Fakten über erzieherisches Schlagen

On 24. Januar 2015, in Rolle der Familie, Videos, by FreiwilligFrei

Gewalt ist mit großem Abstand der teuerste und schlechteste Weg, um zwischenmenschliche Probleme zu lösen — das ist offensichtlich. Warum ist sie in der Politik trotzdem das Mittel der Wahl? Warum wird sie von den Menschen akzeptiert, ohne zu widersprechen und ohne sie zu hinterfragen? Warum wird sie von der überwiegenden Mehrheit der Menschen nicht einmal als solche erkannt? Warum übernehmen sie keine persönliche Verantwortung für das, was an Gewalttaten durch Staat, Regierung und Politik in ihrem Namen geschieht? Warum wird Gewalt von vielen als „alternativlos“ hingestellt? Warum wird sie oft sogar auch noch verteidigt?

Eine der häufigsten Ursachen dafür liegt in der Kindheit vieler Menschen. Wenn Kinder von ihren Eltern lernen, dass Gewalt ein legitimes und gemeinhin akzeptiertes Mittel zur Konfliktlösung ist, so werden sie sie später als Erwachsene selbst als legitimes Mittel einsetzen und sie widerspruchslos akzeptieren. Sie lernen diese Lektion, wenn sie von ihren Eltern geschlagen, angeschrien und bedroht werden.

Dieses Video zeigt Fakten und Forschungsergebnisse über das Ausmaß und die Folgewirkungen des erzieherischen Schlagens am Beispiel der amerikanischen Gesellschaft. Es klärt darüber auf, welche schwerwiegenden Konsequenzen das oft als „Klaps auf den Po“ verharmloste erzieherische Schlagen für die Psyche der Kinder, der späteren Erwachsenen und letztendlich den gesamten Zustand einer ganzen Gesellschaft hat.

Ein Ergebnis vorweg: Geschlagen zu werden beeinflusst alle Verhaltensmerkmale eines Menschen negativ, außer eines — bedingungslosen Gehorsam.

 

Deutsche Statistiken:

http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-zu-gewalt-an-kindern-viele-eltern-schlagen-immer-noch-zu-1.1306909

http://www.eltern.de/c/pdf/umfrage-ohrfeigen/Studie_forsa_Gewalt%20in%20der%20Erziehung_2011.pdf

 

 

Die Bombe im Gehirn – Die wahren Wurzeln menschlicher Gewalt– 1/4

Die Bombe im Gehirn – Interview mit Dr. Felitti – 2/4
Die Bombe im Gehirn – Biologie der Gewalt / Spätfolgen der Kindesmißhandlung – 3/4

Die Bombe im Gehirn – Ätiologie des Glaubens – Spätfolgen von Kindesmisshandlung 4/4

 

 

 

 

 

 

 

Artikelfoto: Creative Donkey

 

34 Responses to Fakten über erzieherisches Schlagen

  1. Sascha sagt:

    Hmm,… das Video diskriminiert mich denn ich wurde öfter geschlagen und es unterstellt mir dadurch viele Defekte davon getragen zu haben. Ich habe meine Kinder jedoch noch nie geschlagen.

    • alfons sagt:

      kennst du Alice Miller?

      sie vertrat zusammegefasst unter anderem folgende Hypothese:

      Alle die schlagen, wurden selber geschlagen; aber nicht alle die geschlagen wurden, schlagen selber, vor allem wenn sie irgendwo noch richtig liebevolle Kontakte hatten.

      • Mezz sagt:

        Zählen auch Tiere als liebevoller Kontakte? Etwas anderes gab es in meiner Kindheit nämlich nicht! Und mein Kind wird von mir auch nicht geschlagen, vorher würde ich mir die Hand abhacken! Defizite hab ich sicherlich noch, aber ich bin von ganz alleine und schon immer gegen Gewalt und würde niemals Schlagen für eine Lösung halten. Schließlich soll aus meinem Kind etwas werden und nicht auch noch Defizite haben…

    • HellaFee sagt:

      Es ist von einem erhöhten Risiko die Rede und nicht davon, dass dass Schlagen der eigenen Kinder eine unweigerliche Folge davon sein wird, in seiner KIndheit geschlagen worden zu sein.
      Dass sie das so auf sich beziehen, auch die Annahme, man unterstelle Ihnen persönlich „viele Defekte“, spricht irgendwie für sich.

  2. Helga sagt:

    Richtig gute Indoktrinierer ähh sorry Pädagogen haben schon seit längerem erkannt, dass z.B. Belohnung viel besser ist als Bestrafung. Und auch dies wird in der Gesellschaft angewandt und ausgenutzt. Für das Individuum ist das Schlagen zumindest unmittelbar das Schlimmere. Langfristig gesehen sieht das evtl. ganz anders aus. Aber ich glaube das ist hier gar nicht das Thema, wohl eher die häusliche Gewalt.

    • PeterFDA sagt:

      Zur Belohnung gibt es viele Missverständnisse und Belohnungsstrategien werden von der Politik gemeinsam mit dem Bestrafen sehr häufig missbraucht. Ich versuche mal, ein wenig aufzuklären:

      Belohnung kann man als „tu-dies-dann-bekommst-du-das“ definieren. Sie entspricht einer Dressur. Gibt es als Optionen nur die Belohnung und die Bestrafung, dann ist die Belohnung sicher bessere Wahl. Aber beide Optionen sind gleichermaßen schlecht – sie sind für die Motivation und Entwicklung eines Menschen kontraproduktiv.

      Bei Belohnungsstrategien rückt an die Stelle der Sinnhaftigkeit einer Handlung die Belohnung. Das Handeln wird also auf das Erzielen der Belohnung ausgerichtet und nicht auf den Sinn, der hinter einer Handlung steckt. Hinter der Belohnung steckt immer das Ziel der „Motivierung“ eines Menschen für die Ziele eines anderen. Das ist etwas anderes als „Motivation“, die man als Sinnhaftigkeit einer oder mehrerer Handlung verstehen kann, die der handelnde selbst in seine Handlungen hineinlegt.

      Man erkennt den Unterschied sehr gut bei Kindern. Von außen „motivierte“ Kinder verhalten sich ganz anders als Kinder, die etwas aus innerer Motivation tun. Ein Kind, das etwas aus Motivation tut, ist handelt selbstvergessen und vollkommen in sich versunken. An sich selbst erkennt man das, wenn man etwas tut und sich dabei Raum und Zeit scheinbar aufgelöst haben. Jemanden in dieser Situation zu etwas zu „motivieren“ (tu-dies-dann-bekommst-du-das), zerstört dessen Motivation. Das ist der häufigste Fehler in der Erziehung und vor allem auch von Führungskräften in der Arbeitswelt. Die bessere Alternative zur Belohnung nennt man Geschenk. Geschenke sind bedingungslos.

      Wenn man diese grundsätzlichen Prinzipien einmal verstanden hat, dann kann man sich auch in der „Erziehung“ (ich mag dieses Wort gar nicht; viel lieber ist mir z.B. „Gestaltung seiner Beziehung zu seinen Kindern“) vor allem auf ein vertrauensvolles, verlässliches und sicheres Umfeld konzentrieren, in dem viel Raum ist, damit sich Motivation aus sich heraus entwickeln kann. So kann man vollständig sowohl auf Bestrafung als auch auf Belohnung verzichten. Der nette Nebeneffekt dabei ist, dass man viel Spaß im Umgang mit den Kindern hat, kaum Stress und Auseinandersetzungen und ein hohes Maß an Sozialkompetenz, Selbstbewusstsein und Charakterfestigkeit i.S.v. Unterscheidungsfähigkeit zwischen richtig und falsch. Von außen sieht das dann so aus, als hätte man „wohl erzogene Kinder“, obwohl die Grundlage davon ist, die Kinder eben nicht zu „erziehen“, sondern auf eine einwandfreie Be-ziehung zu ihnen zu achten und sie bei ihrer Entwicklung „nur“ zu begleiten.

      Das ist kein Buchwissen, sondern Alltag bei uns zu Hause. Für diejenigen, die aber auch die Theorie dahinter interessiert:

      zur Kindererziehung bzw. gerade zum Verzicht auf „Erziehung“:
      Jesper Juul: diverse Bücher, Interviews bei Youtube

      zum Erkennen der eigenen (!) Verantwortung und der am weitesten verbreiteten Fehler, die Eltern (!) machen:
      Karen Pryor: Positiv bestärken – sanft erziehen.

      zum Thema Motivierung und Motivation:
      Reinhard K. Sprenger: Mythos Motivation, Buch oder Hörbuch

      • FwF-sandman sagt:

        Hi Peter,

        dass wir grundsätzlich einer Meinung sind, weißt Du ja. Eine Schwierigkeit sehe ich in der Umgewöhnung der Eltern, die 10 Jahre lang völlig anders erzogen haben. Wie Du weißt, versuche ich seit nunmehr 4-5 Jahren unseren Erziehungsstil in die von Dir bevorzugte Richtung zu bringen, weil es natürlich völlig klar ist, dass die Kinder nur so zu eigenmotivierten und kritischen Erwachsenen werden können.
        Haben Eltern aber, wie bei uns, 10 Jahre lang viel Mist in der Erziehung gemacht, fällt der Umstieg sehr schwer, da sowohl bei den Eltern (beeinflusst durch die eigene Kindheit), als auch bei den Kindern diese Muster bereits verfestigt sind, da die am deutlichsten prägende Phase (bis zum 6. Lebensjahr) bereits „vermurkst“ wurde. Es besteht also nicht unbedingt ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern und die Kinder vertrauen nicht auf die Urteilskraft der Eltern. Ihr Drang, nicht von den Eltern fremdbestimmt und manipuliert zu werden, ist aufgrund ihrer Vergangenheit stärker als das Vertrauen in die Richtigkeit der Ratschlags der Eltern. Zumindest ist das meine Erfahrung.

        Ich will das an einem Beispiel erläutern:

        Meine beiden Kinder tragen Zahnspangen (keine festen Spangen) Ihre Zähne sind aufgrund der Zeit des Tragens mittlerweile sehr schön und gerade. Sie müssen sie allerdings nachts weiter tragen, damit sich der Kiefer nicht wieder verschiebt. Du ahnst es, sie wollen das nicht und weigern sich manchmal die Spange zu tragen. In dem Moment interessieren sie sich auch kein Stück für meine Argumente. Es geht ihnen darum, sie nicht reinzunehmen, weil sie es nicht wollen.
        Das Problem dabei ist, dass es keine sofort eintretende Konsequenzen gibt. Der Prozess der Kieferverschiebung ist schleichend. Sie bevorzugen also in dem Moment die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung gegenüber dem langfristigen Nutzen.
        Wie würdest Du dieses Problem in Deiner Familie angehen, wenn Deine Kinder zwischen 13 und 15 Jahre alt wären? Vielleicht hast Du je einen hilfreichen Rat für mich.

        Gruß
        sandman

        • PeterFDA sagt:

          Ja, diese Schwierigkeit kenne ich selbst auch nur zu gut, obwohl es bei mir vielleicht etwas einfacher ist, weil meine Kleinen noch viel jünger sind und weil wir von Anfang an uns sehr viel mit dem Thema Beziehung Eltern-Kind beschäftigt haben. Aber nachdem was ich gelesen habe, ist die Vermutung, schon viel Schaden angerichtet zu haben, der nicht wiedergutzumachen ist, nur eine Vermutung. Tatsache ist, dass man auch wenn es am Anfang nicht optimal gelaufen ist, durch eine Umstellung wieder eine absolut vertrauensvolle Beziehung herstellen kann. Man muss es nur tun. Und auch ich muss in manchen Situationen die Zähne zusammenbeissen und mir selbst eingestehen, dass der Vorfall nicht ein Problem der Kinder oder ihrer Verhaltensweisen ist, sondern mein eigenes. Z.B. bei einem Schrei-Anfall, bei dem die Schwelle des noch-miteinander-reden-könnens schon überschritten ist. Klar ärgert mich das auch, aber ich zwinge mich trotzdem dazu, ganz ruhig zu bleiben und wenn es vorbei ist, nicht nachtragend zu sein. Das fällt dann leichter, wenn man daran denkt, dass Kinder nicht mit der Fähigkeit auf die Welt gekommen sind, ihre Gefühle so unter Kontrolle zu haben wie Erwachsene und dass sie dazu erst mal Raum haben müssen, um das lernen zu können. Viele Eltern geben ihnen dazu gar nicht erst die Chance und brüllen sie dann bspw. einfach an. Sie verhindern dadurch, dass sich die Kinder selbst entwickeln und versuchen später die Dinge, die sie selbst falsch gemacht haben, durch mühsame Dressur oder so etwas wieder auszugleichen. Mir ist so eine Verfahrensweise zu mühsam. Dazu bin ich einfach zu faul.

          Das bedeutet nicht, dass so Sachen wie ein Schrei-Anfall ohne Konsequenzen bleibt. Eine mögliche Konsequenz ist bspw. Kind: „Papa, liest du mir noch eine Geschichte vor?“ – „Ich hab mich wegen dem vielen Geschrei geärgert und solche Kopfschmerzen bekommen, dass ich keine große Lust mehr dazu habe, deswegen gibt es heute keine (oder nur eine kurze) Geschichte. Und wenn dir das nächste mal was nicht passt, dann sag es mir bitte ganz normal, dann schaue ich, wie ich das Problem lösen kann. Ok?“ – „Ok.“ Darauf gibt es dann einen Handschlag (was bei uns ungefähr soviel wie eine Unterschrift unter einen Vertrag bedeutet; Prinzip “Verträge statt Gesetze” 😉 ). Das bedeutet, dass das Kind den Vertrag bricht, wenn es das nächste Mal sofort losbrüllt, aber anderseits auch, dass ich den Vertrag breche, wenn ich nicht zuhöre, wenn es etwas von mir will. Wenn letzteres passiert, dann ist von meiner Seite mindestens eine Entschuldigung fällig. Das Witzigste ist, dass sie ihre Angelegenheiten untereinander oder auch im Kindergarten dann genau so regeln. Kinder sind keineswegs „unvollständige Erwachsene“, sondern in jedem (!) Alter vollwertige Persönlichkeiten. Man sollte das anerkennen und sie in dieser Hinsicht nicht unterschätzen.

          Ich finde, das Beispiel zeigt auch ganz gut, dass Gewaltfreiheit keineswegs Regellosigkeit bedeutet, sondern im Gegenteil: Die Regeln, die durch Verhandlung und Verträge zustandekommen, auf die man sich selbst verpflichtet, weil die Beteiligten den Sinn dahinter sehen, sind sehr viel verbindlicher als jede Regel, die (wie bei einem Gesetz) einfach nur mit einer Strafandrohung hinterlegt ist. Ich bin also nur weil ich andere Lösungen als Gewalt und Drohungen und Strafen in meiner Beziehung zu meinen Kindern einsetze, keineswegs ein Fan einer „romantisierten antiautoritären Erziehung“ oder von regellosem Kraut-und-Rüben-Wildwuchs.

          Das alles bedeutet auch absolut nicht, dass ich bzw. wir Eltern unfehlbar sind. Manchmal fällt uns auch erst nachher auf, dass wir was falsch gemacht haben und eigentlich ziemlich unverständlich für die Kinder oder sogar unfair reagiert haben, diskutieren das dann miteinander und entschuldigen uns bei den Kindern. Kinder sind da insofern viel dankbarer als Erwachsene, weil sie nicht nachtragend sind und schnell verzeihen.

          Meine Antwort auf den konkreten Fall klingt jetzt zwar total ungewohnt und wahrscheinlich ist es eine Antwort, bei der sich bei dir erst mal innerlich alles dagegen sträubt, aber ich würde sie über die langfristigen Folgen aufklären, vielleicht ein paar Beispiele zeigen, ihnen die ein oder andere Geschichte erzählen, die du selbst im Leben vernachlässigt oder falsch gemacht hast, noch andere Optionen zeigen – z.B. eine feste Spange, die über Nacht sowieso drin bleibt, dafür aber viele andere Nachteile hat, ihnen die Gründe erklären, warum dir so viel daran gelegen ist, dass sie ordentliche Zähne haben (weil du sie liebst) und es dann ihrer Entscheidung überlassen, wie sie mit ihrem Körper umgehen und dich in Zukunft dann vollständig raushalten. Das wäre für mich die logische und konsequente Fortsetzung des Prinzips des Eigentums an sich selbst.

          • FwF-sandman sagt:

            Hallo Peter,

            danke für Deine Antwort. Ich sehe, wir verfolgen dieselben Strategien. Wir versuchen bei uns auch alles über Vereinbarungen zu lösen, an die sich dann seitens der Kinder mehr oder weniger gut gehalten wird. 🙂

            Es ist ja kein Akt der Gewalt, jemandem etwas nicht zukommen zu lassen, auf das er keinen Anspruch hat. Kinder haben meiner Meinung nach einen Anspruch auf Respekt, Liebe, Fürsorge, Schutz, usw. Keinen Anspruch haben sie darauf, 24 Stunden am Tag fernsehen zu können. Es ist also bei uns geübte Praxis, Fernseh- oder Computerzeiten in die Vereinbarungen mit einzubeziehen und somit immer auch eine Konsequenz zu kommunizieren, die bei einem Bruch der Vereinbarung eintritt. Ich sehe das nicht als Strafe an. Wie siehst Du das? Hast Du bessere Strategien?

            Gruß
            sandman

          • PeterFDA sagt:

            Ich sehe das so, dass Strafe sich von Konsequenz dadurch unterscheidet, dass sie nicht in Verbindung mit der auslösenden Handlung steht. Konsequenz entspricht hingegen einer logisch nachvollziehbaren Schlussfolgerung aus der Handlung. Ein Beispiel:

            Angenommen der unwahrscheinliche Fall tritt ein und mein Kleiner verhaut einen anderen. Meine Reaktion darauf wäre nicht Hausarrest oder TV-Verbot oder so etwas, sondern ein ernstes Gespräch mit ihm, bei dem ich ihn dazu auffordere, die Sache wieder in Ordnung zu bringen und ihm ein paar Optionen vorschlage, wie ich es für sinnvoll halten würde. D.h. je nach Schwere ist mindestens eine Entschuldigung fällig, ggf. mit einem Besuch zu Hause und/oder einem Geschenk. Wenn er das nicht tut, dann erkläre ich ihm (evtl. auch anhand eines einfachen Beispiels), dass mich das ziemlich ärgert, weil sein Verhalten das Verhältnis seines Papas und seiner Mama zum Geschädigten und seinen Eltern beschädigt und damit auch die Beziehung zwischen ihm und mir.

            Wichtig ist m.E., dass die Reaktion bzw. Sanktion ganz klar in Verbindung damit steht, was angestellt wurde.

            Grundsätzlich finde ich es nicht schlimm, wenn meine Kids was anstellen. Ich sehe das für sie als Chance, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung zu lernen. Und für mich persönlich ist das auch eine Chance, meine Geduld und Disziplin zu schulen 😉

            Grüße, Peter

          • Politische_Ponerologie sagt:

            Zitat:
            Angenommen der unwahrscheinliche Fall tritt ein und mein Kleiner verhaut einen anderen. Meine Reaktion darauf wäre nicht Hausarrest oder TV-Verbot oder so etwas, sondern ein ernstes Gespräch mit ihm, bei dem ich ihn dazu auffordere, die Sache wieder in Ordnung zu bringen und ihm ein paar Optionen vorschlage, wie ich es für sinnvoll halten würde. D.h. je nach Schwere ist mindestens eine Entschuldigung fällig, ggf. mit einem Besuch zu Hause und/oder einem Geschenk. Wenn er das nicht tut, dann erkläre ich ihm (evtl. auch anhand eines einfachen Beispiels), dass mich das ziemlich ärgert, weil sein Verhalten das Verhältnis seines Papas und seiner Mama zum Geschädigten und seinen Eltern beschädigt und damit auch die Beziehung zwischen ihm und mir.

            das wäre jetzt ehrlich gesagt nicht der weg, den ich gehen würde. ich möchte nicht, dass sich mein kind entschuldigen, danke sagen muss oder dergleichen mehr. ansonsten hätte ich zwar ein kind, dass das macht, weil man es so macht, es aber nicht zwangsläufig so meint.

            in deinem beschriebenen beispiel hätte ich zwar in irgendeiner weise verständlich zu erklären versucht, dass gewalt keine lösung ist, das wehtut usw – wer auch immer nun in dem konflikt angefangen hat, aber nicht auf eine entschuldigung bestanden. schlussendlich weiß man eh nie genau, wer nun schuld ist oder nicht. und wenn es ausgerechnet mir peinlich wäre oder schrecklich leid tut gegenüber der familie, mit der ich kontakt pflege, dann hätte ich mich selbst entschuldigt. schließlich hab ja auch nur ich ein problem mit der situation. ist jetzt nur meine meinung dazu..

            interessant fand ich übrigens was gonzales in seinem buch „in liebe wachsen“ über das teilen-müssen bei kindern geschrieben hat: man solle sich mal folgende situation vorstellen. eine frau sitzt auf der parkbank, ein wildfremder setzt sich daneben und nimmt ohne zu fragen mein handy, wühlt in meiner handtasche und liest ungefragt die zeitung. die frau ruft die polizei und der polizist sagt nur zu ihr: nun haben sie sich doch nicht so. versuchen sie doch endlich teilen zu lernen. herr sowieso wollte doch nur mal ihre sachen benutzen.

            genau das machen viele tagtäglich mit kindern. sie verlangen von ihnen mit wildfremden, mit kindern denen sie nicht vertrauen ihre sachen zu teilen, anstatt partei für das eigene kind zu ergreifen. als ob dieser zwang zum teilen später dazu führen würde, dass das kind ein großzügiger mensch wird..

            ich bin da ehrlichgesagt eher auf der antipädagogischen schiene – siehe braunmühls bücher (bedeutet aber nicht dasselbe wie antiautoritär!). das ist für mich die voluntaristischte art seine kinder ins leben zu begleiten.

            viele grüße,
            pp

          • FwF-sandman sagt:

            Genau aus dem Grund können wir das hier ja auch sehr gut diskutieren. Ich glaube, wir sind uns einig, dass niemand „perfekt“ ist. Meiner Ansicht nach ist das Streben nach Perfektion sowieso der Tod des „Guten“.

            Wir könnten hier aber unsere Erfahrungen und Strategien miteinander besprechen und vielleicht voneinander lernen. Ich habe großes Interesse, mich selbst im Umgang mit meinen Kindern weiter zu entwickeln.

            Vielleicht interessiert es ja auch andere.

          • Politische_Ponerologie sagt:

            zitat:
            Ich habe großes Interesse, mich selbst im Umgang mit meinen Kindern weiter zu entwickeln.

            das ist schön gesagt ja 🙂

            die kommentare hier verfolge ich mit großem interesse. ist ja auch selten genug sich mit ähnlich eingestellten menschen austauschen zu können.

            viele grüße

          • Jochen sagt:

            Ich weiß nicht wieso man auf „Politische Pon…“ nicht antworten kann, drum tue ich es hier an dieser Stelle.

            Hier das Zitat, das uns zu denken geben sollte:
            „Ich möchte nicht, dass sich mein Kind entschuldigen, danke sagen muss oder dergleichen mehr. Ansonsten hätte ich zwar ein Kind, dass das macht, weil man es so macht, es aber nicht zwangsläufig so meint.“
            Upps. Wie bitte? Dein Kind (groß zu schreiben, ist ein Nomen) soll oder braucht nicht zu lernen, daß es Danke sagen soll? Das kannst du doch nicht ernst meinen, oder? Es soll auch nicht lernen oder nötig haben, sich zu entschuldigen?? Mein Freund, mir stehen die Haare zu Berge, daß solche verqueren Ansichten hier als Erziehung oder deren moderne bzw. „fortgeschrittene Alternative“ stehen bleiben dürfen, ohne Protest zu ernten oder zumindest WIDERSPRUCH.
            Was hast denn du für ein Menschenbild? Derartige Ideen sind durchaus geeignet, aus einem Jungen einen „Prinzen“ zu machen, der niemals lernt, sich in eine Gemeinschaft einzufügen und ihr von Nutzen zu sein!
            Da ich mir andererseits nicht vorstellen kann, daß dies dein Erziehungsziel ist, bitte ich dich, nochmals nachhaltig deine Maßstäbe auf ihre Konsequenzen udn ihre Realitätstauglichkeit zu überprüfen.
            Und beiseite gesprochen: Ich werde beim Lesen vieler Kommentare hier das Gefühl nicht los, daß sich mancher hier hinter einem Schutzschirm von gefühligen Pseudoargumenten nur seiner erzieherischen Verantwortung ausweichen will.
            Merksatz eines Fachmanns: Man darf sein Kind NICHT zu seinem Partner machen! Das würde dem Kind die Kindheit stehlen, es hoffnungslos überlasten und den Erwachsenen frühzeitig exkulpieren bzw. mental sowie psychisch verkümmern lassen. So kann er an der AUFGABE DER ERZIEHUNG (die nicht durch anderes ersetzt werden kann, da invariant und notwendig) niemals reifen, sondern in der Nische seiner Weltflucht verzwergen.

          • primavera sagt:

            Zum Thema
            „ordentliche Zähne“ (weil du dein Kind liebst???)

            möchte ich kurz meine Erfahrung schildern:

            Auch meine Kinder standen vor der Entscheidung: Spange oder nicht Spange.
            Wir haben uns gemeinsam (Eltern und Kinder) sehr genau informiert und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, den Kindernzähnen keine Gewalt anzutun UND damit auch den Halbgöttern in Weiß, die mit dem Schönheitswahn Unmengen verdienen, kein Geld in den Rachen zu werfen.

            Wir haben den Kindern viele Schmerzen erspart, sie haben ruhig schlafen dürfen, keine unzähligen kieferorthopädischen Arzttermine wahrnehmen müssen, nun haben sie kein Model-Gebiss, sondern ihr eigenes.

            Mein Motto:
            Lieber krumme Zähne als ein krumme Seele! 🙂

            LG
            pv

          • Helga sagt:

            Hallo primavera,

            Bravo! Ganz ehrlich! Mir fehlen etwas die Worte um meine Anerkennung dafür auszudrücken.

          • Politische_Ponerologie sagt:

            find ich auch schön. außerdem ist es ja kein beinbruch, wenn man später nochmal ne spange tragen muss, falls es einen wirklich mal stört. gibt genügend erwachsene die das nachträglich noch machen lassen.. 🙂

            apropos ist zwar off-topic, aber äußerst interessant: die forschungen von weston price aus ca. den 30igern zeigten anhand vieler vieler ursprünglich lebender völker übrigen, dass karies, zahnfehlstellungen und anderes mehr definitiv eine degenerationserscheinung unserer gesellschaft ist.

            dazu gibt es viele viele verblüffende erkenntnisse. in den mangeljahren im WK gingen karieserkrankungen z.b. stark zurück, weil zucker u co äußerst rar geworden ist. und ausgerechnet heute, wo die zahnprophylaxe ungeahnte ausmaße angenommen hat, hat die kariesrate nahezu hunderprozent erreicht.

            fast niemand weiß heutzutage von den akribisch durchgeführten untersuchungen über naturvölker oder ehemals ursprünglich lebenden menschen (auch damalige schweizer) ohne karies. das viele von denen nichtmal annähernd sowas wie eine zahnbürste in die hand genommen haben verblüfft noch mehr. und auch das karies sehrwohl ausheilen kann, wie gutdokumentierte fälle zeigen.

            kann sehr das buch von w.price oder auch deutsche werke zum thema (z.B. die von albert von haller) empfehlen.

          • bravo! daran habe ich schon oft gedacht, warum so viele vergewaltigungen durch die zahnspangen.
            tatsæchlich: lieber krumme zæhne . .
            http://www.youtube.com/watch?v=z4b0yTwP24I

          • Jochen sagt:

            Und 10 Jahre später sagt dir dein Sohn oder deine Tochter: „Papa, du hättest mir damals nicht meinen Willen lassen sollen, sondern uns zwingen, diese Spange zu tragen. Ich finde es nämlich regelrecht Sch…, wie ich aussehe, sobald dich lache, und hab mir deshalb schon oft das Lachen verkniffen! Du hättest als der Erwachsene wissen müssen, welche Konsequenzen diese Nachgiebigkeit von deiner Seite auf mein späteres Leben haben wird. Und ich hab mich deshalb schon öfter gefragt, ob du vielleicht nur nicht das Rückgrat hattest, den Konflikt mit uns durchzustehen. Ich hätte mir – ganz ehrlich – von dir viel mehr Führung und Orientierung gewünscht. Statt dessen haben wir bloß immer diskutiert und geredet und geredet…“

            Schon mal daran gedacht, daß dies die Konsequenz sein könnte, nur weil du Erziehung nicht mochtest, was aber Jahrtausende vorher normal und schon immer richtig war. Wie kann man so sehr von seiner eigenen eingeschränkten, weil noch jungen, Lebenserfahrung derart überzeugt sein, daß man so eine naheliegende Überlegung gar nicht erst anstellt? Ist das ne Spielart von Narzißmus?

      • Helga sagt:

        Hallo Peter,

        ich sehe das ähnlich deiner Ausführung und mag das Wort Erziehung auch nicht. Für mich steckt darin, dass man sich etwas zieht (Ähnlichkeit zu Pflanzen) wie man (die Eltern, die Gesellschaft usw.) es eben haben will.

        Zusammenfassen kann man das unter Konditionierung (siehe Instrumentelle und operante Konditionierung).

        Kinder lernen von ganz alleine (Biologie), wenn sie dazu bereit sind. Aber vornehmlich nur das was sie selbst interessiert oder neugierig macht. Und das will man eben nicht, sondern es wird verlangt dass sie das lernen was andere für sie als wichtig bestimmen (industrielle Massenerziehung) und das immer früher.
        Bewusst oder unterbewusst werden schon die kleinsten von Anfang an belogen. Im guten wie im schlechten um das heran zu ziehen was erwünscht ist und der Norm entspricht (mit kleinen erlaubten Abweichungen z.B. Künstler). Fällt ein Kind mal aus diesem Rahmen, dann kommt es all zu oft vor, dass man sie pathologisiert (z.B. ADHS Diagnose) und sie mit einer chemischen Lobotomie passend macht – und das schlimmste dabei – die Eltern glauben diesen Irrsinn auch noch und denken das wäre das beste für ihr Kind.

  3. alfons sagt:

    krasse Zusammenstellung, woher hast du die Zahlen? Sind die neu?

  4. Zef sagt:

    >Gewalt …
    >Warum ist sie in der Politik trotzdem das Mittel der Wahl?

    Weil sie, nach Frederic Bastiat, noch immer auf dem alten „griechisch-römischen Axiom“ beruht. „Spartanische und Römische Ideen, die wenigstens in meinen Augen nur die verherrlichte Gewalt und Räuberei sind …

    Wie ich auch die gesellschaftliche Ordnung Spartas und Roms studiere, so sehe ich doch nur Gewaltsamkeiten, Ungerechtigkeiten, Lügen, ewige Kriege, Sklaverei, Schändlichkeiten, falsche Politik, falsche Moral, falsche Religion. Was Ihr bewundert, verabscheue ich“ (Die klassischen Studien und der Sozialismus).

    Klassisch wird verherrlicht: Politik – Gesetz – Gewalt

    „Bemerken Sie doch, dass das Gesetz die Gewalt ist, und dass folglich der Bereich des Gesetzes nicht rechtmäßig den rechtmäßigen Bereich der Gewalt überschreiten darf“ (Bastiat, Das Gesetz)

    Man muss endlich sehen, welch monströse Gewalt in folgendem Anspruch steckt:

    „Wer zu unternehmen wagt, ein Volk zu regeln, muss sich in der Lage fühlen, sozusagen die menschliche Natur zu ändern…“ (Rousseau)

    „Jeder, welcher, nicht wissend, dass der gesellschaftliche Körper, wie der menschliche Körper, ein Inbegriff natürlicher Gesetze ist, darauf denkt, eine künstliche Gesellschaft zu schaffen und anfängt, die Familie, das Eigentum, das Recht, die Menschheit nach seinem Belieben zu ordnen…

    … betreibt nicht Physiologie, er betreibt Bildhauerkunst; er beobachtet nicht, er erfindet; er glaubt nicht an Gott, er glaubt an sich selbst; er ist nicht Gelehrter, er ist Tyrann; er dient nicht den Menschen, er verfügt über sie; er studiert nicht ihre Natur, er verändert sie nach dem Rate Rousseaus“ (Bastiat, Die klassischen Studien).

    Kurz: Er ist ein Frankenstein!


    http://bastiat.de/bastiat/gesetz.html
    http://bastiat.de/bastiat/klassische_studien.html

  5. Andi F. sagt:

    Super Einleitung! Gutes Video!!
    „erzieherisches Schlagen“ ist Schlagen
    ein wenig zu kurz gekommen, wenn auch in der Einleitung erwaehnt:
    „politische Gewalt“ ist Gewalt

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang zu bedenken, was „aggressives/kriminelles Verhaltenen als Erwachsener“ bedeutet, schaut man sich politisch „Aktive“ Menschen und „Amtierende“ an. Und dann die Ausreden.

    Und auch ich selbst bin gerührt und betroffen: Ich habe selbst Nachwuchs. Das Thema geht mir nahe, denn es ist auch der kleine gelegentliche Klapps auf die Hand, wenn sie mal wieder in der Steckdose landete: Er macht den Unterschied nicht!, und richtet Schaden an (und sei es nur der Klapps gegen einen Gleichaltrigen). Das Problem ist nicht Hand oder Kind, das Problem ist die Steckdose. Und es reicht schon wenig Phantasie, um einfachere Methoden zu finden.

    Gute Arbeit! Weiter so!! Danke!!!

  6. PeterFDA sagt:

    Politische_Ponerologie sagt:

    „in deinem beschriebenen beispiel hätte ich … nicht auf eine entschuldigung bestanden.“

    Ich auch nicht. Aber ich hätte deutlich gemacht, dass mich so etwas ärgert.

  7. […] Zuschauer waren beim Video „Fakten über das erzieherische Schlagen“ erstaunt darüber, wie weit das erzieherische Schlagen noch verbreitet ist. Der Zusammenhang des […]

  8. Johann Holder sagt:

    Darüber, was Gehorsam anrichtet, hat Prof. Dr. Arno Gruen im Jahre 2003 einen Vortrag gehalten mit dem Titel „Die Konsequenzen des Gehorsams für die Entwicklung von Identität und Kreativität“

    siehe: http://www.lptw.de/archiv/vortrag/2003/gruen_arno.pdf

    In aller Kürze zusammengefasst könnte man sagen, einen anderen Menschen zu Gehorsam zu erziehen ist das bestgeeignetste Mittel, ihm seinen eigenen Willen zu brechen!

    • FwF-Peter sagt:

      @Johann Holder: Habe es mir durchgelesen. Ausgezeichneter Inhalt, (aber ziemlich miserabel geschrieben, kann mir kaum vorstellen, wie das eine Rede gewesen sein soll…). Danke jedenfalls für den Link!

  9. borderline44 sagt:

    Wer als Erwachsener den Mut hat, seine Wut auf die Eltern zu fühlen, wird keinen latenten Hass entwickeln und seine Kinder auch nicht schlagen wollen und auch sonst keine Sündenböcke, welcher Art auch immer brauchen, um seine verbotene Wut auf die Eltern abzureagieren und sich symptomfrei zu halten, auf Kosten Unschuldiger, angefangen bei den eigenen Kindern.

    Menschen, die ihre Wut auf die Eltern verarbeitet haben, werden auch keine ganzen Völker zugrunde richten wollen, durch Krieg und strukturelle Gewalt (bspw. HartzIV für Europa) und werden auch keine willigen Vollstrecker, um ihre kindliche Ohnmacht zu kompensieren, eben weil sie ihre Wut auf die Eltern verarbeitet haben und nicht mehr in pathologischer Bindung an ihre Eltern gebunden sind (siehe auch Stockholmsyndrom) und so keinen latenten Hass entwickeln, der aktiviert wird, sobald sich ein Sündenbock anbietet.

    Ich kann wirklich nur allen Menschen empfehlen, die Website von Alice Miller zu lesen. -die ganze Website: alice-miller.com ! -sozusagen als PFLICHTLektüre!-das Fühlen können wir einander NICHT abnehmen, das muss jeder selber tun, aber wir können einander als Wissender Zeuge, i.S. Alice Miller, zur Verfügung stehen.

    So lange die Wut auf die Eltern verboten bleibt, wird sich für unsere Kinder und Politik und Gesellschaft jedoch nichts ändern, weil wir dann antun, was wir nicht fühlen und nicht kritisieren dürfen, aber unser Gehirn so früh gespeichert hat.

    MfG Anita Wedell -borderline44 -borderlinesweint

  10. Alexander sagt:

    Keine Frage, das Schlagen als Strafritual taugt überhaupt nichts. Ich würde aber vor einer Verabsolutierung und Dogmatisierung warnen, die jeden kleinen Klaps gleich zu einem Verbrechen hochstilisiert.

    Zur Begründung ein Bericht über eine afrikanische Kultur, in der „Schlagen“ als solches dazugehörte. Allerdings in einer recht harmlosen Form, als sofortige schnelle Reaktion auf ein Fehlverhalten. Mehr aber nicht. Egal ob der „Schläger“ überhaupt getroffen hatte oder ob der Bengel schnell genug im Wegrennen war (natürlich rannte keiner hinterher, denn es ging nicht ums Verteilen gerechter Strafen, sondern um Beseitigung der aktuellen Störung, was durch das Wegrennen ja erreicht war), kurz danach kam er wieder ohne dass da irgendwelcher Frust erkennbar gewesen wäre, weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

    Ich mit meiner gewaltfreien Kultur hatte da ein Verständigungsproblem. Ein mich nervender Bengel aus dem lokalen Bekanntenkreis verstand überhaupt nicht, dass ich auf ihn sauer war (ich schlug ja nicht) und als ich ihn dann irgendwann für den Rest des Tages aussperrte, verstand er erstmal nicht, wieso ich denn so lange sauer auf ihn sein konnte.

    Meine Eltern haben mich völlig gewaltfrei erzogen, aber bei manchen erzieherischen Aktionen vom „wie konnstest du das nur tun?“ Typ hab ich mir damals gewünscht, einfach nur eine geknallt zu kriegen und dann in Ruhe gelassen zu werden.

  11. borderline44 sagt:

    Lieber Alexander (sagt: 1. Oktober 2013 um 13:47 ),

    kein Kind, das Gewalt nicht kennt, wie Du behauptest „weil es gewaltfrei erzogen ist“ (Definition, was gewaltfrei ist, siehe Website: alice-miller.com) wünscht sich von seinen Eltern geschlagen zu werden, eben weil es Gewalt nicht kennt und seine natürliche biologische Reaktion auf Gewalt, Wut und Empörung wäre.

    Du hast die Schuld Deiner Eltern übernommen und verteidigst auch heute als Erwachsener Deine Eltern noch und mein Wunsch wäre es, die Schuld Deinen Eltern zurückzugeben. -denn: es war NICHT Deine Schuld! NICHT das Kind muss seine Eltern verstehen, sondern die Eltern SIND VERPFLICHTET ihre Kinder zu verstehen und sich an ihren Emotionen, Handlungen,etc. zu orientieren. -siehe bspw. Leserpost 20 Januar 2008: Tantrum – Wutanfall auf alice-miller.com .

    Ich möchte es bei dieser kurzen Antwort belassen, eben weil die Wut auf die Eltern verboten ist und die Angst vor den Eltern den Erwachsenen heute immer noch im Nacken sitzt. Leider hilft uns das Stockholmsydnrom nicht weiter, weil der latente Hass uns alle vernichtet, der durch die verbotene Wut auf die Eltern entsteht. -wir erleben es ja jeden Tag, angefangen bei der Vernichtung der/unserer Kinderseelen.

    Wir müssen uns heute von dieser Angst befreien, damit wir den Kreislauf der Destruktivität und Denkblockaden überwinden. Empathie wird erst möglich, wenn wir die Fähigkeit zur Empörung entwickelt haben.

    -und die Fähigkeit zur Empörung können wir nicht entwickeln, solange wir uns verbieten uns über unsere Eltern zu empören und uns verpflichten uns selbst zu verleugnen und unseren Eltern alles zu verzeihen, aus Angst, was sie selber gar nicht sehen möchten, weder damals noch heute.

    Ich frage: was passiert mit dem latenten Hass, der sich aufgrund der weltweit verbotenen Wut auf die Eltern entwickelt. Die Antwort kennen wir alle und erleben sie in allen nur möglichen Variantionen, die wir uns nur vorstellen können. -ohne diesen latenten Hass wäre unsere Welt heute eine andere. -es wird Zeit, dass wir das Verbot auf die Eltern wütend zu sein, endlich aufheben und auch erkennen, dass dieses Verbot keine Liebe ist, sondern Unterwerfung fordert.

    Bei der Gelegenheit an dieser Stelle mein Dank an den Mut von FreiwilligFrei meinen Kommentar überhaupt zu veröffentlichen. -eben weil die Wut auf die Eltern weltweit verboten ist und alle Ängste im Erwachsenen aktiviert, die er als Kind erleben musste, aufgrund dieses Verbotes. Diese Ängste gilt es zu erkennen und zu verarbeiten.

    Ich wünsche allen Menschen Mut, damit wir aufhören uns gegenseitig zu vernichten, um unsere Eltern zu schützen, vor unserer Wut und Empörung. -im Anschluss können wir sehen, ob Liebe bleibt und ob das, was wir erlebt und empfunden haben, Liebe war.

    MfG Anita Wedell -borderline44 -borderlinesweint

    • Alexander sagt:

      Ich bin ein recht robuster, Internet-Beschimpfungen gewohnter Mensch und daher stören mich persönliche Angriffe kaum. Ein anderer Mensch hätte sich von solch einer Antwort angegriffen gefühlt haben.

      Du kennst mich schließlich nicht, weißt außer meinem kurzen Text nichts von mir, in dem habe ich geschrieben, dass ich völlig gewaltfrei aufgewachsen bin. Trotzdem wird meinen Eltern unterstellt, sie hätten mich nicht gewaltfrei aufgezogen. Und ich selbst sehe mich als Schuldübernehmer oder Verteidiger dargestellt.

      Das was du inhaltlich sagen willst, könntest du auch ganz anders rüberbringen. Ich schreib das ja auch nicht, weil ich denke, du wolltest mich angreifen – sondern weil ich denke, du wolltest das gar nicht, willst mir im Gegenteil helfen. Trotzdem tust du es, ungewollt.

      Wie man solche ungewollten Angriffe verhindert, ist eigentlich ganz einfach: Ich-Botschaften statt Du-Botschaften.

      Die Moralpredigten meiner Eltern, die mir damals nicht gefallen haben – so sehr, dass ich es vorgezogen hätte, eine Ohrfeige zu kriegen und dann in Ruhe gelassen zu werden – habe ich selbst auch nicht übernommen, und bin sowohl ohne Moralpredigten als auch ohne Gewalt ausgekommen. Das ist möglich, belohnt wird man, wenn das Kind einem irgendwann sagt, dass es selbst beschlossen habe, beim Einkaufen kein Geld mehr für Süßigkeiten zu klauen.

      Die Moralpredigten selbst stellten sich später als bedauerliches Missverständnis heraus: Meine Eltern sahen einen Trotzkopf, der seine Schuld auf keinen Fall zugeben wollte, ich sah mich in einer Situation, in der alles schon gesagt war und ich nicht wusste, was ich noch hätte sagen sollen.

      Worauf ich hinweisen will, ist, dass es eigentlich um andere Sachen geht, die fatal sind. Erziehung als solche ist Gewalt. Wenn man von der Erziehung durch Prügeln zur „gewaltfreien“ Erziehung übergeht, kann es durchaus sein, dass alles nur noch schlimmer wird.

      Die Kinder der Afrikaner, die ich erlebt hatte, wurden hingegen gar nicht erzogen (im üblichen Sinn des Wortes). Sie lebten mit den Eltern und Älteren zusammen. Wo es einen Konflikt gab, entschied der Stärkere den Konflikt eben für sich – aber es gab kein Erziehungsziel der Unterwerfung des Kindes. Statt „Nerven der Erwachsenen verboten“ ein „Nerven der Erwachsenen auf eigene Gefahr“.

  12. borderline44 sagt:

    Lieber Alexander (sagt: 9. Oktober 2013 um 17:15 ),

    ich möchte hier niemanden missionieren, mit Verweis auf Leserpost 09. März 2009 „Wozu missionieren“ auf Seite alice-miller.com . -ich vergeude meine Kraft nicht. -ich habe auch kein Interesse einen „Machtkampf“ der Worte mit Dir zu führen. Ich habe meine Haltung klar zum Ausdruck gebracht und jeder kann den Link unter borderline44 klicken und sich alle dahinter verborgenen Informationen, sowie auch meinen YouTube-Kanal borderlinesweint ansehen, sowie die Website von Alice Miller.

    Deine Worte sind mit Dir gefüllt, mit Deiner Haltung, mit dem, was Dich ausmacht, ebenso meine Worte. -soviel zu Deiner Aussage „ich kenne Dich nicht“.

    Wie Afrikaner mit ihren Kindern umgehen, habe ich in diesem Video „Körperliche Strafen und politische Missionen“ aus Alice Miller ihrem Buch „Evas Erwachen“ vorgelesen.

    Warum die Menschen meine Aussagen als Angriff erleben, dazu habe ich, borderlinesweint auf YouTube, ja auch zwei Videos gemacht: „Leserpost 01. Oktober 2008 – Danke“ (siehe auch den entsprechenden Leserbrief auf: alice-miller.com), sowie mein Video „Alice Miller´s – Evas Erwachen“ . -siehe auch Leserpost „Wörter“ vom 11. Mai 2008 auf alice-miller.com .

    Es bleibt ja jedem Menschen selber überlassen meine Inhalte zu verstehen, wie sie gemeint sind, gegen Verdrehungen kann ich mich ebensowenig wehren, wie Alice Miller, mit Verweis auf Leserpost „Die geschrumpfte Empathie“ vom 04. Juni 2006.

    Ich möchte es an dieser Stelle bei diesen Aussagen meinerseits belassen und meine Kommunikation an dieser Stelle beenden, mit Verweis auf mein Video „09. Oktober 2013“ und im Übrigen auf alle meine Inhalte.

    -es bringt ja nichts mich zu wiederholen oder Menschen überzeugen zu wollen. -ich kann nur hoffen, dass die anderen Menschen den Mut haben, die aufgezeigten Zusammenhänge auf alice-miller.com oder auf anita-wedell.com und meinem YouTube-Kanal borderlinesweint zu erkennen.

    -siehe auch Artikel „Körper und Moral“ auf alice-miller.com .

    ICH verarbschiede mich mit traurigen Grüßen,
    Anita Wedell -borderline44 -borderlinesweint

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