Wer kennt nicht die Theorie vom Menschen als blutrünstigen Jäger? Wir sind angeblich ausgestattet mit egoistischen Genen und einen ganz natürlichen Aggressionstrieb – schließlich hat doch früher schon stets der Stärkere gewonnen oder etwa nicht?

Ja, auch ich begegne ständig Leuten, die mir voller Überzeugung erzählen, dass wir von Natur aus „das Böse“ in uns tragen. Es hätte also keinen Zweck da mit irgendwelchen Erklärungen daherzukommen, denn auch super achtsam, liebe- und respektvoll behandelte Kinder könnten später schließlich auf die schiefe Bahn geraten – es wäre niemand davor gefeit. Aber ist das tatsächlich so?

Fangen wir mal beim Anfang an – dem blutrünstigen Jäger. Woher stammt diese Theorie überhaupt? Robert Andrey (1908-1986), einer der meistgelesensten Buchautoren seiner Zeit, hat damals die Theorie von Raymond Darts Forschungen, über den Vormenschen als Jäger, Räuber und Mörder, aufgegriffen und so diese Meinung erst auf relativ breiter Basis unters Volk gebracht. Das hatte zur Folge, dass sich diese Ansicht sogar innerhalb kürzester Zeit in der ganzen Wissenschaftsszene verbreitet hat und auch heute noch als die populärste Theorie überhaupt gilt. Unbeachtet hingegen blieben leider u.a. die Erkenntnisse des aus Südafrika stammenden Wissenschaftlers Charles Kimberlin Brain, der bei Nachuntersuchungen zeigen konnte, dass unsere von Dart entdeckten Vorfahren nicht Jäger, sondern vielmehr Gejagte gewesen sind. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Sehr vieles was angeblich zur Untermauerung der These über die natürliche Aggression von uns und unseren Vorfahren (selbst von Schimpansen) dienen sollte, erweist sich bei näherer Betrachtung als heiße Luft (mehr Details dazu finden sich z.B. im weiter unten erwähnten Buch von Joachim Bauer).
Tatsächlich hat der Mensch nach neuesten Erkenntnissen gerade deshalb überlebt, weil er ein phänomenales Kooperationsverhalten entwickelt hat. Sozial gut vernetzte Menschen hatten schon immer eine deutlich höhere Lebenserwartung als andere.

Wie sozial wir wirklich sind, zeigen aktuelle Ergebnisse aus der Neurowissenschaft: Anhand vieler Experimente konnte z.B. belegt werden, dass das menschliche Gehirn nicht nur auf sozialen Zusammenhalt geeicht ist, sondern auch, dass wir einen biologisch verankerten Fairness-Messfühler besitzen. Das bedeutet, im Gehirn (genauer gesagt dem Motivationszentrum – dazu weiter unten mehr) zeigt sich eine deutlich stärkere Reaktion, wenn z.B. ein finanziell besser Gestellter erlebt, dass ein zusätzlich ausgegebener Bonus nicht dem eigenen, sondern dem Konto eines minder Bemittelten zugute kommt. Menschen streben also von Natur aus dazu, dass es ein Mindestmaß an fairer Ressourcenverteilung gibt.

Tomasellos und Untersuchungen anderer Forscher haben darüber hinaus gezeigt, dass bereits 14-18 Monate alte Kleinkinder anderen, die in Schwierigkeiten sind, spontan helfen, so gut sie können. Dabei ist egal ob es sich um Fremde handelt, es eine Belohnung dafür gibt oder nicht. (Tatsächlich vermindern Belohnungen sogar hilfreiches Verhalten! – siehe z.B. auch diesen Artikel hier: http://www.mit-kindern-wachsen.de/fuenf-gruende-gegen-%E2%80%9Egut-gemacht).

Auch das vielzitierte, aber leider oft falsch verstandene, Milgram-Experiment hat NICHT gezeigt, dass Menschen von Natur aus Böse sind, sondern im Gegenteil: In der erzeugten Drucksituation zeigten alle Versuchspersonen starkes Widerstreben, dem Befehl anderen Schmerzen zuzufügen, Folge zu leisten. Viele hatten nach dem Experiment Nervenzusammenbrüche und es traten Symptome einer posttraumatischen seelischen Störung auf (Krämpfe, Zittern, Schweißausbrüche…). Zahlreiche neurowissenschaftliche Studien belegen ganz eindeutig, dass es einem psychisch gesunden Menschen, welcher nicht unter äußerem Druck steht und von niemandem provoziert wird, zuwider ist anderen Leid zuzufügen, ja er sogar körperlich eindeutig darauf reagiert. Übrigens können sogar bei psychisch kranken Individuen solche Reaktionen auftreten, wie einige von damaligen Nazigrößen dokumentierte Fälle bezeugen. So traten körperliche Beschwerden auf nachdem oder während sie ihre grausamen Verbrechen ausführten (oder sogar vorbereiteten). Das ist so, weil auch der Körper eines Menschen mit einem abgespaltenen Inneren, der sich selbst oder andere in mehr oder weniger großem Maßstab verletzt, in irgendeiner Weise noch gesunde Reaktionen auf sein eigentlich krankes – der menschlichen Natur widerstrebendes – Verhalten zeigen kann.

Was ist nun aber mit dem Aggressionstrieb – kann dieser in irgendeiner Form nachgewiesen oder, im Gegenteil, eindeutig widerlegt werden?
Diese Frage lässt sich ganz klar beantworten: Das einzige neurobiologische System, welches die Macht hat menschliche Verhaltensweisen im Sinne einer Triebhaftigkeit zu verstärken, ist im sogenannten Mittelhirn zu finden – man nennt es auch Motivationssystem. Dieses schüttet bei bestimmten Bedingungen Wohlfühlbotenstoffe aus, die zu Lust, Wohlgefühl und Vitalität führen. Und diese Voraussetzungen haben vorallem mit positiven zwischenmenschlichen Beziehungserfahrungen zu tun! Es werden z.B. keinerlei Botenstoffe ausgeschüttet, wenn jemand aggressives Verhalten zeigt ohne vorher bereits selbst provoziert worden zu sein. Die Aktivierung des Motivationssystems bleibt ebenfalls aus, wenn soziale Akzeptanz und Gerechtigkeit verweigert wird. Auf lange Sicht führt das dazu, dass gesund erhaltene Botenstoffe abfallen, was wiederum psychische und körperliche Erkrankungen verursacht. In massiver Weise ungerecht behandelt zu werden aktiviert sogar das neurobiologische Ekelzentrum. Aus den Fakten, die sich aus der Neurowissenschaft ergeben, lässt sich darüber hinaus noch sagen, dass die Verweigerung von sozialer Akzeptanz und Gerechtigkeit aus Sicht des Gehirns sogar wie körperlicher Schmerz wahrgenommen wird.

Aggression ist in Wirklichkeit, wie die Angst, kein Trieb, sondern ein reaktives Verhalten, d.h. dazu da um äußere, ungünstige Umstände zu bewältigen. Dieses kommunikative Signal soll auf nicht akzeptable soziale (und körperliche) Schmerzen hinweisen und diese in irgendeiner Form beheben. Die meist verbreitete Form von Aggression unter den Menschen ist leider eine verschobene. Dies bedeutet, in jenem Augenblick, indem die Aggression ein gesundes Signal für den Gegenüber gewesen wäre, bleibt die Reaktion aus (aus Angst vor der Autorität, wegen Gehorsam allgemein oder anderen Gründen) und wird unterdrückt. An ganz anderen, ungünstigeren Stellen hingegen lässt man diese aufgestaute Aggression wieder raus – d.h. deutlich verzögert. Wochen, Monate oder sogar erst Jahre später. So werden durch diese Art von Aggression immer die falschen getroffen, die Signale bleiben unverständlich. Ja, sie scheint sogar aus heiterem Himmel zu kommen, ohne ersichtliche Ursache – tatsächlich aber folgt diese völlig logischen Regeln.

Joachim Bauer, der Autor des Buches „Schmerzgrenze – Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“ erklärte mal in einem Interview, dass beispielsweise ein Amoklauf an einer Schule nicht als ein Ereignis außerhalb der Naturgesetze betrachtet werden darf. Absolut jeder Tat gehe eine langsame, aber konsequente Entwicklung voraus. Und bleiben wir doch kurz bei den Schulmassakern: Die Recherchen im Buch „Rückkehr ins Kinderseelen-KZ“ beweisen in den allermeisten Fällen, dass ein ganz klarer kausaler Zusammenhang zwischen Mobbing und Schulamokläufen besteht. Bastian Bosse (Amokläufer aus Emsdetten – NRW) wurde beispielsweise über Jahre hinweg gemobbt und isoliert – von Mitschülern wurde er u.a. mit glühenden Fahrradschlüsseln misshandelt. Das ist schon was anderes als das, was man damals in den Medien zu hören bekam. Dort blieben die Diskussionen stur an der Oberfläche hängen.

Zum Thema Mobbing möchte ich auch folgende Denkanstöße aus dem Unerzogen-Magazin (Ausgabe 3/12) nicht verschweigen. Der Begriff „Mobbing“ stammt doch tatsächlich ursprünglich aus der Tierwelt. Konrad Lorenz hat es als Verteidigungsverhalten vieler Vogelarten beschrieben, wenn diese gemeinsam als Gruppe durch Scheinangriffe oder Alarmrufe einen Fressfeind, bedrohliche Artgenossen u.ä. in die Flucht schlagen wollen. Mobbing stellt also in seiner eigentlichen Bedeutung ein sinnvolles Verhalten dar, durch welches eine Lösungsstrategie in Notsituationen gefunden werden sollte. Ist dann nicht auch naheliegend, dass Menschen, wenn sie sich in ihrer Würde, Freiheit, Integrität, Selbstbestimmung und ihrem Selbstvertrauen bedroht fühlen, in diesen Notfallmodus schalten bzw. eben auf eine an sich kranke Umgebung durchaus mit entsprechenden Signalen reagieren?

Immerhin lässt sich auch sehr schlüssig belegen, dass die meisten Gemeinschaften, in denen wir heutzutage einen Großteil unserer Zeit verbringen müssen, in Wirklichkeit Mangelgruppen sind – d.h. gekennzeichnet durch einen Mangel an Zuneigung und Anerkennung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Mobbing in Mangelgruppen wie Schule oder Arbeit kein Fehler im System darstellt, sondern erst durch diese Strukturen hervorgebracht, ja geradezu gezüchtet wird. Denn gerade weil es in unserer Gesellschaft hauptsächlich um Konkurrenz geht, der einzelne aggressive Taktiken auffahren muss, um andere auszustechen, jeder entbehrlich ist – Schwäche und Andersartigkeit also lediglich Angriffspunkte und keine Stärken darstellen – kann Mobbing nur die logische Konsequenz sein. Solange sich also die Gruppenstrukturen, in denen Menschen einen Großteil ihrer Zeit verbringen (müssen) nicht ändern, wird sich auch dieses Problem nie beheben lassen. Es bleibt – wie in vielen anderen Bereichen auch – nur am herumdoktorn von Symptomen. Dabei sind fehlende Zugehörigkeit und Zurückweisung durch andere Menschen nach den jetzigen Erkenntnissen die stärksten und wichtigsten Aggressionsauslöser die es gibt.

Doch lasst uns zum Schluss noch die größeren Zusammenhänge betrachten – denn selbst die schlimmsten Verbrechen kommen nicht aus heiterem Himmel, wie beispielsweise eine empirische Untersuchung, die auf Gesprächen mit über vierhundert Zeitzeugen aus der NS-Zeit beruht, zeigen konnte: Tatsächlich war der einzige Faktor, der die Retter von den Tätern und Mitläufer unterschied der Erziehungsstil ihrer Eltern. Und sogar Hitler, Stalin, Ceauşescu und Co haben auf der Weltbühne nur die Dramen inszeniert, die sie als Kinder geprägt haben. Ich greife an dieser Stelle ein Beispiel heraus:

(Zitat)Über den Vater des rumänischen Diktators Nicolae Ceauşescu wird berichtet, dass er sein weniges Geld im Wirtshaus vertrank, statt seine Kinder zu ernähren (insgesamt hatte er 10 Kinder, wovon eines früh starb) und dass er seine Kinder täglich „zu ihrem Besten“ schlug. Die Mutter achtete streng auf die schulischen Leistungen der Kinder, die sie ebenfalls ausgiebig prügelte. (vgl. Miller, 1990, S. 115) Alice Miller analysiert in ihrem Beitrag u.a. den Wahn des Diktators Ceauşescu, der sein Volk zu einem Überfluss an Kindern zwang, die nicht ernährt und gewärmt werden konnten. „Der Tyrann hat sich für sein persönliches Schicksal stellvertretend an Tausenden Müttern, Vätern und Geschwistern gerächt. Indem er sich weigerte, sich mit seinem Schicksal zu konfrontieren, seine Geschichte und seine Gefühle von damals total verdrängt hielt, brachte er ein ganzes Volk an den Rand des Untergangs. Ceauşescu hat nicht nur die rumänischen Kinder in die gleiche Not getrieben, die einst die seine war: Lieblosigkeit, Hunger, Kälte, ständige Kontrolle und die allgegenwärtige Heuchelei. (…) Er wollte Millionen Frauen dazu zwingen, Mütter zu werden, um ja niemals fühlen zu müssen, was er als Kind verdrängte: dass er seiner Mutter nur eine Last war und dass seine Existenz nachweisbar von ihr vergessen wurde.“ http://kriegsursachen.blogspot.de/2009/05/kindheit-von-nicolae-ceausescu.html(Zitat-Ende)

 

59 Responses to Das Märchen vom Menschen als blutrünstiger Jäger

  1. Sehr schöner Artikel . Ich bin auch der Ansicht, dass der Mensch ein von Natur aus soziales Wesen ist. Die aggressive Seite ist zwar angelegt braucht aber Gründe um sich zu manifestieren. Irgendwie stimmt es also schon wenn jemand sagt, dass wir auch „das Böse“ in uns haben. Es ist aber eigentlich nur ein Verteidigungs und Schutzmechanismus, der sich, wenn nicht sofort ausgelöst, aufstaut und irgendwann potenziert ausbricht.

  2. Ben sagt:

    @DenkMal,

    gefällt mir ausgezeichnet, Dein Artikel.Vielen Dank.

    Herzliche Grüße, Ben

  3. Piet Noir sagt:

    Untermauert dieser Artikel nicht auch die These, dass Menschen eigentlich gar keine Tiere sollten? Ich kenne niemand (der nicht total abgehärtet wurde, wie hier auch beschrieben) der ein unschuldiges Tier töten würde um es zu essen. Ich weiß auch, dass die Tiere nach Rothbard keine „Rechte“ im naturrechtlichen Verständnis haben, aber im moralisch/ethischen sehr wohl (siehe Ursula Wolf: „Das Tier in der Moral“). Wäre konsequenter Voluntarismus nicht auch das Ablehnen von Tierfleisch oder gar allen tierischen Produkten? Natürlich von sich selbst aus, ohne Verbote und ähnlichem. Und jetzt bitte nicht wieder mit sowas wie „es ist natürlich“ oder sowas argumentieren, dass ist 1. falsch und 2. hier nicht Gegenstand dieser Ausführung.

    • FwF-sandman sagt:

      Hi Piet,

      ich werde jetzt dummerweise sehr pingelig erscheinen, aber das ist wichtig.

      „Untermauert dieser Artikel nicht auch die These, dass Menschen eigentlich gar keine Tiere sollten?“ Leider fehlt hier ein Wort. Meinst Du, ein lebendes Tier töten oder ein totes Tier essen?

      „Ich weiß auch, dass die Tiere nach Rothbard keine “Rechte” im naturrechtlichen Verständnis haben, “ Was Rothbard, Ursula Wolf oder wer auch immer mal gesagt hat, spielt in einer freien Gesellschaft ja keine Rolle. Menschen werden bestimmtes Verhalten akzeptieren und anderes Verhalten ächten. Wenn wir uns mit Moral beschäftigen, geht es immer um solches Verhalten, das von einem objektiven und logischen Standpunkt aus gerechtfertigt werden kann. Schau bitte dazu die Moralvideos von Heiko an.

      „Wäre konsequenter Voluntarismus nicht auch das Ablehnen von Tierfleisch oder gar allen tierischen Produkten?“

      Voluntarismus ist Individualismus. Wir können also nicht sagen, was konsequenter Voluntarismus wäre. Das Individuum in einer freien Gesellschaft entscheidet selbstverantwortlich, was es tut.
      Lebt jemand in einem Umfeld, in dem Das essen von Tieren als abstoßend angesehen wird, wird er sich schwertun, dort öffentlich ständig Burger zu essen. Es wird dort nämlich ein sehr mageres Angebot für Burger geben, da die Nachfrage in dieser Region sehr gering ist. Die Menschen würden diesen Burgeresser wahrscheinlich meiden, ihn ausgrenzen. Am Ende würde er sich entweder ein dickes Fell zulegen, Vegetarier werden oder wegziehen. Auf jeden Fällen wären die Opportunitätskosten sehr hoch.

      Das „Ablehnen“, dass Du beschreibst ist ja nichts weiter als eine subjektive Bewertung. Wir können nicht sagen, wer was wie bewertet. Wir wissen nur, dass Menschen ständig bewerten und Ziele verfolgen. Sie werden handeln um diese Ziele zu erreichen. Die Ziele wiederum sind durch die Bedürfnisse der Menschen beeinflusst.

      Du müsstest jetzt also Deine Fragestellung erstmal präzisieren. Geht es Dir um das Essen oder das Töten?

      • Piet Noir sagt:

        Entschuldige ja da fehlt das Wort „töten“. Ich weiß, dass es um Individualismus geht, deswegen habe ich ja auch geschrieben, dass es von einem selbst kommen sollte und nicht staatlich oder wie auch immer vorgegeben.

        Es geht mir darum die Ansätze „Ablehnung von initiierender Gewalt und Zwang“ und „konsequentes Einhalten des Nichtaggressionprinzips“ richtig (für mich!) zu leben. Und deshalb empfinde ich (für mich!) es auch als anfängliche Gewalt wenn ich Menschen bezahle die Tiere töten. Natürlich ist das alles subjektiv, aber wenn ich versuche das konsequent (für mich!) zu leben komme ich automatisch auf Themen wie Antipädagogik, Tierethik, etc.

        Natürlich entscheidet jedes Individuum für sich, es geht mir hier um einen rein subjektiven Ansatz. Wenn er der Mensch von Natur aus Ablehnung gegenüger der Ausübung von Gewalt (->Schmerz) hat, sollte man dann auch nicht auch diesen Aspekt mal überdenken?

        Es geht mir nicht darum, dass ich der Allgemeinheit vorschreiben möchte, wie diese sich zu ernähren hat (oder genauer gesagt: dem Individuum) es ging mir nur um den Ansatz, dass der Mensch die Freiwilligkeit eigentlich immer vorzieht.

      • primavera sagt:

        @ sandman
        Ich stelle mir folgende Geschichte vor:
        Eine Frau aus dem „Grasland“ verliebt sich in einen Mann aus dem fernen „Burgerland“. Aus Liebe zu ihr zieht er in ihre Heimat. Er weiß, er hat sich auf ein Leben mit Vegetariern eingelassen, doch trotzdem überkommt ihn manchmal
        die Fleischeslust.. ..
        „Die Menschen würden diesen Burgeresser wahrscheinlich meiden, ihn ausgrenzen. Am Ende würde er sich entweder ein dickes Fell zulegen, Vegetarier werden oder wegziehen“

        ->oder Amoklaufläufer werden?

        Dieses Ausgegrenztsein tut weh!

        Auch in einer voluntaristischen Gesellschaft, nehme ich mal an. Und dann?

        pv

        • FwF-sandman sagt:

          @ primavera:

          „Und dann?“

          Könntet Du Deine Frage etwas präzisieren? Ich möchte sie nicht falsch deuten.

          • primavera sagt:

            und dann , sandman,

            folgt auf die eine Art von Gewalt eine andere und darauf eine weitere.

            Wie lassen sich solche Gewaltspiralen (ausgehend von gruppendynamischen Prozessen) in Zukunft verhindern? Das ist mir noch nicht so ganz klar.

          • mielia sagt:

            Warum gehst du denn davon aus, dass dort eine Gewaltspirale entsteht?
            Es wird doch bestimmt Unterbrechungen geben in der Spirale, wie es auch z. B. Unterbrechungen beim Zinseszinseffekt gibt, die ihn nicht zustandekommen lassen.

            Du kannst soziales Zusammenleben nicht erzwingen (,oder?), du kannst aber darauf vertrauen, dass es entsteht.
            Wieso sollten die Voluntaristen dieser Gemeinschaft strikt intolerant sein?
            Warum sollten sich nicht vielleicht auch dort Menschen, die Nächstenliebe oder GfK oder oder leben, finden?

            Zudem, wenn ich J. T. Gatto (Dumbing us Down) da mal Glauben schenke was die amerikanische Geschichte angeht, noch als es die USA nicht gab, aber die Siedler schon lange ihre Städte etabliert hatten, setzt eine Dialektik ein.
            Zumindest führt es nicht nur dazu, dass sich eine Seite ändert, sondern beide Seiten ändern.
            Und das was sich da ändert, geschieht im sozialen Austausch, der freiwillig ist.
            Wenn der erzwungen werden soll, passiert das Gegenteil: tatsächliche Ausgrenzung, Hass aufeinander, Verlust moralischer Werte, in der Gemeinschaft anerkannte Normen etc. (was lt. Gatto dann genau der Fall war in den Staaten).

            Verstehst du, dass ich deine, naja vielleicht eigtl sogar eure Prämisse nicht nachvollziehen kann?

            grüße
            mielia

          • FwF-sandman sagt:

            Also, Voluntarismus ist eine Haltung, die man sich selbst und anderen Menschen gegenüber hat. Man respektiert das Selbsteigentum der anderen, aber auch sein eigenes. Daraus ergibt sich, dass man für seine Handlungen verantwortlich ist.
            Das besondere ist, dass es nicht DIE Instanz gibt, die das Verhalten der Menschen reguliert, indem sie Gesetze macht, die für alle Menschen ZWINGEND gültig wären.

            Solange es knappe Güter gibt, gibt es auch Gründe für Konflikte. Die Frage ist, wie lassen sich Konflikte ohne diese EINE Instanz lösen. Voluntaristen fordern, dass die Lösungen auf freiwilliger Basis gefunden werden sollten und nicht erzwungen werden dürfen.

            Vor diesem Hintergrund haben wir also erstmal nur Individuen und ihr Umfeld, dass die Bedingungen, unter denen die Menschen leben, beeinflusst. Stelle Dir vor Du lebtest als Fleischesserin in einer Stadt, die fast nur von Veganern bewohnt wird. (Nicht, dass das so wäre, aber es könnte). Du würdest kaum Angebote finden, wo Du Fleich kaufen kannst, denn eine Schlachterei hätte wenig Aussicht auf Profit in dieser Stadt. Wäre doch eine da, müsste sie sehr hohe Preise verlangen, weil die Zahl der Kunden so niedrig ist. Wie der wirkliche Marktpreis für ein Steak wäre, weiß ich nicht, da ich nicht informiert bin, welche Produktionsabläufe heute subventioniert sind. Ein Fleischesser hätte es also schwieriger, seinen Wunsch nach Fleisch zu erfüllen. Zudem, würde er auch noch doof angesehen werden, wenn er sich auf der Straße den Burger reinschiebt.
            In einer anderen Stadt könnte es ganz anders sein. Am Ende würde es einen Markt für Fleisch geben und Fleisch hätte einen Preis, den wir nicht kennen. Je empathischer Menschen mit Tiere fühlen können, desto wichtiger wäre es ihnen, dass die Tiere nicht gequält werden.

            Du siehst, es lässt sich kaum vorhersagen. Tiere töten/essen ist nicht unmoralisch, das habe ich ja schon erklärt. Jemanden zu schlagen schon. Trotzdem würde ich jemanden, der aus Spaß seinen Hund quält ohne zu zögern die Tracht Prügel seines Lebens verpassen, wenn er auf meine Bitte, die Quälerei einzustellen nicht reagiert. Da ich für meine Taten verantwortlich wäre, müsste ich mich dann für die Prügel verantworten. Ich hätte wahrscheinlich eine Entschädigung zu zahlen. Die Organisation dieser juristischen Auseinandersetzung würde über ein System von Schlichtungsagenturen laufen.

            Ist jetzt deutlicher, wie ich das meinte?

            Gruß
            sandman

          • freedomforce sagt:

            Wenn Tiere zu töten unmoralisch wäre, so wäre auch das Töten der Tiere unmoralisch. Alles Andere würde tierische Narrenfreiheit implizieren.

            Wenn Tiere Rechte hätten, hätten Menschen auch Rechte gegenüber den Tieren. Sie sind jedoch weder konsens- noch vernunftsfähig, können also keine Rechte haben.

            Die Angelegenheit wird nur dann koheränt, wenn man Tiere, Pflanzen, Amöben, als Teil der Nahrungskette betrachtet und man als Mensche selbstverständlich somit auch Teil der Nahrungskette ist.

            Alles Andere sind Konventionen, nach dem Motto „Ich esse nichts, was Augen hat(te).“ 🙂

            Daraus folgt, dass man als normaler Mensch nicht konventionelle Vegetarier meiden sollte, wie ein Neger den Ku Klux Klan.

          • Hermann sagt:

            @ freedomforce

            Und letzten Endes steht und fällt die Argumentation mit den Grundlagen der Argumente.
            Was sollt das mit „Konsens- und Vernunftfähigkeit“?
            Wenn der schlaueste Affe oder Delfin „konsens- und vernunftfähiger“ als der dümmste Mensch ist, was dann? Dann esse ich den dümmsten Menschen anstatt den schlauesten Delfin?
            Auch eine Argumentation mit der „Nahrungskette“ ist eine willkürliche Festlegung. Im Tierreich ist Kannibalismus nicht so sehr unüblich.
            Den Kunstgriff mit der „Konsens- und Vernunftfähigkeit“ daraus auf irgendwelche „Rechte“ zu zielen kann ich nicht nachvollziehen.
            Ich habe ein Herz, und ich möchte nicht dass Tiere für mich leiden. Die Pflanzen haben einfach das Pech, dass sie Ihr Leid nicht durch menschenähnliche Hilferufe wie Tiere von sich geben können.
            Und letzten Endes ist pflanzliche Nahrung auch noch gesünder. Glaube ich wenigstens, nachdem was ich so gelesen habe. Mir gehts jedenfalls sehr gut damit.
            Und (Fett-)Augen auf der Suppe esse ich trotzdem. 🙂

          • Michael sagt:

            Hallo Zusammen,

            ich bin jetzt ein wenig verwirrt. Bei den FAQ steht:
            Was ist ein Voluntarist?

            Ein Voluntarist will auf initiierende Gewalt und Zwang verzichten.

            Was ist bitte das töten von Tieren zum Verzehr? Notwehr?

            Gruß Michael

          • michael sagt:

            „Ein Voluntarist will auf initiierende Gewaltund Zwang (GEGEN MENSCHEN) verzichten.“

            es ist unmöglich ein moralisches prinzip auf tiere bezogen zu machen, weil du ansonsten sterben würdest.
            allerdings wird in einer voluntaristischen gesellschaft, daß leid der tiere maximal vermindert werden.

          • Michael sagt:

            Hallo,

            die Aussage :
            „es ist unmöglich ein moralisches prinzip auf tiere bezogen zu machen, weil du ansonsten sterben würdest“

            ist für mich eine Annahme. Kannst Du mir bitte ein Beispiel nennen, damit ich es verstehe?

            Bis jetzt verstehe ich es als Geisteshaltung keine initiierende Gewalt und Zwang anzuwenden, und nicht als eine Einstellung gegenüber Menschen.

            Gruß Michael

          • michael sagt:

            es fängt damit an, daß du bestimmte lebewesen nicht in deinem körper haben willst/kannst, um gesund zu bleiben… die müssen bewußt durch behandlung exterminiert werden( zb mit natürlichen oder handelsüblichen antibiotika…etc) oder es macht dein körper von alleine.

            selbst wenn du dich vegan ernährst, sterben tiere beim anbau von feldern…
            wenn du dir ein haus baust bzw wildes land bewohnbar machen willst, sterben tiere dabei.

            unsere theorie ist, daß gewalt gegen andere ua auch tieren, je größer ist, desto gewalttätiger deine kindheit war…
            dh. je mehr empathie und weniger trauma (in der kindheit), desto weniger tierleiden.

            wirtschaftlich gesehen, gäbe es zb dann auch ohne staat keine riesen subventionen für massentierhaltung… usw.

            ich als voluntarist, esse zb fast ausschließlich nur fleisch aus 100%ger weidehaltung… die tiere leben wild im freien und werden direkt mit einem kopfschuss auf dem feld erlegt.
            indem ich sowas unterstütze, nehme ich aktiv der massentierhaltung energie und unterstütze „menschliche“ tierhaltung.

            lg

  4. F.iasko sagt:

    Hallo Leute,

    Das Portal FreiwilligFrei entwickelt sich zum PORTAL DER ZEITSCHENKER.

    Das ist das Gegenteil von Zeitdieb.

    Jeder Artikel spart mir viel Zeit und Geduld mit den Nichtinformierten Endlosdiskussionen zu führen. So bleibt mehr Zeit für das, was gerade wichtig ist.

    Vielen Dank für eure Arbeit!

    • depublished sagt:

      Finde ich auch. Für viele Diskussionen reicht ein Link auf einen Artikel von FreiwilligFrei oder auf ein Video und schon ist der Etatist erstmal bedient 🙂

      Danke auch von mir!

  5. BefreitSich sagt:

    Dazu wäre zu erwähnen, dass die Schweiz inzwischen die Würde der Pflanzen (neben der der Tiere) in der Verfassung verankert hat. Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass auch Pflanzen Schmerz, Angst und Mitgefühl empfinden, trotz nicht vorhandenem Nervensystem. Es gibt auch Quallen, die ohne Seezellen zu besitzen Farben unterscheiden können. Wir wissen so vieles noch nicht, und es ist für uns nur leichter, Pflanzen zu essen, weil diese evolutionär weiter von uns entfernt sind und es uns somit schwerer fällt, Empathie für sie zu entwickeln. Töten tun wir alle, um zu überleben. So oder so.

    In einer Freien Gesellschaft sollte jeder selbst entscheiden können, was er isst. Schließlich weiß man nicht, was die jeweilige Person dazu bewegt, ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen. Evtl. sind es ja durchaus logische Überlegungen.

    • Politische_Ponerolgogie sagt:

      @BefreitSich:

      Danke für deinen Kommentar! Sehe das genauso.

      Ich habe auch schon ein paar interessante Forschungsansätze zum dem Thema gelesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.
      Aber leider wissen wir noch viel zu wenig darüber, was ich wirklich schade finde.

      Momentan würde ich aber nicht mehr mit absoluter Sicherheit behaupten, dass Pflanzen zu töten besser ist, als das mit Tieren zu tun. Da habe ich wirklich meine Zweifel bekommen… Ganz davon zu schweigen, dass der Übergang auch in anderer Hinsicht fließend ist. Wer bestimmt, dass die getöteten Kartoffelkäfer und Larven weniger lebenswert waren, als eine Kuh oder ein Schwein?

      • mielia sagt:

        Jetzt weiß ich gar nicht in welchen Kommentarstrang ich gehen soll.
        Seit mittlerweile 8 Monaten ernähre ich mich vegan, mit gelegentlichen kleinen Ausnahmen.
        Von vornherein war und bin ich dem aber nicht abgeneigt, auf lange Sicht, sozusagen im Sinne einer symbiotischen Lebensweise auch das Fleisch von Tieren, Milch von Tieren evtl. wieder zu essen – sowie ich denn weiß wie das Tier gelebt hat, wie es behandelt wird etc.
        Das ist denke ich nicht zu machen mit mal „Bio“ kaufen, auf Freilandhaltung achten etc.
        Mich würden eure Quellen da interessieren.
        Frutarier oder sowas, da sag ich erstmal für mich persönlich no way, aber sich weiter über etwas bewusst zu werden, was alle Lebewesen angeht, würde mich schon interessieren.

        grüße
        mielia

  6. Hermann Messmer sagt:

    Hallo Denkmal,
    Respekt für den interessanten Artikel.

    Ich glaube mittlerweilen aber, dass die Begrifflichkeiten „Gut“ und „Böse“ den Blick auf die Gene trüben und zu falschen Vorstellungen führen.
    Das Milgram-Experiment zeigt eben gerade nicht „Gut“ oder „Böse“ sondern gibt uns eine Vorstellung wie ein Individuum in einer Gruppe handelt. Es zeigt uns dass die Prägung durch die Gene ein bestimmtes Gruppenverhalten bevorzugt, selbst wenn sich das Individuum dabei nicht wohl fühlt.

    Das wir Menschen auch nicht die gleichen Gene haben, sollte z.B. der Blick auf das natürliche Umfeld unserer Vorfahren zeigen. Z.B. trafen die Europäer bei der Besiedelung von Nordamerika im Süden auf eher „friedlichere“ Indianerstämme
    und im Norden auf eher „wildere“ Indianerstämme. Diese Stämme lebten seit vielen Generationen in einer unterschiedlichen Umwelt welche unterschiedliche Strategien (Sammlerkultur – Jägerkultur) hervorbrachte und damit einen Unterschied in der genetischen Prägung bewirkten.
    Ich möchte deshalb ein bißchen davor warnen, aus Experimenten mit Menschen, oder Beobachtungen an einem Naturstamm ohne Berücksichtigung ihres langen historischen Weges, allgemeingültige Schlüsse zu ziehen. Auch sagt der Schweißausbruch des Individuums nach dem Gruppendruck wenig über seine Strategie in der Gruppe aus.

    Sehr empfehlen möchte ich das Buch: „Die Wurzeln der Kriege“. Das gibt es auch als Hörbuch.

    Das Buch gibt eine gute Einführung in das Verständnis, wie wir Menschen „ticken“ und auch wie Tiere oder Pflanzen „ticken“. Der Autor zeigt an vielen Beispielen der Natur, welche unterschiedlichen Strategien zum Erfolg, zum Überleben einer Spezies führen. Das kann Kooperation oder Konfrontation sein oder ein Gemisch aus beidem. Diese Strategien werden von Generation zu Generation optimiert. Die erfolgloseren Strategien werden von den Erfolgreicheren verdrängt. Was am Ende erfolgreich wird, ist nicht einfach vorbestimmt, plötzliche Änderungen in der Umwelt führen z.B. dazu, dass diejenigen überleben, welche nicht perfekt an eine Umwelt angepasst sind, sondern mit Veränderungen schneller klarkommen. Oder das „bösartige“ Handlungen zum Überleben der Gene einer Spezies führen können. So kommt es insgesamt zu einer Prägung der Gene, welche in der Evolution ihre Ursache hat.
    Zum Verstehen der Handlungen von Mensch und Tier kommt es nicht auf „Gut“ und „Böse“ im ethischen oder religösen Sinne an. Der neue Löwe im Rudel beißt deswegen alle neugeborenen Löwenbabys tot, weil es für die Fortpflanzung seiner eigenen Gene die beste Strategie seiner Vorfahren gegenüber den anderen Löwenmännchen in der Vergangenheit war. Durch das Totbeissen der Löwenbabys werden die Löwenweibchen schneller schwanger. Er tut das nicht weil er das weiß. Seine Gene „wissen“ dieses durch die natürliche Auslese über die Tausenden von Generationen. In der Vergangenheit war das für seine Vorfahren eine erfolgreiche Strategie.
    Das Buch versucht eine Erklärung, weshalb zum Beispiel sich die verschiedenen Religionen so bekämpfen. Dies macht auch der Untertitel „Zur Evolution ethnischer und religiöser Konflikte“ deutlich.

    Der Weg der Toleranz und die gewaltfreie Erziehung unserer Kinder und unser vorbildhaftes Verhalten sind ein wichtiger Pfad für eine friedliche Zukunft. Daran glaube ich.
    Ob dass die „richtige“ Strategie zum Überleben ist, werden erst unsere Nachkommen viele Generationen später wissen. Bisher wurde das noch nicht bewußt und unbewußt ausprobiert.

    Liebe Grüße
    Hermann

  7. gabriele sagt:

    Auch nochmal zum Tiere töten/essen:
    Klar bin ich auch dafür, dass jeder selbst entscheidet, was er isst.
    Aber wenn jemand die Körperteile von Lebewesen einer anderen Spezies essen will, dann soll er diese auch selbst einfangen und töten. Denn auf jeden Fall bin ich für Auflösung der Tier-KZ“s.

    • depublished sagt:

      Ich bin zuerst mal dafür, dass das Menschentöten aufhört. Wer z.B. sich für irgendwelche staatliche Umverteilungen ausspricht (z.B. Sozialleistungen, Subventionen), der sollte auch dazu bereit sein, andere Menschen zu töten, wenn sie diese nicht bezahlen – so fängt’s schon mal an! Es ist ja so, dass wenn ich mich bis zum Schluss gegen das Bezahlen solcher Zwangsfinanzierungen wehre und auch dagegen, dass ich bei Nichtzahlen in einen Käfig eingesperrt werde, ich getötet werde. Ich glaube, wenn das mal verstanden wird, dann hört das Tieretöten und vor allem -quälen auch auf.

    • Hermann Messmer sagt:

      Liebe Vegetarier und Symphatisanten,

      Ich glaube nicht dass Ihr diese Diskussion „Tiere Töten/Essen“ argumentativ führen könnt.
      Artgerechte Tierhaltung: Was ist das? Pure, willkürliche Definitionen. Freilaufenden Hühner? Die am Boden laufen aber kaum genug Platz haben umzufallen? Die Eier essen, das Huhn aber nicht? In Kläranlagen werden Bakterien (Definition Tiere?) benutzt und getötet um das Abwasser zu reinigen.
      Auch der Kanarienvogel, der den ganzen Tag im Haus lebt, weil er irgendjemandem sein bester Freund sein muß ist ein Nutztier.

      Mit Vergleichen zu KZ´s werdet Ihr Feindschaft erzeugen, keine gute Basis fürs zuhören. Ich empfehle mehr Gelassenheit mit den Mitmenschen. Ihr könnt die Welt so nicht retten.

      Was andere tun sollen, dürft Ihr nicht erzwingen. Mit gutem Beispiel vorangehen halte ich für eine gute Idee.

      Ich bin Veganer. Und Voluntarist.

      Liebe Grüße
      Hermann

      • FwF-sandman sagt:

        Sehr gut Hermann,

        das ist der einzig gangbare Weg. Man muss Dinge vorleben und nicht durch subjektiv begründete Normen versuchen, anderen etwas aufzunötigen.

        Ursprünglich ging es ja mal um die Frage, ob das töten/essen von Tieren unmoralisch sei. Ich bestreite das, aus dem Grund, dass Moral das Kriterium des Menschseins beinhaltet. Die Fähigkeit zur Vernunft ist entscheidend, bestimmtes Verhalten überhaupt willentlich bevorzugen zu können.
        Wollte man das jetzt auf die Tiere ausweiten und sie in die Moral einbeziehen und sich als empathischer Mensch als Anwalt eines Löwen engagieren, um die Menschen zu bitten, diesen nicht zu töten, weil es universell zu bevorzugen wäre, Tiere nicht zu töten, dann würde man in dem Moment in einen Widerspruch laufen, in dem der Löwe die erste Antilope reißt.

        Das Töten von Tieren ist nicht unmoralisch, zweifellos aber gibt es edlere Taten. Es ist die Sache eines jeden Menschen, selbst zu entscheiden, wieviel eigenen Schmerz er bei der Betrachtung einer Legebatterie empfindet.

  8. VincitVeritas sagt:

    Die These vom bösartigen Menschen stammt sicher nicht erst aus dem Wissenschaftsbetrieb des 19./20. Jh., und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Frage, ob er nun von Natur aus „gut“ oder „böse“ sei, auf empirisch-naturwiss. Wege letztbegründend beantwortet werden kann.

    Im alten Ägypten ist die Herrschaft des Gottkönigs bereits mit der schlechten Naturanlage des Menschen begründet worden – um zu verhindern, dass das Gesetz des Stärkeren gilt.

    Der Naturzustand in Hobbes Leviathan stellt eine vergleichbare negative Anthropologie vor, und die Erbsündenlehre Augustins hat als Neuheit in der theologischen Reflexion auf die Natur des Menschen großen Einfluss gehabt.

    Ist die Entscheidung für oder wider eine gutartige/bösartige menschliche Natur zuletzt eine metaphysische Entscheidung? Entzieht sich der Glaube an eine von beiden Fundamentalalternativen jeder absoluten, rein-rationalistischen Herleitung?

    „Entdeckungen“ wie die „soziale Veranlagung“ des Menschen sind jedenfalls weder besonders spektakulär, noch stellen sie hinreichend zufriedenstellende Gründe dar, um von der gegenläufigen Annahme eines bösartigen humanen Wesens endgültig Abstand zu nehmen.

  9. Randfigur sagt:

    Super Artikel, der mit gut Fakten untermauert, was immer schon mein Bauchgefühl war.
    Ich habe aber doch etwas zu ergänzen, dass irgednwie konsequent außen vor blieb, obwohl es das zentrale Thema war : „Jäger“
    Wir scheinen ja wirklich einen Jagdinstinkt zu haben, der uns aggressiv gegen andere Lebewesen agieren lassen kann. Dieser Instinkt ist aber gleichzeitig etwas, das uns kooperativ sein lässt. Ist es nicht zumindest ein Teil dessen, das wir heute statt im Wald und auf der Heide auf dem Fußballfeld ausleben? Auch beim Jagdinstinkt denke ich, dass er wie Flucht- und Verteidigungsinstinkt nur in einer schon aggressiven Umgebung zu Aggressivität gegenüber anderen Menschen führt.

    Wir sind wahrscheinlich das kooperativste aller Säugetiere. Und selbst wenn wir wie viele andere Säugetiere eine gewisse Aggressivität angelegt haben, haben wir auch über unsere Kooperationsfähigkeit, ausgeprägte Empathie und Intelligenz die besten Möglichkeiten, sie zu kontrollieren.

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Randfigur,

      „Wir sind wahrscheinlich das kooperativste aller Säugetiere. “

      Das ist definitiv, und ich kann es Dir auch beweisen. Kommunikation findet über eine wie auch immer ausgeübte Sprache statt, wobei sich Sprache über Geräusche durchgesetzt hat. Es war ja nicht so, dass der Homo Erectus eines morgens aufwachte und in seinem Schädel ein voll ausgebildetes Sprachzentrum vorfand. Die Sprache, der Wunsch nach Kommunikation, kam zuerst. Zuerst gab man sich Ohrfeigen, dann grunzte man und am Ende unterhalten wir beide uns miteinander. Die Entwicklung des Sprachzentrums ist ein Ergebnis des Trainings, das der Mensch in seiner Entwicklung durchlaufen hat. Insofern ist der Mensch definitiv das Kommunikativste Säugetier.

      Diese Tatsache zeigt meiner Ansicht nach auch zweifelsfrei, dass der Mensch von seiner „Natur“ her nicht böse ist, sonders das Argument prinzipiell gegenüber der Gewalt bevorzugt.

      • mielia sagt:

        Sagt dir/euch zufällig „bischof-köhler-hypothesis“ und dazu in Bezug „mental time travel“ was?
        Dass Sprache sich möglicherweise im Gleichzug oder in Abhängigkeit oder im Zusammenhang dazu entwickelt hat, dass Menschen Antriebzustände ihres Selbst und von anderen über die aktuellen hinaus in Zukunft und Gegenwart projizieren mussten/konnten/sich das entwickelte?
        Das könnte doch eventuell bedeuten, dass Sprache neben Darstellung der Welt als vielen möglichen Welten auch besonders dazu gedient haben könnte/sollte Bedürfnissprache (–>Giraffensprache GfK) zu sein, oder?

        grüße
        mielia

  10. freedomforce sagt:

    Menschen streben also von Natur aus dazu, dass es ein Mindestmaß an fairer Ressourcenverteilung gibt.

    Nur das Ressourcen nicht verteilt, sondern geschaffen und genutzt werden.

    Überdiese die Duden-Definition von Egoismus ziemlich schlecht und unzureichend ist. Es wird Egoismus nur in Verbindung mit Schaden gesetzt, wobei Wohltätigkeit lediglich um das Merkmal des Schadens reduziert ist, aber von der Definition gar nicht erfasst wird, analog hierzu: Stirner – Der Einzige und sein Eigentum.

  11. isomorph sagt:

    Hallo DenkMal, danke danke danke! Super!!!

    Neulich kauf ich mir unterwegs den Strassenfeger(sone Obdachlosenzeitung aus Berlin) die sich mit Furcht und Angst befasst im Hauptteil. Da wird zur Einleitung beschrieben, wie zu erst die Furcht kommt und erst wenn diese überwunden wird, der Mensch überhaupt erst aggressiv sein kann, wenn er sich entgegen seiner Natur nicht zur Flucht, sondern für Attacke entscheidet und wie wichtig Furcht eigentlich ist, ganz im Gegensatz zur Aggression.
    Aggression ist gegen die menschliche natur. wie recht du hast.

    Noch so ein nützliches Argument in einer Diskussion, falls das wer nicht glaubt, dann soll dieser jemand mal nur einen krieg nennen, in der Zeit zwischen dem Fall Roms und Karl dem Grossen, also der Zeit der Barbaren, da gabs fast keine und schon gar keine Eroberungsfeldzüge usw., nur mal so nebenbei, da gabs halt auch keine Staaten

    lg

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  14. Tom sagt:

    interessant, dass FWF so etwas postet, gleichzeitig aber nicht versteht, dass genau das konkurrenz- und markt-wirtschafts-system einer der hauptfaktoren ist, die bei den menschen selbstsüchtiges und rücksichtsloses verhalten motivieren 😉

    • isomorph sagt:

      Sorry Tom, aber das ist einfach nicht wahr!

      http://isomorph.blogsport.de/2012/11/02/das-wetter-in-norwegen/

      Es gibt keine Alternative zum Wettbewerb und Verlieren ist nicht schlimm und etwas elementar Wichtiges. Irgend was oder irgend wer anderes ist für Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit verantwortlich 🙂

      • Tom sagt:

        natürlich gibt es eine alternative zum wettbewerb, zumindest zum wirtschaftlichen wettbewerb, und diese alternative ist offensichtlich die kooperation. innerhalb eines unternehmens stehen ja die einzelnen mitarbeiter heute in der regel auch nicht im wettbewerb, sondern sie arbeiten zusammen, um für das jeweilige unternehmen das bestmögliche (profit-)ergebnis zu erzielen. und wenn wir erkennen, dass dieses denken auch auf eine ganze gesellschaft ausweitbar ist, dann können wir großflächig wirtschaftlich kooperieren und damit sowohl ökonomisch als auch ökologisch viel bessere ergebnisse erzielen, als wir es im wettbewerb heute tun.

        ich weiß schon, dass FWF geistig nicht davon loslassen will, dass nur die „bösen regierungen“ an allen problemen schuld sind. und solange ihr das nicht könnt, seid ihr leider bedauernswerterweise am holzweg.

      • Tom sagt:

        und zu dieser aussage aus dem „wetter in norwegen“ artikel:

        „Für sein Glück ist jeder selbst verantwortlich, in dem er selbst entscheidet, welche Wetten er platziert und zu welchem Einsatz“

        das spricht wohl den von euch so gern verwendeten mythos der „equal opportunity“ an. dieser ist natürlich absoluter schwachsinn.

        kein mensch auf der welt hat die gleiche ausgangssituation wie ein anderer. die einen werden in reichtum geboren, die anderen in schlimmste armut, und es ist offensichtlich, dass ein mensch, der in einem gebiet geboren wird, wo jeden tag tausende kinder verhungern, natürlich NICHT die selben chancen hat, wie ein mensch, der z.b im wohlbehüteten österreich geboren wird. und das ist mal nur die offensichtlichste kategorie der unterschiede.

        in der tat unterscheidet sich bei jedem einzelnen menschen die ausgangs-situation von der eines jeden anderen menschen. also hat NIEMAND equal opportunity wie irgendjemand anderer. der eine mensch ist mit mehr intelligenz-potenzial geboren, und der andere mit weniger. der eine mit mehr körperlicher kraft, der andere mit weniger. und so weiter, ad infinitum.

        und all diese kleinen unterschiede bedeuten im heutigen konkurrenz-markt-wirtschaftssystem kleine vorteile bzw. nachteile für jeden einzelnen. und diese kleinen vorteile bzw. nachteile haften jedem einzelnen menschen von geburt an (bzw. schon vorher) an.

        es ist genau so, als würde man einen 100-meter-lauf veranstalten, und die 10 personen, die an den start gehen, sind: 4 halbverhungerte, 1 einbeiniger, 2 neunzigjährige, 1 dreijähriger, ein übergewichtiger dreißigjähriger und ein durchtrainierter sprinter. klar, alle spielen dann nach genau den selben regeln: sie starten gleichzeitig, sie müssen so schnell wie möglich auf ihrer bahn 100 meter laufen, und wer als erster im ziel ankommt, hat gewonnen. und das würdet ihr dann als „equal opportunity“ bezeichnen. dass ich nicht lache.

        der fehler in eurem denken, der so offensichtlich ist, dass es weh tut, ist: ihr definiert ein gerechtes system so, dass für jeden menschen die gleichen regeln gelten. nur damit macht ihr es euch leider viel zu leicht. ihr akzeptiert einfach, dass es auf der welt gewinner und verlierer gibt, also reiche und verhungernde menschen. und diese denkweise ist einfach nur abscheulich. macht euch doch mal die mühe, euch zu überlegen, wie eine gesellschaft sich organisieren könnte, damit niemand mehr verhungern muss! wir wissen heute, dass es nicht an technologischen aspekten liegt, dass 1 milliarde menschen am verhungern sind. es liegt nur an den „spielregeln“ unserer gesellschaft. wollt ihr euch nicht mal endlich in die überlegungen einklinken, wie man diese „spielregeln“ so gestalten könnte, dass zumindest jeder mensch genug zu essen, sauberes wasser und ein dach über dem kopf hat? anstatt euch weiterhin auf eurem bequemen „equal opportunity“ mythos auszuruhen?

        • isomorph sagt:

          Hallo Tom,

          danke für deine ausführliche Antworten. Deinem ersten Post würde ich sogar noch zustimmen, solange Kooperationen auf Freiwilligkeit beruhen. Werden Menschen jedoch zur Kooperation gezwungen, wird diese Alternative jedes mal aufs Neue deutlich unterlegen sein. Ganz egal wie ethisch es diesmal versucht wird, ganz egal, wie ethisch Menschen zu etwas gezwungen werden. Würdest du mir hier zustimmen?

          Ich, und fwf vermutlich ebenso, ist durchaus bewusst, dass nicht nur die bösen Regierungen an allem Schuld sind, sondern auch Menschen, die sie ausnutzen. Doch das sind nicht nur Konzerne, wenn auch wesentlich gravierender, sondern auch jeder Mensch sonst, der irgend eine Leistung vom Staat erhält, für die zuvor andere enteignet werden mussten. Es sind jedoch weder die Konzerne, noch andere einzelne Menschen, die jemanden enteignen. Es sind die Staaten, die Menschen zu allem möglichen zwingen.

          Zu dem Beispiel mit dem 100 Meter Lauf. Was wären denn die alternativen?

          Die Erste wäre den Lauf offiziell komplett abzusagen. Lass dir jedoch versichern, dass die Menschen inoffiziell sich heimlich trotzdem zum 100 Meter Lauf verabreden, um herauszufinden, wie schnell der Schnellste ist.

          Die zweite Möglichkeit wäre jedem Läufer des offiziellem Laufes Gewichte umzubinden. Doch würde die Menschheit so nie herausfinden, wie schnell sie wirklich laufen kann, und auch dass, keine endgültige Chancengleichheit garantieren.

          Die dritte Möglichkeit wäre den Siegern einfach den Preis wegzunehmen, um ihn unter allen Läufern gleichmäßig zu verteilen. Doch dann kann man vom Sprinter wohl keine 100% mehr erwarten, genau so wenig wie vom Übergewichtigem. Letztere wird auch keine große Motivation mehr verspüren, sich an der Leistung des Sprinters zu orientieren, um von Rennen zu Rennen schneller zu werden.

          Es ist einfach elementar für die Menschheit, herauszufinden, wie schnell sie in der Lage ist, die 100 Meter zu bewältigen.

          run4YOURlife 😉

          Abschließend ein deutliches NEIN! Niemand von fwf akzeptiert verhungernde Menschen! Alles hier dreht sich quasi um Spielregeln für die Organisation einer Gesellschaft, damit wirklich niemand mehr verhungert. Und diese Spielregel ist ganz einfach:

          Wenn einfach niemand mehr Gewalt über andere ausübt …

          http://isomorph.blogsport.de/2012/11/10/freiheit-fuer-das-bge/

          Danke Tom, nun fühle ich mich Fit für die obligatorische Politdiskussion mit meiner Familie am Weihnachtsabend 🙂

          Euch allen ein frohes Fest

          • isomorph sagt:

            edit: der durchtrainierte Sprinter ist auch nicht Schuld an der Situation der anderen 9 Läufer! Irgendwas oder irgendwer Anderes ist Schuld 😉

        • Hermann sagt:

          Hallo Tom,

          Du schreibst gerade die Rechtfertigungsrede für eine Diktatur. Für die erzwungene Kooperation. Nach Deinen Regeln-
          Du erkennst nicht den Wert der Freiwilligkeit. Bei deinem 100m Lauf nach deinen Regeln würde der durchtrainierte Sportler nicht mitmachen. Warum auch? All sein Training hat sich nicht gelohnt. Du sorgst für Regeln, so dass ihm das harte Training keinen Vorteil bringt. Er wird nicht freiwillig mitmachen. Deine Gedankengänge der Gleichmacherei funktionieren nur mit Zwang. Und dann auch deutlich schlechter als in einem freiwilligen System das Unterschiede zuläßt. Derjenige, der sich in der Schule angestrengt hat, bekommt bei dir den gleichen Lohn wie derjenige der die Schule geschwänzt hat, nur deshalb weil er gleich lange am Arbeitsplatz ist. Diejenigen die beim Kuchen backen nicht geholfen haben, nur Ausreden hatten, bekommen bei Dir ein sozial gerechtes gleich großes Stück. Du nennst das soziale Gerechtigkeit. Ich kenne Deine Denkweise, sie hat in der Vergangenheit immer wieder zu totalitären Regimen geführt welche Deine Spielregeln vorgeben. Du redest Ihnen das Wort.
          Ich in FreiwilligFrei will von Leuten wie Dir nur in Ruhe gelassen werden. Wir wollen von Deinesgleichen eben nicht gezwungen werden nach Deinen Spielregeln zu tanzen. Wir erwarten von Dir nicht, dass Du unsere Ideen übernimmst. Du kannst Deine Kommune, Deinen Kibbuz, Dein „sozial gerechtes“ System gerne mit all den Menschen ausführen die mitmachen wollen, wir wollen nur in Ruhe gelassen werden und nicht mit Zwangssteuern, Zwangsmitgliedschaften, aufgezwungenen Regeln belästigt werden. Wir wollen Freiwillig Frei sein. Du darfst gerne Freiwillig „Sozial gerecht“ sein. Aber mach Dir klar, dass Du das totalitäre Gedankengut in Dir trägst, Du willst uns zwingen mitzumachen. Du brauchst uns, weil in Deinem Gedankengut Leistung nichts zählt. Du brauchst die Leistungsträger. Du trägst die moralische Waffe „1 Milliarde Menschen verhuingern“ so vor Dir her, und unterstellst damit, dass ich daran Schuld habe und Dir deshalb folgen muß. Du versuchst Dir damit einen Heiligenschein aufzusetzten der Dir erlaubt mich in Deine Regeln zu zwingen. Das ich alles hergeben muß, solange irgendwo eine Mensch verhungert.
          Ich bin nicht für das Verhungern anderer Menschen verantwortlich. Ich werde mich deshalb nicht in Dein totalitäres Gedankengut einklinken, Spielregeln für andere Menschen erfinden, welche dann zu Zwang und Gewalt führen. Und erzwungene Spielregeln sind Zwang und Gewalt!
          Ohne mich! Nicht freiwillig! Du mußt mich zwingen für Deine Ideen Steuern zu bezahlen. Willst Du dass? Warum willst Du dass? Weil Du es besser weißt wie ich? Das rechtfertigt dein Gedankengut und den Zwang?
          Wie definierst Du Totalitär? Worin unterscheidet sich Dein Gedankengut davon?

          • Tom sagt:

            ich weiß nicht, wieso ihr (isomorph und Hermann) es anscheinend für notwendig erachtet, mir irgendeine absicht zur „unfreiwilligen kooperation“ und in Hermanns fall (völlig daneben) sogar „totalitäres gedankengut“ zu unterstellen. freiwilligkeit ist eines der wichtigsten dinge, wenn man über eine gesellschaft spricht, die besser für alle menschen und für die natur funktioniert, als die heutige.

            vor allem Hermanns post ist so voll von lächerlich falschen unterstellungen, dass ich wirklich keine lust habe, darauf punkt für punkt einzugehen.

            hört euch einfach dieses gespräch an, das ich mit ein paar FWF-jungs hatte, vielleicht versteht ihr dann, worüber ich rede, und könnt euch in zukunft eure armseligen unterstellungen sparen:

            http://www.youtube.com/watch?v=ObqXw7BkkHA

          • michael sagt:

            „vor allem Hermanns post ist so voll von lächerlich falschen unterstellungen, dass ich wirklich keine lust habe, darauf punkt für punkt einzugehen.“
            die selbe antwort trifft zu 100% auf deinen kommentar zu lieber tom.
            du hättest dir deine unterstellungen durchaus auch sparen können, weil du es eigentlich besser wissen müßtest, wie wir zu den sachen stehen, die du erwähnt hast…. deshalb hatte ich auch keine lust auf deine punkte einzugehen.

            ich finde btw hermanns antwort, wert darauf zu antworten….denn er spricht valide punkte an, er hat konkret auf deine argumente geantwortet…und vor allem, wie soll er wissen, wer du bist.

          • Tom sagt:

            Hermann (so wie jeder andere mensch auch) braucht nicht zu wissen, wer ich bin, um mir keine lächerlichen unterstellungen von wegen „totalitäres gedankengut“ usw. zu machen. keine meiner aussagen hat auch nur im geringsten solche dummen unterstellungen gerechtfertigt.

            ich hingegen habe niemandem irgendwelche derartig dummen unterstellungen an den kopf geworfen.

          • isomorph sagt:

            Hallo Tom, ich wollte festhalten, dass zumindest ich dir nichts unterstellt habe. Ich habe dich gefragt, ob die von dir erwähnten Kooperationen auf Freiwilligkeit basieren, was du, wenn ich dich richtig verstanden habe, bejaht hast. Damit wäre für mich auch alles in Butter. Damit gibt es neben freiwilligen Kooperationen eine freie Marktwirtschaft und jede einzelne Kooperation ist ja auch ein individueller einzelner Marktteilnehmer. lg

        • Hermann sagt:

          Hallo Tom,

          trotz Weihnachten noch ein paar armseelige Unterstellungen von mir:
          Du bist Kommunist und traust Dich das nicht auszusprechen oder weißt es vielleicht gar nicht.
          Du unterstützt eine totalitäre Idee und träumst von anderen, perfekten Menschen.
          Das würde irgendwie verkappt und verschleiert in der Kritik meines Posts stehen müssen.
          Aber zum Glück sind meine Beiträge zu armselig für Dich, herzlichen Glückwunsch!
          Ich habe mir die „Zeitgeist-Movement“ Seiten angeschaut und mir Euer Venus-Projekt angeschaut.
          Ich fasse zusammen: „ … Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“
          Stimmt, das ist jetzt wirklich eine Unterstellung von mir, dieser Satz stammt nicht von Eurer Web-Seite sondern von Karl Marx. Aber was ist bei Euch anders?
          Wer entscheidet denn Eure Fragestellungen, die Ihr an wissenschaftlichen Experimente testen wollt? Gehörst Du zu dieser Elite? Qualifiziert mich mein Maschinenbau-Studium dazu? Ihr glaubt allen Ernstes Wissenschaft und Technik sind was Objektives. Mach mal bitte die Augen auf und lies die Zeitungen. Unsere Wissenschaftler sind sich bei unserem CO2-Experiment mit der Atmosphäre ja so einig. Wissenschaft und Computersimulationen sind objektiv? Kein Menschen zur Entscheidung notwendig? Träum weiter.

          Hast Du schon mal die Tom-Bibel gelesen?
          „Wir alle müssen von Tom den Geist der Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit lernen. Davon ausgehend kann man ein Mensch werden, der dem Volke großen Nutzen bringt. Man kann mit größeren oder geringeren Fähigkeiten ausgestattet sein, aber wer nur eine solche Gesinnung besitzt, wird ein edler Mensch mit klarem Charakter und hohen moralischen Qualitäten sein, ein von niedrigen Interessen freier Mensch, der dem Volke nützlich ist.
          Uppps, schon wieder eine Unterstellung von mir. Mach bitte aus „Tom“ – „Mao Tse-Tung“ .
          Das meiste aus der Mao-Bibel könnt Ihr mit kleinen Änderungen für Eure Welt verwenden. Gibt’s im Netz zum runterladen. Ich habe mir vor längerer Zeit mal den Spass gemacht und Eure kommunistische Grundlagen-Literatur gelesen.
          Ihr müsst nicht so schöne neue Namen wie „Zeitgeist-Movement“ erfinden. Bleib doch einfach beim Original. Nennt sich Kommunismus. Ich brauche dann diese kommunistische Idee nicht immer wieder in einem neuen und bunteren Mäntelchen angucken.

          Den Rest könnt ihr von „Brave New World“ kopieren.
          Nach Deiner Zeitrechnung befinden wir uns damit im Jahre 104 A.F. Wann fangt ihr mit dem klonen von den perfekten Menschen an?

        • Ralf Karnowsky sagt:

          Hallo Tom,
          ich habe hinsichtlich des Verständnisses der Kooperation zwischen unterschiedlich leistungsstarken Individuen einen gut gemeinten Rat an Sie:
          Bitte beschäftigen Sie sich mit den ‚Theorem des komparativen Vorteils‘ (D. Ricardo).

          „Wenn A dem B in der Weise überlegen ist, dass er zur Erzeugung einer Einheit der Ware p drei Stunden Arbeit benötigt gegen fünf, die B dazu braucht, und zur Erzeugung einer Einheit der Ware q zwei Stunden gegen vier, die B braucht, dann ist es für A vorteilhafter, seine Kraft auf die Erzeugung von q zu beschränken und die Erzeugung von p dem B zu überlassen. Wenn jeder von ihnen je 60 Stunden der Erzeugung von p und q widmet, dann ist das Ergebnis dieser Arbeit für A: 20 p + 30 q, für B: 12 p + 15 q, mithin für beide zusammen: 32 p + 45 p. Beschränkt sich jedoch A auf die Erzeugung von q allein, dann erzeugt er in 120 Stunden 60 Einheiten, während B, wenn er sich auf die Erzeugung von p beschränkt, in der gleichen Zeit 24 Einheiten erzeugt. Das Ergebnis ihrer Tätigkeit ist dann: 24 p + 60 q, was, da p für A einen Substitutionswert von 3/2 q und für B einen solchen von 5/4 q hat, einen höheren Ertrag bedeutet als 32 p + 45 q.“ (Mises – „Die Gemeinwirtschaft“)

          Ich übersetze das mal in eine verständlichere Form:
          Nehmen wir einmal an, dass Tischlermeister Schulze zur Fertigung eines Stuhls 3 Stunden und zur Herstellung eines Tisches 5 Stunden benötigt. Der benachbarte Tischlermeister Meier dagegen braucht für die Herstellung beider Produkte länger: für den Stuhl veranschlagt er 4 Stunden und für den Tisch 8 Stunden. Offensichtlich ist Schulze im gesamten Spektrum leistungsfähiger als Meier – lohnt sich also eine Kooperation mit Meier aus der Sicht von Schulze?
          Im ersten Moment würde letzterer diese Anfrage mit Sicherheit verneinen. Er wäre überzeugt, dass sein in allen Belangen schwächerer Konkurrent bei einer Zusammenarbeit von seiner Leistungskraft profitieren, er dagegen einen Verlust machen würde.
          Uns liegen aber die Auftragsbücher beider Tischlereien vor, aus denen wir ersehen können, dass Schulze in der vergangenen 120 Stunden 18 Tische und 10 Stühle angefertigt hat ((18 x 5h = 90h) + (10 x 3h = 30h) = 120h). Sein Mitbewerber Meier stellte im gleichen Zeitraum 6 Tische und 18 Stühle her
          ((6 x 8h = 48h) + (18 x 4h = 72h) = 120h). Zusammen konnten also beide 24 Tische (18 von Schulze + 6 von Meier) und 28 Stühle (10 von Schulze + 18 von Meier) an ihre jeweiligen Kunden ausliefern.
          Nun rechnen wir Schulze vor, wie das Ergebnis ausgefallen wäre, wenn er gemeinsam mit Meier unter dem Handelsnamen „Schulze&Meier-Möbel“ agiert und er sich auf die Herstellung von Tischen, im Gegenzug Meier sich wiederum auf die Stuhlproduktion konzentriert hätte – und wir kommen zu folgendem, für Schulze verblüffenden Resultat: 24 Tische (24 x 5h = 120h) und 30 Stühle (30 x 4h = 120h) hätten zur Auslieferung bereit gestanden! Der Gewinn der Kooperation besteht also aus dem Verkaufserlös abzüglich der Herstellungskosten der zusätzlich produzierten 2 Stühle, von dem sowohl Schulze als auch Meier anteilig profitieren, ohne dass einer von beiden eine Minute länger hätte arbeiten müssen als vorher und Schulze in allen Belangen leistungsfähiger ist als Meier.

          Es kann also als erwiesen angesehen werden, „dass jede Erweiterung der persönlichen Arbeitsgemeinschaft für alle, die sich ihr anschließen, von Vorteil ist. Nicht nur der, der sich mit Begabteren, Fähigeren, Fleißigeren zusammenschließt, zieht aus der Verbindung Gewinn. Auch der, der sich mit Wenigerbegabten, Unfähigeren, Fauleren vereinigt, hat davon Vorteil. … Die höhere Produktivität der arbeitsteilig verrichteten Arbeit ist es, die die Menschen dazu bringt, einander nicht mehr als Konkurrenten im Kampfe ums Dasein anzusehen, sondern als Genossen zur gemeinschaftlichen Förderung ihrer Wohlfahrt. Sie macht aus Feinden Freunde, aus Krieg Frieden, aus den Individuen die Gesellschaft.“ (Mises ebenda)

  15. F.iasko sagt:

    @ Tom

    Mit der Zeit wurden gewisse herausragende Psycho- Pathologen davon überzeugt, dass die Theorie korrekt ist, dass eine Entwicklung einer gesunden, funktionsfähigen Sichtweise der menschlichen Realität ohne die Anerkennung der psychopathologischen Erkenntnisse unmöglich ist. (Lobaczewski/Ponerologie)

    FwF kennt diese Zusammenhänge und Du?

  16. Tom sagt:

    ich klinke mich hier wieder aus. wieder mal hatte ich gedacht, dass man mit euch hier vielleicht ein vernünftiges, selbstkritisches gespräch führen könnte. aber anscheinend geht das nur, wenn man sich per skype trifft. schriftlich kommt ihr leider rüber wie eine sekte. gut, dass eure denkweise immer mehr am aussterben ist. und damit meine ich nicht den voluntarismus, den ich natürlich für eines der wichtigsten dinge überhaupt halte, sondern eure kurzsichtigkeit, was das thema „gewalt“ bzw. „freiwilligkeit“ angeht. ihr werdet es wohl nie lernen, dass es nicht reicht, sich einfach nur die direkte gewalt anzusehen, sondern dass es auch so etwas wie systemische gewalt gibt. und dass ein marktsystem genau diese systemische gewalt repräsentiert. wie gesagt, eure kurzsichtige denkweise ist im aussterben befindlich, und deshalb kann ich euch getrost ignorieren. viel spaß noch.

    • isomorph sagt:

      Hi Tom, schade, wirklich. Ich kenne dich nicht. FWF ist ein Treffpunkt für Individuen. Ich bin bereit für ein vernünftiges, selbstkritisches Gespräch über systemische Gewalt. lg

  17. Hermann sagt:

    Schade Tom, das Du nicht antwortest. 🙁 Vielleicht liest Du doch noch mit und korrigierst mich.

    Zeitgeist-Movement (Auszüge aus dem „Activist Orientation Guide“):
    „Es ist sehr wichtig, dass wir die Brücke zwischen den Kulturen zum Ausdruck bringen, mit dem Kernpunkt, dass wir alle wirklich gleich sind.……
    Nachdem einer sehr großen Zahl von Menschen auf dem Planeten Hand in Hand gemeinsam nach einem dramatischen sozialen Wandel streben, werden wir die nächste Phase beginnen, indem wir gleichzeitig Druck auf alle Nationen ausüben …..
    Wenn wir verstehen, dass unsere Probleme auf diesem Planeten technische sind, dann werden wir sehen, dass, wenn eine Gruppe von Menschen qualifizierte Entscheidungen über alles trifft, diese natürlich technisch und damit objektiv wären, nicht politisch motiviert….

    Interdisziplinäre Teams:
    Das Rückgrat der anfänglichen Entwicklung dieses neuen sozialen Systems sind Teams von Forschern und Technikern, die in allen relevanten Bereichen tätig sind….
    Das erste Team, aus dem alles hervorgeht, ist das „Communications Team“. Alles, was von diesem Team vorgeschlagen wird, wird in Maßnahmen umgesetzt. ….
    Es ist an der Zeit, dass wir „Massenschöpfungswaffen“ („Weapons of Mass Creation“, WMCs) für unsere Welt einsetzen. Es ist Zeit, dass wir die Verantwortung für uns selbst und andere übernehmen. Wir haben das Wissen, die Mittel und die Initiative zur Entwicklung einer völlig neuen sozialen Struktur, die eine Welt schafft, in der wir gerne leben wollen und gedeihen können.“

    ————-

    Korrigiere mich bitte wenn ich falsch liege, aber das ist totalitärer Größenwahn von Forschern und Technikern, nichts anderes. Was bliebe für meine Minderheitsmeinung denn dann für Freiwilligkeit und Voluntarismus? Eine Gruppe von Menschen (Elite) trifft „objektive“ Entscheidungen und gestaltet die gesamte Welt!
    Um nicht falsch verstanden zu werden, ich gehe nicht davon aus, dass die Zeitgeist-Movement-Leute oder Du, Tom bewußt etwas Böses wollt. Wenn am Schluß aber die Bude brennt, ist es egal dass man ohne böse Absicht mit dem Feuer gezündelt hat.
    Klär mich bitte auf, Tom.

    • depublished sagt:

      Oha! Danke für die Zitate, Hermann, das klingt ja gruuu-se-lig! Bestimmt kann man bei den Zeitgeistlern dann auch zum Thetan aufsteigen, durch Wände gehen und den Weltuntergang auf einem Kometen überleben. (Hab schon ein Schleudertrauma vor lauter Kopfschütteln.)

  18. F.iasko sagt:

    Hallo,
    die elitäre Massenhirnwäsche macht aus an sich guten Menschen, die sich glaubhaft für Frieden interessieren „Krieger“.

    „Krieger“ nennen sie diese Leute, die nicht genau wissen, wofür sie in Wirklichkeit kämpfen. Als „Krieger“ wirst du nur emotional missbraucht. Sie lachen über dich!

    Wenn ihr mich fragt, dann seid ihr vom Venusprojekt Krieger für die NWO. Ohne es zu wissen!

    Ich möchte auch noch wissen, wie Tom und seine Leute mit dem Fakt umgehen, dass sich jede x-beliebig grosse Gruppe sehr schnell selber zerstört, wenn sie Psychopathie/Soziopathie nicht berücksichtigen.

    Wenn Venus-Projekt die Deutungshoheit haben will, warum sind nicht sie es, die, die Erkenntnisse aus Ponerologie laut in die Welt schreien?

    …und Gesprächsverweigerung und GesprächsABBRUCH ist bei euch wohl völlig normal. Ich freu mich aber, wenn ich mich täusche und du zurückkehrst an den „Tisch“.

    lg

  19. Wolf sagt:

    „Der Mensch wär` so gern gut und gar nicht roh.
    Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.“ (Bertolt Brecht)

    Danke für Deinen interessanten Beitrag, der eine Frage berührt, auf die viele gesellschaftliche und politische Diskussionen hinauslaufen. Ist der Mensch böse oder gut? Leider steht wohl mancher am Ende Deines Beitrags wieder ratlos da. Menschen, die genetisch als „gut“ konzipiert sind, werden böse und aggressiv, weil sie eine gewaltvolle Kindheit erlebten. Das geht bis zu „Hitler, Stalin, Ceauşescu und Co“, deren Bosheiten lediglich auf Kindheitstraumata zurückzuführen wären.
    Wenn wir heute von den Gräueltaten der IS im Irak hören, wie können wir uns das erklären? Ist der Islam schuld? Nein- irgendwie müssen diese Mörder eine schlechte Kinderstube gehabt haben. Aber wieso? Sind Eltern aggressiv, weil ihre Eltern aggressiv waren? Wo fing das an?
    Ja, Kooperation ist das dominante Naturprinzip- nicht Konkurrenz.
    Konkurrenz unter Menschen im großen Stil entstand vor etwa 5000 Jahren. Seitdem gibt es Herrschaft, wie wir sie heute kennen- und meist auch akzeptieren.
    Das „Märchen vom Menschen als blutrünstigen Jäger“ ist ein Herrschaftsargument. Der Mensch ist schlecht, gewalttätig, unvernünftig, destruktiv, faul und rachsüchtig. Also muss er gezähmt, erzogen, unterdrückt und bekriegt werden. Deshalb brauchen wir Staaten, Schulen, Hartz- IV- Sanktionen, Gefängnisse, Militär und Polizei.
    Das gewaltige Unterdrücken und Abschlachten hat meist nur einen schlichten Grund: Machtgier, verbunden mit dem Glauben an das Geld. Technischer Fortschritt wird mit sozialem Fortschritt in eins gesetzt.
    Dabei sind wir, sozial betrachtet, längst wieder im Mittelalter angelangt.
    Theodor W. Adorno beklagte die ungeheure Kälte unter den Menschen. Doch auch er blieb bei dieser Feststellung stehen. Der Psychologe Arno Gruen geht da weiter:
    „In sogenannten „primitiven“ Gesellschaften dagegen erlaubt die Kultur in Ritualen und Zeremonien den Ausdruck ambivalenter Gefühle und komplexer Phantasien.
    Im Gegensatz zu anderen Gesellschaften wie zum Beispiel den Yequena in Venezuela oder den Montagnais-Naskapi im früheren Quebec, die ihre Kinder in ihrem Sein völlig akzeptieren und nicht versuchen, deren Gefühlswahrnehmungen zu programmieren, werden unsere Kinder in die Abhängigkeit gestürzt: Je mehr sie körperlich und seelisch als Kinder aufwachsen, desto mehr werden sie im Namen ihres „Kleinseins“ unterdrückt.“
    Eugene O’Neill, der amerikanische Dramatiker und Nobelpreisträger, schilderte diesen Prozeß am Beispiel der politischen Entwicklung der USA. Er schreibt: Amerikas „zentrale Idee gleicht dem fortwährenden Spiel, die eigene Seele durch den Besitz von etwas zu gewinnen, was außerhalb ihrer Grenzen liegt; dadurch verliert man aber die eigene Seele und das Eroberte“. Dieser Vorgang führt zu einer Selbsttäuschung, die darin liegt, daß man tatsächlich die Macht entwickeln kann, um der Unzulänglichkeit durch Selbsthaß und Selbstverachtung zu entkommen. Und so jagen Menschen einer vorgetäuschten Stärke nach, einer halluzinierten Stärke, weil sie glauben, daß man sich durch Besitzen, Herrschen, Unterdrücken Sicherheit schaffen könnte. Und im Grunde ist dieses Streben nach Sicherheit das Bedürfnis nach Liebe, die man nie erhielt. Diese Jagd aber entstellt die Liebe nicht nur, sondern rückt sie auch für immer in unerreichbare Ferne.“
    (Arno Gruen, „Verratene Liebe – falsche Götter“)
    Die Identifikation mit dem Staat, der Firma und anderen Institutionen verhindert das Bewusstsein eigener Identität. „Primitive“ zeigen uns, wie Menschen leben können. Ein westlicher Journalist fragte Mahatma Gandhi:
    „What do you think about western civilisation?“ Gandhi: O, that`s a good idea!“
    Nun könnte ich diesen Kommentar beenden und viele wären auch wieder ratlos. Was tun? Auswandern? Das wäre eine Möglichkeit. Für die meisten ist das, aus verständlichen Gründen, mehr als nur unbequem. Ich empfehle Marianne Gronemeyer, die in ihrem Buch „Wer arbeitet, sündigt“ rät, raus aus dem Markt und rein in die Nische zu gehen. Sich mit anderen verbünden, die ähnlich denken, kleine Gruppen bilden, statt sich großen Parteien anzuschließen. Dem kapitalistischen System so viel wie möglich an eigener Lebenskraft und Kreativität entziehen. Was nützt es, heute auf der Mahnwache für Frieden zu stehen, um morgen mit fleißiger Arbeit in der Mikrochip- Industrie an Waffensystemen mitzubasteln? Denn das ist die tatsächliche aktuelle Blutrunst: Kriege. Sie beginnen mit struktureller Gewalt und enden in geplantem Mord.

  20. Meinung sagt:

    Ich glaube nicht das der Mensch ein soziales Wesen ist, sondern von Natur aus als egoistischer Einzelgänger konzipiert wurde. Das was wir unter „sozial“ verstehen wurde im Rahmen der Vergesellschaftung indoktriniert, bezüglich besser Machtausübung einzelner Individuen. (Evolution der Säugetiere)

    • Christian sagt:

      Im Gegensatz zu anderen Säugetieren ist der Mensch in seinen ersten Lebensjahren nicht überlebensfähig ohne seine Mutter, seine Familie. Auch später ist er stets eingebunden in ein dichtes soziales Netz der gegenseitigen Abhängigkeiten. Es gibt natürlich auch Einzelkämpfer, die es schaffen ganz alleine zu überleben, aber ich behaupte, das sind Ausnahmen.

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