TEIL II

Arbeitslosigkeit

Bevor wir uns dem eigentlichen Lösungsvorschlag hinsichtlich des Problems der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit zuwenden, sollten einige Punkte im Vorfeld geklärt werden:

1. Wird es in einem ‚freien Markt‘ überhaupt Menschen geben, die keine Arbeit finden?

Nun, diese Frage kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, da es bis zum heutigen Tage noch nie einen ‚freien Markt‘ gegeben hat – und so kann man eben aus Erfahrung keine Erkenntnisse gewinnen. Es gibt einige Befürworter des ‚freien Marktes‘, die vehement bestreiten, dass es dieses Problem geben wird. Sie gehen davon aus, dass das freie Unternehmertum dann in der Lage sein wird, jederzeit ausreichend Arbeitsplätze zu offerieren. Andere wiederum verweisen auf die „schöpferische Zerstörung, die dem Kapitalismus innewohnt“ (Joseph A. Schumpeter) und leiten aus dieser Systemeigenschaft ab, dass es immer Branchen und Berufe geben wird, die der Marktdynamik zugunsten neu entstehender Tätigkeiten zum Opfer fallen, und so eine zumindest temporäre Arbeitslosigkeit erzeugen werden.
Welche dieser beiden Auffassungen sich in einer freiheitlichen Ordnung als richtig erweisen, können wir heute, wie bereits gesagt, nicht wissen – Fakt ist jedoch, dass es besser ist, eine Lösung für dieses Problem ‚in der Tasche zu haben‘ (auch wenn das Problem nicht auftritt), als ’nackt dazustehen‘, falls es doch zu einer Arbeitslosigkeit kommen sollte. Und es kommt noch ein Grund hinzu, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen: der argumentative Aspekt. Es ist wohl nur in Einzelfällen möglich, Menschen, die an das heute herrschende Phänomen der Massenarbeitslosigkeit ‚gewöhnt‘ sind, für eine freiheitliche Ordnung zu begeistern – wenn nicht gleichzeitig Mittel und Wege aufgezeigt werden können, wie derartige Probleme in der Zukunft gelöst werden sollen.

  1. Erzeugt ein ‚freier Markt‘ ein gleiches oder ähnliches Ausmaß an Arbeitslosigkeit wie der interventionistische Wohlfahrtsstaat?
    Diese Frage ist mit einem klaren „Nein“ zu beantworten. Warum?„Die Arbeitslosigkeit ist die Folge des Umstandes, dass der Arbeiter … warten kann und warten will. Ein Arbeiter, der nicht warten kann und nicht warten will, findet in der unbehinderten Marktwirtschaft, in der es extramarginalen brachliegenden Boden und oft auch unausgenützte Produktionskapazität produzierter Produktionsmittel gibt, immer Arbeit; es genügt, dass er seine Lohnforderung ermäßigt oder Beruf und Arbeitsort wechselt.“ (L.v. Mises „Nationalökonomie“ S. 546 ff.) Nun darf man nicht den Fehler begehen, das Problem an dieser Stelle mit Hinweis: „Dann soll der Arbeiter doch dahin gehen, wo es Arbeit gibt!“ als erledigt zu betrachten, denn es gibt gute Gründe dafür, dass dieser nicht jede, ihm angebotene Arbeitsstelle akzeptieren wird. Im Wesentlichen sind dies folgende:(a) Er hofft, in seinem angestammten Beruf vor Ort eine Weiterbeschäftigung zu einem auskömmlichen Lohn zu finden und will sich einen kostspieligen Berufs- und Wohnortwechsel sparen. Insbesondere bei Besitz von Wohneigentum spielen derlei Abwägungen für ihn eine große Rolle.
    (b) Er ist in einer Branche mit starken saisonalen Schwankungen des Beschäftigungsgrades tätig. So ist es durchaus möglich, dass er während der Hauptsaison soviel Einkommen erzielt, dass er die ‚Saure-Gurken-Zeit‘ mit den gebildeten Rücklagen überstehen kann.
    (c) Er lehnt Arbeitsaufnahme aus nicht-wirtschaftlichen (religiösen, ethischen oder politischen) Gründen ab.Wir können also festhalten: „Die Arbeitslosigkeit ist auf dem unbehinderten Markte immer freiwillig gewollt. Der Arbeitslose sieht in ihr das kleinere von zwei Übeln, zwischen denen er zu wählen hat.“ (L.v. Mises, ebenda). Die aus diesen Gründen entstehende Arbeitslosigkeit kann jedoch nie den Umfang einer Massenarbeitslosigkeit annehmen, denn diese beinhaltet zu einem überwiegenden Teil die ‚irreguläre Arbeitslosigkeit‘: „Von der marktmässigen Arbeitslosigkeit ist die irreguläre Arbeitslosigkeit grundsätzlich verschieden. Sie entspringt nicht dem Entschlusse des einzelnen Arbeiters. Sie ist die Folge einer Politik, die höhere Löhne als die, die der Markt bildet, durch Eingriff in das Getriebe des Marktes festzulegen sucht. Die irreguläre Arbeitslosigkeit geht über den Rahmen einer Betrachtung der unbehinderten Marktwirtschaft hinaus.“ (L.v. Mises, ebenda)

Skeptiker könnten nun einwenden, dass in der Folge von massiven Systemkrisen trotzdem viele Menschen ihre Arbeit verlieren könnten. Wir können uns mit diesem Argument an dieser Stelle nicht detailliert befassen, jedoch sei ihnen gesagt: Eine freiheitliche Ordnung wird zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht frei von Krisen sein, aber deren Ausmaße werden keinesfalls die Größenordnungen von heutigen erreichen. (Beweisführung: L.v. Mises, „Ursachen der Wirtschaftskrise“ und „Nationalökonomie“/Kapitel: „Die Marktwirtschaft im Wechsel der Konjunktur“ an S.521)

3. Nach welchem Prinzip soll in einem ‚freien Markt‘ die Arbeitslosigkeit bekämpft werden?

Die theoretische Grundlage für die Existenzsicherung in Bezug auf das Risiko der Arbeitslosigkeit in einer freiheitlichen Gesellschaft bildet nicht – wie heutzutage – eine wie auch immer geartete „Umverteilung“ von ‚Arbeitenden‘ zu ‚Nichtarbeitenden‘ über eine staatliche Zwangsversicherung (ALG I) oder über Steuern (ALG II), sondern das ‚Theorem des komparativen Vorteils‘ von D. Ricardo. Ursprünglich vom ihm als Gegenposition zur damals im Außenhandel praktizierten Hochschutzzollpolitik Englands zugunsten des Freihandels entwickelt und erstmals im Jahre 1817 in seinem Werk On the Principles of Political and Taxation“ der Öffentlichkeit vorgestellt, geht die Bedeutung dieses Exempels weit über diesen Bereich hinaus: es gilt universell, d.h. die Beweisführung der Richtigkeit des zugrunde liegenden Prinzips gelingt sowohl volks- als auch betriebswirtschaftlich. Da ich den Leser nicht mit trockener Mathematik ermüden will  – die entsprechenden logischen Gedankengänge sind auf Seite 287 des Werkes „Die Gemeinwirtschaft“ von L.v. Mises zu finden-, habe ich diese in das folgende Beispiel integriert:

Nehmen wir einmal an, dass Tischlermeister Schulze zur Fertigung eines Stuhls 3 Stunden und zur Herstellung eines Tisches 5 Stunden benötigt. Der benachbarte Tischlermeister Meier dagegen braucht für die Herstellung beider Produkte länger: für den Stuhl veranschlagt er 4 Stunden und für den Tisch 8 Stunden. Offensichtlich ist Schulze im gesamten Spektrum leistungsfähiger als Meier – lohnt sich also eine Kooperation mit Meier aus der Sicht von Schulze? Im ersten Moment würde letzterer diese Anfrage mit Sicherheit verneinen. Er wäre überzeugt, dass sein in allen Belangen schwächerer Konkurrent bei einer Zusammenarbeit von seiner Leistungskraft profitieren, er dagegen einen Verlust machen würde. Uns liegen aber die Auftragsbücher beider Tischlereien vor, aus denen wir ersehen können, dass Schulze in der vergangenen 120 Stunden 18 Tische und 10 Stühle angefertigt hat ((18 x 5h = 90h) + (10 x 3h = 30h) = 120h). Sein Mitbewerber Meier stellte im gleichen Zeitraum 6 Tische und 18 Stühle her ((6 x 8h = 48h) + (18 x 4h = 72h) = 120h). Zusammen konnten also beide 24 Tische (18 von Schulze + 6 von Meier) und 28 Stühle (10 von Schulze + 18 von Meier) an ihre jeweiligen Kunden ausliefern. Nun rechnen wir Schulze vor, wie das Ergebnis ausgefallen wäre, wenn er gemeinsam mit Meier unter dem Handelsnamen „Schulze&Meier-Möbel“ agiert und er sich auf die Herstellung von Tischen, im Gegenzug Meier sich wiederum auf die Stuhlproduktion konzentriert hätte – und wir kommen zu folgendem, für Schulze verblüffenden Resultat: 24 Tische (24 x 5h = 120h) und 30 Stühle (30 x 4h = 120h) hätten zur Auslieferung bereit gestanden! Der Gewinn der Kooperation besteht also aus dem Verkaufserlös abzüglich der Herstellungskosten der zusätzlich produzierten 2 Stühle, von dem sowohl Schulze als auch Meier anteilig profitieren, ohne dass einer von beiden eine Minute länger hätte arbeiten müssen als vorher und Schulze in allen Belangen leistungsfähiger ist als Meier.

Es kann also als erwiesen angesehen werden, „dass jede Erweiterung der persönlichen Arbeitsgemeinschaft für alle, die sich ihr anschließen, von Vorteil ist. Nicht nur der, der sich mit Begabteren, Fähigeren, Fleißigeren zusammenschließt, zieht aus der Verbindung Gewinn. Auch der, der sich mit Wenigerbegabten, Unfähigeren, Fauleren vereinigt, hat davon Vorteil. … Die höhere Produktivität der arbeitsteilig verrichteten Arbeit ist es, die die Menschen dazu bringt, einander nicht mehr als Konkurrenten im Kampfe ums Dasein anzusehen, sondern als Genossen zur gemeinschaftlichen Förderung ihrer Wohlfahrt. Sie macht aus Feinden Freunde, aus Krieg Frieden, aus den Individuen die Gesellschaft.“ (Mises, ebenda)

Kommen wir nun zur eigentlichen Lösung:

Die Frage, die sich nun stellt, lautet: Wie soll dieses Prinzip, das logisch nicht widerlegbar ist, in eine praktisch durchführbare Methode zur Existenzsicherung von Arbeitslosen umgesetzt werden?

Bevor wir jedoch zur Beantwortung dieser Frage kommen, müssen wir folgende Sachverhalte vergegenwärtigen:

  • Das Sozialsicherungssystem des interventionistischen Wohlfahrtstaates erzeugt die paradoxe Wirkung, dass auf der Seite der Transferleistungserbringer die Zahl derjenigen immer weiter zunimmt, die über eine Arbeitsüberlastung klagen (Stichworte: Depressionen, Burn-Out-Syndrom), während auf der Seite der Transferleistungsnehmer 6,2 Mio. Menschen ALGII beziehen, von denen 2 Mio. Menschen als arbeitslos gelten und „die übrigen Erwerbsfähigen nicht für die Vermittlung in Jobs zur Verfügung [stehen], weil sie etwa alleinerziehend sind, Familienangehörige pflegen, als sogenannte Aufstocker Leistungen zusätzlich zu ihrem Gehalt beziehen oder in Ein-Euro-Jobs arbeiten.“ (Quelle: n-tv.de, 17.02.2012)
  • Die Zahl der Single-Haushalte steigt immer weiter; erschwerend kommt hinzu, dass Familienangehörige aufgrund ihrer Arbeitsverhältnisse nicht mehr vor Ort wohnen, sodass gegenseitige direkte Hilfeleistung innerhalb der Familie nicht mehr realisiert werden kann. Dies ist insbesondere für ältere Menschen problematisch – wenn diese aufgrund eingeschränkter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit nicht mehr in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen, bleibt ihnen oft nichts anderes übrig, als in ein Altenheim zu ziehen (neuerdings aus Kostengründen sogar in ukrainische oder slowakische Alten- und Pflegeeinrichtungen : http://www.welt.de/wirtschaft/article110328510/Wenn-deutsche-Omas-in-die-Slowakei-fliehen-muessen.html )
  • Nachdem der Teilbereich des Arbeitsmarktes ‚geringfügig bezahlte Tätigkeiten‘ (Aushilfen, Teilzeit, Leiharbeit) in der Vergangenheit massiv ausgeweitet wurde, ist es für Unternehmen in Deutschland zunehmend schwieriger geworden, geeignete Mitarbeiter zu finden, die für die Abarbeitung von ‚Auftragsspitzen‘ benötigt werden.
  • Die Kommunen klagen immer lauter über fehlende Finanzmittel, was u.a. der ihnen aufgebürdeten Finanzierung der Unterkunftskosten für Transferleistungsempfänger zuzuschreiben ist. In naher Zukunft dürfte der Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz für weitere Löcher in den kommunalen Haushalten sorgen. Eine Gegenleistung in Form von ‚gemeinnütziger‘ Arbeit erhalten sie i.d.R. jedoch nicht – und so sehen viele öffentliche Straßen, Plätze und Parks dann auch aus.
  • Seriöse ökonomische Studien belegen, dass der Anteil der ‚Schwarzarbeit‘ bei ca. 15% der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands liegt; dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass mit zunehmender staatlicher Steuer- und Abgabenlast Erwerbstätige dazu tendieren, Einkommen in der Schattenwirtschaft zu erzielen. Diese rekrutieren sich einerseits aus anderweitig beschäftigten Personen (also mit ‚offiziellen‘ Arbeitsverhältnissen), andererseits aber zu einem nicht unerheb-lichen Teil aus Transferleistungsempfängern (siehe: http://www.zeit.de/2007/25/Schwarzarbeit/ )

Außerdem müssen wir momentan existierende Versuche beobachten, die dem Ziel dienen, neben der staatlich gesteuerten Arbeitsvermittlung und der vom Gesetzgeber kriminalisierten Schwarzarbeit Möglichkeiten von Einkommenserzielung bzw. der Realisierung von Hilfe zum Lebensunterhalt zu offerieren. Hier wären im Wesentlichen drei zu nennen:

  1. Tagelöhner-Börsen
    Unter der Leitung örtlicher Jobcenter bzw. Arbeitsgemeinschaften werden in einigen deutschen Großstädten (Berlin, Hamburg, München und Frankfurt a.M.) sogenannte ‚Tagesjob-Börsen‘ betrieben, durch die bedürftige Nachfrager die Gelegenheit bekommen, sich neben den obligatorischen Transferleistungen ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen. Allerdings ist zu beobachten, „dass die Tagesjobvermittlungen weniger werden, hat politische Gründe. Sie widersprechen der staatlich vorgegebenen Philosophie. Nach dieser sollen Arbeitslose nur noch Angebote bekommen, die in dauerhafte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung münden, was Tagesjobs naturgemäß nicht sind.“ (Quelle: „Tagesspiegel“ vom 26.06.2010)
  2. TauschkreiseHierbei handelt es sich um meist lokale ‚Börsen‘, bei denen sich die Teilnehmer wechselseitig vor allem Dienstleistungen anbieten und abrufen. Als Verrechnungseinheit dient überwiegend die geleistete Arbeitszeit, zu deren Erfassung die Tauschzentrale für jedes Mitglied ein Arbeitszeit-Konto führt, auf dem festgehalten wird, wie viel Stunden er geleistet und wie viel er in Anspruch genommen hat. Diese Tauschkreise werden von der staatlichen Finanzverwaltung permanent argwöhnisch beobachtet, da (a) beim Austausch umsatzsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte vermutet werden und (b) die Tauschkreise den Status einer steuerbegünstigten Körperschaft nach §51 AO verlieren könnte , wenn gegen die Vorgaben des §55 Abs.1 AO (Grundsatz der Selbstlosigkeit) verstoßen wird.
  3. Online-Plattformen für Handwerks- und DienstleistungsaufträgeAuf diesen Cyber-Marktplätzen treffen sich Gesuche und Angebote für die Ausführung von Aufträgen aus den verschiedensten Branchen. Jeder Teilnehmer kann hier ein Profil hinterlegen und Bewertungen zwecks Kenntnisnahme für andere hinterlassen.

Wenn wir nun die gegenwärtigen Problemstellungen und deren Lösungsansätze zusammenfügen, zeichnet sich ein scharf konturiertes Bild einer regionalen Arbeitslosen-Absicherung einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung ab, die anschließend in der nächsten Stufe durch Vernetzung zu einem überregionalen Instrument ausgebaut werden könnte:

  • die Absicherung erfolgt nicht mehr auf monetäre Weise durch die Enteignung der Produktiven zugunsten der Nichtproduktiven durch einen staatlichen Zwangsapparat, sondern durch Vermittlung von Erwerbsarbeit auf kommunaler Ebene
  • dieses geschieht durch eine Internet-Job-Börse: hier kann einerseits der Arbeitssuchende ein Profil einstellen, das seine Fähigkeiten, Kenntnisse und Neigungen näher beschreibt und andererseits kann jeder – ob privater Haushalt, Unternehmen oder die Kommune selbst – Arbeitsgelegenheiten inkl. Lohnangaben offerieren und Bewertungen über die Qualität der ausgeführten Arbeit abgeben.
  • Die Bezahlung erfolgt nach der Ausführung der Arbeit direkt zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, da eine freiheitliche Ordnung weder Einkommens- noch Umsatzsteuer und auch keine Sozialabgaben kennt; somit existiert auch keine ‚Schwarzarbeit‘ mehr.
  • Durch die Ausführung ‚haushaltsnaher Dienstleistungen‘ im Privatbereich kann zumindest ein Teil der älteren Mitbürger in der bisherigen Wohnung verbleiben. Da diese Art von wiederkehrender Tätigkeit voraussichtlich immer wieder – so weit wie möglich – an dieselben Arbeitssuchenden vergeben wird, bildet sich eine Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien und in der Folge wird das menschliche Miteinander gefördert.
  • Dasselbe trifft neben dem ‚ökonomischen Aspekt‘ des ‚Mehr‘ an Freizeit (und in der Folge des Zugewinns an Lebensqualität) für die beruflich stark Involvierten zu.
  • Ortsansässige Unternehmen können durch unkomplizierte Inanspruchnahme von Aushilfen ‚Auftragsspitzen‘ abarbeiten.
  • Kommunen können Arbeiten an eigenen Gebäuden und Flächen durch ortsansässige Arbeitssuchende ausführen lassen – um eventuell Unternehmen nicht zu gefährden, kann die Auftragsvergabe in diesem Bereich nur an Firmen erfolgen, die zur Ausführung eine Mindestanzahl an Arbeitssuchende beschäftigen.
  • durch das von einer kommunalen Vermittlungsstelle angewandte ‚know-your-customer‘-Prinzip können (a) Arbeitsunwillige von Bedürftigen unterschieden und (b) die vorhandenen Mittel aus Spendenaufkommen zielgenauer verwendet werden („Wer benötigt wirklich wie viel Hilfe?“).

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Mitglieder einer freiheitlichen Ordnung sollten im Gegensatz zu den Bürgern des Wohlfahrtsstaates bzgl. der Vermeidung von Arbeitslosigkeit lernen, wesentlich mehr Arbeit als diese zu teilen, anstatt die Existenzsicherung der Betroffenen über die Umleitung von Einkommensströmen realisieren zu lassen. Tätigkeiten, die man selbst ungern ausführt, dem arbeitslosen Nachbarn gegen Bezahlung zu übertragen – dies ist das sozialste Verhalten, das man sich vorstellen kann und es ist moralisch integer, da es die Würde des Nachbarn bewahrt: dieser kann stolz darauf sein, für sein Einkommen etwas geleistet zu haben (und nicht wie beim ALG II seine Existenz durch Geldmittel zu sichern, die andere erarbeitet haben und denen diese mittels Zwang abgenommen wurde). Dass die beruflich stark Involvierten in einer solchen Gesellschaft aufgrund höherer Einkommen und keinerlei Abzüge – bis auf die freiwilligen Spenden – über die finanziellen Mittel verfügen, ein solches Verhalten zur Normalität werden zu lassen, braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

Schlussendlich noch eine Bemerkung zu der ‚privaten Arbeitslosenversicherung‘:

Anders als bei den in Teil I beschriebenen Existenzrisiken ist eine private Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit in einem ‚freien Markt‘ wahrscheinlich nicht zielführend – da Beschäftigte in Branchen mit starken Auslastungsschwankungen, mit denen in der Folge eine zwar zeitlich begrenzte, aber sich wiederholende Arbeitslosigkeit einherginge, dann auch im Vergleich zu den übrigen Arbeitnehmern wesentlich höhere Beiträge zahlen müssten, was wiederum nur mit hohen Löhnen während ihrer Arbeitszeit zu kompensieren wäre. Genau in diesem Umstand lag in der Vergangenheit die Ursache für die Einführung einer staatlichen Arbeitslosenversicherung, die heute über alle Branchen hinweg gilt und die Beiträge für alle Versicherten auf ein einheitliches Maß ‚glättet‘.

„Wenn jedoch das Risiko der Arbeitslosigkeit, das einem besonderen Gewerbezweig eigen ist, nicht aus den Verdiensten in diesem Gewerbezweig, sondern von außen her gedeckt wird, bedeutet das, dass das Arbeitsangebot in solchen Gewerbezweigen subventioniert wird, so dass es sich über das wirtschaftlich wünschenswerte Maß hinaus ausdehnt.“ (F.A. Hayek, „Die Verfassung der Freiheit“, S. 408). Somit fördert die nivellierte staatliche Absicherung gegen die Arbeitslosigkeit die Fehlallokation von Arbeit und macht damit eine Gesellschaft insgesamt ärmer.

 

 

17 Responses to Die Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft – Teil 2

  1. Beppo sagt:

    Ist eine freie Gesellschaft wirklich eine „Arbeitsgesellschaft“ wie wir sie heute kennen?
    In der sich alles um Arbeit, „Jobs“ und Geld dreht, in der die Menschen schon von Kindesbeinen an „verwirtschaftet“ werden ? – in so einer „freien“ Gesellschaft muss ich nicht unbedingt leben!

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      eine freie gesellschaft, ist eine gesellschaft ohne zwang…dh. niemand zwingt dich zu arbeiten, wenn du nicht willst. du kannst dir mit gleichgesinnten deine gesellschaften so gestalten, wie du willst.

    • Hermann Messmer sagt:

      Hallo Benno,

      alles was Du gegessen hast, was Du anhattest ist durch eine „Arbeitsgesellschaft“ entstanden.
      Welche Gesellschaftsform schafft es denn, ohne Arbeit, „Jobs“ und Geld auszukommen? Ohne das von Kindesbein „verwirtschaftet“?
      Ausreichend Essen, Trinken, Kleidung, Wohnen, Medizin ohne Wirtschaft? Geht das wirklich? Sag bitte Bescheid, würde mir auch gefallen.

    • Rearden sagt:

      Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man in einer freien Gesellschaft weniger arbeiten müsste, wenn man nicht möchte und keine hohen Ansprüche hat. Die ganzen Zwangsabgaben existieren dann ja nicht, ebenso wie das staatlich aufgezwungene Papiergeld, dessen Wert einem zwischen den Fingern zerrinnt.

      Wenn man gar nicht arbeiten möchte, wird das schon schwieriger, weil einem kein Staat dabei hilft, seine Nachbarn auszuplündern.

  2. isomorph sagt:

    Und sogar ein BGE ist kein wiederspruch zum Kapitalismus und Voluntarismus, solange es nur freiwillig ist.

    http://isomorph.blogsport.de/2012/11/10/freiheit-fuer-das-bge/

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wird sich niemand im Voluntarismus über seine Existenz sorgen brauchen. Dank FGE 😉

    • Hermann Messmer sagt:

      Ich mache mir Sorgen und würde mir auch im Voluntarismus Sorgen machen und darauf meine VorSORGE aufbauen!
      Ich bin nämlich der, der beim FGE nicht mitmacht.
      Aber es war ja auch nur „an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“.

      Liebe Grüße
      Hermann

      • isomorph sagt:

        Da hab ich doch extra ein Smiley dahinter gemacht.
        Aber so wie du kann man es natürlich auch sehen, aber auch von dir hab ich schon gehört, du würdest niemanden vor deiner Haustür verhugern lassen. Meinst du es wäre praktisch möglich, das jemand im Voluntarismus verhungern würde? Ich glaub nicht, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 😉

  3. Hermann Messmer sagt:

    Hallo Isomorph,
    (hallo Kommunisten von Teil 1),

    Ich sehe mit Sorge, dass ein Teil unserer Mitmenschen die Beziehung der Arbeit zum Leben nicht mehr als notwendige Lebenswirklichkeit erlebt.
    Ich sehe mit Sorge, dass unsere arbeitsteilige Welt mit einer starken Dienstleistungsgesellschaft keinen kurzen und sofort verständlichen Bezug zu materiellen Gütern schafft. Der Kapitalismus schafft im produktiven Sektor Fabriken mit den atomisierten Arbeitsschritten, welche die emotionale Kopplung des Arbeiters an den letzten Leistungsempfänger, der das Produkt auch tatsächlich für sich selbst nutzt schwer für die Mitmenschen fassbar macht. Wenn dann der Staat auch noch dazwischen hängt, ist die Verbindung zwischen Arbeitsleistung des Arbeitenden und Entlohnung durch den Endkunden des Produktes im Nebel verschwunden. Die Verbindung von der arbeitenden Hand die das Korn mit dem Mähdrescher erntet bis zu dem Käufer im Supermarkt der die Packung Kekse kauft ist den vielen Menschen unbegreiflich. Der Arbeiter will möglichst viel Geld für seine Arbeitsleistung haben, der Käufer der Kekse will möglichst wenig dafür ausgeben. Bei all den Schnittstellen in diesem Ablauf ist es immer wieder dasselbe, derjenige der anbietet möchte viel haben, der der entgegennimmt möchte wenig geben. Dieses Band der vielen Beziehungen von Gebern und Empfängern muß verstanden werden. Und die Begriffe Geber und Empfänger können ausgetauscht werden! Arbeitsleistung geben, Geld nehmen, Arbeitsleistung annehmen, Geld geben. Diese Verbindung muß man begreifen. Ich bin unseren Kunden gegenüber der „Arbeitnehmer“. Meinen Mitarbeitern gegenüber der Arbeitgeber.
    Heute ist es erlebte Normalität für Menschen, dass sie die Zeit haben oder auch hatten mehrere Jahre nichts zu leisten ohne wirklich zu verstehen, weshalb sie dabei nicht verhungert sind. Und sie haben dabei auch gelernt, dass damit keine Verpflichtung erwachsen ist. Sie haben ein „Recht“ auf Schulbildung, Bafög, Wohngeld…
    Und das ist der eigentliche Wahnsinn. Dies zu erleben und daraus zu lernen dass keine Verpflichtung damit verbunden ist, ist grundverkehrt für das menschliche Zusammenleben.
    Der Staat vereinfacht das im weiteren Leben in einer beängstigenden Perfektion. Diese Mitmenschen, von denen hier Rearden spricht, welche ihre Ansprüche deutlich reduzieren und nichts mehr arbeiten sehen denjenigen Menschen nicht mehr in die Augen, welche Ihnen diese Freizeit ermöglichen. Und es entsteht keine Verpflichtung. Sie haben sogar das „Recht“ sich weitere Leistungen zu erklagen, den Anwalt darf letzten Endes auch noch der Verklagte bezahlen, egal wie die Klage ausgeht. Der Lerneffekt ist, dass für empfangene Leistung nicht gearbeitet werden muß oder eine Schuld entsteht, die auch getilgt werden muß.
    Überall dort wo dieses Band zwischen Arbeitsleistung und Entlohnung geleugnet wird beginnt der Betrug.
    Ich kann doch nicht allen Ernstes heute beschliessen angestellter Friseur zu werden und mich in 5 Jahren über die niedrige Bezahlung beschweren und fordern, dass man von 40 Stunden Wochenarbeitszeit leben können muß. Oder nichts zu lernen und dann in 3 Jahren mich beklagen, dass ich bei McDonalds nur 7,50 Euro bekomme und in den Umverteilungssong einstimmen. Studiere Maschinenbau und Du bekommst dann als Ingenieur mind. 20,– Euro pro Stunde.
    Unsere Schulen bringen den Kindern aber bei, dass ein Beruf Spaß machen muß. Und wenn alle am Friseurberuf Spaß haben wundern sie sich, weshalb dafür so wenig bezahlt wird und fordern Mindestlöhne.
    Die Kinder müssen lernen, dass die Entscheidung damit zu tun hat, was andere Menschen brauchen. Wenn es einem dann noch Spaß macht, na wunderber.
    Mit dem FGE wird das Band zwischen Arbeit und Entlohnung zerschnitten. –> Selber Schuld wer mitmacht, weil freiwillig, ich habe kein Problem damit, nur ich mache eben nicht mit. Ich glaube nicht an das Fundament auf dem das FGE errichtet wird. Ansonsten ist alles schön daran.
    Mit dem Teilreservesystem in unserem Geldsystem wird das Band ja auch durchschnitten. Schlimm genug, dass das Papier durch nichts gedeckt ist, aber der Betrug, die Umverteilung beginnt an der Stelle an der dieses Band zwischen Arbeit und Belohnung zerschnitten wird. Dort wo Geld gedruckt oder als Buchungssatz erschaffen oder gestohlen wird.
    Dort wo durch ehrliche jahrelange Arbeit Kapitalgüter entstanden sind, kommen unserer Kommunisten, antinationale Kommunisten und tun so, als ob es nicht möglich ist Kapitalgüter auf rechtschaffene Weise zu bekommen und wollen umverteilen. Die Web-Seiten die ich dort zu lesen bekomme sind Seiten des Krieges zwischen den Menschen. Kampf, Ausbeutung, Widerstand… Dort wird über gewalttätige Menschen gesprochen. Und wie bei Marx und Engels wird alles schlechter. Hier in Europa sahen es die Arbeiter aber anders, die Revolution kam nicht. Heute brauchen die Kommunisten für das schlechte Gewisssen die dritte Welt, jetzt wird dort angeblich alles schlechter. Schuld sind wir. Komisch, man sieht da auch schon so viele Autos, Handys….
    So jetzt noch die Selbstdarstellung für die Kommunisten, darf ja nicht fehlen.
    Ich bin auf einem kleinen Bauerhof aufgewachsen.
    Ich bin ohne Guthaben ins Studium gegangen. Ich habe in meinem Leben keine Wertgegenstände geerbt oder gewonnen.
    Ich habe nach meinem Studium ca. 1.000,– DM durch Nebenjobs gehabt aber auch 27.000,– DM Bafög-Schulden gehabt. (Studium 1983-1987 – Volldarlehen).
    Ich habe die Schulden an die BRD zurückgezahlt.
    Heute bin ich Unternehmer, Inhaber einer Maschinenbaufirma. Privat Schuldenfrei aber bürge mit all meinem Hab und Gut für die Firma.
    Ich lasse mir nicht erzählen, dass es nicht möglich ist sich Kapitalgüter zu erarbeiten. Selbst in diesem Staat. Mit Staat ist es sicher schwieriger, aber nicht so unmöglich wie unsere Kommunisten es uns erzählen wollen. Ich habe Studenten im Studium kennengelernt, die sich im ASTA die politischen Kampfparolen ausgedacht haben und Flugzettel gedruckt haben. Ich habe in der Zeit stattdessen studiert. Ich habe gleichaltrige kennengelernt, die mit 24 mit dem ersten verdienten Geld in den Urlaub geflogen sind, die sich für Konsum entschieden haben. Ich bin das erste Mal mit ca. 42 in den Urlaub geflogen. Ich habe mich für die Kapitalgüter entschieden.
    Ich verstehe all die Wünsche nach dem besseren Leben ohne Arbeit oder ohne Sparen. Sie sind in der Regel ja auch wirklich gut gemeint. Ich bin mir natürlich im Klaren, dass Du es gut mit Dir und den Menschen meinst. Das keine Betrugsabsicht dahintersteckt.
    Einige der Leistungsträger in meiner Firma sagen, ich sei zu gutmütig. Deshalb werden in meiner Nähe, sofern ich das leisten kann, auch die Mitmenschen nicht schlecht leben oder verhungern.

    Ayn Rand mit „Der Streik“ sollte für diese Gedankengänge eine gute Grundlage sein. Dagny Taggert kann noch so viele Ideen, Leistungsbereitschaft und guten Willen haben, am Ende fährt trotzdem keine Eisenbahn mehr wenn die Arbeitsteilung fehlt, Auf die Landwirtschaft projiziert: dann fährt kein Mähdrescher, keine Erntemaschine mehr. Und dann unterhalten wir uns über fehlende Nahrungsmittel und Hunger, und nicht über den Luxus wie Autos….

    Isomorph, so gut Du es auch meinst, so gut Du zu Deinen Mitmenschen und mit Ihnen auch sein magst, Du kannst die Grundregel des Lebens nicht leugnen. Und deshalb funktionieren die Sozialismusansätze eben nicht. Du kannst die Leistung nicht dauerhaft von der Entlohnung entkoppeln. Der Anreiz des Betruges oder des faulen Lebens wird dann so mächtig, dass die Leistungserbringer am Ende die Leistung verweigern. Der Glaube, alle wollen freiwillig arbeiten und das System nicht ausnutzen ist wirklich zu dünn um darauf eine Gesellschaftsvision zu gründen.
    Und genau deshalb halte ich dass FGE oder das BGE für grundverkehrt, da das Gebäudefundament, die Trennung von Leistung zur Entlohnung eine Lebenslüge ist.

    Schreibt bitte in das Grundgesetz und die staatlichen Gesetze nur den Satz rein: „Die Teilnahme an diesem Rechtssystem ist freiwillig.“ Ihr könnt dann machen was ihr wollt. Ich werde Euch nicht ausbeuten. Ihr müßt nichts von mir kaufen. Sozialismus, Kommunismus, Demokratie, Grundeinkommen. Ich gönne Euch das alles. Ich möchte nur davon Gebrauch machen, nicht mitmachen zu müssen.

    Liebe Grüße
    Hermann

    • Ralf Karnowsky sagt:

      Bravo, Hermann – ein ausgezeichneter Kommentar!

    • FwF-sandman sagt:

      Danke Hermann,

      das ist ein fantastischer Kommentar.

      Gruß
      sandman

    • isomorph sagt:

      Hallo hermann, Respekt, dem kann ich mich nur anschliessen, hat echt Spass gemacht zu lesen und volle Zustimmung auch von mir, allerdings natürlich nur, bis zu dem Absatz, an dem du mein FGE schlecht machst.

      Weisst du, Menschen wie du, die da nicht mitmachen, sind der Grund, warum das FGE funktionieren wird. Und ich hab diesen Artikel auch nicht primär für Leute wie dich geschrieben, sondern eher für Menschen, die sich für das BGE interessieren, aber bisher noch nicht, wem sie damit alles zu was zwingen. Die einfach darüber noch nie nachgedacht haben und wie wichtig das ist.

      Nur du leider auch noch nicht. Ich will dich nicht von Sozialismusansätzen überzeugen, sondern nur von Planwirtschaft, in der Privateigentum in Gemeinbesitz überführt wird, um davon Rationen nach Quoten zu verteilen. Das gibt es nämlich an jeder Ecke, ohne dass viele Vereine davon, die letzten hundert Jahre irgendwem zu irgendwas zwingen brauchten und die meisten Vereine auch die nächsten 1000 Jahre darauf verzichten können. Das kannst auch du nicht leugnen und auch nicht schlecht reden. Planwirtschaft funktioniert, freiwillig! Und bedeutet, freiwillige Entkoppelung von Leistung und Entlohnung, und ist ganz sicher keine Lüge. Du hast leider nur die eine Seite der Medaile wiedergegeben, wenn auch diese ziemlich gut.

      „Der Anreiz des Betruges oder des faulen Lebens wird dann so mächtig,“ … nicht wenn … “ die Leistungserbringer am Ende die Leistung verweigern“ … dürfen. Dann nicht! Darauf bezieht sich mein Glaube und das ist der Kern des FGE.

      viele liebe Grüße

      • Bastii sagt:

        Ein freiwilliges BGE oder auch FGE kann ja ziemlich einfach umgesetzt werden: Man muss nur seinen Nachbarn fragen, ob dieser für einen die Miete, Verpflegung u.Ä. zahlen will. Wenn der Nachbar dies gerne macht dann Glückwunsch zu der guten Nachbarschaftbeziehung und viel Spass beim kreativ sein.
        Die BGE Variante mit Zwang ist natürlich dem Nachbarn die Waffe an den Kopf zu halten und ihm zu befehlen deine Miete zu bezahlen. Dies ist natürlich moralisch verwerflich und böse.

        Insofern habe ich auch keine Einwände gegen ein FGE, ich sehe aber dennoch das Problem der Anreize für die Menschen und stehe voll hinter Hermanns Argumenten.

    • Christian sagt:

      Lieber Herman!

      Meinst Du wirklich es ist gerecht, dass ein Maschinenbauer soviel mehr verdient als eine Friseurin (die Männlichkeit- und Weiblichkeitsform wurde bewusst so gewählt)? Sich mir der Lebenswirklichkeit abzufinden ist eine Sache, eine Verbesserung der Situation und eine Veränderung der gesellschaftlichen Situation herbeizuführen ist eine andere. Wir alle sind für den Zustand unserer Gesellschaft verantwortlich. Das ganze auf die Mechanismen des freien Marktes abzuwälzen, heißt sich aus der Verantwortung zu stehlen. Was ist mit der alleinerziehenden Mutter die gerade so über die Runden kommt und auf staatliche Hilfe angewiesen ist? Ist die auch selber schuld? Voher war der Staat der Unterdrücker in Eurem System ist es der Markt. Fazit nach irgendwelchen Regel muss man tanzen. Da nehm ich doch lieber die die ich beeinflussen kann (Staat mittels Demokratie) und nicht die unter die ich mich unterwerfen muss (Markt).

      Ihr Prediger des freien Marktes: Ich lese in diesem Blog sehr viel von Selbstverantwortung. Was ist mit Gemeinverantwortung? Was ist mit Themen die nicht im Ermessen eines einzelnen zu klären sind, wie Klimaschutz oder Umweltverschmutzung?

      Besten Gruß
      Christian

      • Hermann Messmer sagt:

        ….. Lieber Herman! Meinst Du wirklich es ist gerecht, dass ein Maschinenbauer soviel mehr verdient als eine Friseurin…

        Ja.

        …… (die Männlichkeit- und Weiblichkeitsform wurde bewusst so gewählt)? …..

        Nein. Darfst Du gerne tauschen.

        ……Sich mir der Lebenswirklichkeit abzufinden ist eine Sache, eine Verbesserung der Situation und eine Veränderung der gesellschaftlichen Situation herbeizuführen ist eine andere. Wir alle sind für den Zustand unserer Gesellschaft verantwortlich……..

        Jeder muß dazu seinen Teil tun.

        ……Das ganze auf die Mechanismen des freien Marktes abzuwälzen, heißt sich aus der Verantwortung zu stehlen…..

        Welche Verantwortung?

        ….Was ist mit der alleinerziehenden Mutter die gerade so über die Runden kommt und auf staatliche Hilfe angewiesen ist? Ist die auch selber schuld?……

        Bin ich Schuld? Wie kommst Du darauf?
        Mutter, Vater, Bruder, Schwester, …. könnten die freiwillig helfen? Familie. Bei uns würde das klappen.

        …..Vorher war der Staat der Unterdrücker in Eurem System ist es der Markt. Fazit nach irgendwelchen Regel muss man tanzen. Da nehm ich doch lieber die die ich beeinflussen kann (Staat mittels Demokratie) und nicht die unter die ich mich unterwerfen muss (Markt)………

        Den Markt kann ich jeden Tag mit jedem Euro den ich ausgebe oder eben auch nicht ausgebe beeinflussen. Deshalb bin ich z.B. Veganer. Ich führe keine Diskussionen zur Tierhaltung. Ich kaufe das nicht. Das ist mein Anteil mit Wirkung. Kannst Du aus jeder Partei nur das wählen was Dir gefällt? Ich glaube Dir das nicht.

        …….Ihr Prediger des freien Marktes: Ich lese in diesem Blog sehr viel von Selbstverantwortung…..

        Die Basis für das eigene Leben.

        …..Was ist mit Gemeinverantwortung? …..

        Ergibt sich ganz von alleine aus der Eigenverantwortung. Dann hilft man FREIWILLIG seinen Mitmenschen.

        ……Was ist mit Themen die nicht im Ermessen eines einzelnen zu klären sind, wie Klimaschutz oder Umweltverschmutzung?
        Klimaschutz und Umweltverschmutzung…..

        Welche Glaubensrichtung meinst Du? Diejenigen die die Eiszeit vorhersagen (1980) oder die welche den Wärmetod vorhersagen (2000). Bin gespannt auf 2020.
        Ich wirbele wenig Staub auf und heize nicht unnötig…. Als Veganer ist zur Herstellung meiner Lebensmittel auch deutlich weniger Energie notwendig als für diejenigen meiner Mitmenschen. Was tust Du?
        Wählen mit Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Na prima.

        Liebe Grüße
        Hermann

        • freedomforce sagt:

          Ich wirbele wenig Staub auf und heize nicht unnötig…. Als Veganer ist zur Herstellung meiner Lebensmittel auch deutlich weniger Energie notwendig als für diejenigen meiner Mitmenschen. Was tust Du?
          Wählen mit Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Na prima.

          Deshalb sind deine Lebensmittel auch günstiger, weil die Herstellung wesentlich günstiger ist.

          Wenn man das Veganertum weiter denkt, baumelt man von der nächsten Laterne. Schließlich atmet man Luft und Bakterien sind auch Lebewesen. Man stellte sich also freiwillig an das Ende der Nahrungskette. 😉 Natürlich nur, wenn man aus „ethischen“ Gründen Veganer sein will.

          • Hermann Messmer sagt:

            Ich stimme Dir voll zu.
            Ich denke von allem ein wenig ist schon eine ganze Menge. Und ich mache auch keinen heiligen Sinnsang draus.
            Staub = Eiszeit? CO2=Hitzetod? Welche Einfluß wir tatsächlich haben? Keine Ahnung! Welcher Wissenschaftler recht hat? Wenn die sich schon so uneinig sind, kann ich auf meinen Kopf und auch auf meinen Bauch vertrauen. Wenig unnützen Einfluß auf die Natur zu üben ist schon eine gute Idee. Wieviel muß jeder selbst mit sich ausmachen.
            Früher ist auf dem Bauerhof meiner Eltern live geschlachtet worden. Als Kind war mir jedesmal klar, dass ich aus Mitleid mit dem um das Leben schreienden Tier nie wieder Fleisch esse. Nach 2-3 Tagen war das wieder erledigt weil alle um mich herum weiterhin Fleisch gegessen haben. Später als Schüler war es kein Thema mehr, das Schlachten ist nur noch im Schlachthof gemacht worden. Aus dem Auge, aus dem Sinn.
            Später reichte dann wenig Literatur zur Ernährung und zur „normalen“Tierproduktion um die Werbebotschaften, „Die Milch machts“ und „Fleisch, ein Stück Lebenskraft“ wieder abzuschütteln. Hätten die Schlachthöfe und Mastbetriebe, große Glasscheiben zur Straße hin wäre viel geholfen. Ich habe vorher auch allen Ernstes geglaubt, Laktoseintoleranz sei eine Krankheit! Nachdem ich Leitzmann – „Vegatarische Ernährung“ gelesen habe, ist mir klar geworden, dass ich technische Produkte (Fernseher, Laptop..) mit viel Mühe aussuche. Mein Essen mit den vielen E-Nummern aber gedankenlos in den Korb gepackt habe und keinen blassen Schimmer davon hatte. Und dass ich mich auch auf den lieben Staat verlassen habe, dass das schon nicht schädlich sein wird. Ich verlasse mich aber nicht mehr auf den Staat…..
            Ich gehe mit jedem Euro den ich habe wählen.
            Liebe Grüße
            Hermann

  4. isomorph sagt:

    Hallo Bastii,

    ich stehe eben so voll und ganz hinter Hermanns Argumenten, nur sind sie unvollständig und haben ihn daher zu falschen Schlussfolgerungen veranlasst. Es feht bei seinen Argumenten nämlich die ganz real Existierenden freiwilligen Planwirtschaften und wie diese Marktlücken schliessen. Entscheidend ist nur die Freiwilligkeit, damit Planwirtschaften funktionieren und sinnvolles Bewirken.

    Den Anreiz nicht faul zu werden, für Menschen die etwas geschenkt bekommen, schafft der Anreiz den jenigen nicht zu enttäuschen, der etwas verschenkt, damit dieser einem nochmal etwas schenkt. Ganz einfach.

    Und angesichts dessen, was heute schon verschenkt wird, obwohl man nebenbei bis zu 70% seiner Einnahmen beraubt wird … gibt mir Zuversicht.

    lg

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