Immer wieder, wenn es um das Thema Drogen geht, werden sogar jene, die sich für liberal halten, zu Faschisten im Sinne, wie Mussolini dieses Wort definiert hat. Nichts außerhalb des Staates! Jedenfalls nicht beim Thema Drogen, denn da darf es kein Pardon geben. Mit radikaler Polizeigewalt, mit der Härte des Staates muss durchgegriffen und auf Drogendealer und Konsumenten eingeprügelt werden, bis ihnen Hören und Sehen vergeht. Wenn sie dabei um´s Leben kommen wie beim Konflikt in Mexiko, an der Grenze zu den USA, dann ist das Gewissen darüber, jemanden ermordet zu haben, weil die staatlichen Gesetze im Krieg gegen Drogen alles erlauben, eine Fußnote. Viel wichtiger als ein nicht mehr existierendes Menschenleben, ist die Chance, die Welt eine Nuance mehr von einem Drogendealer befreit zu haben.

Ich will mich gar nicht damit befassen, dass Staat und Drogendealer einander brauchen. Der Staat braucht die Drogen, um seine Befugnisse gegenüber den Menschen auszuweiten. Also tut er gut daran, sie zu illegalisieren. Die Drogenbosse freuen sich, dass ihre Drogen nicht dem freien Markt unterworfen sind. Sonst würden sie womöglich weniger verdienen, bzw. ganz sicher würden sie ihre Macht und ihren Einfluss verlieren, den sie zum Teil in den Regionen haben, in denen sie operieren.

Nun zu den Drogen selbst.

Selbst wenn sie zu Lungenkrebs, zur Impotenz, zu aggressivem Verhalten führten, also angenommen, sie hätten tatsächlich negative körperliche Auswirkungen, noch nicht einmal dann wäre es in Ordnung, wenn man ein Verbot befürwortet. Es ist ethisch einwandfreier, wenn jemand freiwillig etwas sich SELBST antut, das ihm schadet, als wenn jemand einem ANDEREN Zwang und Gewalt androht, falls er Dinge tut, die ihm selbst schaden. Ein Verbot zu befürworten bedeutet, ein Gewaltmonopol zu akzeptieren, das mir (und dir und jedem) gegenüber Gewalt anwenden darf, wenn ich (du und jeder) nicht auf mich (und sich) selber aufpasse (aufpasst). Und das ist faschistoid. Ich poche auf das Recht, jedem zuzugestehen, alles mit sich selber tun zu dürfen. Vom Nasenbohren mit anschließender Blutung, weil man den ersten Gehirnlappen gekreuzt hat, bis zur Folterung mit heißem Wachs, das so mancher Fetischist auf seinen eigenen Bauchnabel gießt, nur um sich selbst Geständnisse zu entlocken, ergo: mit sich selber darf man alles machen! Und das Wichtigste ist, man muss sich selber schaden DÜRFEN. Denn wenn man nur die Freiheit hat, sich nicht zu schaden, ist das keine Freiheit, sondern lediglich eine Soldatenmentalität, bei der man aufhört, selber zu denken, weil man selber keine Entscheidungen mehr trifft. Nachdenken und Entscheiden gehören eng zusammen und führen zu einer Entwicklung, die man Verantwortung nennen kann. Andernfalls, wenn diese Freiheit nicht existiert, selber zu entscheiden und auch nicht selber nachdenken zu dürfen, so befolgt man Befehle, die auf einem oberflächlichem Moralempfinden beruhen – und bei genauerem Hinsehen nur die Moral des Einen und nicht des Anderen meint. Politik kann nicht zwei einander entgegenlaufende moralische Empfindungen mit Gewalt durchsetzen. Politik kann nur eine Empfindung auf Kosten einer anderen mit Gewalt durchsetzen. Lediglich die Freiheit würde es vermögen, einander entgegengesetzte moralische Empfindungen formell zu dulden, ohne jemanden durch niedergeschriebene Gesetze zu bestrafen. Menschen können auch ganz ohne Staat und Gesetz Werte entwickeln, an die sich Menschen in freiwilligen Gemeinschaften halten, weil es schlicht Sinn macht, wenn man wo leben will, nicht all zu sehr auf Konfrontation mit denen zu gehen, die bereits dort waren. Freiheit bedeutet aber eben auch, sich nicht mit diesen Menschen, die andere Grundsätze vertreten, vermengen zu müssen. Alternativen sind möglich. Eine Cola vermengt sich zwar auch mit Quecksilber, sie schmeckt nur nicht so gut.

Somit ist es auch egal, wie viele Studien es gegen Drogen gibt. Alle sind sie irrelevant, da ihr einziger Sinn und Zweck darin liegt, dem Gewaltmonopol eine Gesetzesgrundlage zu geben, um Gewalt gegen Menschen anzuwenden, die jedoch die Freiheit haben wollen, sich selber zu gehören. Eine Studie macht nur insoweit Sinn, falls tatsächlich ihre Objektivität überprüfbar ist, eine Orientierung zu geben für das eigene Handeln. Dazu sollten aber jene, die solche Studien entwerfen, sich von den freiwillig zahlenden Kunden finanzieren lassen und bitte nicht vom Staat.

Das Phänomen, das jener Diskussion zugrunde liegt, wird selten abstrakt thematisiert. Durch die konkrete Diskussion geht das Verständnis dafür verloren, welche Grundprinzipien man mit einer konkreten Position vertritt oder leugnet. Das Grundphänomen lautet: Menschen sind Individuen und Individuen haben SUBJEKTIVE Wertmaßstäbe. Aufgrund solcher bewerten sie subjektiv die Handlungen anderer Menschen. Da die meisten Menschen philosophisch nicht aufgeklärt genug sind, um den Begriff der Freiheit als das zu verstehen, was sie meint, interpretieren sie ihre Abneigungen gegenüber anderer Menschen Handlungen mit der Möglichkeit, die es gibt: Jemanden zu beauftragen, der es ändert = die Politik. Dies führt zur dramatischen Situation, dass Menschen einander immer weniger Freiheit zugestehen. Menschen werten häufig mit zweierlei Maß. Das, woran sich Peter stört, ist aus Peters Sicht wichtiger als das, woran sich Christoph stört. Dabei lässt sich objektiv nicht werten, welche Wertung wichtiger ist, da dieser Versuch, es objektiv zu werten, wiederum nur der Versuch eines Subjektes ist. Und seit Mises wissen wir, jedenfalls jene die ihn gelesen haben, dass Wertungen subjektiv erfolgen. Das wissen aber auch jene, die schonmal mit anderen Menschen zu tun hatten. Man findet selten jemanden, der alles genauso bewertet wie man selber.

Objektiv, also unabhängig der Subjekte und ihrer Wahrnehmungen, muss man aber sagen, dass Menschen prinzipiell sich an allem stören können. Heute sind es die Drogen und das Rauchen. Morgen sind es die Prostituierten und Menschen, die sich ihre Haare färben. Übermorgen wird nur noch Kleidung geduldet, die aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Das ganze Ding nimmt kein Ende. Es ist eine Spirale des Todes. Und es führt uns in die Irre. Heute denken wir: „Mein Gott, Drogen sind unser Hauptproblem, wenn wir das geschafft haben, geht die Sonne über der Erde auf.“ Dabei wird man feststellen, dass es nur ein medial aufgeheiztes und ewig wiedergekautes Thema ist, das einen Allgemeinplatz in unserem Bewusstsein bekommen hat. So wie es das biologische Phänomen gibt, dass Menschen in ihren Träumen kulturübergreifend Motive von Mythen und Märchen erkennen, die sich um Grundaussagen bilden, so ist es bereits in ein kollektives Kultur-Bewusstsein übergegangen, den Krieg gegen die Drogen zu befürworten, weil man damit aufgewachsen ist. Nach den Drogen prophezeie ich mit der Gewissheit, wie ich weiß, dass jeder Mensch auch mal seine humorbefreitesten Bedürfnisse auf der Toilette verrichtet, dass man sich das nächste Thema sucht, um es zu politisieren. Um die alles interessante Frage zu stellen, bei der es darum geht: „Verbieten oder nicht verbieten? Schalten sie jeden Tag bei uns ein, wir berichten live.“ In Wahrheit gibt es keine Probleme, wenn wir uns nicht einreden lassen würden, dass wir welche hätten, die ja nur diejenigen „haben“, die es gerne tun. Man redet uns ständig ein, dass etwas, das Menschen tun, falsch ist, und wir schauen zuerst darauf, ob es uns als falsch verkauft wird und ob wir dem dann glauben. Wir schauen aber NICHT, ob diese Menschen das angeblich Falsche tun, weil sie es gerne und freiwillig tun und wir schauen nicht darauf, ob sie damit anderen schaden. Wir bewerten die Situation anhand politischer Studien und treten auf, wie die Anwälte des Staates, den wir eigentlich zu verklagen hätten. Menschen stören sich grundsätzlich an Handlungen anderer, aber dieses Sich-gestört-fühlen, darf nicht Grundlage von Politik sein. Ist es heute aber, permanent. Und damit nimmt die Freiheit für alle ab. Jeder beklagt seinen eigenen empfundenen Freiheitsverlust, sieht aber nicht oder verdrängt es, dass er selber sich an dem ganzen Spiel mitbeteiligt, weil er durch seine Stimme geholfen hat, anderen das Empfinden von Freiheit ebenfalls zu reduzieren. Das sehen die Leute meistens nicht, weil sich ihre Wahrnehmung auf sich selbst beschränkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

25 Responses to Drogen – Das Selbsteigentum endet nicht, weil ich mich selbst zerstöre

  1. […] Tommy Casagrande (FreiwilligFrei) – Immer wieder, wenn es um das Thema Drogen geht, werden sogar jene, die sich für liberal […]

    • Kawaphil sagt:

      Ich empfinde den Umstand als paradox, dass der „Staat“ gerne den Menschen gewisse Handlungen verbieten würde, obwohl er andererseits mittels Besteuerung (Bestrafung) dieser Handlungen massive Gewinne erzielt.

      Ein Beispiel sind die Raucher, auf das System der Staatlichen Altersvorsorge (AHV) in der Schweiz angewendet ergeben sich massive Einnahmen für den Staat. 60% des Zigarettenpreises sind Steuern (Zweckgebunden AHV), bei einem Preis von 7.5 SFr. pro Packung ergibt sich ein Betrag von 4.5 SFr. Steuereinnahmen. Gemäss Statistik sind in der Schweiz 29% der Bevölkerung Raucher, bei 8 Millionen Einwohnern sind dies 2.3 Millionen Menschen. Davon ausgehend das jeder 1/2-Packung pro Tag konsumiert und dies an 365 Tagen im Jahr, ergeben sich Einnahmen von 1,888 Milliarden/Jahr für die AHV. Bei 38 Milliarden Ausgaben sind dies immerhin beinahe 5% der AHV-Beiträge. Durchschnittlich sterben Raucher 13-14 Jahre früher als Nichtraucher, d.h. bei einer Lebenserwartung von 84 Jahren sterben Raucher mit 70, also 5 Jahre nach der Pensionierung, Nichtraucher hingegen 19 Jahre nach der Pensionierung, also beziehen Raucher ca. 65% weniger AHV Beiträge als Nichtraucher. Den Rauchern werden die vollen AHV-Beiträge von Jährlich 11 Milliarden abgeknöpft, obwohl sie lediglich 4.95 Milliarden benötigen. Die Raucher bezahlen insgesamt 7.938 Milliarden pro Jahr ZUSÄTZLICH an die AHV, oder anders ausgedrückt 1/5 aller Beiträge. Des Weiteren sollte erwähnt werden das ich hier lediglich das Einspar- und Einnahmepotential der AHV in Bezug auf die Raucher ermittelt habe. Bei den Pensionskassen ergibt sich das gleiche Bild, ebenso bei den Krankenkassen und den Kosten für die Alterspflege. Die Ironie an der Sache ist, dass unsere gesamtes Altersvorsorge- und Gesundheitssystem ohne Raucher schon lange nicht mehr finanzierbar wäre, diese aber andererseits ihrer Sucht oder ihres Genusses wegen stigmatisiert werden.

  2. markus_eserver sagt:

    Ich hatte mal mit einem Pirat eine Drogen-Diskussion. Der Diskussionspartner meinte dann, dass man als Drogen-Konsument sehr wohl nicht nur sich selber schade, sondern darüber hinaus auch die Allgemeinheit über die Krankenkassen. Ich würde ja sagen, die Krankenkassen sollen den Drogen-Konsument halt kein Geld geben, wenn er sich nicht belehren lassen will. Aber das wäre dann ja wieder unsolidarisch und so… Schließlich soll jeder ein Recht auf medizinische Versorgung haben…

    Aus Staats-Denker-Sicht klingt das alles so logisch…

    • Zef sagt:

      >dass man als Drogen-Konsument sehr wohl nicht nur sich selber schade, sondern darüber hinaus auch die Allgemeinheit

      Wenn man einen Vogel einsperrt, dann ist er arm und muss bekümmert werden. Aber man braucht ihn nur wieder fliegen zu lassen und schon ist er nicht mehr arm.

      Einfach den Käfig der Sozialversicherung öffnen und der Schaden für die Allgemeinheit ist verschwunden.

      >Schließlich soll jeder ein Recht auf medizinische Versorgung haben

      Ob er will oder nicht – denn für einen lupenreinen Weltenbeglücker ist Ehrensache: „Mit unserer eisernen Hand werden wir die Menschen zu ihrem Glück zwingen“ (Leitsatz des sowjetischen Straflagers auf den Solowetzkij Inseln)

    • Johannes Metzger sagt:

      menschen die zu viel essen schaden auch den krankenkassen auch menschen die das risiko eingehen auf die straße zu gehen weil können ja unfälle passieren, ach halt die meisten passieren ja im haushalt, mhh ambesten den freitod wählen, drogen sind nicht das problem der missbrauch dieser…alkohol ist eine droge!, aber im vergleich ist cannabis halt einfach mal das geringere übel und ganz ehrlich wer zum teufel nimmt aus spaß heroin oder ähnliches?

    • Zaratustra sagt:

      @markus_eserver

      Der Krankenkassenbeitrag orientiert sich nicht am individuellen Risiko, sondern ist standardisiert. Bei der gesetzlichen Krankenkasse handelt es sich um eine Zwangs“versicherung,“ die individuelle Risiken kollektiviert.

      Der Etatisten-Kasper faselt von einem „Schaden,“ der darauf basiert, dass er gezwungen ist, Mitglied in einer Krankenversicherung zu sein, die seine gesundheitlichen Risiken trägt, egal wie hoch diese sein mögen. Zwang dient hier zur Rechtfertigung von Zwang. Ein Zirkelschluss.

      Viel schlimmer, deine Idee, ihm die Zahlung zu verweigern, setzt völlig realitätsfern darauf, dass die Krankenkasse auf Freiwilligkeit und Risikodeckung basieren würde, und ignorierst dabei, dass die Kasse alle Möglichen individuellen Risiken abdeckt – zwangsbasiert.

  3. Stefan sagt:

    Das gleiche sehe ich auch immer wieder bei dem Thema Helmpflicht.
    Wenn jemand auf einem Motorrad sitzt, oder auf einem Fahrrad oder sonst wo und keinen Helm trägt, dann schadet er bei einem Unfall in letzter Konsequenz nur sich selbst.
    Dann bedarf es dort doch keiner Pflicht zum Tragen eines Helmes oder sonstiger Schutzbekleidung.
    Trotzdem ist das ein großes Thema.
    Immer wieder wird in unser aller Leben eingegriffen, was aber noch viel schlimmer ist viele befürworten das. Stichwort „Man muss die Menschen vor sich selbst beschützen“.
    Das ist doch einfach nur ein Versuch Herrschaft zu rechtfertigen.
    Das ist vollkommener Schwachsinn.

    • pat sagt:

      in sachen helm sehe ich das doch sehr anders als du! hätte meine mutter auf dem fahrrad 1976 einen helm tragen müssen, dann würde sie heute noch leben und ich hätte nicht ohne sie mit dem leben fertigwerden müssen. ich war damals keine 2 jahre alt. hätte ich ebenfalls einen helm aufgehabt, wäre mein gehirn heute nicht so beschädigt , was mir mein leben zusätzlich zu dem anderen unglück so derartig erschwert. ich habe mir die meiste zeit meines lebens gewünscht nicht gerettet worden zu sein. überdenke doch bitte noch mal ganz genau, ob das wirklich so ein schwachsinn ist. du scheinst noch ziemlich jung und/oder unwissend zu sein.

      • FwF-sandman sagt:

        Hallo Pat,

        auch meine Mutter starb im Jahre 1976 an einem Unfall. Sie kam mit ihrem Ford Capri von der Straße ab und überschlug sich mehrfach. Aufgrund des niedrigen Daches stieß sie dabei immer mit dem Kopf gegen selbiges. Ihr Gehirn war irreparabel zerstört.

        Hätte es vielleicht geholfen, keinen Ford Capri fahren zu DÜRFEN? Hätte es gesetzliche Auflagen geben sollen, die Ford GEZWUNGEN hätten, den Ford Capri mit einem höheren Dach auszustatten? Nun muss man wissen, dass es damals schon Geschwindigkeitsbegrenzungen gab, an die meine Mutter sich meistens nicht gehalten hat. Hätte es vielleicht Gefängnisstrafen geben sollen, für zu schnelles Fahren?

        Fakt ist, dass meine Mutter Entscheidungen getroffen hat. Sie entschied sich einerseits für einen Ford Capri und andererseits dafür, schnell zu fahren. Sie hätte auch anders entscheiden und sich eine Ente kaufen können.

        Man ist immer für sich selber verantwortlich.

        Deine Mutter hätte einen Helm tragen können (Bauhelm oder Motorradhelm, ich glaube nicht, dass es damals schon Fahrradhelme gab), hat sie aber nicht. Sah nämlich scheiße aus, genau wie die Ente, die meine Mutter nicht fahren wollte.

        Ich bin gegen eine Anschnallpflicht, schnalle mich aber an. Ich bin für die Entkriminalisierung aller Drogen, nehme aber keine. Ich fahre ab und zu Fahrrad, setze aber keinen Helm auf. Das alles ist meine Sache und geht niemanden was an.
        Am schnellsten könnte man die Unfallzahlen im Straßenverkehr verringern, wenn man alle Anschnallgurte aus den Autos entfernen würde und dafür Speere auf die Lenkräder bauen würde, die mitten auf das Herz zielen. Dann noch alle Verkehrsschilder und Ampeln weg und ich schwöre Dir, die Leute fahren langsam und umsichtig. 🙂

        Im Übrigen gibt es ja bereits Städte ohne Ampeln und Schilder, mit dem Ergebnis, dass es einen flüssigeren Verkehr und viel viel weniger Unfälle gibt.

        • pat sagt:

          hallo fwf-sandmann,
          deiner argumentation muss ich zweifelsfrei recht geben, wenn ich das rein mit dem verstand betrachte. es hilft nur mir und meiner geschichte, meinen gefühlen nicht. am allerbesten haben mir die letzten beiden sätze gefallen, da eine solche handhabung uns alle zwingen würde achtsamer zu sein. wir leben aber in einer wahnsinnigen „zivilisierten“ welt, wo kaum noch einer auf den anderen achtet. die meisten sind in ihrem ignoranzfilm gefangen und sich selbst am nächsten. ich sehe da eher ein verdrehtes freiheitsempfinden wirken. freiheit um jeden preis und auf kosten anderer. meine freiheit endet da, wo die freiheit meiner mitmenschen beginnt. wir sind einfach zu viele, zu unbewusst, auf zu engem raum. aber mal eine andere frage: wie hast du dich als kind und jugendlicher gefühlt. wie bist du mit dem verlust klargekommen? hattest du das glück eine supertolle familie zu haben, die dich ganz toll aufgefangen hat und eine stiefmutter die dich wie ihr eigenes kind behandelt hat? außerdem warst du ja auch nicht mit in den unfall verwickelt und bist vom unfalltrauma verschont geblieben. wenn dem so ist, dann gehörst du zu den glückskindern und ich gratulliere dir (aus dieser warte ist es natürlich viel leichter so zu argumentieren, schließlich hast du ja auch „nur“ deine ma verloren), oder hast du es schlichtweg geschafft alle gefühle abzuspalten?

          • FwF-sandman sagt:

            Hi Pat,

            es ist nicht so, dass die Situation des Todes meiner Mutter spurlos an mir vorbei gegangen ist. Ich habe einen nicht unerheblichen psychischen Knacks erhalten, der sich unter anderem in starken Verlustängsten, stark depressiven Phasen und allerlei irrationelem Verhaltensweisen manifestiert.
            Ich habe keinerlei Erinnerungen an meine Kindheit und bin nach dem Tod meiner Mutter von meinen Omas betüddelt worden, weil mein Vater arbeiten musste u nd ich mit meiner Stiefmutter überhaupt nicht klar kam. Noch heute bin ich hauptsächlich für „negative“ Emotionen empfänglich. Trauer und Wut sind sehr starke Emotionen bei mir, während ich mir positive Emotionen wie Freude, Spaß und Ausgelassenheit erst mühsam antrainieren muss.
            Ich könnte jetzt noch über viele Dinge, wie meine Neigung zur Hypochondrie, meine fehlende Angst in wirklich gefählichen Situationen oder meine übertriebenen Ängste in völlig harmlosen Situationen schreiben, aber das würde viel zu weit führen. Ich will Dir nur deutlich machen, dass bei mir gar nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen gelaufen ist und ich diesen Verlust in keiner Weise richtig verarbeitet habe.

          • pat sagt:

            hey sandmann,
            danke für deine ehrlichkeit und offenheit. hatte schon bedenken du wärst einer der sorte die ganz allgemein empathieunfähig sind. ich selbst habe viele jahre über meine kindheit gesprochen, wenn ich danach gefragt wurde, ols ob dies alles einem anderen menschen passiert sei. ich war völlig abgeschnitten von meinen gefühlen. mühsam musste ich lernen wieder zugang zu ihnen zu finden und sie daseinzulassen, auszuhalten, gesunden ausdruck zu verleihen. es ist richtig anstrengende arbeit. manchmal denke (!!!!) ich, ich komme nicht weiter, aber das denken trügt. meine gefühle (emotionale und körperliche) und ihre beobachtung sind mir gute helfer geworden.

            aber nochmal zurück zum thema:
            der eingangsartikel hat mir richtig gut gefallen und ich wünsche mir ebenfalls eine welt , oder bescheidener, verschiedenste orte, wo menschen je nach bedürfniss und bewusstheit, tun und lassen können was sie wollen. ich vertrete ebenfalls den ansatz, dass jeder das recht hat sich selbst zu schaden. manchmal wird aber das was andere als sich-selbst-schaden bezeichnen zum eigndlichen lebesretter. sehr sehr viele hätten mit großer wahrscheinlichkeit schon suizid begangen. viele menschen pflegen einen übermäßigen drogenkonsum, um die inneren übermäßigen und kaum aushaltbaren spannungen in ihrer seele ertragen zu können. das leben dieser personen (und ich gehörte lange selbst dazu) muss erst reifen und andere umgangsweisen erlernt werden um mit diesen spannungen umzugehen und ganz langsam und allmählich die ursachen dieser extremen seelischen verspannungen zu verarbeiten und möglicherweise sogar zu transzendieren. die voraussetzung hierfür ist jedoch von der sucht nach drogen frei zu sein. ich möchte an dieser stelle noch mal drei klare unterteilungen vorschlagen: zum einen gibt es menschen die gelegendlich zu insprierenden und bewusstseinserweiternden substanzen, oder bewusstseinsbeschränkenden substanzen, greifen, um mal ein wenig enthemmter zu sein . ich betrachte sie aber mittlerweile als hilfsvehikel, mit dem man eine abkürzung zu nehmen versucht, oder als krücke. ich habe viele erfahrungen gemacht, die mir belegt haben, dass man in all diese unterschiedlichen zustände auch völlig ohne drogen kommen kann und dies dann auch eine ganz andere tiefe im eigenen leben verleiht.
            und die nächste unterteilung bezieht sich auf die drogen selbst. es gibt bewusstseinsbeschränkende und bewusstseinserweiternde drogen. beide sorten sollten nur in maßen genossen werden, da sie sonst irreparable schäden nach sich ziehen können, die man vielleicht erst dann bereut oder überdenkt, wenn es vielleicht zu spät ist. und drittens muss mann sich auch die menschen genau anschauen die zu solchen substanzen greifen. wie labil oder gefestigt oder stark sind sie in sich selbst. es gibt welche die ziehen einmal am joint und fallen in eine psychose (wobei der joint nur der auslösende moment war. die disposition hierzu war schon vorher da und hätte auch durch etwas anderes ausgelöst werden können) die psychiatrien sind voll von solchen fällen. und auf der anderen seite gibt es menschen die unglaublich stark in ihrer seele sind und können sich tonnenweise das zeug reinschütten, ohne dass es ihnen vermeintlich schadet oder sogar inspireren ohne diese vehikel zu spirituellen erlebnissen zu gelangen. ich kann an dieser stelle nur sagen, man zahlt für alles irgendwann einen preis, manchmal auch einen sehr hohen. ich habe jetzt selbst zwei pubertierende kinder und es fällt mir schwer mir keine sorgen zu machen, weil ich einfach weiß, wieviel glück ich hatte und was alles passieren kann. war zu oft zeugin.
            ich bin ein kleinwenig froh darüber, dass es eine helmpflicht gibt und meine kids sie brav aufsetzen, denn es gibt viel zu viele durchgeknallte menschen in unseren städten, die aus einem verdrehten freiheitsempfinden, meinen, sich bedrogt, alkoholisiert, oder mit medikamenten vollgepumpt , oder am besten alles zusammen, hinters lenkrad setzen zu müssen, oder ein zweirad zu besteigen, ohne vorher darüber nachzudenken was man da der freiheit seiner mitmenschen zumutet. bei manchen substanzen die äußerst zerstörend wirken bin ich jedoch für ein verbot, ansonsten sollte doch bitte bitte auch die sterbehilfe eingeführt werden, damit, wer sich schon aus nicht aushaltbaren seelischen schmerzen ins jenseits oder die nächste runde begeben möchte, dies auch würdevoll mit empathischer unterstützung tun kann.

          • FwF-sandman sagt:

            „ich bin ein kleinwenig froh darüber, dass es eine helmpflicht gibt und meine kids sie brav aufsetzen“

            Das verstehe ich gut, da ich ebenfalls zwei Kinder (13, 15) habe, die Fahrrad fahren. Sie tragen auch einen Helm. Jedenfalls meistens. Ich bitte sie nämlich ständig darum, ihn aufzusetzen, wenn sie mit dem Fahrrad fahren wollen.

            Meine Kommentare zu Deinen Kommentaren sind hauptsächlich dadurch motiviert, dass ich überzeugt bin, kein Recht zu haben, Dir vorzuschreiben, wie Du leben sollst. Ich weiß nicht, was Du essen oder welchen Sport Du machen solltest. Ich weiß auch nicht, mit wem Du zusammen sein solltest oder welche Schule für Deine Kinder am besten geeignet ist. Auch ob Du Drogen nehmen willst oder Deinen Helm aufsetzen willst, will, kann und darf ich Dir nicht vorschreiben.

  4. gabriele sagt:

    Wenn man schon den sog. „Schaden an der Allgemeinheit“ (hier z. B. Krankenkassen) erwähnt, dann meine ich dazu folgendes:
    Alle, die sich durch ein „ungesundes“ Leben selbst Schaden zufügen
    (z.B. Fast-Food-Fressen, Softdrinks, Mikrowellenfraß, TK- und Dosenkost, Tierleichenkonsum, Leitungswasser, Medikamente aller Art, Sport betreiben (Verletzungsgefahr) und so weiter) belasten ja dann meiner Meinung nach auch die Allgemeinheit. Das wäre dann demnach wohl jeder.

    • hansi sagt:

      und wenn man keinen sport macht auch 😀 so gesehen schadet jeder der allgemeinheit und alles hebt sich wieder auf

  5. darfichnichtsagen sagt:

    Mal ganz davon abgesehen, dass man niemals „ganz für sich alleine“ handeln kann, da man ja in einem Sozialgefüge (selbst bei Tieren gibt es das) beheimatet ist, sonst hätten wir ja ANARCHIE! würde man sich stets auf Kosten der Allgemeinheit schaden – es sei denn, man würde sämtliche(!) Kosten der Rettung, Heilung oder was auch immer, konsequent selbst tragen, dass aber wollen komischerweise die meisten Anarchos dann doch nicht!??! Oh Wunder!!!
    Rosinenpicken…war schon immer das Steckenpferd der linken Ideologie!
    Umverteilung von Fleißig zu Faul und dann die perverse eigene totale(!) Freiheit ausgenießen bis zum Exzess!
    …alles andere wäre ja auch „faschistoid“!

    Das dieser Text veröffentlich wurde ist keine Meinungs- oder Pressefreiheit,
    sondern das ist lediglich des Liberalismus gedankten Freiheit Perversitäten und Krankhaftes zu verbreiten.

    Eine Frechheit!!!

    Kein Wunder, dass solche Ergüsse früher verboten wurden!

    Es ist eine riesige Katastrophe welche Entwicklung unsere Jugend heute nimmt…
    Dienst, Pflichterfüllung, …überhaupt irgendetwas anderes zu schützen als seine eigenen „Rechte“, kommt in der Heranbildung der Jugend überhaupt nicht mehr vor. So kann kein Gemeinleben der Welt existieren und sich schon gar nicht weiterentwickeln! Ein Trauerspiel sondergleichen… ein Ergebnis der verquickung von den Inzestschwestern Kapitalismus(Hochfinanz) und Kommunismus!
    Unfassbar!

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo darfichnichtsagen,

      klar darfst Du das.

      „Mal ganz davon abgesehen, dass man niemals „ganz für sich alleine“ handeln kann, da man ja in einem Sozialgefüge (selbst bei Tieren gibt es das) beheimatet ist, sonst hätten wir ja ANARCHIE!“

      Dein Grad an Wissen über Anarchie scheint scheint sich noch im Nanobereich zu befinden. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Wenn Du bei uns mit dem Lesen einsteigst, wird sich das schnell ändern.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      bei solchen hirnlosen kommentaren frage ich mich ernsthaft, wie es menschen schaffen, trotz absoluter ahnungslosigkeit der meinung zu sein , ahnung zu haben und nicht merken, daß sie sich völlig blamieren.
      im gegensatz zu dir, bin ich dennoch nicht dafür, daß solche hirnlosen kommentare wie deine verboten werden sollten, weil du für menschen die noch denken können, ein abschreckendes beispiel bist, wie man sich niemals verhalten sollte, wenn man nur einen funken selbstachtung hat.

    • Zef sagt:

      >da man ja in einem Sozialgefüge …beheimatet ist,

      „Man“ – das ist wohl der Schlüssel zum Problem.

      „Man“ hat aufgehört, ein Selbst zu sein – oder ist es vielleicht sogar noch nie gewesen.

      Das „Selbst“ ist weder ein Phänomen der Biologie, noch des Kollektivs, sondern ein Produkt des individuellen Geistes – seines Willens, seiner Entscheidung, seiner (Selbst-)Wahl, seiner Freiheit.

      „Erst wenn das _einzelne Indiviuduum in sich selbst zu einer ethischen Haltung gefunden hat, der ganzen Welt zum Trotz, erst dann kann die Rede davon sein, sich _in Wahrheit zu vereinen, andernfalls wird die Vereinigung derer, die in sich schwach sind, ebenso unschön und verderblich, als würden Kinder heiraten“ (Kierkegaard).

      • Zef sagt:

        Eine Gemeinschaft ist nicht weniger Gemeinschaft, weil jeder freiwillig ein- und austritt, seinen Platz wählt und aus seiner Verantwortung heraus urteilt und handelt.

        „Wozu brauchen wir einen Sozialisten, der unter dem Vorwand der Organisation despotisch unsere freiwilligen Arrangements zerstört?“ (Frederic Bastiat, Was man sieht und was man nicht sieht).

        http://bastiat.de/bastiat/was_man_sieht_und.html

    • pat sagt:

      sehr amüsant, vielen dank darfichnichtsagen, ich musste schallend lachen! wieder und immer wieder und viele andere auch. aber ich möchte dir doch noch gerne was zur weiteren anregung und aufregung mit auf den weg geben:

      wer mit dem finger auf andere oder etwas zeigt, bedenke doch bitte, dass sich unter dem zeigefinger noch drei weitere finger befinden, welche in die eigene richtung weisen. (arabisches sprichwort)

  6. Jonny sagt:

    …genauso wenig sehe ich es ein, dass man für das nicht angegurtet sein beim Autofahren bestraft wird. Hier kann ich mir auch nur selber schaden….

  7. […] Casagrande in „Drogen – Das Selbsteigentum endet nicht, weil ich mich selbst zerstöre“ Format ZitatVeröffentlicht am 5. November 2014Autor Alexander KlarTags anarchie, freiheit, […]

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