von Ralf Karnowsky

 

Der interventionistische Wohlfahrtstaat stößt heute allerorts an schier unüberwindliche Grenzen, insbesondere was zwei seiner definierten Ziele betrifft: der Verhinderung von Armut durch „Umverteilung“ und der Unterbindung einer weiteren Spreizung der Einkommensunterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen der Gesellschaft.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich Menschen – unterschiedlichster Weltanschauungen und quer durch alle politischen Lager – Gedanken darüber machen, wie diese Probleme zukünftig gelöst werden sollen: die einen wollen das bestehende soziale Absicherungssystem im Kern beibehalten und durch weitere staatliche Eingriffe regulieren, die nächsten möchten das jetzige System abschaffen und durch eine vereinheitlichte Hilfe ersetzen („Bedingungsloses Grundeinkommen“ – kurz: BGE), andere wiederum lehnen die Existenz eines Sicherungssystems an sich explizit ab.

Betrachten wir im Folgenden das BGE genauer: es scheint, auf den ersten Blick gesehen, tatsächlich eine zukunftsfähige Alternative zu dem bestehenden Absicherungssystem zu sein. Seine Attraktivität verdankt es dem Umstand, dass seine Einführung einen massiven Abbau staatlicher Bürokratie nach sich ziehen würde, da hunderte von Maßnahmen (die jede für sich an seperaten Stellen im Staats- bzw. Kommunalapparat vollzogen werden) zu einer einzigen zusammengefasst würden, die zudem auch nicht mehr beantragt und geprüft werden müsste – ausgenommen die Geburt und der Tod des Empfängers.

Die dadurch bedingte Verminderung der „Reibungsverluste“ bei der Umverteilung würde zu einer massiven Absenkung des Kapitalbedarfs führen, das für die existenzielle Absicherung aller aufgebracht werden müsste (ich vermeide an dieser Stelle den Begriff „sparen“ bzw. „einsparen“ wohlweislich) bzw. würde dazu führen, bei gleichem Aufwand wie heute die Transferleistung an die Empfänger erhöht werden könnte. Soweit, so gut.

Und es gibt sogar noch einen weiteren positiven Aspekt, der selbst von manchen Befürwortern des BGE übersehen wird: die „freigesetzten“ staatlichen Angestellten könnten in produktiven Bereichen tätig werden und somit die Wohlfahrt für alle erhöhen, da dies die Gesellschaft insgesamt reicher macht. (zum Verständnis dieses Sachverhaltes bitte ich den Leser unter www.bastiat.de/index2.html den Link „Die pointiertesten Schriften“ anzuklicken und dort die Artikel „Die Entlassung“ und „Öffentliche Arbeiten“ zu lesen).

Das ist aber auch alles, was die Einführung eines BGE an positiven Wirkungen aufweisen könnte.

Die tiefere Ursache des Problems wird durch ein BGE nicht beseitigt, sondern im Gegenteil noch verschärft. Es folgt die Beweisführung für diese Behauptung:

(1) Seit dem Bestehen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung (ich setze den Zeitpunkt des Beginns – zugegebenermaßen recht willkürlich – einmal um 1830; also sprechen wir hier über einen Zeitraum der letzten 180 Jahre) erfuhren die Menschen eine Steigerung des Lebensstandards, wie er die vorhergehenden 2000 Jahre nicht stattfand. Sie genießen heute Waren und Dienstleistungen, die selbst einen absolutistischen Potentaten vor Neid erblassen ließen, wenn er von diesen Kenntnis gehabt hätte. Selbst Karl Marx konnte nicht umhin, dies als Tatsache anzuerkennen: „Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schießt, mit der sie den hartnäckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt.“ („Manifest der kommunistischen Partei“, MEW 4, S. 464).

Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Wodurch war es gerade dem Kapitalismus möglich, einen solchen Massenwohlstand zu schaffen? Die erste Antwort, die einem in den Sinn kommen mag, ist: durch die Marktwirtschaft! Dies ist sicherlich nicht verkehrt, kann aber das Phänomen nicht vollständig erklären, denn bereits um 1800 v.Chr. gab es einen Fernhandel, der nach marktwirtschaftlichen Prinzipien organisiert war (so wurde z.B. Zinn für die Bronzeherstellung von der britischen Insel nach Kreta verbracht) – und von einem hohen Lebensstandard für die Massen der Bevölkerung konnte zu dieser Zeit wohl keine Rede sein. Die Marktwirtschaft existierte also seit jeher: seitdem Menschen anfingen, miteinander Tauschhandel zu betreiben (selbst der Sozialismus konnte sie nicht endgültig beseitigen: sie fand dort weiter „im Untergrund“ statt).

Es musste demzufolge noch etwas Anderes, Zusätzliches zur Marktwirtschaft hinzukommen: die Beseitigung der Ständeordnung. Durch die Freiheit eines jeden Einzelnen, durch seine Handlungen den Verlauf seines Lebens beeinflussen zu können, waren die Grundlagen zu einer sozialen Mobilität geschaffen. Diese entfaltet ihre Wirkung in einer freiheitlichen Gesellschaft jedoch nach zwei Seiten: einerseits ermöglicht sie dem „Habenichts“ aufzusteigen, indem er ständig danach Ausschau hält, seinen Mitmenschen durch seine Arbeit einen Nutzen zu bieten.

Diesen potentiellen Nutzen kann er erhöhen und damit seine Aufstiegschancen verbessern, indem er Selbstdisziplin übt, härter arbeitet als andere Mitglieder seiner sozialen Schicht und verantwortungsbewusst mit seinen Mitteln umgeht. Marx bestreitet zwar diese Sichtweise als ‚Kinderfibel‘ („Er lehnt mit Verachtung die bourgeoise Kinderfibel ab, dass gewisse Leute eher als andere dank höherer Intelligenz und Arbeits- und Sparenergie Kapitalisten wurden und es noch täglich werden.“ Joseph A. Schumpeter „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“), aber die Historie mit den hunderttausendfach belegbaren Biographien von Aufsteigern sollte jedem Unvoreingenommenen zeigen, dass er damit falsch lag.

Wesentlich richtiger beurteilte sein Zeitgenosse Abraham Lincoln diesen Sachverhalt: „ Wenige Männer besitzen Kapital, und diese Wenigen meiden ihrerseits die Arbeit; mit ihrem Kapital mieten oder kaufen sie die Arbeitskraft einiger anderer. Eine große Mehrheit gehört keiner dieser Klassen an – sie arbeiten weder für andere, noch lassen sie andere für sich arbeiten … Und dieser Fall ist beinahe, wenn nicht gar durchgehend die allgemeine Regel. Der umsichtige, mittellose Anfänger im Leben arbeitet eine Weile für Lohn, spart den Überschuss an, mit dem er für sich selbst Werkzeug oder Land kaufen kann; dann arbeitet er eine Zeitlang auf eigene Rechnung und stellt langfristig andere Anfänger ein, ihm zu helfen. Das, sagen die Befürworter, ist freie Arbeit – das gerechte und großzügige und florierende System, das den Weg für alle öffnet – allen Hoffnung gewährt, und Schaffensdrang und Fortschritt und Verbesserung der Lebensbedingungen aller.“ (A.Lincoln, 1859)

Andererseits fordert die soziale Mobilität vom „Vermögenden“ einen sorgsamen Umgang mit seinem Kapital, da er sonst in die Gefahr läuft „abzusteigen“ – auch für diese Fälle gibt es unzählige Beispiele in der Geschichte. Es war nämlich in der Vergangenheit nicht immer so, dass „der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt“ – sprich, dass ein einmalig zu Wohlstand Gekommener quasi eine staatliche Garantie auf den fortwährenden Erhalt seines Reichtums ausgestellt bekam (wie bspw. heutigen Besitzern von Staatsanleihen südeuropäischer Länder). Im einem Kapitalismus, der seine Bezeichnung verdient, trägt der Kapitalist die Verantwortung für seine Investition, was bedeutet, dass er im Falle des Eintritts des Risikos, dass mit dieser untrennbar verbunden ist, deren Verlust zu tragen hat (und diesen nicht sozialisiert, indem er den Steuerzahler dafür bluten lässt).

 

Die soziale Mobilität, eine Folge der Beseitigung der Ständeordnung und der darauf folgenden Freiheit für alle Mitglieder der Gesellschaft, beseitigt also nicht die Einkommens- und Vermögensunterschiede zwischen den Gruppen, aber sie sorgt dafür, dass (a) die Gruppen über die Zeit hinweg aus unterschiedlichen Individuen bestehen und (b) jedes Mitglied über alle Gruppen hinweg über mehr Mittel verfügt als es vor ihrem Entstehen der Fall war.

Dies ist das Geheimnis des Kapitalismus; das ist sein ursprünglicher fortschrittlicher, zutiefst humanistischer Kern, der zu einer derartigen Prosperität führte – und der heute unter einem Haufen staatlicher Ein- und Missgriffe zugeschüttet ist. Aber selbst in einem dadurch gebremsten Lauf entwickelt die kapitalistische Produktionsmaschine heutzutage noch eine solche Leistungskraft, die einen solchen, nie gekannten Wohlstand erzeugt, dass wir heute ernsthaft über ein BGE (oder ähnliche Regularien wie Elterngeld oder die „Herdprämie“) diskutieren und seine Einführung überhaupt erwägen können – dies sollten wir nicht vergessen, bevor man vorschnell mit dem BGE dieser Maschine „den Saft abdreht“.

(2) Neben der „Rückbesinnung auf die Wurzeln“ und die ursprüngliche Funktionsweise des kapitalistischen Systems muss man sich hinsichtlich der Bewertung eines BGE noch über einige andere Tatsachen Klarheit verschaffen, die da wären:

(a) In einer derartigen Ordnung basiert JEDES Einkommen (ich meine dies wörtlich! – also ich schließe ein BGE hier ausdrücklich mit ein) auf dem Umstand, dass irgendwer irgendwo unternehmerisch tätig ist. Diese Erkenntnis ist ein logischer Schluss aus dem Sachverhalt, dass sich die Produktionsmittel im Sondereigentum befinden.

(b) Die Einkommens- und Vermögensunterschiede werden heute als etwas generell Verwerfliches dargestellt, dass es zu nivellieren gilt. Kaum eine andere Forderung als die nach einer „sozialen Gerechtigkeit“ stößt auf so breite Zustimmung der Massen. Doch kann der Einzelne es überhaupt als „gerecht“ empfinden, wenn der Nachbar mehr Geld in der Brieftasche hat als er selbst? Und reduziert sich für ihn der Ruf nach „sozialer Gerechtigkeit“ nicht in der Frage: „Und was bleibt für mich übrig?“ (Dieter Nuhr). Man sollte sich bewusst werden über die Tatsache, dass Einkommens- und Vermögensunterschiede nicht nur eine Folge des kapitalistischen Systems sind, sondern gleichzeitig eine der Voraussetzungen für dessen Erfolg.

„Die Befürworter der Gleichheit der Einkommensverteilung übersehen nämlich den wichtigsten Punkt: dass nämlich die Summe dessen, was verteilt werden kann, das jährliche Produkt der gesellschaftlichen Arbeit, nicht unabhängig ist von der Art und Weise, in der verteilt wird. Dass das Produkt heute so groß ist, ist nicht eine natürliche oder technische, von allen sozialen Tatsachen unabhängige Erscheinung, sondern durchaus die Folge unserer gesellschaftlichen Einrichtungen. Nur weil unsere Gesellschaftsordnung die Ungleichheit des Eigentums kennt, nur weil sie jeden anspornt, soviel als möglich und mit dem geringsten Aufwand an Kosten zu erzeugen, verfügt die Menschheit heute über die Summe von jährlichem Reichtum, den sie nun verzehren kann. Würde man diesen Antrieb beseitigen, so würde man die Ergiebigkeit der Produktion so sehr herabdrücken, dass die Kopfquote des Einkommens bei gleichmäßiger Verteilung tief unter das fallen würde, was selbst der Ärmste heute erhält.“ (Ludwig von Mises, „Der Liberalismus“, S. 28)

(c) Nichts im Leben ist „kostenlos“ – auch wenn irgendwelche dahergelaufenen Spinner etwas von „kostenlosen Mittagessen für Kinder in der Schule“ oder von „kostenloser Unterbringung“ faseln – irgendeiner muss für derartige Leistungen bezahlen.

(d) Eine Verteilung kann im Kapitalismus nicht existieren – demzufolge auch kein Vorgang, der verniedlichend mit „Umverteilung“ zu bezeichnen wäre. Warum? „Doch in der Marktwirtschaft wird kein Sozialprodukt erzeugt und verteilt. Kein marktwirtschaftlicher Vorgang kann aufgezeigt werden, den man als Verteilung ansehen könnte. Gerade das, dass nicht gesellschaftlich produziert und nachher verteilt wird, kennzeichnet die Marktwirtschaft und unterscheidet sie von der «einfachen» Wirtschaft des Sozialismus. Die einzelnen Wirte erzeugen. Der Vorgang, der zur Bildung der Preise, Löhne, Zinssätze und Unternehmergewinne führt, ist kein Verteilungsprozess und ist auch nicht Einkommensbildung. … [Die nationalökonomische Betrachtung] muss sich dabei von vornherein von der Vorstellung freihalten, als ob es in einer Gesellschaftsordnung, die auf dem Sondereigentum an den Produktionsmitteln beruht, einen Vorgang geben würde, den man als Verteilung bezeichnen dürfte. Verteilung findet dort statt, wo ein Vorrat in die Verfügung von Einzelnen oder von Gruppen gegeben wird, die vorher keine Verfügung über die ihnen zugewiesenen Anteile hatten. In der Marktwirtschaft ist jedes Produktionsmittel im Sondereigentum, und die Produkte werden in das Sondereigentum hinein erzeugt. Sie treten als im Sondereigentum befindliche Objekte bereits ins Dasein. Wenn man sie verteilen will, muss man sie vorerst enteignen, Enteignungen sind leicht durchzuführen. Man schließt daraus vorschnell, dass das Enteignen zur Grundlage eines auf Dauer berechneten Systems der Versorgung gemacht werden könnte.“

(Ludwig von Mises „Nationalökonomie“, S. 352/700)

 

Wir erkennen also, dass sich die Befürworter eines BGE einem schweren Irrtum hingeben, wenn sie die Auffassung vertreten, man könnte „ein Sozialprodukt verteilen“. In Wahrheit befürworten sie damit eine Teilenteignung der Mitglieder einer Gruppe mit einer anschließenden Weitergabe der betreffenden Güter an Mitglieder einer anderen Gruppe. Um diesen Vorgang durchführen zu können, benötigt man einen Herrschaftsapparat: den Staat, der diesen Vorgang mit Gewalt bzw. mit einer Gewaltandrohung (Zwang) unterlegt. Somit befinden sie sich – vorsichtig ausgedrückt – in einer äußerst bedenklichen moralischen Position; womit wir beim nächsten Punkt wären.

(3) „Das Wichtigste, was der Mensch benötigt, um zu überleben, ist sein Verstand. Das Leben ist ihm gegeben, doch nicht das Überleben. Sein Körper ist ihm gegeben, doch nicht dessen Erhaltung. Sein Verstand ist ihm gegeben, doch nicht dessen Arbeit. Um zu überleben, muss er handeln, und bevor er handeln kann, muss er das Wesen und den Zweck seines Handelns kennen. … Das Leben, das die Natur des Menschen fordert, ist nicht das Leben einer Kreatur ohne Verstand, eines plündernden Räubers oder eines schmarotzenden Mystikers, sondern das Leben eines denkenden Wesens; nicht ein Leben durch Gewalt und Betrug, sondern ein Leben durch Leistung; nicht ein Überleben um jeden Preis, denn es gibt einen Preis, der allein das Überleben des Menschen wert ist: die Vernunft.“ (Ayn Rand, „Wer ist John Galt?“, Seite 1086 ff.)

Wer den Inhalt des obigen Zitats gedanklich beiseite wischt und anmahnt, es sei doch die „Pflicht“ eines Einzelnen, seinem ärmeren Mitmenschen zu helfen, ohne eine Gegenleistung zu fordern, handelt nach einer Logik, die es als zulässig erachten würde, wenn eines Tages ein Bewohner der Dritten Welt an der Haustür eines BGE-Beziehers läuten würde, um seinen Anteil zu fordern; allein mit der Begründung, dass er über weniger Einkommen und Vermögen verfügen würde als dieser. Eine solche Moral kann wohl kaum als Basis für ein friedvolles und solidarisches Miteinander dienen.

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Wir ziehen an dieser Stelle ein Zwischenfazit:

Die Einführung des BGE wäre keine grundlegende Reform des „Sozialstaates“, da es dessen ethischen Makel – die Enteignung der einen zugunsten der anderen mittels Gewalt – nicht beseitigen kann. Eine andere Art der Finanzierung des BGE ist nicht möglich; schließlich müssen die Mittel, die „verteilt“ werden sollen, vorab geschaffen werden. Es ist – schlicht und einfach gesagt – eine „Verschlankung“ des bisher bestehenden Absicherungssystems.

Um die Zustimmung der Massen zu erreichen, bedienen sich die Befürworter des BGE eines perfiden Tricks (auch wenn manche von ihnen im guten Glauben handeln): Oberflächlich gesehen, wollen sie „Alles beim Alten“ lassen und suggerieren dem Volk die Beibehaltung von Wohlstand und Frieden bei mehr „Gerechtigkeit“ – durch die Hintertür jedoch möchten sie eine neue Ordnung installieren, in der die kommunistische Maxime: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ gilt.

Äußerst interessant und zudem entlarvend ist diesbezüglich das folgende Zitat: “Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion. Wie der Wilde mit der Natur ringen muss, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, um sein Leben zu erhalten und zu reproduzieren, so muss es der Zivilisierte, und er muss es in allen Gesellschaftsformen und unter allen möglichen Produktionsweisen. Mit seiner Entwicklung erweitert sich dies Reich der Naturnotwendigkeit, weil die Bedürfnisse sich erweitern; aber zugleich erweitern sich die Produktivkräfte, die diese befriedigen. Die Freiheit in diesem Gebiet kann nur darin bestehen, dass der vergesellschaftete Mensch, die assoziierten Produzenten, diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehen. Aber es bleibt dies immer in Reich der Notwendigkeit. Jenseits desselben beginnt die menschliche Kraftentwicklung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit, das aber nur auf jenem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufblühen kann. Die Verkürzung des Arbeitstages ist die Grundbedingung.“ (Karl Marx, „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Dritter Band. Berlin 1988. S. 828)

Der Inhalt dieser Aussage deckt sich nahezu im Verhältnis 1:1 (wenn man den Text der marxtypischen Verschwurbelung entkleidet) mit der Beschreibung der Ziele, die führende Verfechter des BGE tätigen. Doch wie würde sich dieses ökonomisch auswirken?

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(4) Arbeitsleid, Arbeitsqual und Arbeitsfreude

„Es kann keiner Ideologie, sie mag noch so eindringlich vorgetragen werden, je gelingen, am Arbeitsleid etwas zu ändern. Man kann Arbeitsleid nicht wegdisputieren und nicht wegsuggerieren, man vermag es anderseits freilich durch Worte und Lehren auch nicht zu steigern. Arbeitsleid bleibt immer Arbeitsleid. Seine Lebenskräfte ungehemmt ausströmen zu lassen, sich frei auf den Gefilden der Erde umher zu tummeln, befriedigt besser als der Zwang der Arbeit. Auch der Arbeiter, der mit vollem Herzen, mit Begeisterung und selbst mit Aufopferung bei der Arbeit ist, empfindet das Arbeitsleid nicht weniger, als er es empfinden würde, wenn er den mittelbaren Arbeitsgenuss niedriger einschätzen würde; er sieht in der Arbeit ein Übel, weil sie Arbeitsleid bringt, sucht, wenn es den angestrebten mittelbaren Arbeitsgenuss nicht gefährdet, die Arbeitsmenge herabzusetzen, um damit auch das Arbeitsleid zu mindern, … Die Arbeitsfreude […] entspringt in letzter Linie der Einsicht, dass doch das Freisein von Arbeitsleid niedriger bewertet wird als der Erfolg und Ertrag der Arbeit; der Arbeiter findet sich mit der Tatsache ab, dass nun einmal auf dieser Erde Erfolge nur durch Plage erreicht werden können. Die Propaganda der Gegner der auf dem Sondereigentum an den Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaftsordnung hat dem Arbeiter diese Einsicht wieder genommen. Der moderne Gewerkschaftsgenosse glaubt, dass der Kapitalismus allein daran schuld sei, dass er Arbeitsleid erdulden müsse. Die kommende Gesellschaftsordnung des Sozialismus und Kommunismus, die er mit herbeiführen will, wird so beschaffen sein, dass die Arbeit «aus einer Last eine Lust wird.»(Engels, Herrn Eugen Dühring’s Umwälzung der Wissenschaft, 7. Auflage, Stuttgart 1910, S. 317. ) Im Lichte dieser Auffassung wird die Arbeit dem Arbeiter zur unerträglichen Qual.“(Mises, „Nationalökonomie“, Seite 537 ff.)

Dem ist wenig hinzuzufügen – die Ähnlichkeit der Auffassungen des zitierten „Gewerkschaftsgenossen“ und der Befürworter des BGE sind geradezu frappierend. Festzuhalten bleibt, dass es in der unsrigen arbeitsteiligen Ordnung Tätigkeiten gibt und immer geben wird, die mit Arbeitsleid verbunden sind. Gerade diejenigen, die aufgrund ihrer geistigen Voraussetzungen nicht in der Lage sind, ein „Hobby“ zur Arbeit zu machen, d.h. mit einer Beschäftigung, die ihnen ausschließlich „Spaß und Freude“ macht, ihrem Nachbarn einen Nutzen zu erbringen, sind auf diese Art von Arbeitsplätzen angewiesen, um sich und ihre Familien zu ernähren.

Sie erfüllen mit diesen Tätigkeiten einen unverzichtbaren Bereich der Arbeitsteilung – und dies zu einem Lohn, der die Inanspruchnahme der mit ihrer Hilfe produzierten Waren und von ihnen durchgeführten Dienstleistungen durch den Konsumenten zu bezahlbaren Preisen ermöglicht. Würde man ihnen mit dem Bezug eines BGE einen Ausweg bieten, „das Freisein von Arbeitsleid“ höher zu bewerten als „den Erfolg und den Ertrag der Arbeit“ (anstatt niedriger), müsste man logischerweise „den Erfolg und den Ertrag der Arbeit“ soweit heraufsetzen, bis die Bewertung wieder wie vor der Einführung des BGE erfolgt. Dies würde in der Praxis bedeuten, dass alle Dienstleistungen und Güter proportional zu der zur ihrer Durchführung bzw. Herstellung notwendigen Höhe der Überwindung des Arbeitsleides im Preis steigen würden. So würden bspw. alle Tätigkeiten, die mit Lärm, Schmutz, Schicht- und Wochenendarbeit, Abwesenheit von zu Hause und anderen „Extrabelastungen“ verbunden wären, nur noch bei sehr hohen Lohnzahlungen durchgeführt und bald nur noch für einen kleinen Kundenkreis bezahlbar, was das BGE für den „normalen“ Empfänger in der Folge wieder ad absurdum führt.

(5) Kollektivistische Systeme führen immer zu einer Zunahme des „moral hazard“ (zu deutsch etwa: „soziales Trittbrettfahren“). Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass hier das Hauptinteresse des Einzelnen darin besteht, mehr auf das Handeln seiner Nachbarn zu achten, als sein Augenmerk auf das eigene Verhalten zu richten.

Auf das BGE bezogen bedeutet dies, dass ich den Bezug meines Grundeinkommens weniger der Aufbringung eigener Anstrengungen verdanke (schließlich machen diese bei etwa 40 Mio. Beschäftigten nur 1/40.000.000 am „Gesamttopf“ aus, während ich bei etwa 80 Mio. Beziehern nur zu 1/80.000.000 an der „Ausschüttung“ beteiligt bin), sondern mich wesentlich mehr darauf konzentrieren sollte, dass alle Arbeitsfähigen in meiner Umgebung ihr Scherflein zu der Sicherung meines Grundeinkommens beitragen. Ich handle unter diesen Bedingungen so völlig rational.

Schlussbemerkung:

Die Einführung eines BGE und der damit beabsichtigten Aufhebung der Notwendigkeit von Arbeit als Mittel der Existenzsicherung wird allen vernünftigen Überlegungen zufolge zu einem Nachlassen der Arbeitsbereitschaft führen. Eine Gruppe der bisher Beschäftigten wird sich völlig aus dem Erwerbsleben verabschieden, da sie völlige Freiheit in der Lebensführung bei einer Akzeptanz eines niedrigen Lebensstandards der „Überwindung von Arbeitsleid“ vorzieht. Eine andere Gruppe wird sich aus ihren bisherigen Arbeitsverhältnissen verabschieden und sich eine „leichtere Arbeit“, eventuell sogar bei verkürzter Arbeitszeit suchen. Eine dritte Gruppe von Beschäftigten wird die „ungeliebten“ Arbeitsplätze zwar besetzen – dies aber nur unter der Bedingung hoher Entlohnung und wahrscheinlich nur temporär („hier mach ich mal schnell viel Kohle“). Insgesamt hat ein solches Sicherungssystem eine nachlassende Dynamik und einen sinkenden Wohlstand zur Folge, was eine Ausbreitung der Armut nach sich ziehen dürfte.

Gerade der tägliche Kampf des Einzelnen um seine Existenz und Fortkommen, den er in Selbstverantwortung zu führen hatte, war in der Vergangenheit die Ursache des rasanten Anwachsens des Wohlstands in der kapitalistischen Ordnung. Er war der „Druck im Kessel der kapitalistischen Produktionsmaschine“ – ein BGE einzuführen bedeutet „ein Ventil zu öffnen, aus dem dieser Druck entweichen kann“. Das Resultat ist vorauszusehen: Die Maschine wird zum Stillstand kommen.

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147 Responses to Das „Bedingungslose Grundeinkommen“ – ein probates Mittel zur sozialen Kohäsion?

  1. monaTail sagt:

    >>Die Maschine wird zum Stillstand kommen.<<
    wenn man das nachdenken über das bge von "hinten her" beginnt, betrachtet man es aus einer veränderten perspektive. – also nicht aus der heute üblichen, gewohnten und vertrauten, sondern aus einer komplett neuen.
    welche chancen böte das "zum stillstand kommen der maschine"?

  2. NoName sagt:

    Perfekt aufgezeigt aus engem Kapitalistischem Blickwinkel.
    Das Problem ist, dass Menschen schuften und die Einkünfte nicht ausreichen. Dies ist nur so, weil Wirtschaft stehts auf Gewinn aus ist. Das geht irgendwann nicht mehr auf – PUNKT.
    Ich liebe es wenn Menschen Ideen in den Boden stampfen selber aber keine Gegenlösung parat haben. Das Grundeinkommen soll auch nur Grundausgaben decken. Das Leben wurde geschenkt und das Geschenk endet mit 18 Jahren, oder wie?!? Nein das Geschenk wird gestohlen, gestohlen von denjenigen welche schon zuviel haben. Was stört es die Wohlhabenden wenn ihr Wohnfeld sicherer wird durch eine Anhebung der heute armen Schichten? Sie werden noch immer zuviel haben…
    Durch das decken der Grundausgaben ist noch keine Sinnhaftigkeit gedeckt. Diese deckt sich ausschliesslich in der Handlung. Deshalb werden auch Faule Menschen arbeiten wollen, sie werden aber im Vergleich zu heute in der Lage sein das zu arbeiten was sie beglückt, weil sie nicht länger auf bestimmte Einkünfte angewiesen sind.
    Wenn die heutigen Firmen nicht jedes Jahr mehr Gewinn erziehlen müssten und die Verwaltungsräte immer mehr abschöpfen würden, würden wir wohl diese Diskussion nicht führen.
    Die Frage ist also, wie stiften wir Sinn? Wie leben wir in Zukunft – noch mehr unterdrückt oder anders? Anders ist vielleicht ein Risiko. Ist das Risiko höher als das in die Unterdrückung zu rutschen?

    • Andre Wolffe sagt:

      Hi NoName,
      so einiges läuft in unserer Gesellschaft falsch – da sind wir uns einig. Aber nicht nur die Wirtschaft ist auf Gewinn aus sondern auch jeder Mensch selbst möchte aus einem Aufwand auch einen Nutzen/Gewinn ziehen, ob er Arbeiten geht (großer Aufwand) oder BGE, HARZ4 usw. beantragt (kleiner Aufwand) und somit einen Nutzen erhält. Dieses Prinzip ist Grundlage für unser überleben. Was ist daran verwerflich? Ausgenommen der Tatsache, dass das Geld welches ein BGE-Empfänger erhalten würde jemandem anderen geklaut werden müsste.

      Durch einen Zwang Abgaben zu leisten würde jeder Einzahler des BGE-Systems unterdrückt. Da finde ich ein System ohne Umverteilung und Zwang effektiver. Warum nicht einfach mal die Abgabenlast von ca. 70% (http://sachsen-anhalt.parteidervernunft.de/ihre-skandal-se-abgabenlast) senken damit sich Arbeit wieder lohnt?

      • NoName sagt:

        BGE geld waere nicht geklaut, da bedingungslos und dadurch fuer alle, ohne antrag, auf dem konto.

        danke fuer den link. wenig erstaunlich, aber ich kann wieder keine loesung finden.
        BGE ist nicht nur monetär neuartig, es wuerde eine voellolig neue gesellschaftsphilisophie ermoeglichen. es richtig tun, muessen wir aber dennoch selber, dank einer neu geschaffene grundlage bestehen aber wirklich viele moeglichkeiten.

        ja, in der erkenntnis stehen wir uns wohl nahe, blos das wie weiter steht noch immer in den sternen und das ist wirklich nicht gut…

      • Markt sagt:

        Die Abgabenlast zu senken?!
        Na warum kann dies nicht funktionieren ohne die von Ihnen so verschmähte Umverteilung?
        Richtig, weil ansonsten die Zinszahlungen für das Kapital nicht mehr möglich wären.
        Ihre Argumente sind Besitzstandswahrung und Erhalt der bestehenden Strukturen unter dem Denkmantel der vermeintlichen Freiheit.
        Sie machen sich die Angst der vermeintlich Vermögenden zu Nutze und betreiben dabei deren schleichende Enteignung.
        Das schlimmste aber ist, das Ihrem WEltbild zu Grunde liegt, dass bestehendes Eigentum unumkehrbar und zu Recht sich derzeit bei den wahren Vermögenden befindet. Denn diese haben es sich natürlich zu Recht und durch Fleiß angeeignet.

        • FwF-sandman sagt:

          Hallo Markt,
          Leider besteht Dein Kommentar nur aus Fragen und Unterstellungen. Mich würde interessieren, warum Du einen so emotional geprägten Kommentar schreibst und nicht wenigstens Zitate mitlieferst, um Deine Thesen zu untermauern.

          Vielleicht hast Du ja Lust auf eine ernsthafte Unterhaltung.

          Ich würde mich freuen.

          • Markt sagt:

            ich sehe nur eine Frage.

            Da alles andere für Sie ja nicht der Realität entspricht oder nicht „ernsthaft“ ist erübrigt sich eine Diskussion.
            Ein Diskussionspartner der meine Argument als nicht ernsthaft abkanzelt muss ich mir allerdings dann aber auch nicht antun.

            Soviel Arroganz gestehe ich mir dann auch zu. Sie dürften damit denke ich kein Problem haben.

          • FwF-sandman sagt:

            Ok

          • Ben sagt:

            Zitat:“…muss ich mir allerdings dann aber auch nicht antun.“
            Richtig!!!
            Dies inspiriert mich, eines meiner Lieblingslieder hier einzustellen.
            Daliah Lavi – Ich muss nur sterben:
            http://www.youtube.com/watch?v=AKqR9Bc_Q_w

            Falls Dich darüber hinaus meine Meinung zum „b“GE interessiert, kannst Du sie meinen beiden Kommentaren zu diesem fwf-Artikel entnehmen.Ich reiche Dir meine Hand, Markt,
            mit dem folgenden Versprechen, daß ich allen Menschen mache:
            Ich werde Dich niemals zu etwas zwingen, es sei denn, Du initiierst Gewalt gegen mich.
            Selbst dann kannst Du Dich darauf verlassen, daß ich den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachte.
            Was nicht ausschließt, daß es irgendwann
            ungemütlich wird.Wenn Du das akzeptierst,
            reiche ich Dir meine Hand.
            So verstehe ich im Übrigen fwf.

            Viele Grüße, Ben
            PS:Menschen können tun und lassen, was sie wollen, solange sie das Leben anderer Leute, deren Freiheit und Eigentum nicht verletzen.
            Oder als Gebot formuliert:
            Du darfst niemanden verletzen, mit Drohungen zu etwas zwingen oder berauben.

          • FwF-sandman sagt:

            So ist es, Ben.

            Markt schrieb unter anderem:

            „Das schlimmste aber ist, das Ihrem WEltbild zu Grunde liegt, dass bestehendes Eigentum unumkehrbar und zu Recht sich derzeit bei den wahren Vermögenden befindet. Denn diese haben es sich natürlich zu Recht und durch Fleiß angeeignet.“

            Mich würde einfach nur interessieren, wie er darauf kommt, um mit ihm eine sachliche Unterhaltung darüber führen zu können. Er müsste als erst zitieren, sonst ist es nur ein Strohmann-Argument, eine Unterstellung, die platziert wird, um sein Gegenüber in eine defensive Position zu bringen. Ich möchte aber echte Argumente hören. Mal sehen, ob noch was kommt.

          • Steffen sagt:

            ich will eigentlich auf den nachfolgenden Kommentar von FwF sandmann antworten, doch das geht nicht…

            Also:
            lies doch nochmal den Text, dann erkennst du vielleicht, was er meint.
            Vielleicht erkenne ich aber auch nur, weil ich es ähnlich sehe.
            Ein Zitat will ich jetzt aber aucch nich noch nachträglich raussuchen.

            Aber:
            Die Erde gehört uns allen.
            einige wenige nehmen sich das Recht heraus, einen Teil von ihr zu besitzen und nennen es Eigentum.
            Doch damit stehelen diese es der Gemeinschaft, denn es gehört ja allen!
            Warum ist es dann Enteignung, wenn sie einen Teil ihres Eigentums abgeben müssen, damit allen ein BGE gewährt werden kann?
            Ohne BGE ist jeder Besitzlose dazu gezwungen, einer Arbeit nachzugehen, und bei der Suche nach einer Arbeit muss er sich primär am Markt orientieren, nicht an seinem Können und Wollen. Das ist Zwang.

            Das BGE erhalten übrigens alle.
            Jetzt doch ein Zitat: “ In Wahrheit befürworten sie damit eine Teilenteignung der Mitglieder einer Gruppe mit einer anschließenden Weitergabe der betreffenden Güter an Mitglieder einer anderen Gruppe.“
            Die andere Gruppe sind alle!
            Also auch die die in der ersten Gruppe der einzahlenden sind.
            Klar soweit?

          • FwF-sandman sagt:

            Steffen, warum Du nicht antworten kannst, versteh ich im Moment nicht. Ich habs aber auch so gefunden.

            Um das wirklich ernsthaft diskutieren zu können brauchen wir:

            Definition von „gehören“
            Definition von „Besitz“
            Definition von „Eigentum“
            Definition „Recht“
            Dann ein Interesse an der Beantwortung der Frage, wie Deine Abneigung gegenüber Eigentum nicht zu Deiner Verwendung des Wortes „gehören“ passt.
            Ein Interesse an der Beantwortung, was Zwang ist und ob Zwang IMMER abzulehnen ist oder nur, wenn Du ihn ablehnst.

            Klar ist also bisher nichts.

          • Steffen sagt:

            Wer nichts hat als seine Arbeitskraft und leben will, ist gezwungen, sie zu verkaufen, oder zu stehlen, was er zum Leben braucht.

          • FwF-sandman sagt:

            Man muss essen, um zu leben. Du kannst nicht erwarten, dass Dich jemand durchfüttert.

          • Steffen sagt:

            Mir fiel gerade noch was m.E. gut passendes ein, daher nicht gleich die Antwort.

            Vielleicht geht das mit dem Antworten nicht, weil die Komentare schon maximal verschachtelt sind und sonst irgendwann nur noch einzelne Buchstaben untereinander stünden…

            Zwang ist halt nicht immer zu vermeiden.
            Wenn ich urinieren muss, muss ich halt.
            Da kann ich nix dagegen tun, oder?

            Etwas zu definieren fällt mir gerade schwer.
            Ich würde sagen, „Eigentum“ „gehört“ irgendwem, also muss ich meine aussage korrigieren.
            Die Erde, alle Ressourcen, gehören allen, alle sind deren Eigentümer.
            Besitzer ist jemand, der eine Ressource, einen Gegenstand momentan hat, in seinen Händen hält.
            Recht ist z.B. ein Gesetz, das erlassen wurde (meinst von einer kleinen, elitären Gruppe mit Gültigkeit für deren „Sklaven“) und Freiheiten und Beschränkungen definiert.
            Zwang ist, wenn mensch dazu genötigt wird, etwas zu tun unter Androhung einer Strafe oder körperlicher/seelischer Beschädigung.
            Ich denke, Zwang ist immer abzulehnen, bin mir allerdings nicht sicher. Und auch zweifle ich, dass man ihr immer vermeiden kann (Anfangsbeispiel Urinieren ist eher spaß).

            Ich will niemanden zu etwas zwingen, doch will ich überleben.
            Für dieses Überleben bin ich gezwungen, Arbeiten zu verrichten, die ich nicht unbedingt gut finde.
            Und ich sehe, dass diese unsere Gesellschaft so unbglaublich Reich ist, dass ein riesiger überfluss herrscht, so dass ich mich frage, warum da trotzdem alle, die theorethisch könnten, arbeiten sollen und da Produkte herstellen, die auch wieder überflüssig sind. Und eventuell noch schädlich (Waffen z.B.).

          • FwF-sandman sagt:

            „Zwang ist halt nicht immer zu vermeiden.
            Wenn ich urinieren muss, muss ich halt.
            Da kann ich nix dagegen tun, oder?“

            Das hat nichts mit dem Zwang zu tun, von dem hier gesprochen wird. Wegen der Gravitation kannst Du auch nicht fliegen.

            Wir reden dann von Zwang, wenn ein Mensch einem anderen Menschen die jegliche Handlungsalternative nimmt. Wenn ich Dich
            an einen Stuhl fessele, kannst Du nicht weg. Ebenso ist es mit schlagen, stehlen, töten, vergewaltigen.

            „Zwang ist, wenn mensch dazu genötigt wird, etwas zu tun unter Androhung einer Strafe oder körperlicher/seelischer Beschädigung.
            Ich denke, Zwang ist immer abzulehnen, bin mir allerdings nicht sicher. Und auch zweifle ich, dass man ihr immer vermeiden kann (Anfangsbeispiel Urinieren ist eher spaß).“

            Wo zwingt denn beim Urinieren jemand einen anderen?

            Besitz ist die Kontrolle über eine mehr oder weniger knappe Ressource.

            Eigentum beschäftigt sich eher damit ob, dieser Besitz gerechtfertigt ist und respektiert wird oder nicht.
            Das wirft dann natürlich viele Fragen auf.

            „Für dieses Überleben bin ich gezwungen, Arbeiten zu verrichten, die ich nicht unbedingt gut finde.“

            Hier benutzt Du Zwang schon wieder anders als Du definiert hast. So funktioniert das mit dem Erkenntnisgewinn nicht.

            „arbeiten sollen und da Produkte herstellen, die auch wieder überflüssig sind. “

            Wer beurteilt denn, ob die überflüssig sind?

          • Steffen sagt:

            “Zwang ist, wenn mensch dazu genötigt wird, etwas zu tun unter Androhung einer Strafe oder körperlicher/seelischer Beschädigung.“
            Das heißt auch, dass ich von meiner Natur, meinem Körper, meiner Psyche gezwungen sein kann, da muss nicht immer ein anderer Mensch (direkt) beteiligt sein.

            Also beim Urinieren zwingt mich mein Körper, beim Arbeiten zum überleben zwingt mich mein Körper. Naja, in beiden Fällen auch meine Psyche, mein Überlebenswille.
            Bevor die ganze Welt aufgeteilt war konnte jeder seine Nahrung selbst sammeln/anbauen/jagen.
            Jetzt ist das nicht mehr allen möglich und steht z.T. unter Strafe.

            Was überflüssig ist, ist natürlich wieder subjektiv, aber einiges brauchen Menschen angeblich unbedingt zum überleben: Wasser, essentielle Aminosäuren, Spurenelemente, Schlaf…

            „Man muss essen, um zu leben. Du kannst nicht erwarten, dass Dich jemand durchfüttert.“

            Ich weiß, dass ich essen muss. Ich muss das Essen irgendwo her bekommen. Wenn ich es nicht selbst anbauen kann, weil ich keinen Boden besitze, muss ich es irgendwie anders besorgen. Heutzutage durch einkaufen.
            Dazu brauch ich Geld, dafür wiederum muss ich arbeiten im Normalfall.
            Wenn ich aber keine Arbeit finde, die mir entspricht, hab ich ein Problem, dann bin ich gezwungen, etwas zu tun, was ich nicht will.

            Übrigens, muss ich so erzogen werden, dass ich lerne, selbstständig zu werden. Nicht alle Eltern schaffen es, ihre Kinder zu selbstständigen Menschen zu erziehen, weil sie sie z.B. zu sehr verwöhnen…

          • FwF-sandman sagt:

            „Das heißt auch, dass ich von meiner Natur, meinem Körper, meiner Psyche gezwungen sein kann, da muss nicht immer ein anderer Mensch (direkt) beteiligt sein.

            Also beim Urinieren zwingt mich mein Körper, beim Arbeiten zum überleben zwingt mich mein Körper. Naja, in beiden Fällen auch meine Psyche, mein Überlebenswille.“

            Nochmal, das ist nicht der Zwang von dem wir hier reden. Wir haben ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir sprechen in derselben Sprache oder wir reden aneinander vorbei.

          • Steffen sagt:

            Ich wollte dir nur aufzeigen, dass ich das Wort Zwang so nutzte, wie ich es definierte.

            Warum ist für euch hier Zwang nur dann gegeben, wenn er von anderen Menschen ausgeht?

          • FwF-sandman sagt:

            Wenn ich definiere, dass alle Tiere mit Rüssel Igel heißen, müssen die Schilder am Elefantenkäfig geändert werden.

            Du kannst natürlich auch Tisch sagen, wenn Du Stuhl meinst. Das ist völlig Dir überlassen. Wenn Du aber mit uns in einem bestimmten Themenbereich (freiheitliche Philosophie) diskutieren möchtest, solltest Du Dich an die gebräuchliche Sprache halten, sonst ist eine Diskussion nicht möglich.

            Da wir hier aber Erkenntnisse gewinnen wollen, würden wir es nicht auf Dauer zulassen, wenn hier alle Leute, alle möglichen Wörter so benutzen, wie sie eben Lust haben. Wenn Du also wirklich echtes Interesse hast, hier teilzunehmen, bitte ich Dich, offen zu sein für neue Dinge.

            Möchtest Du das?

          • Steffen sagt:

            Ja, sonst würde ich hier nicht so viel schreiben!
            Und ich will verstehen, warum andere Menschen etwas so sehen, wie sie es sehen.
            Ich finds auch schade, ass wir uns so viel mit Definitionen aufhalten müssen, aber aneinander vorbei reden wäre auch doof.

            Wie ist das denn nun mit dem Zwang?
            Gibts dazu vielleicht auch schon nen Text oder Video, der/das zeigt, warum der Zwang nur auf andere Menschen bezogen gemeint ist?
            Bzw. was gefällt dir nicht an meiner Definition?

          • FwF-sandman sagt:

            Hallo Steffen,

            Ich habe nichts gegen Deine Definition, wir reden hier nur von etwas anderem. Uns interessiert der „Zwang“ nicht, dem wir durch die Gravitation unterworfen sind oder weil wir essen müssen.
            Immer wenn wir eine Aussage zum Zwang (ein Mensch macht die Selbstbestimmung eines anderen Menschen durch die Androhung körperlicher Gewalt zunichte) machen, ist es sinnlos wenn Du damit kommst, dass wir ja essen müssen. Darum geht es hier nicht. Diese Diskussionen führen nicht zu einer Erkenntnis. Sie füllen hier Speicherplatz und die Leute verlieren die Lust hier zu lesen.

            Schau Dir bitte diese Videos an, dann weißt Du, wie wir hier ticken.

  3. Zef sagt:

    Money for nothing, d.h. Geld ohne Gegenleistung, ohne Wert-schöpfung, ist wert-los.

    Stellen wir uns ein Land vor, in dem – aus welchen Gründen auch immer – nichts mehr produziert wird, in dem also keine Wertschöpfungsprozesse stattfinden:

    „Es ist dann jedermann bettelarm, denn ganz egal wie viel Geld jemand besitzt oder gespart hat: er kann dafür nichts mehr kaufen. Und weil in einem solchen Land das Geld wertlos ist, wird auch die Währung des Landes auf den internationalen Devisenmärkten wertlos, das heißt: die Geldbesitzer können mit ihre wertlosen Währung auch nicht mehr importieren. Diese einfache ökonomische Gesetzmäßigkeit gilt aber nicht nur prinzipiell, sondern auch _graduell. Das heißt: Je weniger produziert wird, desto weniger können sich die Bewohner dieses Landes leisten, ganz gleich wie viel Geld sie (noch) verdienen oder besitzen“ (Roland Baader, totgedacht, S. 145).

    Die wahre Armutsschere ist ferner folgende:
    die Netto-Arbeitsentgelte der Arbeitnehmer und die Brutto-Arbeitskosten der Arbeitgeber driften auseinander (1 zu 3 bis 5).

    „Um also die Leistung aus einer einzigen fremden Arbeitsstunde kaufen zu können, müssen die deutschen Arbeitnehmer im Durchschnitt das Nettoentgelt für drei bis fünf eigene (wohlgemerkt ‚gleichwertige‘) Arbeitsstunden aufwenden“ (Roland Baader, Fauler Zauber, S. 75).

    Folge: Arbeitsteilung wird unmöglich
    Folge: „Großer Sprung“ in die Entzivilisierung – same procedure as every time.

    Jeder Mensch muss die Bedingungen für sein Leben erwerben – geistig wie materiell.

    Auf einer je höheren Stufe das menschliche Leben steht, um so mehr tritt hervor, dass da absolut nichts vom Leben zu fordern ist, item von den Mit-Lebenden.

    Das trifft zweifellos jene hart, deren Bedürfnis gerade im Fordern selbst besteht, im Ansprüche stellen. Aber diese Menschen werden so nie zufrieden sein, selbst wenn größten Reichtum erlangten. Andere Baustelle!

  4. Zef sagt:

    >…Die pointiertesten Schriften“ anzuklicken und dort die Artikel „Die Entlassung“ und „Öffentliche Arbeiten“ zu lesen

    in der Schrift „Was man sieht und was man nicht sieht“

    Die Entlassung:
    http://www.bastiat.de/bastiat/was_man_sieht_und.html#K2

    Öffentliche Arbeiten:
    http://www.bastiat.de/bastiat/was_man_sieht_und.html#K5

  5. […] und ist deswegen manchmal schwerer Geschrieben als man es von FwF gewohnt ist aber schaut selbst: http://www.freiwilligfrei.info/archives/3458 Signatur […]

  6. Helga sagt:

    Ach das Hohelied der Arbeit.

    Der schlechteste Artikel den ich hier seit langem gelesen habe!

  7. markus_eserver sagt:

    Also ich glaube ja, dass die Zukunft durchaus im BGE liegt. Da die Kosten dafür nach den gängigen Modellen über Steuern (Also Zwang) aufgebracht werden, wäre dies aber so nicht akzeptabel für Voluntaristen.

    Ist daher der Traum vom BGE aus?

    Ich denke nicht. Die Möglichkeit eines freiwillig finanzierten BGEs wäre durchaus noch eine Möglichkeit. Es hätte dann entweder den Charakter einer Versicherung oder eines Vertrages, bei dem man seine zukünftige Arbeitskraft zu 5% verpfändet, beispielsweise. Da könnte man sich durchaus funktionierende Modelle erarbeiten.

    • NoName sagt:

      Danke für Deinen Lösungsvorschlag

      Aber leider wäre das BGE dann kein BGE mehr sonder blos noch GE, das Bedingungslose wäre das absolut neue daran. Genauso wie Bedingungslos man zur Welt kommt, so lebt man weiter. Alles andere wäre an Bedingungen geknüpft und würde einfach alter Wein in neuen Schläuchen bedeuten.
      Es ist einfach wirklich an der Zeit, mal ein Risiko einzugehen. Es zu versuchen. OHNE Bedingungen, einfach des Lebens wegen. Genug Geld gibt es und es spricht auch nichts gegen eine Umverteilung. Letzthin hab ich ein Artikel gelesen in dem errechnet wurde, dass das Geld aller reichen Deutschen dazu ausreichen würde GANZ Europa Schuldenfrei zu machen.
      Hallo?!? Verstehen wir was das heisst?!?
      Wenn ich das Geld hätte mein Zuhause zu retten, würde ich dass dann nicht machen? Die Wohlhabenden haben sich tausende von Möglichkeiten geschaffen bevorteilt zu werden. Jetzt ist einfach der Punkt da, was zurück zu geben oder mitanzusehen wie alles zugrunde geht. Eigentlich ist es ihre Entscheidung, denn die welche schon heute nichts haben, werden kein Problem damit haben, wenn sie auch später nichts haben. Das Risiko und die Entscheidung liegt also sowieso nicht in unserer Hand.
      Ausser wir stehen alle für BGE ein. Dann schaffen wir uns neue Möglichkeiten.

      • Ben sagt:

        Zitat:“Genauso wie Bedingungslos man zur Welt kommt…. “

        Die Letzte, die vor Dir so etwas erzählt hat, war Maria. 🙂
        Um nicht mißverstanden zu werden:
        ich bin selbst gläubiger Christ – und – Voluntarist.

        Bei den meisten Menschen gibt es ein paar Bedingungen
        für die Geburt von Nachwuchs.Bin im Moment jedoch zeitlich zu angespannt, um Dir die Geschichte von den Schmetterlingen zu erzählen.

        • Ben sagt:

          Es gibt auch ein paar Bedingungen für die Entstehung
          von Brot, Autos, Häusern, Handys usw.
          Darum gehts doch in Wirklichkeit.
          Ihr wollt doch Euer angeblich bedingungslos
          erhaltenes Tauschmittel in etwas eintauschen.
          Es geht Euch nicht um irgendein Tauschmittel.
          Ihr wollt eines, für das Ihr echte Waren eintauschen könnt, sonst würdet Ihr nicht rumheulen, sondern Euren Kopierer anwerfen. 🙂
          Ihr wißt aber genau, daß Ihr dafür von niemandem
          echte Werte erhaltet!
          Pflückt Euch doch Eure angeblich bedingungslosen
          Werte, wenn Ihr Euch so sicher seid, daß es sie gibt!
          Eurer Meinung nach wächst das doch alles an den
          Bäumen.Warum betteln, wenn alles bedingungslos ist?
          Und wenn Ihr nicht mal pflücken wollt, schickt doch Mutti!

          Es gibt Bedingungen und das wißt Ihr ganz genau.
          Arbeit oder Diebstahl.
          Und Ihr wollt nicht arbeiten.
          Jedenfalls nicht für Euer Brot.

      • markus_eserver sagt:

        Die Vertreter des BGEs über Umverteilung behaupten, dass ihr BGE bedingungslos sei. Wenn du mein Modell als nicht Bedingungslos betrachtest, dann sind aber die anderen BGE-Modelle genauso wenig bedingungslos. Denn die Bedingung lautet, dass man sich den Steuergesetzen des Staates unterwirft, sofern man nicht in der Zukunft festgenommen werden will.

        Ob man sich freiwillig bei BGE Beantragung dafür entscheidet, zukünftig 5% abzugeben, oder ob man grundsätzlich dazu gezwungen wird, 5% abzugeben: In beiden Fällen ist der Erhalt von Grundeinkommen an Bedingungen geknüpft:

        Entweder an den Staatsgehorsam (Steuerpflicht) oder an die vereinbarte Abgabe.

        Insofern kann ich an einem freiwillig organisierten BGE nur Vorteile erkennen.

  8. isomorph sagt:

    „… Genug Geld gibt es und es spricht auch nichts gegen eine Umverteilung. …
    die welche schon heute nichts haben, werden kein Problem damit haben,
    wenn sie auch später nichts haben. …“

    Er hat doch vollkommen Recht!
    Die eine Billion, die das BGE kosten würde (1000€x12Monatex80Mio.Deutsche),
    könnten wir doch locker vom BIP(2 Billion) bezahlen und sogar noch alle
    weiteren Staatsausgaben dazu. Dann würde die Staatsquote nur knapp
    unter der der ehemaligen UDSSR liegen und wäre daher auch noch knapp
    kein real existierender Soztialismus. Also immer noch offiziell Demokratie.
    Daher können wir diese verantwortungsvolle Aufgabe auch unseren besten
    Demokraten anvertrauen, die wir dadurch ermitteln, wer z.B. schon mal alles
    einen Friedensnobelpreis gewonnen hat. Dann wäre das Risiko gleich Null.

    Oder Leute, was meint Ihr ;-?

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      ich meine, daß noname feuer und flamme dafür ist, bedingungslos menschen auszurauben.

      • FwF-sandman sagt:

        Ja, noname hat keine Prinzipien, keine unumstößlichen Werte und keine Moral, auf die er zurückgreift. Er würde Gewalt initiieren, wenn er es für richtig hält.

  9. alfons sagt:

    Was wenn ein BGE nur ein „Heilmittel“ und kein „Ziel“ wäre? Bloss Medizin für die kranke Gesellschaft? Medizin, welche nur bis zur Genesung benötigt wird? Der Gesunde wird seine Medizin ganz selbstverständlich absetzen.

    Vielleicht wäre gerade ein BGE der dringend nötige Katalysator für die Entwicklung zu einem wirklichen freien Markt (ohne schädliches Monopolgeld!) mit weniger staatlicher Intervention.

    Dieses Potential ist es, welches mich als Libertärer für ein BGE plädieren lässt!

    • Markt sagt:

      @Alfons
      Vielen Dank für ihren Kommentar.
      Sehr wohlwollend zu lesen, nach zwei Kommentaren die voll von Unterstellungen und Provakation sind.

  10. alfons sagt:

    Solange der Staat in der heutigen Form und das Monopolgeld existieren, braucht es meiner Meinung nach Sozialleistungen.

    Vielleicht wäre ein BGE eine pragmatische Lösung. Vor allem wenn man es schaffen könnte, dass diejenigen die Hauptsteuerlast zu tragen hätten, welche von oben genannten Strukturen profitieren oder profitiert haben.

    (Durchschnittlich etwa 40% der Produktpreise gehen in Form von Kapitaleinkünften zu reichen Leuten. Mit Geld Geld verdienen kann man nur, weil man praktisch gezwungen ist ein bestimmtes Geld zu benutzen. In einem freien Markt gäbe es mehrere Währungen, würde man eine Währung nur gegen Zinsen (nicht verwechseln mit Risikoprämie und Inflationsentschädigung!) erhalten, würde man dieses Geld gar nicht erst benützen. Würde man also das Monopolgeld aufheben, so dürfte man mit 40% niedrigerern Preisen rechnen.)

    Ich glaube, ein BGE würde die Freiheit der Menschen erhöhen und sie hinführen zu libertären oder gar anarchistischen Ideen.

    Beispiel: Wenn jedes Kind ein BGE hätte, könnte auch jedes Kind seine Schule selber bezahlen. Es bräuchte keine staatliche Schulen mehr. Es würde die Argumente für eine staatliche Schule schwächen. So ist es mit vielen staatlichen Institutionen und Interventionen.

  11. FwF- infokriegerBerlin sagt:

    an alle pro BGE´ler, ich weiß wie man das bge ganz einfach finanzieren kann:
    jeder darf sich pro monat den BGE-betrag zusammenrauben…
    wäre viel billiger, weil man sich die behörde spart, die das für einen macht.

    • alfons sagt:

      Indem man zB leistungslose Einkommen besteuert. Geschätzte 40% des BIP kriegen gewisse Leute NUR dafür, dass sie Kapital besitzen. Wie schon mehrmals gesagt geht Geldverdienen mit Geld längerfristig (sonst wäre Glückspiel eine gute Option) nur dank dem staatlich legitimerten Monopolgeld. 40% des BIP würden für ein BGE reichen.

      • FwF- infokriegerBerlin sagt:

        ehrlich gesagt, sind mir irgendwelche rechnungen egal, solange sie darauf basieren, daß gewalt gegen menschen ausgeübt wird…das kann man mit noch so noblen worten verschleiern…> you can´t put parfume on a pig 🙂

        • alfons sagt:

          dann ist dir ja wohl auch egal, dass 40% deiner Kaufkraft von den Profiteuren des Monopolgeldes abgesahnt wird. Die im Übrigen nicht davon zurückschrecken Gewalt zu initieren.

          Was mit denen geschieht, die ihr eigenes Geld kreieren:
          „Allerdings erhob die Oesterreichische Nationalbank gegen die Wörgler Freigeld-Aktion vor Gericht erfolgreich Einspruch, weil allein ihr das Recht auf Ausgabe von Münzen und Banknoten zustand. Das Experiment von Wörgl und alle weiteren Planungen wurden verboten. Nach Androhung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das Experiment im September 1933.“

          http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgl#Das_W.C3.B6rgler_Schwundgeld_.28Freigeld.29

          • Grobi sagt:

            @alfons
            „dann ist dir ja wohl auch egal, dass 40% deiner Kaufkraft von den Profiteuren des Monopolgeldes abgesahnt wird“

            Also mir ist das vollkommen egal, wer die Beute am Ende kriegt. Das einzige das mich interessiert ist, wer sie mir weggenommen hat. Wenn dich auf der Straße ein Räuber überfällt, ist dir doch auch egal, ob die Beute seiner bedürftigen Oma gibt oder seinem reichen Nachbarn, dein Groll wird sich (zurecht) gegen den Räuber richten. Und in unserer Gesellschaft ist nun mal der Staat der Räuber, der mir mein Geld wegnimmt (und es dann seinen Günstlingen aus Großindustrie und Finanzbranche gibt).

    • FwF-sandman sagt:

      Das wäre am effektivsten! 🙂

    • Ben sagt:

      Das wollen sie aber nicht.Das wäre doch mit Arbeit verbunden.
      Es geht ja gerade darum, diese für „b“GE-ler so unangenehme Seite des Lebens zu vermeiden.Und dann dieses verflucht hohe Risiko,
      daß es noch wehrhafte Menschen gibt.Siehe hier:
      http://www.youtube.com/watch?v=epZod2qyyN4&feature=player_embedded

      Daher biedern sich die „b“GE-ler beim Gewaltmonopolisten an,
      den sie deshalb auch nie in Frage stellen würden, weil sie sich dann
      ohne Eltern-Ersatz ganz allein auf der Welt fühlen.
      Glücklicherweise gibt es für diese Menschen auch Regierungen.
      Und in einem sind sich Regierungen und „b“GE-ler einig.
      Arbeiten ist zu mühseelig.Also klaut die Regierung bei den Dummen,
      die für andere Menschen nützliches schaffen und verteilt ein wenig
      an diejenigen, die gerne leben, ohne zu arbeiten (und an sich selbst).
      Damit die“b“GE-ler sich etwas besser fühlen nach der anstrengenden Aufgabe, ihren Auftragsraub als bedingungslos und verdient hinzubiegen, hat sich die Kaste der Umverteiler etwas ganz besonderes für unsere unselbstständigen (unselbst+ständig)! Mitmenschen ausgedacht.Regierungsgebäude wie das Capitol,Reichstagskuppel etc.sehen nicht umsonst wie eine Titte aus.Die wurden extra in dieser Form gebaut, als Versprechen an die gealterten Babys, dauerhaft zu versorgen.Zwar auch nicht bedingungslos, aber was macht es einem Kollektivisten schon aus, sich im Gegenzug an die Regel zu halten „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ Das funktioniert stillschweigend.
      Und schafft demokratische „Legitimation“.

      Viele Grüße und Danke für Eure Arbeit, Ben

      • FwF- infokriegerBerlin sagt:

        ich stimme dir zu 100% zu lieber ben !

      • alfons sagt:

        Solange der Staat in der heutigen Form und das Monopolgeld existieren, braucht es meiner Meinung nach Sozialleistungen.

        Vielleicht wäre ein BGE eine pragmatische Lösung. Vor allem wenn man es schaffen könnte, dass diejenigen die Hauptsteuerlast zu tragen hätten, welche von oben genannten Strukturen profitieren oder profitiert haben.

        (Durchschnittlich etwa 40% der Produktpreise gehen in Form von Kapitaleinkünften zu reichen Leuten. Mit Geld Geld verdienen kann man nur, weil man praktisch gezwungen ist ein bestimmtes Geld zu benutzen. In einem freien Markt gäbe es mehrere Währungen, würde man eine Währung nur gegen Zinsen (nicht verwechseln mit Risikoprämie und Inflationsentschädigung!) erhalten, würde man dieses Geld gar nicht erst benützen. Würde man also das Monopolgeld aufheben, so dürfte man mit 40% niedrigerern Preisen rechnen.)

        Ich glaube, ein BGE würde die Freiheit der Menschen erhöhen und sie hinführen zu libertären oder gar anarchistischen Ideen.

        Beispiel: Wenn jedes Kind ein BGE hätte, könnte auch jedes Kind seine Schule selber bezahlen. Es bräuchte keine staatliche Schulen mehr. Es würde die Argumente für eine staatliche Schule schwächen. So ist es mit vielen staatlichen Institutionen und Interventionen.

      • Markt sagt:

        Der liebe Herr Döring würde sich über Ihren Beitrag freuen. Oder handeln Sie gar ein seinem Auftrag?

        Danke für die Eröffnung Ihres Menschenbildes.
        Freiheit als Deckmantel Neoliberaler Versklavung?

        PS: Genau, das faule Pack sollte sich nicht beklagen sondern freuen, wenn es für einen 1,- arbeiten darf. Denn das ist schließlich die Freiheit die wir alle anstreben.

        • FwF-sandman sagt:

          Lieber Markt,

          Ihre Aussagen sind unsachlich. Sie werfen mit Begriffen um sich, deren Bedeutung Sie anscheinend gar nicht kennen. Wir sind Voluntaristen. Das bedeutet, wir wollen keinen Staat, keine Herrschaft und keine Regierung. Das hat mit „neoliberal“ nichts zu tun. Wir sind radikalliberal. Schauen Sie mal auf Wikipedia die Bedeutung von Neoliberalismus nach, dann werden sie den Unterschied erkennen. Da sie anscheinend kein Interesse an einer sachlichen Unterhaltung haben oder vielleicht auch gar nicht wissen, wie man so eine Unterhaltung führt, lassen wir das besser.

    • freedomforce sagt:

      Bei der entwaffneten Bevölkerung gäbe es zumindest so manche Chance. 😀

  12. Molot sagt:

    @alfons

    Indem man zB leistungslose Einkommen besteuert.

    Das wäre unsinnig, da sämtliche „leistungslosen Einkommen“ aus Steuergeldern finanziert sind.

    Geschätzte 40% des BIP kriegen gewisse Leute NUR dafür, dass sie Kapital besitzen

    Nicht datür, daß sie es besitzen, sondern dafür, daß sie es verleihen. Aus dem blosen Besitz von Kapital kann niemand Gewinn erzielen.

    • alfons sagt:

      Verwalten tuns die Banken, Fondsverwalter, usw… und die kriegen einen Lohn/Prämie dafür.

      Im Moment kriegst du auf der Bank keinen grossen Zins mehr, aber früher war das auch mal anders. Du kriegst also sehr wohl fürs reine Besitzen von Geld/ Kapital wieder Geld.

      Zinsen sind zum Teil (sofern nicht Risikoprämie, oder Inflationsentschädigung) eben auch leistungslose Einkommen. Und diese leistungslosen Einkommen sind riesig (40% des BIP)!
      Und sie sind nur möglich, weil es sich beim Geld um ein staatlich legitimiertes Monopol handelt!

  13. Fruupp sagt:

    BGE gab es schon mal. Das System nannte sich DDR, hatte die entsprechenden gewalttätigen Argumente und das gleiche Jammereinkommen für alle (bis auf die Organisatoren). Und auch die heutigen Befürworter des Faulenzens auf Kosten der Mitmenschen und Arbeitens nur zum eigenen Vergnügen durften das im damaligen System, nachdem das Minimum des 8-Stunden-Frondienstes erbracht war. Das Niveau entsprach heutigem Hartz 4, wenn man die Kaufkraft der Ostmark sieht (10 Jahre Arbeit für ein Auto das nach Westmaßstab nicht mal 14 Tage Arbeit wert war).
    .
    Ich habe noch nie etwas Dämlicheres als BGE zu hören bekommen. Der Gipfel der Weltfremdheit. Deutschland hat sich schon abgeschafft. Stecken die Leute eigentlich regelmäßig ihren Kopf in die Mikrowelle oder sind die durch Verblödungsstrahler und Mainstream-Medien weichgekocht?

    • Zef sagt:

      Fronen – ja, das ist es.

      Anstatt für das tägliche Brot zu arbeiten, was jedem Menschen geboten ist, um es zu fronen, weil man zum Knecht des Systems geworden ist („die Partei, die Partei, die Partei“).

      Als Systemling verliert man seine Persönlichkeit, seine Freiheit. Dafür bekommt man einen Orden verliehen: man wird zum „Citoyen“ (Rousseau). Und man bekommt „Ansprüche“ gegen die Gesellschaft.

      „Die Gesellschaft ist verpflichtet, für den Unterhalt aller ihrer Mitglieder zu sorgen, sei es, indem sie ihnen Arbeit verschafft, sei es, indem sie die Mittel der Existenz denen sichert, welche außer Stande sind, zu arbeiten.

      Die notwendigen Unterstützungen für die Armut sind eine Schuld des Reichen gegen den Armen. Es kommt dem Gesetz zu, die Weise zu bestimmen, wie diese Schuld abgetragen werden soll“. (Robespierre).

      Folge dieses Kunstgriffs ist der sozialistische Wettbewerb:
      alles eifert, Vergünstigungen des Staates zu fordern.

      Die Wahrheit ist: es gibt absolut nichts vom Leben zu fordern, ebenso von den Mitlebenden. Jeder Mensch muss die Bedingungen für sein Leben erwerben, geistig wie materiell. Kein Mensch ist um eines anderen Menschen willen da. Jeder Mensch hat seine Teleologie in sich selbst. Die Vollendung in sich selbst (und nicht die Auflösung im System) ist zugleich auch die vollkommene Anteilnahme an dem Ganzen. Denn:

      „Das Wesentliche in der menschlichen Existenz ist, dass der Mensch Individuum ist und als solches zugleich er selbst und das ganze Geschlecht

      Jedes Individuum hat dieselbe Vollkommenheit, gerade deshalb fallen die Individuen nicht numerisch auseinander, ebenso wenig wie der Begriff des Geschlechts ein Phantom wird“ (Kierkegaard)

      Was tut also Robespierre mit seinem Kunstgriff:
      er erschlägt das Individuum, reißt ihm seine intrinsiche Mitmenschlichkeit aus der Brust. Und dann klont er den Citoyen, den neuen künstlichen Menschen, als Systemkomponente. Jetzt kann er die Puppen tanzen lassen.

      Was für ein monströses System!

      Der Matrix-Mensch merkt davon nichts mehr;
      er hat das Ende der Geschichte erreicht.

      „Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern?“ – so fragt der letzte Mensch und blinzelt. Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten. „Wir haben das Glück er-funden“ – sagen die letzten Menschen und blinzeln (Nietzsche, Zarathustra).


      „Für die Freiheit kämpfe ich daher, für die künftige Zeit, für das Entweder-Oder. Das ist der Schatz, den ich denen zu hinterlassen gedenke, die ich in der Welt liebe…“ (Kierkegaard)

    • Rearden sagt:

      Der Vergleich mit der DDR ist meiner Ansicht nach nicht korrekt. In der DDR gab es ein Recht auf Arbeit aber auch eine Pflicht zur Arbeit. Und die wurde durchgesetzt. Wer nicht gearbeitet hat, war ein Asozialer.

      • freedomforce sagt:

        Es gab Arbeitszwang und Arbeitsdienst, den du euphemistisch als Pflicht bezeichnest. Sklavensprech eben. Du konntest also nicht als Asket durch die Wälder wandern, sondern warst Sklave der Volksgemeinschaft.

  14. Ben sagt:

    @Fruupp,

    Danke!!!
    Warum ist mir als Ost-Zonen-Bewohner dieser treffende Vergleich nicht eingefallen?!
    Die ganze Scheiß DDR war die Genralprobe für den NWO Zirkus.

    WACHT AUF!

  15. Matthias sagt:

    Also hier wird nach meiner Meinung ein wenig Äpfel mit Birnen vertauscht. Angefangen bei einigen Kommentaren, wo man bspw. das BGE mit der DDR vergleicht und auch schon im Text vor den Kommentaren liest man raus dass das Bedingungslose Grundeinkommen anscheinend nicht 100% verstanden wurde.

    Erstens erhält heute eigentlich jeder schon eine Art Grundeinkommen, seien es nun die über 20 Millionen Rentner oder die knapp 10 Millionen Menschen welche rein von HartzIV leben bzw. so wenig verdienen das sie noch beim Staat betteln dürfen/müssen. Und dann sind da noch etwa 10 Millionen Beamte welche auch vom Staat (uns) bezahlt werden. Ergo: Etwa 40 Millionen erhalten eine Art Grundeinkommen, ist halt nur anders verteilt und nicht bedingungslos.

    Zweitens ändert sich unser Arbeitsmarkt fundamental. Dazu muss man nur mal die Wochenarbeitszeiten vergleichen welche in den letzten Jahrzehnten von knapp 100 h auf 40 h mittlerweile gesunken sind. Das Problem, es gibt weltweit immer weniger Arbeit weil gleichzeitig immer mehr Arbeit trotz Produktionssteigerungen automatisiert wird, d.h. langfristig kann unser heutiges Modell nicht existieren. Selbst im hochgelobten Dienstleistungssektor wird immer weiter automatisiert.

    Meiner Meinung nach muss sich daher die Politik auf den wandelnden Arbeitsmarkt einstellen und es muss auch von der Politik endlich zugegeben werden das es Vollbeschäftigung niemals geben kann. Was kann man nun tun, eine Lösung ist die heutige durchschnittlich 40h Arbeitswochen auf weitere herabzusenken bspw. auf 35h und später sukzessive auf 30h usw..Gleichzeitig stellen wir heutzutage fest dass die Rente – welche auf ein Ponzisystem aufgebaut ist – nicht mehr, aufgrund des demographischen Wandels – funktioniert. Zudem können sich immer weniger Menschen aus der Mittelschicht eine vernünftige Ausbildung leisten, denn Bildung wird teurer und somit für immer weniger bezahlbar. Gucken wir mal in die USA – im Mutterland des Kapitalismus – dann stellen wir eine noch größere Schere zwischen Arm und Reich fest. Studenten zahlen im Regelfall 10.000 Dollar jährlich für ihr Studium und verschulden sich und bekommen anschließend trotz hoher Ausbildung und guter Noten oftmals nur einen Job als Briefträger.
    Eines ist klar, es wird nie eine 100% Gerechtigkeit geben aber eines ist für mich auch klar, nämlich dass der Mensch sich langfristig weiterentwickelt. Das BGE ist ein weiterer Schritt in eine humanere Welt.

    Es heißt im übrigen ja nicht das mit dem BGE die Menschen fauler werden, ganz im Gegenteil, mehr Menschen können in ruhe bspw. studieren oder kreativ werden und das manchen was sie wirklich wollen und wofür sie sich berufen fühlen. Und gleichzeitig werden so Firmen bessere Jobs und Arbeitsbedingungen anbieten müssen um Arbeitnehmer zu begeistern. Eines steht fest, der normale Mensch arbeitet freiwillig gerne – Ausnahmen mag es geben, klar – denn er strebt immer nach mehr Einkommen und strebt zudem nach Erfolg, Anerkennung und sozialen Kontakten usw.. Daher werden die meisten Menschen bei einem BGE von bspw. „nur“ 1.000 Euro in der Regel immer auch weiterhin nach Arbeit streben, nur werden sie halt sich weniger ausbeuten lassen. ;o)

    • Ben sagt:

      @Matthias

      was wäre denn, wenn die Regierung den normal arbeitenden Menschen nicht 75% ihres Einkommens über Steuern und Abgaben stehlen und den Rest verbliebene Kaufkraft dann zu großen Teilen über das staatlich installierte Zwangszahlungsmittel weginflationieren würde?
      Stell Dir einen freien Markt vor, wo Menschen ohne Gängelung und Beraubung ihre Leistungen anbieten und andere Menschen frei entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben.
      Die Welt als ebay ohne Wegelagerer sozusagen.
      Ich denke, da würden einige wieder gerne arbeiten.
      Kann es zudem auch sein, daß durch die massive Staatsquote mehr und mehr Produktion und Dienstleistung in D verunmöglicht wird?
      Oder sind die Deutschen nicht fähig, Schuhe und und und herzustellen?Ich meine, sie sind es.Wie alle anderen Menschen auch, wenn man sie läßt.
      Wenn das Stück für Stück wieder in Ordnung kommt, gibts kaum einen, der auf Almosen angewiesen ist und kein mit geraubtem Geld finanziertes „bedingungsloses“ Abhängen.
      Unter den staatlich kreierten, derzeitigen Umständen ist es zumindest leicht verständlich, daß so viele (ohne Frage prinzipienlose) Leute keinen Grund sehen, für nen Euro mehr den ganzen Monat lang einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

    • Molot sagt:

      @Matthias
      18. Oktober 2012 um 07:21

      Das BGE ist ein weiterer Schritt in eine humanere Welt.

      Worauf begründen Sie eigentlich Ihren Anspruch, andere Menschen ausbeuten zu dürfen?

      • Matthias sagt:

        Von Ausbeutung kann meiner Ansicht nach keine Rede sein, ganz im Gegenteil. Ich finde es bspw. ungerecht das Menschen welche nur von Zinsen leben und keinen Finger für ihr Einkommen krümmen müssen nur 25% Steuern zahlen (Abgeltungssteuer) und diejenigen welche schuften müssen knapp 50% Steuern zahlen. Das Geld ist wie gesagt da, es muss nur gerechter verteilt werden. Nicht umsonst erhöht sich nachweisbar die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter.

        Auch ich bin für Bezahlung nach Leistung, dies ist auch wichtig damit ein Anreiz dableibt, doch es kann nicht sein dass die Mittelschicht sich kaum noch die Bildung der Kinder leisten kann und fleißige Leute, welche ihr Leben lang gearbeitet haben, immer weniger von der späteren Rente leben können. Ganz zu schweigen von den Leuten die auch noch trotz Arbeit beim Staat betteln müssen.
        Nur einer Schicht geht es trotz Krise immer besser, den Reichen!
        Ganz zu schweigen von den Politikern die sich klammheimlich ständig die Diäten erhöhen. Da muss man nur mal nach Brüssel schauen, wie sich die Beamten (durch unsere Abgaben/Steuergelder) die Taschen voll machen.

        Wie gesagt das Geld ist da und die Finanzierung eines BGE ist ein leichtes, das Geld muss nur gerechter verteilt werden. Übrigens, apropos Finanzierung, der Bund zahlt bereits jetzt jedes Jahr etwa 30 Milliarden Euro nur für Zinsen, d.h. dieses Geld wird nirgends produktiv eingesetzt. Und sobald die Zinsen auf ein Niveau von bspw. nur 5% bei 2 Billionen Euro Staatsverschuldung steigen kann sich jeder den Zinsbetrag mal ausrechnen der dafür veranschlagt werden muss. Wie bereits gesagt, das Geld ist da.

        • isomorph sagt:

          3o sinnlose Milliarden für Zinsen, das stimmt,
          aber in welchem Verhältniss stehen diese zu einer Billion?
          Es stimmt auch, dass eine Billion da ist, sogar zwei,
          aber wie wollen Sie diese eine von zwei Billionen,
          ohne Ausbeutung eintreiben, jedes Jahr aufs neue?

          ohne Ausbeutung!

        • Rearden sagt:

          Die Ursache des Ganzen ist aber gerade die Ausbeutung – die der Produktiven durch die Unproduktiven. Genau das beschreibst Du ja. Wenn Du sagst, das Geld ist bereits da, willst Du nicht die Ausbeutung beseitigen, sondern nur die Beute anders verteilen.

          Wenn Dich jemand mit Gewaltanwendung dazu zwingt, ihm Dein Geld zu geben, ist das Raub.

          Wenn er sagt, Du hast sowieso zu viel davon, ist es immer noch Raub.

          Wenn er sagt, er gibt einen Teil der Beute an die Armen weiter, ist es immer noch Raub.

          Wenn 51% Deiner Nachbarn damit einverstanden sind und den Räuber unterstützen, ist es immer noch Raub.

          Wenn der Räuber sagt, Du bekommst einen Teil der Beute als BGE zurück, ist es immer noch Raub.

          Natürlich kommt es den meisten nicht wie Raub vor, weil der Räuber ihnen in der Schule beigebracht hat, dass es eine gute Sache ist, ihm ihr Geld zu überlassen.

          Wie ein BGE ohne Gewalt, Raub und Betrug funktionieren kann, ist mir nicht klar.

        • depublished sagt:

          Das Geld ist nicht da. Es wird mit Gewalt eingetrieben. Auch das, von dem ein BGE bezahlt werden müsste.

  16. Molot sagt:

    @Rearden
    19. Oktober 2012 um 11:00

    Und die wurde durchgesetzt.

    Nicht, daß ich wüßte.
    Durchgesetzt wurde bestenfalls die regelmäßige Anwesenheit an der jeweiligen Arbeitsstätte.

  17. Jürgen Gerdes sagt:

    Das BGE ist der Aufruf zum gemeinschaftlichen Raub – es sei denn, es stünde jedem frei beim BGE mit zu machen oder es eben abzulehnen.

  18. Ralf Karnowsky sagt:

    Guten Tag in die Runde!
    Als Verfasser des Artikels habe ich nun seit dessen Erscheinen die Kommentare der Leser mitverfolgt und bedanke mich ausdrücklich bei jedem, der sich die Mühe machte, seine Meinung zu diesem brisanten Thema niederzuschreiben. Ich freue mich, dass mein Artikel über 2 Wochen hinweg so kontrovers diskutiert wird.

    Ich möchte nachfolgend Fragen, die einige Kommentatoren gestellt haben, beantworten bzw. zu einigen Meinungsäußerungen Stellung nehmen:

    @No Name: „Das Problem ist, dass Menschen schuften und die Einkünfte nicht ausreichen. Dies ist nur so, weil Wirtschaft stehts auf Gewinn aus ist.“
    Nun, Sie haben das Problem richtig erkannt, die Ursache indes nicht. Wenn Sie sich die Tatsache vor Augen führen, dass bspw. ein Elektriker, der einen Maler mit dem Streichen und Tapezieren eines Zimmers seiner Wohnung offiziell beauftragen möchte, ca. 5 Stunden arbeiten muss, um diesem 1 Stunde bezahlen zu können – hier findet also ein Tausch durchaus vergleichbarer handwerklicher Fähigkeiten im Verhältnis 5:1 statt – kommen Sie der Ursache auf die Spur (@Zef hatte diesen Hinweis auf Roland Baader schon gegeben): diese ist nicht das Profitstreben der Unternehmen (was Sie mit „Wirtschaft“ meinen, erschließt sich mir nicht – dazu zähle alle am Marktgeschehen Beteiligte inkl. deren Handlungen), sondern der in alle Bereiche expandierende interventionistische Wohlfahrtsstaat mit seiner Steuer- und Abgabenlast.

    „Ich liebe es wenn Menschen Ideen in den Boden stampfen selber aber keine Gegenlösung parat haben.“
    Ich auch – deshalb arbeite ich gerade an einem Artikel, der die Existenzsicherung in einer freiheitlichen Ordnung zum Thema hat und (hoffentlich) demnächst hier erscheinen wird.

    @Markt: „Na, warum kann dies nicht funktionieren ohne die von Ihnen so verschmähte Umverteilung?“
    @NoName: „Genug Geld gibt es und es spricht auch nichts gegen eine Umverteilung.“
    @Matthias: „Wie gesagt das Geld ist da und die Finanzierung eines BGE ist ein leichtes, das Geld muss nur gerechter verteilt werden.“
    Weil es im kapitalistischen System keine Umverteilung geben kann – ich habe dies in meinem Artikel eingehend und verständlich erörtert (bitte nochmals die entsprechende Stelle nachlesen). Wer weiterhin auf „(Um)Verteilung“ besteht, sollte klar sagen, dass er ein sozialistischen System mit dem Gemeineigentum an Produktionsmitteln wünscht – hier kann er nach Lust und Laune verteilen, ohne jemanden Eigentumsrechte zu verletzen. Man kann eben kein Brot essen und es gleichzeitig behalten (frei nach Ayn Rand).

    @Zef:
    vielen Dank für das Posting der beiden Links (ich hatte im Text den „Zwischenlink“ mit dem Titel „Was man sieht und was man nicht sieht“ unterschlagen)

    @Helga: „Der schlechteste Artikel den ich hier seit langem gelesen habe!“
    Nun gut, dies ist Ihre Meinung – und damit eine subjektive Bewertung; allerdings fehlen die Argumente.

    @markus_eserver: „Die Möglichkeit eines freiwillig finanzierten BGEs wäre durchaus noch eine Möglichkeit.“
    Bitte – gegen diese Art von BGE ist meinerseits nicht das Geringste einzuwenden.

    @alfons: „Was wenn ein BGE nur ein “Heilmittel” und kein “Ziel” wäre? … Der Gesunde wird seine Medizin ganz selbstverständlich absetzen.“
    Selbstverständlich ist das BGE ein Mittel, das einem Ziel dient. Das ziel ist es, die Systematik, die dem Kapitalismus inhärent ist, auszuhebeln und quasi ‚durch die Hintertür‘ ein Stückchen Sozialismus einzuführen. Die Krux an der Geschichte ist nur, dass der Patient dadurch nicht gesundet, sondern ein Fall für den Leichenbestatter wird. Mises: „Die eindringlichen nationalökonomischen und soziologischen Untersuchungen der Probleme des Sozialismus, die die Undurchführbar keit der sozialistischen Ideen gezeigt haben, sind nicht ohne Eindruck geblieben, und die Mißerfolge, mit denen die sozialistischen Experimente allenthalben geendet haben, haben selbst die Enthusiasten stutzig gemacht. Allmählich beginnt man wieder zu begreifen, daß die Gesellschaft das Sondereigentum nicht entbehren kann. Doch die jahrzehntelangen Anfeindungen, denen das System des Sondereigentums an den Produktionsmitteln ausgesetzt war, haben eine derartige Voreingenommenheit gegen die kapitalistische Gesellschaftsordnung hinterlassen, daß man sich trotz der Erkenntnis der Unzulänglichkeit und Undurchführbarkeit des Sozialismus nicht entschließen kann, offen zuzugestehen, daß man zu den liberalen Anschauungen über das Eigentumsproblem zurückkehren muß. Man gibt zwar zu, daß das Gemeineigentum an den Produktionsmitteln, der Sozialismus, überhaupt oder doch wenigstens für die Gegenwart undurchführbar sei, aber man erklärt andererseits, daß auch das uneingeschränkte Sondereigentum an den Produktionsmitteln der Gesellschaft schädlich sei. So will man ein Drittes schaffen, einen Gesellschaftszustand, der in der Mitte zwischen Sondereigentum an den Produktionsmitteln auf der einen Seite und gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln auf der anderen Seite liegen soll. Man will das Sondereigentum an den Produktionsmitteln bestehen lassen, man will aber das Handeln der Eigentümer der Produktionsmittel – die Verfügungen der Unternehmer, Kapitalisten und Bodenbesitzer – durch obrigkeitliche Gebote und obrigkeitliche Verbote regulieren, kontrollieren und leiten. Man schafft so das Idealbild eines regulierten Verkehrs, eines durch obrigkeitliche Normen beschränkten Kapitalismus, eines Sondereigentums, das durch Eingriffe der Obrigkeit seiner angeblich schädlichen Begleiterscheinungen entkleidet wird. … Will die Obrigkeit die Dinge nicht dadurch wieder ins Geleise bringen, daß sie von ihrem Eingriff absteht, indem sie die Preistaxe wieder aufhebt, dann muß sie dem ersten Schritt weitere folgen lassen. Zum Befehl, keinen höheren Preis als den vorgeschriebenen zu fordern, müssen nicht nur der Befehl, die Vorräte zu verkaufen, und die Rationierung hinzutreten, sondern auch Preistaxen für die Güter höherer Ordnung und Lohntarife, und schließlich Arbeitszwang für Unternehmer und Arbeiter. Und diese Vorschriften dürfen sich nicht auf einen oder einige wenige Produktionszweige beschränken, sondern sie müssen alle Zweige der Produktion umfassen. Es gibt eben keine andere Wahl als die: entweder von Eingriffen in das Spiel des Marktes abzusehen oder aber die gesamte Leitung der Produktion und der Verteilung an die Obrigkeit zu übertragen. Entweder Kapitalismus oder Sozialismus; ein Mittelding gibt es nicht. “ („Der Liberalismus“ S.67)

    @Matthias: „Das Problem, es gibt weltweit immer weniger Arbeit weil gleichzeitig immer mehr Arbeit trotz Produktionssteigerungen automatisiert wird, d.h. langfristig kann unser heutiges Modell nicht existieren.“
    Das Märchen von der ‚Arbeitsplatzvernichtung durch Automatisation‘ scheint seit der Zeiten der ‚Machinenstürmer‘ unausrottbar. Fakt ist jedoch, dass sich durch den Fortschritt von Wissenschaft und Technik die Lebenssituation breitester Bevölkerungsschichten ständig verbessert hat. Das Problem ist eben nicht, dass es ‚immer weniger Arbeit‘ gibt, sondern dass es ‚immer weniger bezahlbare produktive Arbeit‘ gibt. Daran sind jedoch nicht Automaten und Roboter schuld, sondern eine ausufernde Bürokratie und ein steigender Anteil von Transferleistungsempfängern an der Gesamtbevölkerung, die von Produktiven mittels steigender Abgabelasten ernährt werden muss. Lies bitte diesbzgl. nochmals den Bastiat-Artikel Die Entlassung

    „Auch ich bin für Bezahlung nach Leistung“
    Sie sitzen hier einem folgeschweren Irrtum auf – im Kapitalmus existiert keine Korrelation zwischen Leistung und Entlohnung. Das, was zählt, ist die ‚Grenzproduktivität der Arbeit‘ – kurz gesagt: die Entlohnung für meine Arbeit erfolgt aufgrund des Nutzens, den diese für denjenigen hat, der sie nachfragt. Je höher der Nutzen für den Konsumenten, desto höher ist seine Bereitschaft, für diesen zu zahlen – für den Unternehmer gilt dies unmittelbar; für den bei diesem beschäftigten Arbeitnehmer mittelbar. Die Aufbringung von ‚Leistung‘, die zu diesem Nutzen führt, ist zwar in den meisten Fällen notwendig, steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der Bezahlung; man mag dies als ‚ungerecht‘ empfinden, es ist aber halt so.

    Schlussendlich noch ein Zitat zu den Themen „Zinseszins und leistungsloses Einkommen“:
    „ … die großen Vermögen wachsen und vermindern sich mehr nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit und Ungewißheit als durch den Zinseszins. Das ist die Hefe, der schöpferische Kern des Kapitalismus.
    Neue Ideen brechen sich Bahn und schaffen sich die notwendigen Produktionsmittel, während der alte Reichtum dahinwelkt. Gefährlich bedroht wird das System von einer Besteuerung mit steiler Progression, die immer größere Teile der höheren Einkommen verschlingt. Die Folge ist, dass die Reichen sich weigern, ihr Geld für neue Unternehmungen zu riskieren. Es wird nicht mehr für produktive Zwecke zur Verfügung gestellt, sondern verschwindet in Goldhorten, Sammlerobjekten oder Steuersparprojekten. Das sind aber wirtschaftlich bedeutungslose Aktivitäten, ja im Grunde nur Sumpfblüten der Steuergesetzgebung.
    Die Reichen verlieren dadurch trotzdem ihr Geld, aber vor allem muss die Wirtschaft auf ihre Kapitalhilfe verzichten. Schließlich findet in der Elite kein Auf- und Abstieg mehr statt – die Wirtschaft wird unbeweglich. Der Wohlstand der Nation verwandelt sich in bloßen Reichtum, und die Bürger beginnen, das Kapital – den Einsatz für künftigen Wohlstand – aufzuessen.“ (George Gilder: „ Reichtum und Armut“, S.79)

  19. Molot sagt:

    @Matthias
    19. Oktober 2012 um 22:34

    Von Ausbeutung kann meiner Ansicht nach keine Rede sein, ganz im Gegenteil.

    Ihrer Ansicht nach ist es also keine Ausbeutung, wenn Sie sich Ihren Lebensunterhalt von einem Anderen bezahlen lassen, ohne diesem eine Gegenleistung zu bieten?
    Wie nennt sich dieser Tatbestand denn dann Ihrer Ansicht nach?

  20. Sanne sagt:

    Also ich bin wirklich erstaunt, wieviele hier sich für den Diebstahl von Eigentum aussprechen und das dann noch als probates Mittel hinstellen, dass es allen besser geht. Den einzigen, den es damit wirklich besser geht, sind die, die sich auf der Arbeit anderer ausruhen und sich auf Kosten anderer finanzieren.
    Wo kommt denn die Kohle her, die ihr hier so großzügig verteilen wollt? Vom Himmel?
    Irgend jemand hat geschrieben, Geld ist genug da! Ja woher kommt das denn, Sie Schlauberger? Da hat wohl jemand gearbeitet und dies erwirtschaftet. Oder es kommt aus Zinsen! Aber die sind ja ganz böse! Mannomann, keinerlei Sachverständnis aber plappern. Wenn jeman, der Geld verleiht keine Zinsen bekommt, warum sollte er dann verleihen? Aber nach Meinung vieler hier ist ja ein posititves Wirtschaften ein Verbrechen. Und dann auch immer wieder diese olle Kamelle, dass Kapitalgesellschaften weniger besteuert werden als Personen! Wieso sollte jemand Menschen einstellen, Verantwortung und Haftung übernehmen und im Ernstfall nackt dastehen, wenn die Firma genauso besteuert würde wie der Arbeitnehmer, der 30 Tage Urlaub im Jahr hat, feste Arbeitszeiten, null Haftung und einen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
    Warum bekommt nicht jeder 2000 € im Monat, Firmen schaffen wir ab, Leistung ist auch doof und wir leben alles glücklich und zufrieden. Ah Moment, wo kommt das Geld dafür her? Wir drucken es einfach! Echte Gehirnakrobaten, so manche hier!

    • Kawaphil sagt:

      @Sanne:
      Geld in der momentanen Form ist grundsätzlich als schädlich für die Gesellschaft und den Kapitalismus anzusehen, ich würde sogar zu behaupten wagen das die Geldwirtschaft dem Kapitalismus den Todesstoss versetzt, da die Menschen die Geldwirtschaft fälschlicherweise mit dem Kapitalismus gleichsetzen.
      Definition von Kapitalismus:
      Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.
      Haben sie in der Definition irgendwo das Wort „Geld“ entdeckt? Ich auch nicht, daher ist der Vorwurf des Raubes und der Veruntreuung nicht an den Kapitalismus als solchen zu richten, sondern an die Nationalbanken und Privatbanken welche das Geld dieser Welt herstellen. Da einem Geld die Verfügungsmacht über das Realkapital verschafft, entsteht mit dem Geld ein eklatantes Ungleichgewicht in der Realwirtschaft. Wir können anhand einer fiktiven Zahl plötzlich den „Wert“ von realen Gütern, Dienstleistungen und Ressourcen bestimmen, ja selbst den „Wert“ eines Menschenlebens.

      Kapital in der Volkswirtschaftslehre, Definition:
      Unter Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne kann man alle bei der Erzeugung beteiligten Produktionsmittel verstehen, d. h. der Bestand an Produktionsausrüstung, der zur Güter- und Dienstleistungsproduktion eingesetzt werden kann. Diesen Bestand nennt man auch Kapitalstock und enthält Güter wie Werkzeuge, Maschinen, Anlagen u.s.w., also Güter, die in einem früheren Produktionsprozess erzeugt wurden.
      Das Kapital in diesem Sinne ist der dritte Produktionsfaktor neben Arbeit und Boden.
      Haben Sie in der eigentlichen Definition von Kapital das Wort „Geld“ gelesen? Nein? Ich auch nicht. Woran könnte dies liegen? Ev. daran das die Menschen eigentlich unter den einfachen Voraussetzungen des Kapitalismus ganz gut miteinander klarkommen würden? Wenn für ein Produkt welches Sie herstellen eine Maschine von Nöten ist, so ist diese Maschine Ihr Kapital, dazu benötigen Sie des weiteren Rohstoffe (Boden) und Ihre Arbeit um ein Produkt herzustellen welches ein anderer Marktteilnehmer gerne von Ihnen erwerben möchte. Dieser ganze Prozess funktioniert gänzlich ohne Geld, die einzige Voraussetzung ist, dass alle 3 Produktionsfaktoren vorhanden und in Ihrem Besitz sind.
      Fassen wir zusammen was Geld nicht ist: Geld ist kein (Real) Kapital, kein Rohstoff (Boden) und keine Arbeit. Was zum Teufel ist Geld dann? Es kann keine Eigentumsdiskussion und auch keine Verteilungsdiskussion stattfinden ohne die Ursache der ganzen Verwerfungen zu betrachten. Das Geld wurde erschaffen um Menschen ihrer Arbeit, ihres Bodens und nicht zuletzt ihres Kapitals zu berauben.
      90% des Weltgeldes wird von Privatbanken mittels Kreditvergabe aus dem nichts geschöpft, wertlose Zettel welche von der Realwirtschaft mittels immer mehr und schnellerem Wachstum mit Sachwerten und Dienstleistungen unterlegt werden müssen. Geld hat einen weiteren Vorteil gegenüber dem (Real)Kapital, es generiert Zinsen, das Eigentliche (Real)Kapital jedoch will unterhalten werden, an ihm nagt der Zahn der Zeit, es muss repariert und gepflegt werden und verliert kontinuierlich an Wert.

      Hier redet jeder im Zusammenhang mit dem BGE von Geld, aber eben dies ist die grosse Illusion. Da Geld lediglich die Verfügungsmacht über Boden (Rohstoffe), Realkapital und Arbeit darstellt ist jedes mittels Geld bezahlte BGE nur eines dieser drei Dinge welche man einem anderen nimmt um sie auf alle zu verteilen ungeachtet der Tatsache ob jener welcher eine Werkzeug, ein stück Land oder die Arbeit anderer erhält damit auch zu Wirtschaften versteht und der Allgemeinheit dies mit Gewinn wieder zurückzugeben vermag.

  21. ron sagt:

    Wer das BGE ablehnt ist gegen Menschenwürde, Freiheit des Individuums, Chancengleichheit, Selbstbestimmung.
    Er möchte Teilen der Menschheit die Teilhabe am technischen Fortschritt
    und der Überproduktion verwähren.

    Er ist für Arbeitszwang, Unterdrückung, Armut.
    So einfach ist das.

    • isomorph sagt:

      Hallo ron, ich sehe das genau so wie du und bin daher auch für ein BGE. Genau wie du bin ich ebenfalls gegen Unterdrückung und Armut und Zwang, da mit diesen auch kein BGE funktionieren würde.

      Ein BGE funktioniert nur OHNE Zwang!
      so einfach ist das

    • freedomforce sagt:

      Wer das BGE ablehnt ist frisst kleine Kinder und hasst süße Katzenbabys. 😀

      There is no free lunch Monkeyboy. 😉 Wenn du von Arbeitszwang sprichst meinst du wahrscheinlich nicht den derjenigen, die gezwungen werden müssen, dein BGE bzw. GE zu erarbeiten.

      Von dem natürlichen Zwang der Daseinsvorsorge kann dich niemand befreien, es sei denn, du beraubst ihn, aber mit welcher Berechtigung? Etwa der, dass du es kannst? Somit bist du nur arm, wenn du nicht handelst.

    • Kawaphil sagt:

      Ich lehne das BGE ab und bin weder gegen die Freiheit des Individuums noch gegen die Selbstbestimmung. Chancengleichheit gibt es nicht. Die Chancen des Individuums sind abhängig von mehreren Faktoren, daher können Sie bei keinem die gleichen sein. Arbeit, Geburtsort, Familie, eigenes streben, Kontinuität, soziale Kompetenz, Intelligenz und Glück sind (um nur einige zu nennen) Faktoren für das erhalten einer Chance. Wenn ich nicht bereit bin für mein Leben einzustehen, wieso sollte mir ein anderer diese Chance bieten und sich diese Verantwortung aufbürden? Es ist ein leichtes Forderungen an den anderen zu stellen und demjenigen die Schuld an der eigenen Misere zuzuweisen.
      Der Nebel des „Geldes“ vernebelt momentan Ihre Sinne. Aus dem Besitz von Geld erwächst keine Verantwortung und genau dies ist das eigentliche Problem in dieser Welt. Der Besitz im eigentlichen Sinne erfordert einen immensen Aufwand an Energie und Zeit. Angenommen Sie besitzen ein Haus für 500’000.- Euro, da es Ihr Eigentum ist müssen Sie dieses auch unterhalten. Da Sie ja auch dessen Wert erhalten möchten und in der Zeit nach ihrer Pensionierung ein wohnliches Dach über dem Kopf haben möchten, werden Sie viel Zeit, Energie und Ressourcen darauf verwenden das Gebäude in Schuss zu halten. Im Gegensatz dazu ist der Besitz von 500’000.- Euro ein leichtes. Diese vermehren sich bei guter Kapitalanlage mittels der Zinsen. Genau dieses Ungleichgewicht der Wertbetrachtung zerstört unser Gesellschaftliches Gefüge nachhaltig. Da Geld kein Realkapital darstellt, sondern einem lediglich die Verfügungsmacht über das Realkapital verschafft, wird es höher gewertet als Realkapital. Der weitere Vorteil von Geld gegenüber dem Realkapital ist seine Möglichkeit es beinahe unbegrenzt zu akkumulieren. Sollten Sie dies mit Realkapital versuchen, könnten Sie unter Umständen noch die Energie und Zeit erübrigen um noch zwei weitere Häuser in Besitz zu nehmen und wenn Sie beinahe nichts anderes zu tun gedenken als sich mit ihrem Eigentum zu Beschäftigen wäre es ev. noch möglich ein viertes Haus zu erwerben.
      Sehen Sie den Unterschied? Einerseits hätten Sie 4 Häuser, bei welchen Sie sich um anliegen der Mieter kümmern müssten, bei welchen Sie sich mit Handwerkern herumschlagen müssten, wo Sie Pflichten, Risiko (Feuer, Erdbeben, Leitungsbruch usw….) und Verantwortung tragen für Ihren Besitz, wo der Besitz keine Befreiung darstellt, sondern einer selbstbestimmten Einschränkung gleichkommt. Wieso sollte man einem solcherlei Besitzenden die Früchte seiner Arbeit nicht gewähren? Wäre dies nicht mehr als Gerecht, dass ihm sein Ärger, seine Zeit und sein Risiko in angemessener weise entgolten wird?
      Gehen wir nun davon aus das Sie stolzer Besitzer von 2’000’000.- Euro (Gegenwert der Häuser) auf dem Bankkonto wären, was würden Sie tun? Richtig, Sie würden den Rest ihres Lebens nichts mehr tun müssen, da sie selbst ohne Zinsen für die nächsten 40 Jahre ausgesorgt hätten und niemandem gegenüber Verpflichtungen eingehen müssten insofern Sie dies nicht möchten. Sie könnten sich jederzeit von jeglichen Verpflichtungen „freikaufen“.
      Geld ist die grosse Illusion von Freiheit, mit welcher uns die Banken und die ihnen zugehörigen Staaten dieser Welt versklaven. Ein BGE ändert nichts an dieser Tatsache, da es wiederum in Geld ausbezahlt wird. Geld ist eine Komplexe Form des Raubes und durchdringt alle Familien, Gesellschaftsschichten und Staaten gleichermassen und steht meiner Ansicht nach im Wiederspruch zum Voluntarismus. Die Vorstellung Eigenverantwortung mittels „Geld“ an jemanden anderes zu übertragen ist nicht neu, aber genau so absurd wie der Ablasshandel im Mittelalter.
      Was ich damit sagen will ist, dass weder der Besitz noch das Eigentum an sich das eigentliche Problem oder etwas verwerfliches sind. Obwohl diese je nach Kräften, Einsatz, Verantwortung und Geschäftssinn des einzelnen eine unterschiedliche Verteilung aufweisen mögen, ist dennoch eine unsinnige Akkumulation von Eigentum nicht zu erwarten. Was würde es einem Bauern bringen sein Land um das doppelte zu erweitern, wenn er nicht die Möglichkeit besässe dieses zu bewirtschaften? Was würde es dem Handwerker bringen zwei mal die gleiche Maschine zu kaufen, obwohl er nur eine verwenden kann? Wenn man die Fantasie besitzt sich all diese Dinge ohne „Geld“ vorzustellen, so kommt man schnell zu der Einsicht, dass das der Besitz von Eigentum sehr wohl natürliche und logische Grenzen aufweist welche das individuelle abschätzen zwischen Aufwand und Ertrag (nicht im Monetären Sinn) notwendig macht.

  22. Tisbert sagt:

    Die alte Leier…
    Der Schreiberling dieses Artikels geht mal wieder davon aus, dass der Mensch von Natur aus faul ist (dass also das „Arbeitsleid“ überwiegt), dadurch die Leistungsbereitschaft sinkt und im Endeffekt alles den Bach ´runter geht. Notwendig ist also stets die Aufrechterhaltung des Zwanges, also der ohne Arbeit drohenden wirtschaftlichen Not, um den Menschen zur Arbeit zu zwingen. Das ist die Quintessenz, darauf läuft es hinaus. Den Rest des Artikels hätte man sich auch ganz gut sparen können.

    Ich denke auch, dass in der Anfangszeit einige Leute die Freiheit auskosten würden und sich erst einmal „nen Lenz“ machen würden. Den Menschen allerdings zu unterstellen, dass diese das auf Dauer beibhealten würden, grenzt an Misantrophie. Möglicherweise schließt der Autor von sich auf andere, gut möglich dass es derartige Phlegmatiker gibt. Daraus aber auf die gesamte Menschheit zu schließen halte ich schlicht für falsch und bedenklich.

    Viel eher halte ich es für wahrscheinlich, dass sehr viele Menschen sehr bald anfangen würden, kulturell, wissenschaftlich oder in ähnlicher Weise aktiv würden und somit einen Innovationsschub auslösen würden, der zu wirklichem Fortschritt führt, anstelle der jetzigen Tendenz zu immer mehr Hektik und dem ewigen quantitativen Wachstum in einer Gesellschaft, in der fast alle schon alles haben und gerne den Spielraum für die Verwirklichung ihrer Ideen hätten. Oder auch nur die Zeit um durchzuschnaufen und damit auf die richtigen Ideen zu kommen. Anstelle dessen möchte der Autor die Menschen gerne weiterhin in der Hektik der derzeitigen Knechtschaft halten, unfähig einmal durchzuschnaufen und (Achtung, Bildsprache!) einen Schritt zurückzutreten und das Gesamtbild zu betrachten. Menschenverachtung pur.. Nichts anderes kann ich daraus schließen.

    • isomorph sagt:

      Hallo Tisbert, ich glaube die Menschen wären bei einem ZwangsBGE nicht faul, sondern nur unmotiviert, aufgrund von Unmündigkeit, was auch nur verständlich ist, wenn man für andere Menschen Leistungen erbringen soll. Anders jedoch, wenn man diese Leistung freiwillig erbringt. Oder?

      • Hermann Messmer sagt:

        Hallo isomorph,

        ich bitte um eine kurze Erklärung wie Du

        ZwangsBGE
        und
        (freiwilliges) BGE

        unterscheidest. Das ist für mich wirklich völlig neu.

        • Taylor sagt:

          Falls Isomorph nicht mehr Antwortet, kann ich das gerne übernehmen.

          Das BGE soll ja durch Steuern finanziert werden – wie das gegen soll verstehe ich bis heute nicht – wie dem auch sei, Steuergeld ist

          1. Der Steuerzahler hat der Gesellschaft bereits gedient, sprich seine Arbeitskraft. Eine Besteuerung ist kein extra geschaffener Wohlstand, sondern bereits erreichter Wohlstand der geschröpft wird.
          Außerdem darf man aus ökonomischer Sicht nur dann von effizienter Allokation der Ressourcen gesprochen werden, wenn alle Transaktionen freiwilliger Natur sind. Was ja beim Besteuern nicht zutrifft.

          2. Besteuerung ist aus Moralischen gründen verwerflich, da dem Bemusterten keine Wahl gelassen wird ob er zahlen möchte oder nicht.

          Ein Freiwilliges BGE dürfte also nicht durch Steuern finanziert werden, sondern müsste freiwillig finanziert werden. Es müsste sich eine Genossenschaft gründen die einen geschlossenen Fond eröffnet in den jedes Mitglied einzahlt, am Anfang jedes Monats würden dann alle Mitglieder eine einheitliche Summe überwiesen bekommen. Das wäre ein freiwilliges BGE.

        • isomorph sagt:

          Hallo Hermann, ganz einfach, bei einem freiwilligem BGE wird niemand gezwungen Leistungen einzuzahlen, es zahlt jeder ausschliesslich freiwillig ein und es muss auch niemand die Auszahlung eines BGE annehmen, falls jemand darauf verzichten möchte.

          Keine Ahnung ob ich der erste bin, dem das einfällt, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ein BGE, wenn überhaupt, nur ohne Zwang funktionieren kann. Und sollte es tatsächlich ohne Zwang funktionieren, bin ich eben so felsenfest überzeugt, würde es genau die positiven Wirkungen erzielen, die von den BGE Befürworten stets angeführt werden.

          Mit Zwang jedoch, würde genau das Gegenteil erreicht werden. Garantiert!

          • Hermann Messmer sagt:

            Danke Taylor,
            danke isomorph.

            Das mit dem freiwilligen BGE kannte ich nicht.

            Frage an isomorph:

            Warum machst Du das nicht heute schon mit Deinen Gleichgesinnten?

          • isomorph sagt:

            Hehe Hermann, die Frage ist gut, die stelle ich „meinen Gleichgesinnten“ auch immer.
            😉

          • Hermann Messmer sagt:

            Und was bekommst Du als Antwort?

          • isomorph sagt:

            „Und was bekommst Du als Antwort?“

            Da ist von ´dummer Kommunist` bis ´scheiß Nazi` so ziemlich alles dabei, aber so mancher macht sich auch ein Kopf, wie das BGE ohne Zwang funktionieren könnte.

            http://isomorph.blogsport.de/

    • Ralf Karnowsky sagt:

      Was Sie für „wahrscheinlich halten“, ist völlig irrelevant, solange Sie Ihre Thesen, deren Verwandschaft mit denen von Marx ( „schöpferische Entfaltung der Produktivkräfte“, sobald „sich die Produktionsverhältnisse geändert haben“) übrigens nicht zu übersehen ist, nicht mit Fakten untermauern können.
      Ich bin weder ein Misanthrop noch ein Philanthrop – ich bin Realist, der es als Tatsache anerkennt, dass:
      (a) uns die Natur nicht mit Wohnungen, Autos, Fernsehern usw. ausstattet, sondern dass dazu menschlicher Verstand und Arbeit aufgewandt werden muss
      (b) die Motivation der überwiegenden Zahl derer, die diese Arbeit leisten, nicht im Vergnügen oder im Wunsch der Selbstverwirklichung, sondern in der Notwendigkeit liegt.

      Alle vorliegenden empirischen Daten – sowohl aus der Ökonomie, Soziologie als auch der Historie – zeigen auf, dass die Leistung des Einzelnen sinkt (und nicht steigt), wenn er aus der Notwendigkeit der Leistungserbringung entlassen wird.

      So schreibt der Ökonom Paul C. Martin: „Weil er permanenten Druck schafft, regt die Köpfe der Beteiligten an, sich etwas einfallen zu lassen, wie man diesem Druck ausweichen kann. Damit öffnet der Debitismus [Anmerkung: diesen hält Martin für den eigentlichen Kern des Kapitalismus] die Tür ins unendliche Reich der Kreativität. Je stärker der Druck, um so schneller fällt einem etwas ein, wie man den Druck abschaffen kann. Am einfallsreichsten sind Menschen in ‚aussichtsloser Lage‘. Der Versuch, dem immer wieder erscheinenden Druck auszuweichen, führt zu Abläufen, die wir als ‚Produktivitätsfortschritte‘ bezeichnen können – die sich aber wiederum nur per Debitismus realisieren lassen.“ („Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert“, S. 205)

      • Hermann Messmer sagt:

        Ich stimme dem voll zu.
        Auch wenn jemand „felsenfest überzeugt“ ist, es aber trotzdem heute nicht tut, obwohl kein Hinderungsgrund erkennbar ist, sind wir bei den „ausgesprochenen“ Präverenzen aber nicht bei den tatsächlichen Präverenzen. Die tatsächlichen Präverenzen zeigen sich in der Realität, nicht in den theoretischen Diskussionen.
        Wo bleibt denn die „kulturelle, wissenschaftlich“ oder“ ähnliche Weise“ und der „Innovationsschub“ von unseren grundgesicherten arbeitslosen Mitmenschen? Wieviel Zeit zum „durchschnaufen“ brauchen Menschen ohne Arbeit um den „Innovationsschub“ zu schaffen?
        Die Illusionisten sollten aufpassen, dass die Menschen in der Zeit des „durchschnaufens“ und in der „Anfangszeit“ in der die Freizeit ausgekostet wird nicht verhungern.
        Das Korn fällt aus der Ähre, die Rübe verfault auf dem Acker, der Apfel fällt vom Baum und verfault wenn man sich zu lange mit Selbstfindung, Freizeit und schönen Illusionen aufhält.

        • isomorph sagt:

          70% Zwangsabgaben in der Realität, werden von dir nicht als Hinderungsgrund erkannt?
          Frag mich bitte nochmal, warum ich kein BGE umsetze, wenn wir 0% Zwangsabgaben haben!
          Danke.

  23. Hajo Zeller sagt:

    Schade um die Zeit, die für das Lesen des Artikels verbraucht wird.

  24. Hendrik Müller sagt:

    Nachdem ich alle Argumente des Verfassers sorgfälig gelesen habe, bleibt mir dennoch einiges im Unklaren…

    Ich möchte mich nicht viel mir theorethischem und philosophischem Geplänkel aufhalten und stattdessen versuchen auf die Argumente im Kern einzugehen:

    1. Unser (bisher ungekannter) Wohlstand entstand historisch durch Marktwirtschaft + freie Wahl des Arbeitsplatzes:
    Frage: Warum soll das so sein? Möglicherweise ist die freie Wahl des Arbeitsplatzes effizienter, vielleicht aber auch nicht. Meiner Ansicht nach ist der entscheidende Grund die Industrialisierung in Verbindung mir einenem enormen Anstieg der verfügbaren Energie durch die Möglichkeit der Verbrennung fossiler Energieträger.

    2. a) Jedes Einkommen beruht auf unternehmersicher Tätigkeit.
    Was bedeutet „unternehmerische Tätigkeit“? Ich stimme zu dass jedes Einkommen auf einer Produktion beruht, aber das Argument taucht woanders auch auf.

    b) Einkommensunterschiede sind der Grund für den Erfolg des kapitalistischen Systems.
    In Bezug auf das BGE: Auch mit dem BGE würde es Einkommensunterschiede geben!
    Exkurs zum Argument selbst:
    Das mag vielleicht eine von vielen Triebkräften sein. Meiner Meinung nach führt diese Triebkraft aber gesellschaftlich keineswegs zu dem gewünschten Effekt. Ich setzte dabei voraus, dass das Ziel aller gesellschaftlichen Aktivitäten ist, dass möglichst alle Menschen zufieden sind. Wahrgenommene ungleichheit führt meistens nur dazu, dass Menschen meinen immer mehr (meistens Dinge) haben zu müssen, was aber nicht zu den gewünschten Resultat führt, nämlich Zufriedenheit. Ich plädiere stattdessen (ganz praktisch) dafür Menschen davon zu überzeugen diesen Schwachsinn nicht länger mitzumachen.

    c) Nichts im Leben ist Kostenlos.
    Stimme ich uneingeschränkt zu!
    Zu entgegnen ist aber, dass immer mehr Arbeit durch Maschinen erleichert oder ersetzt wird (nie gekannte Produktivität). Dadurch stehen ja auch grundsätzlich viel mehr Ressourcen zur Verfügung. Das Problem: Sie werden oft ineffizient genutzt. Ein Beispiel von vielen ist, dass viel zu viel Energie in Tierprodukte gesteckt wird. Man braucht ca. 10 Kalorien aus Pflanzen um eine Kalorie Fleisch herzustellen! Das ist keine normative Aussage sondern Fakt.

    d) Weil das kapitalistische System nichts verteilt, kann es auch keine Umverteilung geben.
    Wie? Was? Wieso nicht?
    Umverteilung = Enteignung: Wenn Sie so wollen, ok das heißt aber nicht, dass es nicht notwendig wäre. Es ist kaum von der Hand zu weisen, dass eine Volkswirtschaft mit sehr großer Ungleichheit nicht besser Arbeitet (auch nicht insgesamt, größerer Kuchen und so..). Sind Sie der Meinung, dass es keine öffentlichen Güter geben sollte (Straßen, Rundfunk, Polizei, Grundsicherung)? Das wäre demnach ja auch Enteignung.

    3. Verstand + Vernunft als Quelle der menschlihen Überlebensfähigkeit.
    Stimme voll zu. Aber was hat das wiedrum mit dem BGE zu tun?
    Das relativiert z.B. nicht die ungleichen Machtverhältnisse (Zugriff auf Ressourcen / Chancen seinen Vertand überhaupt einsetzen zu können) die ja durch das freie Spiel der Marktkräfte entstehen. Diese Zitat zu dem Zinseszins halte ich übrigens für groben Unsinn (verzeihung!). Das BGE soll doch gerade dies begünstigen, indem jeder, seinen Neigungen entsprechend seinen Verstand zielgerichtet einsetzen kann und nicht die nächstbeste Arbeit annehmen muss.

    4. Es gibt Berufe, die unangenehm sind, die müssen halt die machen die für andere Tätigkeiten geistig schwächer sind (das Leben ist kein Ponyhof); Die Dienstleistungen die keiner machen will, würden sich zudem verteuern.

    Zunächst mal glaube ich nicht, dass die unbeliebten Jobs nur von dummen und unvernünftigen und die beliebten von schlauen und vernünftigen gemacht werden. Mag tendenziell so sein, das hat aber m.E. andere Ursachen als die genetische Veranlagung (um dem Nazi-Argument entschieden zu widersprechen).

    Ich denke auch, dass sich die unbeliebten Dienstleistungen verteuern würden. Aber was soll denn so schlecht daren sein. Ist es etwa weil die (von Natur aus) schlauen und vernünftigen so viel wertvoller sind für die Mehrung uneres Wohlstands? Das die unbequeme Arbeit schlecht bezahlt ist, hängt einzig damit zusammen, dass hierfür meistens keine Ausbildung vonnöten ist und das Angebot daran sehr groß ist. Das BNE würde die Marktlichen Anreize lediglich etwas verschieben und denen die die „Drecksarbeit“ machen MÜSSEN (aus welchen Gründen auch immer!) etwas gerechter dafür zu entschädigen.
    Auf das sehr zentrale Faktum (das Sie als Märchen bezeichnen), dass es durch die Automatisierung d.h. das Ersetzen von Arbeit durch (zur Zeit) fossile Energie insgesamt weniger Arbeit gibt, sind Sie nicht überzeugend eingegangen. Ein Beispiel: Wieviele Menschen arbeiten in der Landwirtschaft? Das müssten so 2-3% sein in Deutschland. Dann rechenen Sie noch die anderern essenziellen Branchen drauf (Logistik, Bau von Häusern (wobei es davon zur Zeit genug gibt)…). Der Rest ist doch zum größten Teil luxus oder aber unnötige Bürokratie (wie es ja bei Verwaltung des heutigen Sozialsystems der Fall ist, was Sie ja zurecht kritisieren).

    5. Wenn man nicht arbeiten muss, dann ist es nicht rational einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten (Trittbrettfahrer-Problem bzw. „moral hazard“).
    Das ist eigentlich das einzige Argument, das ich (fast) uneingeschränkt gelten lassen würde.
    Es wird sicher (zumindest Anfangs) schwierig sein dieses Problem zu überwinden. Es gibt jedoch auch noch ganz andere Anreize als Konkurrenz, Neid oder Not, die es auch historisch gegeben hat (…).
    Was wäre denn wenn es gelinge (durch Aufklärung + Bildungsarbeit in Verbingung mit einer (effizienteren) Grundsicherung wie dem BGE) zu erreichen, dass sich Menschen für eine Tätigkeit begeistern können (gerade weil ihnen die freie Entscheidung gelassen wird) und ihre Arbeit gerne tun. Genau so ist es z.B. auch beim motivationalen Führungsstil im Gengesatz zum autoritären Führungsstil in der Personalführung. Ersteren hat es früher auch nicht gegeben.

    Ich bin davon überzeugt, dass Menschen gerne Tätig und Produktiv sind, wenn man ihnen dir richtigen (ich denke das sind die postiven) Anreize gibt. Zwang oder Handeln aus Angst ist denke ich nicht das Optimum (auch nicht in Bezug auf die Produktivität).

    Ich bin gespannt auf Ihre Argumente und würde mich freuen eine Antwort zu erhalten.

    MfG
    H.M.

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Hendrik,

      ich möchte hier nur auf einen einzigen Punkt eingehen, da ich ihn als fundamental ansehe.

      „Ich setzte dabei voraus, dass das Ziel aller gesellschaftlichen Aktivitäten ist, dass möglichst alle Menschen zufieden sind. “

      Das ist leider eine falsche Annahme.

      Ich drücke es mal ganz brutal aus, um auch keinen Zweifel aufkommen zu lassen:

      Es interessiert ökonomisch kein Schwein, ob alle Menschen zufrieden sind!!!!

      Es gibt nur Individuen. Jedes Individuum will für sich individuell glücklich und zufrieden sein. Es handelt IMMER NUR nach seinen Präferenzen.

      Jede andere Annahme geht voll an der Realität vorbei und führt unausweichlich zu falschen Erkenntnissen.

      Das ziel jeder individuellen Aktivität ist das Glück dieses Individuums. Es gibt keine gesellschaftliche Aktivität. Es handeln immer nur Individuen, die ihren Präferenzen folgen.

  25. Ralf Karnowsky sagt:

    Hallo Hendrik,
    erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, den Artikel so umfassend zu analysieren. Ich will Ihnen gern auf Ihre Fragen antworten bzw. auf die von Ihnen angesprochenen Sachverhalte eingehen.

    (1) „Meiner Ansicht nach ist der entscheidende Grund die Industrialisierung in Verbindung mir einem enormen Anstieg der verfügbaren Energie durch die Möglichkeit der Verbrennung fossiler Energieträger.“

    Das ist durchaus richtig beobachtet – aber es besteht kein monokausaler Zusammenhang zwischen der Schaffung von Wohlstand und ‚industrieller Revolution‘. Haben Sie sich einmal gefragt, was die letztere in Gang setzte? Wie neuere historische und archäologische Forschungsergebnisse belegen, waren die grundlegenden Kenntnisse in Maschinenbau und Physik/Chemie zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt; so verfügten bereits die Griechen und Römer über ein breitgefächertes Wissen in diesen Bereichen (siehe hier: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/08f09dee-c131-3898-beea-3efa0cea90b0/20038803 )

    Warum also fand die ‚industrielle Revolution‘ nicht schon in der Antike statt? Die Antwort liegt auf der Hand: weil die durch die Maschinen verrichtete Arbeit durch Sklaven billiger zu bewerkstelligen war. Das Marx’sche Bonmot: “ Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten.“ („Das Elend der Philosophie“ MEW 4: S.130) greift als Erklärung einfach zu kurz. Erst mussten die Voraussetzungen durch den Kapitalismus geschaffen werden (u.a. Beseitigung der Ständeordnung), es mussten sich „die Produktionsverhältnisse ändern“ (um bei der Marx’schen Terminologie zu bleiben), um die ‚industrielle Revolution‘ hervorzubringen. Ihre Dynamik gewann diese durch das nun mögliche Verfolgen von Eigeninteresse durch die Marktteilnehmer.

    Noch eine Bemerkung zur „freien Wahl des Arbeitsplatzes“: Dass diese zur Effizienzsteigerung führte, ist nicht nur „möglich“, sondern sicher. Diese Freiheit war die Voraussetzung für eine immer weitere Zunahme der Arbeitsteilung.

    … (ich setze den Kommentar morgen weiter fort)

  26. Ralf Karnowsky sagt:


    (2) (a) „Was bedeutet “unternehmerische Tätigkeit”?“
    Der Kapitalismus basiert auf Sondereigentum an Produktionsmitteln, was bedeutet, dass jedes Individuum (egal, ob einzeln oder in einer Gruppe) die Möglichkeit besitzt, diese zu erwerben, um damit Güter zu produzieren.
    Der Unternehmer ist derjenige, der diese Möglichkeit nutzt und – falls er kein Einzelunternehmer bleibt – Arbeitsplätze schafft. Indem der Arbeiter diese besetzt und ihm so seine Arbeitskraft verkauft, erzielt er folgende Vorteile:
    (a) er entgeht dem ‚Zwang‘ des Sparens, da er selber kein Kapital für den Erwerb von Produktionsmitteln ansammeln muss
    (b) er überbrückt den Zeitraum vom Erwerb von Produktionsmitteln bis zum Verkauf der ver- bzw. gebrauchsfähigen Güter, indem er ‚zeitnah bezahlt wird
    (c) er vermeidet das Risiko, beim Verkauf dieser Güter nicht den kalkulierten Preis erzielen zu können

    Beide realisieren so die Produktion, die den Wohlstand schafft und aus der alle Mittel stammen, die allen anderen, die außerhalb dieses Produktionsprozesses stehen, zugute kommen.

    (2) (b) „Einkommensunterschiede … Ich plädiere stattdessen (ganz praktisch) dafür Menschen davon zu überzeugen diesen Schwachsinn nicht länger mitzumachen.“

    Zu diesem Thema hat FwF-sandman eigentlich alles Wesentliche gesagt.
    Vielleicht noch soviel: Die Bedürfnisse den Menschen sind praktisch unbegrenzt – deshalb definiert L.v. Mises das Wesen des Handelns auch als ein „Versetzen eines Zustandes des Unbefriedigtseins in einen Zustand des weniger Unbefriedigtseins“.
    Somit ist es ein völlig vergebliches Unterfangen, an eine wie auch immer geartete Askese bzw. Verzicht zu appelieren. Solange der Mensch die Freiheit besitzt, sein Umfeld mit wachen Augen zu beobachten und seine Phantasie dazu nutzt, sich zu überlegen, mit welchen Dienstleistungen oder Produkten er seinem Nachbarn Nutzen stiften kann, solange wird er dieses tun und es nach Abwägung des ‚Für und Wider‘ in die Tat umsetzen. Ist der Nutzen groß genug und/oder für viele Nachbarn relevant, werden diese ihn dafür bezahlen – falls nicht, verschwindet er wieder vom Markt.

    (c) „immer mehr Arbeit durch Maschinen erleichert oder ersetzt wird.“
    Auch diese müssen bezahlt werden (Entwicklung, Material, Transport Installation, Wartung, Energie).

    „Ressourcen werden oft ineffizient genutzt.“
    Es ist nicht zu bestreiten, dass es auch in einem freien Markt zur Fehlallokation von Arbeit, Kapital und Ressourcen kommen wird, da der Mensch aufgrund der Unmöglichkeit, über alle relevanten Informationen zu verfügen, auch falsche Entscheidungen treffen wird. Nichtsdestotrotz wird diese geringer sein als im heutigen System, in dem bspw. das Preissignal von Gütern durch ‚Außenstehende‘ durch Subventionen oder Extra-Belastungen verfälscht wird.

    (d) Über die Tatsache, dass in einem kapitalistischen System eine ‚Verteilung‘ nur aufgrund einer vorgehend stattfindenden Enteignung erfolgen kann, sind wir uns einig – o.k.
    Dass Güter wie ‚Sicherheit‘ (Armee, Polizei) bezahlt werden müssen, ist ebenso klar.
    Aber warum muss der Staat seine Bürger unter Gewaltandrohung teilenteignen, um diese Güter bereitzustellen? Wäre es nicht möglich, dass der Staat seinen Bürgern diese Dienstleistungen zu einer freiwilligen Inanspruchnahme gegen Entgelt anbietet wie diese es unter sich auch tun? Voraussetzung für eine solche Verfahrensweise wäre allerdings, dass sich der Staat von einem Herrschaftsinstrument in eine Bürger-Service-Unternehmung wandelt und dass er für diejenigen, die seine Dienste nicht in Anspruch nehmen möchten, die Freiheit einräumt, diese Güter eigenverantwortlich zu realisieren (falls diese überhaupt gewünscht sind).

    „dass eine Volkswirtschaft mit sehr großer Ungleichheit nicht besser arbeitet“
    1. Es gibt keine „Volkswirtschaft“; was es gibt, ist das Handeln von Individuen. Was Sie als „Volkswirtschaft“ bezeichnen, ist das Sammeln und Berechnen von ökonomischen Daten, die aus einer Summe von Resultaten der Handlungen des Einzelnen bestehen, die unter willkürlich gesetzten Prämissen zusammengesetzt worden ist.
    2. Welche „Ungleicheit“ meinen Sie ? Die Ungleichheit im Vermögensbesitz oder die in der Einkommeserzielung ? Die relative oder die absolute Ungleichheit?
    (3) „die ungleichen Machtverhältnisse (Zugriff auf Ressourcen / Chancen seinen Verstand überhaupt einsetzen zu können) die ja durch das freie Spiel der Marktkräfte entstehen.“
    Eine freiheitliche Ordnung kann nur garantieren, dass keinem Mitglied der Zugang zu Ressourcen oder die Nutzung von Chancen versagt wird. Inwieweit jedes Individuum seine Möglichkeiten nutzt, bleibt allein ihm überlassen. Insofern kann nicht von einer ‚Verunmöglichung‘ der Nutzung von Chancen oder dem Zugang von Ressourcen „durch das freie Spiel der Marktkräfte“ gesprochen werden.

    „Dieses Zitat zu dem Zinseszins halte ich übrigens für groben Unsinn (verzeihung!)“
    Was ist an der logischen Kausalkette, in deren Abfolge es nicht zu einer massiven Konzentration von Kapital ‚in wenigen Händen‘ kommen kann, wenn ‚unterwegs‘ (d.h. während des Ansammlungsprozesses) das Kapital immerfort in ‚andere Hände‘ gelangt, nicht zu verstehen? Was ist daran „grober Unsinn“?

    ….

  27. Ralf Karnowsky sagt:

    ,,,
    (4) hat aber m.E. andere Ursachen als die genetische Veranlagung (um dem Nazi-Argument entschieden zu widersprechen).
    Es tut mir leid, dass dies bei Ihnen so angekommen ist, als ob sich eine ‚Herrenrasse‘ die ‚guten‘ Jobs unter den Nagel reißt und für die ‚Benachteiligten‘ nur die ‚Knochenarbeit‘ übrig bleibt – ich habe aber nicht von „genetischer Veranlagung“ gesprochen.
    Was ich damit ausdrücken wollte, ist der Sachverhalt, dass es nur den wenigsten Mitgliedern einer Gesellschaft vergönnt ist, ein Hobby zu betreiben, dessen Ausübung für andere einen so großen Nutzen darstellt, dass sie bereit wären, für diese Leistung zu zahlen. Dies betrifft natürlich nicht nur Arbeiten auf geistiger Ebene, sondern auch auf körperlicher (wie bspw. eine besondere Handwerkskunst).

    „und denen die die “Drecksarbeit” machen MÜSSEN (aus welchen Gründen auch immer!) etwas gerechter dafür zu entschädigen.“
    Was heißt bitte in diesem Zusammenhang „gerechter“? In einem freien Markt erhält jeder die Lohnhöhe für die Produktion eines Gutes, die der Konsument für dessen Ge- bzw. Verbrauch zu zahlen bereit ist. Für den Unternehmer gilt dies unmittelbar; für den Arbeiter mittelbar. Die Gesamtheit der Verbraucher bestimmt also tagtäglich mit ihrem Ausgabeverhalten den Preis eines Gutes und damit auch die Höhe des Lohnes, der ja ein Kostenbestandteil des Preises dieses Gutes ist.
    Wessen subjektive ‚Gerechtigkeits‘-Vorstellung möchten Sie anstelle dessen gern zur Preis- und Lohnfeststellung heranziehen? Ihre eigene? Oder die einer Majorität, die meint, bei einer ‚Verteilung‘ zu kurz gekommen zu sein?

    „Auf das sehr zentrale Faktum (das Sie als Märchen bezeichnen), dass es durch die Automatisierung d.h. das Ersetzen von Arbeit durch (zur Zeit) fossile Energie insgesamt weniger Arbeit gibt, sind Sie nicht überzeugend eingegangen.“
    Es gibt nicht „weniger Arbeit“ – dies wäre erst der Fall, wenn eine genügende Anzahl von Menschen vollends befriedigt wäre (was aber dem Wesen des Handelns nicht entspricht – wie ich vorgehend erläuterte). Was es weniger gibt, sind bezahlbare Arbeitsplätze – d.h. Arbeitsplätze, die eine ausreichend hohe Wertschöpfung erzeugen, die reicht, dem Arbeiter einen ausreichenden Lohn und dem Unternehmer einen Gewinn zu gewähren. Und die außerdem ausreicht – damit sind wir beim wesentlichen Grund für den Mangel an solchen Arbeitsplätzen – die anfallenden Lohnnebenkosten (Sozialversicherungsbeiträge, Steuern) zu erzeugen.

    (5) „Was wäre denn wenn es gelinge (durch Aufklärung + Bildungsarbeit in Verbingung mit einer (effizienteren) Grundsicherung wie dem BGE) zu erreichen, dass sich Menschen für eine Tätigkeit begeistern können.“
    Was Sie hier vorschlagen, ist ein Ziel, das darin besteht, die Menschen durch Aufklärung und Erziehung gesamtheitlich in ein Bewusstsein zu versetzen, voller Überzeugung gegen ihr Selbstinteresse zu handeln, das aus der Verfolgung ihrer selbst gewählten Ziele besteht. Statt dessen sollen sie einen Teil ihres rechtmäßig erworbenen Eigentums der Realisierung des Glücks der anderen opfern.
    Die „Begeisterung für eine Tätigkeit“ entsteht, wenn ich nicht erwarte, dass mir die Ausübung derselben nicht ‚in den Schoss‘ fällt, sondern dass ich dafür etwas leisten muss; sie entsteht, wenn sie mit meinen Interessen und Fähigkeiten im Einklang steht; sie entsteht, wenn ich die ‚Früchte‘ dieser Tätigkeit genießen kann, ohne dass andere mir mit einem erhobenen Zeigefinger aufoktroyieren wollen, wie viel ich davon selber behalten darf und sie entsteht, wenn ich darüber bestimmen kann, wem und wie viel ich von diesen ‚Früchten“ überlasse, um jemandem zu helfen.

  28. Ben sagt:

    Wenn das BGE bedingungslos ist, warum wird es dann überhaupt gefordert? Es gibt aber eine Bedingung für ein Grundeinkommen.Dafür muß entweder geschenkt, gearbeitet, gebettelt oder geraubt werden.Die Kollektivisten mögen das alles nicht, weil es ihnen ihre fehlende Eigenverantwortung, ihre fehlende Fähigkeit zum ICH vor Augen führt.Sie brauchen daher den Staat, den sie kollektiv durch die gesetzte Mehrheitsdiktatur mit dem Raub beauftragen, den sie dann „soziale Gerechtigkeit“ nennen und das verteilte Raubgut nennen sie „bedingungslos“.So lassen sich die dramatischen Defizite der Kollektivisten am besten verdrängen. Diese Verdrängung ist lebenswichtig für Kollektivisten, weil sie Probleme, in die sie selbst involviert sind aufgrund ihrer fehlenden Eigenverantwortung nicht lösen können.Daher kommt auch ihr Neusprech und ihr Hass auf Freiheit.

  29. zap sagt:

    Moralisch akzeptabel kann nur ein BGE sein, das aussschliesslich durch freiwillige Zahlungen finanziert wird. Jegliche finanzierung von was auch immer, durch Steuererpressung ist unmoralisch und asozial. Echtes soziales miteinander entsteht ausschliesslich aufgrund freiwilliger Kooperation und Handlungen und laesst sich nicht erzwingen. Was auch immer fuer gesellschaftliche Ideen (BGE etc) und Systeme (Politik) erdacht und angeboten werden, sind nur dann gerecht und moralisch vertretbar, wenn diese Systeme auf freiwillige Kooperation basieren. Steuererpressung und Zwangsumverteilung sind asoziale Taten einer asozialen Gruppe und es liegt in der Logik der Sache, dass asoziale Taten die Menschen niemals sozial machen, egal in welche ehrenwerten Worte man sie kleidet.

  30. Jan sagt:

    Zitat:
    „soviel als möglich und mit dem geringsten Aufwand an Kosten zu erzeugen“

    Jeder Buchhalter schlägt jetzt erst mal zu, denn die Aussage ist so falsch wie sinnlos. Ja, mir ist klar das es ein Textauszug ist, aber das macht ihn nicht richtiger. Richtig gibt es nur zwei Aussagen:

    Mit Einsatz bestimmter Mittel soviel wie möglich erreichen.
    Ein bestimmtes Ziel mit so wenig Mitteln wie möglich zu erreichen.

    Alles andere sind Hirnfürze, aber das nur vorweg 😉

    Noch einer, Zitat:
    „einen Herrschaftsapparat: den Staat“

    Das ist ja nett, und zur Zeit verständlicherweise in Mode auf „den Staat“ herum zu klopfen, Aber man muss sich erst mal fragen was ist „Staat“ überhaupt? Danach kann man gerne darauf rum klopfen wenn es einem noch immer nicht passt.

    Da es keine einheitliche Begriffserklärung gibt, ein kleines Beispiel:
    Einige Menschen setzen sich zusammen, und entscheiden das einige Personen in der Gruppe die Aufgabe zuteil wird bei anderen Menschen nach dem Rechten zu sehen, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht gut geht. Da diese das aber ihre Leistung nicht ohne eine Gegenleistung erbringen können, verständigen sich die Menschen darauf das alle Menschen die dem zustimmen, etwas für die „Krankenpfleger“ zur Seite zu legen, wovon diese dann leben können.

    Dieses Beispiel ist eine Selbstorganisation der Menschen, jeder hat freiwillig zustimmt seinen Teil der Leistung zu erbringen.

    Diese Einigung kann man bereits als Staat, bzw. eine staatliche Institution betrachten, denn es liegt, zwar ein simples, aber dennoch grundlegendes System vor. Es ist eine Form der Arbeitsteilung(Vertrag, Staatsvertrag?), welche auch für Kinder (Aufsicht, Lehre, etc.) Ältere (Versorgung nicht arbeitsfähiger, etc.) oder andere Personengruppen oder Sachanliegen (das beliebte Beispiel Straßenbau, Wegeplanung) gilt.

    Was bedeutet das? Unsere Wahrnehmung von „Staatlichkeit“ ist einseitig, weil immer unter der Prämisse von „Zwang“ betrachtet. Ein Staat selbst hat mit Zwang an sich erst mal nichts zu tun. Diese Betrachtung entstammt jedoch der Historie in welcher die staatlichen Systeme in jedweder Form missbraucht bzw. instrumentalisiert wurden.

    Wer ernsthaft glaubt, das z. B. die Amerikaner mit ihrer Verfassung keine guten Absichten hegten, der irrt sich gewaltig. Sicherlich kann man über einzelne Passagen streiten, aber letztendlich war es eine Verfassung von Menschen für Menschen. Doch, was nutzt es den Menschen in den „USA“, wenn sie sich an ihre eigene, eigentlich wirklich gute Verfassung, nicht halten? Das beste System ist in schlechten Händen nichts als eine Diktatur.

    Freiheit gibt es in vielen Formen, aber eines muss man sich immer klar machen, auf die ein oder andere Weise werden sich Menschen, wenn alle Organisation entfernt wurde, wieder organisieren. Diese Formen werden wiederum „staatlich“ sein, ob man es nun wahr haben will oder nicht. Ob man neue Systeme dann „staatlich“ oder anders nennt, ist unerheblich, viel wichtiger ist, das die Transparenz und Bindung nicht verloren gehen darf (Demokratie, altgriechische Begriffsdeutung ist da sehr interessant).

    Das Problem der Staatlichkeit, nicht nur heutzutage, ist die Entfremdung der Menschen, des „Souveräns“ vom Staat. Bereits die französische Revolution hat hier deutliche Probleme der Transparenz gezeigt, und damit eine schnelle Entfremdung zum System. Es ist allerdings nur logisch, das die Menschen in Lyon, oder anderswo im Land verteilt, nicht mitbekommen und auch nicht wirklich eingebunden werden konnten was Entscheidungen betrifft die in Paris fielen und fallen. Es ist ja selbst den Bewohnern von Paris nur schwer möglich dies mit zu bekommen, obwohl „vor Ort“.

    Zum eigentlichen Thema, dem BGE:
    Das BGE kann nur funktionieren indem alle gesellschaftlichen Säulen auch darauf abgestimmt sind. Wir diskutieren hier aber über eine Option, welche letztendlich eine Voraussetzung hat: Automatisation.

    Zu Beginn des industriellen Zeitalters wurden praktisch alle Produktionsabläufe von Hand vorgenommen (manuell). Mit fortschreitender Industrialisierung fielen jedoch immer mehr Arbeitsplätze weg, weil Arbeitsabläufe genormt oder mechanisiert wurden (Fliessbandarbeit z. B.). Das geht heutzutage soweit, das in der Fahrzeugproduktion die Karosserien nur noch von Robotern zusammengesetzt und verschweißt werden, die Arbeiter sind lediglich zur Kontrolle und Bestückung dabei. Produzierend greift der Mensch erst nach der Karosserieherstellung wieder ein. Dieser Prozess ist im Maschinenbau weiter anhaltend und greift zunehmend von der Produktion auch auf Dienstleistungsbereiche über.

    Der Prozess der Industrialisierung & Automatisierung schuf einen völlig neuen Teil der Gesellschaft, den Arbeiter. Zuvor war diese „Klasse“ auf einige wenige wie Schmiede (etc.) begrenzt, und machten lediglich einen kleinen, eher privilegierten, da gebildeten, Teil dieser aus.

    Heutzutage wird der Arbeiter mehr und mehr ausgemustert, und durch Automation ersetzt, während gleichzeitig die Bildungsansprüche an die verbleibenden immer höher werden. Es gibt jedoch keinen neuen gesellschaftlichen Teil in welchem diese nun unterkommen könnten um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, außer, um die Büroflure der Staaten und Firmen mit unnützer Arbeit zu bevölkern. Doch selbst diese ausufernde Bürokratisierung kann nicht darüber hinwegtäuschen das den Menschen die Arbeit ausgeht, vor allem die Arbeit die auch Sinn macht.

    Ausgehend davon, das die Automatisierung irgendwann die Utopie erfüllen sollte, das Arbeit zu 100% von Maschinen geleistet wird, und Roboter auch „die Kloputze“ bereits ersetzt haben, sprich, auch alle unangenehmen Arbeiten übernommen haben, stellt sich die Frage wie die Menschen in einer solchen Gesellschaft leben werden.

    In diesem Zusammenhang betrachtet, sind weder die alten gesellschaftlichen Systeme, noch die jetzigen, in Hinsicht auf die zukünftig zu bewältigenden Aufgaben hilfreich, geschweige denn maßgebend. Die Gesellschaften der heutigen Zeit stehen vor einer neuen, noch nie dagewesenen Herausforderung, die mit alten Strümpfen nicht zu lösen sein wird.

    Wir müssen aus der Vergangenheit lernen, aber mit einer Lösung hat das dann noch lange nichts zu tun.

    Insofern ist das BGE eine Vorwegnahme einer Utopie, ob die Zeit dafür reif ist, hängt sehr stark von der Gesellschaft selbst ab.

    Über eines kann das BGE aber niemals hinwegtäuschen. Ob man in Freiheit lebt oder nicht, hat mit dem BGE selbst nur wenig zu tun. Sklaverei kann es auch in goldenen Käfigen geben, und die kann schlimmer als die der eisernen sein.

  31. raphael sagt:

    Hallo!

    Mein Blickwinkel: Ich arbeite mit Patienten, die zerbrechen an den jetzigen Strukturen. Unter der Zusatzdiagnose „Burnout“ werden diese individuell sehr unterschiedlichen Ursachenkomplexe zusammengefasst. Durch den Druck (Arbeitsdruck, Existenzdruck, Probleme in Partnerschaft,…) verlieren diese Menschen die Kreativität mit diesen Herausforderungen des Lebens umzugehen. Interessanterweise gewinnen alle im geschützten Rahmen ihre Kreativität zurück, sobald man Ihnen den Druck und den angezüchteten Perfektionismus nimmt. Das ist der Tribut der Umverteilung von fleißig zu reich, der natürlich global betrachtet werden muß. Die Gier des entfesselten Finanzsystems wird immer größer. Die Folgen auch!! Natürlich ist das bedingungslose Grundeinkommen für sich alleine nicht die Lösung, Plan B von Andreas Popp macht das sehr deutlich! Es geht um viel mehr! Es geht darum, schaffen wie zum ersten Mal friedlich (!!!) aus einem die Umwelt (nicht nur den Menschen ausbeutenden Systems) auszusteigen und durch ein System der friedlichen Coexistenz zu schaffen, das die Regionen individuell fördert, wo jeder sich individuell einbringen kann, durch das BGE jeder für sich entscheiden kann, welche Arbeit er macht, sein eigenes Geschäft oder irgendwo angstellt (Schwerarbeit würde dann endlich gut entlohnt werden, weil sie kaum einer machen möchte, Arbeitnehmer würden umworben werden, schlechte Arbeitsbedingungen würde sofort die Kündigung des Arbeitnehmers zur Folge haben, da er abgesichert ist durch BGE und auch viele offenen Stellen da wären, die mit guter Entlohnung und guten Arbeitsbedingungen locken würden. Dass das für Arbeitgeber Horrorszenarien sind, die den Menschen nur als Nummer sehen und mit dem Taschenrechner am Tisch sich ausrechnen, was dieser einem einbringt, ist logisch. Aber genauso logisch reagiert der Arbeitnehmer unbewußt mit „Burnout“ . Die Ausbeutung der Arbeitskraft steht vor ihrem Ende! Ich sehe täglich, wie sehr es diesen Menschen nach Anerkennung und Sinn dürstet. Wie soll das in einer Gesellschaft funktionieren, die nur noch Leute sucht, die gerade mal zwanzig, aber schon ein Vollstudium absolviert und mindestens zehnjähriger Berufspraxis vorweisen können? Ein weiteres Übel sind die Großkonzerne, die sich durch internationale Verflechtungen und Steueroasen den steuerlichen Verpflichtungen in den ansässigen Ländern entziehen. Dem einzelnen Staat bleibt nichts anderes übrig, als sich von der arbeitenden Bevölkerung das Geld zu holen, was aber viel zu hohe Steuerbelastungen für den einzelnen bedeutet. Denn diejenigen, die es geschafft haben (diejenigen, die durch Anlagen und Spekulationen immer mehr Geld ihr eigen nennen können,also auch nicht mehr arbeiten müssen, entziehen sich ähnlich durch Steueroasen). Der Versuch des Staates Steuersünder zu entlarven ist aufgrund dieses Hintergrundes der leeren Staatskassen zwar verständlich, aber nicht die Ursache des Übels! Längst ist offensichtlich, dass auch die Rettung der Banken von dem braven, arbeitenden Bevölkerung getragen wird und somit die Spekulanten sich ins Fäustchen lachen, da sie ja, wegen dem hohen Riskos sehr hohe Zinsen kassiert haben. Dem Bürger wurde versucht einzureden, man helfe dem Griechen oder den Zyprioten. Doch bei vielen hat das dank ATTAC und anderer ähnlicher Organisationen nicht funktioniert. Für mich ist die neoliberale Gesellschaftsform nicht nur gescheitert, sondern gefährlich, da sie (die Gewinner) offensichtlich die Natur ohne Rücksicht auf Verluste (Menschenleben, Natur und Tiere) ausbeutet. Dies zeigen die vielen Skandale, die so nach und nach ans Licht kommen. Das Schlimme ist, dass aufgrund des Drucks, der auf dem noch Arbeitenden lastet, dieser sich über diese Zusammenhänge kaum Gedanken machen kann, weil er einfach mit seinen eigenen Problemen genug zu tun hat, umso schlimmer dann die Sinnkrise im Burnout…
    Schaffen wir es diesmal ohne Krieg? Die nahe Zukunft wird es zeigen. Ich bin hin und hergerissen, einerseits optimistisch, andererseits pessimistisch, weil ich die Hydra Finanz- und Kapitalmarkt als übermächtig einstufe!

  32. SATAN sagt:

    Ich war lange Jahre ein glühender Verfechter des BGE, doch inzwischen hat mich den „Gegenseite“ überzeugt.

    Ich frage mich z.B., wenn doch die allseits so beschrieene „Kreativität“ und „Innovationsfähigkeit“ zurück kehrt, wenn man nicht mehr (abhängig) arbeiten muss: Wo ist diese bei den Rentern? Wo bei den Arbeitslosen? Wo bei den vielen sehr gut situierten, die niemals auf einen „normalen“ Job angewiesen wären, ihn aber trotzdem machen? Warum lassen sich nicht Heerscharen von „Existenzängstlern“ „kaputtschreiben“ und werden auf einmal unheimlich kreativ?

    Das ganze hört sich inzwischen in meinen Ohren immer mehr danach an, als wären die Leute einfach nur zu FEIGE, mal etwas außerhalb der Norm zu probieren! Das ganze Geschrei nach dem BGE scheint vor allem ein Wunsch nach einem Netz zu sein, das einem vor dem kalten Wasser des (unternehmerischen) Risikos schützen soll!

    So, nach dem Motto: „Hach, ich wäre ja unglaublich produktiv, wenn ich nur jeden Monat meine Kohle ohne jedes Risiko überwiesen bekommen würde… aber SO kann ich auf keinen Fall innovativ, kreativ oder gar produktiv sein… auf keinen Fall!“

  33. raphael sagt:

    Hallo Satan!

    Ich finde Deinen Kommentar zynisch! Ich würde nach 40 Jahren Ausbeutung auch keinen Bock mehr haben. 40 Jahre Ausbeutung machen krank, sind psychisch, wie physisch am Ende und die wenigsten bekommen danach eine Pension, die ein sorgenfreies Leben ermöglicht! Auch ein Arbeitsloser wird so kurz gehalten und bekommt Druck vom System möglichst bald wieder einen Job anzunehmen. Wie soll sich da Kreativität entfalten? Wir verschwenden sehr viel menschliche Ressourcen, wie ich in meinem Kommentar schon erwähnte. Ich kann auch eine Geschichte von einem Erfinder hinzufügen, der seinen Job gekündigt hat, um sich der Vermarktung seiner Erfindung zu widmen, der ständig kreativ ist und sein Produkt weiterentwickelt. Er ist leider an einem Punkt sich wieder anstellen zu lassen, weil er nicht die Kohle hat seine Erfindung patentieren zu lassen und ihn Entscheidungen von Partnern viel Lehrgeld kosten. Von wegen FEIGE! Wenn dieser Erfinder ein BGE hätte, müßte er sich nicht wieder in die Versklavung begeben. Eine Bemerkung noch: ich finde es für eins der reichsten Länder der Erde eine Schande, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevolkerung unter der Armutsgrenze leben, auch viele davon Pensionisten, viele davon haben sich aufgeopfert im Wiederaufbau. Haben diese Menschen, denen wir unseren Luxus mitverdanken, so einen Lebensabend verdient? Ich verwehre mich zu jeglicher Verallgemeinerung, es mag bei jeglicher Regelung Sozialschmarotzer geben, diese wird man nie verhindern können. Doch ich sehe in meiner Arbeit (!!), also praktisch, dass ihre Kreativität wiederkehrt und diese auch gerne anwenden. Ich vermute bei Verweigerern eher noch ungelöste Konflike, die die Verweigerung noch „notwendig“ macht. Ich kann überhaupt nicht die Beobachtung machen, dass Druck kreativ macht, das scheint mir, wenn überhaupt möglich, die Ausnahme zu sein, die die Regel bestätigt.

  34. SATAN sagt:

    Hallo raphael,

    ich kann sogar in gewisser Weise verstehen, dass Dir mein Kommentar zynisch vorkommt, aber ich kann nur von meiner eigenen Person ausgehen: Ich verspüre ein ENORMES Arbeitsleid (nahe am Burn-Out), obwohl (weil?) ich ein relativ gutes Gehalt bekomme und schon etwas Kapital angespart habe. Ich KÖNNTE also durchaus mal ein Risiko eingehen und versuchen, meine Situation radikal zu verbessern. Aber bisher TRAUTE ich mich einfach nicht, ich war schlicht und einfach zu feige. Und ob dieser Umstand durch ein BGE besser werden würde? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich würde sehr wahrscheinlich einen starken Drang verspüren, erstmal fünfe gerade sein zu lassen (was im übrigen ÜBERHAUPT nicht verwerflich ist!, ganz im Gegenteil) und dann mal dies probieren und dann mal das, halt rumschweifen sozusagen, aber ob daraus ein echter „Antrieb“ entstünde? Ich habe da bei mir selbst schon höchste Zweifel… wie soll ich mir da bei anderen sicher sein?

  35. EuroTanic sagt:

    Ich stimme in wesentlichen Teilen überein. Arbeit ist und kann nur Grundlage für Existenz sein. Das BGE ist deshalb als reines Umverteilungskonzept ungeeignet. Aber ich brauche nicht einen „Unterschied“ um mich zu motivieren.
    „Man sollte sich bewusst werden über die Tatsache, dass Einkommens- und Vermögensunterschiede nicht nur eine Folge des kapitalistischen Systems sind, sondern gleichzeitig eine der Voraussetzungen für dessen Erfolg.“
    Ich beziehe meine Motivation alleine aus der intrinsischen Motivation, der Lust etwas zu tun.

  36. raphael sagt:

    Intrinsische Motivation stellt sich bei gesunden, nicht problembehafteten Menschen von selbst ein. Wir bräuchten wahrscheinlich nicht über ein BGE reden, wenn die Arbeit gerechter belohnt oder/und auch gerechter besteuert würde würde (es kann doch nicht sein, dass es Menschen gibt, die trotz 40 Std. Arbeit noch Unterstützung vom Staat brauchen!), wenn die Arbeitsbedingungen verbessert würden und die Arbeit gerechter verteilt würde. Es gibt einfach schon zuviele Verlierer! Nur die vermeintlichen „Gewinner“ des Systems lehnen das BGE ab, bzw. solche, wie SATAN, die sich es nicht vorstellen können, was für ein Schub entsteht, wenn man herausfindet, was man wirklich, wirklich arbeiten will. Zynismus, auch wenn Du SATAN, ihn von Dir weist, kann ein Zeichen des Burnouts sein. Ich würde Dir empfehlen, Dich von einem guten Therapeuten beraten zu lassen! Das ist doch heute keine Schande mehr zu so jemand zu gehen!

    • Hermann Meßmer sagt:

      @ Raphael,

      was ist ein gerechter Lohn für einen Automechaniker, der eine Arbeitswoche (40 Stunden) lang einen Fehler im Auto sucht und ihn nicht findet?
      Was ist ein gerechter Lohn für einen Bäcker, der 40 Stunden lang aus Brötchenteig Braunkohle herstellt?
      Bist Du bereit dafür einen Stundenlohn von 8,50Euro zu bezahlen? Also mit Lohnnebenkosten so um die 500,– Euro?
      Möchtest Du selbst „gerecht“ sein und unabhängig vom Arbeitsergebnis dein eigenes Geld aufwenden, damit die Ernährung des Automechanikers / Bäckers gesichert ist? Ihn für seine Arbeitsstunden, nicht für das Arbeitsergebnis bezahlen?

      • raphael sagt:

        Ja, das bin ich, vorallem, solange es unverhältnismäßige Spitzengehälter in der Finanzwelt gibt, die keiner mehr rechtfertigen kann! Irgendetwas stimmt doch da auf dieser Welt nicht mehr und ist total aus den Fugen geraten!

        • isomorph sagt:

          Hallo raphael,

          was hälst du von diesen Zusammenhängen der Ökonomie? …

          Rationen nach Quoten in Freiheit
          http://globalefreiheit.de/rationen1.htm

          Und was von dieser Form eines BGE`s? …

          FGE – das freiwillige Grundeinkommen
          http://globalefreiheit.de/fge1.htm

          liebe Grüsse

          • raphael sagt:

            @isomorph

            ich bin kein Philosph und auch kein Ökonom, auch kein Politiker. Ich bin ein Praktiker! Meine idealistische Einstellung kennst Du ja. Diese habe ich aber, weil ich weiß, wie krank die Menschen von diesem jetzigen System schon sind und sie durch meine Art der Therapie das Leben und sich wieder lieben lernen. Ich bereite aber nur den Boden, der Rest erledigen jedem seine innewohnenden Selbstheilungskräfte.

            Dass der Sozialismus nicht das Gelbe vom Ei ist oder war, brauch ma nicht drüber reden, aber das, was jetzt ist, vorallem die Umverteilung von fleißig nach reich, scheint mir mindestens genauso verkehrt. Wenn es so weitergeht, werden wir hier auch bald sozialistische Zustände haben, wo wieder getauscht wird, weil einfach die Schere von fleißig nach reich zu weit aufgegangen ist und die Politik kein probates Mittel gefunden hat. dagegen etwas zu unternehmen. Arbeit wird mit 50% besteuert, Vermögen mit höchstens 25%. Und Großkonzerne schleichen sich aus der Besteuerung mit Firmenkonstruktionen. Mir fehlt allein der Glaube angesichts so einer momentanen Situation zu glauben, dass irgendjemand von diesen Superreichen einen cent freiwillig für das BGE geben würden. Die „Freiwilligkeit“ wird dann vielleicht kommen, wenn die sozialen Unruhen beginnen und die Schwachen aufbegehren und die Reichen Angst um ihr Leben haben. Aber auch da scheint schon vorgesorgt worden zu sein: nach Lissaboner Vertrag können Armeen in anderen EU-Staaten zu Hilfe eilen bei sozialen Unruhen, damit nicht die Armee gegen die eigenen Leute schießen muß. Ich gebe alles, was ich habe, meinen vollsten Einsatz, mehr geht nicht.

          • HeterOekonom sagt:

            Hallo Raphael,

            du sagst „ich bin kein Philosph und auch kein Ökonom, auch kein Politiker. Ich bin ein Praktiker!“, und forderst einen weitgehenden Eingriff in die Ökonomie. Wie fändest du es, wenn der Klempner bei dir zu Hause den Schraubschlüssel an der Wasserleitung ansetzt und sagt: „Ich verstehe nichts von Technik, ich bin kein Handwerker. Ich bin ein Praktiker!“.
            Wie kann das Ergebnis seines Eingriffes aussehen?
            Wie kannst du die Auswirkungen deines Eingriffes abwägen?!

            Wenn du glaubhaft einen wirtschaftlichen Eingriff anpreisen magst, dann lese doch bitte etwas über die Ökonomie!!! JEDER Fachmann muss etwas über sein Themenfeld wissen, bevor er praktizieren kann.

            Gerne gebe ich dir Lesetipps.

            Liebe Grüße!

          • isomorph sagt:

            Hallo raphael,

            dem Text von Hermann ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Allerdings kommen mir deine Zeilen schon etwas philosophisch vor, und Ökonom ist ja auch jeder, der ein Haushaltsbuch führt. Schön nur, dass du kein Politiker bist, die es von den Armen nehmen, um es den Reichen zu geben und dabei selbst festlegen, wer grade arm und wer reich ist. Nur dadurch geht die berühmte Schere auseinander und nicht durch den freien Markt.

            Denn auf einem freiem Markt ohne irgenwelche Arbeitsverhinderungen durch ein Zwangsfalschgeldsystem, Patente und Urheberrecht, div. Gsetze und Verordnungen usw., wird die Branche mit der höchsten Gewinnerwartung auch die Branche sein, in die am meisten Menschen strömen. Dadurch wird nicht nur in dieser Branche der Wohlstand allgemein immer weiter angeglichen, sondern auch zwischen allen Branchen und damit auch allen Menschen.

            Leider fällt es nicht nur dir schwer …

            „… angesichts so einer momentanen Situation zu glauben, dass irgendjemand von diesen Superreichen einen cent freiwillig für das BGE geben würde. …“

            Aber 1.) auf einem freiem Markt würde es solche Superreichen kaum noch geben, da all diese heutzutage von staatlichen Bevormundungen profitieren.

            Doch 2.) was wäre, wenn es eine transparente Liste geben würde, geordnet nach Höhe der Spende für ein FGE? Glaubst du auch dann würde ein Reicher, der mit seinen Unternehmungen in der Öffentlichkeit steht, keinen einzigen Pfifferling für soetwas spenden?

            liebe Grüsse

      • Hermann Meßmer sagt:

        @ raphael
        Deine selbstlose Einstellung erstaunt mich.
        Ist sie fiktiv oder real?

        Fiktiv: Du kannst hier schreiben Du würdest so etwas tun, wenn dies oder das wäre oder nicht mehr wäre.

        Real: Du tust es heute schon. Du hast Prinzipien nach denen Du heute schon soweit möglich handelst. Also: Kaufst Du heute schon bei den schlechten Bäckern um sie vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren? Kaufst Du heute schon die schlechten Leistungen ein um dazuzuhelfen dass diese Firmen mit ihren schlechten Produkten am Leben bleiben und die Menschen da nicht arbeitslos werden? Gibst Du heute schon Dein erspartes Geld an noch ärmere Menschen ab?

        Was machst Du heute real für Deine Überzeugung (ausser Kommetare schreiben)?

        • raphael sagt:

          Lieber Hermann!

          Wenn ich etwas durch meine Lebenserfahrung, die vorallem geprägt ist durch meine therapeutische Erfahrung, gelernt habe, dass es fürchterlich für das Selbstbewußtsein der Menschen ist, wenn sie bewertet werden. Und wie du richtig schreibst, ein Mensch fühlt sich bewertet durch sein Einkommen (soll das ein Einkommen überhaupt?). Was macht die Arbeit eines Managers soviel besser, dass es diese starke Diskrepanz im Lohn rechtfertigt? In meiner therapeutischen Arbeit versuche ich einen Raum zu erzeugen, wo es keine Negativbewertungen gibt, mache auch jeden Patienten darauf aufmerksam, wenn er sich oder andere negativ bewertet. Die Menschen beginnen sich selbst wieder zu lieben, aber nicht weil sie keine „Kritik“ mehr bekommen, sondern vorallem weil sie merken, wie sie sie selbst sein können und sich ausprobieren können. Und was diese Menschen dann noch mehr erstaunt, dass da etwas zum Vorschein kommt, was Ihnen total Spaß macht. Ich weiß nicht, ob das jemand nachfühlen kann, der das nicht selbst erlebt hat. Ich bekomme von ehemaligen Patienten Rückmeldungen, wie sie ein Studium angefangen haben nach der Klinik, wo sie vorher sich nur zugetraut haben einfachere Jobs zu verrichten, oder auch andere Selbsterkenntnisse, sich zum Beispiel vom Perfektionismus zu lösen,… Ich lebe für genau diese Menschen, mein Gehalt ist grottenschlecht, aber mir macht dieser Beruf Spaß, weil er mir sehr viel gibt. Warum ist mein Gehalt so schlecht? Weil die Gesellschaft solche Jobs, wie meinen, nicht mehr Wert empfindet. Da kommt wieder die Bewertung ins Spiel. Es ist heute mehr Wert, ein geldgieriger Finanzspekulationshai zu sein, der durch seine Spekulationen für den Hunger und Tod vieler Menschen verantwortlich ist. Mir bleibt nur mein Idealismus und damit verbunden meine Hoffnung, meinen Patienten einen anderen Blickwinkel verschafft zu haben. Solange die Menschen nicht genug haben, aber von was genug haben? Manchmal habe ich den Eindruck, die Patienten erlebten zum ersten Mal bedingungslose Liebe…

          • Hermann Meßmer sagt:

            Lieber Raphael,
            „Die Menschen beginnen sich selbst wieder zu lieben, aber nicht weil sie keine “Kritik” mehr bekommen, sondern vorallem weil sie merken, wie sie sie selbst sein können und sich ausprobieren können. Und was diese Menschen dann noch mehr erstaunt, dass da etwas zum Vorschein kommt, was Ihnen total Spaß macht.… Ich lebe für genau diese Menschen, mein Gehalt ist grottenschlecht, aber mir macht dieser Beruf Spaß, weil er mir sehr viel gibt. Warum ist mein Gehalt so schlecht? Weil die Gesellschaft solche Jobs, wie meinen, nicht mehr Wert empfindet. Da kommt wieder die Bewertung ins Spiel. Es ist heute mehr Wert, ein geldgieriger Finanzspekulationshai zu sein….“

            Zu sich selbst finden ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. Wer es nicht lassen kann sich zu vergleichen, spielt das Verliererspiel, er macht sich selbst zum Verlierer. Mehr Geld beim Finanzhai, die schönere Schauspielerin, der liebevollere Familenvater, die einflußreiche Managerin… All das sagt nichts über den Menschen selbst aus. Der Mensch kann nur selbst zu sich selbst finden. Man sollte das tun was einem Spaß macht und dabei darauf achten, dass man dabei das Geld einnehmen kann, was man zum Leben braucht. Das beides gehört zusammen. Wer nur das tut was ihm Spaß macht, davon aber nicht leben kann braucht für sich selbst einen anderen Plan, einen anderen Spaß von dem er Leben kann.
            Nach einem Staat zu rufen, um andere auszubeuten um sich vor der Notwendigkeit einer auch für andere Menschen sinnvollen Tätigkeit zu drücken darf nicht die Lösung sein. Ein Bäcker der keinerlei Talent zum Brötchen backen hat, aber Spaß daran hat, braucht noch einen anderen Spaß von dem er leben kann.
            Wer zu sich selbst gefunden hat, braucht keinen Staat, kein BGE. Wer sein Selbst so sehr schätzen lernt, wird es ablehnen von anderen vereinnahmt oder ohne Not auf Dauer durchgefüttert zu werden.
            Das Schimpfen auf Finanzhaie mit dem Ruf nach einem starken Staat macht den Bock zum Gärtner. Die Finanzindustrie in Ihrer heutigen Form ist nur durch das staatlich Geldmonopol und den Schutz durch die Politik möglich. Es ist dabei völlig egal, ob man linken oder rechten Thesen anhängt. Freiheit ist nicht links oder rechts zu finden. Auch nicht in der politischen Mitte. Freiheit beginnt in einem selbst. Und auch die Erkenntnis, dass man selbst für sein Leben sorgen sollte. BGE wäre eine weitere Lebensgrundlage von Politikern die Ihr Leben mit dem Eingriff in fremde Handlungen bekommen.
            Liebe Grüße
            Hermann

  37. PetRa sagt:

    BG heisst ja erst mal nicht zwangsläufig Geld. Die Meisten Kritisierenden übersehen das es hier ums Überleben geht, und das nicht kriminelle.
    Existensgeld wie es hoffentlich bald in der Schweiz heisst würde es so wohl besser treffen, egal wo es herkommt, dann wird es eben gedruckt, wie sowieso…
    Der Mensch ist ein soziales Wesen, das lässt sich nicht wegdiskutieren und Arbeit für alle ist wohl eher ein Hirngespinnst ebenso wie die angeblich freie Arbeitsplatzwahl um am Tauschsystem des Kapitalismus teihaben zu dürfen…
    Leider ist hier mit Freiheit oft eine Form des Machtmisbrauchs vermengt – Macht der Freiheit.
    Das kommt in einigen Kommentaren wieder gut zum Ausdruck –
    Doch wer fragt die Räuber ob die vielleicht nur überleben wollen und um wie viele die Knäste leerer wären, wenn Existens gesichert wäre, wieviel Ängste weniger?
    Die Angst vor der Freiheit?
    Niemand müßte etwas tun um ein Aus- und Einkommen zu haben und sind wir mal ehrlich, wieviele der Unternehmungen sind in Wirklichkeit kriminell und ausbeuterisch…
    Das Eigentum, der Wohlstand ist doch nur möglich weil der Staat dafür gesorgt hat und dafür sorgt, wieso sollte es das ohne Staat dann noch geben?

  38. Hermann Messmer sagt:

    @PetRa
    Freiheit kann nicht die Leugnung von Verantwortung für das eigene Leben bedeuten. Die Verantwortung für sein eigenes Leben zu sorgen.
    Das auch der Räuber überleben will ist unbestritten. Jedoch nimmt der Räuber keine Rücksicht auf die Entscheidungsfreiheit des Opfers. Der Räuber fragt nicht, der Räuber bittet nicht. Der Räuber beraubt.
    Geld drucken ist eine Form des Raubes. Geld ist ein Tauschmittel. Wenn Du Geld drucken möchtest, würdest Du das auch mir und all Deinen Nachbarn erlauben? Der Wert eines derartigen Tauschmittels ist klar. Der Tauschwert verschwindet. Am Ende kannst Du nicht mehr schnell genug drucken um die Rohstoffe für den Druck zu ertauschen.
    Es muß nicht jeder einer Form der Arbeit nach heutigem Verständnis nachgehen. Ein Vater, der sich um die Erziehung seiner Kinder kümmert wird mit vom Einkommen der Mutter leben können.
    Deine Vorstellung: „Niemand müßte etwas tun um ein Aus- und Einkommen zu haben….“ kann ich nicht nachvollziehen. Der Staat baut keine Kartoffeln an. Der Staat steht nicht früh morgens auf und backt Brötchen. Der Staat betreut keine hilfsbedürfige Menschen.
    Wie kommst Du darauf, das Eigentum, Wohlstand nur möglich ist weil der Staat dafür sorgt? Ich sehe Menschen produktiv arbeiten. Wo arbeitet so etwas wie „Staat“ produktiv? Produktiv arbeiten heißt Produkte erzeugen. Brötchen, Wurst, Wohnräume, Handys, Laptops, Windeln, Wattestäbchen.
    Kein Staat kann das. Nur mit Geld drucken wir kein Brötchen gebacken. Nur mit Geld drucken wird keine Wohnung warm.
    Liebe Grüße
    Hermann

  39. PetRa sagt:

    Hallo Hermann
    Wer sagt das Räuber nicht bitten?
    Und warum sind sie das was sie sind, doch nicht von Geburt.
    Und das Freiheit nicht die Leugnung von Verantwortung sein kann, logisch, habe nie das Gegenteil behauptet…
    Behaupte aber das der Wohlstand und Reichtum nur möglich war bzw. ist, weil der Staat die Eigentümer schützt. Unverhältnissmäsig.
    Meine Vorstellung: „Niemand müßte etwas tun um ein Aus- und Einkommen zu haben….“ kannst Du nicht nachvollziehen. Naja, wer schon, aber wer kann Verantwortung übernehmen wenn es kaum zum Überleben reicht…
    Klar bräuchts kein Geld, doch die Meisten die produzieren sind doch von diesem Geld irgendwie abhängig, und was die produzieren und was sie damit zerstören, war es das wert?
    Die moderne Giftküche der Lebensmittelindustrie ist doch auch nur mit Staatshilfe möglich, ja doch der Staat produziert: Leichen, Kriminelle, Gewalt, Kriege…

    • Hermann Meßmer sagt:

      @PetRa
      Die Räuber die mich bisher im Leben bestohlen haben, haben alle nicht gebeten. Sie haben sich noch nicht einmal gezeigt. Drei Mal bei Nacht eingebrochen. Was soll also Deine Frage?
      Wie hat mich da der Staat geschützt? Ermittlung eingestellt ohne was zu unternehmen!
      Seit ich hier eine Videoüberwachung mit Aufschaltung auf einen Sicherheitsdienst habe ist seit Jahren ruhe. Das bezahle ich gerne weil es wirkt. Die Steuerzahlungen, welche für die Polizei verwendet werden, werden aber nach wie vor kassiert. Verrate mir mal, wo mich der Staat beschützt?
      Was ich produziere zerstört nichts. Was zerstört der Bäcker wenn er Deine Brötchen bäckt? Was zerstört der Landwirt, wenn er Getreide erntet?
      Du kannst Dich ja umbringen, damit Du sonst nichts zerstörtst. Kein Bakterium, keinen Grashalm….
      Wozu brauchst Du einen Staat, wenn sowas Leichen, Gewalt, Kriege… produziert?
      Zum Gelddrucken?
      Ich kann Deinen Kommentar nicht wirklich nachvollziehen. Wir reden aneinander vorbei?

  40. PetRa sagt:

    Hallo Hermann, wer sagt das ich einen Staat brauche, oder will?
    Und das mit den Räubern stammt auch nicht von mir…
    Aber danke für das Angebot, sehr einfach hinter Deine Maske zu kommen. Natürlich reden wir aneinander vorbei, woran das wohl liegt? Schließlich hast Du jedoch auf meinen Kommentar geantwortet.
    Aber auch Du wirst noch erkennen…
    Genau wie die, die hier behaupten wir würden in einem Wohlfahrtsstaat leben…
    Beste Grüsse

    • Hermann Meßmer sagt:

      Hallo PetRa,

      jetzt wo Du hinter meine Maske gesehen hast, verrate mir doch bitte, was ich noch erkennen werde. Leider zähle ich bisher zu der dümmeren Sorte Menschen. Deine Aussagen in einem Kommentar widerrufst Du im nächsten. Zu welcher Aussage aber stehst Du selbst? Bitte erleuchte mich.
      Liebe Grüße

      • PetRa sagt:

        Sorry Hermamm, kann ich nicht nachvollziehen.
        Welche Aussage soll ich widerrufen haben…

        • Hermann Messmer sagt:

          „Das Eigentum, der Wohlstand ist doch nur möglich weil der Staat dafür gesorgt hat und dafür sorgt, wieso sollte es das ohne Staat dann noch geben?“

          Danach sagst Du in einem Folgekommentar, Du brauchst keinen Staat.

          Gut, das macht Sinn wenn Du einen eigentumslosen Zustand möchtest. Eine Zustand ohne Wohlstand.
          Ist es das was Du möchtest?

          Liebe Grüße
          Hermann

          • PetRa sagt:

            Hermann
            Also macht doch Sinn was Du vorher nicht nachvollziehen konntest, dabei kommt es weniger darauf an was ich möchte, sondern darauf dass Du anderen nahe legst sich umzubringen – soll ich zitieren?
            Es geht doch darum allen Menschen von Geburt an ein würdiges Leben zu ermöglichen, aber dazu bist Du nicht bereit und deshalb lass es sein…
            Zumindest was mich betrifft…

          • FwF-sandman sagt:

            „Es geht doch darum allen Menschen von Geburt an ein würdiges Leben zu ermöglichen, aber dazu bist Du nicht bereit und deshalb lass es sein…“

            Dieser Gedanke scheitert schon an der Definition von „würdig“. Wer legt denn fest, was „würdig“ ist? Du? Und wenn ja, warum nicht ich?

            Ich würde beispielsweise sagen, dass würdig nur sein kann, wenn jeder die Möglichkeit hat, die eigenen Entscheidungen für seine Handlungen zu treffen, um sein Leben zu gestalten.

            Keiner kann von jemandem rechtmäßig gegen seinen Willen verpflichtet werden, das Leben irgendeines Dritten „würdig“ zu machen.

            Jeder ist seines Glückes Schmied.

            Es geht uns also darum, gerechtfertigtes Handeln von ungerechtfertigtem Handeln zu unterscheiden.

          • Hermann Messmer sagt:

            @PetRa
            „…Du anderen nahe legst sich umzubringen – soll ich zitieren?“
            Ist nicht notwendig. Wer den allergeringsten Effekt auf seinen Umwelt haben möchte, also keine Ressourcen verbrauchen, keinen Effekt aufs Klima, niemandem etwas wegessen möchte, und das als Optimum empfindet, der wird kaum eine andere Wahl haben.
            Sei es drum.
            Du möchtest ein Existenzgeld, aber keinen Staat.
            Du möchtest Geld drucken, aber keinen Staat.
            Du möchtest allen Menschen ein würdiges Leben ermöglichen. Vermutlich so mit Kleidung, Essen und so einen Kram.
            Du möchtest einen Heiligenschein haben ohne zu erklären wie Deine Wünsche realisiert werden können.
            Ziemlich bequeme Nummer finde ich. Sich alles Wünschen aber keine weiteren Ideen als Geld drucken zu haben ist die allereinfachste Nummer. Und alle denjenigen die Produzieren erzählen, sie zerstören etwas. Das ich nicht lache. Ich wünsche Menschen wie Dir mal einen ganzen Monat ohne die Produkte der Produktiven.
            Würde mich freuen. Du müsstest herkommen um die Unterhaltung fortzusetzen. Barfuß und ohne Kleidung.
            Ich stimme dir zu, ich lass es sein. Ich möchte mir den Anblick doch ersparen.

  41. […] Boykottiert daher diesen Desinfoagenten, genannt Franz Hörmann, und entlarvt seinen diabolischen P´Versklavungsplan. Stellt ihn öffentlich zur Rede und fragt ihn einmal vor Publikum, wer in seinem System dann noch freiwillig die Drecksarbeit machen soll. Es wurde schon x-Male bewiesen, dass das BGE niemals funktionieren kann. Siehe auch: http://www.freiwilligfrei.info/archives/3458 […]

  42. Dustin K. sagt:

    Guten Abend zusammen.

    Ich muss mich hier ganz klar hinter Raphael und PetRa positionieren.

    Ich bin autodidaktisch und interdiziplinär veranlagt.
    Mit 13 habe ich mir HTML beigebracht, kann ganz gut zeichnen, mit Grafikprogrammen umgehen, schreinern, kochen, interressiere mich für Archäologie, Astronomie, Astrophysik, Anthropologie, Psychologie und und und.

    Bei mir im Leben ist nicht alles glatt gelaufen und ich habe früh angefangen Scheiße zu bauen. Diebstahl, Graffiti, Drogen etc.
    Woran das lag? Ich kann es nicht genau sagen. Eventuell aber das meine alleinerziehende Mutter eine Karriere angestrebt hat und wenig Zeit für mich hatte.
    Laut ihrer Aussage war ich „im Urlaub wie ausgewechselt“.

    Bis auf die Fächer und Themen die mich interressiert haben war Schule immer ziemlich uninterressant für mich da ich mir alles am besten selber beibringen konnte.

    Wie dem auch sei habe ich trotz 13 Schuljahren keinen Abschluss trotz bescheinigter überdurchschnittlicher Intelligenz.

    Mit 18 hat mich meine Mutter dann pünktlich vor die Tür gesetzt (was ich zum großen Teil auch nachvollziehen kann) und ich war knapp 4 Jahre OFW. (ohne festen Wohnsitz bzw. obdachlos)

    Die Jahre waren hart aber auch eine gute Schule und ich habe eine gewisse Freiheit erfahren. Ausser Essen, Trinken und den nächsten Schlafplatz gab es keinerlei Verpflichtungen.
    Ganz wie vor ein paar tausend Jahren. Nur mit dem kleinen Unterschied das, dass Essen nicht gejagt oder gesammelt, das Trinken nicht mehr aus der Quelle kommt und ich mir nicht irgendwo eine Hütte hinbauen und ein Feuer machen konnte.

    Also beging ich Ladendiebstahl und brach wenn es kalt wurde in Keller ein wo ich es dann einigermaßen warm hatte. Die ich aber auch immer so verlassen habe wie ich sie vorgefunden habe.
    Krankenversichert war ich über die Jahre auch nicht und es war zum Glück auch nicht nötig.

    In dieser Zeit haben sich (für meine Verhältnisse) aber auch sehr viele Schulden angehäuft. Da ich z.B. Handyverträge abgeschlossen habe um das Handy anschließend zu verkaufen, schwarzgefahren bin uvm.

    Es wäre mit dem BGE garnicht erst soweit gekommen.

    Zu meinem Glück habe ich einen Küchenchef kennengelernt der ein Herz für „Pflegefälle“ hat und mir nach einem halben Jahr Probearbeit eine Ausbildung zum Koch ermöglicht hat die ich auch erfolgreich abgeschlossen habe.

    Nach der Ausbildung habe ich aber meine ersten Zweifel bekommen ob dieser Job, obwohl ich leidenschaftlich gerne koche, dass richtige ist.
    Während der Lehre hatte ich schon meine 11-14 Stunden Tage (mal auch 24 Stunden). Personalgetränke gab es am Automaten und mussten bezahlt werden. Aussage der Chefs (beide Millionen schwer). „Personalgetränke gibt es nicht, weil sonst überall angebrochene Wasserflaschen rumstehen würden.“
    Ich nenn das Gewinnmaximierung.

    So war ich sogar während meiner Ausbildung gezwungen das ein oder andere krumme Ding zu drehen um trotz BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) einigermaßen „würdig“ leben (würdig leben = essen, trinken, wohnen und am gesellschaftlichem Leben teilhaben zu können ohne am Ende des Monats jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen) zu können.

    Als ich dann ausgelernt war habe ich noch in zwei Läden gearbeitet die mich auf gut deutsch verarscht haben und zu wenig oder garnicht bezahlt haben. Und das ist im Gastronomiegewerbe leider Gang und Gäbe.

    Dabei verdient ein gelernter Koch hier in Deutschland je nach Rang zwischen 900-1500 € netto. Ein Chefkoch oder Küchenmeister ca. 2000 € wenn er Glück hat.
    Also ist mit Rente ist da schon nicht mehr viel (Also Hartz IV). Man arbeitet wenn Familie und Freunde frei haben und kann nur sehr selten was unternehmen. Falls man an diesem Tag überhaupt noch die Kraft hat. Und mit spätestens 50 Jahren ist man körperlich und geistig so ausgelaugt das man den Job an den Nagel hängen kann und wahrscheinlich auch für nichts anderes mehr zu gebrauchen ist.

    Eine kleine Ausnahme bietet das arbeiten in der Kantine wo es geregelte Arbeitszeiten, einen einigermaßen gutes Gehalt und auch hoffentlich einen Betriebsrat gibt. Doch da werden in 90 % der Fälle nur noch Pakete ausgepackt, Tüten aufgerissen und regeneriert (Aufwärmen von fertig gegarten Lebensmitteln). Man lernt nichts dazu. Nicht für mich.

    Da fragt man sich zwangsläufig: „Ist es das wert? Soll ich mich mein ganzes Leben lang kaputt machen und auslaugen für NICHTS?! Für das bisschen gesellschaftliche Anerkennung?! Und zum Schluß doch ins Jobcenter zu müssen?! Sich da wahrscheinlich noch unter aller Würde behandeln zu lassen?“

    Nun bin ich 29 Jahre. Habe 1 1/2 Jahre im Filmkulissenbau gearbeitet und mir das 1 x 1 der Holzbearbeitung angeeignet. Wohne auf einem Campingplatz (Was wirklich schön sein kann) weil die Shufa mir kein normales Leben mehr erlaubt. Bin mit ca. 15000 € definitiv überschuldet. Zur Zeit arbeitslos (Buuuuh Sozialschmarotzer….jaja ich weiß. Armes Deutschland.) und finde bei mir im Ort anscheinend wegen der Adresse keine Job als Koch. Muss aber leider hier in der Gegend sein da ich einen Hund habe den ich ganz sicher nicht weggeben werde.

    Das Jobcenter hat mich todsanktioniert…..also 0€ / Monat (yeeeaaaah richtig so!) da ich mir für Leih-, Zeitarbeit und Dumpinglöhne zu Schade bin und erst garnicht dort bewerbe.

    Ja ich bin absoluter Idealist.

    Nun was mache ich in meiner Freizeit?!?!
    Ich kiff mir die Birne zu hocke vor dem Fernseher, aktualisier meinen fb Status und schaue RTL.

    NEIN!!! Tu ich nicht! Bin ich mir ebenfalls zu schade für!

    Ich designe Flyer, Plakate und ein Logo für einen Bekannten der seine eigene Partyreihe ins laufen kriegen möchte. Notgedrungendermaßen mittlerweile auch für ein bisschen Geld. Wobei ich ihm das am liebsten bis die Party läuft umsonst anbieten würde.

    Mache eine HP für einen Kollegen…..ohne Bezahlung.

    Habe eine Rigips-Trennwand und eine Sonnenterrasse für meine Ma gebaut. Jetzt im Sommer steht ein Gartenpavillion an. Ebenfalls ohne Bezahlung.
    Hab ja schließlich was gut zu machen und muss mein Karma ein bisschen aufpolieren 🙂 Mal abgesehen davon hat die genug für mich bezahlt.

    Und auch auf die Gefahr hin das ihr mich jetzt für komplett bescheuert und für einen Träumer haltet, habe ich eine Atlantis Lokalisierungshypothese erarbeitet.
    Also auch etwas wissenschaftliches dazu beigetragen. Auch wenn sich jetzt jedem Archäologen der Magen umdreht und als pseudowissenschaftlichen Nonsense abtut. Aber das taten sie auch schon mit anderen „Hobbywissenschaftlern“ und wurden eines besseren belehrt.

    Was könnte/würde ich tun wenn das BGE eigeführt würde?

    1. Meine Schulden abbezahlen.

    2. Mich im Tierschutz engagieren und mitwirken.

    3. Nach Mexiko reisen und versuchen meine Hypothese zu belegen.

    4. Und natürlich arbeiten und wissen das ich als Rentner halbwegs sorgenfrei leben kann.

    MfG

    Dustin

    PS: Und obwohl ich arm bin kauf ich Obdachlosen essen, unterhalte mich mit ihnen und teile was ich habe.
    Ich kann und will nicht glauben das ich der einzige auf diesem Planeten bin der so handelt.

    • michael sagt:

      du kannst schon heute dein bge haben dustin !

      raub einfach monatlich menschen aus, bis du auf deine summe kommst…nichts anderes ist das bge.

      • Dustin K. sagt:

        Glaubst du diesen Bullshit den du mir da verzapfen willst ernsthaft? Wer bezahlt die nicht vorhandene Energiewende? Wer bezahlt in Köln den Nord-Südtunnel der 3 Jahre überfällig ist? Wer bezahlt die ominösen Aussichtspunkte in der Eifel? Berliner Flughafen? Drohnen die nicht fliegen dürfen? Wer subventioniert jeden großen Konzern?!?!?
        Unser Staat haut für jede erdenkliche Scheiße Geld auf den Kopf….und beim BGE empört ihr euch?! So können nur Leute sein die genug Geld haben, absolut gierig sind und schön die Steuern vermeiden. Jeder ist sich selbst der nächste nicht war? Mal über PetRas Aussage nachgedacht das es zu solchen Delikten wie Raub überhaupt nicht mehr kommen würde hätte wirklich jeder seinen Grundbedarf gedeckt?! Es wären sehr viel weniger. Kenne viele Kriminelle……keiner davon ist reich.
        Mal abgesehen davon müssten sich die Ökonomen bei soviel neuer Kaufkraft doch die Finger lecken.
        Sorry für die Wortwahl….da werde ich ein wenig emotional.

        • michael sagt:

          warum wirst du emotional, wenn es nicht stimmt was ich sage?

          das bge ist von unschuldigen arbeitenden menschen geraubt…das ist fakt… außer wir reden von einem freiwilligen bge, wogegen ich nichts habe.
          aber wenn es geraubtes geld ist, dann bleibe ich bei meiner antwort, auch wenn dich die wahrheit aufregt, sorry.
          wenn du geraubtes geld willst, dann sei nicht so feige und besorg es dir doch selber…das ist garnicht böse gemeint.

      • Dustin K. sagt:

        ca. 5 Millionen Arbeitslose x 1000 € = 5 Milliarden davon gehen mindestens 20% an Steuern wieder zurück. Sprich 1 Milliarde Euro. Bleiben noch vier.

        1 Milliarden gehen für den Nord-Süd Tunnel drauf.
        4,3 Milliarden für den Flughafen.

        Da kann ich ja schon wieder aufhören 1,3 Milliarden im Plus.

        • Dustin K. sagt:

          Hmmmm….mal angenommen ich würde Leute ausrauben gehen…..dann am ehesten die gut betuchten.
          Ahhhh die sind zu gut gesichert……da bleibt mir ja nur der Mittelstand…bei den Armen ist ja nichts zu holen.
          Wen trifft es da?
          Vielleicht dich!

          Also sinnlos.

  43. Dustin K. sagt:

    Ich werde emotional wenn Leute den Dreck der in Boulevardmedien und rechtspopulistischen Seiten verzapft wird für voll nehmen.

    • michael sagt:

      zeig mir mal boulevardmedien, die sagen, das steuern raub sind und dann erklär mir mal, was das mit rechtspopulistisch zu tun hat?

      sind steuern raub? bzw räuberische erpressung?
      sind sie eindeutig.
      wenn du schon von raubgut leben willst, dann habe doch die eier in der hose und geh selber rauben…odr willste lieber feige andere leute die drecksarbeit machen lassen und dich
      super sozial dabei fühlen, während unschuldige menschen mit dem leben bedroht werden für deine faulheit??

      ich würde auch emotional werden, wenn ich so ertappt werde 🙂

  44. Chris sagt:

    na, was ist in dieser Diskussion schief gelaufen? 🙁

    Dustin hat mit bemerkenswerter Offenheit seine ganze Lebensgeschichte dargelegt und uns allen erklärt, wie er die Welt sieht und dass er in unsere nach Profitmaximen denkende Gesellschaftsordnung nicht hinein passt. Ich denke, dass das kein durchschnittliches Schicksal ist, von dem Dustin berichtet hat. Ich glaube auch nicht, dass die Masse der Menschen so denkt und fühlt. Aber ein paar doch schon. Und für diese Leute scheint mir die strikt ökonomische Orientierung dieser Gesellschaft nicht adäquat zu sein. Es gibt Menschen, die weder in den staatlichen Schulapparat passen noch in den privaten Wirtschaftsrahmen. Es sind aber Menschen, die sehr wohl Fähigkeiten haben, die sie auch entwickeln und anwenden können. Nur mangelt es ihnen an Geschäftssinn. Wenn Dustin mit kapitalistischem Wirtschaftstrieb ausgerüstet wäre, könnte er vermutlich eine Menge Geld machen. Aber darauf kommt es ihm nicht an. Deshalb sagt er: BGE wäre das Richtige für Menschen wie ihn, die einfach kein Bein auf den Boden kriegen, weil es nicht ihr Ding ist. Weil sie anders ticken.

    Wenn man nun mit guten Gründen wie FwF gegen ein BGE ist, ist es doch ein bisschen wenig und stößt auch mich als Leser vor den Kopf, wenn ich als Antwort auf diese bewegende Lebensgeschichte eine so wenig empathische Reaktion wie die von Michael lese: „raub einfach monatlich menschen aus, bis du auf deine summe kommst…nichts anderes ist das bge.“ Und auch wenn es so ist. Was ist das für eine Antwort auf Dustins Beitrag?

    • Hermann Messmer sagt:

      Lieber Dennis,
      es war eine ehrliche Antwort!
      Die Antwort ist auch zu verstehen, wenn der Artikel und die vorherigen Kommentare gelesen wurden.
      Wer sich wie Dennis K. für Leiharbeit, Zeitarbeit und „Dumpinglöhne“ zu schade ist, trotz seiner Lage, dem möchte ich nicht auch noch besonders wohlwollend entgegenkommen.
      Der soll bitteschön seine Atlantis Lokalisierungshypothese machen wie er will aber bitte ohne mein Geld.
      Solange er statt ausreichend was Produktives zu arbeiten die Räuber unterstützt, zählt er für mich zu den Räubern. Wir ist auch ziemlich egal wie ein Räuber tickt. „Weil sie anders ticken.“

      Ich hätte so ähnlich wie Michael geantwortet.
      Wohlwollende Kommunikation ist sicherlich was anderes, aber es gibt Kommentare, bei denen ich glaube riechen zu können, dass es schade um die Mühe ist. Ich fand die kurze Antwort von Michael richtig schick.

      Liebe Grüße
      Hermann

      PS: Deine Kommentierungen der letzen Tage haben mich erfreut.

  45. Dustin K. sagt:

    @Chris: Danke. Wenigstens einer hat aufmerksam und ohne Scheuklappen meinen Beitrag gelesen. Freut mich.

    @Hermann: Dennis? Das war bei dir anscheinend nicht der Fall.

    • Hermann Messmer sagt:

      @ Dustin K.
      Keine Sorge, Deinen Kommentar hab ich sehr aufmerksam gelesen.
      An Deiner Misere sind alle anderen Schuld. Du bist der Gute.
      Träum weiter.

      @Chris.
      Entschuldige bitte meinen Fehler. Da sollte statt Dennis natürlich Chris stehen.
      Liebe Grüße
      Hermann

  46. Dustin K. sagt:

    Und du hast nichts kapiert.
    Dennis K. = Chris wenn du meinst.
    Mal sehen vielleicht wirst du ja demnächst mal aus heiterem Himmel Obdachlos. Wärst dann nicht der erste den ich kennenlernen durfte. Kann schneller passieren als man denkt.
    Dann hoffe ich werden dir viele deine Art über den Weg laufen.

    Zum Glück sagt mir das Impressum das ich die Seite und ihre Leser nicht für voll nehmen sollte 😉

    • Hermann Messmer sagt:

      @Dustin K.

      „Und du hast nichts kapiert.“
      Das ist auch der Grund, weshalb ich nicht obdachlos werde.

      „Dann hoffe ich werden….“
      Du solltest Deine Zeit nicht mit solchen aussichtslosen Hoffnungen verschwenden sondern anfangen was nützliches zu tun und Schulden ab bezahlen.

      Viel Spaß noch im Leben.

  47. karlheinz sagt:

    Hallo Dustin,

    also ich finde deine Geschichte sehr bewegend und kann auch voll nachvollziehen, warum jemand wie du für ein BGE ist. Doch wie alle BGE-Befürworter glaube ich, du weisst es einfach nicht besser. Dass ein BGE dich nicht wohlhabender macht, sondern alle Anderen nur Ärmer. Bis letztlich auf dein Niveau. Der Grund dafür ist der inhärente Zwang. Dem Zwang ein BGE finanzieren zu müssen.

    Doch ich glaube, du bist auf dem richtigem Weg. Du hast hier gepostet. Und du fragst „Wer bezahlt die nicht vorhandene Energiewende? Wer bezahlt in Köln den Nord-Südtunnel der 3 Jahre überfällig ist? Wer bezahlt die ominösen Aussichtspunkte in der Eifel? Berliner Flughafen? Drohnen die nicht fliegen dürfen? Wer subventioniert jeden großen Konzern?!?!?“

    Meine Antwort: die Menschen, die dazu gezwungen werden mit Steuern und Bußgeldern. Und per Gesetzen und Verordnungen, welche eben Leuten wie dir auch noch verbieten, ihr kleines Gewerbe zu betreiben ohne irgendwelche Hindernisse. Deshalb bist du so arm.

    Doch ein BGE wäre ein nur noch größerer Zwang, als alles bisher da Gewesene. Du kannst offensichtlich gut rechnen. Hier mal eine Formel von mir:

    80 Miollionen Menschen x 1000E x 12 Monate = 1 Billion !

    Also die Hälfte unseres BIP, was man den Menschen zusätzlich zu den jetzigen Abgaben, abgesehen von denen die man vielleicht! einsparen würde, abpressen, erwzingen und mit Mord und Totschlag eintreiben müsste. Mit Mord und Totschlag als letzte Konsequenz. Dadurch wären deine Mitmenschen noch ärmer als jetzt und in Folge dessen auch du. Einfach alle wären wir am Arsch.

    Nicht jedoch bei einem freiwilligen Grundeinkommen. Falls du dich dafür erwärmen könntest. Ich bin mir sicher, da würden sogar Hermann und Micha was spenden im real existierenden Voluntarismus 😉 Solche Theorien stelle ich in meiner Freizeit auf …
    FGE – das freiwillige Grundeinkommen
    http://globalefreiheit.de/fge1.htm

    Liebe Grüsse

  48. Chris sagt:

    Hallo Karl-Heinz,

    ein BGE würde nur dann erheblich mehr Kosten verursachen, wenn das Geld auch an Leute ausgezahlt würde, die nicht bedürftig sind. Zur Klärung werden in BGE-Kreisen Modelle der negativen Einkommensteuer gehandelt. Es bleibt jedoch die Frage, wie motivierend oder demotivierend ein bedingungsloses Grundeinkommen sich auswirken würde. Und natürlich die viel allgemeinere Frage, nach dem Status von staatlichen sozialen Hilfen überhaupt. Ich sehe die Differenz zum gegenwärtigen System als gar nicht so gravierend an.

    Spannender finde ich die Diskussion über Modelle der Selbsthilfe. Und in diesem Zusammenhang natürlich die Hilfe zur Selbsthilfe.

  49. Aha sagt:

    Bin bei alleinerziehender Mutter ohne Ausbildung aufgewachsen, wo aus Stolz nur minimalste Sozialleistung bezogen wurde (Kinderbeihilfe).
    Ich denke das wäre also vergleichbare Lebensumstände mit dem hier gewünschtem umverteilungsfreiem System…
    Dadurch ich aus Erfahrung bezeugen:
    Armut macht unfrei. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auf lange Sicht schränkt es auch den psychischen Handlungshorizont ein (was den betroffenen (zum Glück?) meist nicht auffällt)

    Was damit für mich eine lange Argumentationskette des Artikels überflüssig macht, weil von vorne herein eine Prämisse übersehen oder falsch gesetzt wurde.

  50. […] Das „Bedingungslose Grundeinkommen“ – ein probates Mittel zur sozialen Kohäsion?:http://www.freiwilligfrei.info/archiv&#8230; […]

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