Zu: Hans-Hermann Hoppe im Focus

On 7. September 2012, in Interessantes, by FreiwilligFrei

Hoppes großartige Gedanken zeugen von einer Denkfreiheit die den meisten Menschen abhanden gekommen ist. Machen wir uns alle mal folgendes bewusst. Dieses Universum ist ein Faszinosum. Die unendliche Weite, die eine unendliche Vorstellungskraft bedingt, die Schöpfungen und Akte, die aus dem Chor des Werdens geboren werden, so wie die Momente des Vergehens, wenn in atemberaubenden Lichtspielen, Energie und Materie Platz schaffen für Neues. In diesem Kosmos ist nichts normal. Jede Kreatur, jede Art von Leben ist entweder ein Wunder oder aber, in dem Wunderwerk des Lebens, dass auf ewige Existenz beruht, eine Normalität, die so einzigartig ist, dass doch jeder stets ergriffen wird, wenn er von den meditativen Fängen des besternten Nachthimmels ergriffen wird.
Im Laufe der Zeit entstand eine Spezies wie der Mensch, die genauso Wunder ist, wie alles andere auch. Vielleicht sogar noch etwas mehr, denn der Mensch artikuliert über diese Wunder. Er ist des Denkens und Sprechens fähig, er schafft es, die Natur zu überlisten, indem er sie nachahmt. Diese menschliche Spezies hat allerdings auch ein Problem. Eingebettet in eine Welt des Alltags, wo es nur darum geht, zu den Gewinnern staatlicher Gesetze zu gehören, reden die Menschen nur noch über Geld, über Arbeit, und lästern über alles was nicht in ihr normiertes Denken fällt. Wenn sie über Geld und Arbeit reden, so fehlt es ihnen auch hier bereits am Blick auf diese Begriffe als Phänomene, die dem Wunderwerk Mensch innewohnen. Diese Begriffe werden selten erforscht. Ebenfalls wenig forschen die Menschen im Bereich der Dinge die sie umgeben. Die Substanz jener Materie, die den Alltag lenkt. Wie eine zweite Atmosphäre hat sich etwas über das menschliche Denken gelegt, dass uns die tatsächliche Atmosphäre nicht mehr erkennen lässt. Es ist die Herrschaft von Menschen über Menschen. Wir erkennen sie nicht mehr, und wir erforschen sie nicht mehr. Wir leben mit ihr, als sei sie Gott gegeben- Und das, obwohl in diesem Universum nichts so normal ist, dass man das Staunen darüber verlieren sollte.
Diese Herrschaft über Menschen hat sich in bislang vielerlei Gesellschaftssystemen ausgedrückt. Diese Systeme hatten stets andere Namen und waren im Detail voneinander verschieden. Im Prinzip galt jedoch stets, dass manche Menschen privilegierter waren als andere, und über diese herrschten. Daraus ergab sich letztlich stets eine Korrumpierung der Gesellschaft die aus Abhängigen, Befürwortern, Kostenträgern, also aus Profiteuren und Ausgebeuteten bestand. Was sich sagen lässt ist, auch wenn nicht jede Gesellschaftsform bislang die selbe Ausbeutung erfuhr, ist die Tatsache, dass es geschehen ist, eine Konstante, die eng mit der Herrschaft von Mensch über Mensch verwoben ist. Und dieser Kern ist der Kern aller dringlichsten heutigen Menschheitsprobleme. Wir denken über diesen Punkt so gut wie nie nach, da wir stets versuchen Stellschrauben zu verändern. Aber den Kern belassen wir. Es zieht sich wie ein roter Faden. Menschen können ihr Leben nicht selbstbestimmt leben. Würde man dem Wunder Mensch Respekt zollen, dann würde man zur Einsicht gelangen, dass Selbstbestimmung über jeder Art der Fremdbestimmung steht. Denn Fremdbestimmung ist Sklaverei. Hoppe sinniert seierseits über die wohl optimalste Gesellschaftsform, weil sie in ihrem Kern den Individualismus stellt. Und jeder Mensch ist ein Individuum. Aus diesem Individualismus folgt aufgrund der Selbstbestimmung ein freiwilliger, je nach Wunsch und Bedarf, gelebter Kollektivismus – das nennt man Gemeinschaft. Hier zu darf jedoch niemand gezwungen werden. Und es darf auch niemand gezwungen werden, für die anderen dieser Gemeinschaft zu zahlen. Man kann davon ausgehen, dass Menschen füreinander viel zu tun bereit sind, wenn sie den Raum haben sich zu betätigen, die Ressourcen besitzen, ohne diese als Steuern vorher abzugeben und die Freiheit, sich direkt für Menschen zu engagieren.
Die Crux aus Sicht der Sozialpolitiker ist natürlich, dass eine derart freie Gesellschaft kaum bedürftige Menschen übrig lässt. Es bleibt ein winziger Teil übrig, der sich vielleicht tatsächlich nicht helfen kann und denen die vielen Menschen helfen werden, weil sie Freiwilligkeit, Raum und Ressourcen mitbringen. Diese Denkfreiheit macht jemanden wie Hoppe nicht zu einem Nazi. Im Gegenteil, es ist ein erfrischender Wind inmitten eines Hordendenkens, wo die Menschen geistig sich nur im Spektrum jenes Radius aufhalten, den die Parteien vorher abstecken. Hoppes Denken ist der progressive geistige Aufbruch aus der Verkrustung jener Starrheit, die durch das politische System um uns hervorgerufen, letztlich auch maßgeblich unsere Vorstellungskraft beeinflusst hat.

 

17 Responses to Zu: Hans-Hermann Hoppe im Focus

  1. nino sagt:

    Ist Hoppe vielleicht auch eine Gefahr für den Voluntarismus ?
    -> Da er in seinem Buch (Demokratie) teilweise sehr kritische Äußerungen über Volksgruppen wie z.B. Homosexuelle und über eine “gesunde“ Diskriminierung macht, die sehr leicht als radikal (Gewalt/Zwang) Missverstanden werden können.
    Hoppe beschreibt die Probleme sehr gut, vermischt jedoch bei der Lösungsbeschreibung (natürliche Ordnung=Voluntarismus) zu oft seine eigenen Vorlieben/Meinungen mit dem Grundgerüst. Er drückt sich einfach nicht klar genug aus.
    Die Folge sieht man hier: http://arprin.wordpress.com/2012/05/01/libertarismus-eine-totalitare-ideologie/
    Selbst liberale Minimalstaatsbefürworter kritisieren Hoppe stark und entwickeln in diesem Kontext eine starke Abneigung gegen eine herrschaftslose Gesellschaft.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      ein grottenschlechter artikel.

    • Manuel Barkhau sagt:

      Das schöne am Voluntarismus ist, dass man auch mit Rassisten zurechtkommen kann, solange sie keinen angreifen. Wir müssen uns ohnehin damit abfinden, dass es immer Deppen auf dieser Welt geben wird, bzw. uns niemals alle einig werden. In unserer Welt in die Politik über alle Lebensbereiche gebieten kann ist es natürlich eine Gefahr wenn es Leute gibt, welche die „falsche“ Meinung zu einem Thema haben.

      So gesehen bringt Freiheit auch die verschiedensten Menschen zusammen, da sie sich viel weniger durch staatliche Gewalt verfeinden. Ich bin mir zum Beispiel über so viele Sachen nicht einer Meinung mit Ron Paul, aber da er mich in ruhe lassen will, habe ich kein Problem mit ihm.

      • FwF-sandman sagt:

        Ich hörte Adam Kokesh letztens sagen: Voluntaryism heals racism!

        Ich fand den Satz sehr treffend. Wenn man Voluntarist ist, kann man Menschen anderer Rasse nicht mehr als einer anderen Kategorie zugehörig empfinden (Untermensch, Herrenrasse, usw.). Letztlich sind wir alle Menschen.

      • Kraft durch Freiheit sagt:

        Das schöne am Voluntarismus ist, dass man auch mit Rassisten zurechtkommen kann, solange sie keinen angreifen.
        Nettes Vorurteil, denn laut BRD-Statistiken gibts viele mehr linksextreme als rechtsextreme Gewalt. Die Aufmerksamkeit wird von den links-„liberalen“ Massenmedien allerdings ständig nur auf die rechts gerichtet. Oder aber die Leute werden gezielt in die Irre geführt, indem man Meinungs“verbrechen“ mit linker Gewalt gleichsetzt.
        Denn Rassismus von Ausländern gegen Deutsche (=weiße Europäer/nicht Moslems) ist ein Tabu, das vollkommen verschiegen wird. Es ist nämlich längst so, dass Deutsche/Europäer längst an vielen Stellen (Schule/Stadtteile) in der Minderheit sind und sie sich selbst in der Posistion befinden, in der sich angeblich nur Ausländer befinden können.

        • FwF- infokriegerBerlin sagt:

          die linke und rechte gewalt zusammen ist ein pfurz gegenüber der gewalt des staates…das vergessen auch oft viele.

  2. nino sagt:

    Soll die Überschrift hier darauf anspielen? : http://www.hanshoppe.com/wp-content/uploads/2012/08/hoppe-focus-german-2012.pdf

    Bin fast vom Stuhl gekippt als ich heute nichtsahnend den FOCUS aufgeschlagen habe und den Kommentar von Hoppe gelesen habe. Auch wenn die Überschrift “Eine Utopie von H-H. Hoppe“ etwas abwertend ist, finde ich es schon super, dass so eine Staatskritik von vom auflagenstarken FOCUS-Magazin gedruckt wird.
    Vielleicht wird der Voluntarismus doch bald salonfähig … 😉

  3. mielia sagt:

    http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1361
    Hi.
    Hab hier mal eine uralte Kritik an HHH auf Die Achse des Guten ausgegraben.
    Erschreckend wie gut verpackt sie ist.
    Wenn ich mich wirklich, wirklich bemühe, finde ich vielleicht tatsächlich etwas Brauchbares.
    Ansonsten ist nicht viel dazu zu sagen, oder?
    Verdrehung, Anfeindung, Nazi-Vergleich, alles mit dabei.

    Ich find’s auch erstaunlich… Jmd sagte neulich zu mir: >>Die Anarchisten, Kommunisten usw. haben ja alle ganz schöne Utopien, aber funktionieren werden die nie.<<
    Schön, wie das eingeimpft ist…
    was bisher positiv funktioniert hat, war doch eigtl. immer etwas was auf Freiwilligkeit beruhte, oder?
    Und was auf Gewalt beruhte, hat nie dauerhaft positiv funktioniert, oder?
    Warum soll ich dann noch an das Märchen glauben, dass es mit und nur mit einer Form von Gewalt (positiv) funktionieren kann und muss…?
    Ich hätte vor 2 Jahren nie so denken können… da hätte ich es auch genau umgekehrt gesehen, wer hier das Märchen erzählt.

    Eine Frage habe ich aber an euch:
    Etwas wie in Somalia würde ja vmtl. von Ottonormalbürger als Anarchie bezeichnet werden.
    Kann irgendwie nicht so sein, weil offensichtlich ein Kampf darum tobt, wer die Herrschaft beanspruchen kann (und es auch schon Herrschaft gibt – mindestens innerhalb von Kampfgruppierungen). [Ich kenn jetzt die Situation in Somalia kaum, mir geht's nur um den Begriff für Vergleichbares.]
    Wie würdet ihr was da passiert da nennen/bezeichnen?
    Einfach Chaos?
    Bürgerkrieg?
    Also gibt's dafür auch so ein schönes 'Fremdwort'^^?

    Gruß,
    mielia
    PS: Achja, der Focus-Artikel… Ich hätte mir noch so richtig gewünscht, dass er beim letzten Absatz, beginnend mit "Und" dann so richtig anfängt. Eine Seite lang seine Gedanken entwickelt. Schade, dass er keinen Platz dafür eingeräumt bekommen hat…

    • depublished sagt:

      Naja, die „Achse des Guten“ ist nicht gerade eine ernstzunehmende, seriöse Quelle. Spätestens seit der KenFM-Affäre.

  4. isomorph sagt:

    Hallo mielia,

    in Somalia herscht Krieg und sonst nichts.
    Krieg um das Gewaltmonopol.
    Leider sind Gewaltmonopole keine Märchen,
    sondern sich etwas ganz natürlich bildendes.

    Die Frage ist nur, wie man ein Gewaltmonopol organisiert
    und ob es dafür einen Staat benötigt.
    Ich sage nein, dafür benötigt es kein Staat.
    Trotzdem sollte das Gewaltmonopol demokratisiert sein,
    und minimalisiert auf die Schiedssprecherei,
    was die anarchistische Möglichkeit beinhaltet,
    dass irgendwann niemand mehr Schiedssprüche benötigt.

    beste Grüße

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      http://www.youtube.com/watch?v=qtGkTRnocZI

      mich würde brennend interessieren, worauf deine aussage zu somalia basiert.

      • isomorph sagt:

        Ich muss zugeben, auf mein Bauchgefühl.
        Was in Somalia passiert, muss ich mir noch mal genauer anschauen.
        Danke für den Link

      • mielia sagt:

        Wow.
        Tolles Video, auch wenn von 2009.
        Wäre ja spannend zu erfahren, inwieweit es inzwischen weitere Fort- und/oder Rückschritte gab.
        D. h. Anarchie.
        Und kein Bürgerkrieg im eigtl. Sinne.
        Trotzdem natürlich Warlords und gewisse Restriktionen, aber an sich relativ frei.

        Naja, man hört ja nie wirklich was aus Somalia…
        nur das übliche nahezu inhaltsleere Mediengewäsch und da kann natürlich kein wirklich ernsthaftes Interesse daran bestehen die Staatenlosigkeit positiv darzustellen.

        Zur KenFM-Affäre – kenn ich nicht, gibt’s dazu einen Link oder so?

        Gruß,
        mielia

        • FwF- infokriegerBerlin sagt:

          dazu muß man noch im hinterkopf haben, daß es nichtmal eine philosophische anarchie ist, die sich entwickelt hat.

  5. freedomforce sagt:

    Das schöne am Voluntarismus ist, dass man auch mit Rassisten zurechtkommen kann, solange sie keinen angreifen.

    Warum sollte man nicht mit jemanden zurechtkommen können, der andere Menschen wegen ihrer Rasse als minderwertig begreift? Wenn man natürlich eine ziemlich platte und eindimensionale Vorstellung von Rassismus hat, die Rassismus ausschließlich mit Gewalt und Genoziden assoziiert, wird es Probleme geben.

    Kurzum, ich würde die Gegenwart einen gebildeten Rassisten gegenüber die von 10 gutmenschlichen Deppen vorziehen.

    Wenn dich ein rassistischer Nigerianer niedersticht, wird es dir auch herzlich egal sein, ob er ein Rassist oder Terrorist ist.

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