäre als würde man es zur Willenlosigkeit erziehen. Auf die erfolgreiche Lösung dieser Konflikte kommt es an.

Also, wenn es darum geht, pünktlich loszugehen, dann müsst ihr das schon Jahre vorher vorbereiten. Ich spreche aber zuerst einmal über den Idealfall. Also idealerweise müsst ihr eurem Kind zuerst das geben, was ihr von ihm später erwartet.

Wenn ihr wollt, dass euer Kind das Wort „Apfel“ sagt, dann müsst ihr das Wort „Apfel“ vorher eurem Kind beibringen. Wenn ihr wollt, dass euer Kind das ABC-Lied singt, dann müsst ihr es ihm vorher oft genug vorsingen. Was ihr auch immer von eurem Kind erwartet, das müsst ihr ihm vorher geben. Das gilt für die Bildung und vor allem auch für Respekt, Verhandlungsgeschick, Friedfertigkeit, Vernunft und diese ganzen Dinge.

Also wenn es darum geht, vom Spielplatz loszugehen, müsst ihr eurem Kind schon in sehr jungen Jahren Dinge versprechen und euch selbst auch daran halten. Bei Isabella habe ich damit im Alter von ungefähr 14 Monaten angefangen, also ziemlich früh.

„Ich werde XY tun. Ich verspreche dir, dass ich XY tun werde.“ Am Anfang versteht das Kind nicht, was es bedeutet, aber ihr beginnt damit, das Verständnis dafür zu erzeugen, was ein Versprechen ist. Und ihr müsst euch an eure Versprechen halten.

Erst vor ein paar Tagen war es hier in Kanada ziemlich kalt draußen. Es war windig und frostig und so weiter, aber ich hatte in der Früh versprochen, dass wir in den Park gehen. Ich habe zwar versucht, mich da herauszureden, aber sie wollte es unbedingt und deshalb sind wir in den Park gegangen.

Neulich auf dem Weg zum Porcfest war es schon spät, aber sie wollte noch nach draußen in den Swimmingpool, also habe ich ihr versprochen, dass wir am nächsten Morgen hingehen. Und natürlich regnete es am nächsten Morgen und es war windig und ziemlich unangenehm draußen, aber ich musste die Zähne zusammenbeißen und es trotzdem tun, weil es einfacher ist, sich jetzt an seine Versprechen zu halten, als in Zukunft ständige Auseinandersetzungen zu haben.

Also versprecht etwas und haltet euch daran. Das zeigt dem Kind, was es heißt, eine Selbstverpflichtung einzugehen. Zeigt es ihm schon lange bevor ihr es das erste Mal darum bittet, selbst eine Selbstverpflichtung einzugehen.

Das erste Mal, wenn ihr ihm ein Lied vorsingt, könnt ihr nicht erwarten, dass es dieses Lied gleich nachsingt. Ihr müsst es oft genug vorsingen, damit es das Lied nachsingt. Und so ist das mit allen anderen Verhaltensweisen, die ihr euch wünscht. Wenn ihr wollt, dass euch euer Kind zuhört, müsst ihr ihm jahrelang genau das vorher zeigen. Wenn es euch nicht zuhört, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr ihm nicht konsistent vorgelebt habt, wie ihr ihm zuhört.

Wenn ihr ein Kind seht, das das Wort „Apfel“ nicht kennt, dann hat es das vermutlich nicht gelernt – zumindest nicht konsistent und lange genug. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass ihr es seid, die diese Abwehrreaktionen erzeugt. Ihr seid es, die den Squash-Ball schlagt und er kommt genau so wieder zurück.

Wenn es also öfter zu Verhaltensweisen kommt, die ihr nicht gerne seht, dann müsst ihr zuerst genau untersuchen, welche Rolle ihr bei dem spielt, was euch das Kind zurückgibt. Habt ihr über einen längeren Zeitraum hinweg Versprechen abgegeben und auch die Zähne zusammengebissen, um sie einzuhalten?

Sicher kann man Versprechen manchmal nicht einhalten. Ihr wolltet zum Indoorspielplatz gehen, aber der ist wegen Renovierung geschlossen und ihr müsst alles genau erklären, damit es das Kind versteht.

Ich werde an anderer Stelle mal drüber sprechen, wie ihr es nachholen könnt, wenn das alles noch nicht geschehen ist – das geht mit Entschuldigungen, Erklärungen und konsistentem Verhalten über einen längeren Zeitraum hinweg, ohne dieses Verhalten im Gegenzug vom Kind zu erwarten.

Aber wenn es einmal geschafft ist, dass das Kind bei einem Versprechen damit fest rechnen kann, dass dieses Versprechen eingehalten wird, weil ihr es ihm immer wieder gezeigt habt, dann könnt ihr dem Kind sagen: „Ich gehe gerne mit dir zum Spielplatz, aber wir müssen um 6 Uhr zurück sein, weil Mami Abendessen macht und sie wird fertig sein, wenn wir zurück sind. Jetzt ist es 4 Uhr und ich will wirklich gerne mit dir zum Spielplatz gehen und du willst gerne mit mir hin, ja? Ja. – Und holt euch unbedingt eine Analoguhr, weil sie sehr gut zeigt, wie die Zeit vergeht – sagt dem Kind: „Wir haben zwei Stunden Zeit.“ Auch wenn sie keine Ahnung haben, was zwei Stunden sind, zeigt es ihnen: „Der kleine Zeiger ist jetzt auf der 4 und wenn er auf der 5 ist, dann sag‘ ich dir Bescheid und wenn der Zeiger auf der 6 steht, dann müssen wir gehen. Versprichst du mir das?“ Ihr müsst es vorher vereinbaren: „Wir gehen zum Spielplatz, ich freue mich drauf und wir bleiben zwei Stunden von 4 bis 6. Aber du musst mir versprechen, dass wir um 6 Uhr nach Hause gehen, ohne Gejammer, ohne Geschrei, ohne dass du wegrennst usw.“ Ihr müsst diese Zusage bekommen, bevor ihr zum Spielplatz geht.

Nochmal: Vorbereitung ist alles. Alles nachholen zu wollen, wenn es zu spät ist, funktioniert nicht. Es bringt nichts, beim Boston Marathon einfach loszurennen und zu hoffen, dass man irgendwie schon ankommt.

Also holt euch vorher die Zustimmung von eurem Kind. Und nochmal: Sie verstehen es oder sie verstehen es nicht, aber so legt ihr die richtige Grundlage. Und dann erinnert euer Kind daran. Alle halbe Stunde: „Okay, es ist jetzt halb 5, 5 usw. noch 15 Minuten, noch 10, noch 5 usw.“ und erinnert das Kind daran, dass es eine Vereinbarung gab, um 6 Uhr ohne Geschrei nach Hause zu gehen und ihr müsst es auch daran erinnern, warum ihr um 6 gehen müsst, so dass es nichts Willkürliches ist. Die Umstände können sich zwar ändern und ihr könnt neu verhandeln, aber erklärt, dass Mami Essen macht und dass ihr es gerne esst, wenn es warm ist und dass sich Mami freut, wenn es uns schmeckt usw. so dass das Kind versteht, dass es für alles vernünftige Gründe gibt.

Wenn es dann doch Stress gibt – das kann passieren; wir alle versuchen irgendwann einmal, uns aus unseren Zusagen herauszuwinden – wenn es passiert, dann erinnert das Kind an sein Versprechen: „Wir haben vereinbart, zum Spielplatz zu gehen und dass wir um 6 nach Hause gehen, ohne Geschrei und ohne Gejammer. Ich halte mich immer an meine Versprechen, oder nicht?“ – und das ist der Hebel, den ihr habt, wenn ihr Integrität gegenüber eurer Kinder habt und ich habe festgestellt, dass Kinder da nicht mehr rauskommen, ich sage dann zu meiner Tochter: „Halte ich mich immer an meine Versprechen oder habe ich mich jemals nicht daran gehalten?“ – „Nein, du hast dich immer dran gehalten.“ – „Du hast mir etwas versprochen.“ Mehr muss ich gar nicht sagen, weil wenn ich mich immer an meine Versprechen gehalten habe und wenn ich zu ihr sage: „Du hast es mir versprochen.“, dann wird sie niemals sagen: „Ja, aber ich halte mich trotzdem nicht daran!“, weil das wäre so als wie wenn sie ohne Grund „Butterkeks“ zu einem Apfel sagen würde. Die Dinge geschehen nicht zufällig, wenn sie gut vorbereitet sind. Es wäre wie lügen. Ich belüge meine Tochter nicht und wenn sie mich anlügt sage ich zu ihr: „Ich lüge dich nicht an und überleg mal, wie würdest du das finden wenn…“ das ist sehr wichtig, okay?

Und was ihr noch tun könnt, ist über die Konsequenzen für das nächste Mal zu sprechen. Wenn es also viel Gejammer und Geschrei gibt – das wird sicher auch passieren, das funktioniert nicht wie ein Schalter, den man umlegt und dann ist alles gut, aber langfristig wird alles sehr viel einfacher – aber ihr könnt… erstmal zeigt eure Enttäuschung ruhig, ihr müsst euch nicht wie Roboter verhalten, es ist okay, wenn ihr eure Gefühle zeigt und verärgert seid und ihr könnt das ruhig sagen: „Ich bin deswegen echt stinkesauer!“ und dann könnt ihr erklären: „Wir sind zum Spielplatz gegangen, unter der Bedingung dass es kein Gejammer und Geschrei gibt, wenn es Zeit ist, nach Hause zu gehen. Und wenn du jetzt herumschreist, bedeutet das, dass ich das nächste Mal keine so große Lust habe, zum Spielplatz mit dir zu gehen, weil ich nicht weiß, ob du dein Versprechen einhältst, weil ich nicht weiß, ob dich daran hältst, was wir vereinbart haben.“ Natürlich in einer altersgerechten Sprache. Helft ihm, zu verstehen, dass die Entscheidung, die es jetzt trifft, sich auf eure Begeisterung und Motivation für das nächste Mal auswirken wird.

Ich sage nicht, dass ihr das Kind manipulieren sollt, sondern dass ihr einfach ehrlich zu ihm sein sollt. Wenn ich mit meiner Tochter vereinbare, dass es kein Gejammer und Geschrei gibt, und es passiert trotzdem, dann sage ich ihr: „Weißt du, du hast es mir versprochen und jetzt hältst du dich nicht daran – also das nächste Mal werde ich wahrscheinlich nicht so gerne mit dir zum Spielplatz gehen.“ Das wird vielleicht ein bis zweimal passieren, dann haben sie es verstanden.

Nochmal: Das Wichtigste, was ihr als Eltern tun könnt, ist, zuerst zu zeigen, dass ihr euch immer an eure Versprechen haltet. Und sprecht darüber, wie sich Gejammer und Geschrei auf euch auswirkt. Seid ehrlich – ein Kind muss Empathie entwickeln können und es muss wissen, dass ihr Gefühle habt.

Macht es nicht in dem Moment, in dem es passiert. Das geht auch später oder sogar am nächsten Tag. Es ist wichtig, noch einmal zurückzugehen und die Situation einfach noch einmal anzusprechen und in einem ruhigen Moment zu sagen: „Ich will nicht gegen dich ankämpfen müssen, wenn wir von irgendwo losgehen müssen, wo du gerade Spaß hast. Und das wird ewig so weitergehen, wenn wir dafür keine Lösung finden, wie wir es schaffen können, irgendwo hinzugehen und Spaß zu haben, ohne dass es am Ende wenn wir gehen müssen, Gejammer und Geschrei gibt. Hilf mir bitte. Ich dachte es wäre okay, wenn wir eine Vereinbarung treffen, an die sich jeder hält, also hilf mir und sage mir, wie du es gerne hättest, wie wir das Problem lösen können.“

Ladet das Kind dazu ein, eine Lösung vorzuschlagen, wie es ohne Gejammer und Geschrei klappen kann. Macht das in einem ruhigen Moment. Das geht nicht, wenn das Kind gerade herumschreit und von seinen Gefühlen überwältigt wird. Also versucht, Wege zu finden, wie ihr das Kind in die Suche nach Lösungen einbeziehen könnt. Und ihr werdet überrascht darüber sein, auf was für Ideen Kinder kommen können.

Gestern bin ich mit meiner Tochter Auto gefahren – sie ist drei – und wir hatten gerade etwas besprochen und es kam zu dieser kleinen Pause und sie sagte: „Hey Papi, sind Kinder Leute?“ – „Na klar, sind Kinder Leute – sie sind die wichtigsten Leute, Kinder sind auf jeden Fall Leute.“ – „Sind Babys Leute?“ – „Babys sind auch Leute.“ – „Papi, können Babys denken?“ – Es war eine tolle Unterhaltung darüber, wie ich herausfinden konnte, was sie als Baby wollte, obwohl sie nicht sprechen konnte, ich habe mit ihr über die nette Frau Allison gesprochen, die in meiner Show war, um darüber zu sprechen, wie Babys denken und wie man das herausfinden kann, wie Babys interessante Sachen länger anschauen und wie man das messen kann, indem man ein Spielzeug hinhält und dann ein anderes und das alles.

Ich hoffe, dass euch das weiterhilft und dass es Spaß gemacht hat und bis zum nächsten Mal.

Original:
Philosophical Parenting: Dealing with Toddler Tantrums
von Stefan Molyneux
youtube.com/watch?v=rtDjrOxvGbI

Übersetzung, Sprecher:
Peter Müller

 

 

 

 

 

 

 

 

23 Responses to Verhaltensgestörte Eltern – Wutanfälle bei Kindern

  1. Andi Fischer sagt:

    Wundervoll! Danke fürs Übertragen, Peter!!

  2. freedomforce sagt:

    Es ist völlig illusorisch, sich auf jede erdenkliche Situation und mögliche Konflikte mit seinen Zöglingen vorzubereiten, das wäre wie ein Masterplan fürs Elternsein.

    • Ben sagt:

      @freedomforce,

      sich auf jede Eventualität vorzubereiten, ist wirklich nicht möglich.
      Was möglich ist, daß Du Dinge, die Dir! in Bezug auf Dein Kind
      wichtig sind, für Dich gedanklich vorbereitest und wenn möglich
      Vereinbarungen mit Deinem Kind triffst.
      Wir haben in unserer Familie jedenfalls sehr gute Erfahrungen damit gemacht.Fördert die eigene Selbstreflektion und die Eigenverantwortung des Kindes.Die von uns im Vorfeld einer Vereinbarung unterbreiteten Gedanken werden von unserer Tochter
      aufmerksam aufgenommen und kritisch geprüft, schließlich will sie Ihre
      Ziele mit einer Vereinbarung bestmöglich erreichen 🙂

      Viele Grüße, Ben

    • primavera sagt:

      @ freedomforce

      ich denke, es geht hier nicht um einen Masterplan der Erziehung, sondern um ein sich Bewusstwerden der eigenen Handlungen (als Vater, Mutter, Kind).

      Und hier gilt, wie allgemein auch
      – wichtig ist, anderen alles das nicht anzutun, was einem selbst nicht wohltut.
      – wichtig ist, voll zu verstehen, was wohltut und was nicht.

      LG
      pv

      • freedomforce sagt:

        Und hier gilt, wie allgemein auch
        – wichtig ist, anderen alles das nicht anzutun, was einem selbst nicht wohltut.
        – wichtig ist, voll zu verstehen, was wohltut und was nicht.

        Ersteres gilt unter gleichen Partnern, also unter Erwachsenen. Kinder könnten einen anderen Umgang benötigen. Gegen Krakelen hilft Ritalin oder eine gut eingeweichte Weidenrute. Schließlich lernt es sich in so jungen Jahren am Besten mit Schmerz. 😉

        Wenn sich der Verstand entwickelt hat sind diese Methoden natürlich obsolet.

        Das andere Extrem stellt der Voluntarismus dar. Erziehung ist ,im Gegensatz zur Beeinflussung, Gewalt. 🙂 Oliver Heuler betreibt GFK und betreibt so konsequenten Voluntarismus, sofern er es durchhält. 🙂

        • Rosenzierde sagt:

          was lese ich da ? gegen Krakelen hilft die Weidenrute oder Ritalin ? Solche Eltern gehören tatsächlich in eine ‚Schule des Lebens – warum nehmen sie selbst nicht mal Ritalin um zu erfahren, wie das wirkt ?
          Meine Kinder haben nie krakelt – wie kommt das ?
          Meine Kinder waren auch immer höflich, freundlich und aufgeschlossen rücksichtsvoll ihren Mit-Menschen gegenüber wie kommt das wohl ?
          Kinder machen sowieso alles nach – also mach es vor !
          Und verlange von Deinem Kind nie, was Du selbst nicht tust. !!!

          • Ich kenne nichts, wovon schon mal jemand hätte nachweisen können, dass es keine Wirkung hat. Es ist aber scheints große Mode, das immer wieder zu behaupten. Und das zeitigt dann auch Wirkungen. ………..
            Ich dachte immer dass die menschliche Fähigkeit des Wissens die Grundlage für die Logik sei und diese erst daraus entstehen konnte. Da ich aber noch nicht wusste, dass ich von Sozial-Esoterik auch soviel verstehe, und da ich ja immer mit Sog-EWirkung arbeite von den üblichen Unter-Druck-Setzungs-Mechanismen auch nicht soviel verstehe, könnte es schon so sein, dass es anders ist.
            Ich grüße freundlich.
            Franz Josef Neffe

      • freedomforce sagt:

        Ist Erziehung eine Form von Gewalt? Die Frage wurde immer noch nicht beantwortet, dabei bildet sie die Grundlage Stefan’s und eurer Argumentation.

        Den Vortänzer zu spielen ist eine Form der Erziehung über die Hintertür, mögen die Motive auch noch so nobel erscheinen.

        Die antiautoritäre Erziehung in Kombination mit der GFK ist die konsequentere Methode.

  3. svhtr sagt:

    Sollte man als Voluntarist seinem Kind erzählen, dass der Weihnachtsmann und/oder Nikolaus existiert(=Lüge) oder nicht(=Wahrheit)?
    Wenn man seinem Kind die Wahrheit erzählt, was soll man seinem Kind sagen, wie er sich hierzu in der Schule verhalten soll?

    • michael sagt:

      grundsätzlich wäre es doch besser, wenn man seinem kind das geistige handwerkszeug gibt, damit es sich selber eine meinung dazu bilden kann würde ich sagen.

      • svhtr sagt:

        Kannst du es bitte am Beispiel des Weihnachtsmannes besser erklären?

        • Andi Fischer sagt:

          Mein Sohn kennt den Weihnachtsmann als Bärtigen in rotem Mantel. Er ist zweieinhalb. Wir erzählen ihm keine Geschichten. Andere tun es trotzdem. Sei’s drum. Er lernt es als seltsame Tradition kennen, zu der sich die Familie trifft und überall Weihnachtsbäume stehen. Sie funkeln toll. Warum die Aufregung? Wir haben andere Sorgen. „Nichts von dem, was man wissen muss, kann man lehren.“ ~ Oscar Wilde

    • primavera sagt:

      @ svhtr

      Was „man“ und dann noch „als Voluntarist“ seinem Kind erzählt, weiß ich nicht, aber ich weiß, was ich meinen Kindern über den Nikolaus und den Weihnachtsmann erzählt habe: die Wahrheit,
      d.h. mir kommen keine fremden Männer ins Haus! 😉

      Um bei dem Beispiel mit dem „Weihnachtsmann“ zu bleiben:
      Wer den wahren Sachverhalt kennt und eine Lügengeschichte daraus macht, hat zwei Lasten zu tragen, die Last der Wahrheit und die Last der Lüge.
      Ich habe es mir leichter gemacht als andere Eltern, d.h. mit meinen Kindern über die wahren Gegebenheiten gesprochen, z.B. dass sich hinter manchen verkleideten Nikoläusen Lehramtsstudenten verbergen.

      LG
      pv

  4. PÄDAGOGIK hat uns scheints so perfekt dressiert, dass wir gar nicht mehr auf den Gedanken kommt, mit GEIST begabt zu sein und ihn SOUVERÄN gebrauchen zu können.
    Mit GEIST lernen wir schneller als andere zu rechnen oder schöner zu schreiben oder mustergültiger als alle jedes MUSS zu erfüllen. Es geht immer IN DIE SCHABLONE HINEIN.
    Man hat uns darauf dressiert, dass wir uns Mühe geben, uns anstrengen, nicht locker lassen, uns überwinden – alles feindselige Akte gegen uns selbst.
    Die Folge davon ist, dass wir ein mühevolles Leben haben: Wer sich Mühe gibt, kriegt sie. Wir sind immer angestrengt und unlocker = verspannt und zuletzt auch noch von uns selbst überwunden.
    Wer sich vollautomatisch so perfekt UNTEN halten muss, der kann nicht zulassen, dass ihm schon Kinder ÜBER DEN KOPF WACHSEN. Also: Rübe ab! Einen eigenen Kopf darf man bei nicht haben – nur einen fremden.
    Die Ich-kann-Schule zeigt, dass es noch etwas anderes als diese Nötigungs- und Erpressungspädagogik gibt.
    Die ErZIEHung in unseren Du-musst-Schulen ist de facto ErDRÜCKung.
    Unter Druck wächst nichts.
    Wenn wir einen Stein auf den Rasen legen, geht das Gras darunter ein.
    Wenn wir den Stein auf die Seele legen, ist die Wirkung nicht anders.
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer lasse ich mir was ein-/auffallen , was ZIEHT.
    Ich spüre den HUNGER VON GEIST & SEELE und gebe den dort liegenden, entscheidenden Kräfte zu essen:
    Achtung, Anerkennung, Aufrichtung, Bestätigung, Bestärkung, Bewunderung u.m.dgl., regelmäßig und reichlich.
    In der Ich-kann-Schule ist SOG das Grundprinzip.
    Da erübrigen sich Schläge.
    Sog löst.
    Sog richtet auf.
    Sog macht wachsen.
    Mit Sog lassen sich die Kräfte mühelos punktgenau lenken.
    In unseren Lehrplanvollzugsanstalten wird mit Druck unterrichtet.
    Unterricht richtet nach Unten.
    In der Ich-kann-Schulke wird gelehrt.
    LEHREN heißt ein mitreißendes Vorbild im LERNEN sein.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

  5. svhtr sagt:

    Noch ne Frage zur Erziehung:
    Sollte man einer schwangeren Frau (als Libertärer) zulassen oder schädliche Produkte für das Kind verkaufen?
    Sie hat ja über ihren Körper Eigentum, aber in ihr Körper lebt noch ein Mensch (in Zukunft).

    • FwF-sandman sagt:

      Die Verantwortung für das Kind trägt die Mutter. Wenn sie ihr Kind durch schädliche Substanzen schädigt, lädt sie Schuld auf sich.

      Wenn du dieser Frau Zigaretten verkaufst, bedeutet das ja nicht, dass du sie zwingst zu rauchen. Die Mutter wird also ihre Verantwortung nicht los. Sie kann sie nicht auf dich abwälzen.

  6. Können wir immer ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass ein Süchtiger dann, wenn wir ihm ein Suchtmittel verkauft haben, die große Erleuchtung bekommt und weiß, wie man HerrIn seiner Kräfte wird?
    Ich finde, wir steheln uns alle zu leichtfertig aus unserer eigenen Verantwortung. Es geht gar nicht ums Schuldabwälzen; das ist ja nur das Zeichen dafür, wie ohnmächtig und unwissend die betroffenen Betreffenden sind. Es geht nicht um die Schuldfrage, es geht um die LERNFRAGE FÜR ALLE. An den Schulden tragen hinterher sowieso alle mit: Der Mutter bleibt das Kind, Deine Kinder müssen in der Schule neben ihm sitzen und Du und ich zahlen die Krankenkassenerhöhung mit. Ich gebe daher LERNinfos über den EIGENEN EINFLUSS (Autosuggestion in Coué-Qualität) FÜR ALLE. Nicht nur Zigaretten können eine Wirkung haben sondern auch wir.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

    • freedomforce sagt:

      Können wir immer ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass ein Süchtiger dann, wenn wir ihm ein Suchtmittel verkauft haben, die große Erleuchtung bekommt und weiß, wie man HerrIn seiner Kräfte wird?
      Ich finde, wir steheln uns alle zu leichtfertig aus unserer eigenen Verantwortung. Es geht gar nicht ums Schuldabwälzen; das ist ja nur das Zeichen dafür, wie ohnmächtig und unwissend die betroffenen Betreffenden sind

      Es obliegt ihr, zu rauchen oder es zu lassen, Entzug oder Nich-Entzug sind IHRE Verantwortung, die niemand anders trägt. Es gibt also kein ABER, nur zu deinem Verständnis.

  7. Wie wir alle wissen, haben nicht wenige Menschen mit dem Nichtrauchen, Nichttrinken, ….. Ziemlich große Schwierigkeiten.
    Schon der Apostel Paulus klagt: „Das Gute, das ich will, tue ich nicht, aber das Schlechte, das ich nicht will, das tue ich.“
    Offenbar hatte schon Paulus niemand, der ihm praktisch vorgemacht hätte, wie das mit dem Wollen funktioniert.
    Es ist leicht, wenn man das Problem selber gerade nicht hat, dem anderen zu unterstellen, er müsse nur wollen, dann gehe es schon.
    Gerade meine Untersuchungen der Pädagogik, mit der wir alle dressiert werden, unsere Fehler zu machen, sie nicht zu verstehen und immer mehr in ihnen verstrickt zu werden, zeigt mir die große Verantwortung und Mit-Verantwortung die der Mensch auch für seine Mitmenschen hat – und die er seltenst beachtet.
    Es genügt nicht, den Unterricht durchzuziehen und dann seine Hände in Unschuld zu waschen.
    Es genügt nicht, immer nur Druck zu machen und das für ErZIEHung zu verkaufen.
    Wir mischen uns höchst wirksam in das Leben anderer ein und sind i.d.R. kein Vorbild, an dem man Lebensbewältigung lernen kann.
    Es stimmt aber natürlich vollkommen, dass jeder Mensch das ernten muss, was er selber gesät hat.
    Das ist aber nur ein Teil der Wirklichkeit.
    Er muss auch unsere Ernte miternten und wir seine. Ich meine, das sollte Grund genug sein, über den eigenen Tellerrand hinaussehen zu lernen.
    Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe

  8. freedomforce sagt:

    Gerade meine Untersuchungen der Pädagogik, mit der wir alle dressiert werden, unsere Fehler zu machen, sie nicht zu verstehen und immer mehr in ihnen verstrickt zu werden, zeigt mir die große Verantwortung und Mit-Verantwortung die der Mensch auch für seine Mitmenschen hat – und die er seltenst beachtet.
    Es genügt nicht, den Unterricht durchzuziehen und dann seine Hände in Unschuld zu waschen.

    Von Sozial-Esoterik verstehst du also mehr, als von Logik, der Grundlage menschlichen Wissens. Jede Handlung beeinflusst in irgendeiner Art und Weise die eines Anderen, somit sind Handlungen komplementär und verursachen u. U. negative Externalitäten. Nur weil ein Entzug kein Ponyhof ist, bedeutet es nicht, dass du in irgendeiner Art und Weise für die Handlungen Anderer verantwortlich wärst, die wissen, was sie tun, wenn auch unter einer falschen Prämisse. Falsche Einschätzungen der Situation sind nicht unüblich.

    Du kannst natürlich sagen: „Hey, Mädel, rauche besser nicht, das schadet deinem Kind“ oder ihr die Zigaretten nicht verkaufen, obwohl du nicht wissen kannst, ob sie diese für sich kauft, aber das ändert trotzdem nichts an der ursprünglichen Feststellung.

  9. @Rosenzierde
    Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht! Danke!
    Ich akzeptiere Ritalin auch erst, wenn Eltern Lehrer Arzt und alle beteiligten Erwachsenen dieselbe Dosis wie das Kind nehmen – damit sie endlich aus eigener Erfahrung mitreden können.
    Und in der Ich-kann-Schule gilt: Probiere das, was Du mit dem Kind vorhast, erst an Deinem Chef aus!
    In der Hoerarchie nach oben geht das achtsame Denken viel leichter.
    Ich grüße herzlich.
    Franz Josef Neffe

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